Kr. 300 Zweiter Blatt
Glehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)greifag, 22. Dezember (933
Kerzen im Tornister.
(Sine Weihnachtsgeschichte von Paul Ttenoponj.
Bon den polnischen Sümpfen hat pfeift scharfer Ost Eben gehen Kompanien im Raume Bolmgradsk- Biturki in Marschkolonne vor: da jagt der Orden- naruofflzier der Division über das verharschte Feld: Befehl an Re'ment: erstes und drittes Bataillon nehmen hinter dem Gutsgehöft Halbrechts der Straße Deckung: zweites schickt lose Schützenschieler voraus und besetzt den Waldrand von Postawy. Gros folgt elfuhrzehn ausgeschwärmt nach!" Der Leutnant reißt den dampfenden Gaul herum und galoppiert zurück ...
Born Gewehrfeuer. Geschosse zirpen durch die eisige Luft. In eine Schneeinulde geschmiegt, die der Sturm hinter der Gutsmauer aufgeweht hat, liegen die Landwehrleute. Ihre froststeifen Gesichter sind von grauen Baschliks halb vermummt. Der Atem geht ihnen wie eine Rauchfahne vom Munde. Zwei Brüder sind unter ihnen, blutjung der eine. Mitunter rieselt ein Stäubchen Mörtel auf sie nieder ... mitunter schlägt es einen dürren Zweig vor ihre Füße. Ein munterer Spitz — er gehört einem von den Feldküchen — kläfft empört zu jedem Klack hinauf, das aus dem kahlen Geäst der Park» bäume schallt. Sieht sich arg geäfft, der kleine dumme Kerl.
„Der Rußki schießt durchweg zu hoch. Glaubst du, daß wir's ohne große Berlufte schaffen werden? Immerhin, man kann ..."
„... nie wissen", vollendet lächelnd der Aeltere, - „ob es einen nicht noch selbst erwischt? Rein, das kann man allerdings nicht wissen, mein Junge." „Mißversteh mich doch nicht", wehrt der andere unwillig ab, „nur", fügt er leiser hinzu, „heut ist der oierundzwanzigste, da fällt doch in die ärmste Hütte ein bißchen Licht."
„Man muß sie zuvor haben, diese schon sprichwörtlich gewordene —"
„So bitter darfst du nicht sein, Erwin."
„Weihnacht — die zweite hier draußen! Wie mag sich Mutter wohl damit abfinden?"
„Ich habe sie gesehen, sie hat", flüstert Friedrich, „hat mit mir gesprochen — gestern."
„Gestern? Unsere Mutter?"
„Als ich um Patronenkasten nach hinten geschickt wurde, ja. Der Himmel war ein einziger, ein herrlicher Lichterbaum."
„Fritz, du träumst! Du sagst, du sahst unsere Mutter?"
„Ich sah sie. Ich lag im toten Winkel unter einem Weidenstumpf. Die Geschoßgarbe eines Maschinengewehrs ging über mich weg. Um Handbreite. Flach hingestreckt lag ich, das Gesicht himmelswärts gewandt. Und wußte, die geringste Bewegung würde mir den Tod bringen. Aber die Sterne müssen sich in meinen Augen gespiegelt haben. Und wundersam war mir zumut, ganz innen im Herzen. Weit und leicht fühlte ich mich, als flog' ich unter dem Himmel hin. Morgen ist Weihnacht, sagte ich weh und froh zugleich. Sagte es aus den klingenden Todesfckleiern heraus mitten in Gottes Herz: Morgen ist Weihnacht, und ich liege, ein (Befangener des Menschenhasses, hier vor dir. Aber du wirst, das weiß ich, die Bande von mir lösen! Und da entdeckte ich plötzlich in der Unendlichkeit des Raumes die Kassiopeia — Glucke und Küchlein haben wir sie als Buden genannt. Mit Goldstaub ist ibr diamantenes Gefieder bestreut, so wenigstens versicherte uns Mutter, da sie dir und mir die Märchen von den Sternen erzählte Du erinnerst dich, 'Erwin, unserer kindlichen Dämmerstunden, wenn wir müdegesvielt nach Hause kamen. In was für Zauberschächte stiegen wir da an Mutters Hand hinab! Aber ich dachte zugleich an jenen letzten Abend und Abschied, bevor ich ins Feld ging. Da leuchtete dieses selbe Gestirn über dem Giebel unseres Elternhauses, und Mutter hielt mich umschlungen und wies hinauf zu den ewigen Höhen. Ich sah wohl ihr überströmendes Auge, aber ich fühlte bewegt dieses große, tapfere Herz. Und ohne daß es ihr Mund aussprach, verstand ich sie auch
so: immer würde ihre Seele in Rot und Todesgefahr mir nahe sein, wenn ich nur jenes Gestirn über mir und ihr Bild fest in mir wußte. Es war fünf Minuten nach sechs, Erwin: und ich weitz, Mutter hat um dieselbe Zeit mit allen Schmerzen der Liebe, deren nur Mütter fähig sind, an uns gedacht. Und siehst du, die Geschoßemschlage, die noch eben in den stiebenden Schnee fuhren, sie waren plötzlich wie weggewischt: der Baum der Weihnacht hatte sie bezwungen. Mir aber gab die Mutter zum anbernmal das Leben" — .
