in Angriff genommen und in der einen oder anderen Richtung geregelt worden ist. An die Stelle
eines Diktatsfriedens muh ein auf dem Wege
Das berliner Echo der Sinwn-Me
Eingliederung der evangelischen Lugend in die Hitlerjugend.
Oie deutsch - französischen Wirt- schastsverhandlungen gescheitert.
Frankreich forderte übermäßige deutsche Ausfuhrbeschränkung. - Oas Reife* Verkehrsabkommen läuft am ^.Januar 1934 ab.
unerträglichen Mißverhältnis ein Ende machen. Das
Sie „Times" sord eri Revision der FnedenSdikiaie
Hitlers Vorschlag eines Tlichtangriffspakts durchaus annehmbar.
für sich das Recht auf eigene Sicherheit genau so in Anspruch neyme, wie andere europäische Staaten. Gegenüber der Rüstung der anderen würde eine deutsche Forderung nach einem Heer von 300 000 Mann als außerordentlich bescheiden anzusprechen sein. Die allgemeine Abrüstung bleibe der beste Garant des Friedens. Aber ein schwaches und unbewaffnetes Volk im Herzen Europas könne ebenso zu einem „Friedensstörer" werden.
3m .Lokalan^eiger" wird unterstrichen, daß, wenn man selbst eine Forderung Deutschlands auf ein 300 000-Mann-Heer als zutreffend annehmen wollte, noch immer das Mißverhältnis in der Bewaffnungsfrage, in der Heeresftärke und vor allem auch in der Grenzfrage bestehen bleibe. Die leopolitisch so ungünstigen Grenzen des Reiches eien nach allen Seiten offen, während Frankreich ich mit einem undurchdringlichen Wall von Stahl und Beton umgeben habe. Die Gleichberechtigung, die wir fordern, müsse diesem
»st. Die französisch« Delegation hat in diesen beiden Punkten an dem von ihr vom ersten Tage der Verhandlungen an angenommenen Standpunkt bis zuletzt f o gut w i e unverändert f< st gehalten. Alle deutschen Gegenvorschläge, auf einer mittleren Linie zu einer Einigung zu kommen, sind leider erfolglos gerieben.
Wie die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutsch- land und Frankreich sich vom 1. Januar 1934 ab nunmehr gestalten werden, hängt allein von den Maßnahmen der französischen Regierung ab. 2ln sich läuft das Handelsabkommen von 1927 lveiter. Die deutsche Regierung wird abwarten, wie die französische Regierung ihre Einfuhrkontingentierungen in Zukunft handhaben wird. Danach werden sich etwaige deutsche Maßnahmen richten.
Auch über eine Reihe von anderen Punkten ist verhandelt worden. Die französische Regierung hat den Wunsch, daß ein Transferabkommen ähnlich wie mit der Schweiz und mit Holland vor- behältlich der Stellungnahme des Gläubigerausschusses abgeschlossen wird. Hierüber wäre eine Einigung möglich gewesen. Außerdem sollte das deutsch-französische Reiseverkehrs- abkommen verlängert werden, durch das über die Devisenfreigrcnze von 200 Mark hinaus monat- lich eine zusätzliche Versendung von weiteren 500 Mark gestattet wurde. Für das Jahr 1933 hat dieses Abkommen sich zuungunsten Deutschlands gestaltet. Roch den Zahlen für die elf Monate werden für dos ganze Jahr 1933 rund 12,5 Millionen Mark, gleich 75 Millionen Franc» in Devisen benötigt werden. Die französische Delegation war gleichwohl nur bereit, für diesen Zw ck im 3ahre 1934 für 40 Millionen Francs zusätzliche Warenbezüge zuzusagen. Da nach der Entwicklung im Fahre 1933 die deutsche Delegation auf den vollen Betrag von 7 5 Millionen Francs be ft eben mußte, hat die französische Delegation auf eine Erneuerung des Reifeverkehrsabkommens verzichtet. Die Folge davon ist, daß vom 1. 3anuar 1934 ah die bisherigen Sanderabmachungen über den Reiseverkehr nach Frankreich gegenstandslos werden.
