Eiern, Fasern und Wolle zum großen Teil auf der Auslandeinfuhr beruhe, so komme man zu dem Ergebnis, daß die Produktionsmöglichkeit für die deutsche Landwirtschaft ungeheuer sei. Es sei nicht wahr, dah in Deutschland feirJc Arbeit sei. Die Scholle, die ein Volk nie verlädt, biete sic an. Cs komme nur darauf an, daß das deutsche Volk dies erkenne. Aus dieser Lage ergebe sich die Richtung der Politik. Das Mittel, mit dem sie zu führen sei, sei die Preisgestaltung.
Die bisherige Preisgestaltung, die vom Landwirt aus gesehen das Getreide, vom Städler aus gesehen, die Auslandware begünstige, trage die Hauptschuld an der Fehlprobuktion. Wenn man die Preise für diejenigen landwirtschaftlichen Daren, an denen es in Deutschland fehle, so gestalte, daß die Landwirtschaft ihre Rechnung findet und der Städter zur Bevorzugung der deutschen Waren veranlaßt werde, greife ein gesunder Ausgleich Platz.
Aus diesem Grunde sei jede sich bietende Gelegenheit benutzt worden, um von den bisherigen niedrigen Zöllen loszukommen. Aber auch über den reinen Zollzwang hinaus würde versucht werden, die deutschen Waren an die Stelle der ausländischen zu sehen. Zum Beispiel würden die Stoffe, die von der Reichswehr, der Schutzpolizei, der Reichsbahn und der Post getragen werden, eine starke Beimischung deutscher Wolle erhalten. Bon der Lederindustrie werde erwartet, daß sie deutsche Häute, von der Leinenindustrie, daß sie deutsche Faser, von der Papierindustrie, daß sie deutsche Zellulose, von der Seifenindustrie, daß sie deutsche Fette verwende. Wo der Weg der Freiwilligkeit nicht genüge, werde die nationale Regierung zum st a a t- lichen Zwang schreiten. Sehr störend sei es, daß eine Fülle von Zollbindungen hätte übernommen werden müssen, u. a. das Butterkontingent, das bis Rovembcr gebunden sei. Es würden also außerordentliche Maßnahmen getroffen werden, um den durch das Dutterkon- iingcnt eingetretenen Druck auf die Milchpreise auf andere Weise auszugleichen.
Dem Landmann werde geraten, den van eigener Futtermittel nachhaltig zu verstärken, da die nationale Regierung, sobald die Preise für Milch, Eier und sonstige Veredelungsprodukle in Ordnung seien, die Einfuhr ausländischer Futtermittel in dem bisherigen Ausmaße nicht mehr zulassen werde.
Der Städter möge nun fragen, wie sich das mit unserer Rot vertrage. Fedes Land habe einen für seine Verhältnisse gegebenen Preis. Zum Beispiel russische Preise seien nur möglich auf Grund russischer Zustände. Die Forderung nach Weltmarkt-Preisen führe auf einen Weg, der die A r - beit des eigenen Marktes zum Erliegen bringe. Bei der künftigen Arbeitsbeschaffung würden die Mittel dafür irgendwo anders fortgenommen. Rehme man aber dem deutschenBauer dieLebensmittelab, anstatt dem ausländischen, so entstehe neue zusätzliche Kaufkraft in Deutschland. Das sei der Grund, warum die Ankurbelung der Wirtschaft vom Lande her alle anderen Ankurbelungsversuche übertreffe.
Oie Wahlparole des Deutschen Landvolkes.
Berlin, 22. Febr. (ERB.) Das Deutsche Landvolk (christlich-nationale Dauern- und Landvolkpartei) gibt bekannt, daß es entsprechend der konservativen Grunde Anstellung des deutschen Bauerntums im Lager der Rechten stehe. Sein politisches Ziel sei die Zusammenfassung aller christlichen deutschen Kräfte für den nationalen Wiederau'bau. 3n der Wahientscheidung des 5. März kämpfe es Seite an Seite mit dem Stahlhelm, der als der überparteiliche Träger der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot das gleiche Ziel nationaler Zusammenfassung verfolge.
