Ausgabe 
22.6.1933 Erstes Blatt
 
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Deutsche Arbeiter protestieren gegen den Genfer Gewaltakt.

Gtarke Vertrauenskundgebung der Gießener Arbeiter für die deutsche Arbeiter-Abordnung.

Gestern fanden im ganzen Deutschen Reich Pro­testkundgebungen wegen des Verhaltens der Inter- nationalen Arbeitskonferenz gegenüber unserer beut- schen Abordnung statt.

Die von der hiesigen Kreisleitung der 916230. einberusene Kundgebung war, trotz der zur Einoe- rufung zur Verfügung stehenden kurzen Zett, autzrr- ordentlich stark besucht

Vie Volksholle, in der die Veranstaltung slatt- fand, war bis aus den letzten platz beseht, die Galerien teilweise sogar überfüllt.

Rach einer kurzen Begrüßung der Erschienenen durch den kiesigen Kreisleiter der 91630., Wag­ner, sprach zunächst

der Adjutant des Kreisleiters, Zung der in seiner einführenden Ansprache u. a. folgendes ausführte:

2m Iayre 1914 zog das deutsche f)eer in den Krieg, um das Vaterland zu verteidigen. Es habe damals keine Parteien, keine Standesunterschiede gegeben, das ganze deutsche Volk sei vereint ge­wesen. Durch die Wühlarbeit der Marristen sei diese Front durchbrochen worden» Ein unbekannter Soldat, der für seine Heimat zu kämpfen und auch zu sterben bereit war, sei nach dem Diktat von Der- sailles hinausgegangen zu den Marxisten, um ihnen zu beweisen, was sie zerstört und vernichtet haben. Mit nur wenigen Getreuen habe dieser un­bekannte 6oldat Adolf Hitler eine Millionenbe­wegung geschaffen. Ohne ihn wäre der Bolschewis­mus längst da.

Lr habe dem deutschen Volk die Kraft zum Diederausstieg gegeben, habe die deutsche Dolfs- geineinschosl geschaffen.

Der Marxismus schlafe, aber er sei noch nicht tot, Adolf Hitler werde dafür sorgen, daß er restlos vernichtet werde. Dem deutschen Volk solle gegeben werden, was ihm gehöre: ein neues Deutschland durch Adolf Hitler! Sodann sprach GewerkschastskommlfsasBartholomäuS

Als bestimmt worden sei, daß diese Protest­versammlung stattfinden solle, bestanden Be­denken, ob im Hinblick auf die zur Einberufung zur Verfügung stehende kurze Zeit ein ent­sprechender Besuch der Veranstaltung gewähr­leistet sei. Es habe sich aber auch diesmal wieder bewahrheitet, daß, wenn Adolf Hitler oder das deutsche Vaterland rufe. Gießen sich nicht versage. Unsere Gegner wollten nicht ver­stehen, warum das nationale Deutschland gegen das Verhalten der Internationale protestiere. Wir müßten aber die Interessen der deutschen Arbeiterschaft, mit der die Inter­nationale 14 Jahre Echindluder getrieben habe, vertreten. Wir seien uns des Vorstoßes der Vertreter der Internationale bewußt gewesen, man habe aber nicht geglaubt, daß letztere ihre eigenen Grundsätze umstoben würden.

Man wolle die Arbeitnehmer eines öb-vlillionen- Volkes ausschalten.

Ein französischer Vertreter der Genfer Ar­beitskonserenz spreche der Leitung der RSBO. daS Recht ab, die deutschen Arbeitnehmer zu vertreten: die Freien Gewerkschasten hätten

aber das Recht. 100 Prozent der deutschen Arbeiter aus der Internationalen Arbeitskonse- renz zu vertreten, für sich als selbstverständlich in Anspruch genommen, obwohl sie selbst in der Blütezeit der Gewerkschaften nur 75 Prozent der Arbeiter. 1923/24 nur 48 bis 50 Prozent zu Mit­gliedern zählten. Die Freien Gewerkschaften, die im Mai dieses Jahres nut 30 Prozent der deut­schen Arbeiterschaft als zahlende Mitglieder aus­weisen konnten, hätten seit dieser Zeit unter nationalsozialistischer Führung eine starke Zu­nahme an Mitgliedern zu verzeichnen

Man verbitte sich, daß ein französischer Marxist, ohne die Verhältnisse zu kennen, Lügen in die Mett sehe und bas Recht des deutschen Arbeiters zu schmälern suche.

