Ausgabe 
24.4.1933 Erstes Blatt
 
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der Landbevölkerung hätten der NSDAP, ihr Vertrauen ausgesprochen. Wie wir hören, ist bei den Verhandlungen um die Besetzung des Preußischen Landwirtschaftsministeriums von Na­tionalsozialisten die Ernennung des bisherigen Landbundpräsidenten W i l l i k e n s zum Preußi- schen Landwirtschaftsminister gefordert worden. Wenn für diesen Fall die sofortige Auflösung sämtlicher preußischer Landwirt­schaftskammern zwecks Ermöglichung der Neuwahlen angekündigt worden ist, so ist darauf hinzuweisen, daß Neichsminister Dr. H u g e n - berg in seiner Eigenschaft als kommissarischer Leiter des Preuhischen Landwirtschaftsministe­riums die Auflösung der Landwirtschaftskammern bereits beantragt hat.

Der Landwirtschaftliche Gaufachberater Wies- haben, Landtagsabgeordneter Metz, hat an den preuhischen Ministerpräsidenten Göring folgen­des Telegramm gerichtet: »Als Vorsitzender desNassauischen Landbundes und kom- missarischer Leiter der Landwirtschaftskammer bitte ich Sie, Herr Ministerpräsident, i n d a s preußische Landwirtschaftsministerium den na­tionalsozialistischen Landbundpräsidenten Wil­li k e n s zu berufen. Nur ein bewährter Natio­nalsozialist hat das Vertrauen des Bauerntums. Heil Hitler!"

Geplantes Attentat auf den Reichskanzler.

München, 24. April. (CNB. Funkspruch.) Sn Rimsting an der Tiroler Grenze wurde ein mit italienischen Kennzeichen fahrendes Personen­auto angehalten. Die Insassen wurden ver­haftet. Es handelt sich um einen Inder, der der russischen Kommuni st ischen Par- t e i angehört, und seinen Chauffeur, einen Staa­tenlosen. Das Auto, das zahlreiches verdächtiges Gepäck enthielt, war auf der Fahrt nach München, wo gegen den Reichskanzler ein At­tentat geplant war. Der Inder, ein etwa 4Ojähriger Mann von herkulischem Körperbau, wurde nach München gebracht.

Oer Erfolg

der Hitler-Geburtstagsspende.

Berlin. 24. April. (OB. Funkspruch.) Laut Mit­teilung der Zentralen Aerteilungsstelle der hitler- Geburtstagsspende sind Lebensmittelspen­den im Gesamtbeträge von 200 000 bis 250 000 Mark eingegangen und verteilt worden. Ferner wurden für etwa 200 000 Mark eingegangene Geld­spenden Lebensmittel gekauft und verteilt. Ins­gesamt sind schätzungsweise 90 Prozent aller Anter st ühungsempfänger bedacht worden. Oie Zulassung und Weiterbeschästigung von Kassenärzten.

Berlin, 22. April. (WTB.) Der Reichsarbeits- nünifter hat Maßnahmen getroffen, um die Grund­sätze des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufs­beamtentums auch auf die Zulassung und die Weiterbeschäftigung von Kassen­ärzten anzuwenden. Die Verordnung schließt für die Zukunft nichtarische Aerzte von der Zulassung zur kassenärztlichen Tätigkeit aus. Auch Aerzte, die sich in kommunistischem Sinne betätigt haben, wer­den nicht mehr zugelassen. Nichtarische Aerzte, die bereits zugelassen sind, verlieren ihre Zulassung. Ausnahmen sind für solche nichtarischen Aerzte vorgesehen, die im Welt­kriege an der Front gekämpft haben oder als Aerzte an der Front oder in einem Seuchen­lazarett gewesen oder deren Väter oder Söhne im Weltkriege gefallen sind. Aerzte, die bereits am 1. A u g u st 1914 nie­dergelassen waren, behalten ihre Zulassung. Die Ausschaltung bereits zugelassener Aerzte erfolgt zunächst durch die kassenärztlichen Ver­einigungen, den betroffenen Aerzten steht jedoch die Beschwerde an den Reichs- a r b e i t s m i n i st e r zu, der endgültig entscheidet. Die Beschwerde wird bei dem Vorstand des Verban­des der Aerzte Deutschlands eingelegt, der sie unter Beifügung einer gutachtlichen Aeußerung an den Reichsarbeitsminister weiterzugeben hat.

