Ausgabe 
23.5.1933 Erstes Blatt
 
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schmelzung seiner eigenen ZeitschriftDie Landge­meinde mit dem Organ des Landgemeindeverbandes davon ausgegangen, daß die neue einheitliche Zeit­schrift nicht das persönliche Eigentum von Dr. Gereke, sondern Verbands- eigentum sein sollte und daß Dr. Gereke in der G. m. b. j). lediglich a l s Treuhänder des Verbandes sitzen sollte. Das gehe -auch aus dem Vertragstext hervor.

Der nächste Zeuge Bürgermeister Sporkost gehörte feit Gründung des Landgemeindever- bandes dem Gesamtvorstand als Bertreter einer Industriegemeinde an. Er bekundet: Ich habe Dr. Gereke ausdrücklichlich gefragt, ob er nicht aus dem Verlag der Berbandszeitschrift Be­züge habe. Dr. Gereke hat ausdrücklich erklärt, er hatte nicht einen Pfennig aus dem Verlag rlr»mcn" Gesamtvorstand ist niemals be­schlossen worden, die Zeitung Herrn Dr. Gereke

zu übereignen. Dr. Gereke hat niemals gesagt, daß die Zeitung sein Privateigentum sei, sonst hätte sicher der Gesamtvorstand dagegen prote-

Angeklagte erklärte die Aussagen des Zeugen für absolut unrichtig. Der Zeuge Sporkost sagte sodann in großer Erregung: Da­mit wollen Sie doch sagen, daß ich diese meine Aussage wider besseren Wissens gemacht, also einen Meineid geleistet hätte. Das ist eine Ge­meinheit, Herr Dr. Gereke. Als ich von Ihrer Verhaftung hörte, habe ich zu meinem Gott ge­betet daß er Sie und Ihre Mutter stärken möge, weil ich von Ihrer Unschuld überzeugt war. Erst hier in Berlin habe ich dann in der Vorstandssitzung zu meinem Entsetzen gehört, wie die Sachen wirklich lagen. Ich bleibe bei dem, was ich unter meinem Eid gesagt habe.

Das Bauerntum unter dem Zeichen des Fortschrittes.

Don Dr. Walter Darrs, Präsidenten des Deutschen Landwirtschaffsrats.

Wenn einmal dem Geschichtsschreiber die Aufgabe zufällt, über die politische Entwicklungsgeschichte der Nachkriegszeit zu schreiben, so wird er dem Weg des deutschen Bauerntums dabei einen ganz besonders breiten Raum widmen müssen. Alle Stände haben in der Verfallszeit der verflossenen 14 Jahre unsag­bar gelitten und unerhörte Opfer bringen müssen. Aber das Bauerntum ist doch unter der Herrschaft liberalistisch-marxistischer Machthaber das Stief­kind überhaupt gewesen. Die Wirtschafts­politik wenn man davon überhaupt sprechen darf wurde fast ausschließlich auf dem Rücken des Bauern gemacht, und wo man zum Scheine cin- greifen wollte, handelte es sich um völlig unzuläng­liche Maßnahmen, die niemals bas Uebel a n der Wurzel packten und vor der Oeffentlichkeit noch als die berüchtigtenSubventionen" für die Landwirtschaft erklärt wurden. So hat man jahre­lang von der Rückständigkeit des deutschen Bauern gesprochen, der nur aus Steuerngeldern und ande­ren öffentlichen Mitteln erhalten werden könne und sozusagen auf dem Rücken der übrigen Volksgenos­sen lebe. In der Tat 'ar der Niedergang der Land­wirtschaft aber keine Folge von Rückständigkeit, son­dern das Ergebnis einer Wirtschaftspolitik, die in der Erhaltung des Bauerntums, also der Grundlage der Nation, niemals ihre Aufgabe sehen wollte. Das muß mit aller Deutlichkeit vor der Oeffentlichkeit immer wieder unterstrichen werden, wenn die Lage der Landwirtschaft zur Rede steht. Der Bauer drau­ßen wünscht keine Wohltätigkeitspfennige, sondern verlangt nur sein Lebensrecht!