Der Führer der deutschen Arbeitnehmerabord­nung, Dr. Ley, finde volle Zustimmung, wenn er sich dagegen wehre, daß man den deutschen Ar­beiter entrechten und beleidigen wolle. Er sage mit Recht zu den Gegnern: »Ihr habt wohl noch die Macht, aber die Zeit, wo ihr den deutschen Arbeiter beleidigt, ist vorbei!" (Lebhaster Bei­fall.) Während die deutschen Vertreter bisher in 11 Ausschüssen zugelassen gewesen seien, habe man sie diesmal nur in 3 Ausschüssen zugelassen. Bei den wichtigen Problemen des Weltexportes, bei Besprechung der sozialen Aufgaben und bei Re­gelung der Arbeitszeit sei Deutschland ausgeschal­tet. Die deutsche Abordnung habe mit Recht die weitere Mitarbeit abgelehnt, solange die Gleich- be-echtigung nicht gewahrt sei.

Sie könne versichert fein, daß diese ihre Hal­tung voll gebilligt werde. DaS Wort werde Wirk­lichkeit:Riemais ging Deutschland zugrunde, wenn eS einig war." Man könne machen in Genf, was man wolle, die deutsche Einigkeit sei ein Fels, an dem alles Fremde zerschellen werde. (Starker Deifalll)

Nachdem der Versammlungsleiter noch bekannt gegeben hatte, daß an die Arbeitnehmerleitung in Berlin ein Telegramm abgesandt werde, in dem

schärfster Protest gegen die beleibigende vehanblung ber deutschen Aborbnung eingelegt und deren Verhalten voll gebilligt wird, sprach

Geh. Kat Prof. Or. Olt

noch kurz über die Vorgänge in Genf und über die frühere Behandlung der deutschen Arbeit­nehmerschaft durch die Internationale. Der Red­ner kam dann noch auf das Versailler Diktat, insbesondere auf die Kriegsschuldlüge zu sprechen, um dann noch darauf hinzuweisen, daß Deutsch­land auf dem Gebiet der Kunst, Wissenschaft und der Kultur vorbildlich gewirkt habe. Deutsch­land brauche sich deshalb nicht an die Wand drücken zu lassem Die Internationale brauche unS, wenn sie etwas Vernünftiges beschließen wolle.

Rach einem Schlußwort des Versammlungs­leiters, der ein dreifachesSieg-Heil!" auf das Vaterland und den Reichskanzler Adolf Hitler ausbrachte, fand die eindrucksvolle Kundgebung mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes ihren Abschluß.

' Tagung des RG.Lehrerbundes.

Der NS.-Lehrerbund (Bezirk Gießen-Stabt und Land, Bezirk Lollar) hielt gestern nachmittag im CafL Ebel eine Versammlung ab. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Tagung wurde von bem Kreisobmann des NS.-Lehrerbunbes, Kreisschulrat Dr. H e n ß, geleitet. Er begrüßte die Kolleginnen unb Kollegen und gab bekannt, baß and) ber NS. -Lehrerbunb eine Fahne beschafft habe, bie bemnächst geweiht werben solle. Er machte ferner auf zwei Fachschriften auf- merksam, bie sebem Kollegen zur Lektüre empfoh­len würben Er wies auf Die Werbewoche für bas Deutschtum im Ausland unb beren Bedeutung hin unb verlas einen Aufruf zur Mit­hilfe an ber Arbeit bes Dolksbundes für bas Deutschtum Im Ausland. Gleichzeitig forderte er zur nationalen Pflichterfüllung in diesem Sinne auf. Die Spenden für den Dolksbund für bas Deutschtum im Auslanbe sollten nicht an den Kreis- lchulrat, sondern auf das Konto 5979 der Bezirks- svarkaffle überwiesen werden. Zum Schluß referierte Kreisschulrat Dr. Henß noch über die verschiede­nen Bekleidungsvorschriften im NS.-Lehrerbund. Anschließend hielt