„Morgenrot."
Lichtspielhaus.
Die 'Tradition der Ufa, in jedem Jahr mindestens einen großen nationalen Spielfilm herauszubringen, wird Heuer von dem Kriegsmarinefilm „Morgenrot" ausgenommen, der vor kurzem in Berlin seine Uraufführung erlebte. Nach „Yorck" und dem „Flötenkonzert von Sanssouci" wurde hier ein Stoff entdeckt, der für den Film nicht nur neu war, sondern auch ganzaußerordentliche technische Anforderungen stellte. „Morgenrot" ist eine Huldigung an die Leistung der deutschen Flotte im Weltkrieg, ein würdiges Ehrenmal insbesondere für die „Ritter der Tiefe", die Unterseeboots-Besatzungen, die lange Zeit den Krieg zur See fast allein bestritten haben, und deren Taten, zumal wenn sie sich an Namen wie Weddigen, Hersing, Arnautt de la Perriere knüpfen, noch heute in aller Gedächtnis sind. Der Film hat sich die großartige Aufgabe gestellt, im Rahmen einer Spielhandlung ein sachliches und naturgetreues Bild vom Leben, Kämpfen und Sterben der Uboots-Leute zu vermitteln, wie man es bisher im allgemeinen nur aus einigen Bildern oder Berichten und Memoiren kennen gelernt hat. Das Manustript zu diesem Film schrieb der Drama- ttter Gerhard Menzel (der durch sein Kriegsstück „Toboggan" bekannt wurde) nach einer Idee des -Treiherrn von Spiegel. Den Auftakt bilden dis Szenen in einer kleinen deutschen Stadt mitten im Kriege. Drei ihrer Bewohner gehören zur Besatzung eines U-Bootes. Mit ihnen nehmen wir Abschied vom Urlaub, von der Heimat und von den Angehörigen. Dann setzt die Äriegshandlung ein: wir sind auf hoher See und an Bord des Tauchbootes, und wir erleben mit atemloser Spannung die Fahrt „gegen Engeland". Regie führte Gustav Ucicky, der sein Können mit einer Reihe großer Filme — allerdings auf ganz anderem Felde — längst bewahrt hat; was er hier leistet, ist vor allem rein technisch von einer bewundernswerten Vollkommen, heit. Die Tauchmanöver, die ungeheuer komplizierte Maschinerie der Ubootswaffe, ihre Verwendung im Gefecht unter und über Wasser werden mit einer erstaunlichen Präzision an den Zuschauer herangebracht. Die Versenkung eines englischen Panzer- kreuzers, der erbitterte Kampf mit der als neutra- les Handelsschiff getarnten „Ubootsfalle", die Ram- mung des überraschten Bootes durch einen feindlichen Zerstörer ergeben Bilder von unheimlich-lebensnaher Dramatik. Nach innen getrieben und an einem rein menschlichen Konflikt sich entzündend, beherrscht die gleiche Spannung jene beklemmende Stene im kampfunfähigen, gesunkenen Boot auf dem Meeres-
Güddeutschtand und die Reichswehr.
Der Besuch des Reichswchrmimsters in München.
München, 22. Febr. (ERB.) Dem Besuch des Reichswehrmini st ers am Donnerstag in München widmet die „Bayerische Staatszeitung" einen Degrüßungsartikel. Darin wird u. a. erklärt, Reichswehrminister v. Blomberg dürfe versichert sein, daß er bei seinem Besuch in München der Sympathie weiter Kreise begegne. Die Drücke zu ihm habe zweifellos die Rede geschlagen, die er am 17. Februar vor den Truppen des Standortes Kiel gehalten habe. Seine dort gemachten Ausführungen seien Auffassungen über die Pflichten der Reichswehr, die gerade in Bayern und in den süddeutschen Ländern zunehmendes Echo finden müßten. Denn gerade hier habe man immer Wert darauf gelegt, dah die Reichswehr vom Streit der Parteien unbedingt ferngehalten werden müsse und dah ihre Aufgabe einzig und allein darin bestehen dürfe, den deutschen Bürger ohne Ansehen der Person und Klasse und für ihn das ganze deutsche Vaterland zu schützen. Diese süddeutsche Einstellung zur Reichswehr sei die ganz selbstverständliche Folgerung aus der Tatsache, dah die Reichswehr dem ganzen Volke und nicht einer Partei gehöre. In Bayern habe man das Vertrauen, daß der neue Reichswehrminister durch seine ganze Persönlichkeit die Gewähr für die Ver- wirvlichung seiner in Kiel bekundeten Aeber- zeugung von den Pflichten und Aufgaben der Reichswehr biete und daß uns unter seiner Amtsführung Enttäuschungen erspart blieben.
