statten werde. Vie deutschen Kriegsschiffe würden vielleicht wahrend der Regattawoche von Lowes im August nach Spithead kommen. Endgültiges fei allerdings noch nicht vereinbart worden. Lin solcher Besuch würde, so bemerkt das Blatt, die britischen Seuleute in den Stand sehen, den herzlichen Empfang zu vergelten, der Konteradmiral Asttey Rushton und dem zweiten Kreuzerge- fchwader im Jahre 1931 bei ihrem Aufenthalt in Siel bereitet worden sei. Lin Besuch des neuen Schiffes „Deutschland" in Spithead würde das größte Interesse erwecken.
Oie deutschen Agrar- -eschwerden gegen Polen.
Genf, 23. Ian. (SU.) Die Reichsregierung bat vor einigen Tagen durch den Generalsekretär 'des Völkerbundes sämtlichen Rats-
mochten eine Rote zugestellt, in der der bekannte deutsche Standpunkt zu der wiederum auf der Tagesordnung des Völkerbundsrates stehenden Agrarbeschwerde des Deutschtums in Polen dargelegt wird.
In den bisherigen vertraulichen Besprechungen hat sich gezeigt, daß der Dreierausschuß des Völkerbundsrates trotz der eindringlichen deutschen Forderungen nicht gewillt ist, dem deutschen Standpunkt Rechnung zu tragen. Der Dreierausschutz begründet seine Haltung im wesentlichen damit, daß das gegenwärtige Minderheitsverfahren keine Handhabe für ein weiteres schärferes Vorgehen gegen Polen biete. Unter diesen Umständen wird gegenwärtig erwogen, ob nicht die gesamten, seit Iahren vor dem Völkcrbundsrat stehenden, das Deutschtum in Polen unmittelbar berührenden Fragen nunmehr zur endgültigen Entscheidung vor den In- ternationalen Haager Gerichtshof gebracht werden soll.
Frankreichs chinesische Mauer.
Frankreich hat sich nach dem Vorbild der Chine en ein gigantisches Verteidigungswerk zugrlrgt, das unter Einschluß der belgischen Festungen von der Kanalküste bis in die ital enischen Alpen reicht. Am stärksten ist dieses Bollwerk natürlich an der deutschen Grenze. Obwohl Deutschland bis auf den letzten Hufnagel abgerüstet wurde, fühlt sich Frankreich nur hinter doppelten und dreifachen Verteidigungsanlagen einigermaßen sicher.
Roch immer weiß man von diesen Lauten in Deutschland viel zu wenig, weiß nicht einmal, dah viele dieser Anlagen bis hart an die deutsche Grenze reichen, so dah schon die Grenzdärfer im Bereich der in die Betonvnterslände eingebauten Maschinengewehre liegen, ganz zu schweigen von den Städten des Rheinlandes, die durchweg jederzeit von der Grenzartillerie in Schutt und Asche gelegt werden können.
Wie aber sehen die Anlagen im einzelnen aus? Frankreich ist dazu übergegangen, den Beton- u n t e r st a n d in ein D e t o n d r e i e ck urnzu- wandeln, das zur Front hin keinerlei Schießscharten besitzt. Es ist lediglich durch starke Drahtverhaue gesichert. Die Schießscharten liegen dagegen, und auch hier wieder durch das Feuer vom Feind her geschickt geschützt, an den beiden Seiten des Dreiecks. Der Schütze feuert also in die Flanke des anstürmenden Gegners und schützt den benachbarten Detonunter- stand. So ergänzen sich die Betonklöhe. Iede Anlage ist meist noch mit Geschützen ausgerüstet, die in Panzertürmen stehen. So sind große Räume befestigt. Vielfach kommen noch der Verteidigung die Verhältnisse im Gelände zugute. Die Vogesen sind stark befestigt,
aber auch die Rheinebenen. Hier stehen die Betonunterstände teils sogar im Rheinbett.
Im Raume zwischen Meß und Bitsch befindet sich ein riesiges Gelände, das jederzeit unter Master gesetzt werden kann, so dah es unpassierbar wird.
