initiative unter Anerkennung des privaten Eigentums. (Lebhafter Beifall rechts und in der Mitte.) Aber jroifdjcn dec produktiven Initiative mb der produktiven Arbeit muh ein gerechter Ausgleich hergeftellt werden. Die öffentliche Verwaltung soll das Ergebnis der Arbeit durch Sparsamkeit respektieren. (Sehr richtig! rechts.) Die unausbleibliche Reform unseres Steuerwesens muh vor allem zur Verein- fachung und zur Verbilligung der Verwaltung führen. Grund cihtich soll die Mühle an den Strom gebaut werden und nicht an die Quelle. (Sehr richtig! rechts.) Die Verminderung der öffentlichen Lasten gehört zu den Fragen, die in einer nach den Erfordernissen zu bemefsenden Zeit gelöst werden. Die Regierung wird gründ ühlich Währungsexperimente vermeiden.
Zwei Wirtschaftsaufgaben erster Ordnung stehen voran' Die Rettung b c £ deutschen Bauern musz unter allen Umständen durchgc- sührt werden. (Stürmischer Beifall., 'Die Gesunderhaltung der Rentabilität der Landwirtschaft ist zugleich die erste Voraussetzung für das Blühen der deutschen Industrie, des deutschen Binnenhandels und des deutschen Exports. Ohne düs Gegengewicht des deutschen Bauerntums h'itie der Wahnsinn des Kommunismus heute schon Deutschland üb'trannt und damit die^Gesamtwirtschast vernichtet. (Sehr richtig! rechts und in der Mitte.) Deshalb gehört Ny. weitere Besiedlung des deutl^' Bodens auch mit zu den höchsten der nationalen Regierung. Die
। B.^ljpebung der Rot auf wirtschaftlichem _,t aber wesentlich mit ab von der Eingliederung der Arbeitslosen- Armee in den P r o d u k t i o n s p r o z e h. Hier sieht di? Regierung ihre zweite und gewaltigste Ausgabe. Diese Aufgabe kann nur gelöst w.rden mit der unbedingten Durchsetzung aller dafür nötigen Maßnahmen, auch wenn diese Maß- nahm-n im Augenblick leine Popularität finden. Im Zusammenhang hiermit ist allein auch die Rettung des deutschen Mittel st ands möglich. Auch im Mittelstand sind Millionen v o n Arbeitern beschäftigt. Als Kanzler und als Rationals^ lallst füh'c ich mich mit ihnen als Jcistigen Gefährten meiner Jugend verbunden. Stürmischer Beifall rechts.) Die Sozialpo- i t i k wird in t> e r Q3ertoaltung reformiert werden.
Der Rcichsrcgierung liegt nichts ferner alS(Sf- po r t s e i n d l i ch k e i t. Wir wissen, das; wir die Verbindung mit der Welt nötig haben. Da jedoch Deutschland lange Jahre gezwungen war, Lerst ungen ohne Gegenwert zu vollbringen, ist unser Export weniger eine handelspolitische als eine Finanzangelegenheit. So lange man uns eine gerechte Regelung unserer Ausland s ch u l d e n nicht ermöglicht, sind wir leider zur Aufrechterhaltung der Devisenzwangswirtschaft gc-touncei. Crunt.- sätzlich jedoch wünschen wir die Eingliederung unseres Reiches in den friedlichen Wettbewerb der Rationen.
Die Erhaltung der Reichsbahn und ihre möglichst schnelle Zurückführung in den Besitz des Deiches ist eine Ausgabe, die und nicht nur wirtschaftlich, sondern auch moralisch verpflichtet. Die Entwicklung des Luftverkehrs als eines Mittels fricbliacr Verbindung der Völker untereinander wird die nationale Regierung mit Eifer pflegen. Für alle diese Mahnahmen bedarf die Regierung au.h der hingebenden Arbeit desBerufsbeamlenturns. Rur b.'i zwingendster Siaatsnot soll hier eingegrifchn tocri.cn, über auch dann nur unter dem Gesichtspunkt strengster Gerechtigkeit.