Aus aller Wett.

Eröffnung der Deutschen Jagd-Ausstellung und der Deutschen Woche in Köln.

In der Kölner Messehalle fand die Eröffnung der deutschenIagdausstellung, die ver­bunden ist mit einer Schau »Deutscher Wald und deutsches Feld" und der Deutschen Woche statt, die unter dem Leitsatz strht: »Denkt deutsch kauft deutsch". Unter den Anwesenden sah man Abordnungen von SA., SS. und Stahlhelm. Ober­bürgermeister Dr. Riesen begrüßte die Erschie­nenen namens der Stadtverwaltung. Namens des Reichsjagdbundes hieß Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg die Anwesen­den herzlich willkommen. In Vertretung des Mi­nisterpräsidenten Göring wurden die Ausstellun­gen bann von Oberpräsibent Freiherr von L ü - n i n d mit einer Ansprache eröffnet. Die deut­sche Woche solle zeigen, wie die Begriffe natio­nalistisch und sozialistisch zur praktischen Tat wer­den können. Die erste und wichtigste soziale Pflicht sei der richtige Einkauf. Der Käufer sei der einzige und letzte Arbeitgeber. Er sei es, der im Grunde allein ein Arbeitsbeschaffungspro­gramm durchführen könne. Mehr als vier Fünftel aller Käufe in Deutschland würden von der Frau getätigt. Die Frauen hätten es im Grund in der Hand, ob die deutsche Wirtschaft in Elend und Arbeitslosigkeit weiter versinke, ober ob sie den Weg zum Aufstieg finde. Als Volk und Nation haben wir auch die heilige Pflicht, die großen Werte des Waldes zu schützen.

Wasserflugzeug mit sieben Passagieren im Millel- meer überfällig.

Aus Paris wird gemeldet, daß ein der Air- Union gehörendes Wasserflugzeug, das in Äotfu mit der Bestimmung nach Neapel-Marseille auf» gestiegen war, vermißt wird. An Bord befan­den such sieben Personen.

Zigeuner überfallen ein rumänisches Dorf.

der Gemeinde Cernatul bei Kronstadt kam ^en Zigeunern und Dorfbewohnern zu i ch en Kampf. Zahlreiche Zi° 4% Ungarische Goidrer griffen das Dorf geschlossen an, «A> Ungarische Siaat-rcz ihnen, in die meisten Häuser ew Beute beloben suchten sie

4% iü0rff(di®8uUanMh Dorfbewohner nahmen, verstärkt <% türtitor Bagdadbahn'panie Genbarmerie, die Der» 4%wSerien -.^banben auf die man endlich »% Rumäll. veretnh. Rente stellen vermochte. Die Zigeuner 4^%Rumän.oereink,.Rendrechte Wagenburg errichtet unb Feuerwaffen gegen die Be­

amten. Nach einem langen Gefecht gelang es, die Wagenburg im Sturm zu nehmen. Auf beiden Seiten gab es zahlreiche Verwundete. 40 Zigeuner wurden gefangengenommen und nach Kronstadt gebracht.

Kunst und Wissenschaft.

Schlageters Geschwister bei der Karlsruher Erstaufführung des Schlageter-Dramas.

