Ausgabe 
24.4.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 95 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Montag, 24.ApriI 1933

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Chefredakteur

Dr. Friedr. Wilh. Gange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. WUH. Gange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein unbfürbenUn* zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in (Biegen.

Randnoten.

Der Reichspressechef der NSDAP. Dr. Dietrich hat in seiner Rede vor dem Reichsverband der deutschen Presse, die auch über die Sender des Deutschen Rundfunks verbreitet wurde, mit vollem Recht Einstellung und Verhalten einer gewissen Presse scharf gegeißelt, die als höriges Organ ano­nymer Kapitalmachte auf die politische Willensdll- düng des deutschen Polles Jahrzehnte hindurch einen unheilvollen Einfluß ausgeübt hat und gerade dank der geschickten Tarnung ihrer Hintermänner das Er­wachen des nationalen Deutschlands allerdings in schwerster Weise gehemmt hat. Neben dieser, vor ollem mit dem Begriff der modernen Großstadt un­trennbar verfilzten Boulevard-Presse gab es immer und gibt es auch heute noch in Deutschland Gott fei Dank eine große Zahl deutscher Zeitungen, die der Größe der ihnen gestellten Aufgabe bewußt mit Ernst und Verantwortungsgefühl zum nationalen Erziehurmswerk des deutschen Volles ihr Bestes bei­trugen. so, wie derGießener Anzeiger" seit bald zwei Jahrhunderten mit allen Fasern im Boden der Heimat wurzelt und mehr als hundert Jahre hindurch als reines Familienunternehmen, gebun­den an eine ftarle Tradition, aber frei von allen fremden ober gar anonymen Einflüssen, in ver­trauensvoller Zusammenarbeit zwischen Verlag und Redaktion geleitet worden ist, breitet sich ein Netz ähnlicher, politisch wie wirtschaftlich unabhängiger Zeitungen über das ganze Reich aus, deren Ver­leger von jeher -ihren Stolz darein gefetzt haben, die Verantwortung für die nationale und kulturelle Sendung ihrer Blätter wirtschaftlichen Vorteilen und Rücksichten unbedingt voranzustellen.

Um diese deutsche Presse, die nichts ^u schaf­fen hat mit der von Dr. Dietrich in ferner be­merkenswerten Rede apostrophierten, hat uns die ganze Welt beneidet, und dieser deutschen Presse hat kein Geringerer als Reichsminister Goebbels bescheinigt, daß sie auch in 3ahren schweren wirtschaftlichen Ringens unter dem Druck eines ihrer Grundhaltung entgegen­stehenden politischen Kurses ihre Pflicht getan hat. Diesem bestem Sinne nationale Presse der deut­schen Provinz, deren unablässiges verantwor­tungsbewußtes Wirken das hohe Bildungsniveau unseres Volkes zum nicht geringen Teil mit schaf­fen half, hat dank des engen Dertrauensverhält- nisses. das sie seit vielen Jahrzehnten mit ihren L.sern verbindet, trotz widrigster Gegenströmun­gen für das Erwachen der Ration den Boden be­reiten Hilfen. Das darf heute nicht verkannt wer­den und die deutsche Presse, soweit sie in diesen, Kampf ihren Mann gestanden hat, ist es ihrer Selbstachtung schuldig, um Beachtung des scharfen Trennungsstriches zu bitten, der sie von den Zei­tungen scheidet, die ihr Amt als Mittler der öffentlichen Meinung verkannt und mißbraucht haben.

Der Mann, der am 4. April mit dem Borfitz der neugebildetenReichsführergemein­schaft des deutschen Bauernstandes" betraut worden ist, Diplomlandwirt und Diplom- kolonialwirt R. Walther Darrs, steht seit Mitte des 3ahres 1930 an der Spitze des von ihm im Auftrage Adolf Hitlers ins Leben ge­rufenen agrarpolitischen Apparates der RSDAP. Mit eiserner Willenskraft und einem hervor­ragenden organisatorischen Geschick begabt, hat Darre den Kampf um die weltanschauliche Er­neuerung und Einigung des deutschen Landvolks geführt. Der von ihm vertretene Gedanke des Staates aus Blut und Boden" ist heute auf dem Wege, Allgemeingut Deutsch­lands zu werden. 3n Darre hat Adolf Hitler den Mann gefunden, der befähigt war, die Einigung der deutschen Bauern in Rord und Süd, in Ost und West auf weltanschau­licher Grundlage zustandezubringen. Die Tatsache, daß Reichskanzler Adolf Hitler die Schirmherr­schaft dieser neuen Reichsbauernorganisation übernommen hat, bringt am besten die geschicht­liche Bedeutung der von Darrs geleisteten Ar­beit zum Ausdruck.