Die Sanierung der Kommunen. Rcichsinnenminister Frick vor dem Ncichs- städtebund.
Berlin, 22. Febr. (WTB.) Der Gesamtoorstand und der Hauptausschuß des Reichsstädtebundes, der 1536 mittlere und kleinere Städte um- faßt, traten in Berlin zu einer Tagung zusammen. Reichsinnenminister Dr. Frick begrüßte die Tagung und erklärte u. a.: An die Spitze Ihrer Tagesordnung haben Sie mit Recht das Thema: „Daseinsrecht und Lebenswille der örtlichen Selbstverwaltung" gestellt. Mit warmem Herzen bejahe ich dieses Daseinsrecht und freue mich des Lebenswillens der örtlichen Selbstverwaltung. Die mittleren und kleineren Städte, in denen das Wesen der Selbstverwaltung reiner als in den Großstädten erhalten ist, werden der Regierung nicht weniger am Herzen liegen, als die Großstädte. NuraufderGrund- lage gesunder Gemeindefinanzen kann eine ordnungsmäßige Verwaltung in den Ländern, wie im Reich aufbauen. Die Hauptlast sind heute die Leistungen für die Arbeitslosenfürsorge, deren gesamte Aufwendungen zur Hälfte auf den Schultern der Gemeinden liegen. Auch künftig werden die öffentlichen Körperschaften es als ihre Hauptaufgabe ansehen müssen, die Ernährung der arbeitslosen Bolksge- nossen sicherzustellen. Deshalb können auch die Gemeinden in absehbarer Zeit von dieser La st nicht befreit werden. Jetzt ist es aber Zeit, daß Reich, Länder und Gemeinden die Frage in Angriff nehmen, wie gerade auch im Interesse der Arbeitslosen durch Reorganisation die Arbeitslosenhilfe verbilligt, verein- facht und damit zugleich wirkungsvoller gemacht werden kann. Die schwere hinter uns liegende Zeit hat zu einer Aushöhlung der kommunalen Selbstverwaltung geführt. Gewiß hängt die Wiedererfüttung der Selbstverantwortung mit neuem Leben eng mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Wiederaufstieg zusammen. Eine wichtige Voraussetzung hierfür wird aber sein, daß in den Gemeinden d i e Politik, die soviel Unsegen gestiftet hat, einer zielklaren und weit« schauenden Verwaltung Platz macht.
