Ausgabe 
23.12.1933 Drittes Blatt
 
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Aufmarsch im Fernen Osten.

Son unserem TR <8cnd)krflatter

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Schanghai. November 1933

Seitdem zwijchcn Rußland und 3apan eine er­neute Spannung cinfliiretrn ist. haben China und Japan wieder Verhandlungen be­gonnen. Verhandlungen, die nicht offiziell sind Die Auswärtigen Minister beider Länder können mit einigermaßen gutem Gewissen erklären, mir wissen von goe nicht». 'Über e» linden doch tatsäch­lich sehr ernsthaite Besprechungen einflußreicher Politiker beider Lander statt, und man muh damit rechnen, bah sich die beiden seindlichen Brüder des Fernen Ostens demnächst mit einem f e ft e n Programm an d-n Verhandlungstisch setzen. Das Wort ..Verhandlungen" ist in dieser Zwischen­pause der Kampfe im Fernen Osten überhaupt das Schlagwort geworden. Nicht nur Japan und China suchen eine Klärung ihrer Beziehungen herbeizu­führen. in Nanking verhandelt So wset-Ruß­land mit der chlneslscyen Regierung in Tokio verhandelt Rußland mit Japan und hier glaubt man. daß in Genf und London wichtige Darsprechungen zwischen China und den europäischen Machten stattsinden All diese Arbeit der Diplomaten dient jedoch nicht etwa der Beilegung des bestehenden Konfliktes. Im Ge- aenteil. man rüstet sich auf die künftigen Schwierig­keiten. und e» kommt darauf an, die Stellung der Machte in dem befürchteten großen Pazifikkonslikt im voraus sestzulegen

Seitdem die russisch-japanischen Beziehunaen sich »um ersten Male seit 1905 wirklich ernsthaft zuge- spihl haben, bemüht sich Japan offenbar, seine Beziehungen zu China wieder normal zu gestalten Diese japanische Politik entspringt nicht einmal ausschließlich militärischen Gesichtspunkten Wenn Japan wirklich in einen offenen Konflikt gegen Sowjet-Rußland geriete, würde es gezwungen sein, stlne ganze militärische Macht ein- zusetzen. Und wenn China bann noch im Süden al» Gegner stehen würde, so wäre das deshalb militä­risch nicht so wichtig, weil diese«Reich der Mitte" fetzt bereits mit drei Divisionen in Schach gehalten wird. Aber die japanische Diplomatie würde sich im Konfliktfalle bemühen, den Krieg an der sibirischen Grenze zu lokalisieren, und wenn man zu China in einem erträglichen ober gar gutem Verhältnis steht, wirb die Einmischungsmöglichkeit der anderen Mächte wesentlich geringer.

Die Japaner sind an sich bereit, für die Wieder­herstellung normaler Beziehungen mit China Opfer zu bringen. Wenn sie gegenüber den Weltmächten im Fernen Osten sich behaupten, werden sie zuletzt doch mit China machen können was sie wollen. Denn in Japan rechnet man mit einem baldigen Internationalen Konflikt, und so schnell kann China nicht erstarken. Die Japaner bieten der Nanking- Regierung ziemlich viel. Erstens eine Garantie gegen neue Angriffe. Tokio will feierlich abschwören, daß es jemals die Ruhe Nordchinas durch militärische Bewegung von der Großen Mauer stören wird. Zweitens will Japan die Zen­tralregierung in ihren Differenzen mit einzelnen Provinzialregierungen un­terstützen. Die Nanking-Regierung, die ja ihren Machtbereich in den letzten Jähren ständig aus­gedehnt hat, beherrscht heute das mittlere und un­tere Jangtse-Tal und, wenn auch weniger fest, den Norden Chinas. Kanton verwaltet sich ziemlich selb­ständig und macht allmonatlich der Zentralregierung große Schwierigkeiten. In Schantung herrscht der General Han Fu Tschue, der sich zwar äußerlich korrekt verhält, aber sich doch von Nanking nichts vorschreiben laßt. Die Gegner der Nanking-Regie- rung, vor allem Kanton, haben in den letzten zwei Jahren stets eine besonders japanfeindliche Haltung eingenommen. Das war In China populär. Außer- dem machte man noch der Zentralregierung, öle man bekämpfen wollte, die größten Schwierigkeiten. In Kanton gingen die Anti-Japan- und Anti-China- Agitationen Hand in Hand. Die Japaner bieten nun an, bah sie in biefen Differenzen ber Zentral', reglerung mit ben einzelnen Provinzen zusammen mit Nanking arbeiten. Wenn also Kanton Selbstän­digkeitsgelüste zeigt, so wollen die Japaner energisch auftreten und ben Konflikt durch Verhandlungen mit ber Zentralregierung beilegen, die dadurch auch In den entfernteren Landesteilen Herr der Situation werden würden.