R. Walther Darrs, der im 36. Lebensjahre steht, entstammt einer Emigrantenfamilie, die bereits seit 250 Jahren in Preußen ansässig ist. Er selbst ist geborener Auslandsdeutscher. Seine Wiege stand in Argentinien. Seine akademischen Grade erwarb Darre in Deutschland auf der Universität Halle a. d. Saale und auf der be­kannten Kolonialschule Wihenhausen a. d. Werra. Den Feldzug von 1914 bis 1918 machte er zu­nächst als Kriegsfreiwilliger, später als Reserve­offizier des Feldartillerie-Regiments von Scharn­horst (1. Hannoversches Rr. 10) an der West­front mit.

Die landwirtschaftliche Praxis führte Darrs nach Hessen, Oberbayern und Oldenburg. Rach seiner Studienzeit war er zunächst beim Ost- preußischen Stutbuch für Warmblut-Trakehner­abstammung tätig und kam dann in den deut­schen Auslandsdienst. 3m 3ahre 1927 entsandte ihn das Reichsernährungsministerium zur fin­nischen Landestierzuchtausstellung in Lahtis (Finnland) und anschließend zum Studium der noch sehr urtümlichen Bauernverhältnisse nach Ostfinnland (Karelien). 1928 29 wurde Darre zum landwirtschaftlichen Sachverständigen für die deutschen Gesandtschaften im Baltikum (Kowno, Riga, Reval) alsBeauftragter der Ostpreußi- schen Landwirtschaftskammer" ernannt Diese Stelle wurde 1929 infolge entgegenstehender Be­stimmungen des Dersailler Diktats wieder auf­gehoben. Darre wurde eine Assistentenstelle bei der Reichsforschungsstelle für landwirtschaftliches Marktwesen in Berlin oder ein zweijähriger

Oie presse im Dienst nationaler Politik und Kultur.

Berlin, 23. April. (SH.) Auf einer beson­ders aus Kreisen der Presse stark besuchten, vom Landesverband Berlin im Reichsverband der Deutschen Presse gemeinsam mit dem Kampfbund für deutsche Kultur am Sonntagmittag im Preußi­schen Landtag veranstalteten Kundgebung sprach zunächst

der Reichöpreffechef der NSDAP. Dr. Dietrich

über das Thema: .Die deutsche Presse als Waffe deutscher Politik." Er wies einleitend auf die von Reichskanzler Hitler und vom Reichspropaganda­minister Dr. Goebbels vor der Presse gemachten Erklärungen hin, wonach die Regierung d i e Freiheit der Presse achten und ihr wei­testen Raum gewähren werde, wenn die Presse ihrerseits bereit sei, dem Staate zu geben, was des Staates sei. Wir deutschen 3our- naliften, so führte Dr. Dietrich weiter aus, emp­finden es dankbar und mit Genugtuung, daß die Regierung der nationalen Revolution die große Bedeutung der Presse und ihre Macht nicht nur anerkennt, sondern auch ihre Mitarbeit an dem großen Wiederausbauwerk der Ration s o hoch einschäht. Wir wollen uns der Ehre, in vorderster Front des Lebenskampfes der Ra­tion stehen zu dürfen, würdig erweisen und die deutsche Presse in Zukunft zu einer scharf geschlif­fenen Waffe deutscher Politik und damit des deut­schen Bolles werden lassen.

Wenn man die Zukunftsaufgabe der Presse im neuen Deutschland umreihen will, dann kann man es nicht tun, ohne die Lehre zu ziehen, aus den Erfahrungen der Vergangenheit, die uns zeigen, wie es niemals mehr sein soll und werden darf. ES ist nicht so, dah das Wirken der Presse als Ganzes in Deutschland in den letzten 14 3obren immer schon vom heutigen na­tionalen Geiste erfüllt war und dah dieses Wirken heute vor dem Urteil der Ration gerecht­fertigt wäre und bestehen könne. Das deutsche Zeitungsverlagswesen im liberalistisch- marxistischen Zeitalter war überwiegend beherrscht von materiellen 3nteteffen.

