Ausgabe 
23.11.1933 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 275 Drittes Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhesfen)

Donnerstag, 25. November M3

Ser Tag des deuffchen Handels in Braunschweig

Oben: Dr. v. Renteien, der Führer des Reichsverbandes des deutschen Handels, bei der Ansprache auf der großen Kundgebung in Braunschweig. Unten: Eine hübsche Gruppe aus dem FestzuZ: Ehrsamer Handel vor 100 Jahren.

Deutscher Gchauspielernachwuchs.

Ein Gespräch mit Lucie Höflich, der Leiterin der Staatlichen Schauspielschule in Berlin.

von Earl Dietrich Earls

Nachdruck verboten.

Wenn Sie meine Meinung über Schauspieler­erziehung hören wollen, so geht es in erster Linie darum, daß ein Schauspieler spielt, als ob die Dinge aus dem Augenblick geboren werden. Das Menschlich muß mit einfachsten Mitteln möglichst art ausgedückt werden. Es ist eine der größten Schwierigkeiten, den jungen Menschen klar zu machen, daß das Einsache das Beste ist. Alles kommt daraus an, die Rolle so darzustllen, wie der Dichter sie gesehen hat. Kritik an der Rolle habe ich als Schauspieler nicht zu üben. Ich muß hinein­steigen in die tausenderlei Rollen, die es gibt, muß die Rolle durchsetzen, ob klassisch, luftig oder traurig. Es hatte sich, besonders im Konversationsstück, eine Darstellungsweise herausgebildet, die unglaublich lässig war. Inneres läßt sich nicht dadurch ersetzen, daß man von außen Stimmung macht mit Licht­effekten und anderem. Es war eine schlechte Zeit im Theater, die von außen nach innen spielte. Wir müssen wieder von innen nach außen spielen. Man muß erleben, was man darstellt. Wenn man nicht schwitzt beim Theaterspielen, ist man nicht dabei. Ohne innere Erregung, ohne Hingabe an die Phantasie geht es nicht. Gewaltige Konzentra­tion ist erforderlich. Diese tiefe Bereitschaft muß im jungen Darsteller geweckt werden. Wer fein Tem­perament hat, soll um Gotteswillen nicht zum Thea­ter gehen."

Können Prüfungen über die Eignung ent­scheiden?"

Nur -teilweise. Deshalb wird den Schauspielschü­lern eine Art Bewährungsfrist gegeben von einem halben Jahr. Bei unserer Prüfung, Anfang Oktober, hatten wir über hundert Prüflinge. Davon habe ich zwölf als begabt aufnehmen können "

Bringen die jungen Menschen heute noch die selbe Begeisterung für das Theater mit wie früher?"

Durchaus! Aber ihr Idealismus wird heute oft auf eine härtere Probe gestellt. Man darf auch nicht vergessen, unter welchen Bedingungen diese jungen Menschen aufgewachsen sind. Sie scheinen alle etwas schwächer in ihrem Wollen. Und es gibt doch keinen Beruf, der so schwer ist und für den körperliche Kräfte so unerläßlich sind wie für den des Schauspielers und Sängers. Ge­legentlich hat es auch die Vorstellung gegeben, man geht zum Theater, bekommt etwas Geld und es wird schon gehen. Das Theater ist heute weniger denn je eine Versorgungsanstalt. Es kann nicht jeder zum Theater."

Wie werden die Schüler unterrichtet: ist nach Ihrer Meinung das Wort ober ist der mimische Ausdruck voranzustellen?"