Das Hauptreferat hielt dann der geschäfts-
grunde, aus dem keine Rettung mehr möglich scheint. Dennoch gelingt es in letzter Stunde einem Häuflein Ueberlebenber, an die Overfläche zu bringen — wie aus einem Grabe. Unter welchen Umständen sich diese wie ein Wunder anmutende Rettung vollzieht, mag jeder selbst auf sich wirken lassen. Wir möchten diesen Teil des Films nicht referierend vorwegneh- men: weniger, um späteren Besuchern die Spannung nicht zu zerstören, als deswegen, weil hier die Grundidee der ganzen Fabel mit einfachen und überzeugenden Mitteln auf den Beschauer und Zu- Hörer übertragen wird; diese Unmittelbarfeit soll aber durch eine nüchterne Beschreibung nicht be- einträchtigt werden. — Die vorzügliche Besetzung des Films wird beherrscht durch die reife darstellerische Kraft Rudolf Forsters; er gibt den Kapitänleutnant Siers, den Kommandanten des Bootes: sehr ernst und männlich, sachlich und phrasenlos; dennoch aber in den entscheidenden Szenen mit einer gewissen philosophischen Nachdenklichkeit, die auch einem Offizier im Kriege nicht übel ansteht, menn, es darauf ankommt, mit wenigen Worten ben Sinn eines Geschehens beutlich zu machen unb ein mannhaftes Evangelium zu verkünben, die ftrenae Forberung ber Pflichterfüllung, ber Kameradschaft unb ber letzten Opferbereitschaft. Wie bie- Melobien bes Flaggenliebes unb bes „Guten Kameraden" in der Musik (Herbert W indt) immer wie- der anklingen, so beherrsche diese Ideen alle Szenen unb Gestalten bes Films. Abele Sanbrock gibt ohne bie sonst von ihr ausgehende Komik schlicht, gehalten unb mütterlich die alte Frau Siers Seljr frisch unb sympathisch: Fritz Genschow als junger Oberleutnant. Eine Reihe prächtig charakterisierter Gestalten aus ber Besatzung bes Bootes- Westermeier, Bienert, Niklisch unb Gnaß. Die unbekümmert heitere unb zuversichtliche Solbatenfrau ber Camilla Spira unb bie stille unb zarte Erscheinung ber Helga (Else Knott) fugen sich mit überzeugenber Natürlichkeit in bie Spielhanblung ein. — So hebt sich biefer Film aus ber Masse ber Probuktion traft feiner nationalen Haltung, seiner technischen unb schauspielerischen Qualität höchst einbrucksooll heraus; niemanb sollte es versäumen, ihn auf sich wirken zu lassen. —r__
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Der Film „Unsere 10000 0", ein Tonfilm von ber Reichswehr, führt in instruktiver Weise in bie vorbildliche Arbeit unseres Reichsheeres ein. Zunächst zeigt er an einer kurzen Gegenüberstellung bte gewaltige Aufrüstung der Staaten rings um uns herum unb macht daburch die große zahlenmäßige Unterlegenheit Deutschlands anschaulich.
| Er Offenbart aber dann, wie vortrefflich in unserem I kleinen Heere daran gearbeitet wird, durch die voll
führende Präsident des Reichsstädtebundes H a e k e I. Der Rückgang der Gemeindeeinnahmen um 1600 Millionen und die Steigerung der Gemeindeausgaben für Arbeitslose um 1300 Millionen gegenüber dem Stande vor drei Jahren habe die Gemeinden in eine unhaltbare R o t l a g e gebracht, die eine sofortige Entlastung notwendig mache. Besondere Würdigung ve.diene die von den Gemeinden bewiesene Energie in der planmäßigen Drosselung ihrer Ausgaben um nicht weniger als 1700 Millionen. Reben der materiellen Konsolidierung der Gemeindefinanzen sei eine Sie • derherstellung der gemeindlichen Selbstbestimmung und Selbstverwaltung erforderlich. Insbesondere kämpften die kreisangehörigen Städte gegen die planmäßige Beschränkung ihrer Sechstverwaltungsrechte zugunsten der Kreise. Der Staat müjse die kreisangehörigen Städte als Glieder einer freien Selbstverwaltung erhalten.
Abbau der weltlichen Schulen in Preußen.
Berlin, 22. Febr. (WTB.) Der Amtliche Preußische Pressedienst meldet: Die Kommissare des Reiches für das Land Preußen stimmten in der heutigen Staatsministerialsitzung einem Vorschlag des Reichskommissars für den Geschäftsbereich des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung zu, einen Abbau der sog. weltlichen Schulen (Sammelschulen) ab Ostern 1 9 3 3 in die Wege zu leiten. Sie haben außerdem grundsätzlich ihr Einverständnis dazu erklärt, daß der Reli- gionsunterrichtalsordentlichesLehr- fach in den Berufs- und Fortbildungsschulen eingeführt wird. Die näheren Durchführungsbestimmungen sind in Vorbereitung.
