Für den Büchertisch.
Erdkunde und Rasst nvflege.
— Bon Deutschen Ahnen für Deutsche Enkel. Bon Prof. Dr. med. Kuhn und Dr. med. H. W. Kranz. Allgemeinverständliche Darstellung der Vererbungslehre, Rassenkunde und Rassenhygiene. Preis geh. 1 Mark, bei 10 Stuck und mehr je 80 Pfennig, bei 100 Stück und mehr je 70 Pfennig. 3. Q. Lehmanns Verlag, München. — (474) — Unter den mancherlei Schriften über Rassenkunde und Rassenpflege verdient dieses Büchlein besondere Hervorhebung um seines durchaus volkstümlichen und allgemeinverständlichen Tones willen, der es zur Einführung für jedermann, insbesondere für Schulen, Wehroerbände, Jugendoer- eine und die Parteiorganisation besonders geeignet erscheinen läßt. Es vermittelt in einfachster Form die für jedermann unbedingt nötigen Kenntnisse und macht jeden deutschen Volksgenossen mitverantwortlich am Schicksal seines Volkes und seiner Rasse. Hier ist es gelungen, die sehr schwierig aus- sehenden Bererbungsgesctze wirklich klar zu machen und die praktischen Folgerungen, die aus diesen Gesetzen entstanden, einleuchtend zu gestalten. Rassenkunde und Rassenpflege finden eingehende Darstellung. Die Forderungen sind maßvoll und so dargestellt, daß sich niemand ihnen entziehen kann. Eine klare und bestimmte Darstellung der Juden- frage, die in sehr einfachen politischen Grundsätzen ausmündet, bildet die Krönung des Buches, das jedermann auch seines sehr billigen Preises wegen warm empfohlen werden kann. — Die erste Auflage des Werkes ist bereits vergriffen; eine Neuauflage befindet sich, wie wir Horen,, in Borbereitung.
— Erdkunde, Rassenkunde, Rassenpflege. Leitfaden zum Selbstudium und für den Unterricht. Bon Dr. Bruno K. S ch u l tz. Mit 167 Abb. und 2 Karten. Preis geh. 2,20 Mark, Lwd. 3 Mark. 3. F. Lehmanns Derlag, München, 1933. (Der Berfasser ist Leiter der Abtlg. Rassenkunde am Rasse- und Siedlungsamt der SS.) — (477) — Das Buch hat eine Anzahl grundlegender Borzüge: Zunächst eine knappe Zusammenfassung der im Titel genannten Gebiete. Bielen Deutschen waren ja bisher weder Rassenpflege noch Vererbung be- könnt, geschweige denn die von den Marxisten aus guten Gründen bekämpfte Rassenkunde. Hier findet man alles Wissenswerte. Ein weiterer Vorteil ist, daß die Schrist sich als Einführungswerk vorzüglich eignet. Der nicht immer leichte Stoff ist klar und allgemeinverständlich dargestellt; wegen dieser seiner geschickten Darstellung wird es aber auch der Vorgeschrittene mit Genuß und Gewinn lesen und be- sonders der Lehrer wird es gern für den Unterricht benützen. Einen besonderen Reiz des Buches stellen die Bilder dar. Dem Verfasser stand das reiche Bild- material aus den Sammlungen des Anthropologischen 3nstituts in München zur Verfügung; so werden auch diejenigen, die schon die Werke von Günther und Elauß kennen, viel Neues und Unbekanntes sehen. Wenn wir noch auf den ungemein billigen Preis Hinweisen, so ist klar, daß hier ein Buch oorliegt, das sich heute überall schnell ein- führen wird. 3nsbesondere ist das Buch geeignet für Wehroerbände, 3ugendvereine und die Parteiorganisationen, so für SA.-Kurse, Arbeitsdienstlager und Führerkurse.
