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Simultanspiel gegen den deutschen Schachmeister. Der Schachklub Gießen hatte für ben Freitagabend zu einer außerordentlichen Veranstaltung eingeladen. Der Deutsche Schachmeister B r i n l - mann (Kiel) weilte in Gießen und hatte sich bereit erklärt, gegen die Mitglieder und Gäste des Gießener Schachklubs ein Simultanspiel auszutragen. Die Veranstaltung war sehr gut oesucht. Es sanden sich aus dem Äreis der Anwesenden nicht weniger denn 26 Spieler, die im friedlichen Wettkampf am Schachbrett in den Wettbewerb mit dem Schachmeister traten. Der Führer des Schochklubs, Dr. Gerhard, hieß die Teilnehmer, besonders aber den Schachmeister willkommen. Der Schachmeister nahm dann sofort den Kamps aus, der über drei Stunden in Anspruch nahm. Rasch ging Schach- meister Brinkmann von Brett zu Brett, rasch folgten feine Entschlüsse, Zug um Zug entwickelten sich aus den 26 Brettern die Kampfe, die vom Schachmeister mit großer Sicherheit geführt und zum grögten Teil in ihrem Verlauf auch bestimmt wurden. Mit großem Interesse waren alle beteiligt und auch die Zuschauer, deren eine stattliche Anzahl erschienen war, folgten den Partien mit großer Aufmerksamkeit. Dabei blieb immer noch Zeit zu manchem Scherzwort zwischen dem Schachmeister und den Spielern. Don den 26 ausgetragenen Par- tien konnte der Schachmeister 21 gewinnen, drei endeten Remis, und zwei wurden von ihm verlo- ren. In die Erfolge teilten sich folgende Herren: Gewonnen: Studienreferendar Knoll fKelsterbacher Schachoerein), Herr Scheffer (Schachklub Gießen). Remis: Lehrer Stumpf (Garbenteich), Professor W e i ß g e r b e r und Dr. Gerhard (sämtlich Schachklub Gießen). Die Veranstaltung nahm einen sehr harmonischen Verlauf. Das Spiel gegen den Schachmeister dürfte manchem der Gießener Schachspieler wertvolle Anregungen vermittelt haben.
Graf von Beroldingen gestorben.
In München starb in der Nacht zum Samstag Egon Graf von Beroldingen an einer im Verlauf eines Gallenblasenleidens aufgetretenen Leukämie. Graf von Beroldingen war feit acht Jahren Direktor des Flughafens Frankfurt a. M. und erster Vorsitzender Der Frankfurter Sportgemeinde Eintracht. Er stammt aus Ludwigsburg, das Stammschloß der Familie von Beroldingen steht in der Schweiz am Vierwaldstätter See.
Graf von Beroldingen, der im 48. Lebensjahr stand, war tm Kriege Rittmeister und Flieger- offizier, zuletzt Major und Kommandeur des Fluglagers Böblingen bei Stuttgart.
Deutschlands Meisterturner in Wiesbaden.
Zwölf der besten Stunftturner der Deutschen Turnerschaft, unter ihnen die drei Ersten aus dem Zwölfkampf beim Deutschen Turnfest in Stuttgart, der Sieger Krötzsch (Neurössen) pnd die beiden Zweiten Winter (Frankfurt) und Sandrock (Langenfeld) sowie der deutsche Kunstturnmeister Frey (Bad Kreuznach), bestritten am Samstag- abend und Sonntagnachmittag tm Saale des Wiesbadener Kurhauses ein großes Schauturnen. Ge
zeigt wurden Kürübungen am Darren, Pferd und Reck sowie Freiübungen. Die Meister des Turnens waren an beiden Tagen in ihrem Element. Die zahlreichen Zuschauer bekamen ganz erstklassige Proben deulichen Geräteturnens zu sehen und karg- ten auch nicht mit Beifall. Der Turn'esksiegcr Krötzich war nur am Sonntag an den Darbietungen beteiligt, so daß die Vorstellung am zweiten Tage ein besonderes Gepräge erhielt. Die llebunaen sianden unter Leitung des Männerturnwartes Der DI., Direktor Martin Schneider (Leipzig). Der neue Gauführer des Gaues XIII der DI., Sommer (Speyer), hielt am Samstagabend im Rahmen der Vorführungen eine Begrüßungsansprache. Das Programm wurde durch Darbietungen Wiesbadener Turnerinnen ergänzt.
(Sarnera bleibt Weltmeister.