Oie Ziele
bzr deutschen Außenpolitik.
Dr Schutz der Grenzen des Reichs und damit d:s Lebens unseres Vol.s liegt heute bei unserer Reichswehr, die entsprechend den uns in Versailles auferlegten Bedingungen heute als einzig wirklich abgerüstete Arme e d e r W e l t anzusehen ist. Trotz der dadurch b.dingien Kleinheit und iUnzulänglich.eit der Rüstung darf das deutsche Volk mit stolzer Befriedigung auf seine Reichswehr fe_,cn. Unter schwierigsten Verhältnissen entstand dieses [reine Instrument unserer nationalen Erhaltung. Sn seinem Geiste ist es der Träger unserer besten soldatischen Traditionen. (Erneuter Beifall.) Das deutsche Volk hat seine ihm im Fricüensvertrag auferlegten P lichten in peinlicher Gewissenhaftigkeit erfüllt. Deutschland wartet nun seit Jahren auf die Einlösung des Versprechens der übrigen Staaten, dieser unserer Ab:üstung zu folgen.
Es ist der aufrichtige Wunsch der nationalen Regierung, von einer vcrmchrung des bculf^en Heeres und unserer Waffen absehen zu können, sofern end.ich die andere well geneigt ist, auch ihre Verpflichtung zu einer radikalen Ai rüftung zu vollziehen. (Stürmischer Beifall rechts und Zentrum.) Denn Dcutfdjanb will nichts anderes m? gleiche Lebensrechte und gleiche Freiheit. Für diesen Geist des Freiheits- wtllens allerdings wird die nationale Regierung das deutsche Volk erziehen. (Starker Beifall rechts.) Die Ehre der Ration, die Ehre unserer Armee, bas 3beal ber Freiheit, sie mü sen bem deutschen Volke wieder heilig werden.
(Lebhafter Beifall.) Das deutsche Volk will mit der Welt in Frieden leben. Die Regierung wird gerade deshalb mit allen Mitteln die Beseitigung einer Scheidung der Völler der Erde in zwei Kategorien anstreben. Die nationale Regierung ist bereit, jedem Volk die Hand zur ausrichtigen Verständigung zu reichen, das gewillt ist, die traurige Vergangenheit endlich einmal grundsätzlich ab- zuschliehcn. Die Rot der Welt kann nur behoben werden, wenn die Völker untereinander wieder Vertrauen bekommen. Daher sieht die Regierung als notwendig an:
1. Eine unbedingte Autorität der pölitischen Führung im Innern zur Herstellung des Vertrauens in die Stabilität der Verhältnisse.
2. Die Sicher st ellung des Friedens durch die wirklich großen Rationen auf lange Sicht zur Wiederherstellung des Vertrauens der Völker untereinander.
3. Den endgültigen Sieg der Grundsätze der Vernunft in der Organisation und Führung der Wirtschaft, sowie eine allgemeine internationale Entlastung von De-
Der Zweck des Ermächtigungsgesetzes
Die zweite Reichslagssitzung
Ore Stellung der Parteien zur Regierungserklärung.
Um die Regierung in die Lage zu versehen, ihre Aufgaben in dem gelennzeichneten Rahmen zu erfüllen, hat sie im Reichstag durch die beiden Parteien das Ermächtigungsgesetz einbringen lassen. Ein Teil der beabsichtigten Maßnah- men erfordert die verfassungsändernde Mehrheit. Die Durchführung und Lösung dieser Aufgaben ist notwendig. Es würde dem Sinn der nationalen Erhebung widersprechen und dem beabsichtigten Zweck nicht genügen, wollte die Regierung sich für ihre Maßnahmen von Fall zu Fall die Genehmigung des Reichstags erhandeln und erbitten. Die Regierung wird dabei nicht von der Absicht getrieben, den Reichstag als solchen aufzuheben. 3m Gegenteil behält sie sich auch für die Zukunft vor, ihnvonZeitzu Zeitüber ihre Maßnahmen zu unterrichten, Over , wo es zweckmäßig erscheint, seine Zustimmung einzuholen.
