Aus der Provinzialhauptstadt
Buntes Allerlei
Oberhessische Bauernkundgebung für den Reichslandbund.
* Alsfeld, 21. Ian. Sine stark besuchte Versammlung der Alsfelder KornhauS-Ge- n o s s e n s ch a f t. die hier im „Deutschen Haus" stattfand, nahm eine Entschließung an, in der es u. a. heißt: „Die Versammlung beschließt einstimmig, der Leitung des Reichslandbun- des den herzlichsten Dank,für das furchtlose, mannhafte Eintreten für die Interessen der
deutschen Landwirtschaft gegenüber der Reichs- regierung auszusprechen. Wir freuen uns, daß die Dis§irmonie, die leider durch die politischen Parteien in die Reihen der deutschen Landwirte getragen war, wieder glücklich beseitigt wird. Wir stehen durch die große Rot. in der wir uns befinden, wieder geschlossen hinter der Dundeslei- tung. Die Regierung muß endlich wissen, daß sich die Landwirte nicht ohne Kampf von ihrem ererbten Besitz jagen lassen. Wir betrachten daS energische, unerschrockene Vorgehen des Reichs- londdundes nicht etwa als eine demagogische Demonstration, wie sie jetzt schon von höchsten Stellen genannt wird, sondern als eine Raturnotwendigkeit zur Rettung der deutschen Landwirtschaft. Die Landwirtschaft erwartet, daß der Reichslandbund die Sache zum guten Ende führt. Jetzt heiht's an die Front! Heraus auS der schlappen Zurückhaltung! Es gilt um Haus und Hof! Es ist unser Existenzkampf! Wir sind zum Kampfe bereit!“
Aolkundgebimg des Hessischen Landbundes in Ssiheim.
müsse der Regierung gesagt werden, daß der Bauernstand keine Steuern mehr zahlen kann.
Wenn die Führer d e notwendigen Schritte unternehmen, bann müßten alle Landwirte hinter ihnen stehen, und die Führer nicht im Stiche lassen. Es müsse gefordert werden, daß kein Dauer von seinem Hof vertrieben werden darf, der seine Pflicht und Schuldigkeit getan habe.
Wau des Körpers durch Wmlersonue
Oie Zauberkraft der Hochgebirgsstrahlung.
Don Dr. med. Go tfried Fischer.
9. Juli: Jahresversammlung mit Familientag der Verwandten von Justus von Liebig im Liebig-Mu- seum (Gesellschaft Liebigmuseum).
12. und 13. August: 25jähriges Jubiläum des Vereins für Bewegungsspiele.
19. August: Offiziervereinigung Jnf.-Reg. KW. 116, Totengedenkfeier am 116er-Denkmal, 19 Uhr mit den dazugehörigen Regimentsvereinen JR. 116, RJR. 222, Landwehr-Jnf.-Reg. 116.
17. und 18. Dezember: Derbandsausstellung des Kanarienzuchtvereins für das Gebiet Oberhessen, Lahn und Dill.
Daten für Ticnötaq, 24 Januar.
1712: Friedrich der Große in Berlin geboren; — 1776: der Dichter E. T.A. Hoffmann in Königsberg geboren.
Bornotizen.
— AuS dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 23 Uhr, außer Abonnement einmaliges Gastspiel Curt Götz mit seinem Ensemble. Zur Aufführung gelangt eine Geschichte ohne Politik: „Dr. med. Hiob Prä- torius, Facharzt für Chirurgie und Frauenleiden' von Curt Götz. Ermäßigte Operettenpreise. Abonnenten erhalten auf alle Plätze 50 Pf. Ermäßigung. Ende 22 Uhr. — Morgen, Mittwoch, 19.30 Uhr, 16. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement, „Hamlet". Gewöhnliche Preise. Ende nach 22.30 Uhr. — Am Samstag, 28. Januar, findet ein Gastspiel der Solotänzer des Hessischen Landestheaters statt. Die auserlesene Programmfolge zeigt „Tänze aus drei Jahrhunderten", Tänze und Tonschöpfungen vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Dieser Tanzabend ist außer Abonnement und zu kleinen Preisen. Dauer von 20.15 bis 22.15 Uhr. — Die nächste Wiederholung der Operette „Im weißen Röhl" ist am Sonntag, 29. Januar, 18.30 Uhr, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Operettenpreisen. Dorzugskarten habe'' Gültigkeit. Ende nach 21.30 Uhr.