Die Japaner bieten außerdem noch ein Dritte«. Sie wollen auf ö l e Exterritorialität, die konsulare Gerichtsbarkeit und alle anderen Vor­rechte verzichten, um die Japan-China-Derstän- blgung auch bei den Massen populär zu machen. Die» ist wirklich für China ein verlockendes Ange­bot. Aber gegenüber diesen Versprechungen steht ein unlösbares Problem. Das Ist ble Existenz von Mandfchukuo. Hier können die Japaner keine Zugeständnisse machen, weil sie ja gerade in ihrem Konslikt mit Rußland Mandschukuo unbe­dingt brauchen Sie wollen allerhöchsten« so weit gehen, daß N dem neuen grundlegenden Vertrag mit China, den man, nach alle dem Vorangegange- nrn, wohl al« Friedensoertrag bezeichnen kann. Mandfchukuo gar nicht erwähnt wird. Aber dies Zugeständnis betrachten die Chinesen al» eine reine Äußerlichkeit, weil ja ble Tatsache bestehen bleibt, daß China stillschweigend ben statu« quo In ber Mandschurei anerkennt Au» diesem Grunde bleibt e» höchst zweifelhaft, ob derFriedensver- frag" geschlossen wird

Aber die Befprechungen, die zur Zeit gepflogen sind, sind sehr ernsthaft Der chinesische Gesandte In xoflo, der auch aus seiner Berliner Tätigkeit be­kannte General 11 d) I a n q T f o Ping, der zwei Jahre angeblich krank in seiner j)eimat weilte, ist vor kurzemgenesen" und auf seinen Posten nach Japan zurückgekehrt. Außerdem verhandelt der iapanischc Gesandte L r i y o s ch i in Peiping mit dem dortigen chinesischen Dberfommanblercnben Ge­neral Hang F u. der als der japanfreundlichste chinesische Politiker bekannt ist. Nach Nanking selbst bat man überdies in besonderer Mission einen DI- Slomaten geschickt, ber der Träger eine» ganz gro* rn Namen» ist, ben Prinzen T o k u g a w a. einen nqebörfgen jener Familie, die noch vor hundert Jahren die eigentlichen Regenten in Japan waren Man hat also viele Elsen im Feuer, und wenn an irgendeiner Stelle der Verhandlungsfaden abreißt, sind damit doch nicht alle Brücken abaebrochen

Die chlneslsch-ruffischen Verband- lu n ge n drehen sich um einige allgemeine poli­tische und wlrtfchaftliche Fragen- Errichtung von Filialen ber russischen Regierunastrust». verpslich- tung Sowiet-Rußlands, keinerlei Propaganda zu treiben und die roten Aufstände im Innern nicht zu unterstützen und ähnliche». Daneben wird jedoch ein militärisch lehr wichtiger Plan erörtert Die Russen wallen für China eine (Tllenbahi- linl* bauen, die sich in Süblltnrien an die Turkjibahn anfchließt. durch chinesisch Turkestan.

Sinlang genannt die Mongolei und che westlich­sten Provinzen de» eigentlichen China» fuhrt und schließlich in der alten Stadt S'anfu den An- schluh an eine bestehende belgische Bahnlinie rin- bet Diele» Projekt hat für Die Chinesen großes wirtschaftliche» Interesse, weil die Erschließung von chinesisch Turkestan von großer Bedeutung ist Die Rusten würden sich selbst jedoch durch diese Eisenbahn einen neuen®egnad)bem F e r n e n Osten erschließen, den sie im Ernstfälle militärisch sehr gut ausnutzen können Also auch diese Verhandlungen sind eine Vorbereitung auf ben Konfllktfall