vor. Die deutsch« Regierung sei, wie er annehme, bereit, die Schaffung einer internationalen Kontrolle der Rüstungen aller Länder anzunehmen. Eine Art automatischer und periodischer Kontrolle, die allgemein zur Anwendung gebracht werden würde, sei in Aus|icht genommen worden. Man müsse sich leider fragen, oo der Plan allgemein angenommen werde, wenn man an Japan und andere Länder denke. Man müsse der Tatsache Rechnung tragen, daß eine Grenze vorhanden fei, bi» z u der England höchstens gehen könne. Man dürfe den Völkerbund nicht in Stücke reißen, wenn man nicht sicher sei, daß man etwas Besseres an seine Stelle za setzen habe. Positive Abänderungsvorschläge zur Völkerbundssat- zung seien von keiner Seite gemacht worden. Die britische Regierung sei dem Frieden aufrichtig ergeben, unterstütze den Völkerbund und wünsche dringend, internationale Vereinbarungen zu fördern. Die Verhandlungen mit Rußland feien „endgültig ermutigend". Die Politik der britischen Regierung bleibe darauf gerichtet, die Integrität und Unabhängigkeit Oesterreichs zu stützen.
3m weiteren verlaus der Aussprache richtete S l r Austen Chamberlain heftige Angriffe gegen den sogen. Londoner Untersuchungsausschuß über den Reichstagsbrand. (Er habe mll tiefem Bedauern und nicht ohne Entrüstung eine Mitteilung gelesen, daß „etwas, was sich ein Ausschuß nennt", eine Angelegenheit untersucht, die Gegenstand schwebender Verhandlungen In
Paris, 21. Dez. (TU.) Die deutsch-französischen Wirtschaftsoerhandlungen in Paris haben zu keiner Einigung geführt. Die deutsch« Abordnung wird Paris am Freitag verlassen.
Die deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen werden durch das Handelsabkommen vom 30.August 1927 geregelt, das auf der Grundlage der gegenseitigen Meistbegünstigung aufgebaut ist. Frankreich war in den letzten Jahren zu einer Anwendung derEinfuhrkontingen- tl er ungen übergegangen. 3m September 1933 kündigte die französische Regierung an, daß sie beabsichtige, die Einfuhrkontingentierungen in Zu- fünft von d e r Klausel der Meistbegün- stigung loszulösen. 3n Zukunft sollten von den Einfuhrkontingenten nur 25 o. H. nach der Re- gel der Meistbegünstigung gewährt werden, für die übrigen 75 o. H. behalte sich Frankreich freie Hand vor. Es kam dann zu Verhandlungen, die am 31. Oktober in Paris begannen. Man wollte von deutscher Seite aus erreichen, daß das französische Kontingentierungssystem so gestaltet werde, daß ausgleichende deutsche Maßnahmen nach Möglichkeit vermieden werden könnten. Dieser Versuch hat zu keinem Erfolg geführt.
Die Verhandlungen sind hauptsächlich an zwei französischen Forderungen gescheitert. Von französischer Seite wurde ein so starker Abstrichandem deutschen Ausfuhrüberschuß verlangt, daß die Gefahr bestand, daß der verbleibende Rest nicht mehr ausreiche, um deoisenmäßig den Transfer der Zahlungeis zu decken, die unter dem Stillhalteabkommen und dem deutschen Transfermoratorium noch aus der deutschen auf die ftanzösische Volkswirtschaft zu übertragen find. Außerdem wollte Frankreich den Abstrich an dem deutschen Ausfuhrüberschuß auf einen s o kleinen Ausschnitt der deutschen Warenausfuhr beschranken, daß den davon betroffenen deutschen Waren für die Zukunft der französische Markt oerschlofsen worden wäre. Es wären davon so gut wie alle deutschen landwirtschaftlichen Ausfuhr- erzeugnisse betroffen worden, sowie eine Anzahl industrieller Erzeugnisse, für die Der französische Markt non besonderer Bedeutung
genb durch den nationalsozialistischen Staat und Ne Hitlerjugend als Träger der Staatsidee an. Die 3u- «en des evangelischen Zugendwerke» unter en werden in die Hitlerjugend und ihre Untergliederungen «ingegliebcrt. Wer nicht Mitglied der Hitlerjugend wird, kann fürderhin innerhälb dieser Altersstufe nicht Mitglied des evangelischen Fugendwerkes sein.
2. Geländesportliche (einschl. turnerische und fport- liche) und staatspolitische Erziehung wird bis zum 18. Lebensjahre nur in der Hitlerjugend getätigt.