Paollno über 15 Runden nach Punkten geschlagen.
Wegen der großen Hitze, die jetzt noch in Italien herrscht, mußte der Beginn des Weltmeisterschaftskampfes zwischen dem Verteidiger Primo (Kamera-
Primo Camera.
Italien und dem Spanier Paolino Uczudun um einige Stunden verlegt werden. Erft gegen 19.30 Uhr begann im Park der Villa Borghese zu Rom der Kampf, der mit einem knappen Sieg des italienischen Titelhalters endete. Zunächst war bas Treffen ziemlich ausgeglichen, erst nach und nach setzte sich die körperliche Ueberlegenheit des italienischen Riesen durch. Der spanische Holzfäller war aber nicht kleinzukriegen und steckte alle noch so schweren Brocken ein. Von der Hörte des Spaniers zeugt am besten die Tatsache, daß sich der Italiener in Der neunten Runde bei einem dramatischen Schlagwechsel bre rechte Hanb brach. Irohbem kämpfte ber Italiener weiter unb kam nach Ablauf ber 15 Runben zu einem oerbienten Punktsieg.
Der Sieg bes Titelhalters konnte nicht fonber- lief) überzeugen.
Fußball des Sonntags.
Oie Ergebnisse der BezirksNaffe. 1900 Gießen — Marburg 1:0 (1:0). Ockershausen — Steinberg 3:2 (0:1).
Wetzlar — Grohkarben 2:0 (0:0).
Die I a b e II e ber Bezirksklasse im Bezirk Gießen weist nach ben Spielen des gestrigen Sonntags fol- genben Stanb aus:
Ockershausen 1900 Gießen
Spiele
6
4
Gew. Unentsch. Bert Punkte
3
2
1
2
2
0
7:5
6:2
Spv. Wetzlar
4
3
0
1
6:2
Groß-Karben
5
2
2
1
6:4
Bad-Nauheim
4
2
1
1
5:3
Germania Mar
5:3
bürg
4
2
1
1
Steinberg
5
1
2
2
4:6
BfB. Gießen
5
1
1
3
3:7
SB. Lollar
2
0
0
2
0:4
BfR. Butzbach
3
0
0
3
0:6
19OOt£igo) gegen Germania Marburg (Liga) 1:0(1:0)
Die beiben Punkte, bie bie Spieloereinigung aus diesem Spiele buchen konnte, waren reichlich mühselig errungen unb wären ben Blauweißen saft entglitten, wenn ihnen nicht ein Handelfmeter zu Hilfe gekommen wäre. Allerdings hätte das Ergebnis auch 2:0 lauten können, ja sogar müssen, denn ber Schiebsnchter erkannte ein einwanbfreies Tor nicht an. Das Spiel selbst war nicht uninteressant, wenn man auch (auf beiben Seiten) bessere Leistungen erwartet hatte.
Der Spielverlauf brachte zunächst stürmische Angriffe bei stetig wachsenbem Tempo. Wahrenb ber ganzen ersten Halbzeit würbe bas Spiel außer- ordentlich schnell geführt unb brachte im Wechsel ber Angriffe interessante Kampsmomente. 1900 sicherte sich eine leichte Felbüberlegenheit von Anfang an, ab, wie leiber schon so oft, würbe sie ober konnte sie nicht ausaenützt werden. Alle aufopfernde Aufbauarbeit ber Läuferreihe lief sich in ber Stürmerreihe tot. Heilmann war ber treibenbe Geist.
In ber 15. Minute würbe ber Ball knapp über dos Tor gejagt, bie Marburger waren aber eine Minute spater auch nicht geschickter. '23alb barauf standen bie Blauweißen wieder günstig, ein Bombenschuß von Lust landete aber an Der Latte. Ein stürmischer Angriff ber 1900er folgte nun, aber in dem Hin unb Her vor bem Tor ber eifrig vcr- teibigenben Gäste kam keiner ber Blauweißen recht zum Schuß. Die Marburger waren in der Verteidigung zäh und unermüdlich und machten es ben Stürmern ber Spielvereinigung sehr schwer, sich burchzusehen. In ber 30. Minute entwickelte sich wieder eine heftige Kampfszene vor bem Gästetor, aber in ber allgemeinen Aufregung kam man wieder nicht zum befreienden Torschuß. Ein scharfer Schuß auf das Tor wurde vom Marburger Tormann (der übrigens ganz ausgezeichnet hielt) glan- flenb abgewebrt Erft in ber 3* Minute brach der Bann. (Jin Handelfmeter wurde von Bromw glatt Derro?nbelt, obwohl ihn bie Marburger burch ein plötzlich erhobenes Iirdianergeheul irre zu machen
versuchten. Unter allgemeinem Gelächter ging ber Ball aber sicher in bas Netz.