— „Unsere Familie", Buchausgabe der Mentor-Familientasel im Mentor-Verlag GmbH., Berlin-Schöneberg. Preis komplett in Ganzleinen (mit acht Urkundentaschen, acht Formblättern, Vordrucken für die ganze Familie, Ahnentafel) 3,50 Mk. — (436) — Familienforschung, Erblehre und Rassenkunde sind heute alltägliche Gesprächsstoffe ge- worden. Ein jeder möchte in die Vorgeschichte seiner Familie eindringen. Seitdem nämlich die Familienkunde Volkssache geworden ist, hat auch der deutsche Verlag entsprechend vorgearbeitet. Es gibt auf dem Büchermarkt eine Anzahl Werke, die für Laien bestimmt sind. Uns liegt die Buchausgabe der Men- tor-Familientafel aus dem Mentor-Verlag, Berlin- Schoneberg vor, für die die Sangenscheidtjche Verlagsbuchhandlung in Berlin-Schöneberg den Vertrieb übernommen hat. Die geschmackvolle Vereinigung eines Archivs mit einer Familienchronik enthält alles, was der Laie für die Familienforschung braucht. Eine ausführliche Anleitung, zahlreiche Formulare und alles Zubehör ermöglichen die Beantwortung jeder auftauchenden Frage. Alles ist auf Erleichterung der Arbeit zugeschmtten. Die in Familicnpapiercn notwendige Ordnung wird durch die zweckmäßige Einteilung des Buches geradezu erzwungen. Der hübsche Leinenband eignet sich besonders auch für Geschenkzwecke.
Aus fremden Dteraturen.
Thames Williamson: So spricht die Erde. Roman. 266 Seiten. E. P. Tal & Co., Verlag, Leipzig, Wien, 1933. — (501) — Dies ist der Roman eines Amerikaners. Er beschreibt die Geschichte dreier Eskimohirten in der Tundra: Schilderung einfacher Menschen und großer Natur. Mit herber Klarheit sind die Wildheit der arktischen Landfchaft und die Schauplätze — Tundra, Hütte und Jahrmarkt —, das Leben der Hirten, Jagd und Kampf dargestellt. Der Titel des Originals lautet: „The Earth told me". Die Uedersetzung besorgte R. C o p p i n g.
— Gunnar Gunnarson: Die goldene Gegenwart Zwei Erzählungen. („Die Kleine Bücherei", Band 25.) 3n Pappe acb. 0,80 Mk. Albert Lanaen/Georg Müller Verlag, München. 1934. — (483) — Der Isländer Gunnarson stellt in zwei Reiseerlebnissen, heiter und sonnig, die reine Lust in einem weltabgelegenen Bauernhof der Fragwürdigkeit eines kleinstädtisch-dänischen Vergnügungslokals gegenüber. Heiterkeit hier, Ironie dort, aber auch diese durch eines Dichters Kunst befreit vom Peinlichen.
— Sigrid Boo: Sogar in diesen Zeiten. Ein heiterer Roman. Aus dem Norwegischen von Ortrud F r e y e. Geheftet 2 Mk , Ganzleinen 3 Mk. Scherl-Verlag, Berlin. — (429) — Auch in Norwegen, wo diese Geschichte spielt, hat der Vater einer kinderreichen Familie schwer zu kämp- fen, wenn er lediglich aus sein „kleines aber festes" Gehalt angewiesen ist. Seine Frau muß sich Tag für Tag tüchtig abrarfern — die Kinder lernen schon zeitig den Ernst de» Lebens kennen. So schlägt man sich schlecht und recht durch» Dasein, katzbalgt sich mit Den Eltern, Brudern und Schwe- Hern, räsoniert über die schlechten Zeiten und baut Lustschlösser. Ein heiteres und doch besinnliches Buch.
— Barbra Ring: „D i e Tochter von Eldjarstad". Roman. Leinen 5 Mark. Verlag
Albert Langen Georg Müller, München. 1933 — 515) — Die bekannte norwegische Erzählerin childert den heldenmütigen Kampf eines wegen emer Häßlichkeit vereinsamten Mädchens um den Erbhof seiner Mutter; die Ehrfurcht und Treue schollenoerbundenen Bauerntums, des wahren Trägers volksgesundender Kräfte, seine Verbundenheit
mit Brauch, Sitte und Glaube der Vorfahren, all dies erhebt das Buch über Die Sphäre des ausschließlichen Frauenbuches hinaus — auch als solches mag es einen bevorzugten Platz auf dem Bücherbrette der deutschen Frau haben — in den Kreis der volksaufbauenden Dichtung.
Biographien und Briefe.