Was ich zu fördern versuche, das ist das abso­lute Zusammengehen dieser Dinge. Den Motor gibt das Seelische, der Gedanke, der Dichter und also das Wort. Dabe» muß im Kleinen begonnen werden. Der Schüler mag Rollen, auch große, ler­nen, soviel er will. Nur darf er nicht, wenn er zum Theater kommt, gleich große Rollen spielen. Als ich zum Theater ging, mußte ich Pagen spielen, Papier aufheben', auch die einfachsten handwerklichen Dinge wollen gelernt fein. Die Entwicklung darf nicht zu schnell gehen. Der Unterricht muß den Grund legen zu größter Stetigkeit. Es ist jungen Darstellern in der letzten Zeit oft zum Verhängnis geworden, daß sie keine ausreichende Basis hatten. So war der Er­folg Zufallsfache, oft nur herbeigeführt durch den äußeren Typ des Schauspielers."

Diese rein zufällige Auswahl des Nachwuchses nach dem Vorbild des klischierenden Films war wohl sehr verbreitet?"

Die liberalfttische Bühne hat sie leider überall nachgemacht. Es gab zahlreiche junge Talente: nur haben sie oft nicht durckae-balten. In der zweiten

Rolle fühlten sie sich bereits Star, wurden mit einem bestimmten Stempel versehen und blieben auf dem Anfangniveau stehen. Ein junger Darstel­ler müßte bald dies, bald jenes spielen, um sich zunächst einmal zu erproben. Oft eignet sich auch ein junger Schauspieler gut für ältere Rollen."

Sie halten demnach nicht viel von der Ein­teilung nach Fächern?"

Nicht allzu viel!"

Kann ein bestimmter Abschnitt der Dramenlite­ratur, ein bestimmter dichterischer Stil Ausgangs­punkt der schauspielerischen Erziehung sein: zum Beispiel das klassische Drama?"

Wenn jemand einen Klassiker gut spielen und sich körperlich und geistig bewegen kann, dann wird er in den meisten Fällen, leichtere Rollen ebenfalls spielen können, was umgekehrt nicht der Fall ist. Wir haben früher alle klassische Rollen und Verse sprechen gelernt. Das ist auch heute nötig."

Die schauspielerische Erziehung ist natürlich mit dem Verlassen der Schule nicht abgeschlossen Die Zufälligkeiten des Betriebes, denen der junge Schau­spieler ausgeliefert wird, werden die Ergebnisse des Unterrichts gewiß oft wieder gefährden. Zum Bei­spiel kann er in ein unheitliches und widerspruchs­volles Ensemble geraten: wird er nicht durch die Kollegen, die in ganz anderer Schule stecken, von seinem Wege abgelenkt werden?"

Davor schützt die jungen Leute gewöhnlich ein gesunder Instinkt. Sie tippen fast immer auf einen, der etwas kann. Sie kritisieren, suchen sich ein Vor­bild. Eine gewisse jugendliche Selbstüberschätzung ist im Spiel: sie können nicht wissen, ob sie das, was sie schlecht finden, selbst schon können. Doch das ist gut so!"

Die größte Gefahr besteht gewiß darin, daß die jungen Schauspieler zu Regisseuren kommen, die sie falsch führen."

So ist es. Es kommt alles auf d i e Praxis der Regisseure an! Sie müssen den jungen Leuten helfen: denn abgesehen von den überschäu­menden Talenten, bei denen der Saft an allen Ecken herausspritzt, können Anfänger sich nicht allein zu­rechtfinden. Man beachtete die jungen Leute in den letzten Jahren im allgemeinen nicht genug. Sie wurden als Staffage benutzt. Ich habe bei meinen Gastspielen oft den Eindruck gehabt, daß mit den Anfängern nicht genug gearbeitet wurde, Schuld war die durch die finanzielle Unsicherheit hervorgerufene Probehetze. Es muß wieder ein Zu­stand erreicht werden, daß ein Theaterleiter nicht ständig durch den Vorhang gucken muß. Es geht nicht, daß Stücke in Uebereile herausgebracht wer­den, vor allem nicht mit jungen Darstellern."

Halten Sie F i l m a r b e i 1 für den jungen Dar­steller für schädlich?"