Nach bem Seitenwechsel flaute bas Spiel etwas ab. Die Mannschaften hatten sich in ber ersten Spielhälfte sehr ausgegeben. Zwar ging ber Ball nach wie vor flott hin unb her, aber zu ben stürmischen Angriffen ber ersten Halbzeit kam es nicht mehr. Der weitere Kampf spielte sich meist in ber Spielfelbmitte ab, zäh wurde gekämpft, viel kombiniert unb zwar auf beiben Seiten, ber Erfolg war aber gleich Null. Die wenigen Bälle, bie auf bie. Tore gingen, würben von ben Hütern sicher gehalten. Nur einmal würbe ber Marburger Tormann burch einen Ball von Grünewalb überrascht, ber haarscharf an ber Latte vorbei in bas Netz ging. Eine nicht ganz verstänbliche Entscheibung bes Schiebsrichters versagte bem Tor bie Anerkennung. Gegen Schluß bes Spieles vergab Luft freistehenb eine Chance, inbem er weit Daneben- schoß.
Insgesamt waren bie Blauweißen etwas besser, Tormann, Verteidiger unb Läuferreihe ohne Tadel. Leiber floppte es im Sturm wieder nicht Das Ergebnis hätte sonst anders gelautet. Die Marburger waren technisch nicht schlecht aber sehr unklar und unsicher in ihrer Kombinationsarbeit. Das Spiel wurde sehr fair geführt. Der Schiedsrichter konnte wenig befriedigen.
Die zweite Elf der Spieloereinigung spielte auf eigenem Platze gegen die 2. Mannschaft von Collar unentschieden 2:2. Die Schüler verloren gegen die Schüler von Watzenborn-Steinberg mit 0:1 Toren.
GauUga - Verbandsspiele im Gau XII (Nordbesten).
Aus ber großen Zahl ber überrafthenben Ergebnisse, bie ber Sonntag im Gau Xll (Norbhessen) brachte, ist besonders die Niederlage von Hanau 93 gegen Hessen Hersfeld mit 1:2 (1:2) zu erwähnen. Aber auch sonst gab es Verblüffendes genug. Der VfB. Friedberg tarn gegen Herrnannia Kassel nur zu einem knappen 4:*-(3:l=)Sieg, Borussia Fulda besiegte den Spielverein Kassel nur 2:1 (2:1), und mit 7:3 (5:2) war Kurhessen Marburg über Sport Kastel siegreich. SC. 03 Kassel schlug Kurhesten Kassel 3:1 (2:0).
Spiele Tore Punkte
Hanau 93 6 20:5 10:4
VfB. Friedberg
7
19:13
10:4
SC. 03 Kassel
6
14:9
9:3
Kurhesten Kassel
6
18:11
8:4
Borussia Fulda
6
11:8
8:4
Hessen Hersfeld
6
7:7
7:5
Spielverein Kassel
5
7:9
4:6
Kurhesten Marburg.
5
15:19
2:8
Sport Kastel
6
7:26
2:10
Herrnannia Staffel
6
7:18
0:12
Aus anderen Gauen.
In Sonern blieb München 60 durch einen 2:0-6ieg über ASN Nürnberg vorne, während die Augsburger Schwaben im 1:2-Spiel gegen Schweinfurt 05 ihre ersten Punkte einbüßten und nun mit dem zweiten Platz vorlieb nehmen müllen. — Württembergs Tabellenführer ist weiter Union I Böckingen. Die Leute aus ber Heilbronner Vor
stadt besiegten diesmal den SC. Stuttgart mit 2:1. Unerwartet hoch fiel der 5:0-Sieg der Stuttgarter Kickers über den SSV. Ulm aus. — In Baden trafen beim Spiel KFD. — FFC. bie beiden Tabellenersten zusammen. Da sie sich mit einem 2:2 trennten, so haben sie ihre Posittonen gehalten, ber KFD. führt immer noch mit zwei Punkten Vorsprung.
Die Sensation bes Tages wirb aus Dresben ge- melbet, wo ber DSC. feinen alten Rivalen Guts Muths mit nicht weniger als 7:0 Treffern schlug. Unerwartet kam auch bie 1,3-Nieberlage, bie sich ber HSV. zuhause im Kampf gegen Holstein Kiel holte.