Veranstaltungen in Gießen.
Da» Städtische Verkehrsamt teilt uns die bisher für das Jahr 1 933 gemeldeten Veranstaltungen der Vereine usw. mit. Die ienigen Vereine, die ihre im Jahre 1933 vorgesehenen Veranstaltungen dem Städtischen Verkehrsamt noch nicht gemeldet haben, mögen die Meldung baldigst "^Januar: Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Vortrag von Dr. Heusel über Heu- koppelung im Radio, 8.15 Uhr im Realgymnasium.
26. Januar: Dichterabend Kolbenheyer, 20 Uhr in der Aula (Goethebund Gießen).
29. Januar: Lichtbildervortrag Paul Eipper, 20 Uhr in der Aula (Goethebund Gießen).
30. Januar: Lichtbildervortrag von Professor Prei- sendanz in der Universität. . 1onn
4. Februar: Maskenball der Spielvereimgung 1900 im Lass Leib. ... -
4. Februar: Maskenball des Vereins für Bewegungsspiele in der Liebigshöhe.
5. Februar: Liederabend Paul Lohmann (Konzertverein Gießen) in der Reuen Aula. _
5. Februar. Vortrag des Weltfl.egers von Gronau im Stadllhealer.
7 Februar: Dichterabend Felix Timmermann, 20 Ühr in der Aula (Goetbebund Gießen).
9. Februar: Vortrag „Leben und Land der In- bianer von Mittelamerika" von Professor Dr L Schulte-Jena, 20.15 Uhr tn der Aula (Gesellschaft für Erd- und Dölßrkunde).
12. Februar bis 5. Marz: Gedächtnisausstellung von Walter Kramatte im Turmhaus (Oberhessischer Kunstverein, Gießen).
12. Februar: Experimentalvortrag Wilhelm Gu- bisch'(Goethebund Gießen).
16 Februar: Chorkonzert in der Stadtkirche, 2p UJr, Leitung: Prof. Dr. Temesvary (Konzertver-
23. Februar: Oberhessischer Geschichtsverein, Dor- trag von Prof. Dr. Mayer.
26. Februar: Kölner Hanneschentheater in der Aula (Goethebund Gießen).
4 Mörz: Ostdeutscher Abend mit Theater im Katholischen Dereinshous (Deutscher Ostbund, Orts- aruppe Gießen).
5. März: Klavierabend Prof. Wilhelm Backhaus, 17 Uhr in der Aula (Konzertverein Gießen).
11 März: Bauerscher Gesangverein Gießen: Konzert in der Reuen Aula, Leitung Prof. Dr. Temesvary.
12. Marz bis 2. April: Oberhessischer Klinstver- ein Gießen: Ausstellung französischer Maler des 19. Jahrhunderts im Turmhaus.
19. März: Kameradschaftliche Vereinigung ehern. Hessischer Leibgardisten Bundestag im Cafs Leib.
28. Mai: XII. nationale Wettkämpfe der Spiel- Vereinigung 1900.
Juni (Datum noch unbestimmt): Großes Konzert in der Dolkshalle anläßlich des 25jährigen Bestehens des Orchestervereins (wahrscheinlich 9. Symphonie von Beethoven, Orchefterverein Gießen).
11. Juni: Gauwertungssingen des Gaues Gießen- Stadt und Land des Deutschen Sängerbundes in der ^'17.' und 18. Juni: IN. freisoffene volkstümliche Wettkämpfe des Männerturnvereins.