3. Die gesamten Mitglieder des evangel. Fugendwerke» tragen entsprechend ihrer Zugehörigkeit zur Hitlerjugend den Dienftanjug der Hitlerjugend.
4. An zwei Nachmittagen in der Woche und an zwei Sonntagen im Monat bleibt dem evangelischen Fugendwerk die volle Freiheit feiner Betätigung tn erzieherischer und kirchlicher Hinsicht mit Ausnahme der in Ziffer 2 genannten Betätigung. An diesen Tagen werden, wenn nötig, die Mitglieder jewells von der anderen Organisation beurlaubt.
Für die Mitglieder des evang. Fugendwerkes wird ber Dienst in der Hitlerjugend ebenfalls auf zwei Wochentage und zwei Sonntage im Monat beschränkt. Außerdem wird für die evangelische Leben», gcftaltung und evangelische Jugenderziehung durch volksmissionarische Kurse und Lager den Mitgliedern des eoana. Fugendwerkes vom Dienst in der Hitlerjugend em entsprechender Urlaub erteilt
Berlin, den 19. Dezember 1933.
Gez.: Ludwig Müller, Reichsbischof.
Der Fugendführer de» Deutschen Re che»: Gez.: Baldur von Schirach.
Eine gemeinfame6rläuttriing
Die Prefsestellen des Reichsbischofs und des 3u- gendjührers des Deutschen Reiches geben eine gemeinsame Mitteilung heraus, in der es heißt:
Die Arbeit der evangelischen Fugend darf sich heute wieder auf ihr eigentliche» Gebiet, die Jugend- gemäße Verkündigung de» Evangelium» beschränken. Sport, Unterhaltung, kulturelle Veranstaltungen usw. beeinträchtigen nicht mehr wie in dem marxistisch-liberalen Staat die Verkündigung des Evangeliums unter der Fugend. Mit um fo größerer Freudigkeit kann fiefa die evangelisch« Fugend auf diele nunmehr von der Hitterjugcnd übernommene Aufgaben verzichtend, die für sie nur eine Belastung waren, dem einzigen chr befohlenen Auftrag, die Botschaft Christi m die Fugend zu trage'
ferbunb verlassen hätten, wodurch auch die durch die Völkerbundssatzung gebotenen Friedens- sicherungcn an Bedeutung ein gebüßt hätten. Es wird in Europa keine wirkliche Ruhe geben, solange nicht die Frage der Revision energisch
Mit dem Führer im Felde
Hitlers Kriegskamerad Westenkirchner erzählt.
Oer faule Schuldner
Amerikanische Pretzkarnftagne gegen Frankreich.
Washington, 21. Dez. (WTB.) Die Hearstblatter bringen heute in ihrer über das ganze Land verbreiteten Gesamtauflage von über vier Millionen Zeitungen gesperrt gedruckt einen außer- ordentlich scharfen anderthalbspaltigcn Leitartikel gegen Frankreich, „den faulen Schuldner, bas undankbare Objekt amerikanischer Großmut". Frankreich, so wird ausgeführt, jammerte während des Weltkrieges und bettelte hier um finanzielle Hilfe, um Nahrungsmittel, um Munition, um amerikanische Soldaten. Frankreich bettelte nach dem Weltkrieg hier um Geld für den Wiederaufbau und für Stützung des Kredits und v c r | prach hoch und heilig, alle A n - l-'hen z u r ü ck z u z a h l e n. Fetzt lehnt es kaltblütig und hochmütig ab, diese Schulden zu zahlen, und kommt mit der faulen Ausrede, daß ihm das Ausbleiben der deutschen Reparationen die Abtragung der Schuld an Amerika unmöglich mache, aber da» ist noch nicht alles, denn Frankreich bettelt jetzt um eine große Weinet n f u h r in Amerika und gleichzeitig erhöht es die Zölle auf die amerikanische Einfuhr in Frankreich. Wir brauchen die Weine dieser Nation nicht und sollten alsbald unsere Tore gegen jede französisch« Alkoholeinfuhr schließen.
Im Staatsdepartement wurde erklärt, die Einfuhr französischer Weine sei gesperrt morden, bi» Frankreich sich zu befriedigenden Abmachungen über die Zölle auf amerikanische «lepfel, Birnen und elektrisch« Apparate bereit finde.
Ausreisesichtveemerkszwang ab 1. Januar aufgehoben.