Die 3 9. Wanderausstellung der Deut­schen L a n d w i r t s ch a f t s - Gesellschaft, di jtzt nach langen Jahren wieder einmal in der Reichshauptstadt stattfindet, ist in ihrem gewaltigen Aufbau und in ihren Leistungen, die dort von der Landwirtschaft vor den Augen der gesamten Oeffent- lickkeit zur Schau gestellt werden, die beste Wider­

legung für die anmaßende Unterstellung von der Rückständigkeit des deutschen Bauern". Hier sieht man einmal zusammenfassend, welch unge­heure Leistungen trotz der Schwierigkeiten, trotz der Hemmnisse der vergangenen Jahre ruf allen Gebieten der Landwirtschaft, der Vervollkomm­nung der Bodenbearbeitung, der Saatzucht, der Pferde-, Rindvieh-, Schweine- und Schafzucht, der Milchwirtschaft, der Erzeugung von Markenware, des Gartenbaues, der Forstwirtschaft usw. geleistet worden sind. Was hier zur Schau gestellt wird, kann getrost als Beispiel in der ganzen Welt gelten und alle die Bauern, die aus deutschen Pro­vinzen und Gauen in der Woche vom 20. bis 28. Mai in der Reichshauptstadt zusammenströmen, können mit einem Gefühl des inneren Stolzes auf diese große Wanderausstellung der DLG. blicken, die schließlich eine Leistungsschau des deutschen Bauern selbst ist.

Eine neue Zeit ist in Deutschland angebrochen. War der deutsche Bauer in der Vergangenheit das Stiefkind aller wirtschaftspolitischen Maßnahmen, so ist die Erhaltung seiner Existenz in Deutschland unter der Füohrung Adolf Hitlers nunmehr i,n d e n Mittelpunkt alles Handelns getreten. Das nicht um die Bevorzugung eines Standes wil­len, sondern in der klaren Erkenntnis, daß Deutsch­land auf die Dauer nur wird bestehen können, wenn die Nation einstarkesBauerntum besitzt und jeder einzelne von uns den tiefen Sinn des Ge­dankens von B l u t u n d B o d e n in sich ausgenom­men und erfaßt hat. Adolf Hitler sagte vor den Vertretern der deutschen Bauern vor kurzem:Daß ein Volk ohne Städter bestehen konnte, wissen wir aus der Geschichte. Daß es ohne Bauern bestehen könnte, ist unmöglich." Damit hat der Führer die Bedeutung des Bauern am treffendsten gekenn­zeichnet.

Aus der provinzialhaupistadt.

Erwandere dir dein Vaterland!"

Don Direktor H. Werner, Frankfurt a. M.

Erwandere dir dein Vaterland", das ist der Leitgedanke, der am Himmelfahrtstag bei 20 gro­ßen Kundgebungen in fast allen deutschen Gauen zugrunde liegt.

Veranstaltet vom Reichsverband der deutschen Gebirgs- und Wandervereine, treffen sich viele tausende Wanderer und Wanderinnen: In Sig­maringen die Schwaben, die Badischen und die Württembergischen Schwarzwaldvereine. In M a r b u r g die Hessischen, Waldecker und Ober­hessischen Gebirgsvereine. Auf der Heidelkoppe die Glaher, mährischen und sudeten­deutschen Wanderer. Auf dem Streuberg die Vogtländer. Auf dem Rohkopf die Werratalver­eine. In Mannheim Odenwaldklub, Pfalz, nörd­licher Schwarzwald und Schwäbische Alb. In Al­zenau a. d. Kahl Spessartler, Rhön, Vogels­berger lund nördlicher Odenwald. Auf dem Oechsen bei Vacha Thüringer Wald-, Rhön- und Knüllgebirgsvereine. In Stolpen die Vereine der Sächsischen Schweiz und die Lusatia. Am Anna- turm bei Deister die Hannoveraner und die Egge» Gebirgsvereine. Auf der Augustusburg die Erz- gebirgsrereine. Im Schloßpark des Dorfes Buch die märkischen Wandervereine. In den Harbur­ger Wäldern die norddeutschen Wanderer. Ar- tal und Eifel treffen sich auf dem Steinerbevg an der Ahr, Mosel und Hochwald und Hunsrück in Burgen an der Mosel. Die Ortsgruppen der Sauerländischen Gebirgsvereine, des Riesenge­birgsverbandes, des Rennsteigvereins, die Ver­eine des Riesengebirges, der Saarwald und der Verein linker Riederrhein unternehmen Einzel­wanderungen, um für die Schönheiten der deut­schen Heimat und dessen Gröhe zu werben.