Die Gerechtigkeit erfordert es, den journalistischen Berufsstand mit der Verantwortung für diese Ver­hältnisse nicht zu belasten. Im Zeitalter des Natio­nalsozialismus darf in der deutschen Presse die Rücksicht auf das rein finanzielle Moment nicht mehr schwerer wiegen als der schöpferische Geist, der die Zeitung geschaffen hat und sie trägt. Wir sind überzeugt, daß die Regierung der nationalen Revolution, ebenso wie sie den deutschen Journalis­mus von den das europäische Volkstum bewußt zersetzenden Elementen säubert, dafür Sorge tragen wird, daß d i e geistige Freiheit und Un­abhängigkeit des deutschen Redak­teurs aus der Klammer kapitalistischer Inter­essen und oerlegerischer Interessengruppen wieder­hergestellt und für die Zukunft gesichert wird. Der deutsche Redakteur, dem die große und hehre Auf­gabe nationaler Volkserziehung zufällt wie kaum einer anderen Berussgruppe, soll in Zukunft in seiner redaktionellen, geistigen Tätigkeit frei und nur noch seinem deutschen Gewissen und seinem Volke verantwortlich sein.

Wenn der Makel der Vergangenheit von un­serem Berufsstand genommen werden soll, so ist es notwendig, dah wir uns von solchen journalistischen Zeitgenossen frei­machen, die ihrer Art und ihrem völkischen Empfinden nach in einer anderen Welt leben als der unfrigen. Deutsche Politik und deutsche Kultur kann nur von Deutschen öffentlich in der Presse vertreten werden! (Lebhafter Bei­fall und Händeklatschen.) Wir haben den Wunsch und den Willen, nunmehr Vergangenes ruhenzu lassen und allen deutschen Volks­genossen, die mithelsen wollen am Aufbauwerk,

d i e Hand zur Versöhnung zu reichen. Denn das große Werk der Versöhnung, das unser Führer Adolf Hitler im deutschen Volke eingeleitet hat, darf vor der deutschen Presse nicht halt machen.

Allerdings bedarf cs zu der großen Aufgabe, die der Presse im neuen Deutschland gestellt ist, statt müder Resignation eines neuen zukunfts-

bejahenden idealistischen Schwunges im deutschen Journalismus. Die Geschichte der na­tionalsozialistischen Bewegung muß auch dem deut­schen Journalismus Vorbild seines Kampfes für ein großes Ziel fein. Es gilt die ganze deutsche Presse mit dem gleichen Willen zu beseelen, durch den die nationalsozialistische Be­wegung den Sieg errungen hat.

M eine neue Verbindung von Volk und fiunfl.

Oer Landesführer

des Kampfbundes für deutsche Kultur, Staatskommistar Hinkel

stellte als wichtigste Aufgabe der deutschen Presse die Notwendigkeit heraus, den durch oolksfremde Elemente systematisch zerstörten art - und blut- verbundenen Instinkt des deutschen Volkes für deutsches geistiges Schaf- f e n wieder wach zu rufen. Gerade auf dem Gebiet der deutschen Kultur feien in den letzten 14 Jahren unermeßliche Werte vernichtet worden, deren Wie- deraufbau die Arbeit nicht nur oon Jahren, son­dern wahrscheinlich von Jahrzehnten in Anspruch nehmen werde. Leider war im weitaus größten Teil der deutschen Presse volksfremdes Wesen ton­angebend und konnte ungestört sein Zersetzungs­unwesen treiben.

Demgegenüber muß die deutsche Presie im neuen Staat ihre Hauptaufgabe darin sehen, die leben­dige Verbindung zwischen dem deut- schen Volk und der deutschen Kunst wie- dcrherzustellen als dem festen Grund, auf dem allein sich der Neuaufbau der deutschen Kullur ermöglichen läßt. Wir sind der Ueberzeugung, daß auch der Neuaufbau des deutschen Theaters sich nur durchführen läßt, wenn die Kunst in Deutschland wieder D o l k s k u n st ist. Daran muß die deutsche Presse im Sinne der Blutart und Wesensgemein­schaft wieder lebendigsten Anteil nehmen. Daraus

ergibt sich, daß insbesondere die kulturpollischen Journalisten Menschen unserer Art und unseres Blutes fein müssen. Wir lehnen es im Kampfbund für deutsche Kultur konsequent ab, daß irgendein Asiate, der mit uns Deutschen nicht fühlen kann, über Richard Wagner, Schiller ober auch etwa über Schlageler" von Hanns Iohft urteilen darf.