Die Erstaufführung des SchauspielsSchla- geter von Hanns 2 o h st am Badischen Landes- theater in Karlsruhe erfuhr dadurch einen be­sonderen Charakter, daß die Geschwister Schla­geters auf Einladung der Badischen Regierung der Vorstellung beiwohnten. Vor Beginn des Dramas hielt der Kommissar Kraft eine An­sprache. in der er das Wesen Schlageters unb seine Bebeutung für die nationale Erhebung charakterisierte. Während das vollbesetzte Haus sich von den Sitzen erhoben hatte, wurde dem Andenken Schlageters eine stille Gedenkminute gewidmet, während deren das Lied vom guten Kameraden erklang. Die Aufführung selbst ge­staltete sich zu einer so tief ergreifenden Wieder­gabe der zurückliegenden Ereignisse, daß Schla­geters Schwester, Frau Riesterer, während

der letzten Szene, die den. Mahnruf des zum Tode Verurteilten an das erwachende Deutsch­land und seine Erschießung zeigt, zusammen­brach.

Preisausschreiben der Königsberger Oper.

Die Intendanz der Oper zu Königsberg, deren Leitung unlängst der Nationalsozialist Erich Fisch übernommen hat, veranstaltet ein P r e i s° ausschreiben für eine deutsche Volksoper und für eine deutsche Nationaloper. Die beiden besten Werke werden im Herbst dieses Jahres in Königsberg uraufgeführt.

Kongreß des Internationalen Hegel-Bundes.

In Gegenwart des Ilnterstaatssekretärs für Erziehung S o l m i, des deutschen Botschafters v. H o s s e I l, eines Vertreters der Gesandtschaft der Niederlande und mehrerer Mitglieder des He­gel-Bundes wurde der Kongreß des In­ternationalen Hegel-Bundes feier­lich eröffnet. Ansprachen hielten der Präsident des Bundes, Iraner, Senator ® e n t i I e als Präsident des Vorbereitenden Ausschusses für den Kongreß, und Anterstaatssekretär S o l m i. Alle Redner betonten die innigen Beziehungen zwischen dem Hegelschen Ideal unb den Trabitionen der italienischen Kultur.

EinebMdischeAeuWeEvangelischeMche

Präsident Kapier beruft einen lutherischen und einen reformierten Kirchenführer an seine Seite.

Berlin, 23. April. (CNB.) Bon maßgebender kirchlicher Seite ergeht folgende Mitteilung:Die Stunde gebietet, unverzüglich eine Reform der Verfassung des deutschen Protestan- t i s m u s einzuleiten. Das Ziel der Reform ist die hündische Deutsche Evangelische Kir­ch e, errichtet auf der Grundlage und unter voller Wahrung des Bekenntnisses. Aus lebenskräftigen Landeskirchen erwachsen,. soll sie alle Bollmachlen erhalten, deren sie zur Pflege des gesamten deut­schen evangelisch-kirchlichen Lebens und seiner Be­ziehung zu Bolk und Staat im In- und Auslande bedarf. Zu diesem Werk hat der Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchenbundes D. Dr. Kapler je einen führenden lutherischen und reformierten Theologen an feine Seite berufen, und zwar den Laudesbischof D. Mahrarens aus Hannover und den Stu­diendirektor Pastor D. heffe aus Elberfeld. Fer­ner werden hierfür als Berater sonstige durch ihr kirchliches Amt oder ihre Arbeit in der kirchlichen Bewegung ausgezeichnete Persönlichkeiten und be­sondere Sachverständige beigezogen werden. 3n Gemeinschaft mit ihnen wird alsbald eine neue B er f a f f u n g des deutschen Protestantismus ausgearbeitet."

