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'tenen^eHte und der Ausstellung „L« Hausfrau in ^auf dem Festhallengelände in ‘ sind: Der Reichsoerband Deut-
' StxW?t Frankfurt idio-Großhandler-Berband, Lan- ldeutschland, und der Reichsvm ilnkhändler, Landcsgruppe Süb- Zusammenarbeit mit der 6üb- fünf ®.m. b.h., Frankfurt a.M.
lung hat der ReichsstatthM eiter Sprenget, die Schirm- schäft übernommen.
gliedern sind ernannt: Gaufunk- lafjau, Stadtrat Wamboldt, 'wart Lutz, 1. BorHenüer des fyutfdjer ftunbfunfteilnebmer, irt a. M, Ä ff Qiintbcr, Radio-Grobhändler.'Äerbondes, orschender des Reichsverdan",; hier, Landestzruppe Äveh-
)’« Herren Tynditus Dipl-K'm. :, Frankfurt a. M, und Direktor c, Frankfurt a. M, als. Aus. ramt; die technische Durchführung jeat in den Händen der Meise- gesellschaft m. b. h, Frankfurt , findet die Ausstellung bei der 'die stärkste Beachtung, s° °°tz Beteiligung von Ausstellern zu er-
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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)
Nr. 222 Drittes Blatt
Freitag, 22. September M3
Aus der Provinzialhauptstadt
Heim zu V Gewerbelehrer
Viernheim, Kreis Heppenheim, zum
an der Berufsschule im Bezirk Diern»
Kundgebung der Friseure
Sind Sie schon Mitglied der N6.-Volkswohlfahrt?
Mainz: am 13. September 1933 der Oberstudiendirektor an dem Realgymnasium in Mainz, Dr. Johann Friedrich Leip, zum Studiendirektor an der Eleonorenschule (Lyzeum und Frauenschule) in Darmstadt unter Belassung seiner bisherigen Amtsbezeichnung, die beiden letzteren mit Wirkung vom 10. August 1933 an; am 25. August 1933 der Schulverwalter Albert Haas aus Darmstadt zum Reallehrer in Laubach, Kreis Schotten; am 28. August 1933 der provisorische Gewerbelehrer Alexander
** Ausfallende Sprech st unden. Die Sprechstunden des Staatsministers Jung fallen am Samstag, 23. September, aus; desgleichen die Sprechstunden des S t a a t s p r e s f e a m t e s.
** Der Volkshalleverein Gießen hält am Freitag, 29. September, 17 Uhr, im Sitzungssaal des Stadthauses, Bergstraße, seine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen u. a. folgende Punkte: Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 1932; Rechnungsabschluß über das Geschäftsjahr 1932; Satzungsänderungen; Neuwahl des Vorstandes; Verschiedenes. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.
Sonderzug nach Rüdesheim. Der für Sonntag, 24. September, vorgesehene Sonderzug von Bad Salzschlirf über Gießen nach Rüdesheim verkehrt bestimmt. Die Fahrpreisermäßigung beträgt 75 v. H. Es empfiehlt sich die Lösung der Fahrkarten im Vorverkauf. Der Sonderzug verkehrt zu folgenden Zeiten: Hinfahrt: ab Bad Salzschlirf 4.18, Angersbach 4.23, Lauterbach 4.29, Wallenrod 4.43, Renzendorf 4.51, Alsfeld 5.00, Zell- Romrod 5.12, Ehringshausen 5.26, Burg- und Nie- der-Gemünden 5.34, Nieder-Ohmen 5.41, Mücke 5.47, Grünberg 5.56, Reiskirchen 6.09, Großen-Buseck 6.15, Gießen 6.35, Rüdesheim an 9.01 Uhr. Rückfahrt: Rüdesheim ab 18.40, Gießen an 21.19, Großen- Buseck 21.55, Reiskirchen 22.01, Grünberg 22.17, Mücke 22.27, Nieder-Ohmen 22.23, Burg- und Nieder-Gemünden 22.41, Ehringshausen 22.50, Zell- Romrod 23.09, Alsfeld 23.18, Renzendorf 23.22, Wallenrod 23.38, Lauterbach 23.47, Angersbach 23.54, Bad Salzschlirf 23.59 Uhr. Die Fahrpreise betragen für Hin- und Rückfahrt ab: Bad Salzschlirf 4,40 Mark, Angersbach 4,30 Mk., Lau
bedingten Glauben an den Führer errungen. Schon sei Gewaltiges geleistet worden. Für bie Weiterarbeit bedürfe es aber der restlosen inneren und äußeren Gleichschaltung. Ein Großes sei schon erreicht: das deutsche Volk habe Deutschbewußtsein und HeldenhaftigkeU zurückgewonnen!