So reiht sich eine Festungsanlage an die ander«. Die meisten Unterstände sind noch untereinander verbunden, von ihnen führen wieder unterirdische Gänge ins Hinterland, so daß der Munitionsnachschub durch feindliche Einwirkungen nicht zu leiden hat. Die Einzelwerke gleichen befestigten Kasernen. Unter einer zweieinhalb Meter starken Cisenbetondecke liegt das sog. Kampfstockwcrk. Hier stehen die Maschinengewehre oder leichten Geschütze. Un. ; diesem Stockwerk liegt ähnlich geschützt das Munitionslager, dos gleichzeitig auch eine Verpflegungsstation für die B-Atzung enthält. Im dritten untersten Stockwerk lön t n die Mannschaften ausruhen. Von hier ge^.t die Gange zu den Rachbarwerken und ins Hinterland. Die Gänge liegen vielfach dreißig bis vierzig Meter unter der Erde. In den Hauptgängen laufen sogar Feldbahnen. So liegen die verschiedensten Verteidigungswerke hintereinander. Sie schützen zahlreiche gut ausgebaute Anmarschwege und Truppenversammlungsräume.
Deutschland besitzt dagegen nicht ein einziges Fort an seiner Westgrenze. Auf Grund des ver- failler Diktats mußten kürzlich sogar noch Eisenbahnverbindungen zerstört werden.
Offenbar bedrohten sie Frankreichs Sicherheit, die. wie die französische Aufrüstung zeigt, noch einmal durch diese moderne chinesische Mauer hinreichend garantiert zu sein scheint.
Unannehmbare Oder-Regelung.
Ein deutsches Nein. — Oie Gegenseite hat den Wandel der Zeit noch immer nicht begriffen.
Berlin, 23. Ian. (CRV) Rachdem die Verhandlungen über den Abschluß einer O d e r - akte, die im Versailler Vertrag gefordert ist, seit nahezu 13 Iahren im Gange waren und im Sommer vergangenen Iahres abgeschlossen wurden, Hai jetzt die deutscheRe« flietung nach eingehender Prüfung des ge- amten, sehr umfangreichen Materials
den damaligen Standpunkt der deutschen Delegierten, die Akte nicht zu unterzeichnen, gebilligt und die Annahme der Akte abgelehnt.
In einem Zusatzabkommen war seinerzeit der 28. Ianuar d. I. als der letzte Termin für die Unterzeichnung bestimmt worden. Der deuische Stand-
Intermezzo im Fahrstuhl.
Von Hanü von Goecke.
Ms ich das rote Hütchen herankommen sah, trat ich ins Haus und winkte der dicken Portierfrau mit einem Fünfziger. Sie schob sich aus ihrer Loge, klapperte mit den Schlüsseln und fragte: „Den Fahrstuhl?" Faastuhl, sagte sie. Ich nickte. „Zu wem wollen Sie denn?" — „Zu Dr. Zander." — „Ra, 's gut." Sie steckte den Schlüssel in den Kontakt, der Lift sank mit leisem Surren herab. Cs war ein sehr schöner Lift, der solide zwischen vier festen Wänden lief.
Der rote Hut kam, als ich seine Tür öffnete. „Darf ich mitfahcen?" fragte der rote Hut. Ich entblößte mein Haupt. „Ditte sehr." Der rote Hut trat ein und stellte sich vor den Spiegel. Ich schloß die Türen und ging an die Knopfreihe. „Sie wollen doch auch zu Dc. Zander?" Ein Seitenblick traf mich. „2a — bitte", hieß es kurz.
Ich drückte auf „3. Stock". Cs ruckte ein wenig, die elektrische Dirne flackerte. Wir glitten empor. Aber nicht lange. Bums standen wir. Ich taumelte, suchte einen Halt, griff in die Luft. Da verlöschte das Licht. Cs war dunkel, stockdunkel.
„Was ist geschehen?" fragte der rote Hut. Die Stimme war etwas ängstlich, war sehr hell, sehr sympathisch.
„Der Strom wird ausgesetzt hab.n."
„So klingeln Sie doch; es gibt doch ein Rotsignal."
Ich machte mich wieder an die Knopfe, tastete, klapperte.
„Man scheint uns nicht zu hören", sagte ich nach einer Weile.
„Sehr unangenehm."
„Sehr unangenehm", pflichtete ich bei und schnoberte nach dem feinen Parfümduft, der langsam die enge Zelle füllte.
Cs war eine Weile still.
„Wie lange sollen wir denn hier stecken?"
