Für Ruhe und Ordnung in der Mischast.
Ein Nationalsozialistischer Deutscher Wirtschastsbund für Eingliederung in die Deutsche Arbeitsfront.
Berlin, 23.Mai. (ERB.) Der Reichskommis- far für die Wirtschaft, Dr. W a g e n e r, hat eine Anordnung zur Beruhigung der Wirtschaft erlassen, in der es heißt:
„Ich erhalte immer wieder Berichte, daß Gruppen von Parteigenossen und der Partei nahestehende Persönlichkeiten sich zusammenschliehen, um als „6 a m p f b u n b“ wilde Einbrüche in d i e Wirtschaft vorzunehmen. Die alle Parteigenossenschaft der NSDAP, und alle Dienststellen der Partei lehnen dieses unverantwortliche Vorgehen mit aller Entschiedenheit ab. Sie sind sich bewußt, daß eine Wiedergesundung der deutschen wirtschaft und eine Zurückführung der vielen Millionen von arbeitslosen Menschen zur Arbeit nicht gefördert, sondern im Gegenteil gehemmt wird durch diese sinnlosen Akte verwerflicher Interessenpolitik.
Ich ordne deshalb an: Sämtliche Kampf-, bünde, die auf dem Gebiet der Wirtschaft gebildet worden sind, gleichgültig, welche Namen sie sich zugelegt haben, sind hiermit a u f g e l ö st. Nur der vom Parteigenossen Dr. v. R e n t e l n amtlich
gegründete und geleitete „Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes" bleibt erhalten. Parteigenosse v. Renteln bildet die,en Kampfbund zu einem „N a t i o n a l s o z i a l i st i - sch en Deutschen W i r t s ch a f t s b u n d" um, der die Aufgabe hat, auch die Kreise des gewerblichen Mittelstandes zu einer Front zusammen- zuschließen, die der von Parteigenosse Dr. Ley geführten „Deutschen Arbeitsfront" anzugliedern ist.
Der „Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes" hat laut wiederholter Anordnung seines Führers Parteigenosse v. Renteln keine Kommissare eingesetzt. Ich bitte deshalb alle Dienststellen der NSDAP.» Personen, die noch weiterhin als Kommissare in der Wirtschaft auftreten, ohne dazu durch die Regierung oder eine öffentliche Behörde berufen worden zu fein, den Gerichten auszuliefern.
(gez.) Wagener, Reichskommissar und Leiter des Wirtschasts- politischen Amtes der NSDAP."
Reichsstatthalterfahrt durch Hessen.
Das Land rüstet zur Begrüßung des Reichsstatthatters.
Wie bereits gemeldet, wird der Herr Reichs- statthalter, Gauleiter Sprenger, am kommenden Sonntag, dem 28. Mai, auf seiner Fahrt durch Hessen auch der Provinz Oder- Hessen einen Besuch abstatten. Dazu wird aus Darmstadt geschrieben:
Roch 24 Stunden — dann werden die Motore donnern und die Wagenkolonne des Reichs st atthalters und seiner Begleitung wird ins Land jagen. Nationalsozialistisches Tempo und Rhythmus beschwingen diese Fahrt, zugleich gebändigt durch den bis auf die Sekunde feftgelegtcn Fahrplan, der wieder einmal Zeugnis ablegen wird von dem Organisationstalent der Nationalsozialisten. So wird morgen Starkenburg ein festliches Bild bieten, die Menschen, die in den ferneren Gegenden wohnen, werden zu den Orten strömen, die die Fahrt berührt, und in denen Aufenthalt gemocht wird. Fahnen, Blumen, festlich gekleidete Menschen, jubelnde Kinder werden die Straße säumen und des spannenden Augenblicks harren, wo sich von Mund zu Mund der Ruf fortpflanzt: „Sie kommen!"