„Träumer, lieber, lieber Träumer ... Erwin blickte starr dorthin, wo Deutschland liegen muß ...
Bei sinkender Nacht hatte sich das Regiment am Saume des Waldes eingegraben. Der Feind wich auf geheimen, in keiner Generalstabskarte verzeichneten Knüppeldämmen tiefer in die Sumpfe. Das Grundwasser des Schlick- und Morastbodens flieg eisig an den Beinen der Schanzenden empor. Die Kompanie arbeitet schweigend im Schneelicht. Weihnachtsabend. Und keiner wagt daran zu denken. Nebelgewölk wickelt das Klirren der Spaten und Picken wie in Watte. Zeltbahnen schneiden schwarze Bierecke in das Leichentuch des Winters. Ein Quer- khläger flattert greinend und döse von weit her und fällt kraftlos auf einem Erdwall nieder. Patrouillen kehren schemenhaft vom Sumpf zurück und gleiten in das Loch, in dem sie den Regiments- führer vermuten. Sie haben einen eingebracht, einen struppigen Kerl, flachnasig und verschreckt im Kalmückengesicht. Ein Bild der Schwarzen Mutter- gottes von Tschenstochau hielt er in der flammen Faust ... Der Major schickt die Gefangenen zur Division.
Weihnachten!
Weihnachten? , ,
Alle diese stummen Männer haben Lippen, die der Schmerz verschloß. Oder Trotz. Oder schlimmer, betäubende Gleichgültigkeit. Sie stehen in den Dunsten des Winterwaldes. Sie haben Kerzen tm Tornister. Aber diese Kerzen dürfen ihnen nicht den Goldglanz ersehnter Heimatsträume schenken. Einem der es rauh versuchen will, erstirbt ein frommseliges Lied im Munde.
... Die Feldküchen verteilen heißen Tee, acht Laib angefrorenen Brotes kommen auf jede Gruppe. Und die Nacht hat erst begonnen, diese lange gespenstische Waldwinternacht ...
Die Stiinden rinnen zäh. Drüben in Deutschland stecken sie jetzt wohl noch einmal die Lichter an.
Ein Meldegänger stolpert heran. Der hagere Major hört ihn regungslos an. Die Silhouette des Offiziers ist wie aus Holz geschnitzt. Dann neigt sich der Kommandant dem Manne ein wenig zu: um den tiefgekerbten Mund strahlt leises Freuen auf.
Und wie ein elektrisierender Funke, raunend, aufgeregt, läuft miteins, das Zauberwort die Reihen entlang: Ortsunterkunft! Das Regiment wird bis auf drei Komnanien, die den Abschnitt zu sichern haben, nach Postawy zurückmarschieren und für den Rest der Nacht Quartier in der Kirche beziehen.