„Das ist schwer abzuschähen. Auf jeden Fall, bis man merkt, daß der Fahrstuhl nicht in Ordnung ist. Aber das dürfte meines Erachtens eint.efen, wenn ihn wieder jemand in Anspruch zu nehmen den Wunsch äußert. Tritt dies ein, so würde die Portierfrau oder ihr Mann, besser wohl dieser, auf den Doden steigen.
«Sind Sie Techniker?"
„Rein. Dankbeamter mit Aussicht auf einen Direktorposten."
Wieder war Stille. Atem.
„Wann meinen Sie, daß jemand kommen wird, der den Fahrstuhl benutzen will?"
punkt ist den beteiligten Regierungen — das sind außer den Uferstaatcn Polen und die Tschechoslowakei entsprechend den Destimmungen des Versailler Vertrages die alliierten Staaten Frankreich und England, sowie die früheren Reutralen Schweden und Dänemark— in einer ausführlichen Rote unter dem 14. Ianuar mitgcteilt worden.
Die Oderakte ist entsprechend den Vereinbarungen über internationale Stromakte verfaßt. Derartige Akte regeln im wesentlichen die Frage, inwieweit das betreffende Flußgebiet unter die Zuständigkeit einer internationalen Kommission gestellt wird, weiter das allgemeine Regime für die in Frage kommenden Strecken, und bestimmen
„Man muß abwarten. Um diese Zeit fahren wenig Leute. Aber es muß ja einmal auch wieder jemand zu Dr. Zander heraufwollen. Zu wieviel Uhr waren Sie bestellt, mein gnädiges Fräulein?"
„Zu halb drei."
„Sehen Sie, und ich zu drei Uhr. Ich hatte mich etwas verfrüht. Mein Rachfolger dürfte also um halb vier kommen."
Vorläufig hatten wir uns nicht- mehr zu sagen. Ab und an bewegten wir uns, traten von einem Dein aufs andere. Dann knarrte der Fahrstuhl etwas. Zwischendurch hörte ich meine Taschenuhr ticken. Cs war still.
„Wollen wir nicht einmal um Hilfe rufen?" sagte der rote Hut.
Ich antwortete sehr ruhig, sehr bestimmt: „Es dürfte wenig Sinn haben. Die Fahrstuhlschächte sind laut Vorschrift der Baupolizei rings von starken Brandmauern umgeben und mit Eisentürcn hermetisch verschlossen."
Jetzt stampfte sie mit dem Fuß auf. „Dozieren Sie doch nicht so! Sie machen einen ja verrückt ...“
„Verzeihen Sie." Milde sprach ich es, demütig. Aber ich meinte: ärgere dich nur, das ist gut.
„Haben Sie nicht ein Streichholz da? Diese Dunkelheit ist unerträglich ..
Ich kramte in allen Taschen. Umsonst.
„Leider nein. Es tut mir unendlich leid."
„Cs ist zum Verzweifeln!"
„Sie sagten das schon einmal."
„Run spotten Sie auch noch. Oben wartet Dr. Zander. Um drei habe ich eine Verabredung..
„Mit einem Herrn?"
„Rein, mit einer Freundin. Außerdem geht Sie das gar nichts an. Gar nichts, verstehen Sie?"
Sie trommelte mit den Fäusten gegen die Holzwand. Ein wenig zitterte der Lift, aber nur ganz wenig. Die Fäuste waren sehr klein, und als sie sich müde getrommelt hatten, kam das, was ich erwartete: Tränen. Erst knipste der Verschluß einer Handtasche, dann knisterte ein Taschentuch, dann schluchzte es leise.
Meine Stimme wurde weich: „Oh, Sie sind müde, das lange Stehen strengt so an. Sie müssen sich setzen."
„Wohin denn?" Wie jämmerlich das klang.
„Auf den Boden — es hilft nichts ..
„Der wird schmutzig sein."
„Ich lege mein Taschentuch hin. Das ist sauber. So. Und nun lassen Sie sich nieder."
Ich faßte zu, half ihr; sie lieh es geschehen. „Ditte, etwas mehr rechts, sonst setzen Sie sich neben das Tuch."
die gemeinsame Erhaltung der Freiheit und die gleiche Behandlung der beleiligien Schiffahrt. In weiteren Bestimmungen wird die Organisation der Flußkommission, ihre Zusammensetzung und ihr Sih festgelegt, ferner das Zollregime und die Ordnung der Strompolizei, und schließlich auch alle noch mit der Stromregulierung zusammenhängenden Fragen.
