Ausgabe 
23.2.1933 Erstes Blatt
 
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Der Bildhauer dieses Schneemonuments, das in Garmisch-Partenkirchen errichtet wurde, hat sich ein aktuelles Thema erwählt. Er modellierte Richard Wagner, den Meister der Töne, dessen 50. Todes­tag Deutschland jetzt beging.

Rotkraut 10, gelbe Rüben 10 bis 12, Spinat 30. rote Rüben 10, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 30, Zwiebeln 10, Feldsalat 120 bis 150, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Llepfel 18 bis 30, Kartoffeln 3 (pro Zentner 2,50 Mk.), Rüsse 40, Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 45,

junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80 Pfennig pro Pfund; Tauben 40 bis 60,

Eier (inl.) 10, Käse 5 bis 10, Salat 25 bis 30, Blumenkohl 30 bis 60, Endivien 15 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30 Pfennig pro Stück.

Vornotizen.

Tageskalender für Donnerstag: Hausbesiherverein, 20.15 Llhr,Hotel Hieven- bürg", Hauptversammlung. DHB., 2O.cO Tlhr im Heim, Bortrag überDer DHB. und die Rktienrechtsreform". Lichtspielhaus, Bahnhof- straße:Morgenrot".^ Rstoria-Lichtspiele, Sel­tersweg:Der Flüchtling".

Der Oberhessische Geschichtsver« e i n macht auf den am Freitag, 24. Februar, im Hörsaal des Kunstwisjenschafb'^ven Instituts (Lud- wigstraße 34), 20.15 Uhr pünktlich stattfindenden Vortrag des Herrn Unioersitätsprofessors Dr. Theod. Mayer überDie Wetterau in der älte­ren deutschen Geschichte" besonders aufmerk­sam (s. Anzeige im Dienstag-Blatt). Die Wetterau ist wirtschaftsgeschichtlich sehr interessant. Hier befand sich viel Reichögut und ''allen mehrere,Klöster große Besitzungen, deren Bewirtschaftung teilweise vorbild­lich war. Gäste sind, wie immer, willkommen.

Der VereinHubertus" hat für einen am Freitag, 21. Februar, um 20.30 Uhr im HotelHindenburg" stat.findenden Vortrags­abend den in Jägerkreisen wohlbekannten Harzer Jagdschriftsteller Wilhelm Hochgreve gewon­nen. Der als guter Jäger bekannte Vortragende wird überLock- und Reizjagd" sprcchen^und durch seine hervorragende Fähigkeit der Tier­stimmennachahmung dem Jäger und Raturfreund sicherlich viel Interessantes bringen. Gäste sind willkommen. (Siehe heutige Anzeige.)

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"OeffentlichepolitischeSammlun- gen verboten. Der hessische Minister des Innern hat eine Verordnung erlassen, nach der Sammlungen von Geld- und Sachspenden zu politischen Zwecken oder zur Verwendung durch politische Organisationen ohne polizei­liche Erlaubnis verboten sind. Ausgenom­men sind Sammlungen, die in Versamm­lungen oder im Zusammenhänge mit ihnen am De^ammlungsorte stattfinden, sowie Sammlun­gen von Haus zu Haus, die sich auf Mitglieder der sammelnden Organisation bcscheänken. Diese Bestimmungen sind sofort in Kraft getreten.

" Die Biersteuer- und Getränke­steuererhebung über den 1. April 1933 hin­aus betrifft eine Rachtrags-Tagesordnung zu der heutigen Stadtratssitzung. Weiter soll über die Einrichtung von Rotwohnungen im früheren Säuglingsheim beschlossen werden.

** Eine Wahlversammlung der R S D A P. findet heute 20 Uhr im Cafe Leib statt. Redner des Abends ist der Reichstags­abgeordnete Oberlindober, München, der über das ThemaMit Hitler aufwärts!" spre­chen wird.

** Aussetzung einesKindes. Der Polizei­bericht meldet: Heute gegen 8 Uhr wurde in einem Hause in der Steinstraße vor der Wohnungstür eines Hausbewohners ein etwa drei Monate altes Kind (Knabe) aufgefunden. Nach den Feststellungen handelt es sich um ein uneheliches Kind. Die Mutter ist vor einiger Zeit mit dem Kinde in Mainzlar zu- gezogen und hat nun dem angeblichen Kindesvater das Kind vor dessen Wohnungstür gelegt. Der kleine Findling wurde auf Veranlassung des Kreisjugend­amtes vorläufig in der Zuflucht untergebracht.

