Ausgabe 
24.1.1933 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Aus der Provinzialhauptstadt.

Deutschland und die Ü-Booi-Frage.

Eine englische Folgerung aus den Abrüstungsverhandlungen.

Berlin. 24. Ian. (CND.-Funkfpruch.) DaS Präsidium derAbrüstungskonferenz in Genf hat sich, stets der Linie des geringsten Widerstandes folgend, zunächst mit zweitrangigen Fragen beschäftigt, wobei die Welt das Schau­spiel erlebte, daß ein Vertreter der Kleinen Entente, der gleichzeitige Generalberichtcrstat- ter der Konferenz ist, feine Stellung zu einem geschmacklosen A n g r i f f aus die Idee des M i n- dcrheitenfchutzes mißbrauchte. Wichtiger als diese Erscheinung eines falsch verstandenen inter­nationalen Parlamentarismus ist im Augenblick die Entwickelung der öffentlichen Olkeinung in den für die Abrüstung hauptsächlich maßgebenden Staaten.

Die heute aus England vorliegenden preffe- äufecrungcn zeigen, daß man dort beginnt, den praktischen Einzelheiten der aus der deutschen Gleichberechtigung zu ziehenden Folgerungen Aufmerksamkeit zu widmen.

Der Marinekorrespondent desDaily Tele­graph" bezeichnet es in einem Aufsatz als wahr­scheinlich, daß Deutschland formell das Recht beanspruchen wird. U-Boote zu bauen. Er bekämpft dieses Verlangen nicht etwa und unter­läßt es auch, in der anderswo beliebten Weife von deutschenAufrüstungsplänen" au sprechen Er weist vielmehr daraus hin, daß dieses Problem früher oder später akut werden müsse. Seit der Washing­

toner Konferenz von 1921, wo Großbritannien energisch auf Abschaffung der U-Boote drang, seien mehr Fahrzeuge dieser Art gebaut worden, als bei Ausbruch des Krieges vorhanden waren. Frankreich allein habe über 90 U Boote ge­baut, Italien 50 und Japan 60. Ueberdies besäßen die Ostsecmächte, Deutschlands unmittelbare Rach­barn, zusammen 33 000 Tonnen U Boote. Das deut­sche Argument würde unterstützt durch die wieder- holte Erklärung ausländischer, besonders französi­scher und japanischer Marinesachverständigen, daß Unterwasserfahrzeuge unentbehrliche Verteidigungs­mittel seien. Infolgedessen erhebe sich die Frage,

warum Deutschland allein unter allen Nationen nicht das Recht auf den Besitz dieser unentbehr­lichen Verteidigungswaffe haben soll. Das Blatt kommt zu dem Ergebnis, daß die Mächte nur die Mahl zwischen der Abschaffung der U-Boot- wasfe und der Zulassung einer entsprechend ausgerüsteten modernen deutschen Jlotte von Unterwasserschiffen haben.

Diese englische Objektivität in einer für England erfahrungsgemäß besonders wichti­gen und mit unangenehmen Erinnerungen ver­knüpften Frage unterscheidet sich in bemerkens­werter Weise von dem andauernden Propa- g a n d a l ä r m, der von Paris aus gegen dieabrüstungsstörenden deutschen Forderungen" inszeniert wird.

Der Putschversuch in Brünn.

Brünn, 23. Ian. (WTB.) Bei der hiesigen Polizeidirektion wurden heute den ganzen Tag über das Verhör der Teilnehmer an dem f a - schistischen Llcberfall auf die Kaserne des 4 3. Infanterie Regiments fort-

Radola Gajda, der frühere tschechische General- stobschef, der bereits einmal eine längere Freiheits­strafe verbüßte, ist wiederum verhaftet worden.

gesetzt. Der verhaftete Führer der tschechoslowa­kischen Faschisten, der ehemalige General und Ab­geordnete G a j d a . wurde heute vormittag durch eine Gcndarmericeskorte der Brünner Polizei- dircktion eingeliefert. Wie festgestellt wurde, war Gajda am vergangenen Freitag in Brünn und

hatte bei dieser Gelegenheit Unterredungen mit den dortigen Faschi st en. Unter den zahlreichen Verhafteten befindet sich der Leiter der Londespfandbeleihanstalt in Brünn namens Ruzicka, der in der Faschistischen Partei füh­rend tätig ist. Auch die Brünner Militärbehörden haben zwei Personen verhaftet, und zwar den Fähnrich Tefal, der kurz vor dem Uebersall aus die Kaserne mit dem Anstifter des Ueber- falls, dem Reserveoberleutnant K o h i n e k ge­sprochen hatte, und den Rittmeister I a k u b, der ebenfalls, mit Kotzinek verkehrte

Gajda gesteht.

