Ausgabe 
24.5.1933 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Dmi! vnd verlaa: Briitilfdit Unlverßlälr-Vuch- und StetnöruJcret R. fange in Sietzen. Scheiftleitung und Seschästrftelle: Schulittatze 7.

von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. $ernfpred)an|d)lüflt unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto.

gronffurl am Diain 11686.

Erschein« täglich, außer Sonntags und Feiertags. Betlagen: Die Illustrierte Gieszener Familienbialter Heimgt im Dild Die Scholle

Monals-Bezugspreir: Mit 4 Beilagen RM l.95

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20' , mehr. Chefredakteur.

Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton DrJj.Ihtjriol; für den übrigen Teil Crnst Diumschein undfür denAn. zeigenteil i.V.Tli.Kümmel sämtlich in (Biegen.

Zustellgebühr ..

Auch bei Nichterscheinen

m.,r,Sriiv<ms«0be 183. Z-hMng Mittwoch.-g. Mai,WZ

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

Die Veschränkung der schweren Ariillerie in Genf erörtert.

Oie alten Gegensätze erneut verschärst.-Keine Aussicht auf ein Entgegenkommen Frankreichs.

Gin Kompromiß über die Fort­führung der Verhandlungen.

GlcichlattfendcBcfiandlunq der materiellen Abrüst. ngs- und Licherheitsfragen.

Genf, 23. Mai. (TU.) Das Präsidium der Abrüstungskonferenz hat nach kurzen Beratungen über das jetzt weiter einzufchlagende Verfahren im wesentlichen die von den fünf Großmächten getroffene Vereinbarung übernommen, wonach jetzt die materiellen Abrüstungsfra- gen und E i ch e r h e i t s f r a g e n gleich­laufend behandelt werden sollen. Jedoch ist eine gewisse weitere Berücksichtigung der fran­zösischen Wünsche erfolgt, insofern als nicht der politische, sondern der mit ihm identische Hauptausschuß die Eicherheitssrage behandeln soll. Aus französischen Wunsch ist ferner beschlossen worden, daß die Kriegs­materialfrage gegenwärtig nurinerster Lesung durchberaten wird und die eigent­lichen praktischen Entscheidungen erst in der späteren zweiten Lesung fallen. Der englische Außenminister ist beauftragt worden, einen revidierten Entwurfstext für den Konsultivpakt aus Grund verschie­dener amerikanischer Vorschläge auszuarbeiten. Für die Behandlung der Sicherheitsfrage wird von dem Vizepräsidenten der Konferenz dem Griechen P o l i t i s ein Bericht über die F e st - stellung des Angreifers, die Feststel- lungskoinmission und den Pakt gegenseitiger Hilfsmaßnahmen zur Verhandlung vorgelegt werden. Präsident Henderson machte in der Sitzung darauf aufmerksam, daß angesichts der Kürze der Zeit auch am Pfingstsonntag und Pfing st montag Sitzungen statt- s inden mühten.

Ote Abschaffung der Angriffswaffen.

Genf, 23. Mai. (TU.) Im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz begann die allgemeine Aus­sprache über den Teil 11 des englischen Abrüstungs­planes (Kriegsmaterial), mit der Durchbe­ratung des Artikels 19 (A r t i l l e r i e), nach dem die Höchstgrenze der Geschütze der beweglichen Land- artillerie in Zukunft auf 105 Millimeter, die Höchst­grenze für Küstengeschütze auf 406 Millimeter fest- gelegt wird.

Botschafter 71 a d o 1 n y teilte gleich zu Beginn der Sitzung mit, daß entsprechend dem Schreiben der deutschen Abordnung an das Präsidium der Konferenz die deutschen Abänderungsanträge zu den Artikeln 19 bis 21 zurückgezogen würden.

Botschafter Nadolny erklärte, daß die deutsche Ab­ordnung nach wie vor das v o l l st ä n b i g e Ler - bot (i n d d i e Vernichtung der schweren L a n d w a f f e n im Interesse einer wirksamen Ab­rüstung als dringend notwendig erachte. Wenn die Konferenz schließlich in dieser Pichtung über den englischen Plan hinausgehe, so würde eine derartige Haltung der Rooseveltbotschaft entsprechen. Die deutsche Abordnung werde in den Verhand­lungen jede Verbesserung des englischen Abrüstungs- planes auf dem Gebiet der Landrüstungen unter­stützen, jedoch bestände die deutsche Abordnung nicht mehr auf ihren bisherigen hierzu eingebrachten Ab­änderungsanträgen.

