Ausgabe 
23.10.1933 Erstes Blatt
 
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31. Fortsetzung.

Nachdruck oerbotenl

ich Ihnen sagen möchte, nicht falsch aufsassen. E»

seufzte:

Herr Dr. med. Friedrich Walter Fellbaum

Im Namen der tieftrauernd Hinterbliebenen:

Anna rellbaum, geb. Lang

Münzenberg, Görlitz, Würzburg, Weibhausen, den 21. Oktober 1933.

Beerdigung: Dienstag, den 24. Oktober, nachmittags V.3 Uhr.

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Lollar, den 23 Oktober 1933.

Die Beerdigung findet Dienstag. 24 Oktober, nachm. 2»/, Uhr statt

Mietgesuche }

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Verkäufe

Zirka 8 Monat altes

Ich weih, liebe Auguste, Sie meinen es gut mit mir, aber ich kann nicht mehr viel oon ber Sorte, bie Sie mir in Aussicht stellen, oertrogen. Es hon- beit sich ja boch nur wieder darum, dah man mich als Mörder bezeichnet."

Auguste Helm wehrte lebhaft ob. lFortsetzung folgt.)

Montan, d. 23. Cft 20 Ubr uno Bigina in Zimmer- statienichieBen.

WflUlonlL 739. i-'jimmcr Wohnn., Dort., fait neu, fof. nn rub.Veute t.ünn. Anuil.12-14 U. hui

handelt sich um eine daran. Es täte mir machen würde, aber Ihnen zu sagen."

Achim von Malten

Auguste Helm nahm auf dem Stuhl Platz, den ihr Achim von Malten anwies. Sie machte ein fast feierliches Gesicht und begann:

Herr von Malten! Ich kenne Sie schon aus der Zeit, wo ich noch Achim zu Ihnen sagen und Si« buten bürste. Innerlich sind Sie für mich immer Achim geblieben, und deshalb sollen Sie das, was

Art Klatsch, aber es ist wo« leid, wenn ich Sie zoi.'ig ich fühle mich verpflichtet, es

2ebr nut erhaltene ncbicncite Schlaf« und Speisezimmer« «inrithtuno, sowie schwerer nrfftinihL Schreibtisch, Berti« lo.l- ioschrank. drei« flamm., anterOlaa« herd.Silbcrschrank, Teiwich.echtcBrücke Svieael, Uhr, sehe yut erhalteneNobr« ttüble.Bilderrab». (Oardincn Stanaen. Lnmucn u. anderes Oano« und Küchen» (lernt sehr glinltig zu verknusen, «im

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Zimmer üPsuchl für smd. bis jj. >" ' 'Zeizung. An. nebote m. 'Urco u. <>b14fia.t>.tfj ich.Ätn.

Tonnerotag, den 26. Cftobcr, nbenbi 8' Jlbram^eff.^of JahrJIauptvenammluef II Wegen Dichtigkeit'! der Tagesordnung I Erscheinen Pflicht. «ij,D Ter Vorstand»

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Rind zu Dcvfnufeit.

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3 Münstcrlandcr HeitochWn (älter.2lomnibauiu) 5 Monate alt, bat abzugebeii «in larklariefeidea 17. IllUUlllllUUllillllllilllllillll

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könn nutzer Betrieb gestellte Wagen btll. unterstellen 06147 Groß-Garage

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Stadttheater

Gießen «m Tienotag, 24. Cft, 20 bis 22 Hbr 4. Dienötag-Abonn. Cverettenürcifc Tie Manner sind mal so Lustsviel'Lverettei. 3 ÄktenoonHaUon.

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Er wurde blaß und fuhr sich mit zitternder Hand über das Kinn, das frisch rasiert war. Er brummte:

Du willst mich erschrecken und machst alberne Scherze. Du mochtest mich vor deiner Hochzeit aus der Nähe wegschaffen. Nein, Roberta, daraus falle ich nicht herein!"

Sie drückte ihn auf einen Stuhl und setzte sich geben ihn.

Narr! An solchen Scherzen fände ich keinen Ge­schmack. Dein Name ist wirklich schon in der Affäre aufgetaucht. Aber man weiß noch nichts weiter, hat keine Ahnung, wie nahe du oon Schloß Maltstein wohnst, doch man wird bald dahinterkommen."