Dagegen haben sich die r u l f i f d) j a p a n i f cf) e n Verhandlungen totgel a u f e n. Ja­pan hat sein Angebot, daß es die Ostchinesische Bahn kaufen will, zwar nicht zurückgezogen, aber

allerhand Verärgerungen verhindern, daß man an den Verhandlungstisch kommt. Die russischen Ver­öffentlichungen über angebliche japanische Anschläge in Charbin haben vollend» alle weiteren Diskus­sionen abgeichnitten Die Japaner wollten zuerst energisch protestieren Dann haben sie auch das ge­laßen Es scheint schon zu spät für Proteste zu sein Statt dessen rüstet man aus beiden Seiten militärisch. Die Japaner haben drei Divisionen, die sechste, neunte und elfte nach Korea geschafft Die Russen haben Truppenkonzentrationen von unbe­kanntem, doch wahrscheinlich sehr bedeutendem Um­fang vorgenommen All diese Entwicklungen ge­meinsam erregen jene große Nervosität im Fernen Osten, die man schon fast als Kriegspsychose be­zeichnen kann

Aus her provinziaihaupistahi.

Weihnachten.

Wunderbar reich ist die Ausgestaltung, die das Weihnachtsfest in der Kunst, In der Dichtung und in den Bräuchen der Völker erfahren hat. Deutsche, italienische und niederländische Maler haben mit­einander gewetteifert, den Vorgang im Stalle zu Brthlehem, Maria und das Jesuskind darzustellen. Mit Immer neuem Rankenwerk haben sie das zur Darstellung gebracht: Maria Im Rosenhag, Maria Im Walde, wo Erdbeeren aus dem Grün hervor­leuchten, Maria, umgeben von Tieren, Maria im Hirtenhause, Maria im Bauernhause. Aus alter deutscher Zeit sind reüenbe, naive Volkslieder, die von Joseph, der das Kindlein wiegen hilft, von den Hirtenknaben, die in der Christnacht sich über­legen, was sie dem Kinde schenken wollen, zu uns herüber gekommen. Noch heute kommen am ersten Weihnachtstage Hirten aus ber Campagna nach Rom, sie kommen, wie es in dem deutschen Liede heißtherbei mit Pfeif' und Schalmei". In alter Zeit hat man in Deutschland Krippenspiele aufge- fuhrt, und heute noch gehen in Gebirasgeaenben andächtig gestimmte Menschen über tiefverschneite Wege hinauf zur Christmette in ihr Kirchlein.

Ueber diesen finniaen Bräuchen darf nicht oer- gessen werden, was Weihnachten im letzten Grunde bedeutet. Es ist das Geburtsfest Jesu. Die Slugs- burgische Konfession sagt in ihrem dritten Abschnitt: Item es wird gelehrt, daß Gott der Sohn sei Mensch worden, geboren aus Maria ber reinen Jungfrauen, und daß die zwo Naturen, göttliche und menschliche, in einer Person, als unzertrennlich, oereiniat ein Christus sind, welcher wahrer Gott, wahr Mensch ist. wahrhaftig geboren, gelitten, gekreuziget, gestorben und begraben, daß er ein Opfer wäre nicht allein für ble Erbsünde, sondern auch für alle andere Sünde, und Gottes Zorn oerfühnet." Dieser in der Sprache der Theologen der Reformationszelt abgefaßte Satz enthält die große Wahrheit, daß In Jesus sich Himmel und Erde berühren und daß Jesus gekommen ist, die Menschen selig zu machen. In Jesus tritt Gott Pbenbig in die Zeit, in die Erdennot herein. In un- sch-inbarer Gestalt, in Knechtsgestalt, wie die Bibel sagt, ist er erschienen, arm und verkannt ging er seinen Weg, aber er brachte in seiner Person, in feinem Werke, in feinem Worte hie ewige Gnade und die ewige Wahrheit in die Welt. Das bezeu­gen seine großen Worte:W°r mich sieht, der si-het b"n Vater. Ich und der Vater sind eins." Das Menschenherz, das vom Schicksal hin- und herge­trieben, in Anast und Unruhe versetzt wird, ver- langt nach Trost und Frieden. Das findet es, wie die Erfahrung vieler Geschlechter aus einem bei­nahe zwestausendfähriaen Geschichtsverlaufe be­zeugt, in dem, der im Mittelpunkte des Welhnachts- festes steht.