3n dem neuen Wort Reichsstatthalterfahrt Hingt schon das Erleben an, das die drei Sage der Statthalter^ahrt durch Hessen sein werden. Wer hat den Plan entworfen? Wer hat das Wort zuerst gebraucht? Das weiß man schon nicht mehr. Das Wort und der Plan waren einfach da als eine Selbstverständlichkeit aus deutschem und nationalsozialistischem Geiste heraus. Es war selbstverständlich, daß der Reichs st att- halter einmal durch das Land fahren würde , in dem er a l s Stellvertreter Adolf Hitlers Der erste Führer ist. Selbstverständlich ist es auch, daß jeder einzelne im Volk auch einmal den Statthalter sehen und begrüßen will. So war kaum das Programm der Fahrt bekannt, als auch schon sofort ein heim- lichesRüsten auf Diese drei festlichen Sage begann. Keine Befehle sind herausgegeben, keine Anordnungen sind getroffen, feine Programme festgelegt. Alles soll und wird sich aus dem Augenblick ergeben. Eins aber ist sicher: 3n diesen drei Sagen wird Hessen wieder einmal im schönsten Schmuck prangen. Diese drei Sage werden wieder unter Beweis stellen, wie Führer und Volk im national
sozialistischen Staat miteinander verbunden sind. Denn unsere Führer sind aus dem Volk für das Volk gewachsen. Diese drei Sage werden zeigen, wie stark bereits der innere Um» schwung sich vollzogen hat. Wenn ein Adelung oder Leuschner noch vor vier Monaten durch das Land gefahren wäre, dann hätte sich bestimmt keine Hand zum Gruß, sondern höchstens zum Fluch erhoben. Die Sage der Statthalterfahrt werden zeigen, daß, wenn die materielle Rot des Bolles auch noch nicht in vollem Maße behoben ist, so doch die geistige, daß Verzweiflung, Mißtrauen und Hoffnungslosigkeit verschwunden sind und dem neuenGlau- ben und dem neuen Kraftgefühl des deutschen Volkes Platz gemacht hat. Das Erleben dieser drei Sage wird anklingen an die Sitten und Gebräuche der ältesten deutschen Geschichte, anklingen an die Heerfahrten der Herzöge, an die Maifelder der deutschen Könige. So sollen und werden diese drei Sage das Gepräge des neuen nationalsozialistischen Geistes haben, und sie werden zeigen den neuen Typ des Führers und den neuen Syp des deutschen Volkes.
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichs st atthalter in Hessen hat am Montag den Staatssekretär Jung in feierlicher Weise vereidigt.
Der neue Oberpräsident der Provinz Hess.m- Nassau, Prinz Philipp von Hessen, wird am Samstag von Ministerpräsident Göring in sein Amt eingeführt werden. Der bisherige beauftragte Oberpräsident v. H ü l s e n wird nach Marburg zurückkehren, wo er sein altes Amt als Universitätskurator wieder einnehmen wird.
Der Reichspräsident empfing den deutschen Botschafter in Moskau, Dr. v. Dircksen, sowie den deutschen Gesandten in Kairo, v. S t o h r e r.
Wie von der Bundespressestelle des Stahlhelms mitgeteilt wird, hat Reichsminister S e l d t e die Führung des Stahlhelm st udenten- ringes Langemark übernommen. Zu dem
Girtzener Gtaöttheater.
Hanns Johst: „Schlageter."
„Das nationale Sweater ist nötig, damit der einzelne im Dühnen-Erlebnis den Mythos der eigenen Volkheit erfahre..."
Wilhelm Schäfer.
Der Dichter dieses Schauspiels und der Held dieses Dramas stehen beide heute im Brennpunkt allgemeiner Anteilnahme und allgemeinen Bewußtseins in ganz Deutschland. 3n wenigen Sagen wird man überall im Lande des Mannes gedenken, der vor zehn 3ahren um seiner Vaterlandsliebe, seiner Einsatzbereitschaft und seines Opfermutes willen von einem französischen Kriegsgericht zum Sode verurteilt und in der Golzheimer Heide bei'Düsseldorf erschossen worden ist: Albert Leo Schlageter, der letzte Soldat des Weltkrieges und der erste Soldat des Dritten Reiches, wie ihn der Dichter einmal genannt hat.
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Dieser, Hanns 3 ohst, ist seit langem in der jungen deutschen Literatur bekannt, als Dramatiker vor allem, aber auch als Erzähler und als Lyriker — wir haben kürzlich auf sein bisheriges Werk hingewiesen, als er in die verantwortliche, verpflichtende und weithin sichtbare Stellung eines Dramaturgen am Staatlichen Schauspiel- Hause in Berlin berufen wurde: neben dem Intendanten Lllbrich, Der zuvor in Weimar wirkte.
3ohsts Schauspiel „Schlageter" — „Für Adolf Hitler in liebender Verehrung und unwandelbarer Treue" geschrieben — ist sicherlich eines seiner besten und ohne Zweifel der stärkste Erfolg, den 3ohst je erlebt hat: zweihundert Bühnen im deutschen Deich haben das Stück in diesen Sagen auf ihrem Spielplan stehen: wir haben über die Uraufführung in Berlin bereits berichtet und auch die Buchausgabe vor einiger Zeit an dieser Stelle angezeigt.