Handball der Sp.-Dg. 1900
Die erste Handballelf weilte zum ersten Pflichtspiel in Hachenburg und mußte Dort eine Niederlage von 2:4 Toren hinnehmen. Die 2. Handballmann- schäft spielte gegen bie Mannschaft bes Id. Beuern und gewann mit 14:4 Toren.
Kurze Sportnotizen.
Im Interesse einer einheitlichen Schießlport- Organisation hat sich das Nationalsozialistische Schießsportkartell aufgelöst und seine Einzelmitglie- der sowie die ihm angeschlossenen Organisationen dem Deutschen Schießsport-Verband zugeführt.
Norditalien schlug Branbenburg bei einem Fußball-Freundschaftskamps in Berlin vor 35 000 Zuschauern knapp mit 1:0 (1:0). Branbenburg B besiegte Pommern mit 5:1.
Nach einem 23jährigen Bestehen löste sich ber Deutsche Hockey-Bund bei seinem Bundestag am Sonntag im Berliner Haus ber Deutschen Presse als felbftänbige Organisation auf. Der Deutsche Hockey-Bund bleibt als Fachsäule im „Deutschen Tennis- unb Hockey-Berband" jeboch weiter bestehen.
Olympiasieger Oscar Friman ist in Biborg, wo er als Ringkampflehrer tätig war, im Alter von 40 Jahren mitten in feiner Lehrtätigkeit einem Herzschlag erlegen. Friman gehörte zu ben besten Slmateurringern der Wett, wurde in Antwerpen und Buris Olympiasieger und gewann zehn Jahre hintereinander die finnische Meisterschaft.
Der International Board, die Regelkommission für ben gesamten Fußballsport, hält feine nächste Sitzung im Anschluß an bie Fußball- Weltmeisterschaft am 2. Juni in Cannes ab.
Deutschland-Belgien 8:1 (2:0).
Nach 20 langen Jahren spielte Deutschlands Fuß- ball-National-Els zum ersten Male wieder gegen Belgien. Zu diesem Ereignis hatten sich im Duisburger Stadion etwa 30 000 Zuschauer eingefunden.
Die mannhaften:
Die beiden Mannschaften traten in folgenden Aufstellungen an:
Deutschland: Buchloh (Speldorf); Hundt (Essen), Busch (Duisburg); Janes, Bender, Bräuer (alle Fortuna Düsseldorf); Albrecht, Wigold (Fortuna Düsseldorf), Hohmann, Rasselnberg (beide VfL. Benrath), Kobierski (Fortuna Düsseldorf).
Belgien: Braet (Brügge); Debefen (Antwerpen), Smellinck (St. Gilloise); van Ingelgem (Brüssel), Hellemans (Mecheln), Declercq (Antwerpen; Torffsch (Brüssel), Voorhof (Liersche SÄ.), Lamoot (Brüssel), Sapes (Brügge). Weydijch (Brüssel). — Als Schiedsrichter amtierte zur vollen Zu- friebenheit ber bekannte Schwebe Otto O l s o n.
Oas Spiel vor her Pause
ließ bereits bie technische unb taktische Ueberlegenheit ber beutschen Mannschaft klar erkennen. Die Deutschen gingen sofort zum Angriff über unb fanben sich gut zusammen. Die Kombinationen bes beutschen Sturmes würben sehr schön oorgetragen. Mit ber Zeit tauten aber auch bie Gäste etwas auf. Ihre schnellen Flügel kamen einigemale sehr gefährlich vor bas Tor Buchlohs, doch zeigte sich bie- fer sehr sicher. In ber 20. Minute fiel bann ber erste Treffer für Deutschland Rasselnberg schloß einen Angriff ber linken Seite mit unhaltbarem Schuß ab. Schon neun Minuten später kam bann Hohmann mit einem zweiten beutschen Tor zum Zuge.
Aoch sechs deutsche Tore . . .
