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Nr. 195 Erster Blatt
183. Jahrgang
Dienstag, 22. August 1933
tr|d)ctni tägltd). autzo Sonntags und Feiertag» Beilagen. Du Illustriert. Biestener Familienblättei Heimat im Dill» Die Scholl» monati-Bejngspreis:
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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minus 205 000), Sachsen (rund minus 186 000), Schlesien (rund minus 153 000), Mitteldeutschland (rund minus 179 000). Rechnet man jedoch für jeden Bezirk den anteilmäßigen Rückgang von feinem Höchststand aus, dann steht Ostpreußen mit einem f a st lOOprozentigen Rückgang und Pommern mit einem bOprozentigen Rückgang an der Spitze.
Bon den am 15. August bei den Arbeitsämtern gezählten Arbeitslosen wurden rund 371 000 in der Arbeitslosenversicherung und rund 1 204 000 in der fuifenfürforge gezählt. Damit ging die Zahl der hauptunterstühungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung um rund 23 700, in der krisensürsorge um rund 48 600 zurück. Die wohlsahrtserwerbs- lofen werden für Mitte des Monats nicht gezählt.
Rach Berechnungen der Reichsanstati a u f Grund der ftrantentaffenmitglleber- 5 t a t i ff l f ist die Zahl der Beschäftigten im Juni auf rd. 13 307 000 gestiegen. Die vorläufigen Ergebnisse lassen für den Monat Juli eine Beschäftigtenzahl von rund 13 500 000 erwarten, was bestätigt, daß vom Tiefstand der Beschäftigung im Januar 1933 bis zum 31. Juli rund zwei Millionen Botksgenosfen in den Arbeitsprozeß eingeschaltet worden sind.
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hacf) um eine organische Entwicklung, die i der politischen Entwicklung ir.
Deutschland überhaupt beeinflußt worden fei. W e erRegierungsstellennochparteiamt-
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stelle wie von den anderen berufenen Pressestellen der Partei auf das schärf st e g e - brandmarkt und rücksichtslos bekämpft. Auch Im Pressewesen sei nur das gesund, was sich durch £ e i ft u n g durchsetze.
Es dürfte aber kein Zweifel darüber bestehen, daß man dort, wo man mit böswilliger A b - sicht offen oder versteckt gegendenNational- j o 3 i a I i s m u 5 auftrete, nicht davor zurückschrecken werde, j ch ä r f ft e Mittel anzuwenden. Selbstverständlich fei es nicht erlaubt, das Hoheitsabzeichen einer Partei am Stopfe einer nichtnationalsozialisti-
gewesen sei, in die Entwicklung der Presse eingegriffen und etwa eine Auffassung vertreten, daß es Künftig in Deutschland nur eine einheitliche Partei- amtliche Presse oder gar nur eine einzige parteiamtliche Zeitung geben dürste.
Die Frage, ob wir in Dcuiscyland eine Presse haben sollten, die in Haltung und Gesinnung ehrlich und entschlossen hinter dem Führer des CBolIeÄ und Staates stehe, dabei aber verschiedene
München, 22. Aug. (Pr.-Tel.) Die „Münchener Neuesten Nachrichten" verössentlichen unter der Überschrift „Einheitspreis e?" einen vielbeachteten Aufsatz von Friedrich Zimmermann (Ferdinand Fried) über die Entwicklung der deutschen Presse im letzten halben Fahr. Der Artikel geht davon aus, daß die deutsche Presse sich in dieser Zeit als verantwortungsbewußtes 3 n ft r u . ment der Politik in den Dien ft des
Drundjätzlichc Ausführungen des Berliner (^nuprcifcivflrtö.
Berlin, 22. Aug. (WTB. Funkfpruch.) Rach dem Bericht der Reichsanftalt für die Zeit vom 1. bis 15. August 1933 ging die Arbeitslosenzahl in der Berichtszeit weiter zurück und zwar in für diese Jahreszeit größtem Umfang, nämlich u m rund 1 30 000, gegenüber einem Rückgang von nur 9500 in der gleichen Berichtsperiode des Bor- jahrcs. Bei den Arbeitsämtern wurden a m 15. August 4 33 4 1 5 8 Arbeitslose ge- zählt. Damit ist erstmalig das Borjahrsniveau um über eine Million unterschritten.
Roch zu Jahresbeginn lag die diesjährige Er- werbstosenziffer über der entsprechenden Borjahrs- zahl. 3m Laufe des Monats Januar wurde diese Ueberlagerung, die feit 3uni 1928 in jedem Zeitpunkt gegenüber dem Borjahre bestanden hatte, erstmalig überwunden und die vergleichbare Borjahrsziffer wurde um Monat zu Monat gefördert durch den planmäßig fortgesetzten Kampf gegen die Arbeitslosigkeit weiter unterschritten. Born Höchststand der Arbeitslosigkeit im Februar dieses Jahres zum Stichtage ist die statistisch erfaßte Arbeitslosigkeit um rund 1 667 000 zurückgegangen. Die stärksten absoluten Abnahmen hatten die dichtbesiedelten und hochindustrialisierten Bezirke mit hohen Arbeitslosenzahlen wie Brandenburg (rund
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Die Presse als Instrument der Staatspolitik.
Eine vielseitige presse dient am besten den Zwecken des nationalsozialistischen Staats
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schon Zeitung erscheinen zu lassen. Es stehe aber nichts i m Wege, daß parteiamtliche B e - kanntmachungeninderPresseverbrei- te t würden, da diese nicht dem Schutzdes Urheberrechts unterliegen. Die Zeitungen müßten aber eine Form wählen, die nicht den Anschein erwecke, als ob es sich um eine Parteizeitung handele. Zum Schluß erklärte der Redner, man habe den Eindruck, daß aus Grund der politischen Macht- Dtrlagcrung viele Zeitungen Vervielfältigtest, Lebendigkeit und Eigenart vermissen ließen. Eine derartige Aengstlichkeik und Uebervorsichtigkest sei durchaus nicht vonnöten.
den Landesherrn schuf, nicht mehr besessen hat. Er hat aus den Länder-Staaten wirklich wieder Länder des Reichs, wieder Reichsländer gemacht. Er hat damit den Staat insofern den Raturgegebenheiten angepaßt, als es wirklich nur noch eine souveräne deutsche Ration gibt, deren Staatsgewalt in Reich, Land und Gemeinde ausgeübt wird. Wer aber glaubt, mit der Schaffung des Reichsstatthalteramtes sei die Reichsreform schon durchgeführt, vergißt, daß eine neue Zuständigkeitsverteilung zwischen Reich, Ländern und Gemeinden und eine Reugliederung des Reiches aus völkischen Gründen erforderlich find.
Ueberlebte Zöpfe müssen abgeschnitten werden und in der Vergessenheit verschwinden. Bürokratische Bevormundung der Selbstverwaltungskörper, geboren aus der Angst der ancien regime vor jeglicher frei« heitlichen Regung, und kleinliches Beharren von unteren und mittleren Bürokratien bei wesen- und darum bedeutungslos gewordenen „Rechten" müssen ein Ende haben. Es gibt nur noch ein Recht! Das ist das Lebensrecht des deutschen Volkes! Darum müssen die Zuständigkeiten der Zellen des deutschen Volkes und Deutschen Reiches so be- schassen (ein, daß sie das Leben des deutschen Volkes nicht hindern, sondern schützen und fördern. Es muß eine neue germanische volkssöderali (tische Sei b ft Dermal- tungsoerfaffung geschaffen werden, die sich abkehrt von dem starren zentralistischen Staatssystem und für partikularistische Spielereien keinen Raum läßt.
Soll der Staat auf das Volk gegründet werden, so müssen die politischen Zellen des Reiches den völkischen Zellen entsprechen. Dann dürfen nicht mehr Fürstenheiral und Bruderkrieg für die Gliederung des deutschen Raumes maßgebend fein, sondern nur noch d i e blutmäßigen Bin« bunaen der Stämme und Landsmannschaften. Mit diesen Zellen fallen in Deutschland glücklicherweise die Wirtschaftsgebiete größtenteils zusammen. Darum gilt es, das großdeutsche Volksreich der Zukunft in Reichsländer nach Dolks- und Wirtschaftsgebieten zu gliedern. Erst bann können Volkstum und Volkswirtschaft politisch wirksam erfaßt werden.
Wir haben das Vertrauen zur nationalen Regierung, daß sie den Weg der Reichsreform folgerichtig bis ans Ende gehen wird. Sie hat dem Durcheinon-
sichriften und Illustrierten Blätter teilnahmen, war von besonderem Interesse, da Gegenwartsfragen der deutschen Presse eingehend behandelt wurden.
Oer stellvertretende Leiter des Presseamts Groß-Berlin der NSDAP. Zän.cke
crflärte, er sehe im Verhältnis der Presse zur nationalsozialistischen Prcsseorganisation. also zu icn Prcsscwarten, der Ortsgruppen, der Kreise xnö der Rebenorganisationen der Partei die Hauptaufgabe darin, durch persönliche Fühlungnahme die nationalsozialistischen .Ziele auf dem Gebiet der Presse zu unter- nutzen und zu fördern. Durch Mundtotmachen einer Zeitung sei kein Verständnis für die nationalsozialistischen Aufgaben zu erzielen. Die nichtrationalsozialistische Presse habe heute im Grunde Las Bestreben, die nationalsozialistische Idee zu »erstehen und ihr zu dienen, weil es die Le u t s che Idee sei. Das kommend« Schrift- loitergesetz weise dem Schriftleiter im Gegensatz gu früher ein öffentliches Amt zu.
Man wünsche keine Uniformierung der Presse. Die Presse müsse bilbungsmäßig und blutmäßig mit den Kulturgütern bes deutschen Boltes in Verbindung stehen. Die Mannigfaltigkeit der Presse, wie sie früher ;um Unfcgen bes Boltes vorhanden war, solle n i ch t i n eine Gleichmacherei überschlagen. Der Redner wandte sich gegen jeden unlauteren Wettbewerb im Zeitungswesen. Methoden der Anzeigen- und Leserwerbung unter parteipolitischem Druck lehne die RSDAP. ab. Ein derartiges Borgehen werde als nichtnationalfozialistifch von der Reichspreffe-
Die Fortführung der Reichsresorm.
Eine Entschließung des Hessischen VolköbundeS zu Gunsten eines ReichSlandeS Hessen Nassau oder Hessen-Rheinfranken.
Der Derfaffungs- und Verwaltungscechtlichc Arbeitsausschuß des Hessischen Volksbundcs hat folgende Entschließung gefaßt: Mehr denn je sicht man heute in Staaten nicht mehr einen Selbstzweck, sondern die politische Verkörperung des Volkes. Der völkische Gedanke hat dem Rationalismus eine ganz neue Grundlage gegeben. Der Staat, der das Volk verkörpern soll, und seine Gegebenheiten politisch wiederspiegeln soll, der bewußt auf dem Volkstum aufbauen und organisch sein soll, muß mehr denn jeder andere dem organischen Zell en bau des
deutschen Volkes entsprechen, was Raumgliederung und Zuständigleilsverteilung an- geht. In einem solchen Staate können Verwaltung und Derwaltungsrecht nicht willkürlich gestaltet fein, sondern sie müssen, wie Volk und Staat, organisch gewachsen sein. Mehr als auf die Staats formen der Monarchie oder Republik kommt es auf das Wesen des Staates an, das sich in seiner Verwaltung und feinem Derwaltungsrecht offenbart Staalssystem und Staatsverwaltung sind für den Bürger und Volksgenossen Erscheinungsform dcs Staates und Staatswillcrs schlechthin. Darum läßt sich auf die Dauer kein Staats- oder überhaupt Gemeinwesen aufbauen, das nicht den Raturgegebenheiten inRaum und Volk entspricht, sondern auf willkürlichen Satzungen berußt, geboten aus dem Wahn, der Mensch könne sich über die Ratur, die vor ihm war und nach ihm sein wird, mit Hilfe künstlicher Konstruktionen hinweg- setzen.
Das Großdeutsche Volksrerch der Zukunft muß auf den Raturgegebenheiten des deutschen Volkes und Raumes aufgebaut werden. Es gilt, das Staatsshstem für Deutschland zu finden, das diese Raturgegebenheiten am besten verkörpert. Es ist falsch zu denken, die Reichsreform sei schon damit durchgeführt, daß in den Ländern Reichs st atthalter eingesetzt worden sind. Der Reichsstatthalter steht nicht am Ende, sondern am Anfang der Reichs- r e f o r m. Die Schaffung des Reichsstatthalter- amts durch unseren Dolkskanzler Adolf Hitler ist eine Lat gewesen, die in ihren historischen Ausmaßen kaum auszudenken ist. Adolf Hitler hat mit dieser Tat dem Reiche eine Geschlossenheit zurückgegeben, die es seit den j Tagen eines Kaisers Friedrich II., der im Iahte 1232 durch seine „bulla in favorem principium“ 1
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Berlin, 22. Aug. (TU.) Das Presseamt Qroß-Berlin der RSDAP. veranstaltet crllmonatlich eine Gauprcssetagung mit dem Zweck, Zwischen der Presseorganisation der Partei, den !resscstellen der Behörden und der nichtnational- siozialistischen Presse eine engere Verbin- öu n g zu schaffen. Die Prcssetagung. an der weit über 1OO Iournalisten der Lagespresse, der Zeit-
Gesichtspunkte zum Ausdruck bringen dürfe, oder ob es in Deutschland eine Einheitspresse geben soll, beantwortet der Verfasser dahin, daß sich eine Regierung gerade mit einer nicht uniformierten Presse ein gewaltiges Instrument ihrer Politik nach innen und außen ausbauen könne. Der fein auseinander abgestimmte E h o r der Presse einer Ration verfüge über eine gewaltige Resonanz in der ganzen Welt, wäh- renb der uniformierte Staatsanzeige r wohl kaum beachtet werden würde.
Ganz abgesehen von dieser außenpolitischen Bedeutung einer vielseitigen deutschen Presse sei aber ihr innerpolitischer und vor allem kulturpolitischer Wert entscheidend. Eine Presse könne nur mitten, u#nn ihr die Möglichkeit gegeben werde, ihre Eigenart, die Besonderheit ihrer Kritik zu entfalten — immer im Dienste einer allgemein ancr- Icinnten und verfolgten Lebensaufgabe. Gerade in der Vielfalt und Fülle der Besonderste i- t e n liege der Wert der Kritik, der gegenseitige Ansporn zu bester Leistung und damit die Schaffung ener Gei ft es- und Willenseinheit in Deutschland. Dieses habe der Reichskanzler als Ziel gesteckt, nicht aber d i e Schaffung einer reffeeinbeit Der Artikel kommt zu dem Schluß, die russischen und italienischen Ersa.)- nigen sollten für Deutschland genügen, sich nicht auf be n W e g einer E.i n h e i t s p r e s s e treiben ju lassen, zumal doch wohl von niemandem be» ftriften werden könne, daß unsere geistige Sage komplizierter oder vielfältiger sei als etroa diejenige Italiens oder gar Rußlands.
Partei und Preffe.
über das neue Men.
^rkehrsaml Italiens in.™- JjJ? 55°° Lire für den ter in der ausländischen
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^Ta^M^svliisss"ote^ Gliche Stellen hätten stärker als es notwendig Me die aus der A^nni! | M And unier dem De'.
schartigen Revolution in > 1,6 Weltpresse Tag für Tag ' rt, wo aus einer neuen Idee : anten war. Am ist endlitz liefern eigenartigen interna- gefallen. Drei Sprachen tei«
neuen Staates ge ft eilt habe. Natürlich habe | bei dieser Entwicklung die Regierung oft nachhelfen müssen, aber im großen und ganzen handele es sich
der der ständischen Gliederung ein Ende gemacht und sie organisch gestaltet, sie wird auch an die Stelle des staatlichen Durcheinanders ein organisch gegliedertes Reich setzen. Der hessische Mini- sterpräsident Dr. W e r n c r hat sich bei seinem Amtsantritt zu unseren Gedanken bekannt. Adolf Hitler hat als Reichskanzler den pfälzischen Rheinfranken Jakob Sprenger als Reichsstatthalter in Hessen berufen, der sich auch zu feinem iRbeinfranfentum bekannt hat, und als Führer der NSDAP, hat er ihm die Gaue Hesfen-Darmstadt und Hessen Nassau- Süd als einheitlichen Gau Hessen-Nas- s a u unterstellt. Wir haben das Vertrauen zum Führer, daß er uns auch den Wunsch aller Vernünftigen um Rhein, Main, Lahn und Fulda erfüllen wird: das R e i ch s l a n d H e f f c n • 91 a f f a u ober H essen-Rheinfranken.
Nie Vorbereitungen für den Nürnberger Reichsparteitag.
Zahlen aus der Arbeit der Lrganisations- leitung.
Nürnberg, 21. Aug. (CNB.) Don der ungeheuren Arbeit, die von der vrganisationsleitung der NSDAP, für den Reichsparteitag in Nürnberg geleistet wird, kann man sich erst einen 'Begriff machen, wenn man Zahlen hört. Für die Ausschmückung der Fe st Halle am Luit- poldhain mußten 20 000 Meter Dekorationsstoff, 1,5 Kilometer Guirlanden und 15 Wagenladungen Blumen besorgt werden. Bei dem Amtswalter- appell war Platz zu schaffen für einen Wald von 12 000 Fahnen. 350 Sonderzüge fahren nach Nürnberg. Für die Amtswalter mußten 150 000 Trinkbecher und 150 000 Eßgeschirre mit dem Bild der Burg und der Jahreszahl 1933 besorgt werden. Das Fernsprechaint Nürnberg hat allein iibcr 1000 Sonderanschlüsse verlegen müssen. Parkplätze für 2 0 0 0 0 Fahrzeuge wurden geschaffen, 500 000 Kilogramm Fleisch und Wurst über d e n normalen Bedarf hinaus bereit gestellt. Das Verpflegungsamt hat weiter 2600 Zinkkannen zu je 60 Portionen, insgesamt also Gefäße für 156 000 Portionen angekauft. 175 Waggons Stroh sind für das Strohlager ungefähren worden. In Nürn- berg-Stadt wurden 152 447, in Fürth.Stadt 32 128 und in Nürnberg-Land 25 200 Maffen- quartiere in Sälen, Fabriken und Schulen ermittelt. Insgesamt sind neben den Zeltquartieren 253 086 Lager in gedeckten Räumen bereitgeftellt worden. Das Essen für die Amtswalter wird in vier Riesenkesseln gekocht, von denen jeder mehrere Tausend Liter faßt. Da man für 150 000 Mann keine Kartoffeln schälen kann, werden rar- toffellofe Gerichte verabreicht, z. B. Rindfleisch mit Nudeln. Die Geschäfte werden von morgens fünf bis abends neun Uhr geöffnet fein, die freien Verkaufsstände, von denen mehrere Tausend errichtet werden, können bis zur Mitternacht offen» gehalten werden.
Nie Spielbanken.
Berlin, 22. Aug. (ERB. Funkspruch.) Das Reichsgcsehblatt vom 21. August 1933 veröffentlicht zwei Durchführungsverordnungen zum Gesetz über die Zulassung öffentlicher Spielbanken. Die erste Verordnung verbietet das Spiel in öffentlichen Spielbanken an den folgenden Feiertagen: Feiertag der nationalen Arbeit, Gedenktag der Gefallenen, am 24. Dezember und am 1. Weihnachtsferertag, an den Buß- und Beilagen, in der Karwoche und am Ostersonntag, am Samstag vor Pfingsten und am Pfingstsonntag, am Fronleichnamstag und am Totcnionntag. An einer Spielbank darf nicht spielen, wer das 21. Lebensjahr noch nicht erreicht hat und wer am Spielort und seiner näheren Umgebungen i'äffig ist.
Die zweite Verordnung besagt, daß von den Spicluntcrnehmcrn Abgaben erhoben werden, deren Höhe bei der Erteilung der Spielerlaubnis im einzelnen festgesetzt wird. Die zugelassenen Spielbanken werden bis 31. März 1 9 3 4 von den laufenden Steuern des Reiches, die vom Einkommen, vom Derinögen oder vom ^Umsatz erhoben werden, sowie von der Lotteriesteuer und von der Gcsellschaftssteuer befreit, lieber die Befreiung von Landes- und Geineindesteuern hat die zuständige oberste Landesbehörde zu befinden Strenqere Dei-fo'gung der Tierquälerei
Berlin, 21. Aug. (DdZ.) Nach § 145b des Strafgesetzbuches, der durch Reichsgesetz vom 26. Mai d. Is neu geschaffen wurde, ist mit Gefängnis bis zu sechs Monaten ober mit Gelbstrafe bebroht, wer ein Tier roh mißßanbelt ober absichtlich quält. In einer Verfügung erklärt der preußische Justiz- minifter, durch Schaffung dieser Strafvorschrifl habe die Reichsregierung der Erkenntnis Rechnung getragen, baß bie bisherige Vorschrift bes § 360 Nr. 13 des Strafgesetzbuches einen wirksamen Schutz der Tierwelt nicht gewährleistet hat. Diese Vorschrift stellte die lierqäulerei nur dann unter — geringe — Strafe, wenn sie öffentlich ober in Aergernis erregenber Weise, mithin nur, wenn sie vor Zuschauern geschah. Nicht um bes Tieres willen wurde also die Tierquälerei bestraft, sondern zum Schutze der Gefühle zuschauen- der Menschen. Eine solche Auffassung kann dem Empfinden der heutigen 3eit nicht entsprechen. Wie der Mensch, so ist auch das Tier ein mit Geben begabtes Wesen. Es erwächst daher dem Menschen als dem Stärkeren die Pflicht, das Tier vor unnötigen Qualen z u bewahren. Die Strafoollstreckungsbehörden werden angewiesen, in