Weder d.e Existenz dcs Reichstags noch des Reich itrats sollen bed.vht fein. Stellung und Rechte des Reichspräsidenten bleiben unberührt. Die innere Uebereinstim- mung mit seinem Willen herbeizuführen, wird
Und wenn die Fahne der Deutschen Republik bann nicht siegreich zurückgekommcn wäre, bann halten Sie immerhin noch sagen können: wir haben noch bas Aeußerste getan, um biese Katastrophe durch einen letzten Appell an die Kraft des deutschen Volkes abzuwchrcn.
Sn jener Zeit aber vermieden S ie den Kampf. Sie sagen, daß wehrlos nicht ehrlos sei. Rein, das braucht es nicht zu fein. Auch wenn wir wehrlos fein müßten, ich weiß es, würden wir nicht ehrlos sein. Sch glaube, unsere Bewegung war dank der Unterdrückung durch Shre Partei jahrelang wehrlos g e - ma ch t worden, ehrlos aber waren wir n i e. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall bei den RS.) ilnb ich bin der Äeberzeugung, daß wir dem deutschen Volk den Geist einimpfen werden, der es auch bei seiner heutigen Wehrlosigkeit nicht ehrlos sein lassen wird. (Erneuter Beifall rechts.) Auch hier hätte eS nur an Shnen gelegen, die Sie 14 Sahre lang die Macht besaßen (Widerspruch bei den Sozial- bemoEraten und Zurufe), der Welt zu zeigen, daß das deutsche Volk seine Ehre nicht verloren hat. Sie hätten vermeiden müssen, daß man damals dem deutschen Volk auf Wunsch und Befehl des Auslandes eine neue Verfassung auf- oktroierte Das ist nicht ehrenvoll, sich vom Feinde feine innere Gestaltung aufzwingen zu lassen. (Stürmischer Beifall rechts und auf den Tribünen.) Sie hätten damals weiter sich zur deutschen Trikolore bekennen müssen, und nicht zu einer Fahne, die der Feind in Flugblättern über unseren Fronten abwarf. (Beifall.)
Gerade in der Zelt der Rot und Unterdrückung durch den Gegner muß man sich erst recht bekennen zu feinem Volk und zu feinen Symbolen. Selbst wenn die Umwelt uns gezwungen hätte, das alles preiszugeben, was uns früher hoch und heilig war, dann hätten wir wenigstens in der inneren Ausführung die nationale Ehre der Welt gegenüber in Erscheinung treten lassen müssen. Sie haben dafür kein Verständnis gehabt.
Sie verlangen gleiches Recht. Für dieses gleiche Recht haben wir 14 Sahre gekämpft, für dieses gleiche Recht des nationalen Deutschland Ihnen gegenüber: 14 Sahre lang haben Sie es nicht gekannt, und heute reden Sie von gleichem Recht. (Stürmische Zustimmung rechts.) Sie sagen, man solle den Besiegten nicht vogelfrei erklären. Herr Abgeordneter, vogelfrei find wir gewesen, so lange Sie die Macht hatten.
Die Erkenntnis von ber Heilsamkeit ber Kritik kommt Ihnen reichlich spät. Jahrelang haben Sie unsere Presse verboten, unsere Versammlungen verboten und mir bas Reben verboten. Sie beklagen jetzt, baß die Welt nicht die Wahrheit über Deutschland erfährt und daß man lieber- treibungen nicht entaegentreten kann. Bei Ihren internationalen Beziehungen müßte es doch spielend leicht für Sie fein, die Wahrheit in Ihren ausländischen Parteiblättern zu verbreiten.
stets die oberste Ausgabe der Regierung sein. Da die Regierung an sich über eine klare Mehrheit verfügt, ist die Zahl der Fälle, in denen die innere Rotwendigkeit eines solchen Gesetzes besteht, an sich begrenzt. Hm so mehr besteht die Regierung der nationalen Erhebung auf Verabschiedung dieses Gesetzes. Sce sieht in jedem Falt eine klare Entscheidung vor. Sie bietet den Parteien die Möglichleit einer ruhigen deutschen Entwicklung und der sich daraus in Zukunft anbahnenden Verständigung. Sie ist aber ebenso entschlossen und bereit, die Bekundung der Ablehnung und damit die Ansage des Widerstands entgegenzunehmen. Mö?en Sie, meine Herren, nun selbst die Entscheidung treffen über Frieden oder Krieg. (Stürmischer De fall und Heilrufe rcch'.S.)