Brünn, 23. Ian (WTB.) Das Verhör des Fa- fchistenführers und ehemaligen Generals Gajda, das bis in die späten Nachtstunden andauerte, hat ergeben, daß Gajda von den Vorbereitungen des faschistischen Ueberfalls aus eine Brünner Kaserne gewußt hat. Insgesamt wurden 63 verhaftete Teilnehmer an dem lieber- fall verhört.

Vie Monarchenbegegnung in Smaja.

D u k a r e st, 23. Ian. (WTB) König Alexan­der und Königin Maria von Südslawien sind Montag mittag in Begleitung des Außen­ministers I e s t l s ch hier eingetrosfen. Sie wurden am Bahnhof vom König Carol, vom Prinzen Michael, sowie vom rumänischen Außenminister und dem Kriegsminister begrüßt.

Nach einer Meldung desPester Lloyd" aus Sinaja ist Außenminister Titulescu plötzlich schwer erkrankt Er hat eine Mittelohrentzündung. Das Fieber stieg in den Abendstunden bis auf 39 Grad.

Strenger Winter von Schweden bis zur Adria.

Kältewelle in Schweden und England.

Infolge der außerordentlich starken Kälte aus Rordschweden werden über 40 Grad gemel­det sind die E i s v e r h ä l t n i s s e an der schwedischen Küste außerordentlich schwierig ge­worden. Mehrere Segelschifse sind eingefro­ren. Desgleichen der deutsche DampferEms- land" bei Granholm. Die staatlichen Eisbrecher traten in Tätigkeit.

In England herrscht zur Zeit starke Kälte. In London betrug die Temperatur in der letzten Rächt minus 7 Grad Celsius, was für englische Derhältnisse außerordentlich kalt ist. Eine so niedrige Temperatur ist seit vier Jahren nicht mehr in London gemessen worden. Weite Strecken Englands sind von Schnee bedeckt. Auf den Seen und Teichen widmet sich das Publikum dem seltenen Vergnügen des Schlittschuhlaufens.

Oie Eislage an der deutschen Wasserkante.

Die Eisbildung im Hamburger Hofen bereitet der kleinen Schiffahrt bereits beträchtliche Schwierigkeiten. Sechs staatliche Eisbrecher find während des ganzen Tages damit beschäftigt, das ncugebildete Eis aufzubrechen und die zujammen- getriebenen Eismassen in Bewegung zu halten. Auf der Unterelbe ist der kleine Verkehr stark beeinträch­tigt. Größere Schwierigkeiten hoben sich hier jedoch noch nicht ergeben. Wie berichtet, ist die Oberelbe bei Geesthacht z u g e f r o r e n , so daß man zu Fuß von einem Ufer zum anderen gelangen kann.

Infolge der Eisschwierigkeiten im Hu­sumer Wattenmeer mußte der Dampfschiffoerkehr nach den Inseln Nordstrand und Pellworm cinge- stellt werden. Während der Verkehr von Husum nach Nordstrand über den Nordstrander Damm möglich ist, wurde zur Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen dem Festland und Pellworm ein Flug­zeug angesordert.

Die Nordseeinsel Wangeroog ist durch die E«s - Verhältnisse vom Verkehr mit dem Festland ?anz abgeschnitten worden. Da jeht auch die D a m p- erverbindungen eingestellt wurden, hat man sich von Wangeroog aus an die Luftverkehrs- aefellschaft Wilhelmshaven-Rüstrinaen gewandt, die bereits im Winter 1929 bei Der damaligen Frost- periobe die Nordseeinseln von Wangeroog bis Nor­derney mit Post, Fracht und Medikamenten ver­sorgte. Die Luftverkehrsgesellschaft, die im Sommer den Luftverkehr nach den Bäderinseln mit drei Ma­schinen versieht, wird den Eishilfsbien st über­nehmen. Vorläufig wird eine Maschine in den Dienst gestellt. Ob der Etsdienst auch auf die übrigen Nordseeinseln ausgedehnt werden muß, hängt von der Dauer der Frostperiode ab.

Schneefall und Kälte im Osten.