Berlin, 2t. (WIV.) Der Reich»minlfter de» Innern hat den an, 4. April 1933 eingefühctrn Ausreiftjichtvcrmerks zwang für ReichsangehSrigr «» öirfung zum L Januar 1934 aufgehoben.
un» alle» in echter Kameradschaft. Denn wir den Mut verloren, richtete Hitler uns auf. Während der Maioffensive de» Fohres 1918 sollte Hitler dem 3. Bataillon die Meldung überbringen, daß die Front durchbrochen sei. Wir wußten bei dem Durcheinander nicht mehr, ob wir von Freund oder Feind befthoficn wurden. Hitler nahm Deckung und arbeitete sich vor. Als er immer wieder neue» Feuer bekam, entdeckte er durch fein Fernglas vorn im Gelände einen aufgeworfenen Hügel und erkannte dahinter Franzosen. Hitler ging mit der Pistole in ber Hand auf sie z u und tat |o, als ob ihm eine größere Abteilung folge. Die Franzosen liehen sich täuschen und von Hitler zwin- gen, die Stellung zu verlassen. Hitler brachte sie tatsächlich mit vorgehaltenem Revolver bi» zur deutschen Linie und lieferte sie persönlich beim Obersten ab.
Fdcale fei die allgemeine Abrüstung, wenn diese aber nicht durchmführen sei, müsse Deutsch- land fein Lebensrecht sichern.
Berlin, 21. Dez. (ERB.) Mit dem gestrigen Tage ist die evangelische Fügend aus- g e l ö st worden. Zu gleicher Zeit werden die Mitglieder der evangelischen Fugend in die Hitler- Fugend übergeführt. Aus diesem Anlaß hat der R e i ch s b i s ch o f Ludwig Müller an Reichskanzler Adolf Hitler folgende» Telegramm gesandt:
„3ch habe soeben durch Vereinbarung mit dem von Ihnen bevollmächtigten Reichsjugendführer die Eingliederung des evangelischen Jugend- werke« in die Hitlerjugend vollzogen. Die dem evangelischen Iugcndwerk anoertraute besondere Aufgabe ist damit für da» große Ziel einer einheitlichen Erziehung der gesamten deutschen Jugend eingesetzt. Gott segne diese Stunde für unser Volk und unsere Kirche, Gott lasse sein heilige» IDort mächtig werden In der nationalsozialistischen Erziehung der kommenden Geschlechter."
Der Reichsjugendführer hat in einem Telegramm an den Reichskanzler die Eingliederung der evangelischen Fugend gemeldet. Das Telegramm lautet:
„Melde im Rahmen de» mir gewordenen Auftrage«, die Einigung der deutschen Jugend zu vollziehen, die Eingliederung der evangelischen Jugend In die Hitlerjugend.
Schirach
Jugendführer d«. Deutschen Reiche»."
Schließlich hat der Reichsjugendsührer an den b V e Ll 6 e n * t e r de» evangelischen Fugend- f,S n. 9 e Äsende» Telegramm gesandt:
..Mit sofortiger Wirkung entziehe ich Ihnen Ihr Amt im Jugendführerring, hab« Ihren sofortigen Ausschluß au» der NSDAP, im Schnellverfahren beantragt." Diefe» Telegramm ist dadurch veranlaßt worden, daß «tange, der erst (eit kurzem der NSDAP, an- gehört, oerfuAt hat, die vorn Reichskanzler Adols H'tter gewünschte Einigung der deutschen Fugend zu fabotteren. ”
Da» Abkommen über die Eingliederung der eoan- Fugend in d,e Hitlerjugend hat folgenden
. l-Da, evangelish« Iugendwerk erkennt di« ein- Yettlich«, staatspolttlsch« Erziehung der deutschen Fu-
Deutschland sei. Vie» scheine ihm die größte Unverschämtheit zu sein, die sich die An- gehörigen eine» Staate, gegenüber einem anderen fteundlichen Staate erlauben könnten. Auch der Arbeiterabgeordnete Cotf » verurteilte die Londoner Gerichtskomödie. Er betrachte Deutschland zwar nicht al» einen freundlichen Staat, aber man müsse gegen den Mißbrauch England» für eine sogen. „Untersuchung" protestieren, die die Entscheidung eine» an»län- dischcn Gerichtshofes oorwegnehmen und beeinflusien wolle.