Aus Vorschlag des Prüf.deuten Göring vertagt sich nach der Kanz'.errede der Reichstag auf drei Stunden bis 18.15 Uhr. Von den Rationalsozialisten und Deutschnationalen wird vor dem Verlassen des SaaleS das Deutschlandlied gesungen.
parationen unb unmöglichen Schuld- unb ZinSverPflichtungen.
Leider ist die grundsätzliche internationale Erledigung der Abrüstungsfragc immer wteder an dem Hereinziehen von technischen Einzelfragen gescheitert. Der gegenwärtige Zustand der Dechts- unsicherheit kann jedoch nicht länger dauern. Als ein Zeichen des guten Willens erkennen wir es an daß die britische Regierung in Genf jetzt den Versuch machte, die Konferenz endlich zu einer schnellen Entscheidung zu bringen.
Die Reichsregierung unterstützt jede Bemühung für eine allgemeine A b- r ü ft u n g bei dem verlangen nach Sicherstellung des deutschen Standpunktes auf Gleichberechtigung. Allein feit 14 Jahren haben wir abgerüstet, und feit 14 Monaten erwarten wir vergeblid) ein Ergebnis der Abrüstungskonferenz. Umfassender noch ist der plan bej^ Ehefs der italienischen R ejfH - r u n g, der ber gesamteuropäischen pgtifit eine ruhige Entwicklung sichern^-wiü. wir messen biesem Plan die enijfzfte^Bedeuluiig bei und sind b e r e 1 t^tiVf dieser Grundlage a u f r l $ t Eg mitzuarbeiten bei dem pcxsuch, die vier Mächte Deutschland, Italien, England und Frankreich zu einer Zusammenarbeit zu bringen, von deren Ergebnis das Schicksal Europas abhängt.
Besonders dankbar empsinden wir die verständnisvolle Herzlichkeit, mit der die nationale Erhebung Deutschlands in Stalien begrüßt worden ist. Wir wünschen und hoffen, daß die Gleichheit der geistigen Sdeale die Grundlage für cme ständige Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern fein wird.
Ebenso legt die Rei:hsreNerung größten Wert darauf, freundschaftliche Beziehungen zum Heiligen Stuhl weiter zu unter-
Präsident Goring eröffnete um 6.15 Uhr die Si/.nj wieder unb erteilte zur Besprechung der »Icgicrungßcrf.ärung zunächst dem sozialdemokratischen Fraltions^ührer Wels das Wort.
Aba. We s (Soz.)