Die deutsche Abordnung lege besonderen Wert auf den Artikel 22 des englischen Planes, der die Vernichtung des verbotenen Kriegsmaterials behandelt. Ein ver­bot von bestimmten Waffen sei noch keine Abrüstungsmaßnahme, solange dieses Material nicht tatsächlich in einer bestimmten kurzen Frist zerstört würde. Die deutsche Ab­ordnung habe deshalb die Absicht, einen A b - ändern ngsantrag einzubringen, der in einer bestimmten Frist die Zerstörung der Geschütze über 155 ram sowie die Er­setzung und die Zerstörung der Geschütze zwi- schen 105 und 155 mm unter gleichzeitigem verbot der Verwendung der verbotenen Ge- schühkategorien behandelt.

Die deutsche Abordnung will jedoch zunächst Klarheit darüber haben, wie w e i t die Konfe­renz mit dem Verbot der schweren Artillerie und Tanks gehen wird, und ob die Konferenz über den Rahmen des englischen Planes hinausgehen wird. Rach deutscher Auffassung bilden alle Bestimmun­gen über das Kriegsmaterial ein einheitliches Ganzes.

Präsident Henderson stellte sofort ausdrück­lich fest, daß die deutsche Abordnung somit ihren Abänderungsantrag zum Kapitel Ariillerie zu­rückgezogen hat und forderte die übrigen Ab­ordnungen auf. dem deutschen Beispiel zu fol­gern

Die Bestimmungen des englischen Planes über die Artillerie wurden in erster Lesung ohne Abstimmung angenommen. Vach den den französischen Wünschen folgenden konfe- rcnzmethoden gilt die gegenwärtige erste Lesung über die Kriegsmaterialfrage als unverbind­lich. Vie materiellen Entscheidungen sollen erst iu der künftigen zweiten Lesung fallen. Der

Hauptausschuh setzte sodann die h ö ch st - grenze für die bewegliche Landartillerie für die Zukunft aus 10,5 cm fest. Die bestehenden beweglichen Landgeschühe bis 15,5 cm können beibehalten werden, dürfen aber nicht erseht werden. Die Küstenartillerie darf 40,6 cm nicht überschreiten.

Mit Unterstützung Schwedens machte der hol­ländische Vertreter Rutgers jedoch treffend dar­auf aufmerksam, daß die große Adrüstungsenlschlie- ßung vom 23. Juli o. I. mit der Herabsetzung der Geschützkaliber erheblich weitergegangen sei als der englische Vorschlag und daß die Bestimmun­gen über die Küstenartillerie den Regierungen er­mögliche, ihregesamteschwere Artillerie unter der Bezeichnung von Küstenge- schützen aufrecht zu erhalten. Dieser schar­fen Kritik widersetzte sich der englische Staatssekre­tär Eden energisch, gab jedoch zu, daß der eng­lische Vorschlag verschiedene Lücken enthalte.

Die Höchsttonnage für die Tanks wurde sodann entsprechend dem englischen Plan

Während bis dahin die Beratungen einen mehr technischen Charakter trugen, holten kurz nach Schluß der Sitzung die Vertreter Polens und Frankreichs zu einem politischen Vor­stoß aus. Der Vertreter Polens Raczinski erklärte, er bestehe darauf, daß die heute be­handelten Bestimmungen ergänzt würden durch eine strenge Rüstungskontrolle, durch die Abschaffung der privaten Waffen- f a b r i f a t i o n, internationale Kontrolle des Waffenhandels und durch Bestimmungen über die vorbehaltslose Aufrechterhal­tung der früher eingegangenen in­ternationalen Abrüstungsverpflich- t u n g e n. Den letzten Punkt erläuterte der pol­nische Vertreter noch speziell dahin, daß kei­nerlei Aufrüstungsmahnahmen von der Abrüstungskonferenz zugelassen werden dürfen.

Der französische Außenminister Paul-Don- c o u r vertrat bann ohne jede Einschränkung und ohne das geringste Entgegenkommen den alten intransigenten Standpunkt Frankreichs zur Abrüstungsfrage. Er würdigte in keiner Weite das große deutsche Verständnis in der Frage der Ter^inh illich ng der Hecresformat.onen, und forderte erneut die Verwirklichung der bekannten französischen Sicherheitsforderung, die Einrich­tung einer starren und automatischen Rü­stungskontrolle mit der Möglichkeit even­tueller Sanktionen. Statt der Zerstörung der Angrisfswafsen verlangte er die Zurverfü­gungstellung jener Waffen in den Dienst des Völkerbundes.