Der deutsche Journalist muß sich einsetzen für die lebendigen und ewigen Traditionen des deutschen Dolles, für den Schutz des uns überlieferten völ- lifchen Kulturgutes. Die deutsche Presse muß daran gehen, ein Ziel zu erreichen, das die Voraussetzung für den Wiederaufbau deutscher Äulturpolitil ist: Die Reinigung des geistigen Kultur­in st inkts aller deutschen Menschen. Heber allem sollen die in unserem Blut, unserem Boden und unserer Geschichte begründeten deuischen Eharakterwerte leuchten und die deutschen Eha- raiterwerte fordert der Kampfbund für deutsche Kultur auch von der deutschen Presse.

*

Der Vorsitzende des Landesverbandes Berlin im Reichsverband der Deutschen Presse, Hauptmann a. D. Weiß, danlte den Rednern für ihre van der Versammlung mit ftarlem Beifall aufgenommenen Ausführungen und gelobte namens der Presse, die ihr gestellten Aufgaben im Sinne und ©elfte Adolf Hitlers erfüllen zu wollen. Er brachte bann auf Hitler ein begeistert aufgenommenes brei- faires Steg-Heil aus. Die Sunbgebung fanb mit dem Gesang des Deutschlandliedes ihr Ende.

Handelskrieg zwischen Rußland und England.

M o s 1 a u, 22. April. Auf Veranlassung des Rates der Vollslommissare der Sow­jetunion wurde gestern abend eine V e r o r b nuny erlassen, die praktisch den gesamten britischen Handel mit Rußland lahm­legt. Die Bestimmungen sind folgende:

1. Die Regierung der Sowjetunion verbietet sämtlichen rusfischen staatlichen Organisationen, in England ober in ben englischen Kolonien Bestellungen für die Sowjetregierung zu tätigen.

2. Die Regierung der Sowjetunion verbie­tet die Charterung von Damp­fern, die unter englischer Flagge fahren.

3. Die Regierung der Sowjetunion erläßt eine besondere Verordnung über den Durch­gangsverkehr der englischen wa­ren über Rußland.

4. Die Gesellschaft Arcos und die russische Han­delsvertretung st eiten vorläufig ihre Tätigkeit ein.

5. Diese Verordnung bleibt solange in Kraft, bis die englische Regierung das Einsuhrverbot für russische Wa­ten aufhebt.

Außerdem hat die Regierung der Sowjetunion verfügt, daß alle Dampfer unter engli­

scher Flagge, die russische Häfen anlaufen, doppelte Hafengebühr zahlen müssen. Außerdem behält sich die Regierung der Sowjet­union weitere Maßnahmen gegen die britische Re­gierung vor, die durch ihre Maßnahmen die russi­sche Einfuhr nach England aus das schwerste ge­schädigt habe.

Mit dieser Maßnahme istderBruchderHan- d e l s b e z i e h u n g e n zwischen Rußland und England vollzogen. Die sowjetrussische Re­gierung hat den Leiter der russischen Handelsver­tretung in London, D f e r f 1 i, angewiesen, sosort zur Berichterstattung nach Moskau zu kommen. Die Londoner russische Handelsvertretung wird außerdem ihr Personal abbauen. Es bleioen nur einige Leute, die das russische Staatseigentum be­wachen sollen. Auch bei der Gesellschaft Arcos wer­den Angestellte entlassen.

Oie BickerS-Ingenieme in London.

London, 23. April. (TU.) Die drei aus Ruß­land ausgewiesenen englischen In­genieure und der freigesprochene G r e g o r n trafen am Sonntagmorgen in London ein. Eine nach tausenden zählende Menge bereitete ihnen auf dem Bahnhof Liverpool -Street einen begeisterten Empfang. Sie wurden mit Blumen überschüttet und als sie in das Licht der eigens aufgestellten Scheinwerfer traten, fang die Menge spontan die englische Nationalhymne.