Raüonae Gewerkschaften hinter der Reichsregierung. Berlin, 22. Febr. (BDZ.) Die Reichsverbindung nationaler Gewerkschaften nahm eine Entschließung an, in der es u. a. heißt: Die Reichsverbindung nationaler Gewerkschaften begrüßt den seit dem 30. Januar eingeschlagenen nationa- lenRegierungskurs mit Freuden und stellt sich mit ihrer ganzen Gliederung geschlossen hinter diese, damit Wirtschaftsnot, Arbeitslosigkeit und vor allem die Schmach der Rechtlos- machung auf dem arbeitsrechtlichen Gebiet beseitigt wird. Wir haben volles Vertrauen zur jetzigen Regierung, daß es ihr gelingen wird, die Wirtschaft zu beleben und dementsprechend die Arbeitslosigkeit zu senken. Getragen von diesem Vertrauen hoffen wir, dah es möglich sein wird, aus den Trümmern der sozialen Einrichtungen gesunde Grundlagen zu schaffen, aus denen jeder Versicherte seinen Beiträgen entsprechend auchLeiftungenga- r a n t i e r t erhält. Wir begrüßen die erste Lockerung von Härten.
Keine Zwangseingriffe in Zinsvereinbarungen.
Berlin, 22. Febr. (ERD.) Wie der „Volks- bund zum Schutze ersparten Vermögens gegen Angriffe auf Vertragsrecht und Währung e. D." mitteilt, hat er auf eine Eingabe an den Deichswirtschaftsminister folgende vom 20. Febr. datierte Antwort erhalten: „Ich bin mit Ihnen der Auffassung, daß ein zwangsweiser allgemeiner Eingriff in die vertraglichen Zinssätze das Vertrauen im Kreditverkehr schwer schädigen und dadurch die deutlich erkennbare, auf eine Senkung des Zinsniveaus gerichtete natürliche Entwicklung stören würde. Der Herr Reichswirtschaftsminister Dr. Hugenberg hat daher bereits wiederholt in aller Deutlichkeit erklärt, daß Zwang seingriffe in die bestehenden Zinsvereinbarungen seiner wirtschaftspolitischen Auffassung nicht entsprechen. Diese Erklärung hat auch nach meiner Beobachtung in der Presse allgemeine Verbreitung gefunden."
fommenfte Ausbildung aller Waffengattungen bie Schlagfertigkeit ber Truppe auf ben höchstmöglichen Stand zu bringen. Eine größere Hebung, an ber alle Waffengattungen beteiligt sind, zeigt bem Besucher bie ausgezeichnete Arbeit von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften aller Waffen. Der Film ist eine gute Werbung für alle Bestrebungen, die auf bie Verstärkung unserer Wehrmacht und unserer Wehrkraft hinzielen. Er sollte von jedem, dem die Förderung unseres ausgezeichneten Reichsheeres ein Herzensbedürfnis ist, in Augenschein genommen werden.
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Beide Filme wurden gestern abend im Rahmen einer Festvorführung herausgebracht. Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden bekundeten durch ihr Erscheinen das starke Interesse, das die beiden Filme bei ihnen gefunden hatten. Ein völlig ausoerkauftes Haus folgte mit großer Spannung den Vorführungen. Der Reichswehr-Film und „Morgenrot" wurden verdientermaßen mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Der Abend war für alle Besucher ein erfreuliches unb benfroürbiges Erlebnis.
