Belgischer Sieg im Berliner Sechstage rennen.
Am Dienstag um 24 Uhr wurde das 29. Berliner Sechstagerennen im Berliner Sportpalast entschieden. Nach einer besonders ereignisreichen letzten Stunde endete das Rennen mit einem Siege der Belgier Buyffe-Deneef, die mit 280 Punkten und Rundenvorsprung gewannen. Eine Runde zurück folgte das deutsch-belgische Paar Tietz- Charlier (441 Punkte) und das deutsche Paar Schön-Goebel (377 Punkte). Der Rest des zehnköpfigen Feldes lag bis acht Runden zurück. Die Fahrer haben in diesem Rennen 3524,16 Kilometer zurückgelegt.
Kurze Sportnotizen.
180 Franzosen sollen nach einem Beschluß des Französischen Olympischen Komitees an den Olympischen Spielen 1936 in Berlin teilnehmen. Für die Expedition wird eine Summe von 1900 000 Francs veranschlagt.
Der Deutsche Olympische Ausschuß hat an die amerikanischen Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees ein Telegramm gerichtet und versichert, daß an der deutschen Stel- ungnahme in Wien bezüglich der Teilnahme beut- che Juden an den Olympische» Spielen bisher nichts geändert worden sei. Veranlaßt wurde dieses Telegramm durch den Beschluß der Amerikanischen Ama- teur-Athletlk-Union, wegen des Boykott der judi- schen Sportler in Deutschland, den Olympischen Spielen 1936 in Berlin fernzubleiben.
hat er aus st a a t s - und bevölkerungspolitischen Gründen den in Frage kommenden Ledigen aufgegeben, die Gründe, die einer Verheiratung entgegenstehen, mitzuteilen bzw. der Frage einer Heirat ernsthaft näherzu t r e t e n , da die Innehaltung von Arbeitsplätzen durch Ledige Verheirateten und Familienvätern die Existenzgrundlage verschlechtert.
Buntes Alterte».
aus. Die Darsteller (SA. und BdM.) fügten sich geschickt in ihre Rollen und ernteten dankbaren Beifall.
1600 Sranffurter Junggesellen sollen heiraten.
WSN. Frankfurta M., 21. Nov. Die Magi- Itrats-Pressestelle teilt mit: Nachdem der Herr Oberbürgermeister festgestellt hat, daß in der Stadt- Verwaltung noch 1 60 0 ledige Personen als Beamte, Anaestellte und Arbeiter be äftiat sind.
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preutzen.
Kreis Marburg.
< Fronhausen (Lahn), 21. Nov. Dieser Tage veranstaltete der Sturm 15/311 im Saale der Gastwirtschaft Metz einen Kameradschafts- abend, der auch von der Einwohnerschaft des Dorfes sehr stark besucht war. Nach derEinbringung der Sturmsahne eröffnete Sturmführer Rappolt- Bellnhausen den Abend. Ein Redner der Jäger- standorte 11 sprach bann über bie Vergangenheit und Zukunft ber SA. im Staate. Einige Theater- stücke, bie großen Anklang fanben, füllten ben Abenb
Aus den Anfängen der Photographie.
Der Mensch gewöhnt sich rasch an bas Gute, unb Erfinbungen, bie eine noch nicht ferne Vergangenheit für ungeheuerlich hielt, werben uns schnell zur Alltäglichkeit. So ist es auch mit ber Photographie, bie in ihren Anfängen vor 100 Jahren bem größten Mißtrauen begegnete, wie aus einem Auf- atz von E. Rebske'in ber Frankfurter Wochen- chrift „Die Umschau" hervorgeht. Als bie Kunbe von ber Ersinbung nach Deutschland kam, schrieb z. B. ein leibenschastlicher Gegner ber neuen Er- finbung: „Flüchtige Spiegelbilder festhalten zu wollen, bies ist nicht bloß ein Ding ber Unmöglichkeit,
wie sich nach gründlicher deutscher Untersuchung herausgestellt hat, sondern schon der Wunsch, dies zu wollen, ist eine Gotteslästerung. Der Mensch »st nach bem Ebenbilbe Gottes geschaffen unb Gottes Bild kann durch keine menschliche Maschine feftge- halten werden . . . Man muh 'ich doch flar machen, wie unchristlich und heillos eitel die Menschheit erst werden wird, wenn sich jeder für seine Goldbatzen sein Spiegelbild dutzendweise anfertigen lassen kann. Es wird eine Massenkrankheit von Eitelkeitswütiaen ausbrechen, denn wenn sich jedes Gesicht billig dutzendweise verschenken