Sodann sagte Ehamderlain, man dürfe die Völkerbundssatzung nicht für sakrosankt halten. Doch dürfe die Regierung an keiner Abänderung der Völkerbundssatzung tellnehmen, die nicht den Zweck verfolge, den Völkerbund stärker zu machen. Auch der Vertrag von Versailles fei „keineswegs ein Werk übermenschlicher Weisheit". Aber die rcoi- fionistischen Möchte dürften nicht versuchen, die Gesamtlage Umzusturzen. Es müsse zu einem Kompromiß kommen, das die Frage erledigen müsse und nicht den Beginn einer neuen Kampagne bedeuten Dürfe. Zum Schluß nannte Austen Chamberlain die Rede de» deutschen Reichskanzlers zur Außenpolitik eine vollkommen aufrichtige Erklärung. Aber wenn das die Politik Deutschland» sei und nicht allein die Politik de» Reichskanzlers, was bedeute bann die ganze deutsche Propaganda? — Mit der Rede Chamberlains wurde die Debatte beendet.
London, 22. Dez. (WTB. Funkspruch.) Wenn gestern im Unterhaus der Regierung von ihren Kritikern der Vorwurf gemacht wurde, daß an ihrer Abrüstungspolitik die notwendige Klarheit vermißt werde, so schließt sich die „I i m e s" in ihrem heutigen Artikel über öle Rede von Sir Föhn Simon dieser Kritik an. Nur in einem ober zwei Punkten habe bie gestrige Rebe be» Außenministers eine gewisse Klärung gebracht Wenn sich ber Reichs- kanzler burch seine Unterschrift feierlich zu oerpslich- ten bereit fei, baß Deutschland während ber näch- chen zehn Fahre seinen Nachbarn gegenüber barauf verzichtet, sich ber Gewalt zu bebienen, fo sei babei für Europa alle» zu gewinnen unb nichts zu verlieren. C9erabe beshalb fei es einigermaßen bedauerlich, baß weber Frankreich noch Polen mit bleiern beutfchen Angebot f i ch ernstlich beschäftigt hätten. Der Reichskanzler habe (ebenfalls burdjaus praktische Vorschläge zur Wiederher st ellung des Vertrauens gemacht. Fn Paris bestehe offenbar bie Tenbenz, eine Rüstungsverminberung von weiteren Friebensgarantien ber britischen Regierung abhängig zu machen. Es mache sich gegenwärtig in ber Welt eine ziemlich starke Neigung bemerkbar, ben Kelloggpakt, ber universellen Charakter habe, zur Grundlage eine» Friedenssystem» zu machen anstatt ber Völker- bunbssatzung. Dies sei barauf zurückzuführen, daß bereits f o viele Großmächte ben Sel
ber Verhanblungen Auftanbegefom- mener griebe treten. Nach allen früheren Ärie- 8en, ja nach bem napoleonischen Krieg, nach bem rimkrieg unb nach bem ftanzösisch-beutschen Kriege haben Vertreter ber besiegten ßänber mit am Ti s cd ber F r i e b « n » k o n s e r e n z gesessen unb yaben ben zu schasfenben Friebens- vertrag mit ben Siegern burchoerhanbelt. Warum ist benen, bie ben letzten Krieg verloren hatten, bieses Recht verweigert worben? In ber gestrigen Debatte hat auch Sir Austen Chamberlain anerkannt, baß eine Revision ber Frie- bensoerträge mit gewissen Einschränkungen als wünschenswert bezeichnet werben müsse. Er hat nur einen Vorbehalt gemacht, er hat erklärt, bie Mächte, bie für eine Revision ber Verträge pläbierten, bürsten babei nicht ben Versuch machen, bie tatsächliche Lage förmlich auf den Kopf zu stellen. Mit diesem Vorbehalt könne jeder vernünftige Anhänger ber Re- oifion einoerftanben fein.
Berlin, 21. Dez. (CNB.) Zu ben Erklärungen des englischen Staatssekretärs bes Aeußern Sir Föhn Simon, bie bisher nur in Presseauszügen vorliegen, war eine Stellungnahme ber beutschen Regierung wegen ber Kürze Der Zeit noch nicht zu erlangen. Man ist inbessen ber Ansicht, baß bie Erklärungen Simon» bas Bestreben zeigen, alles zu vermeiden, was als eine Festlegung ber britischen Regierung auf ben einen ober anberen Standpunkt ausgelegt werden könnte. Andererseits zeigen lie aber das Bemühen, trotz ber vorhanbe- nen Schwierigkeiten eine oofitioe Lösung zu finben. Die englische Regierung will sich offenbar über bie Auswirkung sowohl ber rüstunas- wie ber ficherheitspolitischen Fragen volle Klarheit verschaffen. Diesem Ziele werben bie Besprechungen Simons mit ber französischen unb italienischen Re- gierung sowie bie Unterhaltungen bes englischen Botschafters in Berlin bienen.