*
Schweigend wandert der Wald den Mannern nach. Müde und mutlos bleiben die Bäume bald zurück: das Nebelland schluckt sie ein. Die Kompanien stapfen und trappen durch das gestorbene Dorf, von dem ragend und einsam nur die große zweitürmige Kirche lebendig blieb ... sie drängen behutsam hinein in Bänke und Gestühl, legen zufrieden und auf kargen Urlaub heimgekehrt in heiligen Gottessrieden, Helm und Tornister ab. Kerzenflämmchen blühen aus dem Dunkel, durchglühen harte, rotfrdftige Hände. Ein junger Soldat betastet ergriffen den violetten Samt der Altar- decke. Wirft einen hungrigen Blick auf die ausge- schlagene Bibel und irrt ratlos über fremde Buchstaben hin. Und flüstert in Herzensbedrängnis die holdvertrauten Verse des Lukasevangeliums — vom Gebot, welches ausging, daß alle Welt geschätzt
würde. Und läßt die Worte des Engels an die Hirten wie ein seliges Geheimnis aus seinem Munde gehen. Doch wie er sich nun umtut, einen guten Winkel für die Nacht zu finden, schwebt suß und zag aus Traumtiefen die Stimme der Vox celestis über die gebannt lauschenden Köpfe in Schiff und Altarraum ... gleich einem zart gedunkelten Frauenalt mischt sich die Rohrflöte in das Figurenwerk, und der blasse Orgelspieler leitet hinüber zu Motiven aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Er zieht die sanftesten Register. Man ist dicht am Feind. Und die russische Artillerie nach der Karte genau eingeschossen. Ader wie jetzt der alte Christgesang „Quem pastores laudavere" wie eine wundervolle Schneerose rein und leuchtend aufstrahlt: da gibt sich auch Erwin seinen Tränen willig hin. Denn dieses Lied und das Magnifikat, das hatten sie einmal in der Zeit der zwölf Nächte gesungen. Und einer der Thomaner war er gewesen. Wann war das? Waren Ewigkeiten verrauscht? Ach, er hätte sich von Harmonien einspinnen und forttragen lassen mögen! Doch da legt sich sacht die Hand des Leutnants auf feine Schulter, und dessen Befehl ist eine Bitte: „Ein Weihnachtslied!"
So fällt Verheißung klingend nieder — „Vom Himmel hoch, da komm ich her ..." singt silbern die Orgel, und die angeklebten Lichtlein erzittern im Atem der Sänger. Gewaltig und inbrünstig steigt ein Gebet in die Nacht des Schicksals empor und verharrt vor Gottes Angesicht.
Da der Major an die Altarstufen tritt, erkennt er die schattenhaft verschwimmenden Gesichter im Dämmer des Raumes nicht, aber er fühlt den einzigen, den brausenden Herzschlag einer großen und notgehärteten Gemeinschaft. Er weiß, daß die auf
ihn gerichteten Augen kindergläubig in ihm ihren Führer und Vater sehen ... er spricht zu ihnen in Worten einer soldatisch knappen, rauh verborgenen Liebe und stellt in sandgefülltem Patronenkasten eine kleine nackte Krüppelkiefer auf den Altar, un- füglich schlicht und rührend anWschauen. Ader er gibt ihnen damit, den Heimatverwunschenen, einen lichten, friedsamen Gedanken in die sinkenden traumverzauberten Kopfe.
So ist über die Kämpfer eine heilige Ruhe gekommen. Die Kerzen sind heruntergebrannt. Nur oben auf dem Orgelchor wachen im Banne der seltsamen Nacht zwei Brüder über eine kleine broschierte Partitur geneigt. Auf Erwins Knien liegt Beethovens Neunte, die er feit Eambrai bei sich trägt. Sie folgen mit feierlichen Gesichtern dem Hauptsatz, der sie in eine Stimmung gespenstisch wirrer Phantastik entführt. Die Einmischung des großen Paukensolos, das ruhelos jagende Fugato die spitzen stachelnden Holzblätterregister und der erregende Ansturm der Instrumente im Viervierteltakt schließlich: ist das nicht bestürzendes spukhaftes Abbild des heutigen Gefechtstages? Unter ihnen atmen schwer die Schläfer. Die Brüder sehen einander beklommen an, tauschen einen Blick des Einverständnisses und tauchen ein in die weltabge- wandte Einsamkeit eines glückhaften Motivs, das sie auf dem Wege über Seitenthemen des ersten Satzes hinführt zu den blühenden Gärten von Wunfchlofigkeit und Herzensstille ...
Da tastet einer nach des andern Hand.
„Bach und Beethoven", sagt Erwin innig und drückt das Licht aus.
„Mutter", flüstert der Jüngere, im Entschlummern die Nähe des Bruders suchend.
Die Olympia-Einladung aus dem Weg in die Well
dor Lewald und von Dr. v. Halt. Die Nationalen
Olympischen Komitees der verschiedenen Lander werden darin auch um Antwort gebeten, ob sie der Einladung Folge leisten werden.