Die Gleichschaltung müsse alle Wirtschaftskreise durchdringen. Der Majoritätsgedanke spiele in Zukunft keine Rolle mehr. Ein Mehrheitsbeschluß könne noch lange nicht den wahrhaften Mann ersetzen. Heute trage überall der Führer die Verantwortung.
Als Führer könnten nur solche berufen werden, die die Verantwortung nicht fürchten.
Für die Zukunft dürfe nicht eine einzelne Wirtschaftsgruppe von irgendeiner Maßnahme Vorteil nur für sich beanspruchen wollen, wenn darunter die Allgemeinheit leide. Es gelte, immer vorausschauend zu handeln in nationalsozialistischem Geiste. Alle Schassenden müßten sich zusammenfinden und sich gegenseitig zu verstehen suchen. Es gelte, Klüfte zwischen Arbeitgeber Fnd Arbeitnehmer dauerhaft zu überbrücken. Wichtig sei gegenwärtig, daß sich jedermann in den Dienst der Arbeitsbeschasfung stelle, sei es auch nur in der Form der Spende zur Förderung der nationalen Arbeit. Niemand dürse sich ausschließen. In Zukunft müsse auch jeder schaffende Mensch der deutschen Arbeitsfront angehören.
Dabei bedeute aber die Mitgliedschaft zur NSDAP, oder zu einer ihrer Untergliederungen nicht die Sicherung irgendwelcher wirtschaftlicher Interessen. Diese Zugehörigkeit sei vielmehr die Verpflichtung zur Opferbereitschaft.
Jeder Berufsangehörige müsse seiner zuständigen Pslichtinnung angehören. Aufgabe der Innungen sei es insbesondere, die Geschäftsmoral zu fördern, zu pflegen und zu fordern. Insbesondere für das Friseurgewerbe gelte es, die Betriebsruhe einzuhalten und nicht anderen Kollegen in dieser Form unlautere Konkurrenz zu machen. Einen schweren Krebsschaden be« deute die Schwarzarbeit, die in keinem anderen Gewerbe so stark in Erscheinung trete, wie beim Friseurgewerbe. Schwarzarbeit sei in jedem Falle nur Eigennutz, es gebe nichts unsozialere» denn Schwarzarbeit. Sie verhindere die Möglichkeit zu ehrlichem Lohn. Es dürfe auch nicht mehr zu Schleuderpreisen gearbeitet werden. Mit Preisfestsetzungen von oben her sei dem Gewerbe nicht geholfen. Der Friseur, der Berufsstand, müsse sich
In einer überaus stark besuchten Versammlung trafen sich gestern abend im „Aquarium" die Mitglieder der Friseur-Innung Gießen- Stad t. Neben den Meistern und Geschäftsinha-. bern des Gewerbes in Gießen-Stadt hatten sich auch Friseure aus Gießen-Land, sowie aus dem Kreise und der Stadt Wetzlar eingefunden. Zahlreiche Gehilfen und Lehrlinge nahmen außerdem teil. Der Führer der Innung, Herr Schäfer- Gießen begrüßte die Teilnehmer, insbesondere aber den Vorsitzenden des hessisch-nassauischen Landesverbandes der Friseure, Herrn Weidner- Frankfurt a. M. Nach einigen Mitteilungen organisatorischer Art kam der Versammlungsleiter auf die demnächst stattfindende „Braune Messe" in Gießen zu sprechen und betonte, daß das Friseurgewerbe voraussichtlich bei dieser Ausstellung sehr stark ver- treten fein werde. In feinen weiteren Ausführungen machte er darauf aufmerksam, daß ein Gesetz zu erwarten fei, das die Schwarzarbeit energisch bekämpfe und nicht nur den Schwarzarbeiter, sondern auch denjenigen, der sich bedienen lasse, unter Strafe ft eile.
Sodann sprach der Referent des Abends, der Führer des hessifch-nassauifchen Landesverbandes der Friseure,
Weidner Frankfurt a. M.