— Karoline von Humboldt. Das Lebensbild einer deutschen Frau. Aus ihren Briefen gestattet von Hermann Hettler. Leip- zig. Koehler & Amelong Verlag. Mit mehreren Bildtafeln, Ganzleinen 6,80 Mk. — (461) —Goethes Lebensspanne umfaßt das Zeitalter des klassischen deutschen Briefes, gehört doch des Dichters Mutter selbst zu den besten Briefschreiberinnen aller Zeiten. Bedauerlicherweise findet man Briefe, wie sie damals geschrieben wurden, heute äußerst selten — und wenn wir uns an solchen unmittelbarsten Zeugnissen des menschlichen Geistes und Herzens erfreuen wollen, dann müssen wir notgedrungen auf Briefe aus jener Zeit zurürfgreifen. Karoline von Humboldts Brautbriefe find eine besonders köstliche Gabe. Ein beflrirfenber Zauber liegt über diesen Bekenntnissen der liebenden Braut, der treuen Gattin und Kameradin, der sorgenden Mutter und Großmutter, der Beschützerin deutscher Künstler in Rom und Paris, der nächsten Freundin des Schil- lerschen Hauses, die am geistigen und künsllerischen Leben ihrer Zeit regen Anteil nimmt. Die wertvollen Vildbelgaben und die schöne Ausstattung machen das Buch zu einem sicher oielbegehrten Geschenk.
— Drei Brüder Carlowitz. Lebensbilder und Briefe aus dem Zeitalter der Romantik, der Freiheitskriege und der Verfassungskämpfe (1770 bis 1840). Von Otto Eduard Schmidt. 319 Seiten. Mit zahlreichen Abbildungen. Ganzleinen 6,80 Mk. Verlag Koehler 8t Amelang, Leipzig. — (462) — Im Zeitalter Fichtes und des Reichsfreiherrn vom Stein wirkten die drei Brüder aus dem alten fächfifchen Geschlecht derer von Carlowitz: Carl Adolf, Hans Georg und Anton. Dor allem steht un- erer Zeit Hans Georg mit feinen weitschauenden ortschrittlichen Gedanken nahe. Er hatte als Mini- ter den Bau der ersten Eisenbahn und richtunggebende kulturelle Gesetze zu verantworten. Das Wirken des jüngsten Bruders Anton aber gewinnt weltgeschichtliche Bedeutung. Im Sinne damaliger Fürstenpolitik brachte er drei Prinzen des Hauses Wetkin auf die Throne von Portugal, Belgien und England. So ersteht aus den Aufzeichnungen der Brüder, die mit den Großen jener Zeit, mit Goethe Novalis, Kleist, mit Fürsten und Staatsmännern vertraut zusammenleben, ein fesselndes Buch aus Jahren geistiger, politischer und gesellschaftlicher Neuordnung.
— Luise Marelle: Die Schwester. Eli- sabeth Förster-Nietzsche. Eine Lebensbild. Brosch. 3 Mk., Leinen 4,50 Mk. Brunnen-Verlag, Willi
Bischoff, Berlin SW 68. — (430) — Hier ist zum erstenmal das Leben der Schwester Nietzsches erzählt und zieht in reizvollen Bildern an uns vorüber: Die Kindheit und Jung-Mädchenzeit in inniger Gemeinschaft mit dem großen Bruder, die Mitarbeiterin an wissenschaftlicher Arbeit, die Teilhaberin an dem großen Richard Wagner-Erlebnis, die stets bereite Helferin des kränkelnden jungen Professors. Dieses hohe Frauenleben mit vornehmer Schlichtheit und bei aller Herzenswärme und Verehrung doch mit kritischer Sachlichkeit geschildert, lieft sich wie eine rührende Legende. Die Verfasserin ist seit Jahrzehnten mit Frau Elisabeth bekannt und befreundet, steht ganz in der Tradition des großen Kreises um das Nietzsche-Archiv. So hat sie aus eignem persönlichen Erleben viel Neues und Wesentliches zu berichten. Auch der Kreis der Persönlichkeiten um Frau Elisabeth tut sich in gezeichneten Bildern vor uns auf.