stimmte ber vo.n ^Reichskanzler ausgestellten außenpolitischen Forderung beuli6)?r Gleichberechtigung im Hamen seiner Fraktion durchaus zu. Vo.b ha.t.os sei die SoziatdemVeatie auch mit bem Sah aus der Potsbamer Rede des Reichs- kar.zicrs einverstanden, in dem er dem Aberwitz ter Theorie von ewigen Siegern und Besiegten entgegentrat. Dieser Satz sollte aber auch auf bic innere Politik angewendetb werden. Der in der Rationalversammlung von Wei- mar regemb:r den außenpolitischen Feinden gesprochene Satz: „Wir sind wehrlos, aber nicht' eh.los!" werde jetzt von den Sozialdemokraten auch den innerpolltischen Gegnern gegenüber wiche holt. Ein Gewallfriede kann auch im Sn» nern Linen Segen fti.tcn. Eine wirkliche Volksgemeinschaft lasse sich auf ihn nicht gründen- Man darf besiegte Gegner nicht behandeln, al.l feien sie vogelfrei. Freiheit und Leben kann man m3 nehmen, die Ehre nicht. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemol.cllen.) Rach den Verfolgungen. bi' bic SPD- in ber letzten Zeit erfahren! hat, w rd ni.manb von ihr billigerweife ber- la..„cn und erwarten können, daß sie für das hier eingebrachte Ermächtigungsgesetz stimmt. Ri.mals ist die Kontrolle der öffentlichen An- gcLgenljLen durch die Vo.kSvertreter in einem so'chen Maß ausgeschaltet wie jetzt. Gegenüber vielfachen ilcbertreibungen erkläre ich: Wir haben weder in Paris um Snterbention gebeten, noch Millionen nach Prag verschoben, noch Übertreibende Rachrichten ins Ausland gebracht. Wir Sozialdemokraten bekennen uns in dieser geschichtlichen Stunde seierlichst zu den Grundsätzen der Menschlichkeit unb ber Gerechtigkeit, der Freiheit und des Sozialismus.
Reichskanzler Adolf Hitler weist mit der Hand auf die Sozialdemokraten und tagt: Spät kommt Shr, doch Ihr kommt! (Heiterkeit und Beifall rechts.) Die schönen Theorien, die Sie (zu den Sozialdemokraten) hier gegeben haben, sind der Weltgeschichte etwas zu spät mitgeteilt worden. (Sehr richtig! rechts.) Vielleicht hätten diese Erkenntnisse, praktisch angemeldet, vor Sahren. bic weiteren Klagen, bic Sie heute Vorbringen, erspart. Sie erklären, daß die Sozialdemokratie unser außenpolitisches Programm unterschreibt, baß sie die Kriegsschuldlüge ablehnt, daß sic gegen bic Reparationen sich wendet. Und nun erhebe ich nur bic eine Frage: Wo war dieser Kampf in ber Zeit, in bet S i e die Macht in Deutschland hatten?
Es war möglich, ber deutschen Revolution, die von Ihnen ausging, denselben Schwung und dieselbe Richtung zu geben, die einst Frankreich seiner Erhebung 1870 gab. Sie hätten die deutsche Erhebung zu einer wirklich nationalen gestalten können.
Wenn der Abg. Wels behaupte, die SPD. habe den Arbeitern den Weg zur Regierung freigemacht, so frage er, warum Herr Wtzls diese Gesinnung nicht beizeiten seinen FreundenGrzesinski.Braunund Severing beigebracht habe, die ihm, dem Kanzler, jahrelang vorgeworfen hätten, er sei doch nur ein Anstre.chergeselle. (Rufe bei den Sozialdemokraten: Richt deshalb haben wir Sie angegriffen! — Stürmische Rufe bei den RS.: Ruhe!) — Präsident Göring: Ich bitte um Ruhe, jetzt rechnet der Kanzler ab!) Mit der Hundepeitsche habe man ihn, den Kanzler, aus Deutschland hinaustreiben wollen. (Stürmische Pfuirufe bei den NS.) Wir Nationalsozialisten werden dem deutschen Arbeiter jetzt die Bahn frei machen zu dem, was er fordern unb verlangen kann. Sie (nach links) sind nicht mehr benötigt. (Stürmischer Beifall rechts.)