Oer „fliegende Stuhls
In Frankreich hat man kürzlich der Entstehung des Personen-Auszuges nachgeforscht und gefunden, dah der heute in unserem Leben eine so große Dolle spielende Lift gegenwärtig seinen 250. Geburtstag feiern könnte. Er ist nämlich im Jahre 1683 von einem Akademiker de Villayer erfunden worden. Dieser Gelehrte war ein einfallsreicher Mann, der noch viele andere Dinge erdacht hat. Unter diesen Reuigkeiten, mit denen er von sich reden machte, war eine große Ahr, die er an seinem Bett am Kopfende aufgestellt hatte. Für die Bezeichnung einer jeden Stunde hatte er an dem Zifferblatt kleine Gefäße angebracht, die verschiedene Gewürze enthielten. Wenn er nun in der Dunkelheit wissen wollte, wie spät es ist, so fuhr er mit seinem Finger am Stundenzeiger entlang, bis zu dem Gefäß, nahm eine Prise von dem Gewürz und brachte sie auf feine Zunge. An dem Geschmack konnte er dann feststellen, „was die Ahr geschlagen hatte". Seinen Lift nannte er einen „fliegenden Stuhl"; es war ein Aufzug, der zwischen zwei Wänden auf gehängt war. so daß eine Person, die darauf saß, du fon höheren Stockwerken hinaufgezogen werden konnte. Die „Fliegenden Stühle"de Villahers, diese Arformen unseres heutigen Liftes, waren eine Zeitlang sehr beliebt. Der Prinz von Conde z. 2. stattete seine beiden Paläste in Paris
Aus aller Wett.
Starker Schneesall im Rheinland. 5
In den letzten 24 Stunden ging über dem Rheinland ein starker Schneefall nieder. Zum erstenmal in diesem Winter liegt über Stadt und Land eine dichte Schneedecke. Auf den Landstraßen sind an verschiedenen Stellen dichte Schneeverwehungen entstanden, die den Kraftverkehr, besonders im Bergischen Land unb in der Cife-I, stark behindern. Auf dem Hunsrück wurden verschiedene Kraftpostlinien wegen des hohen SchneeS nicht gefahren. Die Wintersportplähe, namentlich in der Eifel, im Bergischen Land und im Sauerland haben sich gerüstet, um die Wintersportgäste am kommenden Wochenende aufnehmen zu können.
Starke Schneefälle in Ungarn.
Aus fast allen Gegenden Angarns werden heftige Schneefälle und aus Transdanubien be- sonders starke Schneeverwehungen gemeldet, die stellenweise auch Verkehrsstörungen verursacht haben. Auf kleineren Lokalbahnen Transdanubiens muhte der Verkehr bereits eingestellt werden. Auf mehreren Strecken konnte der Verkehr nur mit Hilfe von Schneepflügen aufrechterhalten werden, wobei die fahrplanmäßigen Züge mehr oder weniger größere Verspätungen hatten. Der überaus starke Wind in Transdanubien dauert noch an und erschwert auch die Wegräumung der .Schneehindernisse.
Aufklärung dreier Mordsälle.
Der Holzhändler N a r o w s ki aus Witten- Annen, ber, wie gemeldet, feit kurzem spurlos verschwunden war, ist jetzt ermordet aufgefunben worden. Der Dortmunder Kriminalpolizei ist es gelungen, den Fall aufzuklären und zwei Mittäter, August Scheer und Eberhard Pieper aus Dortmund zu verhaften. Beide sind geständig. Der Haupttäter, ein Mjähriger Kutscher namens August Schulte aus Dortmund, ist flüchtig. Er ift als äußerst gewalttätiger Mensch bekannt und wird von seinen Komplizen als ber „Hinrichter" bezeichnet. Scheer unb Schulte sinb wegen eines im Jahre 1919 gemeinsam begangenen Sohngeldraubes vorbestraft. — Narowski würbe am 8. Februar unter bem Vorwand eines Geschäftsabschlusses von Pieper und Scheer in einem Auto von seinem Büro abgehott und auf Umwegen nach einem Wäldchen in ber Nähe von Holzwickebe gebracht. Man banb ihn an einem Baum fest und entwendete ihm seine Barschaft von 215 Mark. Während Scheer mit dem Gefesselten im Walde blieb, fuhr Schulte nach Annen und hotte aus dem Büro Narowskis Scheckbücher und Stempel. Man zwang Narowski, zwei Schecks zu unterschreiben. Darauf knebelte man ihn und erdrosselte ihn mit einem Strick. Die Seiche verscharrten sie unter Saub und versteckten sie in einem Schachteingang. Durch eingehende Zeugenvernehmungen unb durch das Geständnis des Pieper ist erwiesen, daß auch der Mord an ber Hausangestellten Emma Schneiber aus Herforb unb bie Er- morbung ber Witwe Schur in Hagen auf bas Konto von Schulte unb Scheer kommen. Emma Schneider wurde von Scheer nach Dortmund-Dorstfeld gelockt und von Schutte erdrosselt. In ähnlicher Weise wurde im April v.J. bie 51jährige Witwe Schur ermorbet. Ihr würbe von Schutte mit einem Holzbeil bie Schäbelbecke zertrümmert. Ihre Wohnung war vollkommen burchwühlt, doch sind den Tätern 600 Mark Bargeld und Sparkassenbücher von insgesamt 7000 Mark entgangen.