8. und 9. Juli: 60jähriges Jubiläum des Arbeiter- gcfangvereins Eintracht.
ultravioletten Strahlen das in der Haut enthaltene „Ergosterin" in heilbringende Vitamine umwandeln. Diese neugeschaffcnen Vitamine bleiben glücklicherweise nicht in der äußeren Haut, sondern gehen in den Körper über und gewinnen so noch mehr an medizinischer Bedeutung. Richt nur die Haut, sondern auch die Schleimhäute werden durch die heilende Wirkung dieser Sonnenstrahlen günstig beeinflußt. Die Widerstandskraft der Schleimhäute, des Mundes und des Nasenrachenraumes wird derartig gekräftigt, daß den Krankheitserregern von Grippe, Halsentzündung, Diphtherie ufw., falls sie einen Angriff wagen sollten, das Leben äußerst schwer gemacht wird. „ .. v
Auch im Blut selbst gehen bedeutende Veränderungen vor sich. Die Forscher haben festgestellt, daß der Phosphorgehalt des Blutserums im Höhenklima ganz bedeutend ansteigt und dadurch bei Kindern eine wirksame Beeinflussung der englischen Krankheit und anderen Knochenerkrankungen geschaffen wird. Leicht nachweisbar sind auch die Veränderungen der Anzahl der lebenswichtigen roten Blutkörperchen im Höhenklima. Die Hauptsteigerung tritt bereits innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen ein. Außerdem hebt sich auch der Blutfarbstoff im Höhenklima an Intensität ganz bedeutend. Die Wissenschaft steht heute sogar auf dem Standpunkt, daß es sich um wirkliche langandauernde Verbesserung des Blutes handelt und nicht etwa nur um eine vorübergehende Einwirkung. Als Beweis hierfür gilt die Tatsache, daß das Knochenmark, die eigentliche Bildungsstätte der roten Blutkörperchen im Höhenklima eine ganz bedeutend gesteigerte Tätigkeit vornimmt und für genügend Nachschub dieser lebenswichtigen Elemente sorgt.
Eine Umstimmung des Gefäßsystems tritt insofern ein, als der Puls zwar in den ersten Wochen des Aufenthalts in großen Höhenlagen etwas beschleunigt arbeitet. Diese kleine Mehranstrengung wird jedoch durch ein Sinken etwa krank haft gesteigerten Blutdrucks sofort wieder ausge- glichen. Allerdings empfiehlt es sich für Kranke, die irgendwie an schweren Blutgefäßstörungen leiden, die Höhe nur allmählich in Etappen aiifzufuchen, um eine zu rasche Umstimmung des ganzen Herz- systems zu vermeiden.
Sehr wichtig ist auch die Beobachtung der Wissenschaftler, daß im Höhenklima ein stärkerer E t • weißanfatzzu beobachten ist. Es gelingt also die Nahrung besser auszunutzen und in den Geweben Reservedepots anlagern zu lassen, die uns In Zeiten späterer Erkrankungen oft lebensrettende Dienste er weisen können.
Gesamtzahl der Sitzplätze von 1 980413 auf 1 988 251 gestiegen. Das bedeutet, daß die kleinen Kinos immer mehr aussterben, um dafür weniger aber größeren Filmpalästen Platz zu machen. Die Zunahme der verfügbaren Plätze in den deutschen Lichtspieltheatern ist allerdings keineswegs ein Zeichen für erhöhte Besucherzahlen. Im Gegenteil: die Zahl der Kinobesucher ist im vergangenen Jahre um nicht weniger als 30 Prozent gesunken, eine geradezu katastrophale Entwicklung für das Kinogewerbe, die nur sehr schwer ausgeglichen werden kann.
Ltmsteigen in der Lust.