Diele Menschen lassen sich an diesem Feste mit sentimentaler Stimmung erfüllen, sie stehen gerührt unter b-m Weihnachtsbaum, ober sie feiern bas Fest fröhlich unb heiter. Damit kann es nicht ge­nug fein, fonberllch nicht in unserer Zelt. In Jesus ist ben Mäulchen Gottes große, ewige Liebe zuteil aeroorben Weihnachten ist bas Fest ber Liebe. Diese Liebe bars sich aber nicht nur auf ble Familienan­gehörigen unb ble Hausaenossen erstrecken, sie muß alle Dolksaenosien umfaffen. Noch albt es unter uns viele, bi» keine Arbeit und Infofgebeffen kein Brot haben Bis das große W"rk unsere» Führers unb Volkskanzlers, ble fetzt noch abseits vom Wege Stehenden wl-der in die Arbeitsfront elnzuoliedern, noch nicht völlig zu Ende gebracht ist. muß barm­herzige Liebe eingreifen. In der Heiligen Schrift hat d-r Gedanke von her S'lhstverleuanung unb bem Dofer zum ersten M"le Gestalt gewonnen, unb

Ortsbriefzustellung ganz aus Die Drts-Oelb- Zustellung (ohne Postaufträge) geschieht am mor- eigen Sonntag wie an Werktagen: an ben beiben Feiertagen fällt sie aus. Pakete am Ort werben am morgigen Sonntag wie an Werktagen zugestellt, am ersten Feiertag erfolgt eine Zustellung in ber Zeit von 8.30 bis 13 Uhr, am 2. Feiertag fällt ble Zustellung aus. Am Sonntag unb am 1. Feiertag wirb bie Lanbzustellung lohne Postaufträge) wie an Werktagen gehanbhabt Am zweiten Feier­tag fällt ble Lanbzustellung aus. Die Verzol­lung ber Weihnachtsoakete (Abfertigung beim Hauptzollamt) ist am Sonntag von 10 bis 12 Uhr unb am 1. Feiertag von 11 bis 12 Uhr möglich. Oer nee Le ter des Finanzamts (Mieden

Oberregierungsrat Sdjmibt vom Finanzamt Offenbach-Lanb ist mit Wirkung vorn 1. Januar 1934 ab zum 23 tr ft eher bes Finanzamtes Gießen ernannt worden.

Flaggenehrung in den hessi'chenSchulen

Die Tlinifterialabtellung für Bllbungswesen, Kul­tus, Kunst und Volkstum hat folgende Anordnung getroffen: Zum Beginn der Schule nach allen Ferien und zum Schulschluß vor allen Ferien hat eine Flagacnehrung vor ber gesamten Schülerschaft burch Hissen bzw. Nieberholen ber Reichsfahnen, nf-rbunben mit einer kurzen Ansprache unb bem Singen einer Strophe bes Deutschlanb- unb bes Horst-Wessel-Liebes, ftattjufinben.

Oer Saarkinder Oank.

Brief von einem Saarflnb.

Im Namen sämtlicher Saarklnber erlaube ich mir bie Bitte, folgenben Brief imGießener An­zeiger" veröffentlichen zu wollen:

Wir sprechen sämtlichen Pflegeeltern, welche Saar- kinber hatten, unseren besten Dank aus, benn unser Erholungsurlaub war zu schön unb bie vier Wochen waren zu schnell herum. Wir wären gerne noch län­ger geblieben, aber leiber ging bas nicht Ich war mit 8 Saarkinbern in bem schönen Dorf Rutters­hausen zur Erholung, wo es uns sehr gut gefallen hat. Besonbers mir, benn meine Pflegeeltern waren Familie Friebrich Moos, Ruttershausen, Schul- straße 18, denen ich meinen betonteren Dank aus­spreche.

Heil Hitler! Saarkind: Werner Bollinger, Saarbrücken 5., Gravelotterstraße 7."

Tretet dem ^eichsbund Volkstum und Heimat bei!

Im Relchsbund Volkstum und Heimat, Land­schaft Rheinfranken-Hessen unter Füh­rung bes Ministerialrats Ringshausen, wer­ben in Fachgruppen alle Fragen bes Tierschutzes, ber Helmotkunbe unb bes Naturschutzes, bes Volks- tums unb ber Volkskunde, der Heimatgeschichte unb Denkmalpflege, sowie ber Volksbilbung in sorg­samster Weise betreut unb geförbert. Zur Unter­stützung biefer lobenswerten Bestrebungen ist bie Mitgliebschaft aller beutschen Volk,- genossen brlngenb erforberllch. Jeber eutsche Volksgenosse reihe sich in biefe Front der Kulturarbeit ein. Anmelbungen werben in ber G e - schäftsstelle bes Gießener Anzeiger«. Gießen, Schulstraße 7, entgegengenommen. Auf­nahmeerklärungen liegen hier bereit. Der Monats- beitrag beläuft sich auf 25 Pfennig, bafür wird die illustrierte Monatsschrift (jede Nummer 30 Seiten stark), geliefert. Die Aufnahmegebühr beträgt 1 Mk. Wer vor dem 1. Januar 1934 seine Aufnahme er­klärt, ist von ber Aufnahmegebühr befreit.