Seinen Ausführungen sei Folgendes entnommen: Der 30. Januar habe dem deutschen Volke das große Erlebnis der Berufung des Führers Adolf Hitler zum Volkskanzler gebracht. Damit fei neue Hoffnungsfreudigkeit in deutschen Landen eingezogen. Gegen die große Entscheidung sei zwar manche Propaganda gemacht worden, der Führer sei aber unbeirrbar seinen Weg gegangen.
Der Friseur, wie der Mittelstand überhaupt, dürfe heule noch nicht ungeduldig fein, wenn sich die Entwicklung zum Lessern nicht sprunghaft, sondern organisch, nach und nach vollziehe.
Noch seien die Steine für den Bau des Dritten Reiches zu behauen und aufeinanderzufügen, bevor das Dach das große Werk vollenden könne. Die Steine feien wir. Wir müßten uns alle erst restlos mit dem nationalsozialistischen Gedankengut vertraut machen. Liberalistische Anschauungen müßten endgültig ausgegeben werden. Es gehe nicht mehr nur um Profitsicherung. Es gelte vielmehr zunächst, dem Willen des Führers ;um Siege zu verhelfen. Hierzu feien Opfer notwendig. Der Sieg werde nur im un-
Wirkung vom 1. Dezember 1933; auf Nachfuchen am 19. September 1933 der Lehrer an der Volksschule im Kreise Oppenheim Wilhelm S ch w i b i n • g e r wegen geschwächter Gesundheit vom 16. September 1933 an.
Vogelsbergfahrt der Standarte 254.
Die Standarte 254 veranstaltet am Sonntag, 1. Oktober, eine große Dogeisbergfahrt, die für alle deutichstämmigen organisierten und nichtorganisierten Kraftfahrer offen ist. Der Start erfolgt in Lauterbach. Das Ziel ist ebenfalls Lauterbach. Die Strecke führt von Lauterbach über Alsfeld, Kirtorf, Homberg (Ohm), Grünberg, Wetterfeld, Laubach, Schotten (über die Rennstrecke), nach Lauterbach zurück. Für diese Fahrt sind verschiedene Wertpreise gestiftet. Die Teilnehmer werden mit Plaketten aus- gezeichnet. Gefahren wird in 8 verschiedenen Klassen: Leichtkrasträder, Motorräder bis 200 ccm, Motorräder bis 300 ccm, Motorräder bis 500 ccm, Motorräder bis 1000 ccm, Motorräder mit Beiwagen, Personenkraftwagen bis 1300 ccm, und Personenkraftwagen über 1300 ccm. Kontrollstationen befinden sich in Homberg, in Schotten und in Lauterbach. Die Fahrer haben am 1. Oktober um 7.30 Uhr im Burghof Lauterbach startfertig einzutreffen. Als Nennungsschluß ist der Dienstag, 26. September, festgesetzt.
Stahlhelm-Fahrt nach Hannover.
Am heutigen Freitagabend fahren die Stahlhelmkameraden vom Gau, Kreis und der Ortsgruppe Gießen von hier aus nach Hannover. Die an dieser Fahrt beteiligten Kameraden sammeln sich — wie uns mitgeteilt wird — im Gießener Stahl- hel m h e i m , von wo sie, begleitet von den leider zurückbleibenden Kameraden, geschlossen zur Bahn marschieren, um an der für die Geschichte des Stahlhelms und der deutschen Wehrverbände äußerst wichtigen Tagung in Hannover teilzunehmen. Der Abmarsch erfolgt um 23 Uhr vom Stahlhelmheim aus, voraussichtlich unter Vorantritt der Stahlhelmkapelle. Der Zug wird kurz nach Mitternacht unferen Bahnhof verlassen.
Zur Beachtung bei Meldung von Llnglücksfällen.
Gelegentlich eines vor einigen Tagen erfolgten Unglücksfalles wurde die Beobachtung gemacht, daß der Rettungswache beim Anruf nicht genau mitge» teilt wurde, auf welche Ursache der Unglücksfall zurückzuführen war. Demgemäß wurde das Mitbrin- gen eines Sauerstoffapparate» unterlassen. Damit Wiederholungen solcher Art vermieden werden, wird dringend darauf hingewiesen, daß bei Meldung von Unglücksfällen der Rettungswache (Sanitätskolonne) stets die Ursache des Unfalles (z. B. Berührung einer Starkstromleitung, Tod durch Ertrinken, Verbrennungen, Verbrühungen ufw.) anzugeben ist, damit die Rettungswache in die Lage versetzt wird, die für evtl. Wiederbelebungsversuche usw. nötigen Gerätschaften gleich an die Unfallstelle mitbringen zu können. Die Beachtung dieser Mitteilung ist im Interesse der Rettung von Menschenleben dringend erforderlich.