und bewundern laßt, so macht bas bie Menschen gottlos, oberflächlich unb eitel. Unb wenn jener Musje Daguerre in Paris bunbertmal behauptet, mit feiner Maschine menschliche Spiegelbilber auf Silberplatten festhalten zu können, so ist bies bunbertmal eine infame Lüge zu nennen, unb es nicht wert, daß sich deutsche gediegene Meister der Optik von dieser frechen Behauptung betören lassen." Tatsächlich waren die deutschen Optiker gegen diesen „Pariser Schwindel" sehr ablehnend, und'es bedurfte ber ganzen Zähigkeit unb Lebenskraft einiger Pioniere, um sich mit biefer neuen Ersinbung durchzusetzen. Ein solcher beutscher Pionier ber Photographie, war ber Vater bcs Dichters Max Dauthenbey, unb biefer hat ben Kampf seines Vaters in einem hübschen Buch geschilbert. Dauthenbey, ber in einem Leipziger Optikerlaben angestellt war, erwarb sich einen solchen Apparat, von bem alle anberen nichts wissen wollten, für 300 Taler, bie er von einem Onkel, einem Kammerherrn am Hofe in Dessau, geliehen hatte. Seine Versuche, Silber auf bie Silberplatten zu bringen, gelangen zunächst nicht, obwohl seine Objekte ftunbenlang in ber prallen Sonne saßen. Ganz ßinbenau, wo er biefe Versuche in einem Garten oornahm, ftanb barüber sozusagen „Stopf". Die Kinber, bie burch ben Zaun zusahen, hielten sich die Ohren zu, weil sie fürchteten, bas unheimliche Instrument, bas mit seinem Messingrohr wie eine Kanone aussah, könne plötzlich losgehen Man munkelte, batz Dauthenbey aus Sonnenlicht Golb machen wolle, unb ein Lahmer meinte, baß es ein Bestrahlungsgerät fei, mit bem man Kranke heilen könne. Aber schließlich zeigte sich auf ber Platte boch ein Bilb, unb 1842 stellte Dauthenbey auf ber Leip- zager Fühjahrsmesse zum ersten Mal eine ganze Anzahl Photographien aus. Mit einem Empfeh- । lungsschreiden des Dessauer Herzogs, ben er aufge
nommen hatte, reifte er nach Petersburg, unb ob- I wohl er zunächst nicht vorgelaffen würbe, weil er
dem Sekretär des Zaren, General Chambeay, fehtf Schmiergelder zugesteckt hatte, machte er sich boch allmählich bekannt, mußte ben ganzen Hof photographieren unb halte bann soviel Zuspruch, baß bie Polizei sechs Wochen lang ben Straßenverkehr zu fNncm Hause regeln mußte Die Silber der Hofgesellschaft, bie bem Kaiser überreicht werden sollten, wurden von 20 jungen Malern farbig übermalt! So gelang es allmählich, die Vorurteile zu überwinden, di^sich zuerst der Photographie entgegenstellten.
Kamps zwischenHabichtundSchitdkröte
Ein seltsamer Zweikampf zwischen zwei höchst ungleichen Tieren wurde von Direktor William Corr im Bären-Gebirge beobachtet. Die beiden ungleichen Gegner waren ein amerikanischer Habicht, eines ber schnellsten Geschöpfe, und eine Land- Schildkröte, eines der langsamsten. Als (Tarr mit seinem Wagen auf einer Wochenend-Tour war, wurde feine Aufmerksamkeit auf ein heftiges Flü- gelschlagen dicht auf dem Soden gelenkt. Als er die merkwürdige Erscheinung näher untersuchte, sand er, daß ber linke Fuß bcs Habichts sich in bem Kanzcr der Schildkröte verfangen hatte, und er trotz aller verzweifelten Semühungen nicht loskommen konnte. Der Habicht versuchte, sich durch gewaltige Flügelschläge vom Boden zu erheben unb die Schildkröte mit emporzuziehen, aber diese hielt sich mit aller Macht am Boden fest. Carr gelang es, nach längeren Bemühungen, den Vogel zu befreien, und der Habicht flatterte mit blutender Kralle auf den nächsten Baum. Es ist schwer zu sagen, wer über diesen Kampf am meisten erschrocken war, der Habicht ober bie Schilbkröte. Rach ber Erklärung Carrs war ber Vogel in bem warmen Sonnenschein langsam über ben Boden gestreift unb babei, burch Zufall ober durch Laune, gegen den gelbschwarzen Kopf der Schildkröte gestoßen, wofür er schwer büßen mußte, denn bie Schildkröte hielt ihn mit eisernem Griff gefangen.