Der Umsteigeve.kehr hoch in bet Luft beginnt sich allmählich zu entwickeln. 2n letzter Zeit würbe aus Amerika versch ebentlich bavon ge- melbet, baß Flugzeuge Luftschiffe währenb der Fahrt anflogen, bort festmachten unb an Dorb geholt wurden. Wie D. unb H. v. Römer in „Rcclams Llniversum" mitteilen, soll biefe Zusammenarbeit noch enger unb wirtschaftlicher gestaltet werben, inbem bas Flugzeug den bireften Zubringerbienst zum Luftschiff vermittelt. Auf biefe Weise können bem Luftschiff aus allen Richtungen mit Hilfe bet schnelleren Flugmaschinen Passagiere, Post unb eilige Fracht zugeführt werben. Anbererseits können Flugzeuge währenb ber Fahrt bas Luftschiff verlassen unb Reisende an einen gewünschten Ort befördern. Das Festmachen des Flugzeuges geht folgendermaßen vor sich: der Pilot fliegt an die Unterseite des Luftschifftörpers, drosselt bann ben Motor ab, um die Fluggeschwinbigleit beiber Luftfahrzeuge auszugleichen unb versucht bann mit ber am Oberflügel seiner Maschine angebrachten Haltevorrichtung an den vom Luftschiff herabhängenden Trapezträger h:ranzukommenund bort einzuklinken. Ist ihm dies gelungen, bann wirb bas Flugzeug mit Motorwinden in ben Luftschiffkörper eingeholt. Soll bie Maschine wieder abfliegen, bann wirb es an ber Trägerkonstruktion heruntergelassen, ber Motor vom Führersitz aus angeworsen unb bei Vollgas bie Auslöse-Vorrichkung betätigt. Schon vor längerer Zeit ist in Deutschland bas Luftschiff als Flugzeug-Träger verwendet worben, unb zwar zuerst von bem Marine-Luftschiff „L 35“, bas ein Crkunbungs-Flugzeug mit sich führte. Spater nahmen englische Luftschiffe Flugzeuge mit. Eine Rückkehr des Flugzeugs zum Luftschiff tarn ab« damals noch nicht in Frage. Das Problem scheint erst jetzt mit bem amerikanischen Riesen- luftschiff „Akron" gelöst worben zu sein.
pb Ostheim bei Duhbach, 22. Jan. 2m Saale der Gastwirtschaft Schneider fand gestern nachmittag unter dem Vorsitz des Bürger» meisters Diehl, Hochweisel, eine Kundgebung des Landbundes statt.
Der Vorsitzende begrüßte die Erschienenen, ins- besondere den Landesvorsitzenden Dr. v. Hel- mol t, den Landesgeschästssührer Dümas unb später ben 2anötag3abgeorbneten Seipel. Er betonte, baß es ein trauriges Zeichen ber Zeit sei, baß ber Vauernstanb eine Olottunbgebung halten und Demonstrationszüge füpren müsse, um der Reg e.ung zu zeigen, wie groß die Rot auf dem Lande angewachsen sei. ,
Hierauf sprach der Landesgeschäftsführer Du - m a s in etwa einstündiger Rede. Er führte u. a. folgendes aus: Die heutige Versammlung zeuge bavon, baß etwas besonderes los sei, unb daß die politische Mutlosigkeit nachgelassen habe. Die Dornbe sei geplatzt, als der Vorsitzende des Reich.-landbundes, Graf Kalckreuth, in Berlin ein offenes Wort gesprochen unb ber Re ich s- regie.ung dargeiezt habe, wie es in Wirklichkeit bei ber Landbevölkerung stehe. Bislang habe jede Regierung gute und schöne Worte für bte Landwirtschaft gefunden, aber weiter fei nichts geschehen Jetzt fei es höchste Zeit, wenn nicht der gesamte Baue.nstand zugrunde gehen solle. Die ganzen Reichstagsbeschlüsse hätten^nichts genützt, ebensowenig de guten Beziehungen, der Kampf würde hinter den Kulissen, in der Reichskanzlei und im Zimmer des Reichspräsidenten, geführt. Cs sei klar, daß bie Rot je nach Lage des Lanbes unb der Gegend verschieden sei, diejenige im Odenwald und im hohen Vogelsberg sei noch viel krasser, als hier in ber Wetterau. Er verglich bann bie Lage ber Bauern mit ber Lage ber anbcieit Devölkerungsschichten unb verlangte einen wirtschasts - unb sozialpolitischen Ausgleich.