Deutsche Modenschau der Hausfrauenberatung Gießen.
Die Hausfrauenberatung hielt gestern in einfachem Rahmen in ihren Räumen im Haufe Kir- chenplatz 2 eine Modenschau ab, in der man sich die Ausgabe gestellt hatte, lediglich Erzeugnisse der deutschen Bekleidungsindustrie zu zeigen. Beide Vorführungen (um 16 und um 20 Uhr) waren sehr stark besucht.
Zunächst wartete die Aliceschule unter Leitung von Fräulein Westphal mit ihren Arbeiten und Schöpfungen auf und entlockte damit den Besucherinnen manchen Ausruf erstaunter Freude. Mit geringen Mitteln, mit einfachen Stoffen, mit Resten oft nur, unter Zuhilfenahme von einfachem Material zum Ausputz waren im jüngsten Kursus der Aliceschule Mädchenkleider, Kostüme, Jacken, Röcke, Blusen usw. angefertigt worden, die nicht nur den Schülerinnen, sondern auch der Lehrerin alle Ehre machten. Die Aliceschule konnte mit diesen Vorführungen erneut zeigen, daß sie ernste Arbeit leistet und bemüht ist, den jungen Mädchen wertvolle praktische Tätigkeit nahezubringen.
Im weiteren Verlaufe der Modeschau wurden zahlreiche Kleider, Mäntel, Kostüme, Gesellschaftskleider, Straßenkleider usw. gezeigt, die die Firma I m h e u s e r für die Vorführung zur Verfügung stellte. Allgemein fiel auf, daß man bei all Den deutschen Modeschöpfungen um große Einfachheit in der Form, im Material und in der Verarbeitung bemüht war. Man sah sehr schöne Mäntel, viele Kleider, die manchen Wunsch bei den Frauen wach- gerufen haben mögen, manche Bluse und manchen Rock, die durch Schnitt und Farbe, und manches
Keine Eingaben und Gesuche an den Reichskanzler!
Amllich wird aus der Reichskanzlei in Berlin mitgeteilt:
Die Reichskanzlei hat wiederholt die Oeffentlich- feit auf die große Zahl der dem Reichskanzler läg- litt) zugehenden Gesuche von Privatpersonen und die dadurch der Reichskanzlei entstehende lieber- laftung mit Arbeit Hinweisen lassen. Trotz dieses Hinweises wird der Reichskanzler täglich nach wie vor mit einer Fülle von Eingängen überschüttet. Hauptsächlich handelt es sich bei diesen Gesuchen um Bewilligung ober Erhöhung von Kriegs- und Sozialrenten (Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen- und Elternrenten, Alters-, Invaliden- und Unfallrenten), um Gewährung von Krediten aller Art (gewerbliche, landwirtschaftliche, Ehestandsdarlehen), um Zuteilung von Siedlungsstellen, um Justiz- und Gnadensachen, Steuerangelegenheiten, Erfindungen usw. Es ist ganz unmöglich, daß sich der Reichskanzler bei der Fülle der ihm obliegenden großen Aufgaben seines Amtes mit diesen mannigfachen Einzelanliegen befaßt, deren Erledigung und Bearbeitung zahlreichen anderen Behörden obliegt. Auch die Reichskanzlei ist wegen Arbeitsüberlastung und Unzuständigkeit dazu nicht in der Lage und sieht sich deshalb in den weitaus meisten Fällen veranlaßt, den Einsendern ihre Eingaben zurückzusenden mit dem Hinweis, sich an die zuständige Stelle, d. h. in erster Linie an die unteren und mittleren Verwaltungsbehörden der Länder ober bes Reiches, zu roenben.
Vielfach gehen bcm Reichskanzler auch Beschäfti- Jungs- unb Stellengesuche zu. Der Reichskanzler ann sich nur mit den großen Fragen der Arbeitsbeschaffung befassen, es ist aber weder ihm noch der Reichskanzlei möglich, freie Arbeitsstellen nach- zuweifen. Auch Unterstützungsgesuche gehen in zahlreicher Menge »in; dem Reichskanzler stehen Mittel ?ur Gewährung von Unterstützungen nicht zur Ver- ügung; Unterstützungsgesuche sind deshalb an die örtlichen Wohlfahrtsstellen zu richten. Vorschläge zu gesetzgeberischen Maßnahmen sind dem zuständigen Ministerium des Reichs ober der Länder einzureichen.