Der „Völkische Beobachter" schreibt, es sei bereit» erwiesen, baß Frankreich f ein 3nter - ess« an ber von ber R e i ch s r e g i e r u n g geforberten Abrüstung auf ben Status von Versailles habe. (Eine Forberung nach einem 300 000-Mann-Heer mit normaler Bewaffnung sei {ebenfalls als bescheiben anzusehen. Deutschlanb oer- lange nur die Sicherheit, die auch andere Staaten für sich in Anspruch nehmen. Der ®." berechnet sodann, daß die Kriegsstarke ber Heere Frankreich», Polens, der Tschechoslowakei Rumänien», Südslawiens 13 250 000 Mann betrage Kein Staat könne sich also burch bie deutsche For- benmg bedroht fühlen. Deutschland habe sein Kriegsmaterial zerstört, seine Kriegsflugzeuge vernichtet, seine schwere Artillerie verschrottet. Demgegenüber habe Frankreich die modern ft e unb größte geftungsanlage, bie bie Welt je ge- selten habe. Dalabier habe selbst in einer beruht- genden Erklärung bas zugegeben. Deutschlanb habe auch seinen guten Willen in mehreren Angeboten Zum Abschluß von Nichtangriffspakten bewiesen. Fetzt habe Frankreich da» Wort. 'Wenn Frankreich nicht hanbeln, lonbcrn mit neuen 13er- [djleppungjmanöoem Zeit gewinnen wolle dann werbe seine moralische Position hoffnungslos sein.
Die „D A Z." jagt, baß Simon bei allem Be- streben, eine Festlegung zu oermeiben, boch auf eine positive Losung be» Abrusiungsprobleins hinfteucre. Au» bem deutschen Verzicht auf schwere Angrissswafsen folge natürlich nicht, daß Deutschland aufeben wolle, wie die anderen Machte ungestört weiter aufrüsten. Die deutsche Fnitiatio« gebe vor allem dabin, einen We^ zu finden der wirklich zu einer Abrüstung aller «Staaten, also auch zu einer effektiven Abrüstung ber bodjgerüfte- ten Staaten führen könnte Ein Abhanbeln von den deutschen Forderungen sei unter keinen Umständen möglich. Daß eine» Tage» wieder Gens an die Stelle ber bireften Gespräche treten könnte, müsse abgelehnt werben: auch für Konferenzen außerhalb (Benfe sei bie Dorbebingung: Sicherung der völligen Gleichberechtigung.
Auch bie „Deutsche Zeitung" bebt hervor, «• müsse immer von neuem wiederholt werden, daß Deutschland sich nicht daraus vorder nten n.nlh, irgend jemand anzugreiscn. sondern baß e» nur al» gleichberechtigte» Volk in Europa
Berlin, 21. Dez. (END.) Hitler» Kriegskame- rab 3 g n a a Westenkirchner, der in Amerika arbeitslos wurde unb bem ber Kanzler die Mittel zur Rückreise nach Deutschland überfanbte, befindet tich mit bem Dampfer „Hamburg" auf der Heim- fahrt. Einem Korrespondenten faate Westenkirchner: Adolf Hitler bat uns bewiesen, daß er heute noch bas ist, was er stets im Felde war: ein guter Kamerad, der wie fein anderer zur Hilfe bereit ist. 1914 sind Adolf Hitler und ich mit dem gleichen Regiment ausgerückt und al» Melde- g ä n ger haben mir Freud und Leid miteinander geteitt. Hitler und ich wurden am 14. Oktober 1918 gemeinsam gasoergiftet. Oft habe ich Httler im Feuer beobachtet, denn ost haben wir im Dreck zusammenaelegen. Adolf Httler kannte keine Furcht. Er war immer da, wenn es galt, als Meldegänger besonders schwere Aufträge auszuführen. Er teilte und entbehrte mit