— Maria Wafer: Begegnung am Abend. Ein Vermächtnis. 418 Seiten. Mit einem Bild Constantin von Monakows. Seinen 6,75 Mk. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Berlin. — (447) — Dem berühmten Hirnanatomen und Psychiater Constantin von Monakow sind diese Erinnerungen seiner kongenialen Schülerin und Freundin Maria Waser geweiht. Ein mit leidenschaftlichen Energien geladener Mensch, kommt er als Kind aus Rußland nach Zürich, um hier als Arzt, Lehrer und Forscher, den ganzen Reichtum seiner Persönlichkeit zu entfalten. Nach liebloser, unruhe- voller Kindheit wählte er, fast zufällig, als schnellsten Broterwerb, das Studium der Medizin und gerät einer inneren Führung folgend, in das Spezialgebiet der Psychiatrie. In unermüdlichem Wissensund Arbeitsdrang steigt er von kleinsten Anfängen zu Weltrum auf, als praktischer Arzt und in seiner Lehrtätigkeit, wie als wissenschaftlicher Schriftsteller. Erst in späteren Lebensjahren kommt es zu einem Zusammentreffen mit Maria Waser, für beide eine schicksalhafte Begegnung. Der jüngeren, mit höchstem Verständnis für Das weltbedeutsame Schaffen des überragenden Freundes begnadete Frau, überträgt Monakow vermächtnisartig die Aufgabe, dies Ge- denkbuch zu schreiben, und sie erfüllt sie mit bewundernswerter Hingabe. Aus den Wegstrecken des Manneslebens: Jugend, Studium, erste Neigung, Ehe, Vaterschaft, aus dem Werdegang des Werkes entsteht ein voller Liebe zusammengetragenes Bild, mit tiefer seelischer Einfühlung und Behutsamkeit gezeichnet.
Politik und Geschichte.
— Wilfried Bade: D i e SA. erobert Berlin. Ein Tatsachenbericht von den Kämpfen der NSDAP, um die Reichshau^tstadt. Mit Bildern. (Verlag Knorr & Hirth, München.) Leinen 2,90 Mark. — (480) — Dös Wunder der Eroberung der roten Vier-Millionen-Stadt Berlin durch die NSDAP, wird hier begreiflich am Schicksal des o2L- Mannes Schulz. Nicht so schnell läßt dieser einfache Arbeiter sich überzeugen, bann aber trägt er mit Stolz sein braunes Hemd; er versieht mit Elfer den selbstgewählten harten Dienst. Eng verknüpft mit dem Schicksal dieses typischen Soldaten Adols Hitlers ist das seines Führers und Kameraden Horst Wessel und das von Dr. Joseph Goebbels, des Eroberers der roten Vier-Millionen-Stadt, der ihren Geist in sechs 3obren gewandelt hat. .Viele seltene, interessante Photos gerade aus der früheren Kampfzeit der Bewegung sind als bleibende Dokumente der packenden Darstellung beigegeben.
— 180 Tage Revolution! Herausgegeben von der Gauleitung München - Oberbayern der NSDAP, mit Genehmigung der Reichspropagandaleitung. Verlag Josef C. Huber, Diessen vor München. — (333) — Diese Schrift bringt in kurzer, über- sichtlicher Form: „Die Außenpolitik, die Innenpolitik und die Wirtschaftspolitik Adolf Hitlers seit dem 30. Januar 1933". Der Grundgedanke der Arbeit ist der, daß zum Gelingen der großen, vom Nationalsozialismus begonnenen Arbeiten (Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Gesundung des deutschen Volkes usw.) nicht nur die materiellen Voraussetzungen gegeben sein müssen, sondern, daß genau so notwendig ist das Vertrauen des gesamten Volkes. Die Schrift gehört deshalb in die Hand jedes Deutschen, der bereit ist, mit Adolf Hitler am Wiederaufbau Deutschlands ehrlich und treu mitzuarbeiten. Einzel- oerkausspreis 40 Pfennig.
— Wilhelm Kleinau: Soldaten^ der Nation. Die geschichtliche Sendung des Stahl- Helm. In festem Einband 95 Pfennig. Stahlhelm- Verlag GmbH., Berlin. 1933. — (365) — In diesem Buche wird deutlich, wie der „Stahlhelm" geworden ist, was er ist, und was er will. Es handelt sich hier nicht um eine historische und chronologische Darstellung der Ereignisse, sondern um die innere Geschichte von Männern, welche alles in allem 18 Jahre hindurch ihr inneres und zum Teil auch ihr äußeres Leben aufs Spiel gesetzt haben, um Deutschlands willen. In einem Anhang sind einige wichtige Dokumente des Stahlhelmbundes im Wortlaut wieder- gegeben.