Hufammenfafsend wird nochmals dringend darauf hingewiesen, Eingaben und Gesuche der vorerwähnten ober ähnlicher Art nicht an b e n Reichskanzler, fonbern an die unmittelbar zuständigen Stellen zu richten.
Kampf dem Berufsbettler!
Hart ist der Lebenskampf, groß ist die Not. Zweifellos zwingt die allgemeine Verelendung viele fönst starke Menschen, ihren Stolz aufzugeben und ihre Not zu schildern, damit sie das Mitleid der Mitmenschen erwecken und so vielleicht Hilfe bekommen. Aber das ist immerhin doch eine verhältnismäßig kleine Gruppe von Menschen. Dagegen kennen wir eine Riesenarmee von Bettlern, die aus dem Appell an das mitleidige Herz des nächsten für sich einen Beruf gemacht haben. Auch in den sogenannten „fetten" Jahren kannten wir davon eine gehörige Anzahl. Daraus müßte man eigentlich folgern können, das Bettlerunwesen wäre un- ausrottvar. Aber bas ist ein Trugschluß. Es wirb sich in biesem Winter geigen müssen, baß Deutsch- lanb auch gegen den Bettler einen guten Kampf führen kann, der zum Erfolg führen muß.
Tagaus, tagein hat man auf dem Lande und in der Stadt das Anfchwellen einer Welle bemerken können, die von Bettlern und Landstreichern gebildet wurde. In allen Jahreszeiten sind sie zu finden: im Winter ist es die Kälte, die sie als Vorwand benutzen, um die berühmte „milde Gabe" au erbitten, im Sommer wird die Hitze der Grund fein. Es ist wahr, das Elend in der Welt ist groß, und die Arbeitslosigkeit wird oft genug die innere Triebfeder des Bettelns fein. Aber in Deutschland gibt es doch eine glänzend organisierte Wohlfahrtspflege, die zum Teil von den Behörden, zum an- bern Teil von der Kirche und von besonderen Verbänden durchgeführt wird. Neuerdings tritt hier auch die NS.-Wohlfahrtspflege maßgeblich auf den Plan. Wer feine Not beweisen kann, wird bei diesen Stellen Hilfe finden. Von diesem entschiedenen Hllfswillen der Nation ist bisher auch ausgiebig Gebrauch gemacht worden — die Abrechnungszahlen besonders der amtlichen Stellen sprechen eine beredte Sprache! Das Schlimme ist es jedoch, daß unter diesen Betreuten der Wohlfahrtsstellen sich immer wieder Elemente finden, denen das Gewährte noch nicht ausreicht. Sie betteln, und auf diese Weise verschaffen sie sich einen oft ansehnlichen Nebenverdienst, der wieder wirklich Notleidenden entzogen wird.
Es gibt also auch auf diesem Gebiete .ein Dop - peloerbienertum. Diese Beobachtung verträgt sich nicht mit ber Gerechtigkeit, die wir in Deutschland über alles schätzen. Wir konnten oft genug — jeder für sich, der Bauer auf dem Lande, der Städter in seinem Wohnhaus oder in seinem Wohnviertel — die Feststellung machen, daß die Bettler Lebensmittel umkommen ließen, weil ihnen nur an Geldspenden gelegen war, mit denen sie besondere Bedürfnisse, in diesem Falle meist Luxuswünsche, befriedigen wollten. Andere — die verschämten Armen — gingen leer aus.
Diese Ungerechtigkeit empört die Allgemeinheit, und sie wird deswegen fortan ihr Verhalten so einrichten, daß dem Bettlerunwesen das wohlverdiente Ende bereitet wird. Im Kampf gegen Hunger und Kälte, den die deutsche Nation jetzt unternimmt, ist Sorge dafür getroffen, daß jeder das Notwendigste erhält, um das Leben zu fristen. Aber das wird nur möglich fein, wenn wir fortan gründ- sätzlick jeden Bettler von der Tür wei- s e n und dafür mit aller unserer Kraft und mit großem Aufwand an bestem Willen unser Scherf- lein an die dafür in Frage kommenden Wohl- sohrts st eilen hingeben. Deutschland muß das Land ohne Bettler werden!