Ich bin der Meinung, daß der junge Mensch vor allem erst seinen Beruf gelernt und sich auf der Bühne erprobt haben muß, bevor er im Film spielt. Sonst ist der Film eine Gefahr. Ich glaube aber auch, daß die Aussicht wieder besser werden wird, sich am Theater durchzusetzen.

Buntes Allerlei.

Ein Sohn sucht seinen Vater in Ehina.

Ein ungarischer 20jähriger Pfadfinder Josef Keresztesi Kiß hat sich jetzt auf eine Fahrt begeben, um in China seinen Vater zu suchen, der dort im vergangenen Jahr auf geheimnisvolle Weise ver­schwand. Er nimmt auf diese lange Reise kein Geld mit, aber er hat ein Freibillett bis nach Schanghai bekommen und verschiedene wichtige Empfehlungs­briefe, darunter einen von Herrn von P a p e n , der ein Freund des Verschollenen ist. Der Vater

des jungen Mannes, Keresztesi Kiß, hat ein wechseloolles ßben geführt. Nach dem Studium trat er in ein ungarisches Ministerium ein und befand sich bei Kriegsausbruch in Ostende. Er wurde nach London gebracht und interniert; nach wenigen Wochen erhielt er aber die (Erlaubnis nach Amerika zu gehen, wo er als Anwalt tätig war. Hier wirkte er rür die Sache der deutsch-österreichischen Ver­bündeten und schloß damals auch, wie Budapester Blätter berichten, Freundschaft mit dem deutschen Militärattache Herrn von Papen. Als er bann nach Ungarn zurückkehrte, nahm er dort seine Praxis als Anwalt auf, lebte eine zeitlang in Bordighera und ging schließlich nach China, wo er verschwunden ist. Der Sohn will nun alles daransetzen, um seinen Vater wiederzufinden.

Oie ungelehrigen Meerschweinchen.

Bei den Intelligenz-Prüfungen, die mit so vielen Tieren oorgenommen werden, ist man nun auch zu den Meerschweinchen gekommen, die freilich ihr Examen schlecht bestanden haben. Wie Werner Fische! imBiologischen Zentralblatt" berichtet, legte er Meerschweinchen außerhalb des Geheges Blätter hin, die die Tiere mit dem Maul nicht mehr erreichen, sondern nur mit einem Faden her- einziehen konnten. Gleich beim ersten Versuch zog das eine Tier das Blatt am Faden herein, Der zweite hatte nach verschiedenen fehlerhaften An­strengungen, wie graben, Nagen am Gitter usw., nur einen zufälligen Erfolg; beim dritten Male wurde das Blatt mit dem Faden bis in Reichweite gezogen und von da ab immer ins Gehege. Wenn man aber glaubt, daß das Meerschweinchen den Zusammenhang zwischen Faden und Blatt erfaßt hatte, so wurde dies durch weitere Versuche nicht bestätigt. Wenn es nämlich wirklich der Fall wäre, müßte das Meerschweinchen zwischen Fäden, an denen ein Blatt befestigt ist, und zwischen leeren

Fäden unterscheiden, so lange nämlich die Blätter in Gesichtsweite des Tieres liegen. Fische! legte nun vier Fäden durch das Gitter, und zwar zwei, an denen Blätter befestigt, und zwei, die ohne Lock­speise an einem Brett sestgemacht waren. Es er­gab sich, daß die Meerschweinchen der Reihe nach an allen Fäden zogen, ohne sich zu vergewissern, ob auch ein Blatt vorhanden war. Diese Geschöpfe sind also recht ungelehrig; nur eines lernten sie: Wenn sie nach einigem festen Ziehen an dem fest- gebundenen Faden nicht zum Ziele tarnen, gaben sie diesen Versuch auf. Die Tiere behielten also, was ihnen (Erfolg brachte, und was t nicht; aber darüber, warum das geschah, stellten sie keine Be- trachtungen an.

Das Flugzeug alsGrüne Mrnna^.