Der Zweck des Reichsverbandes bei diesen Sternwanderungen ist, die Menschen aus klein­lichem Denken herauszureihen und durch die Liebe zur herrlichen Ratur zu einem Geschlecht heran­zuziehen, das feste Wurzeln in dem Boden der Heimat hat. And wer mit hinauswandert, der wird auch bald Ehrfurcht vor der Herrlichkeit der Ratur vor den Tieren des Waldes, den Pflan­zen und Blumen und all den Einrichtungen der Wandervereine, wie Wegezeichen, Ruhebänken, Quellen usw. haben, sie schützen und lieben lernen. Auch diese Veranstaltungen am Himmelfahrtstage sollen der Wandersache neue Freunde gewinnen zum Ruhen jedes Einzelnen und zum Segen für Volk und Vaterland.

Schon vor vielen Iahren waren es naturbegei­sterte Männer, welche die deutschen Wanderver­eine gründeten, welche sich zur Aufgabe machten, all die Schönheiten unseres Vaterlandes zu er» schließen, ilnö so ist es auch noch heute, viele ha­

ben die Treue gehalten, eine stattliche Zahl schart sich um den Reichsverband der deutschen Gebirgs- und Wandervereine, und doch muh das deutsche Wandern noch mehr Allgemeingut des deutschen Volkes werden, besonders heute, wo unser Volk müde vom ewigen Parteigezänk, sich in überwäl­tigender Einmütigkeit zusammengeschlossen hat. um das Reich neu aufzubauen.

Deshalb heißt am Himmelfahrtstag die Losung: M assen heraus!" Heraus aus dem dump­fen Häusermeer der Großstadt heraus aus der Werkstatt und Fabriken hinweg von dem Druck der Steinwüsten hinaus in Gottes freie Ra­tur hinaus in die heilende Sonne...

Schlageter-Ehrung

durch die Studentenschaft.

Vom Hauptamt für Volksaufklärung und Wer­bung der Gießener Studentenschaft wird uns mit­geteilt:

Die Gießener Studentenschaft wird das Anden­ken Albert Leo Schlageters in einer Ge­denkfeier im Gießener Stadttheater mit einer An­sprache des Hauptamtsleiters für politische Er­ziehung Bernhard Edler von Graeve am kommenden Freitagabend, dem Tage der 10. Wie­derkehr der Ermordung Schlageters durch die Franzosen in der Heide bei Düsseldorf, ehren. Anschließend wird das Schauspiel von Hanns IohstSchlageter" zur Aufführung kommen. Die Studenten haben zu dieser Vorstellung, wie auch zu den Wiederholungsvorstell'ingen auf allen Theaterplätzen im Vorverkauf 50 Prozent Preis­ermäßigung. Eine weitere Gedenkfeier zu Ehren Schlageters wird von der Studentenschaft nicht veranstaltet werden.

Einweihung des Ruheplatzes der Altersvereinigung 1882/1932. Am Sonntag fand unter starker Beteiligung die Einweihung des 50er-Gedenkplayes 1 882/1 9 32 statt, der am eigentlichen Lud- wigsbrunnen hergerichtet wurde und wesent­lich zur Verschönerung der Umgebung des Schisfenbergs beiträgt. Zur Herstellung der An­lage, deren Leitung Architekt L. Wehrum oblag, waren wesentliche Erdbewegungen not­wendig; der bei dem früheren Zustand vor­handene Wassertümpel wurde beseitigt, der Brunnen zurückverlegt und dadurch ein großer, freier Platz geschaffen, der, mit Kies bestreut, Daum für etwa 203 Personen bietet. Der Brun­nen wurde neu gefaßt; das hierzu errichtete Mauerwerk aus Ratursteinen, die in nächster Dähe des Platzes gesammelt wurden, bildet zu­sammen mit der angelegten Steintreppe ein male­risches Bild. Zur Verschönerung der Anlage er­

folgten Anpflanzungen, wozu die Bäume und Sträucher teilweise aus dem Forstgarten zur Verfügung gestellt wurden. Außerdem wurden einige stabile Eichenholzbänke, teilweise mit Tischen, aufgestellt, von denen eine die Heimat- bereinigung Schiffenberg, eine andere Hotelbesitzer Klingler stiftete. Inmitten des Platzes ist eine Roteiche gepflanzt. Die gesamte Anlage wird durch das Grün des Waldes in harmonischer Weise umrahmt. e ~