Maßgebend für die Ablehnung der Oderakte durch Deutschland war vor allem die Tatsache, daß die Oderokte entgegen dem üblichen Aufbau solcher Abmachungen eine ganze Reihe von einschneidenden politischen Bestimmungen enthält, die in ihren Auswirkungen eine Einschränkung unserer Souveränität bedeuten.
So wird beispielsweise bestimmt, dah die Frage der Taxen und Abgaben nicht Deutschland, als dem einzigen Staat, in dessen Gebiet die Oder schiffbar ist, zusteht, sondern von der Internationalen Oderkommission geregelt werden soll. Außerdem beansprucht die Kommission des Reckt, zu bestimmen, welche großen Arbeiten im Stromgebiet vorgenommen werden müssen.
Eine andere, für Deutschland unannehmbare Bestimmung ist in dem Kapitel über die Behandlung der Oder im Kriegsfälle enthalten. Darin wird entgegen den allgemein üblichen Reutralitätsbestimmungen gefordert, daß Deutschland verpflichtet sein soll, der Tschechoslowakei einen „zweiten ähnlichen" Weg zu geben. Außerdem hat es Polen abgelehnt, die üblichen Schuhbestimmungen in die Oderakte auf- zunehmen, in denen gefordert wird, dah die beteiligten Staaten an anderen Grenzen keine günstigeren Bedingungen gewähren dürfen, als
an dem in Frage kommenden Strom.
Sehr wesentlich für di« deutsche Ablehnung war dann auch die Behandlung der deutschen Sprache. Obwohl Deutschland das einzige Land ist, in dem die Oder schiffbar, also dein allgemeinen Wirtschaftsverkehr überhaupt zugänglich ist, läßt die Akte alle S p r a - ch e n der beteiligten Länder als rechtsgültig zu und bestimmt, dah im Falle von Auslegungsschwierigkeiten der französisch« Text maßgebend ist.
Ueberdies hak Polen sich geweigert, ebenfalls entgegen den allgemein üblichen Jormen in die Internationalisierung der Oder auch das schiffbare Warlhe- und Retzegebiel einzubeziehen und hat lediglich nur die letzte kurze Strecke dieser beiden Flüsse freigegeben. Das bedeutet eine durchaus ungerechtfertigte Bevorzugung
Polens.
Im ganzen gesehen kann di« Oderstrom- akte nicht als eine lediglich der Schiffahrt und dem Handel dienende Vereinbarung bezeichnet werden, sondern sie bedeutet ein politisches Abkommen, das den Zweck verfolgt Deutschland international zu bevormunden.
Deutscher Schritt in London.
London, 23. Ian. (SU.) Don den zuständigen englischen Stellen in London wird bestätigt, dah der deutsche Botschafter in London vor etwa 14 Tagen in der Frage der O d e r - akte Dor Ü eilig geworden ist. Die deutsche Denkschrift ist bereits geprüft worden, und es ist damit zu rechnen, daß die englische Regierung, zur gegebenen Zeit Stellung nehmen wird.
Aus aller Welt.
Haftbefehl gegen die Berliner Theakerdirekkoren Gebrüder Rotter.
Die Staatsanwaltschaft hat gegen die Berliner Theaterdirektoren Gebrüder Rotter, die zuletzt eine ganze Reihe von Berliner Bühnen in ihrem Konzern vereinigt hatten und sich gegenwärtig in der Schweiz aufhalten sollen, Haftbefehl wegen Konkursverbrechens und Betruges erlassen. — Wie die Polizeidirektion des Kantons Luzern bestätigt, haben sich die flüchtigen Berliner Theaterdrrektoren Gebrüder Rotter in den letzten Tagen in Luzern im Hotel „Rational" aufgehalten. Von hier aus wollten sie sich nach Zürich begeben; sie konnten dort aber nicht ausfindig gemacht werden. Auch die an anderen Orten der Schweiz nach ihnen vorgenommenen Rachforschungen blieben ergebnislos. Rachdem nun von den deutschen Behörden ein Steckbrief hinter den Gebrüdern Dotter erlassen wurde, werden auch in der Schweiz die Rachforschungen verschärft.
Zollhinterziehungen einer Berliner Tabakfirma.