Ein Staalslommiffar für die EoangelifcheKircheMülenburgs

Schwerin, 23. April. (TU.) Der mecklenburg- fchweriner Ministerpräsident Granzo hat zum Zwecke der Gleichschaltung des Kirchenregiments mit dem Regiment in Staat unb Reich, Herrn Walter Bohm aus Hamburg als Staatskommissar für die evange­lisch-lutherische Kirche von Mecklen­burg-Schwerin eingesetzt. Bohm hat in sei­ner Eigenschaft als Staatskommissar die gesehbin- benbe richterliche und ausführenbe Gewalt in ber

Landeskirche, besonders alleBesugnissebes Oberkirchenrates erhalten. Im Zusammen­hang mit dieser Ernennung wird auf einen Ar­tikel der »Nationalsozialistischen Zeitung Meck­lenburgs" verwiesen, indem es unter der lieber- schrift »Bauern erobert die Kirche" hieß: Es be­steht die Gefahr, daß die Reaktion sich im Kirchenregiment festseht, genau so wie das Kirchenregiment bisher mit den von uns nie­dergeschlagenen Regierungen der Liberalen und der Gottlosen paktiert hat. Bauern über­nehmt selb st das Kirchenregiment unb alle kirchenregimentlichen Funktionen, bis hinab in die Gemeinde und bann bestellt künftig nur solche Männer zu Dienern am Worte Got­tes, die erprobt sind durch ein hartes Leben und durch harten Kamps, die be­fähigt sind als geistige Führer zu wirken unb bie der Gemeinde und der Kirche dienen wol­len, nicht aber in der Kirche herrschen.

Protest des Oberkirchenrats und des Evangelischen Bundes.

Berlin, 23. April. (TU.) Der mecklen­burgische Oberkirchenrat hat art den Reichs­präsidenten, an den Reichskanzler und den Reichs­innenminister ein Telegramm gesandt, in dem es u. a. heißt: Der Oberkirchenrat legt unter Beru­fung auf bie Zusicherung des Herrn Reichskanz­lers, bie Rechte und Selbständigkeit der Kirchen achten zu wollen und unter Be­rufung auf Artikel 137 der Reichsverfassung gegen die getroffenen Maßnahmen Verwahrung ein und bittet um Schuh. Auch der Deutsche Evangelische Kirchenbund, die Gesamt­vertretung sämtlicher deutscher evangelischer Lan­deskirchen hat unter Berufung auf die feierliche Erklärung des Reichslanzlers über die verfas­sungsrechtliche Freiheit ber Kirchen bei den mah- gebenben Reichsinstanzen entschiedene Ver­wahrung eingelegt und sofortige Abhilfe gefordert.

Aus Oer provinzialhaupistadi.

Blumen an den Zenstern und auf dem Balkon.

Anfang Mai ist die Zeit, in der man daran denken muh, die Fenster, Treppenaufgänge und Balkone zu schmücken. Die Blumenkästen müssen genau nachgesehen, Risse mit Wetallstreifen ge­dichtet werden. Dann wird mit guter Oelfarbe gestrichen. Besonders achte man darauf, daß die Wasserabzugslöcher nicht verstopft sind. Sie müs­sen mit Tonscherben überdeckt werden. Sehr gut ist es, wenn man als unterste Schicht also unter die Erde Torfmull einbringt Diese Schicht saugt bas überflüssige Gießwasser auf unb gibt es später nach und nach wieder an die Erde unb weiter an bie Wurzeln ab.

Daß die Erde, die wir einsüllen, recht kräftig und nährstoffreich fein muh, versteht sich von selbst, denn bie Blumen stehen doch ziemlich dicht, unb halb wirb die Erde von Wurzeln durch­zogen sein. Man wähle gute Komposterde. Wenn man sie nicht hat, hilft der Gärtner aus. Sind die Holz» oder Zementiästen sehr weit, dann ist auch zu überlegen, ob man nicht bie ganzen Blumentöpfe einstellen soll. Die Zwischenräume müssen natürlich mit Moos ober Torfmull aus- gefüllt werden, besonders bei solchen Blumen, die an der Südseite des Hauses stehen. Man hat ja schon öfter erfahren, daß Holz kästen, die mit Oelfarbe gestrichen wurden, nach kurzer Zeit durchsaulten, wenigstens ber Boden, Das wird vermieden, weim man bie Topfe einstellt. Unter jeden Blumentopf gehört natürlich ein Unter* sah.