** Sonntagsrückfahrkarten nach Friedberg. Vom Bahnhof Gießen wird uns mitgeteilt: Am Sonntag, 26. Februar, findet in Friedberg eine Geflügel-Ausstellung statt. Dazu werden von allen Bahnhöfen der Strecken Frank­furt a. M. Hbf.GießenWetzlar, Friedberg- Schotten, FriedbergMücke, Vilbel - NordStock­heim und GießenStockheim Sonntagsrückfahrkar­ten nach Friedberg ausgegeben. Die Karten haben die normale Geltungsdauer von Samstag 12 Uhr bis Montag 12 Uhr. Außerdem wird am Diens­tag, 28. Februar, in Friedberg der Frühjahrs- Pferdemarkt abgehalten. Hierzu werden von den gleichen Bahnhöfen ebenfalls Sonntagsrückfahrkar' ten nach Friedberg ausgegeben. Diese Karten gel­ten: zur Hinfahrt am Dienstag, 28. Febr., von

Oer hessische Etat im Finanzausschuß.

Religion aus dem Herzen reißen, die katholische Kirche einerseits und das Zentrum und die Baye­rische Volkspartei anderseits seien gleichzusetzen, der katholische Christ dürfe nur diese Parteien wählen, der lügt! Gerade aus religiösen Gründen solltet ihr nur die schärfsten Gegner des gottlosen, klassen- kämpferischen und vaterlandslosen Marxismus wählen."

Bayern.

Nürnberg, 23. Febr. (TU.) In einer Ver­sammlung der Bayerischen Volkspartei erklärte der Vorsitzende der BVP. Staatsrat Dr. Schäffer, namhafte Führer der Nationalsozialisten hätten ihm offen eingestanden, daß die Weigerung Hu- genbergs, mit dem Zentrum in eine Regierungsgemein schäft z u gehen, so­wie die persönliche Ablehnung Pape ns die Mehrheitsbildung verhindert hätten. Die National­sozialisten sagten heute ganz offen, daß nach den Wahlen ein R e i ch s k o m m i s s a r nach Bayern kommen werde. Er, Schäffer, habe in Berlin offen erklärt, daß sich Bayern das nicht gefallen lassen werde. Die bayerische Bevölke­rung, die bayerischen Wehroerbände einschließlich des Stahlhelms würden den Reichskommissar für Bayern a n d e r G r e n z e v e r h a s t e n. Mit dem freien Willen Hindenburgs allerdings komme sicher kein Reichskommissar nach Bayern. Aber man komme heute nicht mehr an den Reichspräsidenten heran. Schäffer erinnerte dann unter stärkstem Bei­fall der Versammlung an jene Zeiten, wo in Bayern die Monarchie herrschte und erklärte, es sei nicht ausgeschlossen, daß ein Volk seine Ver­gangenheit als Hilfe anrufe, um sich seine Zukunft zu sichern. Staatsrat Schaffer fuhr dann fort:Wenn der Staatsgerichtshof zertrüm­mert ist und mit ihm das Deutsche Reich und die Verfassung, dann sind auch wir Bayern nicht mehr gebunde n".

Em Wahlaufruf des Reichsver­bandes des deutschen Handwerk

H a n n o ve r , 22. Febr. Mit Rücksicht auf die bevorstehenden Wahlen übergibt bet Reichsver­band des Deutschen Handwerks einen Aufruf der Öffentlichkeit, in dem es heißt: Parlamente und Regierungen des letzten Jahrzehnts haben eine ausreichende Berücksichtigung des Handwerks vermissen lassen. Die Wirt­schaftspolitik muß der auf Selbstverantwortung gestellten schöpferischen Handwerksarbeit Schutz und Freiheit gewährleisten. Die Wirtschaftsorga­nisation muß das gegenwärtige Wirtschaftssystem ab.ösen durch eine berufsständisch auf- gebaute und geordnete Wirtschaft. Schon immer hat es das Handwerk als eine Selbstverständlichkeit betrachtet, daß der Schick­salskampf des deutschen Volkes nur auf einer wahrhaf t nationalen Grundlage ge­führt und nur in einer Ges nnungsgemeir schäft ge­wonnen werden kann, die alleGruppenund Stände umfaßt. So rufen wir das Handwerk für die bevorstehenden Wahlen abermals zur Sammlung aller a u f b a u w i l l i g e n Kräfte auf. Aufgabe des Berufsstandes bleibt es, in diesem Sinne mitzuwirken am Aufbau der deutschen Volksgemeinschaft. Das Handwerk kann sich cm 5. März nur für solche Parteien entschei­den, die den Willen zur nationalen Einigung über Tages st reit und Par­te i g ez a n k stellen: Das Handwerk kann nur den Parteien seine Stimme geben, die auf dem Boden des Berufs st andsgedankens stehen und sich für feine Verwirklichung einsehen. Deutsches Handwerk: Wahlrecht ist Wahlpflicht!"