Paul-Boncour erklärte unumwunden, daß die französische Regierung eine Herabsetzung des Kriegsmaterials und die Zerstörung der An- grisfswasfen nur unter zwei entschei­denden Bedingungen erwägen könne.

1. Bei Schaffung internationaler Sicher­heitsgarantien,

2. bei Schaffung einer automatisch wirkenden außerordentlich scharfen Kontrolle der Rüfl ungen, die sich gleichfalls auf die pri-

BerIi n, 23. Mai. IWTB.) Der Große Arbeitskonvent der Deutschen Ar­beitsfront trat am Dienstagvormittag im Hause des Verbandes der Deutschen Buchdrucker in Derlin-Tempelhof zu seiner ersten Tagung zusammen. An einem großen Tisch in Hufeisen- form hatten die bis jetzt ernannten 60 Mit­glieder des Großen Konvents Platz genommen, zu denen schon in allernächster Zeit 2 0 Ver­treter der Arbeitgeber hinzukommen werden. Wan ist in der Organisation der Ta­gung bewußt zu den alten germanischen, dem Wesen bed_ deutschen Volkes entsprechenden Formen zurückgekehrt und hat das oft unwürdige parlamentarische Getriebe ausgeschaltet. An Stelle des Präsidiums ist ein Sprecher und ein Schriftführer getreten. Kurz nach 11 Tlhr betrat der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. R. Ley, jubelnd begrüßt, den Saal. Er erklärte den 1 Konvent für eröffnet und ernannte den Arbeiter Rudolf Schmeer zum Sprecher und den Ar­beiter Reinhold M u ch o w zum Schriftführer. Der Sprecher Schmeer gab die Grundzüge der neuen Verhandlungsform bekannt und erteilte dem Führer der Deutschen Arbeitsfront das Wort zu einer grundsätzlichen Rede.

Die nationalsozialistische Revolution habe neue

auf 16 Tonnen festgesetzt. Als Botschafter Ra­do l n y eine A b st i m m u n g über den eng­lischen Vorschlag verlangte, lehnte der Präsident Henderson in auffallend unhöflichem Ton diesen Vorschlag ab und betonte entsprechend der französischen These, daß die gegenwärtige erste Lesung einen unverbindlichen Cha­rakter habe. Botschafter Radolny sah sich dar­aufhin veranlaßt, den Präsidenten darauf auf­merksam zu machen, daß somit die vorhergehenden Beratungen und Beschlüsse über dieses Kapitel als null und nichtig anzusehen seien. Der Ver­treter Tlngarns hielt mit deutscher Llnlerstützung feinen Antrag auf völlige Abschaf­fung der Tanks trotz des englischen Vor­schlags uneingeschränkt aufrecht. Staatssekretär Eden kündigte an, daß er eine Tabelle mit dem für jedes Land zugelassenen Zahlen an Tanks der Konferenz vorlegen werde. Ob Deutschland auf dieser Tabelle ste­hen wird, ist noch ungewiß. Der deutsche An­trag auf völlige Abschaffung und Verbot der Tanks wurde zurückgezogen.

vale Waffenherstellung und den Waffenhandel beziehen soll.

Nach französischer Auffassung dürfe das Ab­kommen unter keinen Umständen ein wiederaufrüsten irgend einer Macht ermöglichen. Die vorgeschlagene Verein­heitlichung des Kriegsmaterials hänge von der Vereinheitlichung der Heeres- f t) ff e tn e ab. Erst wenn über diese beiden Fra­gen Klarheit geschaffen sei, werde Frankreich zu dem englischen Plan Stellung nehmen können. Er melde jedoch jetzt bereits den Vorbehalt einer Abänderung der oorgeschlagenen Kaliber und Tonnagen an. 3m englischen Plan fei die Kontrollfrage völlig ungenügend g e l ö st. Für Frankreich sei es völlig unmöglich, der vorgeschlagenen Herabsetzung der Artillerie zuzustimmen, solange nicht die in einzelnen Län- dern noch vorhandene hoch entwickelte pri­vate Industrie kontrolliert würde. Die Zerstörung der schweren Angriffswaffen hieße tatsächlich eine Abdankung des Völker­bundes.

