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22.11.1933 Zweites Blatt
 
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Mittwoch, 22. November 1955

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Nr. 274 Zweites Blatt

Aus der Provinzialhauptstadt

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Blick auf die Baustelle der ersten Reichsautostratze im Walde zwischen Darmstadt und Frankfurt a. M.

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auiwachende lach ad' und jubelbereitc Stadtmäd-

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sein gesundes Aussehen gepriesen. Bald werde es wie ein Dorfkind stark und übermütig sein!

Am nächsten und übernächsten Tage belauschte 'ch wieder den Besuch der Schlange. Es wiederholte sich stets Begrüßung und das selige gewährende Kopfnicken der kleinen Spenderin.

Eines Nachts weckte mich die Mutter. Ich müsse den Arzt holen, die kleine Ida habe das hohe Fie­ber. Ich holte den Arzt, der das rasende Fieber der Tuberkulosekonstatierte". Es gäbe da wohl keine Hilfe und Rettung mehr. Ich telegraphierte am Morgen der Mutter der Todkranken. Als die Verwandte am Abend eintraf, war die kleine Ida schon gestorben. Ich hatte mich während des Tages wieder auf meinen Lauscherposten hinter dem Nutz­baum gestellt. Es war auch die Schlange wieder gekommen, hatte aber vergeblich nach der kleinen Milchqeberin gespäht. Als sie mich entdeckte, schoß sie wie ein Pfeil in das hohe Gras zurück und entfloh. , _ .

Wir begruben das Stadtkind aiif unserem Dors­friedhofe. Wir trösteten die Mutter, gönnten cs ihr, die Schmerzenstage in unserem Hause zu verbrin­gen, bis sie wieder in die große, ferne, arbeitsge­triebene Stadt fahren mutzte.

So oft ich mich auf die Lauer legte, den gefüll­ten Milchnapf in das Gras stellte die «chlange kam niemals wieder in unseren Garten

Frankfurt a. M., 20. Nov. (WSN.) Zahlreiche in- und ausländische Pressevertreter waren heute einer Einladung des Generalinspektors für das deutsche Straßenbahnwesen Dr. Todt gefolgt, um sich von dem Fortschritt der Bauten an der e r st e n Reichsautobahn Frankfurt a. M. Mannheim zu überzeugen. Reichskanzler Adolf Hitler hat bekanntlich am 23. September den ersten Spatenstich zur Eröffnung dieses Werkes

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iftn und hatte das Gesicht in seiner Sehn-

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Zeitschriften.

Der Kampfbund für deutsche Kultur in der Westmark bringt seit kurzem eine Monatsschrift heraus, die sich vorwiegend die Zusammenfassung der gesamten kulturellen Kräfte des deutschen Westens zur Ausgabe gemacht bat:Die W e ft - mar k", Monatsschrift des Volksbildungsverbandes Pfalz/Saar: Schriftleiter: Kurt Kölsch: NSZ.- Verlag Neustadt an der Haardt. Das uns vor­liegende November-Heft untersucht die schöpferischen Kräfte der heimatlichen Landschaften an lebendigen Beispielen aus dem Umkreis des Dramas, der Musik und des Films. Die Verbindung von großer Tradition mit den jungen Kräften des neuen Reiches kommt in der Zusammensetzung dieses Hef- tes überzeugend zum Ausdruck. Neben dem schönen BeitragDeutsche Jugend in Bayreuth" der Dich­terin Lina Staab stehen Auszüge aus Rudolf G. Bindings demnächst erscheinenden neuen Buche über den Bildhauer Georg Kolbe: neben einem Aufsatz über Stefan George von Teut Ansolt findet man Proben aus einem pfälzischen Seperatisten- dramaBrand im Haus" von Karl Baumbauer. Wilhelm Michels Leitaufsatz über die einheitliche Kultur der Westntark gibt den Bestrebungen der neuen Zeitschrift zusammenfassend Ausdruck. Es ist zu wünschen, daß diese Monatshefte über die Gren­zen der Rheinpfalz hinaus in breiten Schichten des Volkes Eingang finden.

Strategie und Schach.