Bekanntmachungen des Personalamtes
Ernannt wurden: am 15. September 1933 der außerordentliche Professor und Oberarzt der Kinderklinik der Universität Jena, Dr. med. Hajo Wilhelm Johann Tuten, unter der Amtsbezeichnung persönlicher Ordinarius zum planmäßigen außerordentlichen Professor für Kinderheilkunde an der Landesunioersität Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober 1933; am 13. September 1933 der Studiendirektor an der Eleonorenschule (Lyzeum und Frauenschule) in Darmstadt August Beck zum uberftubienbireltor an dem Realgymnasium in
Kleid, bas durch schone Linienführung auffiel. Die Vorführung dieser Herrlichkeiten wurde wesentlich unterstützt durch die Kombination der Kleidungsstücke mit geschmackvollen Pelzen, die von der Firma K r e t s ch m a r zur Verfügung gestellt worden waren. Hüte, Kappen, Mützen wurden von Frau Noll (Kreuzplatz) beigesteuert. Hier sah man manche aparte Neuschöpfung. Die Firma Kühne (Seltersweg) unterstützte die «chau durch schone Handtaschen und durch prächtige, im Erzgebirge gefertigte Einkaufstaschen. Jeweils zu Kostümen, Kleidern und Mänteln paffenbe Schuhe zeigte die Firma Reiß (Mäusburg). Zum Schluß wurde noch eine Anzahl Strickkleider gezeigt, die von der Firma Friedrich T e i p e l beigcfteuert wurden.
Befriedigt verließen die zahlreichen Besucherinnen die anregende Veranstaltung.
Oie Oreschlöhne in Hessen.
Nach einer Bekanntmachung der Preisüber- wachunasstelle im Staatsministerium wurden folgende H ö ch st d r e s ch l ö h n e für die Dresch- pcriode 1933 festgesetzt: .Für das Dreschen in der Halle (= auf dem Felde) höchstens 10 bis 13 Mark. Für das Dreschen in der Scheune (— in der Hos- raite) höchstens 7 bis 9 Mark. Diese Preise gelten für den Fall, daß der Unternehmer drei bis vier Mann Bedienung (ohne Verköstigung), das Binde- garn und die Antriebskraft stellt. Der Preis ermäßigt sich für das Dreschen in der Scheune auf 5 bis 6,50 Mark, wenn der Unternehmer nur drei bis vier Mann ohne Bindgarn und ohne Antriebskraft stellt. Erhöhungen über diese Sätze sind nur zulässig, wenn mehr Bedienung oder noch die Verköstigung gestellt wird. In diesem Falle darf pro Mehrmann der Bedienung für die Stunde ein Zuschlag von 0,50 Mark für den Maschinisten und 0,40 Mark für sonstige Hilfskräfte genommen, im Falle der Stellung der Verpflegung ein angemessener Zuschlag der wirklichen Verpflegungskosten pro Stunde erhoben werden. Soweit bisher niedrigere Dreschlöhne in Geltung waren, darf eine Erhöhung nicht stattfinden.
Bornotizcn.
— Tageskalender für Freitag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Saison in Kairo" mit Renate Müller, Willy Fritsch.
beim, Kreis Heppenheim, die beiden letzteren mit Wirkung vom 1. September an. — Dem Gewerbelehrer Karl G o r i s ch zu Worms wurde mit Sofortiger Wirkung die Leitung der gewerblichen Abteilung der Berufsschule dortselbst übertragen unter Verleihung der Amtsbezeichnung. „Rektor" für die Dauer dieser Tätigkeit.
In den R u h e st a n d versetzt wurden: auf Grund des §6 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 zur Vereinfachung der Verwaltung, der Studienrat Thomas Rohe an der Höheren Bauschule zu Bingen mit
terbad) 4,30 Mk., Wallenrod 4.10 Mk, Renzen« borf 4 Mk., Alsfeld 3,90 Mk, Zell-Roinrod 3,70 Mk, Ehringshausen 3,50 Mk., B>cg- und Nieder-Gemün- den 3,40 Mk., Nieder-Ohmen 3,30 Mk., Mücke 3,30 Mk., Grünberg 3,10 Mk., Reiskirchen 3 Mk., Gro. hen-Buseck 2,90 Mk., Gießen 2,70 Mk.