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Die Tat des ehemaligen Offiziers Schlageter ist der Kernpunkt der Fabel: sie wird für 3ohst zu einer heroischen Ballade männlichen Geistes und einer Gesinnung, die nur Deutschland kennt und das vaterländische Gebot der Stunde. Der Dramatiker bemächtigt sich dieser Tat — mit ihren Voraussetzungen und ihrer Wirkung: er schildert, wie es dazu kommt, und er schildert und predigt mit leidenschaftlicher Entslammtheit ihren bleibenden geschichtlichen Sinn.
Der erste Akt stellt Schlageter, den Typus jenes in der jüngsten Literatur des öfteren geschilderten „ewigen Soldaten", in die Zeit nach dem Kriege: er versucht, sich mit dieser Zeit abzu- sinden und eine neue Existenz zu gründen in Bürgerlichkeit und Frieden. Aber der Frieden ist nur ein Schein, der Krieg geht weiter: die Stunde der Ruhrbesehung und des passiven Widerstandes ist für ihn (und feine Kameraden) die Stunde der Entscheidung .Die Entscheidung lautet: den passiven Widerstand der Regierung zu aktivieren und aus der stummen Abwehr die lebendige, mitreißende und entflammende Tat hcr- vorgehen zu lassen.
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Aber Schlageter in seinem unbedingten Soldatentum rennt nicht blind und bedenkenlos in ein Abenteuer hinein: er sucht den Sinn und braucht die Rechtfertigung und den „Befehl" zum Handeln für einen Entschluß, der ihm anfangs finnlos, ja widersinnig und wahnsinnig erscheint. Das führt, für den Dramatiker, zu einer Gegenüberstellung: neben den Soldaten, den Offizieren, den Aktivisten wird nun auch das an» öere, das offizielle Deutschland dieser 3ahre gezeigt: in den Gestalten des Regierungspräsidenten Schneider und des Generals I. Und die Konfrontation Schlageters mit der alten Exzellenz führt roeiter zu einer dialektisch scharf zugespitzten Auseinandersetzung über das, was geschehen soll: zu einer Auseinandersetzung zwischen den Generationen, zwischen dem alten und dem neuen Deutschland, das aus der Tat heroorgehen soll und aus dem Opfer, das der handelnde Mensch mit seinem Leden bringt.
In dieser Auseinandersetzung, in der Schlageter das, was er tun will, rechtfertigt vor feinem Gewissen, begreift er auch, daß er allein steht und aus sich heraus handeln muß, nur sich selber, seiner Idee, und keiner irgendwie gearteten Kommandostelle verpflichtet ober blind gehorsam. Er weiß: das offizielle Deutschland will keine Gemeinschaft mit ihm, mit seinen Leuten und seiner Tat auf eigene Faust. Unb er erkennt: „Das gute Gewissen des Reiches ... schlägt heute nur in Revolutionären."
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Die folgenden Akte und Szenengruppen sind erfüllt von dem stürmischen, fiebrigen Tempo der Aktion, die nun unaufhaltsam sich vollzieht und ihrem, uns allen bekannten Ende zutreibt, nachdem folchermaßen die Voraussetzungen ganz eindeutig und unmißverständlich geklärt sind. Das entwickelt sich nun, nachdem die Fronten geklärt und abgesteckt
Vorsitzenden und stellvertretenden Führer des gesamten Aufgabenreiches der Studentenarbeit des Stahlhelms hat er Dr. Heinz Kiekebufch und zum Wehrsportinspekteur aller Hochfchulgruppen des Stahlhelms Hans Martin Fritze ernannt.
Wie die Tel.-Union erfährt, ist der K r o n p r i n z Mitglied des nationalsozialistischen Kraftsahrkorps geworden.
Kunst und Wissenschaft.
Der neue Senat der kaisec-Wilhelm Gefellschaft.