Man hat in demköniglichen Spiel" früher nicht nur ein Sinnbild der Welt, sondern auch em stra­tegisches Lehrmittel gesehen, da ja auf dem Schach­brett ebenso Heere geschlagen werden wie auf dem Schlachtfeld. Deshalb hat man großen Heerführern eine besondere Schachbegabung zugeschrieben, unter anderem auch Napoleon, von dem seine Bewunderer behaupteten, er könne mit seinen Läufern und Bauern ebenso geschickt manöoericren rote mit seinen Armeen. Als aber kürzlich nach einem Schachturnier der Sieger zumNapoleon des mo­dernen Schach" gekrönt wurde, hat em Geschichts­schreiber der Napoleonischen Zeit die Berechtigung dieses Titels näher untersucht und wieder einmal eine Legende zerstört, indem er nachwies, daß der Kaiser ein sehr schlechter Schachspieler war. Neben anderen Beweisen führt er dafür eine Stelle aus demMemorial de Sainte H616ne" an, die von dem treuen Chronisten der letzten Jahre Napo^ons, dem Grafen de Las Cafes, herrührt:Der Kaiser hatte den Kreis seiner Unterhaltungen durch häufige Partieen Schach erweitert. Keiner der Anwesenden war in diesem Spiel stark, aber der Kaiser war

ten für Verkehrswesen Dr. Küke betont, der die Grüße des Ministers überbrachte und eingehend die volkswirtschaftliche Bedeutung des Unternehmens würdigte.

An die Begrüßungsansprachen schloß sich eine etwa sechs ' Stunden dauernde Besichtigung der Baustrecke Da r m st a d tF r a n k f u r t a. M. an, die zu einem großen Teil zu Fuß zurückgelegt wurde und dadurch den Teilnehmern Gelegenheit bot, sich auf das eingehendste von den Fortschritten des Baues zu überzeugen. Den Teilnehmern boten sich auf der ganzen Strecke interessante Bilder.

In breiten Streifen sah man den Wald ab­geholzt und gerodet. Hunderte von Arbeitern standen an den Einschnitten beim Erdaushub, während lange Transportzüge das dort ge­wonnene material an die Dämme heranfuhren. Den größten Teil der Arbeiter sah man bei der herstelluna der Straßen- und Bahnbrücken beschäftigt.

Direktor P ü ck e l dem die oberste Bauleitung für die Strecke Frankfurt a. M Mannheim übertra­gen worden ist. war den Teilnehmern nicht nur ein sachverständiger, sondern auch in höchstem Maße unermüdlicher Betreuer. Er hob die Unterstützung hervor, die das ganze Werk in erster Linie durch Statthalter Sprenger, bann aber auch vom Hessischen und Badischen Ministerium sowie den Städten Frankfurt a M. Darmstadt Mannheim und Heidelberg gefunden habe Dankbar müsse man ebenfalls das Entgegenkommen d u rund 160 Wald- 1 besitzer beim Austausch der von ihnen benötigten

Das Mädchen Md die Schlange.

Eine (Mbiung non JR chard A l nne^

Wir hatten eine arme Stadtverwandte, die in bösen Nachkriegsjahren von der Mutter Mehl- und Butterpaketchen geschickt bekam. Eines Tages schrieb sie daß ihr fünfjähriges Töchterlein vom Arzte einen Landaufenthalt vorgefchrieben bekommen hätte, da die Luft der Großstadt der schwachen Lunge des Mädchens übelbringend geworden sei. Da entschloß fid) die Mutter, das Kind der armen Stadtverwandten zu sich zu nehmen. Und eines Tages im verblühenden Mai traf das Madel, be­gleitet von feiner Mutter, bei uns auf dem Dorfe ein. Die Mutter des Kindes mußte bald wieder in die Stadt fahren, um ihrem Berufe dort zu dienen. Aber die kleine Ida blieb bei uns. Wir wollten ihr nun alle Schönheiten des Landlebens herzgematz machen, sie in die Geheimnisse-des Stalles, einer Scheune einführen. Die Kranke ließ alle Liebesfulle auf ihr Herz wie Feuer prasseln, sie wurde nur im­mer noch stiller, wangenfahler, teilnahmsloser. Jetzt wendeten wir eine andere Führung an, wir ließen sie in Ruhe. Nun zeigte es sich, daß das Stadtkind bald zu einem leisen Leben erwachte. Es saß im Baumgarten im Schatten, spielte mit den Blumen, ließ den Schmetterling auf dem abgelegten Stroh­hut ruhen Es überließ sich wie mit glaszartem Herzen einer Übermächtig wuchernden und zur Reife jagenden Natur. Die Halmfelder streuten den Du t des blühenden Kornes in alle Hausgarten, Die blatt- vollen Apfelbäume hüteten schon Vogelnester, winzig grüne Aepflein lagen abgefallen auf dem dicken Rasen. Das Mädch i rührte auch ohne Verbot keine dieser grünen und rourmgetöteten Fruchtlein iinb die'bnerbeflogenen Iohannisstrauchbeeren on es kostete und nichts, ließ den Napf mit Milch unberührt auf dem Grase stehen. Meine Mut­ter schalt es wegen dieses ihr völlig unbegreiflichen Unhungers, sie lockt die Schwache mit goldgebacke­nen Krapfen, mit allen Kunstwerken einer dem gewaltigen Feuer dienenden Bauernkuche.