Der zum Verbrechertransport benutzte Wagen hieß in Berlin früher dieGrüne Minna". Eine solcheGrüneMinna" der Luft ist jetzt zum ersten­mal in den Vereinigten Staaten verwendet worden, und zwar im Zusammenhang mit dem Prozeß, her gegen die Entführer des Delmagnaten Charles Urfchel geführt wird. Da infolge von Drohungen die Gefahr einer gewaltsamen Befreiung der 93er- hafteten besteht, wendet man im Gefängnis die größte Vorsicht an. Diese hielt man auch bei der Ueberführung eines der Schuldigen, desMaschinen­gewehr-Kelly", und seiner ebenfalls angeklagten Frau für notwendig. Als sie aus dem Gefängnis von Memphis in Tennessee nach Oklahoma City zur Verhandlung gebracht wurden, beförderte man Kelly, der an einen Polizeiinspektor gefesselt war, in einem Flugzeug, in einem andern seine eben­falls gefesselte Frau, und zur Wache flogen noch verschiedene, mit schwer bewaffneten Schutzleuten besetzte Maschinen mit. Auf diese Weise ging der Gefangenentransport schnell und sicher vonstatten.

©.Jt.-lfpori

Fußbattergebniffe der Kreisklaffen Gießen.

1. Kreisklasse: Großenbuseck Wieseck 4:1 (2:0); Garbenteich Leihgestern 0:9 (0:5); SC. Wetzlar Ulm 1:1 (0:1); Burgsolms Bissen- berg 3:1 (1:1); Ulrichstein Schotten 1:4 (0:4); Grimberg Ruppertsburg 1:2 (1:1).

Kreis-Sonderklasse: Naunheim Wiß­mar 15:0 (3:0).

2. Kreisklasse: Bieber Hausen für Bie­ber gewonnen; Grünberg 2 Nonnenroth 6:0 (4:0); Ruppertenrod Niederohmen 0:5 (0:3); Kraftsolms Oberndorf 2 2:4 (1:2); SV. 05 Wetzlar 3 Waldgirmes 6:2 (3:0); Stockhaufen Oberndorf 1:3 (0:2); Leun Büblingshausen 4:2 (2:1); Ober­biel Sportfreunde Wetzlar 2:5 (2:1); Braunfels Bonbaden 4:1 (2:0); Albshaufen Braunfels 2:1 (0:1); Burgsolms 2 Bissenberg 2 3:0 (2:0); SC. Wetzlar 2 Ulm 2 7:4 (3:2).

1900 Liga - Naunheim 1.5:0 (1:0).

Die Mannschaft des Fußballsportvereins Naun­heim, die in ihren bisherigen Spielen der Kreis­sonderklasse mit meist zweistelligen (Erfolgen zu glänzen wußte, fand am gestrigen Mittwochnach­mittag auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 in der Liga des Platzoereins ihren Meister. Es war schon nach zehn Minuten klar, daß die Gäste kaum einen hohen Sieg erringen würden. Die Elf der Spielvereinigung war in einer Spiellaune, wie man sie in den letzten acht Wochen kaum ge­sehen hatte. Die Spielvereinigung trat in der ge­meldeten Aufstellung an.

Der Spielverlauf sah zunächst keine der beiden Mannschaften im Vorteil. Es entwickelte sich ein raumgreifendes, schnelles Spiel. Die Angriffe auf beiden Seiten wechselten mit stereotyper Regel­mäßigkeit ab. Immer wieder aber wehrten die Verteidigungen ab. Die Naunheimer Verteidigung tat es mit viel Glück, die Verteidigung des Platz­besitzers mit unbeirrbarer Sicherheit. Schon in der zehnten Minute verwandelte Heilmann einen Straf­stoß aus großer (Entfernung zum Führungstreffer. Der Gästetormann ließ sich den Ball über die Hände gleiten. (Eine Minute später vergab Zeiler, der völlig frei vor dem Tore stand, die eindeutigste Chance des ganzen Spieles. Er schoß weit da­neben. Die Gäste, etwas aus dem Konzept gebracht durch den unerwarteten Erfolg der Platzbesitzer, gingen mit erhöhtem (Eifer auf das Gießener Tor los. Ader alle Bemühungen blieben vergeblich. Die Verteidigung Luft und Lippert klärte immer wieder. Gegen Ende der ersten Halbzeit tarnen die Gäste etwas auf, aber ihr Sturm mar viel zu unsicher, um Tore schießen zu können. Bis zur Halbzeit war keiner der Mannschaften mehr ein (Erfolg beschieden.