Bei der Weihe des Platzes begrüßte der Vor­sitzende der Altersvereinigung, K. Di er la mm. nach einem MusikvortragDas ist der Tag des Herrn" die Erschienenen und wies auf die Be­deutung des Tages hin. Der Vertreter der Forst­behörde, Oberforstmeister R i c o l a u s, der gleich- zeitig als Vorsitzender der Heimatvereinigung Schiffenberg sprach, gab in eindrucksvollen Wor­ten seiner Freude über das gute Gelingen der Herrichtung der Anlage, die eine Zierde des Waldes bildet, Ausdruck. Er übergab den Platz der Vereinigung zur regen Benutzung. Architekt L. W e h r u m, der Erbauer der Anlage, ent­warf zunächst ein Bild über die Entstehung der Anlage und ihre Ausgestaltung, um dann be­sonders aller Mitarbeiter zu gedenken. Er über­gab die Anlage dem Vorsitzenden der Alters­vereinigung zur Betreuung; dieser dankte der Forstbehörde für die Ueberlaffung des Platzes, dem Bauleiter für die Herrichtung und den Mitarbeitern für die tatkräftige Unterstützung bei der Herstellung der Anlage. Hierauf sprach Kl Schäfer einen von Alterskameraden P. Schäfer verfaßten Prolog, der sowohl bezüg­lich des Textes, wie auch der Vortragsweise der Weihe ein besonderes Gepräge verlieh. Die Fest- und Weiherede hielt Alterskamerad Herrn. Kirchner, der zunächst auf die Aufgaben der Altersvereinigungen hinwies und u. a. ausführte, daß echter Kameradschaftsgeist sich auf die Dauer in fröhlicher Runde stärken und vertiefen könne. In richtiger Erkenntnis dieses Amstandes habe die Vereinigung diese Anlage geschaffen, dem Müden zur Ruh, dem Wanderer zur Rast. Die angepflanzte Eiche als Sinnbild der Kraft, Stärke und des gesegneten Wachstums solle spätere Generationen auf die Bestrebungen der Vereinigung Hinweisen, andererseits aber auch ein Vorbild zur Stärkung und Festigung der echten Kameradschaft fein. Es sei für die Ver­einigung eine besondere Freude, daß die Schaf­fung dieses Platzes in die Zeit der nationalen Erhebung falle; hoffentlich werde unser schwer­geprüftes deutsches Volk unter feiner jetzigen Führung bald den lange ersehnten Aufstieg er­leben. Mit dem Deutschlandlied wurde der Weihe­akt beschlossen.

Die folgende Rachfeier hielt die Festteilnehmer noch stundenlang in bester Stimmung beisammen.

Daten für Dienstag, 23. Mar

1498: Der Reformator Girolamo Saoonarola in Florenz verbrannt. 1707: Der Naturforscher Karl d. Linus zu Rashult in Schweden geb. 1838: Der Geograph Alfred Kirchhoff in Erfurt geb. 1886: Der Geschichtsforscher Leopold v. Ranke in Berlin gest. 1906: Der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen in Kristiania gest.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 23. Mai. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkt: Landbutter 130, Kochbutter HO. Matte 20 bis 25 Pf. das Pfund. Käse 5 bis 10. Eier, inländische, 8 Ps. das Stück, Wirsing, grün, neuer, 20, Rote Rüben 10, Spinat 10 bis 15, Spar­gel 35 bis 55, Erbsen 35 bis 50. Tomaten 60. Zwiebeln 15, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwur­zeln 25 bis 30, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln, alte, 3, neue 14 bis 18, Dörrobst 30 bis 35, Kir­schen 40 bis 60, Obstmus 40 bis 45, Rüsse 60, Iunge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80 Pf. das Pfund, Tauben 40 bis 60, Blumen­kohl 40 bis 60, Salat 10 bis 15, ©alatgurfeir 30 bis 45, Ober-Kohlrabi 15, Lauch 5, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 25 Pf. das Stück, Gelbe Rüben, neue, 18, Radieschen 8 bis 10 Pf. das Bund. Kartoffeln, alte, 2,30 Mk. per Zentner.

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 20 bis gegen 23 ilfjr,Schlageter". Oberhessischer Kunstverein: Turmhaus am Brandplah, 15 bis 17 Ahr, Ausstellung. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Der Feldherrn- hügel" undMein Freund der Millionär".