Nach bem Wechsel übernahm unsere Mannschaft sofort wieder das Kommando. Die Stürmer, die vorher ziemlich oft auf bie bekannte Abseitstaktik ber Belgier hereingefallen waren, stellten sich nun
bebeutenb bester und machten dadurch den Belgiern die Abwehr immer schwerer. Die beiden Flügel Albrecht unb Kobierski wurden von Bender mil Bällen geradezu gefüttert. Der Lohn blieb nicht aus. Schon in ber brüten Minute konnte Wigold einen von Braet zu kurz abgewehrten Ball im Nackschuß zum britten Treffer verwanbeln. Vom Wieoeranstoß weg kombinierte sich ber deutsch« Sturm wieder sehr schön durch und Hohmann konnte Braet erneut schlagen; 4:0 für Deutschland. Daraufhin wurden unsere Spieler haushoch überlegen. Die Belgier bekamen fast keinen Ball mehr an die Beine. Die achte Spielminute brachte bereit» bas 5:0. Diesmal war Albrecht ber Torschütze. Bet ben Belgiern machte sich eine immer größere Depression bemerkbar. Eine schöne Einzellesttung von Kobierski führte burch Wigold zum sechsten Tor. Bald darauf lenkte Hohmann zum siebten Treffer ein. Die Belgier versuchten noch einmal mit aller Macht bas Ergebnis zu verbessern, vergeblich. Fünf Minuten vor Schluß würbe Hohmann von einem Ball in ber Magengrube berart heftig getroffen, baß er ohnmächtig vom Platz getragen werben mußte. Auch mit nur vier Stürmern blieb unsere Mannschaft klar überlegen. Drei Minuten vor bem Abpfiff schraubte Kobierski bas Ergebnis auf 8:0. Man wartete bereits auf ben Schlußpfiff, als bem Belgier Lamoot noch ein Durchbruch und barmt ber Ehrentreffer gelang.
Kurze Kritik.
Deutschlanb hat hoch gesiegt. Unsere Mannschaft war um Klassen besser. Im Zusammenspiel, in ber Technik unb Ballbehanblung, in ber Schnelligkeit unb im Ideenreichtum. Die Belgier hatten Dem kaum etwas Gleichwertiges entgeaenzusetzen, ihre Spielauffassung war primüioer uno ihr technisches Können nicht ausgebilbet genug. Die Mannschaft mußte sich daher in der Hauptsache mit der Verteidigung abgeben Im Gesamten haben die enttäuscht, man hatte mehr erwartet.
Obecheffen.
Stadtratssihung in Buhbach.
pb. Butzbach, 21. Oft. In ber jüngsten Stabtratssitzung wurde folgendes beschloßen:
Zur Schlichtung des zwischen der Stabt Butzbach unb ber Provinz Oberhessen bestehenden Streites über bie Strompreise ist vom Hessischen Staatsministerium ber Direktor bes Elektrizitätswerkes Rheinhessen AG. in Worms, Dipl.« Ing. Radtke, als Sachverständiger ernannt worden. Der Sachverständige verlangt vor (Einleitung der Verhandlung die Unterzeichnung eines Reverses, wonach bie Stabt Butzbach verpflichtet wirb, die von ihm zu fäUenbe Entscheibung als rechtsverbind- lich anzuerkennen. Der Stabtrat genehmigt die Ausstellung des Reverses.
Zur Errichtung eines Schwimmbades hat die Stabt an ber sogenannten „Kleinen Bach" Gelände erworben. Die von ber Spülgasse zum Gamdacher Weg führenbe Saugasse ist somit überflüssig geworben unb soll in ben Bereich bes Schwimmbabes einbezogen werben. Es wirb beschlossen, bie Saugaste als öffentlichen Weg aufzuheben.
Der Stabtrat beschloß am 19. Mai d. I., bei allen Einkäufen nur ortsansässige deut- sche Gewerbetreibenbe arischer Abstammung zu berücksichtigen. Nach einem Erlaß bes Herrn Reichswirtschaftsministers unb bes Herrn hessischen Mini- fterpräftbenten barf ber Grundsatz: „Gemeinnutz Seht vor Eigennutz" nicht an die Grenzen unb nteressen einzelner Stäbte ober ßänber gebunben werben, da dies zu schweren Schädigungen der Ge- samtwiNschaft führen würde, wenn jede Stabt unb jedes Land den Grundsatz vertreten wolle,^daß künftig ihr Bedarf nur von Firmen ihrer Stadt oder ihres Landes gedeckt werben bürfe. Den beiben Erlassen gemäß beschließt ber Stabtrat, seinen Beschluß vom 19. Mai, insoweit ber Einkauf nur bei ortsansässigen Firmen vorgenommen werden barf, wieder aufzuheben
Weiterhin beschließt der Stabtrat, die Bürgersteuer für 1934 in gleicher Höhe wie im laufen- den Jahr, d. i. 500 v. H. des Reichssatzes, zu erheben.