Auftrag Im tropischen Südamerika (Ecuador) angeboten. Da er inzwischen zuverlässig erfahren hatte, daß man hinter seine politische Gesinnung gekommen war, schlug er diese Angebote, die ihn nur auf ein totes Geleis schieben sollten, aus und beschloß, sich ganz dem aktiven Kampf um die Errettung des deutschen Bauerntums zu widmen. 3n diesen 3ahren entstand auch das grundlegende Werk DarresDas Bauerntum als Lebensquell der Rordischen Rasse", dem bald darauf das Buch »Reuadel aus Blut und Boden" folgte. Außerdem veröffentlichte Darre die grundsätzlichen Abhandlungen:Stellung und Aufgaben des Landstandes in einem nach lebens­gesetzlichen Gesichtspunkten aufgebauten deutschen Staate" undZur Wiedergeburt des Bauern­tums".

3m Sommer 1930 wurde Darre von Adolf Hitler mit der Leitung der neugegründeten A g r a r p ol i t i sch e n Abteilung beider Reichsleitung der RSDAP. betraut, aus welcher zu Beginn dieses 3ahres das selbstän- dige, dem Führer unmittelbar unterstellteAmt für Agrarpolitik" hervorgegangen ist. Während seiner Tätigkeit als Leiter der Bau- ernpolitik Adolf Hitlers veröffentlichte Darre Landvolk in Rot und seine Rettung durch Adolf Hitler" und die SchriftDamaschke und der Marxismus". Außerdem ist Darre Hauptschrift­leiter des parteiamtlichen OrgansRational­sozialistische Landpost", Wochenblatt für das deutsche Landvolk und Herausgeber der Zeit­schriftDeutsche Agrarpolitik". Monatsschrift für das deutsche Bauerntum.

Oie ersten Besprechungen in Washington

Roosevelt fordert für alle Staaten Herabsetzung der Golddeckung

Washington, 23. April. (WTV.) lieber die ersten Besprechungen zwischen Zfiacbonalb und Roosevelt, an der auch amerikanische und eng­lische Sachverständige leilnahmen, wird ein gemein­sames Lommuniqus veröffentlicht, in dem es heißt: Die Hauptprobleme der Weltwirtfchafts- konferenz wurden eingehend besprochen; man beschloß, das Studium dieser Probleme in erster Linie den Sachverständigen zu überlassen. Die Frage der Kriegsschulden wurde bei den Besprechungen zwar auch erwähnt, doch legte Roose­velt den Hauptakzent aus die inter­nationale währungsfituation. Er be­tonte dabei nachdrücklich, dah eine generelle Herabsetzung der Golddeckung für alle Währungen die Emission neuer Banknoten ermögliche und damit auch eine entsprechende Aufwärtsbewegung der Warenpreise herbeiführen könne. Der Sonn­tag war einer gründlichen Prüfung der Arbeit der Genfer Abrüstungskonferenz gewid­met. Der Präsident und der Premierminister sind der Meinung, daß die Ergebnisse der Besprechun­gen des heutigen Tages die Aussichten auf Erfolg

sowohl der Abrüstungs- wie der Weltwirtschafts- konferen; beträchtlich fördern."

Auch Hernot in Amerika.

Reuyork, 23. April. (WTD.) Herriot, der Frankreich bei den wirtschaftlichen Besprechungen mit Präsident Roosevelt vertritt, ist heute an Bord der3le de France" in den Bereinigten Staaten eingetroffen. Rach dem offiziellen Empfang in 3erseh City trat er in einem Sonder- zug die Weiterreise nach Washington an. 3n einer Unterredung mit Sauerwein erklärte Her­riot u. a., dah sein ursprüngliches Ar­beitsprogramm durch die Aufgabe des Goldstandards in Amerika eine grund­legende Aenderung erfahren habe. Tech­nisch sei eine vollkommen neue Lage ge- schaffen. Wenn er sich auch kein Urteil dar­über erlaube, was Roosevelt zu dieser Maßnahme veranlaßt haben könnte, so stelle er doch fest, dah man wieder von vorn anfangen müsse. Das einzige, was unverändert gebli-^ sei, sei sein guter Wille.

Um die Leitung des pr

Landwirtschastsminis

Berlin, 22. April. (TU.)

De chslcn bundes, H e i n b e r g TjPlltlt hischcn Pressedienst der gung der Leitung des gegenwc wirtschastsminister Dr- Hua e»jL I ten Preußischen Landwirtschaft^ö einen Dationalsoziali st '