Weiterhin wies er an Hand von Zahlenmaterial nach, daß ber Agrar-Index zur Zeit 80 bis 82 Prozent, derjenige der Fertigwaren der Industrie aber auf 113 Prozent stehe, weiterhin müßte der Bauet heute 250 bis 300 Prozent
Steuern mehr zahlen, als 1913.
Die Ankurbelung der Wirtschaft habe bis jetzt nichts besonderes he.vorgebracht, sondern Fiasko gemacht. Ebenso sei die Heraufschraubung der Löhne und die Erhöhung ber Beamtengehalter eine verkehrte Maßnahme gewesen- Seit 1918 hätten bie Lanbw.rtschaftsfeinbe bei der Regi^ rung das Heft in der Hand. Alle Parteien, auch bie kommun.st sche. hätten in ih.en Programmen für bie Landwirtschaft was übrig, sie sagen alle, der Landwirtschaft solle es gut gehen, aber sie wollten alle billige ßebenSmittel. Der Redner erinnerte an die Reden von Schiele, Papen, Braun unb Schleicher, alle hätten sie Versprechungen gemacht, aber erfolgt sei bis jetzt sehr wenig. Insbesonbere befaßte sich ber Rebner ' bann mit bem Reichswirtfchaftsminister Warm- ' bold, ber bie Efportinbustrie zu sehr gefördert
Von Zeit zu Zeit ist es gut, ben Film auch als Gegenstand der Statistik zu betrachten. Zunächst scheint es interessant, bie Gesamtzahl der Filme festzustellen, die man uns in ben letzten Jahren vorgesetzt hat. Es zeigt sich dabei ein überraschender Rückgang. Während in den Jahren 1926 bis 1928 alljährlich über 500 Filme auf den deutschen Markt tarnen, wurde die Zahl allmählich immer kleiner. Sie betrug 1930 305 Filme, 1931 286 und 1932 sogar nur 210 Filme, eine Beschränkung, die man früher nicht für möglich gehalten hätte. Erfreulicherweise hat sich eine andere Entwicklung genau umgekehrt vollzogen: der Prozentsatz der deutschen Filme an dem gesamten Angebot. Er hat sich in den letzten Jahren immer mehr gesteigert und im vergangenen Jahre waren bereits mehr als 60 Prozent aller in Deutschland gespielten Filme heimatlicher Provenienz, während noch vor fünf Jahren der deutsche Anteil nur etwa 40 Prozent betrug. Allerdings dürste kaum ein Zweifel daran bestehen, daß diese günstige Entwicklung zum Teil dem Tonfilm zu verdanken ist, der die Jnternationalität des Films sehr geschmälert hat. Selbst Länder, die in der letzten Zeit des stummen Films überhaupt keine ober nur eine sehr unwesentliche Filmproduktion besaßen, sind durch die inzwischen erfolgte Entwicklung gezwungen worden, sich eine heimische Filmindustrie aufzubauen, um nicht der Segnungen des Tonfilms ganz verlustig zu gehen.
Die Frage, aus welchen Ursachen der Bedarf an Filmen in Deutschland überhaupt abgenommen hat, läßt sich nicht ganz eindeutig beantworten. Zweifellos ist eine der Ursachen darin zu suchen, daß das sogenannte „Z w e i s ch l a g e r - S y st e m" in den letzten Jahren außerordentlich abgenommen hat. Während früher die meisten Kinos immer zwei große Filme spielten, sind heute, zumindest in den großen Städten, sehr viele Lichtspielhäuser dazu übergegangen, ihrem Publikum nur noch einen großen Film zu zeigen. Außerdem ist auch die durchschnittliche Laufzeit des einzelnen Films nicht unerheblich gestiegen, d. h. jeder einzelne tfilm steht heute länger auf dem Programm eines Theaters als früher. Man ist versucht, daraus zu schließen, daß bas Interesse bes Publikums am Film überhaupt größer geworben ist, denn bie wirtschaftlichen Verhältnisse sind ja kaum dazu angetan, den Besuch der Kinohäuser zu steigern.