Sprctlnlundcn ver Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bl* 17 Uhr. Samsta, nachmittag qefdiloffen
Sodener
be; HUSTEN. ERKALTUNG
Bctr.: Xie Durchführung des Gesetzes über die Einziehung ftaato- und Volksfeind- liehen Vermögens.
Bekanntmachung.
Auf Grund des Gesetzes über die Einziehung kommunistischen Vermögens vom 26. Mai 1933 (RGBl. I S. 293) in Ser- binbung mit dem Gesetz über die Einziehung Volks- und staatsfeindlichen Vermögens vom 14. Juli 1933 (RGBl. I S. 479) und der Hess. Ausfülirungsverordnung hierzu vom 8. September 1933 wird hierdurch das Vermögen der nachstehenden Vereine und Crganifationen zugunsten des Landes Hessen eingezogen:
1. Kommunistische Partei Deutschlands, Ortsgruppe Gießen.
2. Sozialdemokratische Partei Deutschlands, Ortsgruppe Gießen.
3. Oberhessische Volkszeitung in Gießen (Firma Hermann Neumann & Co.).
4. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Ortsgruppe Gießen.
5. Eiserne Front, Ortsgruppe Gießen.
6. Kainpfbund gegen den Faschismus, Ortsgruppe Gießen.
7. Kommunist. Jugendverband Deutschlands, Ortsgruppe Gießen.
8. Verband Roter Pioniere, Ortsgruppe Gießen.
9. NevolutionäreGewerkschaftsopposttron, Ortsgruppe Gießen.
10. Rote Hilfe Deutschlands, Ortsgruppe
11. Internationale Arbeiterhilfe, Ortsgruppe Gießen.
12. Verband proletarischer Freidenker Deutschlands, Ortsgruppe Gießen.
13. Internationaler Bund der Opfer des Krieges und der Arbeit, Ortsgr. Gießen.
14. Roter Frontkämpferbund, Ortsgruppe Gießen.
15. Sozialistische Arbeiterjugend, Ortsgr. (hießen.
16. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, Ortsgruppe Gießen.
17. Deutscher Arbeiter-Schachbund, Ortsgruppe Gießen. *
18. Arbeiter-Gesangverein „Eintracht", Gießen.
19. Arbeiterwohlfahrt, Gießen.
20. SPD.-Frauenschaft, Gießen.
21. Touristenverein „Die Naturfreunde", (hießen.
22. Arbeiter-Radfahrerverein „Solidarität", Gießen.
23. Arbeiter-Tur» und Sportklub, Gießen. 24. Arbeiter-Turnverein, Gießen.
25. Freie Tennisvereinigung c. B., Gießen. 26. Arbeiter-Sportkartcll, (hießen.
27. „ Sturmvvgel"-Flugverband der Werktätigen, Gießen.
28. Bund der internationalen Bibelforscher, Ortsgruppe Gießen.
29. Schützenverein „Republik", Gießen. 30. SPD.-Kulturkartell, Gießen.
Alle»» Personen, welche Bestandteile des eingezogenen Vermögens im Besitz haben oder zu dieser Vermögensmasse etwas schulden, wird aufgegeben, an die bisherigen Rechtsträger nichts meljr zu verabfolgen ober zu leisten. Etwa an beweglichen Sachen und Rechten bestehende Rechte sind mit der Einziehung erloschen. Gläubiger, die auf Grund solcher Rechte eingezogene bewegliche Sachen oder Urkunden über eingezogene Rechte im Besitz haben, sind verpflichtet, dies unverzüglich an die Hessische Polizeidirektivn Gießen — Staats- Polizeistelle — abzuliefern und werden aufgefordert, ihrer Ablieferungspflicht alsbald zu entsprechen. m
An Schuldner der früheren Rechtsträger ergeht die Anssordernng, bis Ende dieses Monats die hiermit eingezogenen Forde- rungen vorgenannter Organisationen an die Hessische Polizeidirektion Gießen — Staatspolizeistelle — zu zahlen.
Gießen, den 20. November 1933.
Hessische Polizeidirektion vsicßen LtaatopolizeistcUe.
gez. Jost.
Amtliche Bekanntmachungen des Kreisamts Gießen.