— Dr. Rudolf Craemer: „Der Kampf um die B o 1 k s o r d n u n g". Hanseatische 3er- lagsanstatt AG., Hamburg 36, Leinen 6,80 Mk. — (366) — Der Verfasser verbindet seine Darstellung der deutschen Sozialpolitik mit der Entwicklung des deutschen Staatslebens, ausgehend von der Erkenntnis, daß sie niemals als Selbstzweck, sondern nur als hoheitlicher Eingriff des Staates zur Herstellung einer öffentlichen Ordnung, einer ständischen Bindung des Lebens verstanden werden kann. So war es nötig, die preußische Ueberlieferung. die deutsche geistige Auseinandersetzung mit der französischen Revolution von ihren Ursprüngen und die Entwicklung des deutschen Staatslebens von der Reformation ab zu verfolgen. Der Dersasier schließt sein । Werk mit einer Darstellung jener Ideen ab, die I ihren Ausdruck Im „Deutschen Sozialismus" finden.
So entstand eine umfassende Jdeengeschichte von den Anfängen preußischer Sozialpolitik bis zum deutschen Sozialismus. Lebendige historische Darstellung verbindet sich mit der Befähigung, Geschehnisse politisch zu erkennen und auszuwerten.
— „Staat und Erziehung, Grundzüge einer politischen Pädagogik und Schulpolitik" von Dr. Gerhardt Giese. Kart. 5,80 Mk., Leinen 6,80 Mark. Hanseatische Verlagsanstatt AG., Ham- bürg 36. — (435) — Der Verfasser weist der Erziehung die Richtung: Junge Menschen zu ©Hebern des Ganzen zu bilden und sie im Dienst und Opfer gegenüber diesem Staate ihre höchste Pflicht erkennen und erfüllen zu lehren. Von besonderer Bedeutung ist die Darstellung des neuen Schul» lebens in den Land- und Volksschulen, in den höheren Schulen und Lehrerseminaren. Die eingehende Darstellung der neuen Formen in den einzelnen Unterrichtsfächern wird vielen im Schulleben stehenden Erziehern eine Lektüre des Werkes als notwendig erscheinen lassen. Aber auch der Politiker, der heute mehr denn je in der Erziehungsarbeit des Volkes steht, wird dieser politischen Pädagogik Anregungen und wertvolle Lösungen entnehmen können.
— Professor Ferdinand Dreher: 14 Jahre Kampf gegen Die Kriegs- schu 1 dlüge. Erinnerungen eines hessischen Lehrers 1913 bis 1930 (Wetterauer Druckerei und Ver- lags-AG., Friedberg in Hess., Preis 10 Mark.) — Unter langjähriger Mitarbeiter, der Friedberger Historiker Professor Ferdinand Dreher, der durch feine heimatgeschichtlichen Forschungen, wie durch seinen unermüdlichen Kamps gegen die Kriegs- schuldlüge weitesten Kreisen bekannt geworden ist, verösfentlicht in einer kleinen Broschüre, dessen Reinerlös für die NS.-Dolkswohlfahrt bestimmt ist, Erinnerungen an das Jahrzehnt, wo feine nationale Erziehungsarbeit von den Schulbehörden systematisch erschwert und unterdrückt wurde.
— Eschmann: Der faschistische Staat in Italien. (Verlag Ferd. Hirt, Breslau.) Mit 16 Bildern. Zweite durchgesehene Auslage. In Halbleinen gebunden 2,85 Mark. — (293) — Das Buch Dr. Eichmanns wurde hikr bereits besprochen. Es hat allseitig lobende Ausnahme gefunden. Die zweite Auslage des Buches, welche die Entwicklung von 1930 bis 1933 einbezieht, erscheint zu einem Zeitpunkt, der sowohl in der Geschichte Deutschlands, wie für die Entwicklung des jafchistifchen Staates bedeutungsvoll ist. Der faschistische Staat steht wie- der vor der Notwendigkeit, dem Problem der Wirtschaft zu begegnen. Deutschland baut an seiner neuen Lebensform, die es nach seinen eigenen Bedingungen und Notwendigkeiten, aber unter ständiger Aufmerksamkeit auf andere Gestaltungen zu schaffen hat. Das kenntnisreiche Buch dürfte heute in allen Stäuben Leser finden, da jeder begierig ist, die Schöpfung Musiolinis in ihrer Entstehung und ihren mannigfaltigen Wandlungen kennenzulernen.
