Hitler eingetragen hat. Damit hat der Reichskanzler erneut zum Ausdruck gebracht, welches V e r st ä n d n i s er der Bedeutung der Luftfahrt und der Ertüchtigung der Jugend entgegenbringt. Das Goldene Buch wird den einzelnen Fliegerlandesgruppen zu einer großzügigen Werbung für den Luftsport zur Verfügung gestellt werden.
Reichsführertagung des Stahlhelm auf den 8. bis 10. September verschoben.
Berlin, 21. Juli. (TU.) Wir entnehmen dem Bundesorgan des Stahlhelm, Bund der Fronsoldaten, folgenden Bundesbesehl des Bundesführers Franz Seldte: Der alljährlich abgehaltene
Stahlhelmtag findet nunmehr auch in diesem Jahre statt. Wegen des Anfang September in Nürnberg stattfindenden Reickspartei- tages der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, auf dem der Stahlhelm durch eine Abordnung vertreten sein wird, lege ich jedoch den Stahlhelmtag a u f d e n 8. b i s 1 0. S e p t e m b e r. An diesen Tagen werden sich alle Führer des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, in Hannover zu einem R e i ch s f ü h r e r t a g des Stahlhelm versammeln. Sämtliche Landesverbände haben durch die Entsendung von Sporteinheiten den besten Aufmarsch des Bundes zu gewährleisten. Weitere Befehle folgen. Gez. Seldte.
Oerfaschistische Gedanke marschiert
Coty gründet eine faschistische Partei.
Pari«, 21.3uli. (WTB.) Die faschistischen Tieigungen des Parfümfabrikanten C o t h sind seit langem bekannt. Ohne seine persönlichen Ambitionen allzu ernst zu nehmen, gewinnt aber der Aufruf zur Gründung einer Partei der französischen Solidarität, die gegen die jüdisch-marxistisch-freimaurerische Zersetzung gerichtet ist, gerade in dem Augenblick, in dem selbst bei den französischen Sozialisten sich eine Tendenz zur Abkehr vom Internationalismus bemerkbar macht, eine gewisse Bedeutung. Die neue Partei, die vorerst als ein Sammelbecken der Elemente gedacht ist, die unter dem Motto: „Frankreich den Franzosen im erwachten Vaterland" die Klassengegensätze zu überbrücken gewillt find, hat als Abzeichen den den heimischen Boden verteidigenden gallischen Hahn gewählt.
Offenbar im Hinblick auf die Ausführungen der Bürgermeisters von Bordeaux, M a r q u e t, auf dem französischen Sozialistenkongreh, die von Leon Blum als „Faschistisches Programm" bezeichnet wurden, schreibt die Daily Mail: Es «ist ein Zeichen der Zeit, daß in Frankreich eine faschistische Bewegung eingesetzt hat. Frankreich wird der Llnstabili- t ä t müde, die mit der demokratischen Politik Hand in Hand geht, so sie noch in Händen von Parteikombinationen liegt. Dieses System hat den Karrieremachern allzuviele Gelegenheiten gegeben, und es hat auch endlose Verwirrungen angerichtet. Die Franzosen sehen in Italien eine ganz andere Art Obrigkeit am Werke und diese findet bei vielen von ihnen^Anklang. Sie ist männlich und erspart KräfteverAudung, sie bringt Leistungen zustande und verschwendet keine Zeit und Kräfte in ständigen Ausschüssen und älnterau-rschüssen. Es ist gesagt worden, daß die Zivilisation im wesentlichen ein System sei, das in sparsamer Weise die in einem Volke schlummernden Kräfte zur vollen Entwicklung bringe. Mussolini hat gezeigt, wie erfolgreich der Faschismus sein kann und welchen Schutz er gegen den Kommunismus bietet.
Eine faschistische Organisation in Irland.
London, 21. Juli. Im irischen Freistaat ist eine faschistische Organisation unter der Leitung des früheren Polizeichefs, General O ' D u f f y, eines tüchtigen und energischen Mannes ins Leben gerufen worden. Sie hat sich zu einer Armeekame- raden-Vereinigung einer rechtsstehenden Organisation entwickelt. Etwa 300 Vertreter dieser Vereinigung trafen am Donnerstag in Dublin zu einer Sitzung zusammen und gaben der Organisation den Namen „Nationalgarde". Die Mitglieder der Organisation tragen das blaue Hemd als Uniform. Die Versammlung wählte O'Dufsy zu ihrem Führer. Die Ziele der National- aarde sind: Umgestaltung des parlamentarischen Systems, Bekämpfung des Kommunismus, Abschaffung des Streiks und der Aussper»
Verlassene Nation.