Im Danziger Gebiet sowie im Gebiet des pol­nischen Korridors sind in den letzten 48 Stunden bei einer Temperatur von durchschnittlich 11 bis 13 Grad unter Rull starke Schneefälle niedergegangen. Im Danziger Gebiet liegt der Schnee durchschnittlich 35 bis 40 Zentimeter hoch.

In den letzten Tagen herrschte über dem ganzen Riesengebirgskamm schwerer Schnee st urm. Im Durchschnitt sind 30 Zentimeter Reuschnee ge­fallen. In den höchsten Lagen des Gebirges sank das Thermometer bis auf 23 Grad unter Rull. Bei dem Aufstieg von Hohenelbe nach den Schlüsselbauden verirrten sich zwei junge Leute und blieben erschöpst im Schneesturm liegen. Während der eine sich wieder aufraffen konnte und mit erfrorenen Gliedern die Bauden er­reichte, konnte der andere später nur noch als Leiche geborgen werden. Der Verletzte und ein Arzt, dem ebenfalls in der scharfen Kälte die Finger abgesroren waren, mußten ins Krankenhaus Hohenelbe eingeliefert werden.

Rhein undMosel führen starkes Treibeis

Im Laufe des Montags hat das Treibeis auf dem Rhein so stark zugenommen, daß in den Abendstunden die Koblenzer Schiffsbrücke in den Winterhafen gefahren werden mußte. Die Winterhäfen haben Vorkehrungen für schutz­suchende Schiffe getroffen. Die Mosel ist so dicht mit Eisschollen bedeckt, daß bei anhaltender Kälte mit dem Zufrieren des Flusses bei Lay (oberhalb Koblenz) gerechnet werden muß.

5 Grad Kälte an der Adria.

An der nördlichen Adria ist zugleich mit einem orkanartigen Rordostwind ein starker Kälte- e i n b r u ch zu verzeichnen. 3n Triest hat die Kälte in der Rächt zum Montag 5 Grad unter Rull erreicht. Die Dora weht mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 85 Stundenkilo­metern.

Kunst und Wissenschaft.

Tragischer Tod eines Musikdirektor».

WSR. 'Jll ainz, 23. Ian. gestern abend fand in der hiesigen Christuskirche ein Konzert zum besten der evangelischen Winterhilfe statt, das mit einem Orgelvortrag de« MusitdirektorS Friedrich Petersen aus Wiesbaden eingekeilt wurde. Kurz nach Beendigung des Präludiums erlitt dieser einen Schlaganfall und war in wenigen Augenblicken tot. Dos Konzert wurde abgebrochen und nach einem kurzen Gebet des Oberkirchenrats Zentgraf verließ die Ge­meinde tieferschüttert die Kirche.

Politik im Hause.

Der betrübte Familienvater sagt:

Durch unsre Politik, die sehr verschwommen, oertarnt und rettungslos verzettelt ist, hat unser Leben einen Knax betonimcn, der wie ein Wurm an meinem Herzen frißt. Die Kinder, sei es Mädel oder Bube, bekämpfen sich politisch kreuz und quer, und in der sonst so stillen Kinderstube geht es zuweilen wie im Reichstag Herl

Der Aelteste, als Obersekundaner, setzt seine Hoffnung auf das Dritte Reich. Der Zweite schwört, er sei Republikaner und starker Paneuropamann zugleich.

Sie toben oftmals wild und ungezügelt und haben neulich, seelisch aufgewärmt, die kleine Liesbeth mörderisch verprügelt, weil sie durchaus für Herrn von Papen schwärmt. Und erst die Frau! Sie hat mir schon seit durch viele Leitartikel angeregt, (Wochen, ihr Mißtrau'» unzweideutig ausgesprochen, das sie schon lange in der Seele trägt.

Das Wirtschaftsministerium, so weit sie, fei künftig besser wohl durch sie betreut. Man weiß es ja: Auf diese Art vereint sie zwei wichtige Ressorts zu gleicher Zeit.

Verrückt und widersinnig scheint mir alles ... Weil mich das laute Treiben nicht berührt, werd' ich von Frau und Kindern bestenfalles als Notregierungskanzler toleriert.

Ich habe wohl ein Amt, doch keine Meinung, weil meine Frau, die sehr politisch denkt, als dauernde, verewigte Erscheinung autoritär die Hausregierung lenkt.

Puck.

Wicficncr TSochcnmarktpreise.

