Strafsachen wegen Tierquälerei diese Gesichtspunkte mit Nachdruck zur Geltung zu bringen und Strafen zu beantragen, die geeignet sind, roher Mißachtung der Pflichten der Menschen gegenüber dem Tier erfolgreich entgegenzuwirken.
Eingriffe Unberufener in den Staatsapparat werden nicht geduldet.
Berlin, 21. 2lug. (CAB.) Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat an die Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten folgenden Erlaß gerichtet:
Unberufene, Einzelpersonen wie Verbände, greifen immer wieder in den Staatsapparat, i n ö » besondereindieSchul-undHochschul- verwaltung ein und matzen sich staatliche oder kommunale Befugnisse an. Derartige Eingriffe stören und gefährden die Aufbauarbeiten der nationalsozialistischen Regierung. Rach den ausdrücklichen Erklärungen des Reichskanzlers ist d i e politische Revolution durch die vollkommene Machtergreifung abgeschlossen. Es hat das Stadium der Evolution begonnen. ZuchtundOrdnung sind die Vor- aussetzungen für den Ausbau der in Staat und Leben eroberten Machtstellung im Geiste des Ra- tionalsoztalismus. Die Sicher st ellung der unbedingten Staatsautorität des nationalsozialistischen Staates ist höchstes Gebot der Stunde und oberstes Gesetz für alle Deutschen. Alle Eingriffe Äichtberu- f e n e r in den Staatsapparat find daher als gegen die nationale Regierung und Erhebung gerichtet zu betrachten. Sie können und dürfen unter keinen Umständen geduldet werden. Sofern solche Eingriffe im dortigen Amtsbereich vorkommen, ist ihnen mit allem Rachdruck entgegenzutreten.
Andorras Hauptstadt von französischen Gendarmen besetzt. Die Freiheit der Pyrcnäenrepublik bedroht
Paris, 21. Aug. (WTB.) 5 0 franz^ösische Gendarmen in feldmarschmäßiger Ausrüstung haben am Samstag die Hauptstadt der vom französischen Staatschef gemeinsam mit dem spanischen Bischof von Urgel regierten kleinen Republik Andorra in den Pyrenäen besetzt. Der Präsident von Andorra, Palleres, hat einen Aufruf erlassen, wonach alle Bewohner von Andorra morgen in der Hauptstadt La Vieja eine große Protest- kundgebung gegen die französische Besetzung veranstalten sollen. Diese Kundgebung ist von dem französischen Vertreter in Andorra untersagt worden. Der Präsident von Andorra soll es abgelehnt haben, den französischen Behörden die Schlüssel des Parlamentsgebäudes auszuhändigen.
In der Pariser Ausgabe der Chicago Tribüne heißt es, daß der frühere französische Ministerpräsident T a r d i e u und der frühere Unterstaatssekretär Forgeot Aktien einer Gesellschaft besäßen, die gegenwärtig in Andorra ein großes Elektrik zitätswerk für die Ausnutzung der Wasserkräfte errichtet. Streitigkeiten zwischen dieser Gesellschaft und den Behörden von Andorra sollen zu der gegenwärtigen Lage geführt haben. Die französischen Gen- barmen hätten die wachhabenden Zollbeamten und alsdann auch die schwachen Polizeistreitkräfte von Andorra entwaffnet, die aus sieben Berufs- volizeibeamten und 36 Freiwilligen bestehen. In Andorra habe es Erstaunen hervorgerufen, daß einige französische Bürger, die längere Zeit in Andorra ansässig waren, bei der Besetzung auf einmal die Uniform von Gendarmerieoffizieren angelegt und bei der Besetzung eine führende Rolle gespielt hätten. Chicago Tribüne fügt hinzu, daß die Neutralität Andorras zum letzten Male 1 7 9 4 d e r - letzt worden sei, als 900 Mann französische revolutionäre Truppen dort eindrangen, weil sie glaubten, daß die Andorrabewohner für Spanien kämpften.
Kunst und Wissenschaft.
Zosef von Lauff f.
Im Alter von 78 Jahren st a r b am Sonntagabend der Dichter Josef v. L a u f f auf seinem Sommersitz in Cochem an der Mosel. Josef von Laufs wurde 1855 als Sohn eines Juristen in Köln geboren. Er war ursprünglich Offizier und nahm erst im Jahre 1898 als Major in einem preußischen Fußartillerie- regiment den Abschied, um sich ganz seiner literarischen Tätigkeit zu widmen, die sich stets der lebhaften Förderung Kaiser Wilhelms Il.'erfreuen durfte. Bis zum Jahre 1903 wirkte Josef von Laufs als Dramaturg und Mitarbeiter des Intendanten v. H ü l - s e n am Wiesbadener Hoftheater. Von seinen zahlreichen Romanen, die zum größten Teil der Schil- berung von Volkstum und Geschichte des Niederrheins gewidmet sind, nennen wir „Jan van Cal- ter", „Klaus Störtebecker", „Der Mönch von St. Sebald", „Im Rosenhag", „Kärrekieck, „Marie Verwohnen", „Pittje Pittjewitt", „Anne Susanne" und „Die hsiligen drei Könige". Ferner schrieb er die drei historischen Hohenzollem-Dramen „Der Burggraf", „Der Eisenzahn" und „Unterm Sturm- Hut". Laufs, der im Jahre 1913 in den Adelsstand versetzt wurde, lebte bis au seinem Tode abwechselnd in Wiesbaden und in seinem Sommersitz an der Mosel.
Aus aller Welt.
Der Mannheimer Juwelenraub.
Zu dem kürzlich in Mannheim verübten großen Iuweliereinbruch, bei dem der gewerbsmäßige Einbrecher Erich Arnold auf frischer Tat gefaßt wurde, haben die Untersuchungen ergeben, daß Ar- nolds Komplice, der 34 Jahre alte Einbrecher Franz Lehnesich mit den geraubten Juwelen nach Berlin begeben hat. Dort hat er versucht, einen Teil der Juwelen bei Hehlern abzusetzen. Ein bekannter Hehler, der Pole Aron Waletzki, wurde im Besitz eines wertvollen goldenen Zigarettenetuis aus dem Mannheimer Einbruch betroffen, dessen er sich bei seiner Festnahme zu entledigen versuchte. Es steht fest, daß Waletzki Beziehungen zu Lehne und Arnold unterhalten hat. Auf die Ergreifung von Arnolds Mittäter, den man in Lehne zu suchen hat ist eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt. Für die Wiederbeschaffung der Beute, die einen Gesamtwert von 50 000 Mark haben soll, sind von der Versicherungsgesellschaft 10 Prozent Belohnung ausgesetzt worden. Lehne hält sich bestimmt noch in Berlin auf.
Spielgemeinschastcn für nationale Fefigefialtung.
Ein großzügiger Arbeiisbeschaffungsplanl-Oauerbeschästigung für etwa 2000 erwerbslose Schauspieler und den Schauspieler-Nachwuchs.
Die Landesstelle Hessen-Nassau für Volksaufklärung und Propaganda teilt folgendes mit:
WSR. 3n den nächsten Monaten wird ein großzügiger Werbefeldzug für den Besuch der deutschen Theater in der kommenden Spielzeit einsehen. Es muß das Bestreben aller Kräfte des nationalsozialistischen Deutschlands fein, nicht nur zur Erhaltung der bestehenden Theater beizutragen, sondern ihre Zahl zu vermehren, nicht zuletzt auch aus dem Grunde, um den erwerbslosen Schauspielern wieder die Tätigkeit in ihrem Beruf zu ermöglichen. Es ist die Absicht des Präsidenten, Ministerialrat Otto Laubinger, als Führer der deutschen Schauspieler und gleichzeitig als präsidierender Vorsitzender des Reichsbundes der deutschen Freilicht- und Volksschauspiele E. V. an die Stelle der gelegentlichen Er- werbslosenvorstellungen und ähnlicher Rotstandsmaßnahmen grundsätzlich neue Formen schauspielerischer Betätigung zu setzen, die der geistigen Umschichtung unseres Volkes Rechnung tragen, für die Bühnenkünstler neue, vermehrte und zusätzliche Beschäftigung bringen und dadurch den Stellenmarkt entlasten. Es ist beabsichtigt, in den 13 Landespropaganda- Bezirken noch im Laufe dieses Jahres „Spielgemeinschaften für nationale Fest- g e st a l t u n g" in Form der G. m. b. H. zu errichten, die ausführende Spielkörper des Reichsbundes der deutschen Freilicht- und Dolksschau- spiele E. V. werden und sich der Organisation des Reichsministeriums für Vollsaufklärung und Propaganda einfügen. Gesellschafter dieser G.m. b. H. werden außer dem Reichsbund, der dabei im Auftrage des Ministeriums handelt, die Gau-Leitungen der Partei-Organisationen und die Städte des betreffenden Bezirks.
Als Musterbeispiel dieser Arbeit wird bereits in diesen Wochen die „Rheinische Spielgemeinschaft für nationale Festgestaltung, Sitz Köln", gegründet. Diese GmbH, veranstaltet auf Grund zu treffender Vereinbarungen in den Städten und Landbezirken des Rheinlandes und vollkommen unabhängig von den regulären Stadt- und Wandertheatern große festliche Aufführungen, die auf Massenbesuch eingerichtet werden, dafür aber höchstens zweimal im Jahre in der einzelnen Stadt ftattfinöen. Diese Aufführungen dienen im besonderen Maße der nationalen Erhebung, der religiösen Erbauung und dem Erlebnis der Volksgemeinschaft. Sie pflegen die cho- rische Form in ihrer Steigerung vom Aufmarsch- Spiel über das kultische Spiel bis zum Oratorium. Sie verwenden in allen Sprach-, Gesangs- und Tanzrollen nur den Berufsschauspieler, für die Sprech-, Gesangs- und Aufmarschchöre nur den Laien, wie es Ministerialrat Laubinger in seiner bekannten Rede am 7. Juli bei der Eröffnung der Freilichttheater-Aufstellung in Köln bereits ausgesprochen hat. Grundsätzlich wird zur Einstudie
rung dieser Spiele neben den Fachregisseuren für die einzelnen Kunsttruppen auch der Dichter des Werkes herangezogen, weil es sich hier im grundsätzlichen Gegensatz zur Jllusionsbühne um den gemeinsamen Ausdruck künstlerischen Willens handelt, bei dem der Primat des schöpferischen Dichters anerkannt werden muß. In den Wintermonaten finden die Ausführungen in großen Ausstellungshallen, Versammlungsräumen oder auch in Kirchen statt, im Sommer auf den von den Gemeinden zu errichtenden Thingplätzen oder auf vorhandenen Freilichtbühnen.
Als Beispiel für den Spiel plan der „Rheinischen Spielgemeinschaft" genannt: „Das Spiel von Job dem Deutschen" von Kurt Eggers, Toten- gedenkfeier für die Gefallenen des Krieges: Ein kultisches Wintersonnenwendjpiel mit Einziehung des Weihnachtsmysteriums: Das Spiel vom Vaterland; Das Spiel vom deutschen Arbeitsmann. Die Szenarien dieser Spiele liegen vor, sie sind in ihrer Anlage auf breiteste Massenwirkung berechnet. Die Durchbildung der Spielpläne erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Reichsdramaturgen. Köln wurde als erster Bezirk gewählt, weil beabsichtigt ist, die Einrichtungen des Theaterwissenschaftlichen Instituts der Universität Köln für die schulischen Aufgaben dieses neuen Arbeitsgebietes zu benutzen. In diesem Institut sollen die Altschauspieler, soweit dies möglich ist, für die neue S-pielform umgefdjult werden. Vor allem aber soll der Schauspielernachwuchs hier zur Mitarbeit in den Svielgemeinschaften erzogen werden. Auch die künstlerischen und geschäftlichen Vorstände der übrigen, im Laufe des Winters zu bildenden Spielgemeinschaften erhalten hier ihre Ausbildung, für die die bewährtesten Fachmänner des chorischen Spiels, des Bühnentanzes ufw. als Lehrer eingesetzt werden. Die Spielgemeinschaften sollen auch für die festliche Gestaltung von Massenversammlungen der Reichsbürgerschaft, der Behörden, der Partei, der Berufsstände usw. die künstlerischen Mittel und die ausführenden Künstler stellen.
Auf diese Weise soll der Fest-Kultur des neuen Deutschlands unter Einsatz der besten fachlichen Könner gedient und gleichzeitig der Dilettant aus all den Bezirken, in denen er dem Be- rufsschauspieler seither das Brot wegnahm, verdrängt werden. Die Zusammenarbeit der Schauspieler, Tänzer, Sänger usw. mit den neuen Spielgenossenschaften wird vertraglich in derselben Weife vor sich gehen wie beim Rundfunk. Wenn alle Gemeinden und Organisationen den „Reichsbund der deutschen Freilicht- und Dolksschauspiele CV." in diesen seinen Bemühungen unterstützen und die Pläne seines Präsidenten Otto La u - binger durchführen helfen, so wird fünftig für etwa 2000 deutsche Schauspieler neue Beschäftigung gewonnen sein, und zwar auf einem künstlerischen Arbeitsgebiet, das am unmittelbarsten und reinsten der Idee des nationalsozialistischen Staates dient.
Aus der provinzialhaupista-t.
Erfreuliche Bestätigung des Gemeinschaftsgeistes
Parole im deutschen Tabakgewerbe: Frauenarbeit wird in den Fabriken durch ZUänner erseht!
Man berichtet uns: Auf Grund von Verhandlungen zwischen der Fa. Martin Brinkmann A.-G. und dem Deutschen Tabakarbeiterverband, sowie der NSBO. sind in der Tabakfabrik der genannten Firma zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit folgende Maßnahmen getroffen worden:
1. Sämtliche verheirateten Arbeiterinnen der Tabakfabrik werden durch ihre erwerbslosen Männer ersetzt.
2. Die im Betriebe beschäftigten unverheirateten Arbeiterinnen, die sich einen Hausstand gründen wollen, sollen dazu in die Lage versetzt werden dadurch, daß der Verlobte, wenn er erwerbslos ist, anstatt der betreffenden Arbeiterin in der Fabrik beschäftigt wird.
3. Um diesen Martin-Brinkmann-Bräuten die Gründung eines Hausstandes weiter zu erleichtern, ist die Firma bereit, versuchsweise für die Tabak- fabrif denjenigen Arbeiterinnen, die mindestens ein Jahr ununterbrochen im Betrieb tätig gewesen sind und bis zum 31. Dezember 1933 heiraten, eine Ehestandsbeihilfe in Höhe von 500 Mark zu gewähren, sofern sie die Voraussetzungen des Punktes 2 erfüllen.
Bevor die betreffende Vereinbarung vor dem Treuhänder der Arbeit für Niedersachsen getroffen wurde, hatte die Fa. bereits ca. 50 Frauen durch Männer ersetzt.
Erfreulicherweise hat sich die Belegschaft der Firma in einer am 29. Juli abgehaltenen Betriebs- Versammlung bereit erklärt, einen Teil der beträchtlichen Lohndifferenz, die sich durch die Beschäftigung von männlichen anstatt weiblichen Arbeitskräften ergibt, dadurch zu tragen, daß die männliche Belegschaft der Tabakfabrik freiwillig auf zwei Prozent ihres Lohnes verzichtet. Wirtschaftlich und sozial besonders ungünstig gestellte Arbeitnehmer wird die Firma von dem freiwilligen Opfer befreien, um Härten zu vermeiden.
Die entsprechenden Vereinbarungen zwischen dem Betrieb und dem Deutschen Tabakarbeiteroerband sind bereits vom Treuhänder der Arbeit für den Wirtschaftsbezirk Niedersachsen, Bürgermeister Dr. Markert, bestätigt worden.
Möge dieses Vorgehen der Firma und ihrer Be- legschaft auch für andere Firmen und Arbeitnehmer einen Ansporn bieten, zu ihrem Teile die Bemiihun- gen zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit freiwillig und nachdrücklich zu fördern.
Ausstellung des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge.
Die Ortsgruppe des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge in Gießen veranstaltete to n Samstag bis Montag in der „Loge" zusammen mit der Vereinigung der Offiziere des alten 3nf.» Reg. „Kaiser Wilhelm" Nr. 116 eine Ausstellung von Modellen, Plänen und Aufnahmen von Kriegerfriedhöfen in Ost und West. Die Hauptaufgabe der Ausstellung war, in diesen August- tagen die Lebenden daran zu erinnern, daß noch viele Dankesschuld gegenüber den Toten des großen Krieges zu tilgen ist und da es beson
ders die Aufgabe der hessischen Regimenter und der Angehörigen der Gefallenen sein müßte, die letzten Ruhestätten der Toten von Anloy und Maissin in einen würdigen Zustand zu bringen. Die zur Ausstellung gebrachten großen Bilder von Friedhöfen in Flandern, an der Somme und bei Verdun veranschaulichten den Erfolg der Arbeit des Volksbundes und zeigten neben Bildern des ursprünglichen Zustandes jener -Friedhöfe wundervoll würdige und stimmungsvolle Reuanlagen, die zum Teil durch die Kunst des Gärtners und Architekten auch in an sich reizloser und einförmiger Umgebung den Hauch der Abgeschlossenheit und des Friedens ausströmen, zum Teil sich der Landschaft und ihrer Bewachsung wunderbar anpassen (wie z. B. der Vogesenfriedhof Bärenstall, wo Föhren das Denkmal umgrenzen und rote Fingerhüte über den Gräbern zu läuten scheinen). Wie ganz anders und der deutschen Seele viel mehr entsprechend sind diese Friedhöfe, als der große amerikanische Friedhof bei Verdun, auf dem 25 000 Tote liegen, deren Gräber durch ein Meer von weißen Marmorkreuzen gekennzeichnet sind, die zwar Zeugnis ablegen von dem Streben, die Toten zu ehren, die aber doch kalt auf den Beschauer wirken. Aehnlich steht es mit den englischen Friedhöfen. Die deutschen Friedhöfe tragen alle Holzkreuze, wie sie dem Frontsoldaten vertraut sind, weil sie Zeugnis davon ablegten, daß hier Kameradenhand dem Gefallenen die letzte Ehre erwiesen hat. Wenn man dann die großen Sammelfriedhöfe sieht (der größte, La Maison blanche bei Arras birgt an 40 000 Deutsche), die vielfach nur aus nacktem, weißem Kalkstein oder Kreidefels und Holzkreuzen zu bestehen scheinen, dann muß das deutsche Gewissen sich rühren, dann müssen die Tieberlebenden sich ihrer Pflicht erinnern. Es ist ja aus den Ausführungen des Oberltn. a. D. Dr. Luleh im Gießener Anzeiger bekannt, da auch die Friedhöfe bei Anloy und Maissin dringend der Pflege bedürfen. Für sie wollte die Ausstellung insbesondere werben. Eine Anzahl von Ausnahmen, Lageskizzen und Belegungslisten der Friedhöfe, z. T. in mühevoller Arbeit nach Kompanien von 116 geordnet, wollten den Angehörigen ein Bild des jetzigen, nicht würdigen Zustandes vermitteln. Der Besuch der Ausstellung war durchaus befriedigend, zu manchen Stunden für den Raum fast zu stark. Daraus werden diejenigen, die immer wieder als Mahner aufgetreten sind, die Der« pflichtung erkennen, alle Kräfte zu sammeln, bis die Friedhöfe von Anloy-Maissin so ausgestaltet sind, wie sie es sein müssen. Die Belegungslisten gehen in den Besitz der Ortsgruppe des Volksbundes über, die bann in der Lage ist, Auskünfte über die einzelnen Grabstätten zu erteilen.
Em besonderes Telegramm für den Neichsparteiiag der NSDAP.
Von der Oberpostdirektion Darmstadt wird uns mitgcteilt:
Die Deutsche Reichspost wird allen Teilnehmern an der Reichstagung der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in Nürnberg Gelegenheit bieten, ihren daheim gebliebenen Angehörigen, Parteigenossen ufw. aus Nürnberg einen telegraphischen Gruß oder eine Mitteilung zu senden, sowie von diesen in Nürnberg begrüßt zu werden oder eine Nachricht zu erhalten. Zu die
sem Zwecke führt die Deutsche Reichspost vom 30. August bis einschl. 6. September ein besonderes verbilligtes Telegramm ein. Das Telegramm kann in dieser Zeit von jedermann bei allen Te- legraphenanstaltem aufgegeben und an einen beliebigen Empfänger in einem innerhalb des Reichs gelegenen Ort gerichtet werden. Das Telegramm wird auf einem besonderen, eigens für diesen Zweck entworfenen Schmuckblatt ausgefertigt. Das neue Schmuckblatt zeigt auf der Vorderseite über einem Wald von Hakenkreuz- und schwarzweihroten Fahnen die kraftvolle Gestalt eines fliegenden Adlers, überstrahlt von der Sonne deS Hakenkreuzes, die düsteres Gewölk sieghaft durchdringt. Die Gebühr für das Telegramm (zehn Gebührenwörter) beträgt 1,50 Mark; jedes weitere Wort kostet 5 Pfennig. Don der erhobenen Gebühr fließen 25 Pfennig in die vom Herrn Reichskanzler ins Leben gerufene „Stiftung für Opfer der Arbeit". Nach dem 6. September wird das neue Schmuckblatt (LX 9) auch weiterhin zur > Ausfertigung von Telegrammen wie jedes andere Schmuckblatt benutzt Werdern
Oekanatswahlen in Gießen.
Gestern fanden in den Gießenern Kirchengemeinden durch die Gemeindevertretungen die Wahlen zum Dekanatstag statt. Gewählt wurden: aus der Matthäusge- meinde als Abgeordnete Landgerichlspräsident i. R. Ludwig Neuenhagen und Steuerinspektor Adolf Kimmel, als Stellvertreter 3ustiz- inspektor Wilhelm Klaus und Schweizerdegen Karl H i 11 e b r e ch t; aus der Markus- gemeinte Kaufmann Emil H o r st und Geschäftsleiter Hermann Thomas, als Stellvertreter Bauoberassistent Karl Weller und Landwirtschaftstechniker Gustav Schlosser; aus der Lukasgemeinde Oberreallehrer i. R. Wilhelm Haber und Reichsbahnsekretär i. R. Heinrich Dender, als Stellvertreter Frau Bertha Schwan und Fräulein Marie Hehler; aus der 3ohannesgemeinde Professor Oberstudienrat i. R. Dr. O. Weimar und Professor Studienrat Dr. Fritz Schmoll, als Stellvertreter Polizeiverwaltungsoberfekretär i. R. Ludwig Sier und Lehrer i. R. Aug. Habicht; aus der Luthergemeinde Oberbibliothekar Prof. Dr. Hugo Hepding und Berufsschullehrer Otto Schneider, als Stellvertreter Förster Karl Geisel und Verwaltungssekretär Gg. Pfeil; aus der Petrusgemeinde Obertelegraphensekretär Hermann Hofmann und Rektor Otto N e b e I i n g, als Stellvertreter Kaufmann Karl Seibel und Schlosser Otto Franz.
Nindermarki in Gießen.
Auf dem heutigen Rinder-Nuhviehmarkt in Gießen standen 548 Stück Großvieh, 108 Fresser und 154 Stück Kälber zum Verkauf. Es kosteten: a) Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 320 bis 380 Mark, 2. Qualität 180 biä 240, 3. Qualität HO bis 150 Mark; b) Schlachtkühe 1. 130 Lis 260, 2. 40 bis 100 Mark; c) Rinder, 1/2- bis Vjäfjrig, 50 bis 110, 3/i» bis 2jährig 60 bis 150, tragend 170 bis 320 Mark; ck) Kä b r das P und Lebe, dgewicht 20 bis 30 Pfennig. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverkauf: ruhig, geräumt.
Gießener Wochenmarktpreise.
♦ Gießen, 22. 2lug. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,25 bis 1,30 Mark, Kochbutter 1,— Mark, Matte 20 bis 25 Pf- Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 9, 2>ir- fing (grün), das Pfund 8, Weißkraut 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 15, Bohnen (grün) 15 bis 20, Bohnen (gelb) 18 bis 20, Erbsen 20 bis 25, Mischgemüse 10, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 10, Kürbis 6, Pilze 25, Kartoffeln (neue) 3 Pf., der Zentner 2,30 bis 2,50 Mark, Frühäpfel 20 bis 35, Falläpfel 6, Pfirsiche 30 bis 40, Preißelbeeren 30, Birnen 15 bis 30, Pflaumen 12 bis 18, Zwetfchen 15 bis 20, Mirabellen 20 bis 25, Reineklauden 12 bis 15, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 40 bis 50, Blumenkohl 5 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 5 bis 40, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5, Rettich 5 bis 15,
Die S21.- uni nach links in t füfjrer ß u 11 e i
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Berichtigend : hcc Arbeitsgei .. unserer Stadt
richtsrat T r ii | kleidet.
Hervorzuheb Männer von o lich ste (3 q
Sellerie 5 bis 20, Radieschen, das Bund 5 Pf.
Bornotjzen.
— Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die heilige Flamme".
— Männer-Badeverein 1836. Nächsten Freitagabend im Cafä Leib außerordentliche Generalversammlung. Näheres siehe heutige Anzeige.
*
** Von der Landes-Tkniversität. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird uns milgeteilt: Der planmäßige außerordentliche Professor Dr. Helmuth Bohnenkamp in Würzburg har den an ihn ergangenen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für innere Medizin und als Direktor der Medizinischen Tlniversitäts- Klinik zu Gießen angenommen.
** Eine Männerchor-Sing stunde - des NS.- Lehrerbundes, Kreis Gießen, findet am kommenden Donnerstag, 20.30 Ahr, in Gießen im Cafe Ebel statt. Chormeister ist Lehrer Dietrich. Die angemeldeten Sänger, aber auch solche, die dem Chor noch beitreten wollen, werden pünktlich erwartet. Soweit die Sänger Liederbücher besitzen (Heim, Göhe-Köhler oder Kaiser-Liederbuch), sollen diese mitgebracht werden.
Oekanaistag in Grünberg.
* Grünberg, 21. Aug. Heute fand im hiesigen Rathaus der neu konstituierte Dekanats- tag des Dekanats Grünberg statt. Er wurde durch eine Andacht, die Pfarrer S c r i b a, Wetterfeld, hielt, eröffnet.
Auf der Tagesordnung standen die Wahlen für bie kirchlichen 3nstanzen des Dekanats, zu denen 44 Abgeordnete ihre Stimme abgaben. Gewählt wurde als Dekan mit 43 Stimmen der seitherige Dekan Schmidt in Grünberg. Als sein Stellvertreter ging Pfarrer Scriba, Wetterfeld, aus der Wahlurne hervor, während Pfarrer Thorn, Odenhausen, als Stellvertreter Beider gewählt wurde.
Zu weltlichen Mitgliedern des Dekanatsausschusses wurden wiedergewählt die Bürgermeister Albert, Queckbom, und Weber, Göbelnrod. Neu hinzugewählt wurden Bürgermeister Dr. M i l d n e r, Grünberg, und 3ustizsekre- tär Seibert, Homberg. Ferner wurden die Herren Sanitätsrat Dr. K i ß n c r, Nieder-Oh» men, Lehrer Schmoll, Elpenrod, Bürgermeister M ä n n ch e , Freienseen, und Landwirt Z i m- me r, Groß-Eichen, stellvertretende Dekanatsaus- schußmitglieder.
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