Die Kaiser - Wilhelm - Gesellschaft nahm den Antrag an, daß der Senat nicht wie bisher aus 44, sondern nur aus 32 Senatoren zu bestehen habe. Von diesen werden 14 von der Hauptversammlung gewählt, während je sieben von dem Reichsminister des 3nnern und dem preußischen Kultusminister ernannt werden. Von der Hauptversammlung wurden gewählt: Dr. Krupp von Dohlen und Halbach, Ammer, Darre, Duisberg, Krüß, Franz von Mendelssohn, Merton, Planck, Sahm, Exzellenz Schmidt-Ott, von Schottländer, Springorum, von Siemens und Vogler. Seitens des Reichsministeriums des 3nnern wurden ernannt: Dr. Schacht, Thyssen, Herzog vonCoburg, von Krehl,Röchling, Lenard, von Stark. Auf Vorschlag der preußischen Skaatsregicrung wurden gewählt: Prinz August Wilhelm, 3unkers, Vahlen, Saemisch, Bosch (Heidelberg), von Schröder und von T h a e r ; ferner gehören zum Senat der Präsident der Gesellschaft und die drei Sektionsleiter.
Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft hat die Adolf- Harnack-Mebaille an Geheimrat Professor Dr. Max Planck unb Dr. KruppoonBohlen und Halbach verliehen.
Reichsschafl her Studierenden an deutschen hoch- und Fachschulen.
Wie das Bundespresseamt des nationalsozialistischen deutschen Studentenbundes mitteilt, wurde zum Zwecke des Zusammenschlusses aller deutschen Studierenden an den deutschen Fachschulen die „Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen" gegründet. Der Reichsjugend- führer der RSDAP., Baldur von Schirach, hat zum Führer der Reichsschaft den Bundesführer des nationalsozialistischen Deutschen Stu- dentenbundes, Dr.-3ng. Oskar Stäbe!, berufen. Die deutsche Studentenschaft wird unter Wahrung ihrer reichsanerkannten Verfassung und des Studentenrechts Mitglied dieser neuen Organisation.
Ehrung von Professor krieck durch die Schriftsteller.
Der Schutzoerband deutscher Schriftsteller, Gau Rhein-Main, hat den neuen Rektor der Johann- Wolfgang-Goethe-Universität, Professor Dr. Ernst Krieck, zu seinem Ehrenvorsitzenden ernannt. Die Ehrenurkunbe ist ihm anläßlich der offiziellen Rektoratsübergabe durch den Vorsitzenden des Schutz- oerbandes, Schriftsteller Franz F. Geis, überreicht worden. Die Ehrung gilt nicht nur dem Wissenschaftler, sondern auch dem Literaturpädagogen Krieck, der die deutsche Dichtung unb jedes wesenhafte Schrifttum als bas gestaltete geistige Vatererbe und als tiefsten Wesensausbruck des Volkes ansieht.
Hauptversammlung der Mittelrheinischen Sludien- gesellschaft für Klimatologie und Balneologie.
Die 9. Hauptversammlung der Mittelrheinischen Studiengesellschaft für Klimatologie und Balneologie fand in Bad Kreuznach statt. Die Verhandlungen, zu denen sich zahlreiche Aerzte und Naturwissenschaftler des Rhein-Main-Gebiets eingefunben hatten, stanben unter der Leitung von Professor Dr. Schwenkendecher, Marburg. Professor Dr. Bohnenkamp, Würzburg, sprach über „Neue Ausfassungen über den Wärme- und Energiehaushalt des Menschen." Dr. H a e b e r l i n, Wyk a. Föhr, gab dann einen fesselnden Ueberblid über unser gegenwärtiges Wissen vom Zusammenhang biologischer Rhythmen mit meteorologischen Erschei-
sind, alles knapp, zündend, bildhaft, bewegt und getragen vom heißen Atem eines Geschehens, das wir heute, zehn Jahre danach, schon als Geschichte sehen: die Vorbereitungen zur letzten Aktion; Schlageters Abschied von ber ^geliebten Schwester seines besten Kameraben und Freundes; die Gegenaktion der deutschen Behörden; die Flucht vor der Polizei; die marternde Szene mit den Zurückgebliebenen, den Alten, den dumpf und verzweifelt auf die Katastrophe wartenden Angehörigen; der furchtbare Spruch des Kriegsgerichtes; die Verhaftung von Schlageters Burschen Peter. Und zuletzt, ganz knapp, als Ausklang, die visionäre Szene der Erschießung: die Feuergarbe der französischen Salve schlägt wie ein greller Blitz ins Dunkel des Theater- raumes.