Eines Tages hörte ich die Mutter die kleine Ver­wandte loben. .

Bist ein braves Kind, weil du die Milch letzt so fleißig trinkst! Hast schon tue roten Wangen ge- trieat Bald wirst du ganz gesund, wann d 'mmer Die Milch so fleißig austrmkst, bis die Schussel den trockenen Boden kriegt!" ,, ,

Und wirklich, wie durch Wunderkraft gerettet er­blühte das Stadtmädchen zu einer lockend schonen Gesundheit. Ihre Wangen trugen die Purpurfleck- lein, ihre Augen schauten wie aus einem tiefen, fternegrünbigen Himmel. Wir freuten uns alle über

M me Mutter stellte einen immer größeren Napf mit Milch vor das in ihrem geliebten Baumgarten ruhende Mädchen Sie wunderte sich oft über die Trinkireude der fleimn Verwandten, die die gute Kuhmilch nun bis aufs letzte weiße Tröpflein aus der schussel leerte

Es war an einem der windgekuhlten Sommer­tage des späten Juni, als ich auf meinem Liege­stuhl hinter einem tischdicken Nußbaume in unse­rem Obstgarten lag. Ich fürchtete das Wogen des fonnegeilen Lichtes auf Straßen und Wegen, ich blieb'wie ein Tageskranker auf meinem Stuhle liegen. Der Schatten der Bäume war tief, fest und fast schwarz geworden, eine kleine Nacht barg sich da oben in dem Baumgezweige

Meine Mutter ging jetzt mit dem Schützlinge m den Garten, trug das Stühlchen in der einen, einen großen Napf Milch in der anderen Hand Ohne mich zu entdecken stellte die Mutter den Stuhl auf die andere Seite des Nußbaumes, sie lobte das Mädchen, sagte, es müsse auch heute wieder den ganzen Milchnapf leeren, um bald ganz gesund zu werden Die Mutter ging in das Haus zurück, ich spähte leise nach der kleinen Milchtrinkerin Das Mädchen saß auf dem Stuhle, die furche tagen in seinem Schoße wie zwei abgebrochene Rosemzroeig^ So hilflos und wehrlos habe ich nie noch eines Menschen Kind gesehen Die nackten Fuße watzten kaum den Rasen zu berühren, so wie d e Mut er die Verwandte auf den Stuhl gesetzt hatte, so in der gleichen Lage und derselben Haltung verharrte die kleine Gartenbesucherin.

Der große, irdene Milchnapf stand auf dem Ra­sen, randgefüllt mit dem weißen, duftenden Naß. Da raschelte etwas im Grase. Ich erschrak bis in die tiefste Seele. Eine wohl eiminbeinbalbmetc-lanqe Schlange zog sich burch ben Rasen, jetzt hatte sie ben Milchnaps erreicht, jetzt erhob sie sich m halber Leibeshöhe, ließ ihr Zünglein tanzen, pftff, l-eblich klang es, als möchte bas Tier bas Mabchen begrü­ßen, Und dies Stadtkind saß gleichmütig auf dem Stuhle ich sah, es lächelte und nickte mit dem Kopf der Schlange einen Gruß. Das hungrige Tier rrank schon die reine, heilige Milch, es trank, bis das letzte Tröpfeln aus dem Napfe schwand. Denn schlingelte es davon, es raschelte kaum, da der Wind oben im Laube zu nisten begonnen hatte.