Nachdem das Internationale Olympische Komitee auf seiner Sitzung in Barcelona im Jahre 1931 die Spiele des Jahres 1936 der Hauptstadt des Deutschen Reiches zugesprochen hatte, ging der Deutsche Olympische Ausschuß (das Nationale Olympische Komitee von Deutschland) bald nach der Rückkehr der deutschen Olympia-Expedition von Los Angeles an
Am 18. Dezember 1933 haben die Organisations- Komitees der XI. Olympischen Spiele und der IV. Olympischen Winterspiele die amtliche Einladung für die Weltveranstaltungen des Jahres 1936 in Berlin und Garmisch-Partenkirchen an die Länder der Welt hinauögehen lassen.
Die Einladungen haben einen in den Olympischen Satzungen oorgeschriebenen Wortlaut und sind unterzeichnet von den Präsidenten der Organisationskomitees, Staatssekretär a. D. Dr. Theo-
DAS INTERNATIONALE OLYMPISCHE KOMITEE
HAT DIE STADT BERLIN ALS ORT DER FEIER DER XL OLYMPIADE BESTIMMT. DEMGEMÄSS BEEHRT SICH DAS ORGANISATIONS-KOMITEE DER OLYMPISCHEN SPIELE 1936 ZUR TEILNAHME AN DEN WETTBEWERBEN UND FESTEN EINZULADEN. DIE AUS DIESEM ANLASS IN BERLIN VOM 1.BIS 1 (LAUGUST 1936 STATTFINDEN WERDEN
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DER PRÄSIDENT DES ORGANISAT
KOMITEES
1936
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„Oer Greg Ves Glaubens."
Der Film vom Reichsparteitag 1933.
In einer Festoorstellung bzad)te bas Li cht» fpielhaus gestern abend bei außergewöhnlich starkem Besuch und in Anwesenheit einer Reihe geladener Ehrengäste den Film vom Reichsparteitag der NSDAP, in Nürnberg zur Erstaufführung. Die Vortrpgsfolge wurde eingeleitet mit der neuen Ufa-Wochenschau: dann sah man den Vorspann zu einem demnächst hier erscheinenden Spielfilm der Bavaria. Anschließend erschien der vom Stabsamt des Reichsbauernführers herausgebrachte ausgezeichnete Aufklärungsfilm „Blut und Bode n", über dessen Uraufführung in Berlin bereits berichtet wurde. Dem Film liegen Ideen des Reichs- bauernführers Darre zugrunde, die F. CH. B r u g e r zu einer lockeren Spielhandluna zu- fammengefaßt hat. Rolf von Sonjewski-Jan- r o w s k i führte Regie. Neben mecklenburgischen und ostpreußischen Bauern und Berliner Arbeitern wirken in den Hauptrollen eine Anzahl namhafter Schauspieler mit: Carl de Vogt, Hertha Scheel, Jakob Sinn und Hans Stock in der vordersten Reihe. Musik von Willi Geisler. Der Film ist ein Musterbeispiel für die einprägsame Verbindung von Spielfilm und Propagandafilm. Die Grundgedanken sind in schonen und plastischen Naturaufnahmen und sehr geschickt eingejügten schema- tischen Bilddarstellungen zum Ausdruck gebracht. Die wachsende Not des deutschen Bauernstandes in den letzten Jahren vor dem Sieg der Bewegung wird hockst eindrucksvoll geschildert, besonders in ihren verhängnisoollel Auswirkungen auf die Industrie, auf die Stadtbevölkerung und auf das Leben des gesamten Volkes. Die Verbundenheit der Lebenskreise von Stadt und Land, die bevölkerungspolitischen und siedlungspolitischen Aufgaben im deutschen Ostraum als einige der brennendsten Gegenwartsfragen unseres Volkes wurden dem Beschauer mit allem Nachdruck vor Augen geführt. Ein Aus- blick auf die von den kommenden Generationen bestimmte Zukunft gab dem Film einen starken und vorwärtsweisenden Ausklang.