Aus dem Stadttheater ro wird uns geschrieben: Heute abend 32. und letzte Vor­stellung im Dienstag-Abonnement. Anter der Spielleitung von Intendant Dr. Rolf P r a s ch kommt Hanns Iohsts SchauspielSchlageter" erstmalig zur Aufführung. Die Titelrolle spielt Iochen Hauer. Es wirken ferner mit Frau Auguste Prasch-Grevenberg. Ehrenmit­glied des Meininger Landestheaters, in der Rolle der Frau Thiemann; Ludwig Cinfmann vom Reußischen Theater Gera in der Rolle des Burschen Peter. Oberspielleiter Peter F a s s o 11 als Exzellenz General T. Weiter wirken mit Beatrice Doering; folgende Herren: Dieten, ©ggemann, Förderer. Geiger, Hamel, Heyser, Hub, Kühne, Michel, Vieren, Volck, Wahlen. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 Ahr bis gegen 23 Ahr. Die 31. Abonnementsvorstellung am Mittwoch fällt am Mittwoch, 24. Mai, wegen der Bespielung des Kurtheaters Bad-Rauheim aus und wird daher ausnahmsweise auf Sams­tag, 27. Mai, 19.30 Ahr verlegt, mit der letzten Aufführung der Operette:Liselott". Es gelten für diese letzte Operettenvorstellung der Spiel­zeit 1932/33 ermäßigte Operettenpreise. Ende 22.30 Ahr.

*

**HefsenbeiderdiesjährigenVDA. - Tagung. Der hessische VDA. wird in stattlicher Abordnung mit den deutschen Brüdern und Schwe­stern aus Ost und West, Nord und Süd, bei der diesjährigen VDA.-Tagung in Klagenfurt zusammen- kommen. 170 Jugendliche und 40 Erwachsene werden am Donnerstag, 1. Juni, den Sonderzug besteigen, der sie nach Süden führt, großen Erlebnissen, er­hebenden Stunden entgegen. Weitere 30 Erwachsene werden in einem Autobus schon 48 Stunden früher die Fahrt zurHeerschau der Deutschen" antreten. Die Zahl der Anmeldungen wächst noch täglich. Wer

noch die Möglichkeit hat, die Tage von Kärnten mit­zumachen, melde sich rasche st ens bei dem hessischen Fahrtleiter, Studienrat Dr. Simon- Offenbach, Kaiserstraße 31.

** Zu der Schießerei in Trais-Hor­loff, über die wir schon gestern kurz berichteten, wird uns vom Polizeiamt Gießen noch mitgeteilt, daß es sich bei dem Vorfall um die tragische Zu­spitzung eines schon länger bestehenden schweren Konfliktes zwischen dem verheirateten Arbeiter Ph. und dem ebenfalls verheirateten Schlosser W. han­delt. PH. hatte den Verdacht, daß unerlaubte Be­ziehungen zwischen seiner yrau und W., der ein Verwandter der Frau ist, bestünden. Deswegen war es früher schon wiederholt zu Konflikten zwischen PH. und W. gekommen, bei denen PH. von seinem Gegner arg bedrängt wurde, so daß er sich zu sei­nem Schutze eine Schußwaffe besorgte. Am Sonn­tagabend glaubte PH., seine Frau in seinem Hause wieder in der Gesellschaft des W. zu sehen. Wäh­rend er vom Holzschuppen aus die beiden auf der Treppe sitzenden Leute beobachtete, entstand ein

Denkt an dieStiftung für Opfer der Arbeit"!

Einzahlungen an Reichskredilgesellschafk Berlin W 8, Behrensstraße 21/22, sowie auf deren Reichs­bankgirokonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung:Stiftung für Opfer der Arbeit".

Geräusch, durch das W. zum Nachsehen veranlaßt wurde, wobei er dann wieder mit Ph. in eine tät­liche Auseinandersetzung geriet. Dabei will PI), von seinem Gegner zu Boden geschlagen worden sein und in dieser Lage zu seinem Schutze von der Schußwaffe Gebrauch gemacht haben. W. erhielt drei Schüsse in die Brust und einen leichteren Schuß in das Kinn. Er wurde dem Krankenhaus in Hungen zugeführt. Lebensgefahr soll nicht bestehen. Ph. befindet sich in Hungen in Hast. Die polizeilichen Ermittlungen sind noch im Gange.

Amtsgericht Gießen.