Reichsbund der deutschen Beamten.

wichtig für alle Beamten!

Der Retchsbund ber beutschen Beamten wird vom 1. Januar 1934 ab die einzige tätige Beamten- Organisation sein. Die bisherigen Beamtenoerbände sind überflüssig geworden. Um der gewaltigen Ar­beit, die mit dem Ausbau bes Reichsbundes ber beutfdjen Beamten oerbunben ist, gerecht werden zu können, ist es notwendig, eine Mitgliedersperre ein. zuführen.

Vom 2 9. Dezember 1 933 ab i st bie Aufnahmesperre von Mitgliedern für den Reichsbund der deutschen Beam­ten angeordnet worden.

Deutsche Beamte beeilt Euch! Jeder er­kläre sofort seinen Beitritt zum RDD. wenn er nicht außerhalb ber Beamtenorganisation stehen will. Folgt bem Beispiel der ersten Million und beweist damit ble Geschlossenheit ber deutsch n ®eruf»beamten. Keiner bars fehlen! E» ist Sache eine« jeben beutschen Beamten, bis zu die- sem Zeitpunkt sich zu biefer Gemeinschaft gefunden zu haben.

Die Anmeldungen auf bem vorgeschriebenen Vor- bruck rnüsien bi» spätesten» 27 Dezember 1933 bei meinem Stellvertreter Pg. Ulrich. Hauptzollarnt Gießen eingereicht fein

NSDAP

Amt für Beamte. Krei» Gießen. Heß.

Bund Jlationa'sozialistischer Deutscher Juristen

Der Bezirksobmann für den candgerichtsbezirk Gießen.

Am 6. unb 7. Januar 1934 findet bie erste GautagungbesBNSDJ. GouHessenln Darmstadt statt. Dieser Hessische Juristentag soll die Verbundenheit zwischen den einzelnen ©liebem de» beutschen Rechtsstandes nach außen zum Ausdruck bringen unb weiterhin die Verbundenheit zwischen Volk unb Recht bokumentieren

Das vorläufige Programm: Bi» Samstag um ' 13 Uhr müssen alle Mitglieber In Ihre Quart ere eingewiesen sein: 15 Uhr. Eröffnung be» Juristen- tags; 16 Uhr: Ein Vortrag; 20 15 Uhr: Große öf­fentliche Kundgebung Sonntag vormittag: 10 Uhr: Amtswalterappcll. 15 Uhr: Größerer Vortrag;

17 Uhr: Beenbigung des Juriftentags und kamerad­schaftliches Zusammensein im Saalbau. Nähere« wirb in ben nächsten Tagen bekanntgegeben

Ich mache darauf aufmerksam, bah bie Teilnahme an btesem Gautag für alle Mitglieber, auch ble an- gemelbeten, eine seldstverstänbliche Pflicht ist Wer an ber Teilnahme verhindert ist, hat bies bis späte­stens 31. Dezember b. I. an den Unterzeichneten mit- zuteilen.

Ein Quartieramt ist in Darmftabt eingerichtet, bas bie Unbemittelten mit Freiguartieren unb bie Be­mittelten mit billigen Quartieren versorgen wird. Auch hierzu wird nähere Mitteilung noch folgen. Bei ber Eisenbahn sind entweder Sonntagsfahr- karten zu benutzen, ober wo bie» nicht möglich ist. bleselbe Vergünstigung burch Gesellschaftsfahrten zu erreichen. Auch hierzu wirb nähere Anweisung noch folgen

Heil Hitler!

Der Bezirksobmann:

Luley, Rechtsanwalt unb Notar.

Technische AothU'e.