Von Franz Schauwecker (GOS.).
Niemals stand der Deutsche unmittelbarer dem Schicksal gegenüber als vor fünfzehn Jahren in jenen späten Iulitagen 1918, in denen nach der mihglückten deutschen Offensive auf Reims Foch aus den Wäldern von Villers Cotterets in die schwache, ahnungslose Ostflanke der deutschen 7. Armee zwischen Soissons und Chateau-Thierry einbrach und sie, übermächtig in allem, zurück- drängte. Da warf das Schicksal für einen Augen- "blid alle Hüllen fort und stand nackt in unserer Gröhe aufgereckt bis in alle Himmel. Da starrte den Deutschen auf allen Wegen, in allen Schluchten und Wäldern das Schicksal an. Er konnte die Hand ausstrecken und es berühren.
Es war jener furchtbare Moment, in welchem die für den Fortgang des Sturms auf Reims bestimmten Eingreifdivisionen, funkelnden Auges, berauschten Herzens, nach vorn marschierten, wo rechts ununterbrochen das Trommelfeuer im bewölkten Horizont hing, jene Stunden, in denen die Fühe der Kolonnen so leicht und beflügelt gingen, obwohl auch der Sieg den Tod brachte... aber es war ja der Sieg, der den Tod brachte, Len Tod, die große, strahlende Sternflamme mitten im Herzen, der Tod des Sieges, der für Sekunden den Himmel mit einem Buck aufreißt bis in seine letzten Tiefen und Höhen, der Tod, die große Begnadung. Es war jener schreckliche Moment, in dem die Kolonnen mit einem Male eine sonderbare Kurve machten und seitab marschierten, wo der Horizont so bleigrau und dumpf lag wie erschlagen und kollerte und Blasen warf und rollte. Cs war jener unvergeßliche Moment, als wir die ersten deutschen Truppen sahen, die finster und stumpf ermattet uns entgegenkamen und Gefangene mit sich führten, die lachten und ungeniert daherkamen, als seien sie gar nicht gefangen, sondern als gingen sie aus Lanue hier und amüsierten sich unverschämt über unsere Kavalkade, die ihnen wie ein Anachronismus vorzukommen schien, wie ein ahnungsloser Anachronismus, der triumphierend dahinzieht und noch gar nicht begriffen hat, was eigentlich los ist. Es war jener entsetzliche Moment, als wir es ahnten, zweifelten, sahen, begriffen: über unsere ausgestreckte Hand weg greift eine andere und reiht uns den Sieg vor den Fingerspitzen fort Da wurden wir gewahr: wir marschieren nicht mehr in den Sieg, sondern wir gehen in einen Rückzug. Lange genug kannten wir den
rungen, Einsetzung von Schiedsgerichten zur Regelung von Streitigkeiten, Organisierung der Landwirtschaft, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durch besondere Maßnahmen, späterhin Wiederherstellung eines geeinigten Irlands. Als Mitglieder der Organisation werden bisher 25 000 Köpfe gezählt. In den Grafschaften Cork, Limerick und Tipperary hat sie schon einen sehr großen Zustrom und macht der „Irischen revolutionären Organisation" einer d e Valero nahestehenden Organisation großen Abbruch.
Nach der Sitzung kam es sofort zu einem Z u - sammenstoß mit kommunistischen Elementen, die die Blauhemden überfielen. Mehrere Personen wurden verletzt. Die Regierung de Valero ist wegen der Tendenz der Nationalgarde in erheblicher Besorgnis und hat erwogen, die Organisation zu unterdrücken.
Oie faschistische Idee in China
London, 20. Juli. (CNB.) lieber den „Bund der Blauhemde n", der in China die Ideen einer nationalen und sozialen Wiedergeburt vorsieht, berichtet der Korrespondent der „Times" in Schanghai seinem Blatt interessante Einzelheiten. Danach rekrutiert sich ein großer Teil der Angehörigen dieser Geheimorganisation aus Kadetten der Militärakademie in W h a m p o a. Das Ziel des „Bundes der Blauhemden" ist die Bildung einer starken chinesischen Zentralregierung, die Abschaffung der „ungleichen Verträge" mit ausländischen Mächten, die Ausrottung der Korruption, die Förderung der Landwirtschaft, die Sicherung des finanziellen Gleichgewichts im Staatshaushalt, die Einführung der allgemeinen Dienstpflicht und der allgemeine Schulzwang. Der „Bund der Blauhemden" hat Vertreter nach Europa entsandt, die den Faschismus an Ort und Stelle studieren sollen. Andere Mitglieder der Organisation versuchen, in den wichtigen Zentralen der Verwaltung und insbesondere in allen mit der Volkserziehung betrauten Stellen Fuß zu fassen, um von dort aus die chinesische Nation mit der Idee des Faschismus vertraut zu machen.
Oie gehaltliche Gleichstellung der Gemeindebeamten.
Berlin, 21. Juli. (VDZ. Funkspruch.) Das preußische Innenministerium und das Finanzministerium weisen darauf hin, daß die durch die preußische Sparverordnung eingeleitete Angleichung der Bezüge der Gemeindebeamten an die gleichzubewertenden Stadtbeamten noch nicht in jeder Beziehung zu den von -der Reichs- und Staatsregierung im Interesse einer gleichen Behandlung der Gesamt-Beamtenschaft verfolgten Ziel der gehaltlichen Gleichstellung der Gemeindebeamten mit den Staatsbeamten geführt habe. Durch das Reichsgesetz vom 30. Juni seien infolgedessen neue Angleichungsvorschriften getroffen worden. Die Gemeinden und Gemeindeverbände haben bis zum 31. Juli erneut die Bezüge ihrer Beamten und Angestellten, Wartestandsbeamten, Ruhegehaltsemp-
Krieg und hatten die Waage im Gleichgewicht schweben gesehen und jetzt erkannte es unser Instinkt: die Schale senkt sich nach drüben. Der An- fang vom Ende beginnt. Jetzt ist es aus: Schluß!
Lind so betraten wir die riesige Arena der Schlacht.
Wir sahen die große, sommerlich blühende reisende Weite der Erde voll gelbem Korn und grünem Klee und glänzendem Laub bis in alle Horizonte erfüllt von Rauchschwaden, Gasnebeln, Kreidestaub, Explosionsqualm, Fliegern, Fesselballons, Schrapnellwolken. Wir wußten: all dies ist französisch, englisch, amerikanisch, belgisch, italienisch. Nichts hiervon ist deutsch.
Da stützten wir uns einen Augenblick auf einen gestürzten Baum, auf das Rad eines zerschmetterten Munitionswagens und senkten den Kopf, bevor wir weiter marschierten nach vorn in dieses auf die Erde gegen uns niedergegangene Gewitter aus Brand, Knall, Tod, Rückzug, Gasgift.
Wir befanden uns in dieser ersten der Rückzugsschlachten wie die Nibelungen in Etzels brennendem Saale. Rundum stand das Feuer der Welt und umschloß uns unentrinnbar. Alles war zwecklos. Und vor dieser Zwecklosigkeit schieden sich die Geister. Die einen sahen den Zweck in der Flucht, die andern im Kampf. Lind am Ende blieben die einen wie die andern, und der letzte Kampf begann.
Was hier vor sich ging im reinen Kampf ohne jede Aussicht auf Sieg, im Einsatz des Lebens zu Hunderten von Malen ohne jeden Wink eines Gewinnes unter den fürchterlichsten Gefahren — das geschah nicht mehr aus irgendeinem rationalen Anlaß, war der Berechnung enthoben in einen höheren Bezirk der Bestimmung und vollzog sich im Namen einer Llnbedinatheit, über die sich damals die wenigsten Rechenschaft zu geben vermochten. Alle aber standen unter ihrem zwingenden Gesetz.
Lind so erfüllte sich alles an uns und der Nation: es war kein Lohn dabei, es war kein Glanz des Ruhmes um uns, es war keine Erleichterung der Musik — es ging alles einsam, verlassen, unbeachtet vor sich. Die Welt war nur da, uns möglichst rasch und gründlich zu vernichten: die Heimat war mit sich selber beschäftigt: die Regierung sah ohne Kopf in ihren Sesseln.
An der äußersten Grenze des Reiches stand die Nation für sich im Kampf. Sie stand da: grau, abgemagert, halb verhungert, mit bren-
fänger und Hinterbliebenen nachzuprüfen. Die Beschlüsse sind dann den Aufsichtsbehörden vorzulegen. Die den Gemeindebeamten bisher zur Erleichterung der durch die Gehaltskürzungen erwachsenen Einkommensminderungen für eine gewisse Zeit gewährten Ausgleichszulagen fallen vom 1. August ab weg. Für die Einstufung der Gemeindebeamten dürfen lediglich Inhalt und Bedeutung der Stellen maßgebend sein, nicht etwa die Amtsbezeichnung oder sonstigen Merkmale. Mit besonderer Sorgfalt mu ßverfahren werden bei der Einstufung solcher Beamten, für die im Dienste des Staates eine unmittelbar vergleichbare Stelle nicht vorhanden ist. Auch bezüglich des Besvldungs- dien st alters darf kein Gemeindebeamter günstiger gestellt sein als ein gleich zu bewertender Staatsbeamter.
Wer gehört zum Deutschen Büro- und Behördenangestelltenverband?
Berlin, 21. Juli. (TLl.) Der Führer des Gesamtverbandes der Deutschen Angestellten, Pg. Forster, Danzig, hat folgende Anordnung erlassen: „Es b^st:hen trotz der Anordnung des Führers der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Dr. Ley, vom 22. Juni 1933 noch Llnklarheiten über den vom Gesamtverband der Angestellten zu erfassenden Personenkreis. Ich weise darauf hin, daß der Deutsche Büro- und Dehörden- Angestellten-Derband die Organisation für alle männlichen versicherungspflichtigen Ang estellten ist, die in Verwaltungen, Büros und Betrieben, die nicht dem HGB. unterliegen, beschäftigt sind. In dieser Anordnung vom 22. Juni 1933 ist auch ausgeführt, daß auch die Volksgenossen zu erfassen sind, welche infolge ihrer Einkommenshöhe nicht mehr versicherungspflichtig sind."
Meine politische Nachrichten.
Der Reichsleiter des NSLB., Staatsminister S ch e m m, hat zum Leiter der Reichsfachschaft „Lehrer a n H o ch s ch u l e n" Ministerialrat Dr. E i d l - Berlin ernannt. Zum ständigen Stellvertreter des Leiters der Reichshochschulfachschaft ist Professor Dr. med. Fischer -Würzburg bestellt worden. Der Reichsleiter des NSLB. ernannte außerdem zum Leiter der Reichsfachschaft „Lehrer an höheren Schulen" Will Griepen- trog- Berlin.
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Nach eingehenden Besprechungen zwischen dem Reichsjugendführer von Schirach und dem Bundesführer des „Scharnhorst", Major a. D. Epen- stein, wurde beschlossen, den „Scharnhorst" in die Hitler-Jugend zu überführen. Die bisherigen Landesoerbandsführer und Gauführer des „Scharnhorst" treten zu den Stäben der Gebietsführer bzw. Obergauführer der Hitlerjugend. Die bisherige Bundestracht darf aufgetragen werden, sie muß aber mit dem Abzeichen der Hitlerjugend versehen werden.
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Die Kieler Stadtverordnetenversammlung nahm einstimmig einen Antrag des Oberbürgermeisters Behrens an, dem R e i ch s p r ä s i d e n - ten v. Hindenburg und dem Reichskanzler Adolf Hitler das Ehrenbürgerrecht der Stadt Kiel zu verleihen.
Der Präsident der Abrüstungskonferenz Henderson hat München mit dem Zuge Wien— Paris verlassen. Zur Verabschiedung hatte sich der Reichsaußenminister v. Neurath am Zuge eingefunden.
Nachdem durch das Reichsgesetz vom 15. Juli 1933 über die Postabfindung die seit Jahren schwebende Frage der bayerischen Postab- f i n d u n g eine endgültige Regelung in Lleber- einstimmung mit der vor einiger Zeit zwischen dem Reich und Bayern getroffenen Vereinbarung gefunden hat, hat Bayern nunmehr die im Jahre 1928 beim Staatsgerichtshof erhobene Klage auf Verzinsung der Postabfindung zurückgenommen. Die durch das Gesetz
nenden Augen, mit schweren Armen und Beinen, Sorgen unter der früh gefurchten Stirn, düsterste Schatten der Zukunft über sich, einen mit unübersteiglichen Hindernissen verrammelten Weg vor sich. Es war verlassene Nation, die da antrat. Es war unerbittliches Schicksal, dem sie gegenübertrat.
Die Nation nahm den Kamps um das Aussichtslose auf. Sie konnte durch nichts dazu bestimmt werden, nur durch sich selbst. Es konnte hier um nichts mehr gehen, wenn nicht um die Nation selbst. Hier wurde, abseits von Erfolg, äußerem Sieg, Gewinn, Triumph, ein Bekenntnis vollzogen, das Bekenntnis der Nation zu sich selber. Es war das Letzte, das Wesentliche, das hier zum Durchbruch kam. Der innere Bestand der Nation wäre für immer in Frage gestellt worden, wenn hier ein Verzicht eingetreten wäre. Es war nur eine Selbstbestätigung, die hier gegeben wurde, als der deutsche Frontsoldat für das ganze Volk den ersten Schritt in die grauenvolle Hölle des Liebermaterials tat, die sich heulend vor ihm öffnete und sich feurig und erbarmungslos hinter seinem Rücken schloß. Hier mit dem Leben davonzukommen, damit konnte kein Soldat rechnen. Hier war der völlige Selbstverzicht offenbar. Nur die Nation konnte das ermöglichen und konnte es fordern. Es abzulehnen wäre Verrat gewesen. Niemand beging den Verrat.
Niemals haben die deutschen Frontsoldaten die Nation so im Eigentlichen gerettet wie in diesen Iulitagen 1918 und späterhin bis zum Ende des Krieges. Keine Frage galt der Zukunft, dem Ergebnis, dem Sinn, dem Ziel. Was kommen würde, wußte niemand, und niemand fragte danach. Lind so ging die Nation in den letzten Kampf und verschwand in den ungeheuren Ausbrüchen der Schlacht.
Als der Kampssoldat wieder auftauchte aus diesem Wirbel von Vernichtung und Grauen, war er reif geworden, erst einmal „Nein!" zu sagen zu vielem, das er bisher ungeprüft übernommen hatte. Von nun an konnte aus seinem Herzen nie mehr die große Gemeinschaft der Nation verschwinden, in der er selber damals verschwunden war als ein winziger Teil. Er gewährte den Sinn jenes Lebens mitten im Tode, die Nation, die das ermöglicht hatte, hinüberzuretten über Niederlage, Revolution, Kompromiß, Verrat und Flucht in die Menschen, die einmal das Schicksal herumwerfen werden. Es war nur ein Funke, mit dem der Frontsoldat wieder zum Vorschein kam aus den unter
Bayern zugebilligte Rente von 4,35 Millionen Mark jährlich entspricht dem mit der erhobenen Klage zulehr verfolgten ^Antrag.
Vor dem Ständigen Internationalen Gerichtshof kam die öffentliche Verhandlung in der doutsch-pol- nischen Klagesache wegen der Agrar beschwerde der deutschen Minderheit in Polen mit einer Duplik des polnischen Vertreters zum Abschluß. Die Entscheidung dürfte in etwa zwei Wochen zu erwarten sein.
Kunst und Wissenschaft.
Der Auftakt in Bayreuth.
Nach zwei Jahren ist nun B a y r e u t h wieder einmal für vier Wochen zum Mittelpunkt des künstlerischen Lebens geworden. Größer denn je ist das Interesse, das man den diesjährigen Fe st spielen entgegenbringt. Llnter der straffen, geläuterten Stabführung Elemendorffs gelangten die „Meistersinger" zur Aufführung.
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Am Freitagvo'rmittag wurde, wie das Vdz.- Bureau meldet, gleichsam zur feierlichen Einleitung der Festaufführungen, an der in der Billa Wahnsried im Parkheim gelegenen Grabstätte von Richard und Cosima Wagner eine stille Gedenkfeier abgehalten, an der nahezu das gesamte Festspielpersonal in Gegenwart von Frau Winifred Wagner teilnahm. Der Festspielchor sang unter Professor Rüdels Leitung aus dem „Parsival" die Verheißungs- Worte „Der Glaube lebt, die Taube schwebt". Es folgte die Niederlegung großer Lorbeerkränze, wobei die badische Kammersängerin Luise R e u ß- B e l c e, die noch unter dem Meister selbst 1882 im Parsival eins der Blumenmädchen gesungen hat, die Kranzspende des Solopersonals niederlegte. Im Anschluß an den Gedenkakt, bei dem keine Worte gesprochen wurden, begab sich das Festspielpersonal mit Frau Wagner zur Grabstätte Siegfried Wagners, wo ein Gedenkakt gleicher Art stattfand.
Aus aller Welt.
Acht Tote, zwanzig verletzte bei dem italienischen Eisenbahnunglück.
Wie schon kurz gemeldet, stieß der Schnellzug Neapel—Foggia zwischen den Stationen St. Lorenz und Solopaca mit dem Gegenzug aus Bene- vent zusammen, wobei acht Eisenbahnbeamte getötet wurden. Zwanzig Personen wurden verletzt, darunter sechs Schwerverletzte. Von Neapel aus ging sofort ein Hilfszug ab. Das Llnglück soll darauf zurückzuführen sein, daß ein Eisenbahnbeamter irrtümlich ein falsches Signal bediente und dadurch dem Zug aus Benevent die Einfahrt freigab. Die Strecke an der genannten Stelle ist nur eingleisig. Inzwischen hat sich der Llnterstaatssekretär im Verkehrsministerium, Post i l i o n e, zur Llnglücksstelle begeben. Eine genaue Llntersuchung ist eingeleitet worden.
Zwei Todesurteile in kiel.
Im Prozeß wegen der Ermordung des Siedlers Möller in Wahrendorf verurteilte das Schwurgericht in Kiel den 22jährigen Gärtnergehilfen Ernst Remmel aus Augsburg und die 21jährige Wirtschaftsgehilfin Johanna Degen aus Mainz zum Tode.
(Brofefeuer in Erlangen.
In der Bürstenfabrik Kraenzlein in Erlangen brach in der Zelluloseabteilung ein Brand aus. Das Feuer entstand an einer Fräsmaschine. Innerhalb zehn Minuten stand das ganze obere Stockwerk der Fabrik in Flammen, denen die großen Zellulosevorräte reiche Nahrung boten. Der Feuerwehr gelang es, den Brand auf das obere Stockwerk zu beschränken. Dieses ist mit sämtlichen Vorräten völlig den Flammen zum Opfer gefallen. Die Maschinen sind kaum noch verwendbar. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen.
Schweres Erdbeben in Kleinasien.
Ein schweres Erdbeben hat sich in der Gegend von Denizli bei Smyrna ereignet. Die Erdstöße dauern an. Bisher wurden 20 Leichen geborgen.
irdischen Bereichen des Materials. Manchem, der sich bequem an elektrischen Oefen und Zentralheizungen wärmt, mag es sonderbar sein zu sehen, daß einer aufsteht und weggeht von den Paradiesen der künstlichen Wärme in eine durchaus natürliche Kälte hinein und um einen Funken bemüht ist, der nur die Hand wärmen kann, in der er glimmt.
Es sind heute wie je und künftig immer jene Menschen, die es nicht fassen, daß man nicht anders kann als das Gesetz vorschreibt, das über uns ist. Es sind die Vereinzelten, die immer einen praktischen Grund für ihr Verhalten angeben können, sei es nun Erfolg, Geld, Stellung, Gewinn, und die dies stets nur in engster Beziehung zu sich selber zu sehen D»rmögen. Es sind jene, die man wahrhaft Individuen nennen muß, die in ihren Einzelheiten immer Recht und in der Ganzheit stets Llnrecht haben, die einen Erfolg morgen der Wirkung von übermorgen sofort unbedingt vorziehen und die stets die bestechendsten Gründe der Oberfläche am wohl- geplätteten Rockkragen haben. Indes die andern in die Schlacht marschieren, die nun erst beginnt.
Zeitschriften.
Prof. Dr. Emst Schultze schildert in der 3llu- strirten Zeitung (I. I. Weber, Leipzig) den heftigen Währungskrieg, der sich mit äußerster Scharfe zwischen England und Amerika ab- Aelt, und hinter dem alle anderen Probleme der Weltwirtschaft, mit deren Lösung sich die Londoner Konferenz befassen sollte, zurückgetreten «-k 7". schwer Deutschland unter der Welt- frife leidet, zeigt der Beitrag „Deutsche Lands- leute in Südwest-Afrika" von Nora v. Steinmeister. Entsagungsreich und primitiv ist das Leben, das die Afinka-Deutschen fern ihrer Heimat füh- rren, aber sie sind sich bewußt, daß sie nicht nur für ibr eigene^ Schicksal kämpfen: in nimmer- muöcr Zuversicht sind sie bemüht, einen starken cn 2luhenposten für die Heimat zu sichern.
Bon dem sportlichen Geist, der auch die deutsche Frau beherrscht, zeugt der Beitrag „Llnsere Amazonen im Sattel" von W. v. Hackewitz. In zahlreichen Bildern treten uns die erfolgreichen deutschen Reiterinnen entgegen, deren Leistungen uuch im Ausland hohe Anerkennung fanden. — 3n den Bildern vorn Nationalsozialistischen Gauparteitag in Leipzig, von Reichswehrmanövern und tagesgeschichtlichen Begebenheiten spiegelt sich das wiedererwachte, neue Deutschland.