Der Stern Deutschlands, so ruft der Kanzler, - werde aufgehen und werde siegen. (Erneuter ftürmi= scher Bpstfall.) Was im Dölkirleben morsch sei, vergehe unb/ komme nicht wieder. Auch die S.unde der Sozialdemokraten habe geschlagen. Rur weil wir Deutschland sehen und seine Rot, erklärt der Kanzler, und die Rotwendigkeit des nationalen Lebens, appellieren wir in dieser Stunde an den Deutschen Reichstag, uns zu genehmigen, was wir auch ohne dem hätten nehmen können. DesRechtes wegen tun wir es, nicht weil wir die Macht unterschätzen, sondern weil wir mit denen, die heute noch getrennt von uns sind, uns ein ft vielleicht leichter finden können, wenn wir so handeln. Sch möchte nicht in den Fehler verfallen, Gegner groß zu reizen, statt fie entweder zu vernichten oder zu versöhnen. Sie sollen mich habet aber niemals mißverstehen. Die Hand gebe ich jedem, der sich für Deutschland verpflichtet, ich erkenne nicht an das Gebot einer Snter- nationale. (Großer Beifall rechts.) Die Sozialdemokraten wollen für das Ermächtigungsgesetz njcht stimmen, weil ihrer inneren Mentalität nach ihnen die Absichten dieser Vorlage unbegreiflich feien. S ch will auch gar nicht, fo schließt ber Kanzler, daß Sie fitr das Gesetz stimmen. Deutschland soll frei werden, aber nicht durch Sie! (Stürmischer, lang anhaltender Beifall bei den RS. und auf den Tribünen. Die Rational- fozialisten erheben sich von ihren Plätzen und jubeln dem Kanzler zu.)
Abg. Dr. Koos (3 )
Die Deutsche Zentrumspartei, die dem großen Sammlungsgedanken schon feit langem und trotz vorübergeyenber Enttäuschung mit Nachdruck dient, setzt sich in dieser Stunde, wo alle kleinen und engen Erwägungen schweigen müssen, aus nationalem Verantwortungsbewußtsein über alle Beden- k e n hinweg. Im Angesicht der brennenden Not, in der gegenwärtig Volk und Staat stehen, reichen wir allen, auch früheren Gegnern, die Hände, um die Fortführung des nationalen Rettungswerkes zu sichern. (Beifall in der Mitte, rechts und auf den Tribünen.) Damit wollen wir bie Wiederherstellung geordneter Staats- und Rechtsverhältnisse beschleunigen und chaotischen Entwicklungen einen festen Damm entgegensetzen. Die Regierungserklärung des Reichskanzlers enthält manches Wort, das wir unterschreiben und manche andere, das lassen Sie mich in aller Offenheit sagen, auf das einzugehen, wir uns im Interesse ber Sammlung, des Gesetzes dieser Stunde, bewußt versagen. Wir erwarten für die Arbeit der von uns unterstützten bisherigen Regierungen mit Zuversicht das ausgeglichenere Urteil ber Geschichte. (Beifall im Zentrum.) Manche der von Ihnen, Herr Reichskanzler, abgegebenen Erklärungen geben uns, vor allem auch in Verbindung mit *)en bei den Doroerhandlungen gemachten Feststellungen die Möglichkeit, eine Reihe wesentlicher Bedenken, welche die zeitliche und die sachliche Ausdehnung des Ermächtigungsgesetzes bei uns ausgelöst haben und auslösen mußten, anders zu beurteilen. In der Voraussetzung, daß diese von Ihnen abgegebenen Erklärungen bie Grundlage und bie praktische Richtlinie für die Durchführung der zu erwartenden Gesetzgebungsarbeit fein werden, gibt die Deutsche Zentrumspartei dem Ermächtigungsgesetz ihre Zustimmung. (Beifall im Zentrum und rechts.)
Die Zustimmung der kleinen Parteien.
Abg. Ritter von Lex (DVP.) erklärt, die BVP. sei auch in ber geschichtlichen Wende dieser Tage zur tatkräftigen Mitarbeit am nationalen Aufbauwerk bereit. Die DVP. hätte es für erforderlich erachtet, daß schon im Wortlaut des Gesetzes die Grundrechte eines christlichen und nationalen Staates ausdrücklich gewährleistet worden wären. Die Ausführungen des Reichskanzlers in der Regierungserklärung hätten aber diese Bedenken gemildert, die DVP. sei daher in der Lage, dem Ermächtigungsgesetz zuzu - stimmen.