Der Berliner Zollfahndungsstelle ist es gelungen, umfangreichen Danderolenschie- bungen einer Berliner Tabakfirma auf die Spur zu kommen. Die Firma Erich Koch in Schöneberg hatte den Tabakwarenverkauf in zahlreichen Restaurationen und Vergnügungslokalen gepachtet. Dabei sind Zollhinterziehungen vorgekommen, indem Zigarren aus unbanderolierten Kisten in gebrauchte Kisten mit schon banderolierten Stre fen umgepackt wurden. Ueber den Umfang gibt die Zollfahndungsstelle noch keine Zahlen an, jedoch wird angenommen, daß es sich um erhebliche Beträge handelt.
Unglaubliche Zustände in einem rumänischen Gefängnis.
Im rumänischen Gefängnis von Turnu Severin sind zwei Gefangene erfroren bzw. verhungert. Die Dukarester PrLsse ist darüber sehr erregt und stellt fest, daß die Lebensmittellieferanten schon seit Iahr und Tag nicht mehr bezahlt worden seien und der Direktor und das übrige Personal seit Monaten kein Gehalt mehr
Reben sie setzte ich mich. Die Deine mußte ich etwas anziehen. Der Fahrstuhl war wirklich sehr eng. Ich tastete nach ihrer Hand, fand sie. Sie ließ sie mir. „Sie müssen nicht weinen", tröstete ich. Bei Dr. Zander versäumen Sie doch wenig. Wenn man so gute Zähne hat wie Sie."
„Woher wissen Sie das?"
„Ich habe es gesehen."
„Wann benn?'r
„Vorgestern im Wartezimmer. Da habe ich noch viel mehr gesehen: daß Sie blaue Augen haben, ganz hellblaue. Und blonde Haare. Und keinen Dubikopf."
„Das haben Sie alles gesehen?"'
„Oh, noch viel mehr. Sie haben einen kleinen Fuß ...“ Sie lachte leise. „Ich weih auch, daß Sie mir vom ersten Augenblick an gefielen, und daß meine zukünftige Frau so aussehen muh. Der Zufall sperrt Sie nun mit mir ein in diesen Lift, so dah ich Ihnen all dies sagen kann, ohne daß Sie mir davonlaufen können."
Ich streichelte ihre Hand und spürte einen leisen Druck ihrer Finger.
Dann stand ich auf und tastete wieder an der Schalttafel mit den weihen Knöpfen. Ich drückte ganz links, wo Erdgeschoh zu lesen ist, wenn es hell ist. Gehorsam setzte der Fahrstuhl sich in Bewegung. „Der Strom ist wieder da", verkündete ich laut und stolz.
Ich öffnete die Tür, und sie trat heraus.
Aus der Strahe schob ich meinen Arm unter ihren. „Und die Verabredung um drei?" fragte ich-
„Cs ist ja doch schon zu spät."
Wir gingen weiter im gleichen Schritt, wie nur zwei Menschen gehen können, die sich fest untergehakt haben. Fest und einig.
Und dankbar gedachte ich des kleinen roten Knopfes über dem Schild mit dem Wort „Halt" und der genialen Erfindung, dah sich eine Glühbirne mit einer halben Wendung ausdrehen läßt.
Blihzüge in ganz Deutschland.
Die erfolgreichen Probefahrten des „fliegenden Hamburgers", der mit Beginn des Sommerfahrplanes in den regelmäßigen Dienst auf der Strecke Berlin-Hamburg gestellt wird, haben die Deutsch« Reichsbahn veranlaßt, mehrere derartiger Triebwagen in Auftrag zu geben, um mit ihnen in den Wirtschaftszentren West- und Ostdeutschlands den Rah-Schnellverkehr zu fördern und auszubauen. Mlerdings werden die neuen Eil-Triebwagen schon aus verkehrstech- nischen Gründen leine so hohe Geschwindigkeit wie bet Dlitzzug entwickeln tonnen und nur einen An
bekomme. Auch Brennholz sei nicht vorhanden. Diele Gefangene seien vor Schwäche zusammengebrochen. Das Iustizministerium hat eine Untersuchung angeordnet.
Explosion einer Lokomobile. — Sechs Arbeiter getötet.
Unweit Kandawa in Kurland explodiert« die Lokomobile eines im Walde arbeitenden Sägegatters. Sechs Arbeiter wurden getötet, drei lebensgefährlich verletzt.
Feuersbrunst im Amur-Gebiet.