Auf Grund des Gesetzes über die Einziehung kommunistischen Vermögens vom 26. Mai 1933 in Verbindung mit dem Gesetz über die Einziehung Volks- und staatsfeindlichen Vermögens vom 14. Juli 1933 und ber Hessischen Ausführungsvcr- orbnung hierzu vom 8. September 1933 wirb hierdurch das Vermögen der nachgenannten Vereine und Organisationen zugunsten des Landes Hessen eingezogen:
Sozialdemokratische Partei:
Allendorf (Lumda), Beuern, Burkhardsfelden, Daubringen, Garbenteich, Großen- Buseck, Harbach, Hattenrod, Heuchelheim, Hungen, Kesselbach, Lauter, Leihgestern, Lollar, Londorf, Lumda, Mainzlar, Münster, Odenhausen, Oppenrod, Rcinhards- hain, Reiskirchen, Rödgen, Rüddingshau- sen, Saasen, Stangenrod, Staufenberg, Trais-Horloff, Treis an ber Lumda, Trohe, Watzenborn-Steinberg, Wieseck.
Reichsbanner:
Lich, Lollar, Hungen, Trais-Horloff, Obbornhofen.
Arbeiter-Turn- u. Sportvereine:
Allendorf (Lahn), Annerod, Alten- Buscck, Beuern, „Frischauf" Burkhards- seiden, „Vorwärts" Daubringen, Grohen- Buseck, Großen-Linden, Grünberg, Heuchelheim, „Frei Heil" Hungen, Klein- Linden, Lang-Göns, Lich, Lindenstruth, Lollar, Londorf, „Sportvereinigung" Oden- hausen, „Frei Heil" Oppenrod, Staufenberg, Treis an ber Lumba, Watzenborn- Steinberg, Wieseck.
Schwimmverein:
„Neptun" Nieder-Bessingen.
Arbeiter-Rabsahrvereine:
Trais-Horloff, 1926 „Frischauf" Großen- Linben.
Arbeiter-Gesangvereine:
„Sängervercinigung" Allendorf an der Lumda, „Germania" Altcn-Buseck, Bersrod, „Bruderkettc" Beuern, „Liederblüte" Burkhardsfelden, „Sängerlust" Daubringen, „Liedcrblüte" Garbenteich, „Eintracht" (hroßen-Buseck, „Einigkeit" Hungen, „Union" Londorf, „Vorwärts" Lollar, „Einigkeit" Lich, „Harmonie" Leihgestern, „Hoffnung" Mainzlar, „Einigkeit" Reis- kirchcn, „Konkordia 1907" Rüddingshau- sen, „Sängcrkranz" Saasen, „Männerchor" Staufenberg, „Hoffnung" Treis an der Lumda, „Eintracht" Trohe, „Harmonie" Watzenborn-Steinberg, „Sängerkranz" Wieseck.
Allen Personen, die Bestandteile des eingezogenen Vermögens vorgenannter Vereine und Organisationen im Besitz haben ober zu dieser Vermögensmasse etwas schulden, wird aufgegeben, an ben bisherigen Rechtsträger nichts mehr zu verabfolgen oder zu leisten.
An die Schuldner der früheren Rechts- träger ergeht die Aufforderung, innerhalb zweier Wochen die hiermit eingezogenen Forderungen vorgenannter Organisationen an die Kreiskasse Gießen, Landgraf-Phi- lipp-Plap 3, zu zahlen.
Rechte an beweglichen Sachen (z. B. Pfandrechte, Nießbrauch) sind nach § 3, Satz 1 des Gesetzes vom 26. Mai 1933 mit der Einziehung erloschen. Gläubiger, die auf Grund solcher Reckte eingezogene bewegliche Sachen ober Urkunden über eingezogene Reckte im Besitz haben, sind verpflichtet, sie unverzüglich an daS Kreis- amt Gießen abzuliefern.
Gemietete, gepachtete ober unter Eigentumsvorbehalt ftehenbe Sachen unterliegen nach § 2 des Gesetzes vom 26. Mai 1933 grunbsätzlich der Einziehung nicht, eS sei beim, baß ber Vermieter (Vcrvächker ober Lieferant) mit bet Hingabe ber Sacken eine Förderung marxistischer ober sonst bie Volks- ober staatsfeindlichen Bestrebungen beabsichtigt hat. Personen, die hierdurch Rechte geltend zu macken haben, werben aufgefordert, diese innerhalb eines Monats
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bei dem Kreisamt Gießen zur Vermeidung der Ausschließung des Rechts anzumelden.
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Die Tatsache, daß die neueste Statistik über Unfälle an bewachten und unbewachten Bahnübergängen bei Haupt- und Nebenbahnen wieder ganz unverhältnis- mäßig hohe Zahlen aufweist, unb daß diese Unfälle überwiegend auf zu rasches Fahren oder auf grobe Unachtsamkeit von Straft- fahrzcugführern rurückzuführen sind, gibt dem KreiSamt Veranlassung, die Führer von Kraftfahrzeugen erneut auf die großen Gefahren beim Ueberfahren unbewachter als^ouch bewachter Bahnübergänge hin-
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