— Moeller van denBruck: Sozialismus und Außenpolitik. Ganzleinen 2,50Mk. Herausgegeben von Haus Schwarz. Wilh. Gottlieb Korn, Verlag, Breslau. — (449) — Sozialismus und Außenpolitik ist die Parole unter den jungen Nationen des Ostens gegen den Imperialismus Des Westens der oen (Bebauten der Herrschaft durch l ihren wirtschaftlichen Mißbrauch persiflierte.
Deutsche Erzähler.
— Joseph von Lauff, Die Heilige vom Niederrhein. Leipzig K. F. Koehler Verlag. Ganzleinen 4,80 Mk. — (346) — Diese legte Erzählung Lauffs spielt wieder in der ihm so innig vertrauten Heimat. Aus einer niederrheinischen Kleinstadtidylle unserer Tage, wurzelecht, behaglich und von knorrigem f)umor, wird man hineingerissen in die Tragik eines erbitterten Kampfes zwischen einem jungen Priester und einem Frontsoldaten um den Besitz der geliebten Frau, die priefter- Hche Herrschsucht in den Dienst der römischen Kirche zwingen will. Wir oeripurcn bereits Das Wetterleuchten einer neuen Zeil und werden vom wirbelnden Strom der Geschehnisse mitgerissen bi» zum tragischen Ende der Heiligen vom Niederrhein.
— Wilhelm Scharrelmann. Das Fährhaus. Roman aus der Worpsweder Landschaft. In Leinen geb. 2,85 Mk. Carl Schünemann, Verlag, Bremen. — (495) — Die Geschichte von der Begegnung zweier Herzen, die jo zan und hell, traurig und lebensgefährlich ist wie jede wahre Liebe. Eine fast unbekannte, auch in der Dichtung noch nie wirklich gestaltete Landschaft spielt in die Handlung hinein, nämlich die einsamen Moore an der Küste nördlich von Bremen, diese Landschaft mit ihren unerhörten Lichtwundern, dem vielen Wegen und Den unzähligen Wasserläufen, die von Herbst bis Frühjahr das Land überschwemmen, die Moore endlich mit ihren einsam lebenden, schweig- (amen Bauern. Und während man lieft, beginnt die Landschaft zu wachsen und scheint Die eigentliche Mitte Des Romans zu roerDen, und die große aus Herz greifende Liebesgeschichte ist mit ihr eins geworben wie Wind und Wolken. Das ist vielleicht das Schöne an diesem Buch, daß hier die Schicksale der Menschen von dem gleichen Takt und demselben großen Gesetz bestimmt werden wie diese noch ganz sich sich selbst gehörende Natur.
— Rudolf Huch, „Die Fichtenaue r*. Eine Geschichte in Barock. Kleine Bücherei des Verlages Albert Langen/Georg Müller in München. — (320) — Mit sicherer Hand führt uns der Dichter in die Welt der Kleinstadt und ihrer oft jo schrulligen Bewohner. In wenigen meisterhaft gezeichneten Gestalten macht er uns diese kleine Welt lebendig, über dem Ganzen liegt ein köstlicher Humor, der die bittere Ironie des Moralpredigers vermeidet und alle menschlichen Halbheiten mit einer listig lächelnden Vergnügtheit ankreidct.
— Hans Franck. Eigen- Erde. Roman. In Seinen geb. 5,50 Mk. Carl Schünemann, Verlag, Bremen. — (494) — Hans Franck hat schon von Blut und Boden gedichtet, als damit weder Geld noch Ruhm zu ernten war. Er schreibt hier aus der Fülle dessen, was er um sich gesehen und gehört hat, was er vor allem selbst im eigenen Blut erlebt und sucht. Dies Buch, das, wohlgemerkt, vor Der nationalen Revolution geschrieben wurde, hat zum Thema: die Sehnsucht zur Scholle. Und zum Raum: die Welt, in der Feudaladel, der Beherrscher des Bodens, feine letzte Blütezeit erlebte, Merfl'n» bürg in den letzten Jahren vor Dem Weltkrieg Meisterhaft wird diese Welt geschildert, die kultivierte, schon müde und überzüchtet gewordene Sebiniftim- mung auf den Herrenhäusern ebenso wie die bäuerliche Atmosphäre. Wer dies Buch mit wachen S a- neu und offenem Verstand lieft, der roiiö Die großen Ereignisse dieser Tage verstehen.