Nach der Pause liefen die Blauweißen zu ganz großer Form auf. Trotz des scharfen Tempos schon in der ersten Spielhälfte, ging man auch jetzt wie­der mit allem (Eifer an den Gegner. Die Erfolge blieben nicht aus. Schmelz konnte auf Vorlage von Zeiler bald nach Wiederbeginn auf 2:0 erhöhen. Die Gäste gaben aber nicht nach. Unvermindert heftig ging der Kampf auf und ab. Allmählich ge­wannen die 1900er immer mehr die Oberhand. Als Schmelz auf Vorlage von Zeiler abermals ein­senden konnte, war das Spiel schon für die Hiesigen entschieden. Heilmann konnte nach kurzem Ge­plänkel vor dem Tor durch scharfen unhaltbaren Schuß auf 4:0 erhöhen. Im Anschluß an einen Eckball, von Zeiler getreten, vom Tormann der Gäste ins Feld zurückgeschlagen, vom freistehenden Roth ausgenommen und mit Bombenschuß ver­wandelt, wurde das Ergebnis auf 5:0 gestellt. Die Gälte resignierten und trugen die ihnen unge­wohnte Niederlage mit Würde.

Die Mannschaft der Spielvereinigung lieferte diesmal ein ganz ausgezeichnetes Spiel. Unüber­windlich war die Verteidigung. Lippert ragte her­vor. Luft gefiel mit genauen Abschlägen. Schlarb war sehr sicher. In der Läuferreihe lief Heinbach zu großer Form auf. Heilmann war wieder Klasse, Langsdorf ebenfalls in bester Form. Der Sturm war weitaus besser als sonst und hatte in Pflieger einen brauchbaren neuen Mann. Jeder einzelne tat seine Schuldigkeit, so daß die Erfolge nicht ausbleiben konnten. Die 1900er waren den Gästen technisch überlegen und setzten mit ihrem Kopf­spiel die Naunheimer matt.

Bei Naunheim mangelte überraschender Weise das Verständnis, das anscheinend durch vieles Red^n ersetzt werden sollte. Der Sturm fand sich zu keiner einheitlichen Aktion zusammen. Bei allem Eifer mußten der Mannschaft die Erfolge versagt

bleiben. Die Verteidigung war schlecht, und sie dürfte den größten Teil der Schuld an der ver­hältnismäßig hohen Niederlage tragen. Der Schieds­richter leitete sehr korrekt. Das Spiel war, ins­besondere von Wetzlar her, gut besucht.

Zahlreiche Fußballspiele für die Winterhilfe.

Das Spielverbot, das sonst über dem preußischen Bußtag liegt, wurde diesmal in zahlreichen Fällen für solche Spiele aufgehoben, deren Reinertrag für die Winterhilfe bestimmt war. Leider beeinträchtigte plötzlich einbrechendes feuchtes und nebliges Wet­ter vielfach die lobenswerten Bemühungen der Mannschaften, immerhin kamen aber doch durch­weg ganz ansehnliche Zuschauermengen zusammen. Das Städtespiel DüsseldorfKöln sah sogar 12 000 Personen versammelt. Köln kam übrigens hier gegen die mit acht Internationalen spielenden Düs­seldorfer zu einem schönen Achtungserfolg von 1:1. Das gleiche Resultat gab es auch in dem schönen und lebendigen Spiel in Frankfurt a. M. zwischen Frankfurt und Mannheim. In Wiesbaden blieb eine Stuttgarter Stadtelf mit 3:2 (2:1) Treffern knapp über eine Kombination Mainz-Wiesbaden erfolgreich. Aeußerst zahlreich waren die Spiele im Rheinland und in Schlesien, aber auch in anderen Teilen des Reiches spielte man. In Berlin standen sogar Gauliga-Meisterschaftsspiele auf dem Pro­gramm des Tages.