Ein Wahlaufruf des Reichsbanners.

Berlin, 22. Febr. (ERB.) Die Bundes- Teilung des Reichsbanners hat einen Wahlaufruf erlassen, in dem es heißt: In der Selbstzerflei­schung des deutschen Volkes drohten Einheit, Recht und Freiheit zugrunde zu gehen. Dieser Entwicklung habe sich das Reichsbanner Schwarz- Rot-Gold mit ganzer Kraft und bedingungslosem Einsatz seiner Mitglieder entgegenzestellt. Deutsch­land könne ohne volle Freiyeit nicht leben. Das Parlament habe sich selbstmörderisch ausgeschaltet und seine Macht preisgegeben. Deutschlands Frei­heit dürfe nicht untergehen. Für die Demokratie, für die Verfassung, für Einheit, Recht und Frei­heit!

Kleine politische Nachrichten.

Auf Veranlassung der Reichsregierung übertragen alle deutschen Sender folgende Veranstal­tungen: am Samstag, den 25 Februar, 20 Uhr, aus Dortmund eine Kundgebuna der NSDAP, mit einer Rede des Reichsministers Göring, am Sonntag, den 26. Februar, 16 Uhr, die auf Wachs ausgenom­mene Rede des Reichsministers S e I d t e anläßlich einer Kundgebung der Stahlhelm-Selbsthilfe Berlin und 16.20 Uhr eine Rede des Reichsministers Dr. Hugenberg von einer Kundgebung der Kampf­front Schwarz-weiß-rot aus Kassel.

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Durch die Kommissare des Reiches in Preußen sind in der Verwaltung Personalver­änderungen erfolgt, die eine Reihe von Vize­präsidenten an Oberpräsidien und andere Regierun­gen betreffen. Ferner ist an Stelle des Oberpräsi­denten Granowski der Präsident der Landwirt- schaftskammer Freiherr von L ü n i n f zum Ober­präsidenten von Westfalen ernannt worden Auch in den Ministerien sind Veränderungen zu verzeichnen.

Das VerbotderRheinischen Zeitung" (SPD.) ist vom 5.Strafsenat des Reichsgerichts als unbegründet aufgehoben worden. Die Kosten des Verfahrens fallen Preußen zur Last.

Der Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau hat die in Frankfurt erscheinendeA r b e i t e r z e i- t u n g", Organ der KPD., bis 21. März 1933 d er­be t e n.

Der Ausschuß für die Festsetzung eines Volks­trauertages hat in diesem Jahre den 12. März als Volkstrauertag in Aussicht ge­nommen. Die Kommissare des Reiches in Preu­ßen haben im Einvernehmen mit der Reichs­regierung beschlossen, daß am 12. März 1933 sämtliche staatlichen und kommunalen Dienst- gebäude, sowie die Gebäude der öffentlichen Schulen h a l b m a st zu beflaggen sind.

Darmstadt, 22. Febr. (WHP.) Im Finanz­ausschuß des Landtags wurde am Mittwoch Ka­pitel 1 des StaatsvoranschlagsF o r st - und Kameralgiiter unter F o r st v e r w a l - t u n g" beraten. Das Kapitel schließt in Einnahme mit 7 185 670 Mark (1932: 7 222 232) und Aus­gaben mit 6 198 809 Mark (1932: 6 446 273) ab. Landforstmeister Dr. Hesse gab dem Ausschuß einen allgemeinen Ueberbü.t über die hessische Forst­wirtschaft. Erfreulich sei die erheblich vergrö­ßerte Nachfrage nach deutschen Höl­zern und die gehaltenen, bzw. in leichtem Anstei­gen begriffenen Preise für Forsterzeugnisse. Man dürfe annehmen, daß am Ende des Holzwirtschafts- jahrs der Staat nicht mehr auf allzu großen Vor­räten fitze. Bedauerlich und hinderlich für die Ver­wendung von Hölzern aus naheliegenden Produk- tionsgebieten feien d i e zu hohen Frachtsätze der Reichsbahn im Nahverkehr. Trotz der grö­ßeren Rentabilität der Nadelhölzer (rascherer Wuchs) wolle die Forstverwaltung im grundsätzlichen a m Mischwald festhalten.