Bemerkenswert ist auch die statistische Feststellung, daß bie Zahl ber Filmtheater in Deutschland im vergangenen Jahre von 5066 auf 5054 zur ü ck- gegangen ift Gleichzeitig ist allerdings bie
•• Stadttheater-AuStausch-Gast- fpielGießen-Koblenz. Man schreibt uns: Zwischen den Bühnen Gießen und Koblenz findet in der nächsten Zeit ein Austauschgastspiel statt. Jede der beiden Bühnen wird an der anderen ein Enfemblegastspiel geben und beide werden die Ausführungen in der gleichen Besetzung wie bei sich bringen. Durch diese Reuerung im Gießener Theaterleben soll vor allem den Theaterbesuchern die Möglichkeit gegeben werden, besondere Werke der Theater- und Dühnenliteratur kennenzulerncn, die im eigenen Spielplan nicht erscheinen, und mit bemerkenswerten Ausführungen anderer Bühnen bekannt zu werden.
•• Schüler - Kurzschrift - Wettbewerb. Der Hcssisch-Rassauische Kurzschrist-Der- band. dessen Wirkungskreis sich auf den Volks- staat Hessen, die Provinz Hessen-Rassau, den westlichen Teil von Unterfranken und den südlichen Teil der Rheinprovinz erstreckt, veranstaltet, mit Rücksicht auf das günstige Ergebnis des ersten Schülerwettbewerbs, im Februar und März 1933 auch in diesem Jahre wieder einen Schülerwcttbewerb im ganzen Verbandsgebiet. Die beteiligten Regierungen haben ihkb Unter* stühung zugesagt und die Genehmigung erteilt.
Trotz der Wirtschaftskrise kommt aus ben Gebirgsorten auch dieses Jahr wieder die Nachricht, daß ber Besuch bisher roieber recht befriebigenb ausgefallen ist. Sicherlich ift unter ben heutigen Um(länben für viele eine Erholung mit Opfern ver- bunben. Trotzbem haben bie Erholungsuchenden erkannt, in welchem Umfang sie ihren Körper gerabe burch ben -A u f en t ha11 im Hochgebirgsklima stärken können unb baß ihnen bie Ausgabe burch eine erhöhte Arbeitsfähigkeit unb Widerstands- kraft gegen bie Unbilben bes schweren Existenzkampfes roieber zugute kommen.
Worauf beruht nun eigentlich biefer geradezu rätselhaft erscheinend günstige Einfluß bes Höhenklimas? Eine wichtige Rolle in biefem Zusammenhang kommt natürlich ber Höhensonne zu. Die wissenschaftliche Forschung hat eingehend festgestellt, welche gewaltigen Unterschiede gerade in den fonnen- armen Wintermonaten von Dezember bis Februar in der Sonnende st rahlung der verschiedenen Gegenden bestehen. Während dieser drei Monate erscheint die Sonne im Durchschnitt in den Niederungen und an den beiden für uns in Betracht kommenden Meeren nur etwa 170 Stunden, gegenüber 238 Stunden im Mittelgebirge und bis zu 360 Stunden in den Hochgebirgsalpen. Die höchsten Sonnenzahlen erreicht der weltberühmte Kurort Davos durch eine besonders günstige Lage. Sonnenlose Tage gehören in diesen glücklichen Gegenden beinahe zu den Seltenheiten. Die Forscher Händel und Schultze haben berechnet, daß zum Beispiel von November 1927 bis Januar 1928 die Zahl der sonnenlosen Tage in Gießen 47 betrug, während sie bei einem 1800 Meter hohen Gebirgsort sich aus bie geringe Zahl von 13 verminderten.