Die Erklärung Paul-Boncours wurde von dem Hauptausschuß mit eisigem Schweigenauf- g e n o m_m e n. Während die Reden eines franzö­sischen Staatsmannes im Völkerbund sonst den traditionell stärksten Beifall findet, rührte sich heute keine Hand. Der schüchterne Versuch des rumäni­schen Außenministers Titulescu fand keine Nach­ahmung. In Konserenzkreisen hat die Erklärung Paul-Boncours heute einen äußerst pein­lichen Eindruck heroorgerufen. Auch auf eng­lischer und amerikanischer Seite wird offen zuge­geben, daß die Rede Paul-Boncours zu einer außerordentlichen Verschärfung der G e s a m 11 a g e führe. In den abrüstungsfreund­lichen neutralen Kreisen herrscht offene Empörung. Die seit der Reichskanzlererklärung taktisch günstige Lage Deutschlands wird allgemein anerkannt.

Formen gesunden, wie Dr. Ley betonte, die dem Wesen des deutschen Volkes entsprächen und viel Aehnlichkeit mit dem von unseren Vor­fahren schon gewählten Formen hätten. Der Redner schilderte die verfehlte Zielrichtung der bisherigen Gewerkschaften, die das Schlechte im Menschen, den Profitgeist, organisierten, statt diese in jedem Menschen vorhandenen Eigen­schaften so zu sammeln, -daß das Wohl der Gemeinschaft nie gefährdet würde. Dr. Ley be­richtete dann über das in Arbeit befindliche Gesetz der Arbeit. Das Gesetz der Arbeit werde nut wenige Fundamentalsätze enthalten. Es wäre verfehlt, wenn Einzelheiten oder tages- bedingte Rotwendigkeiten in dieses Gesetz ge­schrieben würden, da dieses Gesetz Ewigkeits­werts haben soll und immer Richtschnur sein muh für die zeitlich bedingten und zeitlich not­wendigen Regelungen. Das Fundament werde die ewig gültigen Grundsätze festhalten, die ilebertoinbung des Klassenkampfes, ben höchsten Schutz des arbeitenden M e ns eben, das Führerprinzip und das Prinzip der Verantwortung

Dr. Leh berichtete über die beim Führer ge­pflogenen Beratungen über i"n ständischen Aufbau und gab den vom Führer entworfenen

Frankreich beharrt bei seinem ablehnenden Siand- punki gegenüber jeder tatsächlichen Abrüstung. Paul-Boncour fordert erneut Sicherheit und Kontrolle.

Die erste Tagung des Großen Arbeitskonvents.

Oer Führer der Deutschen Arbeitsfront Or. Ley über grundsätzliche Fragen der Gestaltung des sttändischen Aufbaus.

Plan bis ins einzelne bekannt. Die Deutsch: I Arbeitsfront stelle die Voraussetzung für den stän- I dischen Aufbau überhaupt dar. Die Erziehung zurGemeinschast, die Schulung sei eine der wesentlichsten Aufgaben. Die Schulung des deutschen Menschen sei, das müsse einmal mit aller Deutlichkeit sestgestellt werden, Ausgabe der Rationalsozialistischeii Deutschen Arbeiterpar­tei, des Trägers der nationalsozialistischen Revo­lution und damit des Nationalsozialist.teilen S:aa- tes. Die Schulung der Amtswalter der Partei und der Deutschen Arbeitsfront werde gemeinsam durchgeführt. 3n der früheren Bundesschule des ADGB. in Berlin würden die G a u s ch u - lungsleiter der Deutschen Arbeits­front, die Kreisleiter und die Stabswalter bei den Kreisleitungen der RSDAP. geschult werden. Weitere Schulen beständen bereits in Westdeutsch­land und Mitteldeutschland. Diese Einrichtungen würden ebenfalls ausgebaut werben, alles ohne Eingreifen bes Staates burch Selbstverwaltung der als öffentlich-rechtlichen Körperschaft aner­kannten Organisation der Arbeit.

Die Frage des Tarifs könne nicht in der Weise geregelt werden, wie gewisse Kreise es gern haben möchten. Der Nationalsozialismus lehne sogenannte Werksvcreine und einen Werktarifgrundsätzlichab. Für gelbe An­gelegenheiten habe man kein Verständnis. Ein Min- dcstlohn werde geschaffen, der nicht von dem Stun- denlohn abhänge, sondern vom W o ch e n l o h n. Der arbeitende Menlch wolle die Entlohnung erhalten, die er zu einer gesicherten Existenz benötige. Pro­fite, denen Ausbeutung gegenüberstehe, werde es im nationalsozialistischen Staat nicht geben. Jeder Deutsche fei ein wertvolles und geachtetes Mitglied des Volkes, nicht aber das Objekt irgendwelcher Spe­kulanten.