Abg. Dr. Maier - Württemberg (Stp.) erklärt: Wir hoffen unb wünschen, bah bas bcutsche Volk unter der jetzigen Leitung feinen feit 14 fahren opfervoll geführten Kampf um Freiheit und Wiedererstarlung der beutschen Ration erfolgreich zu Ende bringen möge. Wir fühlen uns in den großen nationalen Zielen durchaus mit der Auffassung verbunden, die hsute vom Reichskanzler hier vertreten vurde. (Lachen rechts.) 3n dem vorliegenden Gesetzentwurf vermissen wir, daß den verfassungsmäßigen Grundrechten des Volles und den Grundlagen der bürgerlichen Rechtsordnung eine ausdrückliche Sicherung vor Eingriffen gegeben wurden. 3m Interesse von Volk und Vaterland geben wir die Erklärung ab, daß wir in ber Erwartung einer gesetzmäßigen Entwicklung unsere ernsten Dedenken zurückstellen unb bemErmäch tigungsgesetz zustimmen. (Lachen rechts. I
Abg. Dr. Simpfen dörfer (Ehr.-Soz.) erklärt, der Volksdienst bejaht bie innen- und vor allem die außenpolitischen Ziele, die derReichs - kanzler vorgetragen hat. Er ist an seinem Teil zur Mitarbeit bereit unb gibt deshalb dem E» rnächtigungsgesetz seine Zustimmung. (Deifall.)
Damit schließt die Debatte. Das Er m ä ch l i - gungsgeseh wirb in ber zweiten Beratung angenommen mit ben Stimmen aller Parteien gegen die der Sozialdemokraten. Auch in dritter Lesung wird ber Entwurf angenommen mit 441 Stimmen aller übrigen Parteien gegen 94 Stimmen ber Sozialdemokraten. Präsident Göring stellt fest, bah durch diese» Lrgebni» die ver fassungsän- dernde Mehrheit erreicht ist. — Präsident Göring erhält die Ermächtigung, Zeitpunkt und Tagesordnung der nächsten Reichstagssihung selbst zu bestimmen.
halten unb auszugeftalten. Der Kanzler betont bann unter Hinweis auf Oesterreich, baß bie Reichsreglcrung sich ber Verbundenheit des Schicksals aller deutschen Völker wohl bewußt sei. Was bie anberen Mächte anlangt, so fährt er fort, so wollen wir uns ehrlich bemühen, einen Ausgleich zu finben, auch, wo die gegenseitigen Deziehungen heute noch nicht ganz gellärt sind. Allerbings kann bie Grunblage bei diesen 'Bemühungen niemals die Unterscheidung in Sieger unb Desiegte fein. (Stürmischer Deifall.)
Ein solcher Ausgleich ist auch mit Frankreich möglich, wenn bie Regierungen bie sie betrefsenben Probleme beiberseits weitherzig in Angriff nehmen. Gegenüber der Sowjet r c g i e r u n g ist die Reichsregierung gewillt. freundlich für beide Teile
Dege zu gehen. Der/Kampf 9^'^nc 'cw„ Deutschland ^bcn. Schatz innere Angelegenheit, in die wir wth*ltei Mischungen von außen niemals dulden werden.
Die Reichsregierung wirb immer nachdrücklich fü r bie ben beutfdjen Minderheiten international garantierten Rechte eintreten. (Beifall.) Wir begrüßen den Plan der Weltwirtschaftskonferenz, wir sind mit ihrem baldigen Zusammentritt einverstanden. Die Reichsregierung ist bereit, daran mit- zuarbeiten, um endlich Positive Ergebnisse zu erlangen. Zu den wichtigsten Problemen gehört auch bie Regelung unserer kurz- unb langfristigen Verschuldung unb bie Anpassung unseres Zinsenbien st es an ben nieb tigeren Sah, ber sonst in der Welt gilt. (Beifall.) Rur aus einer vertrauensvollen Zusammenarbeit kann eine wirkliche Behebung ber allgemeinen Rotlage erwachen. 10 3ahre aufrichtigen Friebens werben für bie Wohlfahrt aller Rationen nützlicher sein, als eine 30 3ahre lange Verrennung ber Rationen in bie Begriffe von Siegern und Besiegten. (Lebhafter Deifall.)