Landkrets bhcßcn
£ Wieje ck, 21. Okt. Gestern abend fand eine Sitzung des Gemeinderats statt. Der Beitritt der Gemeinde zum Reichsumschuldungs- verband wurde beschlossen. Die vom Kreisamt oorgeschlagenen Aenderungen der Realsteuersätze wurden wie folgt genehmigt: für land- und forstwirtschaftlich genutztes Gelände von 70,4 auf 70,5 von 100 Mark Steuerwert, Gewerbekapital von 83 auf 87,5 und beim Oeroerbeertraa von 285,2 auf 285. Um die werteschaffcnde Arbeitslosensür- sorge zu betreiben, wurde beschlossen, auch In der Gemeinde Wieseck eine Anzahl Notftandsar- beiten ausführen zu lassen. Ein Erichen des Landeskirchenamtes, wonach die Gemeinde beim Orgelspiel bei Trauungen zwei Fünftel ber Kosten übernehmen sollte, wurde vorn Gemeinderat abgelehnt.
ch. Harbach, 22. Okt. Dieser Tage ereignete sich 1 auf ber Straße Harbach—Grünberg ein schwe
rer Unglücksfall. Der Arbeiter K Münch aus Harbach stürzte infolge Bruches ber Gabel feines Fahrrades so unglücklich auf bie Straße, bah er mit einer Gehirnerschütterung bewußtlos liegen blieb. Durch ein Auto wurde er In feine Wohnung verbracht.
4 Londorf, 22. Okt. Der Elektro-Installateur Wilhelm Pfeiff von hier stürzte, während er mit dem Verlegen einer Hochspannungsleitung beschäftigt war, von einem ber etwa acht Meter hohen Masten ab, da ihm ber Haltegürtei gerissen war. Der Verunglückte erlitt wie burch ein Wunder -um Glück nur leichtere Verletzungen.
Mreid Zricdverg.
3 Münzenberg, 22. Okt. Bor einigen Tagen lief in unserer Gemeinde als In einer ber ersten unseres Hesjenlanbes ber Film „Reichsparteitag 1933 ber NSDAP, zu Nürnberg." Den Münzenberger Teilnehmern gab der Film eine lebendige Wiederholung des gewaltigen Erlebniste» und den übrigen Zuschauern, die von hier, Trais- Münzenberg, Wohnbach und Rockenberg herbeigeeift waren, einen starken Eindruck jener imposanten läge der deutschen Freiheitsbewegung. Zu Beginn lief ein lehrreicher Erziehungsfilm für Haus und Schule unb zum Ende ein geschichtlicher Film „Moskau in Flammen", ber den Untergang des herrschsüchtigen Franzosenkaisers Napoleon L in Rußland und des deutschen Volkes Freiheitsbews» gung vor 100 Jahren zeigte. Stützpunktleiter Metzger schloß mit einem kurzen Schlußwort und einem „Heil" auf Volk unb Führer. Der Besuch von feiten Münzenbergs hätte bester fein können. Nachmittags liefen bie Filme vor ber Schuljugenb. Beide Veranstaltungen fanden Im Gasthaus ,Lum Löwen" statt.
Kreis -Ilsfeld.
ss Grebenau, 21. Okt. Die Mechanisch« Kleiderfabrik Georg Dietrich Bücking, Alsfeld, bie ihren hiesigen Betrieb in letzter Zeit vergrößert hot, beschäftigt gegenwärtig über 80 Personen. Da zur Zeit überwiegend Frauen und Mädchen in Arbeit stehen, will bte Firma durch Verbeste- rung und Vereinfachung ber Maschinen dazu übergehen, nur Männer zu beschäftigen, um damit dem Willen der Reichsregierung Rechnung zu tragen Zur Zeit werden Männer abends nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit angelernt, die in nächster Zeit, sobald bie erforderlichen Maschinen ausgestellt sind, zur Einstellung kommen.
Preußen.
Kreis Marburg.
0 Fronhaufen, 20. Okt. Bei der Sammlung für die Winterhilfe wurden in unserer Gemeinde etwa 340 Zentner Kartoffel, 84,25 Zentner Roggen und 1200 Mark Bargeld gezeichnet.________
evremuuii&cn der Redaktion.
11.30 blt 12.30 Ahr. 16 bis 17 Uhr. SanutN nachmittag geschlossen.