* Gießen, 24. Ian. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkt das Pfund: Süßrahmbutter 110 bis 120, Landbutter 100 bis 110, Kochbutter 80 bis 90,' Matte 20 bis 25, Wirsing, gelb 8 bis 10, grün 13, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25, Anterkohlrabi 6 bis 8, Grün­kohl 15, Rosenkohl 25, Feldsalat 150, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3, Aepfel 18 bis 30, Dörrobst 35 biS 40, Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 93, Suppen­hühner 60 bis 80, Rüsse 35 bis 40; das Stück: Käse 5 bis 10, Tauben 40 bis 60, inländische Eier 11, Blumenkohl 30 bis 60, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,50 Mark.

Vornotizen

Lageskalender für Dienstaa: Stodttheater, 20 bis gegen 22.30 Uhr:Dr. mea. Hiob Prätorius". Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Llhr, Aus­stellung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Tar­zan".

Die Oberhesfische Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde (Ratur­wissenschaftliche Aoteilung) veranstaltet am mor­gigen Mittwoch im Realgymnasium eine Sitzung, in der Studienrat Dr. H e u h e l, Gießen, über das ThemaSchwingungserzeugung durch Rück­kopplung" sprechen wird. Roheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

" In den Ruhe st and versetzt. Auf sein Rachsuchen wird der Technische Assistent am Physikalischen Institut der hiesigen Landes- universität. Karl Habeney, mit Wirkung vom 1. Februar 1933 in den Ruhestand versetzt.

* Zwei Neunzigjährige. Frau Katharina Schiefer st ein Wwe., wohnhaft Goethestraße 69, konnte dieser Tage in voller geistiger und körper­licher Rüstigkeit ihren 90. Geburtstag feiern. Am heutigen Dienstag, 24. Januar, begeht außerdem Frau Marie A l b a ch, wohnhaft Alicestraße 34, im Vollbesitz ihter geistigen und körperlichen Kräfte das gleiche Jubiläum.

* Der W o ch e nmarkt einOpferder Kälte. Der eisige Wind, der heute morgen und schon die ganze Rocht über die Felder ging und um die Hausecken pfiff, hat die Landleute und Händler davon abgehalten, mit ihren Produkten

den Wochenmarkt aufzusuchen. Sicherlich haben sie nicht zu Unrecht vermutet, daß die Haus­frauen bei solchem kalten Wetter auch nicht gerne vor die Türe gehen und lieber in der Rachbar­schaft kaufen, um nicht weite IDeae machen zu müssen. So lag denn heute der Marktplatz recht verlassen da, und nur ganz wenige Stände waren aufgefchlagen. Die Käuferinnen, vielmehr die Un­entwegten unter ihnen, fanden sich sehr spärlich ein, und deshalb packten die wenigen Händler, die erschienen waren, auch bald wieder ein und zogen nach Hause.

" D i e Lohn unter Eis. Die strenge Kälte der letzten Tage hat es mit sich gebracht, daß die Lohn nunmehr mit Ausnahme weniger Stellen völlig zugefroren ist. Die wenigen Schnee­flocken, die am Sonntag herabwirbelten, be­decken in leichtem Hauch die Eisfläche und lassen sie in reinem Weiß erglänzen. Das Cis ist aber noch dünn. Vor dem Betreten sei dringend gewarnt. Die Eltern sollten nicht versäumen, ihre Kinder eindringlichst auf die Gefahr, die das Betreten des Eises der Lahn in sich birgt, aufmerksam zu machen.

* Städtische Brennholzversteige­rung. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen (Försterei Rödgen) wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchensche.ter 1. Klasse per Raummeter 8,80, Buchenscheiter 2. Klasse 6,60, Cichenscheiter 1. Klasse 6,80, Cichenscheiter 2. Klasse 5,00, Bu­chenknüppel 6,60, Eichenknüppel 1. Klasse 4,60, Eichenlnüppel 2. Klasse 4,00, Buchenstöcke 5,20, Eichenstöcke 4,00, Eichennuhscheiter 14,00, Buchen­reisig 3. Klasse pro 100 Wellen 14,00 Mk.