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Aber über die peitschende Salve und die gellende und triumphierende Kriegsmusik der französischen Clairons hinweg hallen die letzte Worte Schlageters: „Deutschland!!! Erwache! Entflamme!! Entbrenne! Brenn ungeheuer!!" Dies ist das Vermächtnis des Dramas, der Sinn der einmaligen unb einsamen Tat, Fanfare unb Alarmruf aus jüngster Vergangenheit an die gegenwärtige Welt, Bekenntnis großer Liebe zum ewigen Deutschland, das immer wieder aus'Blut unb Tränen unb über Gräbern sich erhebt. —
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Die Inszenierung war die letzte persönliche Leistung des scheidenden Intendanten. Dr. Prasch hat [eine ganze Energie und seine die Schauspieler antreibende und befeuernde Initiative eingesetzt, wie der Aufführung allenthalben anzumerken war. Er legte den Schwerpunkt der inneren Triebkräfte in die von These und Antithese getragenen, dialektisch zugespitzten großen Auseinandersetzungen der ersten beiden Akte. Aber er scheute sich auch nicht, die gedämpfteren, fast lyrischen Stimmungen (im ersten und dritten Aktschluß) ruhig ausschwingen und sogar einem herzhaften Humor zur Entlastung der schweren Szene ein Wort zu gönnen. Die Regie fand überall den rechten Ton, traf Farbe, Stimmung und Umwelt des Schauspiels: rein theatralisch vielleicht im Schlußakt am allerstärksten. Auch die klaren, einfachen Bühnenbilder von Löffler trugen zu der sichtlich starken Wirkung der Aufführung wesentlich bei.
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Den Schlageter spielte Herr Hauer; seine Auffassung scheint uns den Intentionen des Dramatikers sehr nahe zu kommen: die Gestalt dieses Studenten der im Grunde den Waffenrock des Offiziers auch nach dem Friedensschluß nicht ausgezogen hat. war
nungen. Dr. Schwenkendecher sprach über das Resorptionsvermögen der menschlichen Haut gegenüber Gasen. Privatdozent Dr. Eimer, Marburg, berichtete über Untersuchungen zu einer kausalen Therapie des Nierensteinleidens. Dr. Schulz, Frankfurt a. M., berichtete über das Ionenklima von Bad Kreuznach. An alle Vorträge schloß sich eine rege Aussprache an, deren Verlauf wiederum zeigte, daß der Grundgedanke der Gesellschaft, Mediziner und Naturwissenschaftler zu einer Arbeitsgemeinschaft und zu einem Austausch ihrer Erfahrungen zusammenzubringen, durchaus fruchtbar ist.
Aus aller Welt.
Reichspräsident v. Hindenburg in karlshorst.
3m Mittelpunkt des Karlshorster Renntages am Dienstag stand das Karlshorster Heeresjagd- rennen über <0)0 Meter, für das Reichspräsident v. Hindenburg einen Ehrenpreis gestiftet hatte, den er dem Sieger persönlich überreichte. Der Reichspräsident kam pünktlich 16.15 Uhr in Karlshorst an, wo er von dem Präsidenten des Vereins für Hindernisrennen, Grafen v. Wuthenau, begrüßt wurde. Die zehn Reiter des Heeresjagdrennens, alle in feldgrauer Uniform, ritten an Hindenburg vorbei, der stehend den Gruß entgegennahm. Rach Beendigung des Rennens beglückwünschte Hindenburg den Sieger, Leutnant v. B o t h, überreichte persönlich den von ihm gestifteten Ehrenpreis und übergab den beiden Rächstplacierten Erinnerungsgaben. Hindenburg schloß die Ueberreichung des Ehrenpreises mit einer kleinen Ansprache und einem dreifachen Hoch auf das deutsche Vaterland.
hitler-Geburtskagsspende der Brüsseler deutschen Kolonie.
Reichskanzler Adolf H i tl e r hat die ihm von der deutschen Kolonie in Brüssel zur Verfügung gestellte Spende von 4100 belgischen Franken der „ S t i f - tungfürOpferberArbeit" bei der Reichs- kreditgesellschaft überwiesen. Es handelt sich dabei um den Reinertrag einer von der deutschen Kolonie in Brüssel anläßlich des Geburtstages des Reichskanzlers veranstalteten Sammlung.
Zwei 52L-£eule ermordet.
3n Gaiganz bei Forchheim (Ofr.) wurde in einer der letzten Rächte der ledige 24jährige SA.- Mann 3oseph Wiesheimer in Uniform ermordet und in einen Weiher geworfen. Den Spuren nach zu schließen muß ein heftiger Kamps stattgesunden haben. Verhaftet wurde im dringenden Verdacht der Tat ein Angehöriger der Bayernwacht. 3m Läufe des Tages wurden 20 weitere Angehörige der Bayerischen Volkspartei bzw. der Bayernwacht unter «dem Verdacht der Mittäterschaft verhaftet und nach Forchheim eingeliefert.