Im Amur-Gebiet brach in dem Dorfe Nikitowka am Fluh Seja ein Feuer aus, durch das über 100 Häuser vernichtet wurden. Große Mengen von Getreide find dem Brand zum Opfer gefallen. Acht Bauern werden vermißt.
Mutter mit fünf Kindern bei einem Brand umgefommen.
3n Granada brach in einem Lager von Drogeriewaren ein Brand aus, der rasch an Umfang zunahm, da die Löscharbeiten durch Wassermangel erschwert wurden. Das Feuer griff mit fo rasender Geschwindigkeit um sich, daß di« Frau des Lagerbesitzers sich und ihre fünf Kinder nicht mehr retten konnte. Alle sechs fanden den T o d in den Flammen.
Die Ursache der Dynamitexplosion in Mexiko.
Die bereits gemeldete Explosion in der mexikanischen Stadt Morelia, wobei 33 Personen Getötet wurden, wird auf die Unachtsam- e i t des Führers eines Motorzugs des Straßen- baudepartements zurückgeführt. Durch den Brand, der infolge der Explosion entstand, wurden mehrere Häuser, darunter ein Krankenhaus, beschädigt.
Schneeverwehungen
auf transdanubischen Bahnstrecken.
Wegen Schneeverwehungen in Transdanubien mußte, wie aus Budapest gemeldet wird, der Derlehr auf 17 Lokalbahnstrecken gänzlich eingestellt werden. Auch bei einigen Hauptlinien kann er nur mit den größten Schwierigkeiten aufrechterhalfen werden.
triebsmotor erhalten. Rachdem vor einiger Zeit die Stadt Frankfurt a. M. bereits einige Wagen erhalten und damit sehr gute Erfahrungen gemacht hat, wird nunmehr auch die Reichsbahndirektion Köln in Bälde fünf Eiltriebwagen für den Nahverkehr in Dienst stellen. Zwei von ihnen werden je einen Maybach-Dieselmotor von 410 PS mit einer Leistung von 103 Stundenkilometer erhalten und die kleineren je einen gleichen Motor von 175 PS und 80 Stundenkilometer. Die Wagen haben Platz für rund 120 Personen und sind in eine zweite und dritte Klasse geteilt
Die großen Triebwagen werden für den Rund- Verkehr Köln — Essen — Dortmund — Hagen — Wuppertal—Köln und umgekehrt eingesetzt und die kleineren für den Pendelverkehr zwischen Krefeld und Düsseldorf. Die Einrichtung, die von der Bevölkerung allgemein begrüßt wird, dürfte schon im kommenden Sommer in Betrieb genommen werden. Richt ganz so einfach ist die Einführung der geplanten Eillinien im oberschlesi- schen Kohlenrevier, zwischen Deuthen—Gleiwitz und Hindenburg. Weitere Aufträge der Reichsbahn für Ciltriebwagen hängen natürlich auch von den zu erwartenden Einnahmen ab, aber ei ist doch zu erwarten, dao sich der Betrieb dieser Wagen rentabel stellt, und wenn auch eine Gesamtdurchführung sich in diesem Iahre nicht mehr ermöglichen lassen wird, so stellt sie doch daS nächstliegende Ziel der Reichsbahn dar.
Der „fliegende Hamburger" befindet sich zur Zeit auf dem Geleisgelände des Bremsversuchsamtes in Berlin, wo mit ihm Bremsversuche auf den verschiedensten Strecken gemacht werden. Rach Beendigung dieser Versuche werden wahrscheinlich mit dem Zug Probefahrten in den DahrischenBergen gemacht werden, um ihn auf seine S tei g u n g s f ähig keit zu prüfen.
Zeitschriften.
— Dom Einwurf in den Briefkasten bis zur Aushändigung an den Empfänger durchläuft ein Brief viele Dienststellen der Post, geht er durch viele Händ«. Heber diesen „Dienst am Brief" unterrichtet sehr anschaulich ein illustrierter Beitrag in der letzten Rümmer der Leipziger „Illustrirten Zeitung" (Verlag I. I. Weber), einem Sonderheft, das dem Wesen und Wirken der Deutschen Reichspost gewidmet ist. Reichspvstminister Freiherr v. Elh schrieb das Geleitwort; sachkundige, prominente Vertreter der Reichspost verfaßten die mit vielen aufschlußreichen Bildern ausgestatteten Artikel, die alle wichtigen Gebiet« des Postwesens in fesselnder Form behandeln.


