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Die Einheit -es Erzieherstandes im AS.-Lehrerbund.
Von Kreisschulrat Dr. Henß-Gießen.
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einheitlichen großen Ziel. Ich betrachte es aber als eine große Gefahr für die Verwirklichung und Durchsetzung unserer Idee des einheitlichen Erzieher st andes, wenn die Verbände — auch unter einem anderen Namen — in irgendeiner ^orm weiter und nebenher bestehen bleiben sollten. 3d) sage sogar: Wer das heute noch wünscht und erstrebt, der zeigt damit, daß er die 3 d e e d e s N a - tionalsozialismus und des einheitlichen Erzieherstandes als einen Teil dieser 3dee ihrem We- sen nach nicht begriffen hat und dieser Weltanschauung innerlich fremd und ablehnend gegenübersteht.
Es gilt heule nicht, einen Stand zu erhalten, sondern die Nation.
Wer diesem Streben sich entgegenstellt, den betrachten wir als Feind unserer Bewegung, und den werden wir vernichten. Denn als Nationalsozialisten betrachten wir uns auch im NS. -Lehrerbund nicht als die Vertreter eines Standes, sondern als die Sachwalter der Nation. Darum wollen wir keine „Gemeinschaft der Philologen", auch keine „Gemeinschaft der Dolksschullehrer", keine „Gemeinschaft der Kindergärtnerinnen" und auch keine „Gemeinschaft der Schulaufsichtsbeamten", sondern wir wollen die „Gemeinschaft der Erzieher" am großen Werk der Erziehung, und wir wollen diese Gemeinschaft und nur diese Gemeinschaft, weil sie sich im Hinblick auf das Ziel als die einzig richtige erweist.
Weil das Ziel der Erziehung ein ganzheitliches ist, so ist jedes Teilgebiet eingebettet in das Ganze der Erziehung und muß in seinem Verflochtensein mit allen anderen Gebieten betrachtet werden. Darum ist es ein 3rrtum und entspricht der liberalistischen Geisteshaltung, wenn der Philo- löge glaubt, die höhere Schule sei nur eine Angelegenheit der „Gemeinschaft der Philologen" (lies: des Philologenoereins), und nur er habe sich mit diesem Kulturinstitut der Nation und seinen Aufgaben zu befassen. Sdjemm sagte in Leipzig: „3ede Schule, die nicht Volksschule ist, erkennen wir nicht an, und werden die Operation ungesäumt vornehmen". Das soll doch wohl heißen, daß auch die höhere Schule Volksschule z u sein hat, damit als eine Bolksangelegenheit zu betrachten ist und somit auch als eine Angelegenheit des ganzen Erzieherstandes und des ganzen Volkes anzusprechen ist.
Der NS-Lehrerbund ist keine Slandesorgani- sation und lehnt es ab, als Lrzieherverband sich mit standespolilischen Fragen zu beschäftigen. Er ist in feiner Organifationsform ausgerichtet auf das Ganze der Erziehung und wird auch in feiner Arbeit stets diesen Gesichtspunkt zur Geltung bringen.
Die Arbeitsgemeinschaften, die im Rahmen des NS.- Lehrerdundes gebildet werden, sind nach diesem Ge- sichtspunkt gebildet und zusammengestellt. Sie sollen die Grundgedanken nationalsozialistischer Weltanschauung auch in der Erziehung zum Durchbruch bringen und sollen die Möglichkeiten der Verankerung dieser 3deen im Erziehungssystem klären und fördern. Ein Grundgedanke nationalsozialistischer Weltanschauung und alles völkischen Lebens ist der Heimatgedanke in seiner räumlichen und seelischen Bedeutung. Eine „Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde und Heimatforschung" soll die Möglichkeiten der Auswirkung dieses Gedanken für jede Art von Schule und für jedes Unterrichtsfach bearbeiten. 3n dieser Arbeitsgemeinschaft sitzt der Universitötspro- feffor neben dem Volksschullehrer und dem Studienrat, verbunden durch das gemeinsame 3ntereffe a n einem Arbeitsgebiet, das im Dienste der gesamten Volkserziehung steht. Das ist keine Atomisierung, sondern eine Bereiche- rung, das ist Synthese, gegenseitige Befruchtung.
Nicht der Stand darf die Menschen zusammen- bringen, sondern eine gemeinsame Sache, die auf ein übergeordnetes Ziel, Volk oder Gott, ganzheitlich ausgerichtet ist.
Oder ist nicht in einer „Arbeitsgemeinschaft für Landschulfragen" neben dem Volksschullehrer auch der Pfarrer, oder die Kindergärtnerin zur Mitarbeit berufen? Und wenn es sich in einer Arbeitsgemein, schäft für Fragen des höheren Schulwesens" um die Fragen der Begabung, von Vererbung und Anlagen, der Auslese, von den Beziehungen der Volksschule zur höheren Schule, von Vorbildung und Beruf, der Berechtigungsfrage, der Lehrerbildung, von Schul- und Hochschulreform u. a. m. handelt, sollte das den Volksschullehrer, den Berufsschullehrer, den Hochschullehrer gar nichts angehen, sondern nur den Philologen? Die Unfruchtbarkeit in der Arbeit der bisherigen Standesorganisationen für die Entwicklung der Erziehungsidee und des Erziehungssystems im volklichen Sinne liegt gerade darin, daß solche Fragen, wenn sie überhaupt behandelt wurden, stets nur vorn einseitigen st andespolitischen Gesichtspunkt aus betrachtet und vorgetragen rour- den, nicht das 3ntereffe der Nation im Vordergründe stand. Und sollte schließlich in einer „2Irbeitsgemem- schäft für deutsches Christentum" im Rahmen des NS.-Lehrerbundes nicht neben dem Pfarrer jede Gruppe von Erziehern und Lehrern vertreten sein? Die Arbeit in solchen Arbeitsgemeinschaften wird viel erfolgreicher sein als das bisherige Nebeneinander und Gegeneinander in den einzelnen Standesorganisationen.
Arbeitsgemeinschaften sind darum stets nach umfassenden und übergeordneten Gesichtspunkten zu bilden, niemals darf darin ein gewisses Spezialistentum als Selbstzweck sich herausbilden.
Darum lehne ich es auch im Rahmen des NS.- Lehrerbundes ab, eine „Gemeinschaft der Philo- logen" oder eine „Gemeinschaft der Volksschullehrer" zu bilden, weil das doch wieder verkappte Standesorganisationen wären, weil das keine übergeordneten, nach unserer 3dee ausgerichteten Sachgebiete sind, darum keinen Sinn haben. Nur wer die 3dee des Nationalsozialismus noch nicht begriffen hat, der kann heute noch solche Forderungen erheben.
Wir haben im NS.-Lehrerbund die Arbeit im vorgezeichneten Sinne ausgenommen, wer mitarbeiten will in diesem Sinne, ist uns Herz- l i ch willkommen, wer abwartet und abseits steht, wer noch hofft auf seine Standesorganisation, dem geht die „Gemeinschaft eines Standes" über die Gemeinschaft der Erzieher, der stellt sich außerhalb der großen Erziehergemeinschaft und damit abseits von dem großen in Leipzig proklamierten einheitlichen Erziehergedanken.
Mit dem lag von Leipzig, dem „Potsdam der Erziehung", ist eine alte Sehnsucht der Lehrerschaft zur Tat geworden, die im politischen Geschehen der letzten Zeit ihre Parallele in der Reichsreform findet. Und so wie hier ein für allemal der S p u k d e r Maingrenze verschwunden fein dürfte, so werden und müßen auch in der Erziehung alle Grenzen, die durch die Standesunlerschiede auf» gerichtet waren, verschwinden und sich alle Er- Zieher zusammenfinden zu der gemeinsamen Arbeit, Die unter der großen Parole „Volk und Gott" steht. Wenn es um dieses hohe 3deal geht, dann ist es gleichgültig, welche Art von Schule der Lehrer Zu betreuen hat, es ist auch gleichgültig für diese Erzieherorganisation, welchen Bildungsgang ein Lehrer durchgemacht hat, denn es ist ja nicht das StandeÄnteresfe, das zufamnlenführt, sondern das große auf Volk und Gott ausgerichtete Ziel der Erziehung.
Das Ziel der Erziehung ist ein ganzheitliches, und darum muß auch das Derk der Erziehung ganzheitlich in Angriff genommen werden.
Das bedingt wiederum, daß auch die Drganifa- tion der Erzieher, als die Zusammenfassung der Arbeiter am Werk der Erziehung, ganzheitlich ausgerichtet fein muß, d. h. daß im großen 916.- Lehrerbund als der einheitlichen Organisation des Erzieherstandes alle Arten von Erziehern, von der Kindergärtnerin und Hortnerin bis zum Unioer- fitätsorofessor, sich zusammenfinden müssen zu gemeinsamer Arbeit.
Das ist heute in gewissem Umfang schon der Fall. Nachdem bereits in Leipzig viele Bezirks-, Kreis» und Landesoereine, große Teile der Philologenverbände und viele andere Lehrerorganisationen ihre Einordnung in die große einheitliche deutsche Erziehergemeinschaft zum Ausdruck gebracht hatten, ist Der NS. - Lehrerbund inzwischen durch ein ge- wattiges Anschwellen der Mitgliederzahl zu einer machtvollen Organisation geworden. Ganze Verbände haben sich aufgelöst, und ihre Mitglieder sind in den NS.-Lehrerbund eingetreten. Bei vielen Verbänden bandelt es sich heute nur noch um die rein formale Ueberfüfjrung nach den vereins- gejetzlichen Bestimmungen. Es entspricht aber andererseits auch durchaus der Geisteshaltung, gewisser Verbände und ihrer bisherigen Führer, und es ist interessant, Das heute zu beobachten, wenn man da mit aller Macht danach strebt, doch in irgend einer Form Die alte „wertvolle" (Gehaltszulagen, Kinder- Zuschlag, Beförderungsfragen!) Standesorganisation zu erhalten. Man sucht nach neuen Namen, da das alte Wort „Verein" nicht mehr so recht in die neue Zeit paßt, und redet von „Gemeinschaft" Interessengemeinschaft!). Man sucht nach Aeußerungen führender Männer, die den Gedanken einer Erhaltung der Standesorganisation in irgend einer Form doch noch zulassen könnten und freut sich, wenn die organisatorische Einigung hier und da doch nicht so rasch verwirklicht wird und aus Schwierigkeiten stößt. Man verschweigt entgegengesetzte Aeußerungen führender Männer und verurteilt Diejenigen, die die Notwendigkeiten erkannt haben und sie klipp und klar aussprechen. Die Geisteshaltung solcher Verbände und Führer erinnert uns an die Geisteshaltung Derjenigen, Die noch vor dem 5. März zwar auch von „Volksgemeinschaft" redeten, dem sichtbaren Werden der Volksgemeinschaft in der großen nationalen Freiheitsbewegung aber innerlich ablehnend und fremd gegenüberstanden.
Dir betrachten es nicht als eine Gefahr, wenn die alten Standesorganisationen zerschlagen werden, sondern als eine Befreiung des Lczieher- flandes von den liberalistischen Fesseln der Vergangenheit und als die Erfüllung einer allen Erziehersehnsucht der Besten des Erzieherstandes. Man vergleich« den „Ausruf an Deutschlands Lehrer" aus dem Jahre 1848 zur Gründung des Allgemeinen Deutschen Lchrervercins, in dem es heißt: „Das deutsche Volk ist erwacht. Neues, frisches Leben pulst in seinen Adern. Don dem russischen Winde der Memel bis zu den französischen Wellenschlägen der Mosel vernehmen wir den Auf nach einem einigen Deutschland. Was Jahrhunderte vergeblich ersehnt worden ist, das soll jetzt ins Leben treten. Die Pauls- kirch« in Frankfurt will das Gebäude der deutschen Einheit und Freiheit gründen. Aber was würde der herrlichste Dau nützen, wenn nicht der rechte Geist in ihm lebte. Diesen rechten Geist im Volke zu wecken, wo er schläft, wo er in falsch« Dahnen sich verirrt, das ist die Aufgabe der deutschen Dolkserziehung, die größtenteils in den Händen der deutschen Lehrer liegt. Diese aber vermögen ihre Ausgabe, wie sie die Gegenwart hinstellt, nur dann entsprechend zu lösen, wenn sie sich für diesen großen Zweck vereinigen.... Jede Art von Schulen schloß sich mit ihren Lehrern von allen anderen Arten geflissentlich ab. Fremd oder hochmütig sahen sich die Arbeiter gegenseitig an, weil sie an verschiedenen Stockwerken der Dolkserziehung arbeiteten. Die Männer, welche hoch oben die Kuppel wölbten, mochten das Werk derer, welche tief unten den Grund legten, nicht anerkennen, und die, welch« aus dem mittleren Stockwerke heraussahen, fühlten zwar, daß es noch ein Stockwerk über ihnen gab, aber sie dankten doch Gott, daß sie über diejenigen hinwegsehen konnten, welche unter ihnen tagewerkten. So darf es, so kann es nicht bleiben, wenn der Ruf nach einem einigen, starken deutschen Dolke eine Wahrheit werden foIL Jener alte Geist muß zuerst aus dem Lehrkörper hinausgetrieben werden, und ein neuer Geist muß in ihn einziehen, daß er dann zur Feier eines steten Pfingstfestes auf das deutsche Dolk ausströme....
Deutsch« Lehrer und ÄugenDerzieher! An euch alle, die ihr an der Bildung der deutschen Äugend arbeitet: ob ihr Dem Kindlein in der Dewahranstalt die ersten Leute feiner Muttersprache lehrt, oder ob ihr mit eurem gereiften Zöglinge Den Homer und Cicero lest, ob ihr Dem Knaben Das Abc aufschließt, ober ob ihr Den Äüngling in Die heiligen Hallen Der Wissenschaft einführt, ob Gelehrte ober Derufsmänner bilDct, ob ihr römisch- ober Deutsch-katholisch euch nennt, wir treiben e i n Werk. Laßt es uns in Einheit treiben, Damit es geDeihe! Laßt uns zusammen- treten zu Dem Allgemeinen Deutschen Lehrerverein."
Eine Atomisierung tritt Dadurch nicht ein, Atomisierung war Das Wesen unD Kennzeichen der bisherigen liberal Demokratischen Verbände, sondern ein Aufbau in einem einheitlichen großen Rahmen, auf einer neuen Grundlage und unter einem