Der Reichsführer ber Technischen Rothilfe hat ble Im Juni ungeordnete Tlitglieberfperre mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

Für bie Aufnahme als Nothelfer gelten die von bem Herrn Reichsminister bes Innern In ben neuen Reichsrichtlinien barüber getroffenen Bestimmungen. Danach können Nothelfer werben: Deutsche ari­scher Abstammung, bie nach Gesinnung unb bisheriger Betätigung bie G e - währ bafür nieten, baß s i e jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat e i n t r e t e n.

Erwünscht sind Melbunaen von Angehörigen ber hanbwerklichen unb technischen Berufe, aber auch von Angehörigen anberer Berufszweige, wenn sie zu körperlichen Arbeiten geeignet unb gewillt sind. Die Bewerber sollen möglichst nicht unter 30 Jahre alt sein.

Gesuche um Aufnahme sind unter Beifüaung eines kurzen Lebenslaufes, eines polizeilichen Führungs­zeugnisses, bas von ben zuftänbigen Polizeiämicrn kostenlos ausgestellt wirb, unb einer eidesstattlichen Versicherung arischer Abstammung (bei Verheirateten

zwar in bem. ber am Kreuz für ble Menschheit gestorben ist. Es ist nicht f-'icht. Selbstverleugnung zu üben, weil hier ber Mansch, um anberen zu helfen, auf bas eia-ne Wohl verzichten muß. E» ist manchen auch nicht leicht, ein Dofer zu brinaen, mell es stch ba um Verzichtleisten hanbeft Vielen ist es schwer. Geld unb Gut für anbere zu ovfern. hier muß beraffe Adam", wie Luther lagt, erst ertötet werben Wer aber einmal bie Freube in ben Auaen derer, für ble er Selbftnerleuanuna ne- übt «mb für bie er ein Onfer aebracht hat alän- »*n lah. ber weiß daß Gehen seliger ist hrnn Nehmen Jetzt ist es für leben Deutschen eine Vs'icht. stch in ber Ovferb-reitschaft für h-brnnate Vntk«,. n-nnfsen zu fib»n. aber a»«ch bns Wort he- Apostel» Paulus zu bedenken imh sich inn-rsich »u einen zu machen-Einen fröhlichen Geber hat (Bott n-b "

H.B

Do^weibnackt in den Kircben.

Der Reichsführer be» Winterhilfswerkes hat im CE1nn*mehmen mit dem Herrn Reichsvrovaaanba. Minister den Wunfch au»aespre>ch-n. baß die Kir- chen in den letzten Tnaen nor W-Ibimchtkn aeijffnet. tunlichst weihnachtlich.festlich aelchmückt. erleuchtet "nb erwärmt werden Ferner tollen zu b-ftimmter ^elt. etwa an den Abenden. Weihnachsl'ed^r xum Vortran D-nm-mätz m--h-n heute

♦an> die S'"dt- unb Joh-'nne-ei'-ch. non 1R b>» *0 Uhr eröffnet mürben Die Mhr'schöume merben hrenn-n. und zwischen 1« und 19 Uhr ro-rb-n von den Organisten Weibnachtssieder gespielt werden.

O>e vost

toäbrenb frtr Weibnock^Sseiertaqe.

, Das Postamt Gießen gibt zur Aufklärung über den Dienst an den Postanstalten während ber Deihnachtsleiertage folqenbe» bekannt Der S d) al­le r b i e n ft wird am Sonntag, Montan unb Diens­tag wie an Sonntagen gehandhabt. Tafetan- »o b m e und -Ausgabe sind am Sonntag in der Zeit von 8 bi» 12 unb von 14 bl» 16 11 br nur beim Hauptpostamt mäilich Die Briefkasten- Entleerung erfolat am Sonntag unb an den n,ib«'r Feiertaa-n wie d Sonntagen. Die Ort«. Briefzustellung aeiAlrht am -oraigen Sonn- tag wie an Decklagen lzweimoN. am ersten Frlertog wie an Sonntagen, am zweiten Feiertag fällt die

AS.-vago, Kreisanitsleitung wen.

An alle Qrlsgruppen-Amtsleller ber NS.-Hago, Jnnungsführer und Führer kaufmännischer Organi­sationen im kreis Gießen.

Auf Grund einer Verfügung des Stabsleiters der PO., Pg. Dr. Ley, vom 6. Dezember 1933 haben alle Betviebslnhaber in Handel, Handwerk und Ge­werbe, sowie alle Arbeiter, Gesellen, Angestellte und Lehrlinge, bie In ben Betrieben des gewerblichen Mittelstandes tätig sind, ihre Anmeldungen zurDeutschenArbeitsfrontbeiden Amts­leitungen der NS.-Hago zu vollziehen.