Er wollte sie unterbrechen, doch eine herrische Bewegung von ihr brachte ihn sofort wieder zum Schweigen.

Sie redete lebhaft, aber leise auf ihn ein, be­richtete oon dem Brief aus Paris und dem bei- gefügten Schmuckstück.

Er sank in sich zusammen und fluchte:

Zum Teufel, es stimmt! In so einem Lädchen irgendwo im Montmartre-Diertel oon Paris habe ich das Kleeblatt verkauft. Ich machte es eines Tages vom Dolch ab, ließ eine Oese anlöten und trug es lange an der Uhrkette. An dem verfluchten Tage war ich klamm, hatte nur noch ein paar Silberlinge, und weil ich unterwegs etwas kaufen wollte, entschloß ich mich, das Kleeblatt herzugeben. Hätte ich es doch nicht getan! Ich dachte, das Ding wäre inzwischen schon längst irgendwo aelandet, wo es niemals mehr , zum Vorschein käme. Muß der Satan auch gerade das elende Weibsbild vor den Laden führen, diese Kanaille, die sich schon durch den Dolchfund nicht sehr beliebt bei mir gemacht hat. Wäre sie hier, ihr Kopf säße nicht allzu fest."

Das ist jetzt alles Nebensache. Sorge vor allem dafür, daß dein Kopf festsitzt^', zischelte sie.

Er stieß unbeherrscht nach ihr.

Halte den Mund, Roberta! Auf Anstiftung und Beihilfe zum Mord steht mindestens Zuchthaus."

Sie schauderte zusammen, erwiderte aber nichts und sagte nach einem Weilchen des Schweigens:

Ich habe dir Geld mitgebracht. Fahre recht weit weg. Bringe dich zunächst in Sicherheit. In ein paar Jahren, wsnn man alles längst vergessen hat, treffen wir uns im Ausland. Hier ist Geld. Mehr habe ich nicht in Hause. Von der Bank kann ich jetzt nichts abheben, ohne daß cs auffallen würde. Später er­hältst du noch mehr. Gib mir deine Adresse an, wohin ich dir nochmals Geld senden soll."

Die Angst schnürte ihm fast den Hals zu.

Schicke mir Geld nach Valencia. Dort wohnt ein früherer Kollege von mir, mit dem ich in Korre- spondenz stehe. Zu dem fahre ich."

ein Lied vom Glück

Vornan von Anny von Panhuys.

,Lch will mich nicht von einem Souk ZU Tode Hetzen lassen. Solange das weiße Gespenst nicht durchs Schloß reitet, soll cs mich nicht mehr stören. Mein armer Junge, du hast noch immer selbst Sor­gen genug, ich will dir nicht noch mehr dazu schaffen."

Draußen hörte man die Dienstboten über den Gang laufen. Auguste Helm kam. Sie schlug die Hände zusammen vor Erstaunen, weil sie ihre Herrin so verhältnismäßig ruhig vorfand. Da durfte sie auch nicht zur Aufregung beitragen, deshalb drängte sie ihr Klagelied über die weiße Reiterin tief in die Brust zurück.

Sie blickte unwillig zu Roberta hinüber, für die sie ja nicht viel übrig hatte, und sagte dann, zu dem Schloßherrn gewandt:

Darf ich sie vielleicht ein paar Minuten allein^ sprechen, Herr oon Malten?"

Er nickte.

Kommen Sie, wenn Sie meinem tapferen Müt-s terchen bt.m Auskleiden behilflich waren, zu mir/ Ich bin dann in meinem Arbeitszimmer."

Er wollte Roberta noch ein Stück den Flur ent» lang begleiten bis zum Eingang ihrer Wohnung im linken Flügel. Doch fie wehrte ob.

Bleibe, bitte. Ich möchte der Dienstboten wegen nicht, daß du mich begleitest. Es ist schon spät? i

Er blieb sofort stehen, wunderte sich nur, wie ängstlich die sonst in solchen Dingen gar nicht emp- findliche Roberta tat, und wunderte sich auch, wie blaß sie aussah.

Er scherzte:

Heute bist du von der weißen Reiterin mehr er­schreckt worden als meine Mutter'"

Sie lachte aber es war ein gequältes Lachen.

In ihrer Wohnung riegelte sich Roberta ein, und mit tiefer Falte auf der Stirn zog sie sich um. Der dunkle Mantel muhte wieder herbei und die bunfle Wollmütze.