Ich hielt mich ruhig, ganz gebannt. Wie lange? Wohl eine und wohl zwei Stunden lang. Das Rov- chen saß, das Silberlächeln der Gute und Liebe flog nicht mehr von seinen Lippen, wie ein Wolklem ruhte es auf dem Holzstuhle. Als die Mutter tarn,

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am schwächsten; er gewann gegen die Einen und verlor gegen die Anderen, und er erkannte selbst, daß diejenigen, die ihn geroinnen ließen, dies nur aus Ehrfurcht taten. Daher tagte er eines Abends mit verständnisvollen Augenzwinkern:Wie kommt es wohl, daß ich so oft gegen die verliere, die nie­mals gegen die gewinnen, die ich fast immer be­siege? Das scheint ein unauflöslicher Widerspruch. Aber ich glaube, bas Problem ließe sich boch lösen/

Parzellen anerkennen. Viel Aufmerksamkeit fanben bie Erklärungen Direktor Pückels über bas von ihm angewanbte Dichtungsverfahren für Die Dämme, das hier zum Teil zum erstenmal ange» roenbet wirb. Bei ber starken Beanspruchung Der Reichsautobahnen komme es befonbers barauf an, daß bie Decke eine unbebingte Festigkeit, einen unnachgiebigen Untergrunb finbe. Neben bem sonst üblichen Walzverfahren werbe beshalb tu erster Linie ein Stampfverfahren eingerichtet, bas bei einer 1,50 Meter hohen Dammschüttung eine Zu­sammenpressung bis zu 40 Zentimeter ermögliche.

Die Besichtigung enbete an ber Stelle, an ber Reichskanzler Aböls Hitler am 23. September ben ersten Spatenstich zum Bau ber Strecke Frank-

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träger unb 1500 Tonnen Bewehrungseisen benötigt. Um bie gesamten Erbmassen beim Bau ber 6000 Kilometer Reichsautobahnen zu bewegen, wäre um ein anschauliches Bilb Dr. Tobts zu gebrau­chen ein Zug nötig, bessen Länge zehnmal ben Erbumfang erreichen würbe.

Minister Dr. Goebbels hatte bas lebhafte Interesse seines Ministeriums an bem Bau ber Reichsautobahnen durch Entsendung des Referen-

SN-Bolkswohlfahrt Ortsgruppe Gießen Süd.

Die Ortsgruppe Gießen-Süd ber NSV. hält an folgenben Tagen Sprech st unben in Angelegen, heften bes Winterhilfswerkes:

Montags, Mittwochs unb Freitags von 17 bis 19 Uhr im Hotel H.opfelb, Eingang zum Saal Wetzlarer Weg.

Es ist völlig zwecklos, in ben Wohnungen irgend- welcher Amtswalter vorzusprechen. Auch das Em- reichen mehrerer Anträge von ein und öerfeloen Person oder Familie bedeutet unnutze Arbefts- belaftung und wird dem Antragsteller keinesfalls eine bevorzugte Erledigung seiner Sache -sichern.

Gleichzeitig bittet bie Ortsgruppe nochmals um leihweise Überlassung einer gebrauchten Schreib­maschine, sowie eines Schreibmaschinentisches nno eines Schrankes.

Heil Hitler!

gez.: Friebel, Ortsgruppenwalter.

Oer Straßenbahnbetneb zum Neuen Friedhof.

Anläßlich bes Totensonntags beginnt ber Stra- ßenbahnbetrieb zum Neuen Friedhof am Donners, tag und Freitag dieser Woche bereits »m 11 Uhr, am Samstag und Totensonntag um 9 Uhr. An bie|en Tagen verkehren bie Wagen zum Neuen Fnedhos bis zum Eintritt ber Dunkelheit.

Ab 1 Dezember wirb ber Straßenbahnverkehr nach bem Neuen Friebhof nur nach Bebarf (Beerbt- gungen) burchgeführt.

Pferdebesitzer und Tierfreunde.