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Wie die Dortmunder Polizei mitteilt, ist der frühere Schuster August S ch u l t e, der als Mörder des Holzhändlers R a r o w s k i aus Witten an der Ruhr, der Witwe Schur aus Hagen und der Hausangestellten Schneider aus Herford betrachtet wird, in Gronau an der holländischen Grenze verhaftet worden. Allem Anschein nach hat Schulte versucht, nach Holland zu entkommen. Die Mordkommission begab sich sofort im Kraftwagen nach Gronau, um Schulte nach Dortmund zu bringen. Seine beiden Helfershelfer Scheer und Pieper konnten, wie gemeldet, bereits festgenommen werden.
und Chantilly mit solchen Vorrichtungen aus. Aber die Mode erlitt einen schweren Schlag, von dem sie sich nicht mehr erholte, durch einen peinlichen Vorfall, der ja auch heute noch hie und da beim Lift Vorkommen kann. Als sich die Schwiegertochter des Prinzen auf dem fliegenden Stuhl befand, blieb dieser zwischen zwei Stockwerken stecken und die Dame saß in dieser unbequemen Lage drei Stunden lang. Erst dann wurde sie auf ihre gellenden Hilfer rse hin mit Mühe befreit. Vielleicht war es oieses peinliche Erlebnis, das den findigen Akademiker veranlaßte, sich anderen Erfindungen zuzuwenden.
Oaö englischeOberhauö fürVogelschuh.
„Wenn man an unserer Küste einen Seevogel findet, der von der „schmutzigen Pest" der Oel- Verseuchung des Meeres schlimmer gepeinigt wird als von irgendeiner chinesischen Folter, und mitleidig das Tier aus seinem Jammer befreit, dann kann er unter dem Schutz unserer Gesetzgebung verfolgt werden. Wenn man eine Lerche vier Tage lang in völliger Dunkelheit hält, sie unterdessen mit in Whisky getauchten Mehlwürmern füttert und Dann die Decke von dem Käfig abnimmt, damit sie besser singt, ist man nicht nur vollkommen gegen Verfolgung geschützt, sondern kann auch noch einen Preis auf einer Vogel-Aus- stellung gewinnen." Mit solchen Beispielen beleuchtete in einer Sitzung des englischen Oberhauses Lord Buckmaster die Lücken und Mängel der gegenwärtigen Vogelschutz-Gesetze in England. Selten waren so viel Lords in dem hohen Hause anwesend wie bei dieser Sitzung, und auch der beste '-dogclfenner des Hauses, Lord Grey, gab seiner Entrüstung darüber Ausdruck, dah diese Lieblinge jedes tierfreundlichen Menschen noch ungestraft so gemartert werden dürften. Das neue Vogelschutz-Gesetz, das von den Lords beraten wurde, fordert mehr Schutz für über 60 verschiedene Vogelarten, und es wurde in zweiter Lesung angenommen.
Sochschulnacbrichten.
Der Freiburger Ordinarius Dr. Andreas D. Schwarz hat die an ihn ergangene Berufung auf den Frankfurter Lehrstuhl für römisches und bürgerliches Recht abgelehnt.
Zum o. Professor der Pharmakologie an der Aniversität Heidelberg wurde der Königsberger Ordinarius Dr. I. E i ch h o 1 tz ernannt.
Prof. Dr. Exner von der Aniversität Leipzig ist zum Ordinarius für Strafrecht und Strafprozeßrecht in München ernannt worden.