Nach einer Meldung des „Fränkischen Kuriers" wurde in einer der letzten Nächte in Kunreuth bei Erlangen der einzige dortige SA.-Mann auf bestialische Weise ermordet. Auf dem Heimwege wurde er von verschiedenen Personen verfolgt unb angehalten. Man hieb auf den SA.-Mann ein und tauchte ihn schließlich in den nahegelegenen Weiher, bis er ertrank. Der Sonderkommissar für Erlangen, Dr. Dehnet, hat sich nach Kunreuth begeben. Den Haupttäter hat man gefaßt. Er wurde nach Bamberg ins- Gefängnis eingeliefert.
Zuchlhausurteil des Breslauer Sondergerichts.
Das Sondergericht Breslau verurteilte den Malergehilsek S p a r I a auf Grund der Verordnung zum Schutze für Volk und Staat vom 28. Februar 1933 z u einem 3 ahre zwei Monaten Zuchthaus. Sparla hatte zwei jungen Leuten, die er auf der Wanderschaft kennenlernte, gegenüber geäußert, er fei bereit. für 1 000 Mark den Reichskanz - ler zu erschießen. Das Gericht kam auf Grund der Verhandlung zu der Lieberzeugung, daß Sparla die Tat nach seiner politischen Einstellung zuzutrauen sei. — Ferner verurteilte das Sondergericht den Kellner Schreiber, der in Primkenau Lügennachrichten über die RSDAP. verbreitet hatte, zu einem 3ahr sechs Monaten Gefängnis.
deutlich abgefetzt von seinen Kameraden. Er soll nicht nur ein Held [ein, sondern er soll bewußt, aus innerstem Antrieb unb persönlichster Verantwortung zu dem gebracht werden, was er tut unb wofür er mit feinem 'Leben einsteht. So wurde Hauers Schlageter eine schwerblütige, kämpferische und männliche Gestalt, ein Mensch, der nur eine Leidenschaft unb eine Liebe hat: fein Land.
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Nächst ihm ist zweier Gäste zu gedenken: Frau Prasch-Grevenberg spielte, in einer knappen Szene, die alte Frau Thiemann: still und gefaßt, aus mütterlichem Gefühl. — Herr Linkmann als Schlageters Bursche Peter Fischer; bas ist eine Roste, die ihm an und für sich sehr liegen müßte, und wenn er zunächst die komischen und bieder-treuherzigen Züge dieses Soldaten etwas zu sehr unterstrich, so fand er zuletzt doch die mannhaften Töne, die für den Gesamteindruck entscheidend sind.
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Als wichtigster Gegenspieler wirkte in dieser Aufführung nicht so sehr der General I als vielmehr der junge Friedrich Thiemann, der von Kühne mit einem leidenschaftlichen und bohrenden Temperament gegeben wurde und vor allem im ersten Akk ZU starker Wirkung kam. — Fas sott in der Bas- fermann;;5iolle der alten Exzellenz: knapp, reserviert- militärisch in Haltung und Maske, diplomatisch, dennoch nicht ohne Gefühlston. — Beatrice Doering als Alexandra: in den ersten Szenen verhalten, gefühlsmäßig beherrscht und sparsam, liebes Mädel unb gute xamerabin; zuletzt in großer Steigerung ber verzweifelte Ausbruch nach der Urteilsverkündung. — Hub als Regierungspräsident (in der Maske an einen Prominenten des alten Systems erinnernd) nahm die Figur zunächst, was sich als dankbar erwie-, von ber komischen Seite, fand sich aber im Laufe der Szene allmählich in die feste Haltung, die ihm von Iahst doch wohl zugedacht ist. — Aus dem M. d. R. Klemm machte Herr V o lck mit lärmender und ausholender Betriebsamkeit einen Bonzen von beachtlichem Ausmaß. — Von den jun- ge.. Leuten ber Aktion stellten vor allem Michel, Dielen, Eggemann und Nieren scharf und lebendig umriffene Typen. — Herr Heyser spielte mit ingrimmigem Pathos den Professor Thiemann; Herr Geiger einen halb ironisch, halb mitleidig gesehenen kleinen Beamten. —
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Das Haus war stark besetzt. Nach dem letzten Akt ^hob sich aus kurzer Stille großer und herzlicher Beifall. hth.