Von Herrn Senator h. c. Wilhelm Tri - b u s in Gießen wirb uns ber nachstehende Brief, ben er an ben Ti erschutzv e r e i n in D a r m ft ab t gerichtet hat, zur Veröffent- lichung übermittelt, bamit auch bie Öffent­lichkeit von bem Vorschläge Kenntnis erhalt.

' D. Reb.

Als langjähriges Mitglieb bes Tierschutzvereins unb in meiner Eigenschaft als alter Pferbebesitzer unb ehemaliger Feld-Artillerist erlaube ich mir, auf folgendes aufmerksam zu machen:

Der achtsame Tierfreund sieht so häufig Pferde mit Augenverletzungen, die durch leichtsinniges Um­gehen mit der Peitsche entstanden sind Diese sehr schmerzhaften Verletzungen verursachen meist ein= eilige und mit ber Zeit boppelseftige Blinbheit. >ich habe vor Monaten burch die hiesige Presse die Tierhalter hierauf aufmerksam gemacht unb emp- fahlen, ben Fuhrleuten einzuschärfen, beim Gehen vor ober neben ben Pferden stets ben Peitscheu- riemen mit festzuhalten und bas unsinnige Knallen vor unb über ben Kopsen ber Pserbe zu unterlassen.

Ich mochte anregen, burch Gesetz die jetzt übltzhe Peitsche zu verbieten und nur Peitschen in (Bertfn- form wie sie der Sachkundige kennt zu er­lauben.

Auch bitte ich zu erwägen, Fahrschulen obligato­risch einzuführen und alle Fuhrleute einer Prüfung

Fettverbilligung für Kinderreiche.

Der Erlaß bes Reichsarbeitsministers vom 8. No­vember 1933 über ein weitherzigeres Verfahren bei ber Einbeziehung von Minberbemittelten m bie für die Fettoerbilligung in Betracht kommenben Kreise bekommt seine besonbere Bebeutung burch bie barm ausgesprochene Beoorrechtung ber Kinberreichen. Mit sofortiger Wirkung können nunmehr auch Familien mit drei und Witwen mit zwei Kindern in weiterem Umfange berücksichtigt werden, auch wenn es sich um Lohnempfänger handelt. Auch bei ben bem Mittel- ftanb zuzurechnenben Familien mit mäßigem Ein­kommen ist ber Anspruch auf bie Fettverbilligung m ber Regel zu bejahen. Die Reichsregierung legt auf chnellste Durchführung tiefer Maßnahmen beson- beren Wert.

Sitzung des provmzialausschuffes.

In ber Sitzung bes Provinzialausschusses vom vorigen Samstag würbe bie Klage bes Richarb Schmibt in Gießen gegen ben Befcheib bes Kreis­amts Gießen vom 2. Oktober 1933 wegen Versagung de-i Wanbergewerbescheines verhanbelt. Der Klage wurde stattgegeben und der nachgesuchte Wanber­gewerbeschein erteilt.

Ebenso würbe einer Klage bes Karl Fnebrich Heinrich Noll in Gießen gegen ben Bescheib bes Kreisamtes Gießen vom 16. Oktober 1933 wegen Versagung bes Wandergewerbescheines ftottgegeben unb ein solcher zum Handel mit Waren aus ber Blinbenanstalt Frankfurt a. M. erteilt.

NS-Lehrerbund, Gau Ausland

Oeffenlliche Versammlung auf ber Liebigshöhe.

Als Abschluß ber Sammeltätigkeit für bie in Not geratenen Ruhlanbdeutschen, an ber sich auch bie Landlehrer bes Kreises Gießen erfolgreich betei.igt haben, unb zugleich als Werbeversammlung für ben Gau Äuslanb bes NS.-Lehrerbunbes findet am kom­menden Samstag, 25. November, 15 U f) r auf ber Liebigshöhe in Gießen (Enb- punkt ber roten Straßenbahnlinie) ein Vortrag bes Wolgabeutfchen Privatbozenten Dr. Fritzlar überDeutsche ©rüber an ber Wolg a" statt. .....

teur-Athletik-Union, wegen bes Boykotts ber jubi« überNS-Lehrerbund unb Staat" (Be­richt über bie für die Entwicklung bes NSLB. hoch- bedeutsame ©auobieutetagung in Dortmund am 18. d.M ). j t ,

Alle Lehrer bes Kreises Gießen unb auch benach­barter Kreise find zu dieser Verlammlung herzlich eingeladen. Ebenso Gäste und Mitglied des VDA. Es werden bei dieser Gelegenheit auch die Beiträge der Förderermitalieder des (Baues Ausland im NS.- Lehrerbund erhoben. (2 Mark)

'Der Gauobmann: Dr. H e n ß.