An heißen Tagen gießt man zweimal, morgens und abends, aber nicht nur oberflächlich, son­dern durchdringend. Vom Juli ab kann von Zeit zu Zeit leicht gedüngt werden. In jedem Samen- geschäft erhält man Blumenvolldünger, den man nach Vorschrift auflöst und dann mit dem Gieh» wasser gibt. Niemals darf man mit dem kalten Wasser aus der ßeitung gießen, niemals auch in der grellen Mittagshitze. Das Wasser muh abgestanden, unter Umständen leicht angewärmt sein, sonst erkälten sich bie Pflanzen und ster­ben ab.

Balkone und Fenster an der Nordseite der Häu­ser brauchen keineswegs ohne Blumenschmuck zu sein. Es gibt eine ganze Anzahl von Pflanzen, bie hier gedeihen. Immergrün, Aspidistra, Tra* descantia, Asparagus, Kapuzinerkresse u. v. a. fin­den hier 1>en rechten Platz. Für halbschattige Fen­ster eignen sich besonders gut die Fuchsien. Da gibt es ja eine große Zahl, hängende und auf­rechte. Auch Hortensien und Knollenbegonien lie­ben Halbschatten.

Der beste Platz freilich für blühende Pflanzen ist die Südseite. Alle Arten Geranien, Hänge*

netten, Heliotrop, Petunien, Lobelien usw. gedei­hen hier am fajonften. Die eigentlichen Massen- blüher sind und bleiben immer noch die Geranien. Mit Kapuzinerkresse hat man auf der Südseite stets Mißerfolge. Sie bekamen regelmäßig gelbe Blätter und lassen mit dem Blühen nach. Deshalb stelle man diese schonen, leuchtenden Blumen ent­weder auf die Nord-, Nordwest, oder Nordostseite. Wer gern größere Flächen begrünen will, der wähle die bunten Winden oder die wohlriechen­den Wicken. Man muh nur dünne Drähte ziehen, damit sich diese Pflanzen in die Höhe ranken können. Mit etwas Liebe unb Sorgfalt können so alle die, die keinen Garten haben, ihre Ve­randa und ihre Fenster ausschmücken und ihre sommerliche Freude an den Blumen haben.

H.

Tagung des AG.-Aerziebundes Oberheffen-Nord.

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se. Die Rassenmischung mit außereuropäischen sen bildet eine große Gefährdung des Volks-

Der NS. -Aerztebund Oberhessen- N o r d hielt am gestrigen Sonntag in Gießen eine Tagung ab.

Im überfüllten Saale des Hotel Viktoria sprach zunächst der Bez.-Obmann Pg. Dr. Kranz über das ThemaRassenmischung und Misch­ehe". Nach einer kurzen Einleitung über die Ent­stehung der Rassen wurde über bie rassische Zu­sammensetzung des deutschen Volkes berichtet. Bei der Behandlung des Wertes der einzelnen Rassen Europas wurde gezeigt, daß der Rassenwert nur ge­messen werden kann an der Gesittung und Kultur des einzelnen Volkes und an den Aufgaben, die die em Volke unb feiner Kultur gestellt sind. Durch Mi chung wesensfremder und gegensätzlicher Rassen ent teht nie ein konstanter Mischtyp, nie eine neue

wertes und ist verhängnisvoll, weil sie sich beim Menschen im Gegensatz zu den willkürlichen Kreu­zungen bei Tieren praktisich kaum korrigieren läßt. Besonders wurde betont, daß es erwünschte und unerwünschte Rassenmischungen gibt. Zu den letzteren gehören die Mischehen zwischen Deutschen unb Juben, insbesonbere den Ostiuden, die haupt­sächlich vorderasiatisches Blut führen und in der Krieas- und Nachkriegszeit zu Zehntausenden über bie Ostgrenze nach Deutschland eingewanbert sinb. Es gab in Deutschlanb 1920 etwa 15 Prozent Mische Mischehen, 1925 waren es bereits etwa 24 Prozent unb zuletzt sogar etwa 50 Prozent. Durch berartiae Mischehen, bie außerdem noch bislang vor- wiegend in den sog. führenden Schichten einge­gangen wurden, ist die Gefahr ber Veränderung der Wesensart des deutschen Volkes mit der Zeit eine besonders große geworden. Durch eine Jahr­tausende lange Auslese sind bie Erbanlagen jeber einzelnen Rasse aneinander angepaßt und bilden ein