Allein die bloße Berechnung der Sonnenscheinbauer kann die gewaltige Umstimmung unseres Organismus durch das Höhenklima noch nicht restlos erklären. Nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Sonnen st rahlen spielt hier eine Rolle. Die wichtigste Bedeutung kommt der Menge der ultravioletten Strahlen zu, die örtlich und zeitlich in wechselnder Zahl im Sonnenlicht enthalten sind.
Inwiefern kommt diese vermehrte Strahlung nun unserem Körper zugute? Bekanntlich wird unsere Haut durch die Einwirkungen der Sonne des Höhenklimas zuerst gespannt und gerötet. Dagegen schützt sich der Körper durch Ablagerung eines sogenannten P i g m e n t s, das sich durch zunehmende Bräunung der Haut zu erkennen gibt. Es wäre weit gefehlt, in biefer Bräunung lebiglid) einen kosmetischen Vorteil zu erblicken. Diel wichtiger ist der Umstand, daß die
unb sich dahin geäußert haben soll, daß die Aufnahmefähigkeit der Landwirtschaft für Ar- beitslose nur gering sei. Weiterhin betonte er, daß kein Mangel an Kulturland herrsche, bei richtiger Kultivierung wäre sogar ileoerflufo vorhanden. Das eine Gute hätten die Auseinander- sehungen in den letzten Wochen gebracht: man wisse jetzt, wo die Feinde der Landwirtschaft seien, und werde sich danach richten.
Zum Schlüsse betonte der Redner, daß außer der politischen auch die berufsständische Organisation notwendig sei, deshalb dürfe von den Landwirten keiner zurückstehen.
Mit einer Aufforderung, dem Can6bun6 bei- z u t r e t e n, schloß er die mit großem Veifall aufgenommene Rede.
Im Anschluß hier n fi hrte der Landcsvorsihende Dr. v. Helmolt etwa folgendes aus: Wenn jetzt die Landwirte sich so zahlreich versammelten, fo bringe das die Rot hervor, und die Einstellung, die die Reichsregierung gegenüber dem Rotruf des Reichslandbundes eingenommen habe. Bei dem Elend, das in der Landwirtschaft bestehe, hätten eigentlich deutliche Wone gesprochen werden müssen. Der Redner unterstrich und ergänzte zum Teil noch die Ausführungen des Vorredners, insbesondere hinsichtlich der Export- industrie, die auf Kosten des Inlandes 30 bis 7 0 v. H. billiger ausfuhre Er kam auf die Veredelungswirtschaft zu sprechen, die einen Rückgang bis zu 60 v. H. Sv verzeichnen habe, betonte, daß beispielsweise bor Margarinefabrikation etwa 95 v. H. ausländisches Material verarbeitet würden.
Er verlangte Zollfchuh gegenüber dem Ausland und Kontingentierung für alle Artikel, die wir selbst erzeugen können.
Alsdann forderte er zum Beitritt und »ur Star- kung des Landbundes auf, denn nur durch Zusammenschluß der Landwirte fei es heute mog- lich, etwas zu erreichen. Wenn der Bauernstand Zusammenhalte, werde auch diese Rotzeit de Vaterlandes überstanden werden.
Da der vorgesehene dritte Redner Landtagsabgeordnete Seipel, noch nicht erschienen war, sprach Landwirt Friedrich Hauser (Rieder- weise!) zur Diskussion. Er erinnerte an Die Zeiten Bismarcks und Caprivis. Weiterhin beteiligten sich daran Landwirt August Schneider und Philipp Räder (Ostheim).
In w schen war Landtag.abgeordneter Seipel (RSDAP.) erschienen. Er sagte u. a.: Heute sei es unter einer nationalen Regierung schlechter als unter der der Marxisten. Er verlangte Schuh der Arbeitskraft der Bauern, ebenso Wie bei Öen anderen. Er kam dann auf die Einführung ber Echlachtsteuer in Hessen zu sprechen, deren Ergebnis 2,5 Millionen erbringen solle.
Der Canbbunb habe hinsichtlich ber Schlachtsteuer nicht rechtzeitig opponiert, für bie Zukunft