Zum Schluß ging Dr. Ley auf das Verhält- nis de r NSBO. zu den Gewerkschaften ein. Die NSBO. werde als besondere Kern­truppe erhalten bleiben und noch stärker und straffer organisiert werden, als es bisher der Fall war. Arbeiter und Angestellte würden in der NSBO. zusammenbleiben, so daß diese in Zukunft vielleicht einmal der Schmelztiegel werde, aus dein der Begriff des deutschen Arbeiters hervorgehe. Die gewaltigen Aufgaben, die die Deutsche Arbeitsfront zu lösen habe, würden mit dem festen Wille ange­packt werden, am Neubau des Staates, am Neubau des Reiches mitzuwirken, an einem Reich, dessen Glieder die Verbundenheit anerkenne, dessen Glieder von dem Bewußtsein beseelt sind, daß der eine ohne den anderen nicht leben kann, daß nicht Selbstzer fleischung und Kamps aller gegen alle im Interesse öer Gesamtheit liegen, sondern das gegenseitige Ver­stehen und der fanatische Wille, Einzel- und Sonder- intereffen dem Großen unterzuordnen und nur eines als Richtschnur anzuerkennen: Deutschland!

öer Führer der Deutschen Arbeitsfront an Or. Wagener.

Berlin, 23. Mai. (ERB.) Dr. Ley, der Füh­rer der Deutschen Arbeitsfront, hat folgendes Schrei- ben an den Reichswirtfchaftskommiffar Dr. Wage­ner gerichtet:

Es ist mir ein dringendes Bedürfnis, verehrter Parteigenosse Dr. Wagener, Ihnen gegenüber meine persönliche Sympathie und die Hochachtung und Wertschätzung aller meiner Mitarbeiter, sowohl in der polili schen Organisation der NSDAP., als auch in der Deutschen Arbeitsfront zum Ausdruck zu bringen und Ihnen zu versichern, daß wir restlos, besonders nach ben letzten eingehenden Aussprachen über den ständischen Aufbau und über Ihre sozialen Ansichten im Hinblick auf den deutschen Arbeiter und die deutsche Wirtschaft mitJhnen in treuer K a meradschaft verbunden sind. Gegenüber den Tendenzen, die dahin gehen, ihren Wirkungs­kreis zu begrenzen, drücken wir im Gegenteil den Wunsch aus, daß Ihre Kraft der Deffent- lichkeit an einer Stelle zur Verfügung slchen möge, die es Ihnen gestattet, z u m B e ft e n öcr notleidenden Wirtschaft dieses gesam­ten Volkes JhreJdeen möglich st unbeein- slußt in die Tat um zu setzen. Dieser Wunsch ist uns umso mehr Bedürfnis, weil wir die Erkenntnis in uns tragen, daß es gerade die großen grundlegenden Maßnahmen auf dem Gebiete der Wirtschaft sind, welche die Rettung verbürgen. Dies zu tun, ist uns aber noch Vorbehalten."

Oie Gleichschaltung der Beamtenverbände.

Berlin, 24. Mai. (CRB.) Der stellvertretende Deamtenkommisfar im Reichsinnen­mini st e r i u m hat die Dearntcnverbände er­sucht, bis zum 31. Mai d. 3. für sämtliche Ver­waltungszweige die Gründung je einer ei nheitlichen Fachorganisation auf der Grundlage der Einzelmitgliedschast durch- zuführen. Dabei ist das Führerprinzip anzuwenden. An der Spitze jedes Einheitsver- bandes soll ein besonderer Leiter stehen, dem ein Beirat von sieben Personen zur Seite tritt. Diesem Beirat haben nach Möglich­keit Vertreter aller Laufbahnen des betreffenden Derwaltungszweiges anzugehören. Für jede Laufbahn ist außerdem ein beson­derer Ausschuß von je drei Mitglie­dern zu berufen. Der Kommissar weist darauf hin, daß diese Einheitsverbände als Vorläufer einer Entwicklung zu betrachten sind, in Verfolg derer die Einzelmitgliedschaft beim Deutschen Bc-- amtenbund durchgeführt wird. Rach Abschluß dieser Entwicklung werden die Cinheitsverbänbe als Fachgruppen, jedoch ohne Finanzhoheit weitergeführt werden.