harmonisches Ganzes. Abgesehen von ber verhäng- nisvollen sozialen Gesamtwirkung burdj Mischehen wird durch Hinzukommen andersartiger Erbanlagen bie Harmonie der inneren Anlagen vernichtet und die Mischlinge werden innerlich zerrissene Menschen. Die Forderung, fremdrassige Einschläge unb Ein­flüsse in jeber Form und in jeder Konzentration aus- zumerzen, ist eine selbstverständliche unb bie Pflicht bes völkischen Staates. Die Staatsführung, bie eine von rassenhygienischen Gesichtspunkten aus geführte Politik auf lange Sicht treibt, wirb baher zur Er- hallung ber Rasienreinheit unb ber Wesensart bes deutschen Volkes die Mischehen mit allen außer­europäischen Rassen prinzipiell verbieten müssen. Nur so erhalten wir die Gewähr, daß während ber nächsten Jahrhunderte in Deutschland innerlich har­monische und freie deutsche Menschen wohnen, unb baß Deutschland seine Sendung in der Well erfüllt. Der Vortragende schloß mit der Aufforderung, den Führer des erwachten Deutschland unb seine auf ben Erkenntnissen der Rassenkunde und Rassenhygiene ruhende gigantische Aufgabe selbstws, ein jeder an feinem Platze, zu unterstützen unb mitzuhelfen am Aufbau einer die Jahrhunderte überdauernden, gro­ßen deutschen Nation.

Den zweiten Vortrag hielt Pg. Professor Schultze überD i e Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten". Er behandelte die zu dem Problem gehörenden Teilgebiete, wie Prostitution, Ehe, Wohnungselend, Alkoholmih- brauch, Schmuhlitteratur usw. Vortragender for­derte u. a. Eingliederung der Geschlechtskrank­heiten unter die Seuchengesehgebung, Melde­pflicht aller Geschlechtskranken, Behandlungs- zwang, Strafverfolgung von rückfälligen Ge­schlechtskranken, wenn sie neue Infektionen setzen. Verlöt der Straßertprostitution, Schließung aller Detr.E, die aus ber sexuellen Betätigung ein Geschäft machen, Förderung der Frühehe usw. Alle Berufe, bie in der ErhÄtung und Besserung der Rasse und Vottsgesundheit ihre Aufgabe sehen, haben die Pflicht, bei der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten mitzuhelfen.

Den Abschluß der Tagung bildete ein drei­faches Sieg-Heil auf den Führer des neuen Deutschland.

Auflösung und Neuwahl der Aotarkammer.

Das Hessische Gesamtministerium hat auf Grund des vorläufigen Gesetzes zur Gleichschaltung ber ßänber mit bem Reich vorn 31. März 1933 das fol­gende Gesetz beschlossen, bas in ber amtlichenDarm- stäbter Zeitung" vom Samstag verkündet wurde.

§ 1.

Die Notarkammer wirb mit sofortiger Wir­kung aufgelöst.

§ 2.

Der Iustizminister wird ermächtigt, bie zur 91 e u wähl der Notarkammer erforderlichen Anordnun­gen zu treffen und bie zwischenzeilliche Wahrneh­mung ber Kammergeschäfte zu regeln. Er kann hier­bei von ben Vorschriften des Gesetzes, bas Notariat betreffenb, abweichen, auch die Wahldauer und die Erneuerung der neugebildeten Notarkammer anders regeln.

§ 3.