.Lebe wohl, Bernd! Auf Wiedersehen später!" Er küßte sie von neuem, und ihr brannte doch der Boden unter den Füßen.

Noch fünf Minuten vergingen im Hin- und Her- reden, dann konnte Roberta endlich das Haus ver­lassen.

Heimlich, wie sie gekommen, schlich sie sich zurück. Sie war fest überzeugt, niemand wußte etwas oon dem Besuch in dem einsamen Hause jenseits der Grenze. Sie ahnte nicht, daß sie schon zum zweitenmal be­obachtet worden war.

Achim oon Malten aber war von dem Kriminal­kommissar Murrmann sehr interessiert angehört worden. Er las den Brief, betrachtete das Kleeblatt, probierte, ob es in der Form auf die Markierung des Dolchgriffes paßte, und erkannte: die Umrisse stimmten genau überein.

Er meinte:

Die Sache ist besonders originell durch den Traum. Ich werde jetzt schnellstens alle Hebel in Bewegung setzen, um diesen Bernd Brussak auszu- stöbern, vielleicht weiß der, wem der Dolch gehört. Hosfentllch sitzt dieser Zirkusmensch nicht gerade am anderen Ende der Welt. Und, bitte, Herr oon 'Hal­ten, reden Sie zu niemand über den Brief aus Paris. Der Mörder ist vielleicht nicht weit. Er darf nichts merken, daß wir den Fall wieder intensiv bearbeiten."

Der Gutsherr von Maltstein erklärte:

Meine Mutter weiß um diesen Brief und auch Fräulein Dlbers, mit dem ich mich in vierzehn Tagen verheiraten werde."

Der Kommissar nickte:

Die Damen werden schon dicht halten, wenn Sie ihnen Schweigen einschärfen."

Als Achim nach Hause kam, sprach er deshalb nicht mehr viel über die Angelegenheit, erklärte nur: der Auenthalt des Zirkuskünstlers Bernd Brussak sollte herausgefunden werden, weil zu hoffen wäre, er kenne den Besitzer des Dolches.

An diesem Abend blieb man lange beisammen. Ro­berta fürchtete sich vor dem Alleinsein. Zum erstenmal in ihrem Leben. Sie war überreizt und ängstlich. Sie kannte bis vor kurzem keine Angst, erst seit sie den Brief gelesen, lastete es wie ein Alpdruck auf ihr. Sie saß neben Frau oon Malten und las vor. Achim rauchte eine Zigarette, und manchmal machte er eine Bemerkung zu dem, was Roberta las. So wurde es gegen dreiundzwanzig Uhr. Da bezeigte Frau von Malten Verlangen nach dem Bett.

Eben hatte sich Roberta verabschiedet und wollte zur Tür, als draußen ein paar schrille Pfiffe auf- klangen.

Roberta stürzte ans Fenster und riß den Vorhang zurück. Sie sah etwas Weißes draußen vorbeisausen, hörte noch einmal die schrillen Pfiffe.

Achim von Malten war schnell und besorgt zu seiner Mutter getreten; aber er staunte. Obwohl sie sehr erschrocken war, lächelte sie ihn an:

Sie reichte ihm einen Notizblock. Er schrieb chr die Adresse auf.

Sie riet, drängend:

.Lasse alles im Stich und mache dich^ davon. Am besten fährst du oon einer entlegenen «Station. Geh iu Fuß dorthin oder noch besser, fahre mit dem Rade.

Ind jetzt muß ich fort."

Sie erhob sich.

Er sprang auf und umfaßte sie:

Du, wenn du vor hast, mich später im Stich zu lassen, dann gnade dir Gott! Zch lasse dich nicht, jo- lange ich lebe, und komme ich ins Unglück, ziehe ich dich mit hinein." Er küßte sie, liefe sie nicht frei, raunte an ihrem Ohr:Du hast viel Geld auf der Bank, mehr als ich weife. Komm mir gleich nach. Ich erwarte dich in Valencia."

Sie erwiderte erregt:

Rede nicht so töricht. In vierzehn Tagen werde ich Haltens Frau. Alles andere weifet du. Er wird nicht alt werden, und um seine Mutter steht es jetzt schon schlecht. Sie lebt nicht mehr lange, glaube ich. In absehbarer Zeit gehört mir Maltstein. Wollen doch nicht das Ziel aus den Augen verlieren. Cafe mich gehen; heute bedeutet mein Gang hierher schon eine grofee Gefahr für dich und mich."