Aus dem Ausschuß wurde betont, daß die hessische Forstwirtschaft durchaus auf der Höhe sei und auch die leitenden Beamten den Nöten der Bevölkerung in weitestgehendem Maße entgegenkämen. Durch die zustimmende Regierungserklärung wird ein nationalsozialistischer Antrag für erledigt erklärt, der wünscht, daß keine Aufrechnung von Holzhauer­löhnen mit rückständigen Holzgeldern oder Pacht­rückständen für fiskalisches Gelände erfolgen soll. Durch die zustimmende Regierungsantwort wird auch ein Zentrumsantrag für erledigt erklärt, der

Hinaus in die Wintersonne!

Don Or. meb. Handwerker, Sanatorium Falkeneck, Äraunfels a. b. £af)n.

Mit Eis und Kälte zog der Winter ins Land. Die Zeit ist da, in der man sich früher hinter den Ofen verkroch. Heute ist das anders geworden. Mit Ski, Bobsleigh und Skeleton ziehen Tausende in die Berge. Draußen im flachen Land rutschen von jedem Hügel unermüdlich jauchzende Kinder auf Rodel­schlitten, und Schuttschuhläufer gleiten dahin auf Flüssen und Seen. Und über all die Lust und all das Vergnügen blitzt die Sonne, blinken die Sterne und pfeift der Wind.

Die fröstelnden, zähneklappernden Ofenhocker aus einer überwundenen Kulturepoche treten nur mehr in wenigen Exemplaren auf. Die andern haben längst erkannt, welch' wunderbare Wirkung es für Leib und Seele hat, wenn man hinausgeht in die winterliche Natur. Und Wintersport ist zum Schla­ger unserer Zeit geworden.

Heute soll kurz der Wirkungsmechanismus unter­sucht werden, den der Winter auf den Organismus ausübt. Wir wollen sehen, warum die Winterfrische |o viel Erholung bietet. Und wir werden erkennen, daß wir allen nicht oft und nicht eindringlich ge­nug zurufen können: Hinaus in die Wintersonne!

Keine Zeit im Jahre regt die Sinne des Men­schen so sehr an, als der Winter mit seiner Pracht und Farbenharmonie. Jeder weiß das, der einmal nur in einem überfüllten Skisonderzug aus den Bergen nach Haufe fuhr. Die beste Medizin ist ein Wintertag voll Sonne und Wind, wenn der Schnee wie weißer Flaum auf den Bäumen liegt, wenn Rauhreif glitzert und die Sonne über die weiten, weißen Felder lacht.

Und das wirksamste Stärkungsmittel für das kindliche Gemüt, der fruchtbarste Boden für deutsche Gemütsinnigkeit und deutschen Familiensinn ist ein Winterabend mit seiner Dämmerung, seiner Stille' und seiner Romantik. Deshalb sollte man alle Kin­der hinausführen in den winterlichen Wald, wenn im Dorf die ersten Lichter aufflammen, wenn zwi­schen den schwarzen Stämmen die Schleier wehen, lautlos ein Reh vorüberzieht und irgendwo drinnen im Busch die Stimmen der Nacht erwachen. Diese Stunden werden ihnen tausendmal mehr geben, als noch so viele lateinische Worte, als noch so viele Grammatikregeln, die sie in der Zeit hätten erler­nen können. Doch ist es nicht nur dieser seelische Reiz, der neu belebt und stärkt. Die Frische, die den gan­zen Körper durchpulst, ist vor allem auch ein Ge­schenk der Winterluft. Als rieselnder Schnee sinkt die Feuchtigkeit zu Boden und wie im Gewitter­regen zieht sie allen Staub, alle Unreinigkeiten an sich. Nie ist die Lust so rein, nie so trocken, als an einem schönen Wintertag, und deshalb fühlen wir uns da fo gesund. Rascher pulst unser Blut, die Adern der Haut weilen sich und geben uns das herrliche Wärmegefühl. Die Poren gehen auf, der ganze Stoffwechsel wird erhöht, und die Wasserver­dunstung wird beschleunigt.