Nach dem von der SA.-Kapelle R 116 unter Leitung von Kapellmeister Hermann zum Vortrag gebrachten Friedensmarsch von Richard Wag- ner ergriff Beigeordneter Pg. Bartholomäus (Gießen) das Wort zu einer kurzen Ansprache, in der er u. a 'olgendes ausführte: Ein Markstein in der Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung war der Reichsparteitag in Nürnberg, der erste
nach den entscheidenden Tagen des 30. Januar und des 5. März: er stand unter dem Motto „Der Sieg des Glaubens". Der unerschütterliche Glauben an den Endsieg, so führte der Vortragende aus, war und ist die bedeutendste Eigenschaft des Führers und feiner gesamten Gefolgschaft. Diesen fanatischen Glauben hat jeder Kämpfer der Bewegung im Herzen getragen, wie an einigen besonders markanten Beispielen aus der Sturmzeit der NSDAP, bargelegt wurde. Jeder einzelne war, ohne Rücksichten auf „Radikalismus" oder fehlende „Formen", vom Glauben an die Erreichung des Zieles getragen. Der erste Reichsparteitag im neuen Deutschland hat gezeigt, daß es nicht auf den Sieg der Partei ankam, sondern auf den Sieg des gesamten Volkes. Und dieser Sieg ist nur vollständig, wenn jeder mitarbeitet; das Ziel: ein Deutschland, auf das jeder Deutsche wieder stolz sein kann. Auch heute gibt es noch Pessimisten: ihnen gibt der Führer neuen Mut, neue Kraft, neuen Glauben. Nationalsozialismus ist etwas, das erkämpft und innerlich erlebt werden muß. Worte und Werke sind zweierlei. Der Sieg des Glaubens ist erst vollendet, wenn man gelernt hat, wie schwer der Sieg erkämpft wurde. Der Nationalsozialismus muß aus der Idee geboren werden. Der Reichsparteitag hat uns die Kraft gegeben für die Riesenaufgaben, die noch vor uns liegen. Der Standesdünkel muß ebenso verschwinden, wie der Marxismus verschwunden und ausgerottet worden ist. Dann wird der Tag kommen, an den wir glauben, an dem ganz Deutschland ein einziges Reich Adolf Hitlers ist. — Die mit großem Beifall aufgenommene Ansprache wurde mit dem gemeinsam gelungenen ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes beschlossen. Anschließend leitete die SA.-Reserve-Kapelle mit dem schwungvollen Vortrage des „Fridericus Rex" und des Badenweiler Marsches zum Hauptereig- nis des Festabends über.
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Die Reichspropagandaleituna, 5)auptabteilung Film, hat unter Leitung von Arnold Raether diesen offiziellen Film vom Reichsparteitag der NSDAP, in Nürnberg geschaffen: „Der Sieg des Glauben s", ein historisches Dokument. Die künstlerische Ausgestaltung lag in den Händen der aus vielen volkstümlich gewordenen Filmen bekannten Schauspielerin Leni R i e f e n st a h l. Die technische Leitung hatte R. 2 u a a s ; Herbert Windt schrieb , die Musik. An der Spitze des Aufnahmestabes stand der in vielen Filmschlachten bewährte Kameramann Sepp A l l g e i e r. Sämtliche deutsche Wochenschauen stellten ihre Aufnahmen zur Verfügung. So entstand ein einzigartiges Werl, btr eindrucksvollste und in feiner Wirkung
unfehlbarste Film, den die nationalsozialistische Bewegung seither geschaffen hat, ein historisches Dokument, das wie kein anderes dazu angetan ist, Millionen deutscher Volksgenossen das großartige Erlebnis jener Hunderttausende, die in Nürnberg selber dabei waren, in Bild und Ton lebendig und unvergeßlich zu machen. Was wir alle in Ausschnitten in der Zeitung, im Rundfunk, in zahllosen Bildern und in den Wochenschauen gesehen und gehört haben, ist hier zu einem unvergleichlich geschlossenen Ganzen zusammengefaßt. Das herrliche Städtebild der alten freien Reichsstadt Nürnberg gibt den von der Kamera überaus malerisch erfaßten wechselnden Schauplatz des Geschehens. Die Klänge der „Meistersinger", die altpreußischen Armeemärsche und die Kampflieder der nationalsozialistischen Bewegung bilden die musikalischen Leitmotive, die den