An Stelle ber für bie Jahre 1933, 1934 unb 1935 ernannten Mitglieber unb stelloertretenben Mitglie­der ber Difziplinarkammern unb bes Disziplinarhofs für Notare können für bie genannte Zeit neue Mit­glieder unb Stellvertreter berufen werden.

§ 4.

Dieses Gesetz tritt mit ber Verkünbigung tn ber Darmstäbter Zeitung" in Kraft.

Das Kahenwürgen in Hessen verboten.

Das hessische Gesamtministerium hat durch Ge­setz vom 21. April die Verwendung von lebenden Katzen bei Hundeprüfungen verboten. Der maß­gebende § 1 besagt: »Bei Prüfung von Hunden auf Raubwildfchärse dürfen lebende Tiere, ins­besondere Katzen, Dachse und Füchse, nicht als Versuchstiere verwendet werden. Das Verbot um­faßt auch die Fälle, in denen die Versuchstiere durch Drahtgitter oder in anderer Weife geschützt sind, und das bloße Verbellenlassen."

Bornotizcn.

Tageskalender für Montag. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Ja, treu ist die Soldaten- liebe".

** Kommunistischen Elternbeiräten bie Ausübung ihrer Befugnisse unter­sagt. Der hessische Minister für Kultus unb Bil° dungswefen hat an bie Direktionen unb Leiter ber höheren Lehranstalten unb bie Kreis- unb Stabt- fchulämter folgenbe Verfügung erlassen: Auf Grund ber Verordnung bes Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 ordne ich an, daß ben Elternratsmitgliedern, die der kom­munistischen Partei oder verwandten Vereinigungen angehören, die Ausübung ihrer Befugnisse bis auf weiteres untersagt wird.

** D i e F e 11 ft e u e r. Im Reichsgesetzblatt vom 21. April 1933 ist im Rahmen des Fettprogramms der Reichsregierung bie Verordnung über die Er­hebung einer Ausgleichsabgabe auf Fette sowie eine Nachsteueroerordnung veröffentlicht worden. Die Fettsteuer tritt am 1. Mai 1933 in Kraft. Die Steuer beträgt 0,50 RM. für 1 Kilogramm unb wirb bei bem Hersteller ber Fette erhoben.

** Erhöhter Tierschutz. Das vom Reichs­ministerium bes Innern vorbereitete Gesetz über bas Schlachten von Tieren, das bas betäubungslose Schlachten aller warmblütigen Tiere verbietet, ist nunmehr im Reichsgesetzblatt zur Veröffentlichung gelangt. Gleichzeitig hiermit sinb die in bem Gesetz vorgesehenen Aussührungsbestimmurtgen aus ber Verorbnung bes Reichsministeriums bes Innern ab- gebruckt.

** Gin tragischer UnglücksfaU ereignete sich am Samstagnachmittag auf bem Universitäts- Sportplatz. Dort übten sich Mitglieber des Turnver­eins von 1846 im Hammerwerfen. Einer ber Turner hatte babei eben ben etwa 10 Pfund schweren Hammer im Wurf aus ber Hand geschleubert, als im gleichen Augenblick zwei Mäbchen ber Schüle- rinnenabteilung bes Vereins unversehens in die Flugbahn des Hammers hineinliefen. Auf Zurufe bückte sich eines ber Kinber noch rechtzeitig, so daß es der Gefahr entging, dagegen hatte bie aobere Schülerin, ein zwölf Jahre alles Mäbchen, bie Zu­rufe wohl nicht verstanben, ober es war durch bie Sonne geblenbet, so daß es aufrecht stehenblieb unb dadurch von dem schweren Hammer furchtbar am Kopfe getroffen wurde. Das bedauernswerte Kind stürzte bewußtlos zu Boden unb starb bald barauf bei ber schleunigen Einlieferung in bie Chirurgische Klinik, ohne bas Bewußtsein roieber erlangt zu haben. Der beklagenswerte Unglücksfall, ber in einem unglückseligen Zufall seine Ursache hat, löste auf bem Sportplatz natürlich allgemeines Bebauern aus.