— Friedrich Griese: Das letzte G e - sicht. Leinwand 4,80 Mk. Albert Langen Georg Müller Verlag in München. — (367) — 'Reich einer mystischen Sagengestatt lebt die alte Mutter Fauna. Sechs Söhne Fannas waren der Stolz des Dorfes, keiner ist zuruckgekehrt. Einer ist entartet, er hat am kleinen Leben in der Großstadt Geschmack gefunden. Die zwei letzten weiß sie am Leben, eigentümliche Zeichen künden dunkel künftiges Geschehen an, in Gesichten folgt sie ihrem Weg. Dem einen, ihrem Jüngsten, bis in den Tod. Ihn hat Der Kampf festgehatten, als Führer eines Freikorps-Trupps wird er erschlagen Der andere aber, der Aetteste, naht Schritt um Schritt der Heimat, dem Dorf. — Konnte Taumel und Entartung das „letzte Gesicht" dieser Zeit sein? Nein, Das letzte Gesicht dieser Zeit und zugleich das erste Gesicht einer neuen Zeit ist Der Manu, der nun, von allen totgeglaubt, nach langen Jahren heimkehrt, der von Den Kraftströmen seiner HeimaterDe durchDruugen, des Todes und der Fremde Herr wurde. Der die Mutter tot, den Hof Des Geschlechtes verkauft findet, der als Siedler auf Oedland beginnt wie der Vorfahr vor Dreihundert Jahren, Der roDet, pflügt und fat, und nach harter Arbeit — ernten wird. — Der Stil verhalten, die Handlung geladen von innerer Spannung, Die Hauptgestalten naturnah und groß, der Gehalt ein Strom von Lebenskraft: ein deutsches Schicksalsbuch.
— K. B. v. Mechow, „Vorsommer". Vornan. In Seinen geb. 5.50 Mk. Verlag Albert Langem Georg Müller, München. — (448) — Wie auf den schönsten aller alten deutschen Weihnachts- bilder Maria und Joses in überirdischer Verklart- heit und uns dennoch menschlich nahe, so stehen Ursula und Thomas in Der schönen, frommen Legende Dieses Romans Ursula, unsagbar fein gemalt, ein Mädchengeschöpf ganz wirklich und erben- nahe und doch von einem kaum sichtbaren aber stets spürbaren inneren Glanz erhellt, und Thomas, der nicht aus Eigenem aller Anfechtungen Herr zu werden vermag, lieber ihnen aber und über allen anderen Kreaturen und Erscheinungen, über Getier und Feldfrucht und Wurm und Landschaft und Himmel und Wetter waltet Der „Riese", das Fatum, Gott. ,Hch wünsche mir eines", betet Ursula einmal, „laß mich einmal das Ganze sehen! Du weißt schon, das Eine, das Alles, das Ganze! Es wird mich stark machen und froh. Aber — wie Du willst. —" Feierlichkeit überkommt den Leser und Liebe zu Gott und feiner Schöpfung, zur Welt und zum Leben, und — Dankbarkeit, daß uns diele schöne Liebeserzählung gegeben wurde, eine Dichtung, die „das Ganze", das Leben sucht, die uns stark macht und froh.
— Schönland-Siedlung 13. Ein Sied» lerroman. Von Lisa S ch u l tz e - K u n st m an n. 208 Seiten. Leinen 4 Mk. Bergstadtverlag, Breslau. — (397) — Der Roman erzählt da» Schicksal zweier Menschen, die um eine neue Eristenz ringen. (Ein durch die Not der Zett zum siedeln gezwungener Gutsbesitzer müht sich in einem harten Sehen, dem Boden die Grundlage für eine neue Tristen, abzuringen. Neben dem Schicksal dieser beiden schildert Der packend geschriebene Roman Die 1 Ereignisse in der Schönland-Siedlung, Wünschen und Hosten ihrer Bewohner, ihre Entbehrungen und Enttäuschungen, ihren Mut und ihre Verzagtheit.