Stahlhelm, BdT , Ortsgruppe Gießen

Der Stahlhelm, BdF., Ortsgruppe Gießen, hält heute, Mittwoch, 20 Uhr, im Cafö Leib, einen Orts- gruppen-Appell ab. Die bereits angenomme­nen Anwärter sind willkommen.

UK Glieds nu", d-xAK-"' oa Kalina.

Me Aeichsaulobahn Zrankfml-Mannheim

Besichtigung durch in- und ausländische Pressevertreter

fcocbfchulnodhricbten

Im Alter von 97 Jahren starb in Freiburg Wirklicher Geheimer Rat Professor Dr. Christian Bäumler, Ehrenbürger der Stadt Freiburg. Exzellenz Bäumler war lanqjäbriqer Leiter ber Medizinischen Universitätsklinik Freiburg unb ordentlicher Professor in der Medizinischen Fakultät der Freiburger Universität.

Der ordentliche Professor in ber Wirtschafts- unÄ Sozialwissenschoftlichen Fakultät der Universität Köln Dr Schmalenbach, ist auf lernen Antrag vom 1. Oktober 1933 ab von den amtlicher' Verpflichtungen entbunden worben.

surt a. M. Mannheim getan hat. Bon ber kleinen Erberhöhung, von ber bamals ber Führer ben histv' rischen Bau einleitete, ist so gut wie nichts mehl vorhanben.

Begeisterte Volksgenossen, bie er durch fein Werk wieder in Arbeit und Brot gebracht hat, haben dankbaren Herzens mit ihren Kindern die Erde als Erinnerung an den historifchen Tag mit­genommen.

Das von Dr. Todt auf den Führer ausgebracht» .Sieg-Heil!" fand bei den unter dem tiefen Eindruck Iber Besichtigung stehenben Teilnehmern ein begei­stertes Echo.

getan unb auch hier burch feine kraftvolle Energie bie Wiberstänbe überrounben, bie sich bem giganti­schen Plan bes Baues von 6000 Kilometer Reichs­autobahnen zunächst entgegengestellt hatten.

Treffpunkt ber Teilnehmer an ber Besichtigung war ber Darmftäbter Hauptbahnhof, wo Dr. Tobt ben mit Begleitung erschienenen Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger auf bas herzlichste begrüßte unb bann einen Üeberblicf über bas bisher Ge­schaffene gab. In ber kurzen Zeit von etwa acht Wochen, bie seit Beginn bes Baues verflossen find, fei von ungefähr 2 0 0 0 Arbeitern, bie aus den Kreisen der Erwerbslosen herausgeholt wurden, ein überwältigendes Stück Arbeit geleistet worden. Durch Einrichtung von Beleuchtungsanlagen auf der ganzen Baustrecke wird es ermöglicht, die Ar­beiter in zwei Schichten arbeiten zu lassen, wodurch die doppelte Zahl Arbeitskräfte beschäftigt werden kann

Vishcr feien etwa 17 000 Ar Waldfläche gerodet worden. Wenn man auch in Öen Vordergrund gestellt habe, Maschinenarbeit nach Möglichkeit zu vermeid-, n. so hätten doch auch zahlreiche 3n- dustrien^ute Beschäftigung an etwa 70 Linzel- bauroerten bei der Ueberbrückung von Jlüifen

Straßen und Eisenbahnen gefunden

Dr Todt gab auch hierbei interessantes statistisches Material bekannt Aus der nur 100 Kilometer lan­gen Baustrecke Frankfurt a. M Mannheim, auf ber 4 500 000 Kubikmeter Erbmassen bewegt werden müssen, würden 75 000 Kubikmeter Beton, 4000 Tonnen Eisenkonstruktionen, 2000 Tonnen Walz-