Ein gut Teil menschlicher Krankheiten könnte weggeatmet werden", sagte Voltaire, und wir fügen hiyzu: Weggeatmet in der reinen, gefunden Winter­luft! Also wollen wir hinausgehen in die Schnee- landschast und atmen aber richtig atmen! Die Nafeninuscheln sind unsere Heizkörper zur Erwär­mung der Luft. Und sie sind die Verdampfungs­apparate zu ihrer Durchfeuchtung. Beides haben wir besonders nötig in der kalten, trockenen Win­terluft und deshalb sollen wir gerade dann nur durch die Nase atmen. Auch hie Haut will atmen und mit dem Wasserdampf Schlacken und Unreinig­keiten aus unserem Körper entfernen. Deshalb soll­ten wir draußen in Sonne und Schnee möglichst lange, möglichst wenig bekleidet gehen. Solange sie sich bewegen, können Kinder und Erwachsene ruhig Iim Badetrikot oder in kurzen Höschen auf Skier trainieren, Eisläufen oder fröhliche Schneeball­schlachten schlagen.

In erster Linie aber geht die Winterreise der Sonne entgegen. Erst in unseren Tagen hat sich die Erkenntnis der großen Heilkraft der Sonne lang­sam wieder Bahn gebrochen. Bei allen Arten von Tuberkulose wendet man sie heute an. Heute weiß jedes Kind, daß das Sonnenlicht nicht nur aus den sieben Regenbogenfarben besteht, die wieder er­zeugt sind durch Wellenbewegung des Aethers von verschiedener Länge, sondern daß es darüber hin­aus noch Wellen gibt, die nicht gesehen werden können, weil sie zu kurz oder weil sie zu lang sind. Die ultraroten Strahlen, die langen, zeigt uns nur

eine Stundung von Dominialgesätten 1932 im Be° dürftigkeitsfatt bis Aum Juli 1933 wünscht.

Auf volksparteilichen und sozialdemokratischen Antrag sagt die Regierung erneut einen v e r st ä r k- ten Abschuß von Schwarzwild zu, sobald Schneefälle in Oberhessen diesen Abschuß erleichtern.

Der nationalsozialistische Antrag zur Eingabe des e f f f d) e n Oberförsterverbandes auf Sicherung des Forstpersonalnachwuchses wird bei Stimmenthaltung der SPD. der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen. Von der Regierung wird ein Teil der Wünsche des Oberförsterverbandes erfüllt werden.

Einstimmige Annahme finden Zentrumsanträge, in denen u. a. dringliche Vorstellungen bei der Reichsbahn xur Aenderung ihrer Holz-Trans- porttarife im Nahverkehr gefordert wer­den. Weiter soll in den Schulen und Bildungsanstal­ten auf die Notwendigkeit und Richtigkeit der Ver­wendung deutschen Holzes eindringlichst hingewiesen werden. Die Regierung wird ermächtigt, in besonderen Härtefällen die Beförslerungsbeiträge der Gemeinde- und Privatwaldbesitzer ganz ober zum Teil außer Ansatz zu lassen.

Mit 6 Stimmen bei 6 Enthaltungen findet ein nationalsozialistischer Antrag Annahme: Die Bei­träge der Privatwaldbesitzer (Privat­wald 2. Klasse oder Kleinwaldbesitz) zu den Kosten der Forstverwaltung werden aus Antrag a u f 2 R M. jeHektar fe st gesetzt, wenn der Wald im letzten Jahr keinen Ertrag gebracht hat.

Das Kapitel selbst wird dann einstimmig ge­nehmigt.

das Thermometer, es sind die Wärmestrahlcn. Un­ser Körper läßt sie durch. Die kürzeren aber, die ultravioletten, werden von ihm verschluckt und wir­ken sich in ihm aus. Sie be chleunigen die Blutbil­dung, reizen die Haut, daß ie rot wird und später braun und steigern den Stoffwechsel, ohne daß ein Organ mehr arbeiten muß. Durch ihre Wirkung verbraucht der Körper sich selbst und baut sich wie­der auf er verjüngt sich.

Die kalte Temperatur der Winterluft befähigt uns außerdem noch, bedeutend mehr Sonnenwärme zu verhauchen, als die drückende Schwüle des Som­mers. Ifnb das ist der Vorteil der Winterfrische, die Losung des Rätsels, warum das Skigirl viel braun gebrannter nach Hause kommt, als der Berg­steiger im Sommer. Aber richtig ausnützen können wir diese Sonnenheilkraft nur, wenn wir sie auf den ganzen Körper wirken lassen. Und deshalb er­hebt sich auch hier wieder die Forderung, möglichst wenig bekleidet Wintersport treiben.