ganzen Film durchziehen und immer wieder aufklingen. Hier gibt es keine Darsteller, keine Schauspieler von Beruf: hier spricht und handelt die Bewegung und in der Bewegung das ganze deutsche Volk, das in Nürnberg seinen schönsten Sieg feiert, feine neugewonnene Einigkeit, und ein machtvolles Bekenntnis ablegt im unerschütterlichen Glauben an die deutsche Zukunft. Eine Welle der Begeisterung brandet dem Beschauer entgegen, eine Welle der Begeisterung um den Führer, dessen Reden naturgemäß die Grundpfeiler des gesamten Films bilden. Und hinter dem Führer immer wieder die unübersehbaren und unzählbaren Scharen seiner Getreuen. Noch einmal werden die großen Ereignisse der Nürnberger Tage lebendig: die Begrüßung in der Kongreßhalle, aus» klingend im Gesang des „Niederländischen Dankgebets". Die befeuernde, mitreißende Ansprache an die Hitler-Jugend. Die ergreifenden Augenblicke der stillen, feierlichen Totenehrung. Und zuletzt der wunderbar disziplinierte Vorbeimarsch der endlosen Zwölferkolonnen der SA., der SS. und des Stahlhelms. Ein besonders schöner, von tiefem Verständnis für das Wesen der Bewegung und dieses Parteitages zeugender Zug, wie die künstlerische Leitung Des Films neben den bekannten und markanten Erscheinungen der nationalsozialistischen Führer immer wieder aus der namenlosen und unzählbaren Menge der Gefolgschaft ein paar Gesichter heraushebt, deren Ausdruck recht eigentlich diesem imposanten Zeugnis nationalsozialistischer Filmkunst den Namen gegeben haben: „Der Sieg des Glaubens".
Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes bestätigte die Versammlung das nachhallende Erlebnis, das der Film jedem einzelnen vermittelt hatte. » —r—
Kinder und Weihnachten.
Don Hans Riedau.
Ellen, fünf Jahre alt, hat uns von ihrer Absicht in Kenntnis gesetzt, uns alle zu Weihnachten ausgiebig zu beschenken.
„Haha", lacht Detlev, der Bruder, „und dabei hat sie bloß elf Pfennig im Spartopf!"
Ellen steht da wie vor den Kopf geschlagen. „Js ja gar nich wahr", sagt sie schließlich, und ihre Stimme bebt vor Entrüstung, „sind ja zwölf Pfennig drin!"
Die Mutter lieft eine Weihnachtsaeschichte vor. Die Leute, die sich da — natürlich am Weihnachtstag — durch die Sonnenglut schleppen, haben offenbar Pech. Denn plötzlich steht vor ihnen — ein Löwe. An die- fern dramatischen Höhepunkt unterbricht die Mutter die Geschichte. „Na?" fragt sie, „was würdet ihr nun tun, wenn da mit einem Male ein Löwe vor euch stände?"
Die Kinder überlegen. Ihre Gesichter sind ernst, und sie erkennen offenbar, daß es hier eine Rettungsmöglichkeit kaum noch gibt. Nur Ellen unter» schätzt die Situation. „O ch", sagt sie, „ich t r e t ‘ n einfach t o t."
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Klaus sitzt am Schreibtisch, hat den Kopf in die Fäuste gestützt und denkt nach. „Vati", fragt er, „du bist dach in Stockholm geboren?" Ich nicke.
„Und Mutti ist aus München?"
„Jawohl", sage ich.
„Und verlobt habt ihr euch am heiligen Abend in Bu ..., in Buk..."
„In Bukarest", helfe ich nach.
„Ja, aber Vati", fährt Klaus fort, und eine steile Falte versucht sich auf seiner Stirn einzunisten, „was für ein Zufall, daß i ch auch grade zu Weihnachten in Bukarest war!"
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Weihnachtsabend. Die Kerzen brennen. Das Zimmer ist voll von Kinderseligkeit.
Ellen aber steht still in der Ecke und hat einen Pfennig in der Hand.
„Woher hast du den Pfennig?" fragt Der Vater.
„Gefunden", flüstert Ellen, „und gan3 blank ist er, und gestern hat mir Detlev ein Hufeisen geschenkt. Nun hab' ich aber Glück!"
„Glück?" wiederholt Der Vater und guckt in das Kindergesicht, „was ist Denn das eigentlich. Glück?"
Ellen blickt überrascht auf. „Glück", sagt sie, und ihre Stimme klingt fest und bestimmt. „Glück ist, r wenn Eva mich i mit ihrer neuen Puppe spielen I läßt'"