Er war außer sich.

,Lch traue dir nicht, und ich liebe dich zu sehr. Ich kann nicht fort, ich kann es einfach nicht."

Sie drängte mit keuchendem Atem:

Willst du dich unglücklich machen und mich auch?"

Er schüttelte mit dem Kopfe, schien wieder ziemlich ruhig.

Wenn man zu mir kommt und mich nach dem Kleeblatt fragt, werde ich erzählen, ich hätte es von Stefan Grunert geschenkt erhalten. Das war ein be­rühmter Dresseur, war einst mein Freund und ist lange tot."

Ihre Stimme überschlug sich vor Aufregung.

Kein Mensch glaubt dir das! Du wohnst dem Schauplatz des Mordes viel zu nahe. Um des Him­mels willen, nimm doch Vernunft an." Sie schüttelte ihn.Bist du wahnsinnig, Mensch! Bedenke doch, um was es geht!"

Er sab sie groß an.

Du bist meine letzte Liebe. Ich hänge unsagbar an dir, viel mehr, als du begreifen kannst. Ich möchte immer mit dir zusammen fein. Ich will aber nicht an dir zweifeln und werde fvrtgehen, doch halte Wort. Schreibe mir, und gib mir im Briefe eine sichere Adresse an, wohin ich dir antworten kann."

Sie beschwor ihn:

Du darfst mir zunächst überhaupt nicht schreiben. Ich lasse oon mir Horen, unter dem Namen deines Freundes in Valencia erhältst du Nachricht."

Wenn Bernd Brussak nur erst in einem anderen Lande untergetaucht sein würde, wollte sie zufrieden sein, alles Weitere schien ihr zunächst nicht besonders wichtig. Er würde sich hüten, zurückzukehren in die Gefahrzone.

Sie reichte ihm die Hand:

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In unfer.Käufern i. derBeetbovcn'nni-.e baden mir 608ID 2X3«Zim.«Wohnn. mit eingerichtetem Bad u.Etaaenbeizg. undinderHändcutr. lxr«-hm.»Wobnn in eingerichtet.Bad oer forort ob. foäter ui vermieten. «wD 6ieB. Wohnungsbau 6e- noaMnacbM.UchefitrJp

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Nach langem schweren Leiden entschlief heute im 55. Lebensjahr mein innigst-

geliebter Mann, unser treusorgender Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel

In tiefer Trauer:

Familie Ludwig Hofmann VIL

Friedrich Deibel VI., Großvater.

Hierdurch die schmerzliche Mitteilung, dah Donnerstagnacht unsere heißgeliebte Tochter, Schwester, Enkelkind und Gote

Fräulein Erika Hofmann

plötzlich und unerwartet von uns in die Ewigkeit gegangen ist

Im Alter von 73 Jahren.

Gießen (Hltlcrwall 27), den 21. Oktober 1933.

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Gestern abend 10 Uhr entschlief sanft nach längerem, mit Geduld er­tragenem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel

Die Beerdigung findet Dienstag, den 24 Oktober, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Bender

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und für die Ehrungen unseres beben Entschla­fenen sagen wir unseren tiefgefühlten Dank.

Minna Birkmeyer, geb Arnold nebst allen Angehörigen.

Gießen (Bahnhofstraße 13), den 23. Oktober 1983.

Unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante

Frau Katharina Müller, geb. Weller ist heute im 74. Lebensjahr sanft entschlafen.

Für die trauernden Hinterbliebenen- Familie Heinrich Oswald Familie Emil Schäfer Familie Karl Seibert Hans Arthur Müller

Wleseck, Alten-Buseck, Gönnern, den 22. Oktober 1933.

Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. Oktober, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehaus Wieseck, Korallengasse 6 aus statt

Am 21. Oktober starb nach längerem Leiden unsere einzige, hoffnungs­volle Tochter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante

Anna Hildebrand

im blühenden Alter von 22 Jahren

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen, Ludwig Hildebrand IL Stcllwerksmelster L R.

Aliendorf a. d. Lahn, den 23. Oktober 1933

Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 24 Oktober, nachmittags 3 Uhr. vom Trauerhause aus statt