Oie flämische Freiheitsbewegung.

Auf Einladung des Vereins Deutscher Studenten sprach am Dienstagabend im Hotel Hindenburg vor vielen Zuhörern der flämische Dichter Wies M uns über die flämische Freiheitsbewegung. Seinen Aus­führungen sei folgendes entnommen: Der Kampf der Flamen gelte ihrer völkischen Neuordnung in Europa. Klar unterscheide man Belgier und Fla­men. Es sei eine Ehre in der großen Welt wenn auch nicht in den Augen der Belgier, ein Flame zu sein. Die Flamen seien von )eher ein Volk un­bändiger Willenskraft und kriegerischer Gesinnung gewesen, das stets lebhaft um seine Freiheit ge­kämpft habe. Wallonische Verschlagenheit habe aber die Flamen oftmals verraten. Die Wallonen seien ein den Flamen völlig wesensfremdes Volk. Die Revolution von 1830 fei französisch orientiert ge­wesen. Belgien sei das Ergebnis: eine mechanische Vereinigung von Völkerstämmen. Frankreich habe bann den Belgiern kulturell und machtpolitisch die Direktiven gegeben. Die flämische Sprache sei aus dem öffentlichen Leben ausgeschaltet, germanisches Element in Belgien gewaltsam unterdrückt worden. Die Unterdrückung habe sich auch wirtschaftlich in schwerster Weise ausgewirkt. Das Volk sei durch harte Not gegangen. Lange Zeit habe man aber einen Kampf um Sprachgesetze geführt und darüber die. große Linie aus den Augen verloren. Nun sei ein Führer erstanden in Albrecht Rodenbach, der, ein junger Mensch, die Tat propagiere. Die flä­mische Bewegung sei nicht lediglich ein Sprachen­streit oder ein Streit um die Gleichberechtigung mit den Wallonen, sondern ein Kampf um die Wieder­geburt der Flamen mit dem Ziel der Vereinigten Niederlande. Staatsformender Wille sei wachgewor­den. Der Aktivismus wurde geboren. Nach den vie­len Demütigungen der Flamen während des Well- krieges, die insbesondere die Soldaten und der Bür­ger alsMensch 2. Klasse" erleiden mußten, laute nun der Wahlspruch:Flandern den Flamen". Hin­sichtlich der deutschen Flamenpolitik verdiene er­wähnt zu werden, daß sie nie Annexionspolitik ge­wesen sei, sondern lediglich das Ziel gehabt habe, eine Art Grenzschutz zu fordern und Belgien von Frankreich zu läsen. Nach dem Kriege habe in Flan­dern das Chaos geherrscht. Die Führer der Akti­visten saßen hinter Gittern. Erst aus den Resten dieser Aktivisten sei allmählich ein Nationalismus entstanden. Ader die scheinbaren Erfolge der natio­nalen Flamenpolitik hätten doch nicht verhindern können, daß das Volk immer mehr in französische Abhängigkeit geraten sei, denn durch parlamenta­rische Demokratie sei der flämische Gedanke mate­rialisiert, entibealifiert und verwässert worden. Den Jungen stehe die Vereinigung mit Holland vor Augen. Die Widerstände seien aber riesengroß. Es dedürse vorher des Ausrufes zur Einigkeit unter den Flamen selbst. Dem Nationalsolidarismus, der die Nationalisten vereinige, gehe es um die Totali­tät. Das Ziel sei eine einheitliche Wirtschaft auf völkischer Grundlage im Zusammenwirken aller Stände. Der Nationalsolidarismus sei im Aufbruch, hart und entschlossen seien die Züge seines Gesichts. Der Kampf gehe gegen den Geist der Welschen um ein neues germanisches Adelstum, der Kampf sei Kampf um die Wiedergeburt des gotischen Men­schen. (Lebhafter Beifall.)

Gictzencr Wochenmarktpreise.

' Gießen, 23. Febr. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 110 Pf., Landbutter 110, Kochbutter 80, Matte 20 bis 25, Wirsing (gelb) 10, (grün) 15, Weißkraut 8 bis 10,

Aus der Provinzialhauptstadt.

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