** Eine Mitgliederversammlung des Frauenvereins für Deutsche über See. Der Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche über See hielt, wie man uns berichtet, dieser Tage feine Mitgliederversammlung ab. Zunächst sprach Frl. Gertrud Hirsch einen Prolog, eine Bitte der Deutschen über See an die Deutschen im Mutter­land, ihrer nicht zu vergessen! Die 1. Vorsitzende, Frau Prof. Zwick, begrüßte die Anwesenden und berichtete über bte Tätigkeit des Vereins im ver­gangenen Jahre Die Veranstaltung im Sommer, die mit dem Kolonial-Frauenbund gemeinsam unter­nommenen Straßensammlung' im Oktober, die Bei­steuer zur Frauenwinterhilfe, die Leistung einer Sonderspende für die Errichtung einer dringend gewünschten zweiten Schwesternstation in Mbozi in iftafrifa usw. Ferner gab die Vorsitzende einen sehr anschaulichen Bericht doji der 42. Hauptversammlung des Vereins in Berlin, an der sie teilgenommen hatte. Sie hob besonders hervor, daß diese Tagung von dem Gedanken der Notwendigkeit der Fortfüh­rung der Arbeit getragen war. Der Schatzmeister, Bankdirektor Mattern, erstattete den Kassenbe­richt, der erfreulicherweise auch in dieser schwierigen Zeit günstig lautete. In vortrefflichem Vortrag, dem die Zuhörerschaft gespannt folgte, erzählte bann Frau von Oibtmann, vom Vorstand des Lan­desverbandes in Darmstadt, von deutschen Frauen, die hinausgezogen sind über See und von jenen deutschen Schwestern, die hinausziehen, um diesen Frauen zu helfen. Als die Regierung einst Pflege- anftalten und Krankenhäuser in den Kolonien er­richtete, erhielt der Verein die Aufgabe, diese An­stalten mit besonders gut geschultem Personal zu versehen. So kamen die Schwestern in die Kolonien und sind den Männern in schwersten Zeiten treue Mitarbeiterinnen geworden. Bald bedurfte man auch der Hebammenschwestern. Die Tätigkeit der Schwe­stern erstreckte sich von Ost- nach Südwestafrika, Togo und Kamerun, Neuguinea, Samoa und Stiau- tschau. Der Krieg machte den überall entstandenen Stationen ein hartes Ende. An Hand sehr guter Lichtbilder gab die Rednerin eine fesselnde Schilde­rung vom Hereroland Frau von Oidtmann führte die Zuhörerschaft bann weiter durch das Prin- zessin-Rüpprecht-Heim urtb bas Mütterheim in Sma- fopmunb, durch Krankenhäuser unb Kindergärten in Lüberitzbucht, Winbhuk, Dmaruru, in Musinbi. Mbozi unb in Angola. Es war ein Helbenlieb beut- scher Treue unb deutschen Opfermutes. Mit ber warmherzigen Ditte, bie Bestrebungen bes Vereins zu unterstützen, ber vielen Tausenben von Deutschen zum Segen bient, schloß bie Vortragenbe. Der Vor­trag fanb lebhaften Beifall. Frl. Hirsch bankte ber Rebnerin für ihre interessanten Ausführungen.

Oie deutschen Eislaufmeister 4933

Sanbtner (links) und arwa beim Start. Im 500 Meter-Lauf siegte Barwa über Sanbtner, der dann den 5000-Meter-Lauf in neuer Rekordzeit gewann.

Derbandsspiel Ergebnisse aus dem Gau GießemWehlar.

DezirkSklasse 1 (Gruppe Lahn): Frohn- hausen Ockershausen 4:0; Wallau Wetzlarer SV. 1:0; VfB. Gießen Breidenbach 4:1 (2:0).

DezirkSklasse II: Ehringshausen Weil­burg 1:3 (1:2); Aßlar Dissenberg 1:0; Dis­kirchen SV. Wetzlar 2 3:1; Löhnberg Rieder- airmes 1:2; Daubrinaen Ettingshausen 6:1 (3:0); 1900 Gießen 2 Leihgestern 1:0 (0:0).

Gauklassr T: Wiendorf Ulm 1:2 (1:2); Hermannstein Werdorf 0 2 abgebrochen: Burg- solms 2 Draunfels 4:3; Oberndorf Wetzlarer SD. 3 7:4 (3:1); Garbenteich Butzbach 2 1:1» 1900 Gießen 3 VfB. Gießen 3:1; Heuchelheim Wieseck 3:1 (1:0); Lich Steinbach 0:2 (0:1).

Gauklasse 11: Büblingshausen 2 Dau­born 2 5:2 (1:1); Dutenhofen 2 1900 Gießen 4 1:1; Steinbach 2 Lollar 2 1:4 (0:2); Krofdorf Lollar 3 1:6 (0;l); Muschenheim Steinberg 2