*• Heimatschutz und H e i m a t p s 1 e g e. Ueber „Heimatschug und Heimatpflege im rheinfrän« kischen Gebiet Sudwestdeutschlands" wird der Vor, sitzende der Heimatschutzkommission im Westerwald- verein, Dr. C. Dönges (Dillenburg) am Sonntag, 24. September, von 18 bis 18.25 Uhr, im Frankfurter Sender sprechen. Wir weisen alle Heimatfreunde, denen die Erhaltung der natur- und kulturgeschichtlichen Bodenaltertümer sowie der Baudenkmäler und der Schutz der Tier- und Pflanzenwelt und der Kampf gegen Verunstaltung der Landschaft am Herzen liegt, auf diesen Vortrag hin.
*• Herbst • Tag- und Nachtgleiche. Am 23. September um 13.01 Uhr überschreitet die Sonnt in dem am Himmel gedachten Gradnetz den Aequa- tor von der nördlichen zur südlichen Seite, sie tritt in das Tierkreiszeichen der Waage, und mit diesem Monat beginnt der astronomische Herbst, während man in der Meteorologie schon den ganzen September mit Oktober und November zum „Herbst" zählt. Astronomisch zeigt sich die Herbst-Tag- und Nachtgleiche dadurch an, daß, wie der Name sagt, auf ber ganzen Erde Tag und Nacht fast genau gleich lang sind. Allerdings nur annähernd, durch die Strahlenbrechung der Luft am Horizont geht die Sonne scheinbar etwas früher auf und etwas fpäter unter, fo daß die Zeit der Sonnenfdjeinbauer 12.09 Stunden beträgt und die Nacht um das gleiche verkürzt ist. Erinnert fei an die Tatsache, daß an diesem Tage die Sonne für einen Beobachter am Erdäquator zur Mittagszeit genau im Zenith steht, fein Schatten also buchstäblich „zu feinen Füßen" fällt, während ein Beobachter am Nordpol die Sonne an diesem Tage zum letztenmal vor der halbjährigen Mitternacht über dem Horizont sehen würde, wäh- r»nd umgekehrt ein Polarreifender am Südpol sie Das erstemal nach der dortigen Mitternacht auf- tauchen sähe und das Tagesgestirn nun ununterbrochen ein halbes Jahr ihm leuchten würde.
•* „5 a m i I i e n m a r t e“ bei Den Jugendherbergen. Wie wir vom Reichsoerband für Deutsche Jugendherbergen erfahren, ist die Einführung einer Familienmarke geplant. Es leben tausende und abertausende von Menschen in Großstädten, welche sich gern erholen mochten und Wanderungen unternehmen würden, wenn es ihnen nicht am nötigen Geld mangelte. Hier hat der Reichsoerband für Deutsche Jugendherbergen Abhilfe geschaffen und ab 1. Oktober die Familienmarke eingesührt, welche nur den anderthalbfachen Betrag des einzelnen Beitrags ausmacht. Eltern, die mit ihren Kindern wandern, werden als eine Gruppe betrachtet und zahlen nur noch das übliche Gruppenkopfgeld bei ihren Uebervachtungen. Diese Maßnahme ist als eine nationalsozialistische Tat zu begrüßen, fordert sie doch die Verbindung zwischen dem Staotmenschen und der deutschen Heimat.
** Schachklub Gießen 1858. Der jüngste Schachabend im Gewerkschaftshaus war — wie man uns berichtet — rege besucht. Das eifrige Spiel der Schachfreunde wurde durch einen kurzen, aber gehaltvollen Vortrag des Mitgliedes Dr. Sieger über „Eröffnung der italienischen Partie" auf eine halbe Stunde unterbrochen. Anwesend war auch der Vorsitzende des Oberhessischen Schach» verbandes, Landesmedizinalrat Dr. Giese (Marburg). Gießen, Marburg, Nauheim sind bereits im Oberhessischen Schachoerband vereinigt, Friedberg, Butzbach, Alsfeld, Wetzlar, Lauterbach sollen noch angeschlossen werden. Der hiesige Verein spielt am 21. Oktober in Nauheim, im November spielt der Marburger Verein in Gießen. Am heutigen Freitag, 22. September, wird eine Liste umgehen, in die Eintragungen zu machen sind für ein Simultanspiel gegen einen unserer Spieler. Bis zu fünfzehn Partien können nur gezeichnet werden. Auf Wunsch wird auch das Blindspiel gezeigt. Der Schachklub bittet um pünktliches Erscheinen.