Wir bitten, entsprechend der obigen Verfügung des Pg Dr. C e n alle Betriebsinhaber, ihre Angestellten, Gesellen und Lehrlinge auf diese Verfügung auf­merksam zu machen

Da am 1 Januar 1934 für die Deutsche Arbeits­front eine Aufnahmesperre eintritt, empfiehlt e» sich, ble Anmeldung sofort vorzunehmen.

Die Anmeldungen sind bei ben nachfolgen, ben Amtsstellen der NS.-Hago zu vollz ehen.

1. Gießen: Kreisamtsleitung ber Ns -Hago Dießen, Seltersweg 89.

2. Allenborf a. d. Lahn: Ludwig Weiß V., Weiß- binbermeifter.

3. Allenborf a b Lumda unb Climbach Jost Den­ner, Bauunternehmer, Allenborf a. d. Lumda.

4. Annerod: Ludwig Wächter, Pflastergeschäst

5. Beuern und Bersrod: Ludw. Wilhelm Amok», Schreinermeister, Beuern.

6. Daubringen unb Mainzlar: August Weimer, Deißdinbermeister, Daubringen.

7. Ettingshausen, Münster, Qber-Besiingen, Röth­ges: Karl Seipp, Zimmergeschäft, Ettingshausen.

8. Garbenteich. Albach. Hausen, Steinbach Dllh Mohr. Stembruchdesitzer in Gardenteich

9 Geilshausen unb Reinhardsdain: Emil Nau, Steinbruchbesitzer in Geilshausen.

10 Großen.Duleck Alten Buleck. Oppenrod, Röd­gen, Trohe: Heinrich Schnegelsberg, Spengler und Installateur. Großen.Buseck

11- Drohen-Linden Gg. Textor, Kaufmann, Frank­furter Straße 34.

12. Grünberg, Beltershain, Göbelnrod, Lauter, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain: Otto Stein. Schneidermeister, Grünberg, Marktstr. 9.

13. Grünlngen und Dorf-Gill. Ferd. Weiß, Bäcker­meister, Grüningen.

14. Heuchelheim: Ludwig Rinn XVII., Streiner- meister, Gartenstraße 9.

15. Holzheim, Eberstedt, Oberhörgern: Andreas Zeitz. Kaufmann, Holzheim.

16. Hungen, Bellersheim, Inheiden, Langd, Ron- nenroth, Obbornhofen, Rodheim, Steinheim. Trais-Horloff, Rabertshausen, Utphe, villlngen: Georg Muller, Schneidermeister in Hungen, Bellersheimer Straße 10.

17. Klein-Linden: Willi Fey, Schreinermeister, Frankfurter Straße 108.

18. Lang-Gons: Karl Müller, Metzgermelster.

19. Leihgestern und Watzenborn-Steinberg: Phllipp Brück, Weißbindermeister, Leihgestern. Bahn­hofstraße 20.

20. Lich, Arnsburg, Bettenhausen, Birklar. Langs­dorf, Muschenheim: Karl Schwab, Uhrmacher, Lich, Oberstadt 5.

21. Lollar, Ruttershausen, Staufenberg: Ernst Lud­wig Weimer, Buchdruckerei. Lollar. Lumda- straße 20.

22. Londorf, Allertshausen, Kesfekbach. Odenhausen, Rüddingsdausen: Heinrich Rink, Bäckermeister, Londorf, Allendorfer Straße 8.

23. Lumda und Beltershain: Heinrich Schnecker, Schuhmacher, Lumda.

24. Quecfbom und Harbach: Ludwig Linkmann L, Küferei. Quecfbom.

25. Reiskirchen, Hattenrod, Lindenffruth. Winne­rod: Heinrich Debus, Zimmergefchäft, Reis­kirchen.

26. Saafen und Reinhardshain: Wilhelm Kutscher, Saasen.

27 Treis a. b Da.: Heinrich Becker, Schreiner- meister.

28. Wieseck: Karl Kirchner, Eisenhändler.

Hell Hitler!

gez.: Schimmel, stellv.Gauamtsleiter d. NS.-Hago.

F. d. R.: Steinhäuser, Referent.