1900 fiebtbester westdeutscher Leichtathletikverein.

Die westdeutsche öereinsranglifte in der Leichi athletik, über die vorige Woche schon kurz berichtet wurde, weist folgendes genaues Bild auf (bei den Männern):

1. Hessen-Preußen Kassel . 219,5 Punkte

2. Preußen Krefeld . . . 166,5

3. Duisburg 99 .... 155,9

4. Akad. Sporto. Köln . . 148,5

5. Kölner Ballspielclub . . 142,33

6. Tus. Bochum .... 129

7. Sp.-Vg. 1900 Gieß e n 115,5

8. Münster 08.....112

9. Schwarz-Weiß Essen. . 102

10. VfB. Remscheid ... 93

Wie ersichtlich, haben sich die 1900er auch in die­sem Jahre wieder ausgezeichnet behaupten können, sind sie doch der einzige Provinz-Verein, der un­ter den ersten Zehn zu finden ist! Bei der Güte der westdeutschen Leichtathletik ist diese Plazierung besonders ehrenvoll, denn bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften war der WSV. im Ge- samtklassement der weitaus beste Landesverband. Zum Verständnis obiger Wertung fei noch ange­fügt, daß nur jeweils die beste Einzetteistung eines Wettkämpfers Berücksichtigung gefunden hat, dazu kommen natürlich noch die Plazierungen in den Staffeln.

Oer erste Kreisiurniag in Friedberg.

Zum ersten Äreisturntag, d. h. zum ersten Treffen der Führerschaft der neuen Kreisgruppe Wetterau-Vogelsberg (Kreise Friedberg, Büdingen, Schotten) im Turngau Nordhesien, hatte der Kreisführer, Studienrat Thierolf- Friedberg, ins Heim der Friedberger Turngemeinde eingeladen. Die Tagung fand ihre feierliche (Eröffnung durch stimmungsvolle Liedvorträge der Gefangsriege der Turngemeinde Friedberg und durch ein echt turne- risches Grußwort des Kreisführers, der die Turner, die bisher verschiedenen Bezirken (Gauen) des al­ten Gaues (Kreises) Mittelrhein (Bezirke Hessen, Kinzig, Main-Taunus) angehörten, zu neuer Ge- meinschaftsarbeit in der Kreisgruppe 11 des neuen Turngaues die Hand reichte und feierlich ver­pflichtete. Die von Studienrat Thierolf be­rufenen Unterführer gelobten freudig treue Mit­arbeit.

Die Führerschaft der Kreisgruppe bildet den K r e i s t u r n t a g, der sich wie folgt zu- fammenfetzt:

1. Kreisführer st ab: Kreisführer: Gg. Thierolf- Friedberg, Kreisoberturnwart: (zu­gleich Stellvertreter des Kreisführers): Dr. med. Siegert ° Stockheim (Oberheffen); Kreisgefchäfts- führer (Schrift- und Kassenwart): A. Winkler- Friedberg.

2. Kreisführerring: Kreisdietwart: Lehrer Arthur S ch w i ck e r t - Nieder-Mörlen; Kreispreffe- und Werbewart: Schriftleiter I. Klod t-Fried­berg; Männerturnwart: Jakob Eschenfelder- Büdingen; Frauenturnwart: Fr!. Luise Schwarz-