Ein früher in Gießen wohnhafter Landwirt hat von einem Viehhändler im April v. I. 7 Kühe für 3745 Mk. auf Kredit gekauft. Der Verkäufer behielt sich das Eigentumsrecht an den Kühen vor, der Käu­fer zahlte 1200 Mk. an. "Trotz des Eigentumsvorbe­halts verkaufte dieser 2 Kühe mit erheblichen Ver­lusten weiter. Den Erlös sandte er gleichzeitig mit anderen Abschlagszahlungen an den Gläubiger, des­sen Gesamtforderung aber bis heute noch nicht ge­tilgt ist. Er will zu dem Weiterverkauf gezwungen, aber auch berechtigt gewesen sein, weil die beiden Kühe tuderkelverdächtig bzw. krank, aber auch mit Fehlern behaftet und im Stall nicht mehr zu halten gewesen seien, auch hätten sie von den anderen Tie­ren getrennt werden müssen, sie hätten täglich an Wert verloren; fraglos habe ihm beim Weiterver­kauf das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit gefehlt. Der Angeklagte war fein ausgesprochener Landwirt und wenig mit landwirtschaftlichen Geschäften, na­mentlich Käufen, vertraut. Er behauptet, bestimmt angenommen zu haben, ein Verkäufer müsse selbst­verständlich unter solchen Umständen mit dem Wei­terverkauf der Tiere einverstanden fein. Diese An­gaben waren nicht zu widerlegen. Sie erscheinen vielmehr auf Grund der geschilderten Verhältnisse glaubhaft. Wenn aber der Weiterverkauf in dem vermuteten Einverständnis des Verkäufers erfolgt ist, dann war die Zueignung keine rechtswidrige und keine Unterschlagung, dessen der Käufer der sieben Kühe angeklagt war. Urteil: Freisprechung.

Ein Metzger in einem Nachbarort war der Ueber- tretung gesetzlicher Bestimmungen, die Schlachtvieh- und Fleischbeschau betreffend, beschuldigt, da er ein Schwein geschlachtet haben sollte, das vor und nach der Schlachtung amtlich nicht untersucht worden sei. Er wurde auch für schuldig befunden, aber nur zu einer geringen ©elbftrafe verurteilt, da es sich nur um eine mißverständliche Auslegung der einschlägigen Gesetzesstelle handelte. Seine Vertei­digung, dahingehend, er habe nur eine Hausschlach­tung Dorgenornmen, seine Schlachtkonzession habe er längst abgemeldet und mit dem Fleisch, das er noch auf Bestellung an seine Kunden verkaufe, werde er durch einen Gießener Metzger beliefert, nützte ihm nichts. Er hätte den Beweis dafür erbringen müssen, daß er keinen Fleischhandel und kein Ladengeschäft mehr betreibe. Dieser gelang ihm aber nicht; er war vielmehr als Fleischhändler im Sinne des Art. 2 Abs. 3 des hessischen Gesetzes, die Trichinenschau betr., anzusehen und zu bestrafen. Zudem wurden in seinem Laden noch Pökelfleisch und Wurstreste vorgefunden, die offensichtlich zum Verkauf bestimmt waren.

Äriefkaften der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

E. M. in Gießen. Die Explosion der Troisdorfer Munitionsfabrik ereignete sich nach Rückfragen, die wir an unterrichteter Stelle vornahmen, im Januar 1917.

Wettervoraussage.

Der hohe Druck im Vörden bewirkt in fast ganz Deutschland östliche Winde, so daß trockene, kontinentale Luft zufließt und zur Fortdauer der Schönwetterlage führt.

Aussichten für Mittwoch: Meist hei­ter, sehr warm und trocken.

Aussichten für Donnerstag: Fort­dauer der Schönwetterlage.

Lufttemperaturen am 22. Mai: mittags 22,5 Grad Celsius, abends 15,8 Grad; am 23. Mai: morgens 12,6 Grad. Maximum 23,2 Grad, Mini­mum 8,2 Grad. Sonnenscheindauer lll/2 Stunden. Erdtemperaturen in zehn Zentimeter Tiefe am 22. Mai: abends 25,3 Grad, am 23. Mai: morgens 16,1 Grad Celsius.

Heutige Wasserwärme der Lahn: 18 Grad Celsius.

Zur Herstellung der herrlich erfrischend schmeckenden Chlorodont-Zahnpaste werden nur die anerkannt besten Rohstoffe verarbeitet. Chlorodont, morgens und vor allem abends benutzt: