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23.3.1933 Erstes Blatt
 
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Eichener Anzeiger lGenerai-Anzeiger für Dberheffen)

Nr. 70 Zweiter Blatt

Nationale Feiern in der provmz.

Ehrung des Reichspräsidenten, des ^e.chskanzlers und des Staats»

Präsidenten.

r. Lang-Göns. 21. Marz. Der heutige Tag wurde in unserer Gemeinde in erhebender Weise gefeiert. 21m 2lbend bewegte sich ein _ langer Fackelzug, an dem die Vereine und sämtliche Schulklassen unter Dorantritt des Posaunenchores teilnahmen, durch die Straßen nach der Turnhalle- Liese konnte kaum alle Zuhörer fassen. Dach dem gemeinsam gesungenen Lied .Wir treten wm Deten" teilte Bürgermeister Romps unter dem brausenden Beifall der 2lnwefenden mit. das) der G e m e i n d e r a t am heutigen Tage be­schlossen habe, den Reichspräsidenten von Hin­denburg. den Reichskanzler Hitler und den Staatspräsidenten Dr. Werner zu Ehren­bürgern von Lang-Göns zu ernennen. 3n einer Ansprache feierte sodann SA.-Führcr Jung (Steinberg) den Sieg der nationalsozia­listischen Volksbewegung. Eine zweite Ansprache hielt der Ortsgeistnche, Pfarrer Wahl. SA.- Führer H. Kloß (Lang-Göns) forderte zum Schluß die Jugend der Gemeinde auf. recht zahl­reich in die Gruppen dec RSDAP. einzutreten. Der Posaunenchor spielte zahlreiche vaterländische Weisen. Mit dem Deutschland- und dem Horst- Wessel-Lied sand die glänzend verlaufene Feier ihr Ende.

Landkreis (Wrftcn.

CO Klein-Linden, 21.März. Die Schul­feier am Samstag wurde im Saale des (Saft» HausesZur deutschen Eiche" unter Beteiligung vie­ler Gemeindemitglieder abgehalten. Mehrstimmige C:)orvorträge der Schülerchore der drei oberen Volksschulklassen wechselten mit vaterländischen (Se* dichten, durch Schulkinder vorgetragen. Der Schul­leiter, Lehrer Keil, hielt die Ansprache. Seine Rede klang in dem Hoch auf das Vaterland und in dem gemeinsam gesungenen Deutschlandlied aus. Weiter sprachen noch über die Bedeutung der gegen­wärtigen Zeit Beigeordneter Friedrich S ch i m in c l, der Vorsitzende des Kriegeroereins, und slud. theol. Hans Becker Das gemeinsam gesungene Horst- Wessel-Lied und das LiedIch hab mich ergeben" beendeten die eindrucksvolle Feier.

LJ Großen-Linden, 2i. März. Die hie­sige Volksschule veranstaltete am Samstag aus Anlaß der nationalen Erhebung eine Schul­feier. Eingeleitet wurde die Feier mit dem Choral .Herr deine Güte reicht so weit", ge­sungen von der Oberllasse. Anschließend hielt Rektor Dach eine Ansprache, in der er die Bedeutung des Tages würdigte. Das Deutsch­landlied, Gedichtvorträge von Schülern und das Horst-Wessel-Lied beschlossen die eindrucksvolle Feier. Heute abend fand hier anläßlich des Zusammentritts des neuen Reichstages ein Fackelzug statt. Durch die reichgeschmückten Stra­ßen bewegte sich unter Dorantritt des hiesigen Reitervereins, dem sich eine Musikkapelle. 621.» Abteilungen. Hitler-Jugend. Bund deutscher Mädchen, Kriegerverein, die beiden Gesangver­eine und Turnverein anschlossen, ein stattlicher Zug. Auf dem Platze vor der neu errichteten Schule sprach nach dem Choral »Wir treten zum Deten" und einem Choc der beiden Gesang- vereinL Lehrer Siegfried. Leihgestern. An­schließend brachte Ortsgruppenleiter Decker ein Sieg-Heil auf die neue Reichsregierung aus. Das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied beendeten die schlichte Siegesfeier.

-^Watzenborn-Steinberg, 22. März. Auch in unserer Gemeinde fand gestern abend ein F a ck e l z u g statt. Er nahm seine Aufstellung auf dem Kreuzplatz und bewegte sich dann bei starker Beteiligung durch die Ortsstraßen noch dem anschließend an den Ortsausgang von Steinberg gelegenen Gelände von C&crftcinbcrg. Bürgermei­ster Schäfer begrüßte die zahlrerchen Teilneh­

mer an dem Zug und bezeichnete in seinen spä­teren Schlußworten als Gebot der Stunde die Lieberbrückung alles seither Trennenden zum Wohle unseres Daterländes. Die Ansprache hielt Gerichtsassessor Robert Harnisch von hier. Ge­sang der Schulkinder und gemeinsame Gesänge umrahmten die Deranstaltung, während deren Ablauf ein aufgestapelter Holzstoß abgebrannt wurde. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes klang die Feier aus. Auch bei umliegenden und auch weiter gelegenen Gemein­den konnte das Abbrennen von Freudenfeuern wahrgenommen werden.

0 Grüningen. 22. März. Aus Anlaß der Eröffnung des Reichstages sand auf Einladung des Bürgermeisters Euler auch hier eine Feier statt, die vom Leiter der RSDAP. Herrn M a r - steller vorbereitet war. Die Dercine des Ortes nahmen an einem Fackelzug teil, der sich dure- das Dorf nach dem Sportplatz bewegte. Bürger­meister Euler begrüßte die Teilnehmer. Der Kreispropagandaleiter der RSDAP. Jung, Gießen, wies auf die geschichtliche Bedeutung des 21. März hin. linier loderndem Feuer land die Kundgebung mit dem Gesang des Deutsch­land- und des Horst-Wessel-Liedes ihren Ab­schluß. Der Gesangverein »Eintracht" und der Gesangverein der Ad. SOheim'schen Stiftung, so­wie die Schulender trugen durch Gesangsdar­bietungen zur Derschönerung der Feier bei.

0 Holzhelm. 21. März. Die hi sige Schule veranstalte.e am Samstag aus Anlaß der nationa­len Erhebung eine Feier, an der auch zahlreiche Erwachsene teilnahmen. Der Rednerplatz war mit den Fahnen Schwarzweidrot und der Hakenkreuz­fahne geschmückt. Sn der Ansprache wies der Schulleiter auf die Bedeutung der nationalen Er­hebung hin. Sein Hoch galt dem Vaterland und der Hessenheimat. Das Horst-Wessel-Lied. das Deutschlandlied, andere vaterländische Liederund Gedichtvorträge umrahmten das gesprochene Wort. Mit einem Umzug durch das Dors fand die Feier, die ein freudiges Bekenntnis zu Deutschland war, ihren Abschluß. Anläßlich des Zusammentritts des neuen Reichstags fand heute abend hier eine große nationale Kundgebung statt. Ein riesiger Fackelzug, an dem die SA. und fast alle Ortsvereine mit ihren Fahnen teilnahmen und in dem die Hakenkreuzfahne und die Fahne Schwarzwcißrot mitgesützrt wurden, bewegte sich unter Dorantritt des »Jungvolkes" und der Schul­jugend, die von den Lehrkräften geführt wurde, nach dem Sportplätze. Hier hielt Studienrat Dr. Buß (Gießen), angesichts eines riesigen brennen­den Holzstoßes, eine vaterländische Rede. Mit einem begeistert aus genommenen Sieg-Heil auf un­ser Vaterland und seine Führer schlossen seine Worte. Der Gesangverein »Harmonie" (Leitung Gg. Eames sen.) verschönte mit zwei gut vorge­trogenen Liedern die Feier. Mit dem Horst-Wes- sel-Lied fand diese ihren Abschluß.

)( L i ch, 22. März. Der aus Anlaß der Eröffnung des neuen Reichstages von den Vereinen unserer Stadt gestern abend veranstaltete F a ck e l z u g und die damit verbundene Feier auf dem Hardtberg wurden zu einer eindrucksvollen Kundgebung des nationalen Willens und Geistes unserer Bevölke­rung. Die Stadt hatte eine große Anzahl Fackeln zur Verfügung gestellt. Unter Vorantritt der SA.» und SS.-Mannschaften, der Iugendvereinigung, der Iungschar, der Schuljugend und der Feuerwehrka­pelle folgten in langem Zug die Vereine mit ihren Fahnen. Der Zug bewegte sich nach dem Hardtberg, wo tausende von Menschen versammelt waren. Bür­germeister Geil hob in einer Ansprache hervor, daß wohl noch nie in Lieh eine so große Masse zu einer vaterländischen Kundgebung sich versammelt hätte, und brachte ein Hoch auf das deutsche Vater­land und Volk aus. Die Versammlung sang das Deutschlandlied. Bei dem folgenden Chor der Ge­sangvereine konnte man die erfreuliche Tatsache fest­stellen, daß die Vereine sich unter der Leitung von

Lehrer 2 t e i n zu einem großen Massenchor zusom- mengeschlossen hatten und so auch nach außen hin ein Bild rechter Einigkeit boten. Stiftspfarrer Draudt hielt eine Ansprache, hob die großen Ver­dienste der NSDAP, um die nationale Erhebung Deutschlands hervor und bat alle, an der nun fol­genden Vertiefung der nationalen Arbeit mitzuar­beiten. Ein auf den Reichspräsidenten und den Reichskanzler ausgebrachtes dreifaches Sieg-Heil wurde von der Versammlung begeistert ausgenom­men und durch den Gesang des Niederländischen Dankgebetes bekräftigt. Beim ersten Mufflammen des Freudenfeuers erklang das Horst-Wessel-Lied, und die Hände reckten sich gegen den Himmel empor. Eine Festversammlung inSteins-Saalbau mit flotten Vorträgen der Feuerwehrkapelle und schönen Chö­ren der Gesangvereine Cäcilie und Roitzscher Chor beschloß den erhebenden Tag. Am Vormittag nahmen die Schulen in Steins-Saalbau an der Uebertragung der Feiern in Potsdam geschlossen teil.

i) Lollar, 22. März. In unseren Kirchspielge- -leinbcn wurde der gestrige nationale Feiertag feier- .ch und würdiy begangen. Ein großer Fackel- zug der Vereine und Schüler, geführt von den schneidigen Marschweisen der Feuerwehrkapelle, be­wegte sich durch das Dors und endete auf dem gro­ßen Platze vor der Schule, wo Bürgermeister Sckmidt und der Ortsführer der NSDAP. Wag­ner zündende Worte an die große Zuhörerschaft richteten. Auch in Ruttershausen und Stau­fenberg, wo mächtige Freudenfeuer auf der Lohnhöhe rechts der Lahn und oben auf der Burg brannten, waren in ähnlicher Weise Fackel­züge unter großer Beteiligung. Lehrer E m m e l - Staufenberg und Lehrer H e r b st - Ruttershausen hielten die Festansprachen. Mittags hatten nach dem Festakte in Potsdam die Glocken von Kirchberg, Staufenberg und Mainzlar eine Viertelstunde lang geläutet.

t Sr ei 8 a. d. Lda, 22. März. Unter großer Beteiligung der Gemeinde fand am Samstag­abend in Wilis Saal die Schulfeier der hie­sigen Schulen zu Ehren des Staatspräsidenten statt. 21(10) einem vom hiesigen Posaunenchor ge­spielten Marsch trugen die Schüler der einzelnen Klassen vaterländische Gedichte und Lieder vor, welche die von dem Dorsihenden des Schulvor­standes gehaltene packende Ansprache umrahm­ten. Der Redner wies auf die Bedeutung des Tages hin und ermahnte zur Liebe und Treue gegen Dolk und Daterland. Gemeinsam gesungene Daterlandslieder, die man hier feit der Revo­lution nicht mehr gehört hatte, und Dorträge des Posaunenchors hielten die Anwesenden nach Ent­lassung der Kinder noch einige Zeit beisammen. Gestern abend wurde hier die Reichstags­eröffnung in würdiger Weise begangen. Um 19.30 Uhr versammelten sich die Dereine (Krie­gerverein, Gesangverein Liederkranz, Turnver­ein Gut Heil, die Frauenschaft der RSDAP., die SA.) die Schulen und der Gemeindevor­stand und zahlreiche Gemeindeglieder zu einem Fackelzug, der sich unter Dorantritt unseres Posaunenchores und unter Absingen von vater­ländischen L edern durch die fahnengeschmückten Straßen nach dem aus der Höhe nach Beuern zu errichteten angezündeten mächtigen Holzstoß bewegte. Hier spielte die Musik das Rieder­ländische Dankgebet, das die Menge mit ent­blößtem Haupte anhörte, dann begrüßte Bürger­meister Michel die Anwesenden unter Hinweis auf den Zweck der Deranstaltung. Die Feuerrede hielt Pfarrer B ö ch n e r , worauf Kaspar Euler der fürs Daterland und für die nationalso^a- listische Bewegung Gefallenen gedachte. Rach Be­endigung der Feier am Feuer fand in Wills Saal eine Rachfeier statt, bei der die Lehrer H e d r i ch und Schädel packende Ansprachen hielten. Die seit Jahren zurückgehaltene vater­ländische Begeisterung der Dersammelten brach sich im gemeinsamen Gesang alter und neuer Vaterlands- und Volkslieder Bahn.

<£ Reiskirchen, 22. März. Gestern abend be­wegte sich unter Dorantritt der hiesigen Kapelle Modus ein langer Fackelzug, an dem alle hiesigen Vereine und die Schulkinder teilnahmen,

Hexenschuß.

Don Georg Müh en-Gchutte.

Es war eine unangenehme Geschichte. Sch hatte Zug gekriegt. Run saß mir der Teufel im Rücken.

»Hexenschuß!" sagte der Mann, der immer die Gasrechnung kassieren kommt.

Sch hätte die Wände rausklettem können.

»Gehn Eie zu 2ldam Weißbart!" empfahl mir der GaSmann.

Adam Weihbart?"

,3a. Er ist kein richtiger Arzt, aber er kann was. Sie werden mir dankbar sein."

Sch ging zu Adam Weihbart. Oder richtiger, ich kroch hin. Adam Weißbart wohnte vier Treppen hoch. Ausgerechnet vier Treppen hoch. Warum hatte ich mir auch gewünscht, die Wände rauf- klettern zu können.

Sonst gab es nichts Besonderes an dec Weih- barlschm Wohnung. Höch,.ens wäre zu erwähnen, daß cs nach fr.scher Oelfarbe red).

Sm Warteraum befand sich ein Mann. Er war groß und stark und hatte rote Backen. Offenbar kam er von der Behandlung, denn er zog sich eben das Sackctt an, stülpte seine Mühe auf den Kopf, sagte .Mahlzeit" und ging kerzengerade an mir vorbei zur Tür hinaus.

Reidvoll sah ich ihm nach- Dann begab ich mich ins Sprechzimmer.

»Wie Sie sehen, habe ich es ün Rücken", sagte ich zu Adam Weißbart. »Sch kann ihn nicht ge­rade machen, den Rücken, weil der He enschuß drin ist. Cs ist das erstemal, daß ich es mit einem Kurpsu . . . äh, mit einem ...ich meine, daß ich es mit keinem richtigen Arzt versuche. Sie be­greifen. wenn ich da noch mit einer gewissen Dosis Mißtrauen ..."

»O bitte! lächelte er gütig. »Es waren schon m.hr Skeptiker hier. Haben Sie den Mann ge­sehen, der eben hinausging?"

»Sa, er scheint über eine ungewöhnlich robuste Gesundheit zu verfügen."

»Run, dieser selbe Mann hat noch kurz vor Shrem-Kommen einen Rücken gemacht so krumm wie eine Sichel, und gestöhnt hat er, daß einem das Herz brechen konnte. Was sagen Sie nun?

»Fangen wir an! antwortete ich voll froher ^Überzeugung.

Adam Weisbart holte eine Schüssel mit saurer Milch herbei. 3ch muhte den Oberkörper frei­machen' dann rieb er mich mit seiner Milch ein. Hierzu brabbelte er etwas vor sich hin, wovon

ich nicht sagen kann, ob es eine Rotiz der Produk­tenbörse oder ein zeitgenössischer Schlagerte-t war. Sedenfalls blieb mein Rücken krumm dabei.

Dafür kriegte ich heftige Kopfschmerzen. Was aber nicht von der säuern Milch, auch nicht von der Rezitation, sondern vielmehr von dem nieder­trächtigen Geruch nach Oelsarbe kam.

»So!" sagte Adam Weißbart nach einer halben Stunde, »den Rest beseitigen wir durch Fembe- handlung. Roch eine kurze Beschwörungsformel heute um Mitternacht, und Sie sind wieder gerade wie ein Licht. Wenn ich bitten darf, zwanzig Mark!"

Sch zahlte und kroch hinaus. Draußen richtete sich mein erschüttertes Vertrauen noch einmal auf. Der große, starke Mann war im Warteraum. Er hängte gerade seine Mütze an und zog sein Sackett aus.

»Verzeihung! Sie sind ja schon wieder hier!", redete ich ihn an.

.SatDcII! Sch war bloß mittag'.ssen!"

»Hm! Sie werden es mir nicht übelnebmen, Ver­ehr tester, aber bei dem Erfolg, den die Kur bei Shnen gehabt hat, hätten Sie doch wahrhaftig Nicht nötig, sich noch weiter behandeln zu lassen.

»Was denn behandeln lassen?!" erwiderte der Mann, dessen Rücken nach Adam Weihbarts Aussage so krumm gewesen war wie eine Sichel, »was denn behandeln lassen!? Sch streich doch hier bloß den Fußboden!"

Leckerbissen für die Everest-Besseiger.

Die 14 Mitglieder der neuen Expedition zur Besiegung des Everest sind jetzt in Dardschiling versammelt, um sich dort mit ihren 100 eingebore­nen Trägern und 300 Transporttieren zu akklima­tisieren und die letzten Vorbereitungen zu treffen. Sie werden den Marsch von 500 Kilometer nach dem höchsten Berg der Welt im wesentlichen auf derselben Route durckführen, die ihre Dorgänger 1922 und 1924 eingeschlagen haben. Die Reise geht durch das Schumbi-Tal über Kampa Dzong bis nach Tingri Dzong, und von dort werden sie sich südwärts wenden, um sich dem Everest von 21 erben zu nähern. Das Hauptlager wird wieder bei dem Rongbuk-Kloster errichtet. Die schwerste Arbeit wird bis dahin von den Sak-Ochsen und Maultieren geleistet, während die europäischen Bergsteiger und die eingeborenen Träger unbe­schwert marschieren, um sich alle ihre Kräfte für den Angriff gegen die Höhen aufzusparen. Die einzelnen Lager, die sich bann immer mehr nach der Spitze vorschieben, werden an denselben Stel­

len angelegt wie früher, mit vielleicht einziger Ausnahme von Lager VI. Da der Angriffsplan sich ganz ähnlich vollzieht wie bei den anderen mißglückten Versuchen, so ist die Frage, welche besseren- Aussichten auf Erlolg man diesmal zu haben glaubt. Zeit und Wetter sind ebenfalls etwa dieselben, und man darf nicht erwarten, daß der Monsun in diesem 3ahr später eintreten oder daß die Witterung weniger rauh und stür­misch sein wird. Allerdings bieten die drahtlosen Wettervorhersagen, die man erhalten wird, eine größere Gewähr für die richtige Beurteilung der Wetterlage. Daß die persönlichen Leistungen der Teilnehmer diesmal die der früheren Bergsteiger übertreffen, ist nicht zu erwarten. Die Hauptauf­gabe bestand daher, wie der Sekretär der Mount- Everest-Ekpedition, 3. M. Swtt, in einem Fach­blatt aussührt, in der Derbe,ferung der Organisa­tion und der Ausrüstung. Man hofft, die Berg­steiger in einem günstigeren Kräftezustand zum Hauptlager zu bringen und die Zeit für die ilebertoinbung des letzten und schwierigsten Tells abzukürzen. Die größte Aufmerksamkeit hat man bei der Ausrüstung der Wagenfrage zugewendet. Se mehr der Luftdruck abnimmt, desto geringer wird der Appetit, bis schließlich das Essen zu einer Qual wird, und da die Rahrungsaufnahme in den großen Höhen von entscheidender Bedeu­tung ist, so muh man den Bergsteigern dasjenige anbieten, was sie am ehesten und am liebsten zu sich nehmen. Während früher die verschiedenen Rahrungsmittel in getrennten Kisten mitgeführt wurden, so daß das Menu erst aus ihnen zufam- mengestellt werden muhte, hat man diesmal die Rationen so zufammengestellt, dah jede Kiste alle Rahrung enthält, die ein 2IIann für eine be­stimmte Zahl von Tagen braucht. Aber was für Speisen sollte man auswählen? Unter normalen Verhältnissen ist es leicht, festzustellen, welche Rahrung die nötigen Kalorien und Vitamine ent­hält. um einen Menschen in kalter Witterung warm und leistungsfähig zu erhalten. Aber wenn diese Ration auch in einer Hohe von über 8000 Meter dieselbe Wirkung tun soll, ist die Berech­nung schon schwieriger. Als den Bergsteigern die von den Rahrungs-Physiologen ausgestellte Liste Butter, Gemüse, Pemmikan usw. vorgelegt wurden schüttelten sie sich und erklärten, so was unter keinen Umständen essen zu können. Der Speisezet­tel muhte daher unter Berücksichtigung des per­sönlichen Geschmacks ausgearbeitet werden. Die Leckerbissen wurden für die großen Hohen reser­viert. Während in den unteren Lagern die ge­wöhnlichen Rahrungsmittel für solche Zwecke un-

zur Feier des Deutschen Nationalfeiertages durch die Ortsstraßen nach dem Kirschenderg. Hier sprach, nach einem Gesangsvortrag des Geianaoereins Harmonie", Lehrer Rausch über die Bedeutung des 21. März in der Geschichte und jetzt in seiner Bedeutung als Nationalfeiertag. Er forderte alle Volksgenossen, insbesondere die Jugend auf, mitzu- helfen an dem Wiederaufbau unseres Volkes. Sein Hoch galt dem wiedercrwachten deutschen Vaterland. Begeistert stimmte die Menge das Deutschlandlied an. Während ein von der hiesigen SA. aufgebauter Holzstoß in Flammen ausging, trug der Gesangver­einEinigkeit" ein Lied vor, das mit großem Bei­fall ausgenommen wurde. Nach dem gemeinschaftlich gesungenen Horst-Wessel-Lied brachte der Ortsgrnp- penlciter der NSDAP, ein dreifaches Heil auf den deutschen Kanzler Adolf Hitler aus. Nachdem man an dem Feuer noch von der hiesigenHossia-Iugend" das LiedFlamme empor" gehört hatte, ging es wieder in das Dorf zurück, wo der Zug sich auflöste.

th. Linden st ruth , 21. März. Der heutige Tag der nationalen Erhebung wurde auch in unserer Gemeinde festlich begangen. Gewerbe­lehrer Schevp Don hier hatte fein Rimdfunk­gerät der Schule aut Verfügung gestellt, und fo konnten die Schüler und viele Erwachsene den feierlichen Vorgängen in Potsdam und Berlin im Geiste beiwohnen. Abends bewegte sich ein Lampionzug zurBurg", wo die hiesige 62L einen mächtigen Holzstoß errichtet hatte. Wäh­rend die Flammen zum Himmel loderten, hielt Lehrer Hahn eine Ansprache, nach der das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied ge­lungen wurden. Rachdem sich der Zug zum Dorfe zurückbewegt hatte, lauschte noch eine große Menge dem Hörbericht über den Fackelzug in Berlin. So wurde das große Geschehen auch ein Erlebnis für unseren kleinen Ort.

-s- G r ü n b e r g, 22. März. Der von der Stadt­verwaltung mit den Vertretern der vaterländi­schen Verbände und Vereine vorgesehene Fackel­zug am Dienstagabend nahm einen würdigen Verlauf- Es beteiligten sich daran: S2l-, Frauen­schaft, Hitlerjugend, Volksschule, Oberrealfchule. Kriegerverein, Turnverein und Freiwillige Feuer­wehr. Zwei Kapellen, die der SA. und der Feuerwehr, sowie die Trommler- und Pfeiser- abteilung des Turnvereins, belebten durch flotte Marschmusik den langen Zug. der sich vom Markt­plätze zum Wartturm bewegte. Rach kurzen Be- grüßungsworten durch Propagandaleiter Rockel hielt Lehrer Bocher eine eindrucksvolle An­sprache, die mit einem Hoch auf das Vaterland ausllang. Es folgte das Deutschlandlied und nach einem von Herrn Rockel ausgebrachten Hoch auf Hindenburg und Hitler das Horst- Wessel-Lied. Währenddem loderte ein mächtiger <5Lammen ft Df) auf, gleichzeitig erblickte man auch die Feuer auf den Hohen der benachbarten Orte. Rach einigen Märschen der beiden Kapellen be­wegte sich der Zug in derselben Ordnung wieder zur Stadt bis zum Marktplatz, wo er sich auflöste.

4 Lauter, 22. März. In unserem Dorfe fand gestern abend ein F a ck e 1 z u g statt. Vereine und Schulkinder beteiligten sich daran in stattlicher An­zahl. Vor dem Abmarsch nach der Einfürste gedachte Bürgermeister A f f der Bedeutung des Tages. In einem Hoch auf das Vaterland klang seine Ansprache aus. Gemeinsam wurde dann das Deutschlandlied gesungen. Nach dem Marsch durch das Dors wurde auf der Einfürste ein großes Feuer entzündet. Herr E. Zimmer gedachte in kurzen Worten der Ge­fallenen des Weltkrieges. Lehrer N o e s ch e n schil­derte die Ereignisse der letzten Wochen und forderte zur Einigkeit auf. Mit einem Hoch auf den Reichs­präsidenten, den Reichskanzler, die Reichsregierung und das deutsche Vaterland fand die Rede ihren Ab­schluß. Zum Schluß svrach noch Herr E. Heeres über das Werk des Reichskanzlers. Vaterländische Lieder umrahmten die Feier.

Kreis Friedberg.

£ Steinfurth. 21. Marz. Arn Samstag sand durch Schule und Gemeinde eine erhebende Feier statt. Dom Rathausplah bewegte sich ein Zug fämtlidyer Klassen durch die Ortsstraßen. Am Ehrenmal wurde Halt gemacht! zwei Mädchen

tergebracht werden, hat man für die höheren Lager eine Rahrung vorgesehen, bei der konden­sierte Milch und Süßigkeiten die Hauptrolle spie­len: die letzteren werden während des Kletterns »gelutscht" werden. Rur Suppen und Tee werden in diesen Hohen zubereitet. Sn Höhen über 8000 Meter ist das Maximum, das ein Mensch am Tag zu sich nimmt, etwa 600 Gramm: davon besteht ein Drittel aus Zucker in verschiedenen Formen: Fleisch wird nicht mitgegeben, an Butter nur 30 Gramm. Für das nötige Eiweiß ist durch konden­sierte und getrocknete Milch gesorgt. Sn den höchsten Lagern werden die sog. Weihnachts- kisten untergebracht, in denen die Lieblingsspeisen der Bergsteiger sich befinden. Aus diesen Kisten kann der Kletterer bei einem kühnen Vorstoß das­jenige zu sich stecken, was ihm am besten schmeckt und woraus er gerade den meisten Appetit hat. 3m übrigen sind die Lasten, die mitgenommen werden, nach den Erfahrungen früherer Expeditio­nen auf das geringste beschränkt. Oberhalb des Lagers I V also üce^ 8000 Meter, werden die Trä­ger höchstens noch 20 Pfund zu tragen haben. Sedes Paket ist numeriert und mit farbigen Bän­dern versehen, die der Farbe der einzelnen La­ger entsprechen. Alles ist so eingerichtet, daß je­der Gegenstand in der geringsten Zeit gefunden werden kann.

6od)fd)ulnad?rid)fetL

Der Marburger Mathematiker Geh. Rat Professor Dr. Kurt Hensel ist von der Bayeri­schen Akademie der Wissenschaften in München zum Korrespondierenden Mitglied der mathema­tisch-naturwissenschaftlichen Abteilung gewählt worden.

Auf den Würzburger Lehrstuhl für deut­sches bürgerliches Recht, Handels- und Wechsel­recht und deutsche Rechtsgeschichte ist der Kö­nigsberger Ordinarius Professor Dr. Her­mann 21 o 11 ar b (an Stelle des verstorbenen Prof. Ernst Mayer) berufen worden.

Der Berliner Ordinarius für prAktiscke Theologie, Prof. D. Friedrich Mahling. tritt am 1. April d. 3. wegen Erreichung der Alters­grenze in den Ruhestand. Mohling ist geborenes Frankfurter und wirkte vor feiner Berufung nach Berlin im 3ahre 1909 als Pfarrer in seiner Vaterstadt und in Hessen. Sm 3at>re 1915 richtete er dieAkademischen Gottesdienste" ein, die noch heute abgehalten werden. Sein Hauptarbeits­gebiet bilden soziale Ethik und innere Mission.