Llniversitätsprofestor Or. Junk-Gießen einen Vortrag über denFaschismus in Ita­lien". Man brauche, so führte er u. a. aus, in Deutschland nicht auf fremde Vorbilder zu sehen, interessant feien aber vergleiche zwischen Deutsch­land unb Italien. Der Faschismus in Italien sei nur aus ber Vorkriegszeit heraus zu verstehen. In Ita­lien habe Diel Not geherrscht, ber Bauer lebte kärg­lich, das Handwerk habe sich in einem für uns un­vorstellbarem Zustande befunben, ber Arbeiter sei ausgebeutet worden, viele Italiener seien in Deutsch­land zur Arbeit gewesen. In Großstädten habe es ein Heer von Obdachlosen gegeben, unb ber mora- tische Zustanb bes Volkes habe sehr zu wünschen übrig gelassen. Für ben Bildungsstand seien 50 o. H. Analphabeten bezeichnend gewesen. Die Schulpflicht fei nicht sehr streng gehandhabt worden. Die Ur­sache dieser Verfallserscheinungen fei das demokra­tisch.liberalistische System in Italien aewesen. Mar­xismus habe sich breitmachen können, fei sehr radi­kaler Natur gewesen unb der Arbeiter sei systema­tisch verhetzt worden. Der Faschismus habe Wandel geschaffen. Die Bewegung fei nach dem Kriege von Mussolini aus dem Kreise der heimkehrenden Sol­daten aufgebaut worden. Die Tendenz war anti­demokratisch, der Wahlspruch laute:Bescheidenheit, ^Lauterkeit, Dpferfinn!" Bald habe Mussolini der Demokratie das Todesurteil sprechen können. Im Oktober 1922 erfolgte dann der Marsch auf Rom, Mussolini habe die Macht ergreifen können, sei Führer geworden und die Faschisten zu einer staat­lichen Miliz. Ein offizielles Programm habe nicht Vorgelegen. Die Erziehung der Miliz habe durch zehn sehr strenge Gebote ihre Richtlinien erholten. Absoluter Gehorsam sei die wesentlichste Forderung.

Der Staat nehme die Erziehung der Jugend in sei­nem Sinne als Recht für sich in Anspruch.

Das Führerprinzip fei das herrschende. So wurde bas Volk auf eine völlig andere, sozialere Stufe gestellt. Das Privateigentum fei nicht angegriffen, es fei aber verpflichtet, am Produktionsprozeß innerhalb der natio­nalen wirtschaft teilzunehmen.

Kapital unb Arbeit seien gleichberechtigt. Bei allen seinen Maßnahmen habe es Mussolini ausgezeichnet verstauben, bas Interesse bes italienischen Menschen bem Staat zu sichern. Sein großartigstes Werk sei dieVerfassung der Arbeit", in der die Grundzüge des Arbeitsrechtes feftgelegt sind. Jede Arbeit ge­nieße Schutz, jede Arbeit müsse dem Staate dienen. Beispielgebend wirke Mussolini auf dem Gebiete der Förderung der Landwirtschaft. Auf dem Ge­biete der Erziehung fei ungeheure Arbeit geleistet worden. Die schule fei patriotisch und religiös, vaterländische Geschichte unb faschistische Staats- lehrer ftünben im Lorbergrund. Mussolinis größte politische Tat sei die Versöhnung mit dem Vatikan aewesen. Die Erfolge des großen Staatsmannes seien allenthalben erkennbar. Zwischen dem italie Nischen Faschismus unb bem beutfchen National­sozialismus fei zwar manche verwandte Linie, es fei aber noch mancher Unterschied festzustellen. Er­freulich sei es, daß die Verbindung zwischen Deutsch­land und Italien ausgenommen worden sei und freundlich gepflegt werbe. (Lebhafter Beifall.)

Kreisschulrat Or. Henß

sprach hierauf über das ThemaRS. - Lehrer- bund undErziehergemeinschaf t". Jede Tagung, die der RS.-Lehrerbund bisher abgehal­ten habe, stand jeweils im Zeichen großer Ereig­nisse. Die Derfammlung, die heute stattfinde, stehe im Zeichen Der großen Tagung in Magdeburg, in der die Erziehergemeinschaft gegründet worden sei. Die Tagung habe die Erzieher in Deutschland einheitlich zusammengefaßt. Es be- Sinne mit diesem Tage eine neue Zeit auch in er deutschen Lehrerschaft. Die Gegen­wart fei bestimmt von hochbcdeutfamen Ereignis­sen. Man lebe in einer Zeit der Entscheidungen, und jeder müsse sich glücklich schätzen, der an der Gestaltung der deutschen Zukunft in dieser entschei­denden Zeit mitwirken könne. Run seien neue Kräfte entbunden worden, aber es gelte auch, viel Verantwortung zu tragen. Der deutsche Lehrer stehe inmitten des entscheidenden Geschehens und habe eine höchst bedeutsame Stel­lung. Er müsse unter allen Umständen die Zeit zu begreifen versuchen, müsse begreifen, um was es gehe.

Der deutsche Lehrer müsse den Sehnsuchtsschrei bes deutschen Volkes hören, den Ruf zur Volk- werdung, denn Volkwcrdung sei das richtung­gebende Wort unserer Zeit. Der Erzieher dürfe nicht mehr abseits stehen.

Man müsse sich aber davor hüten, persönlichen Vorteil in den Vordergrund stellen zu wollen. SS gehe jetzt nicht um Gehaltserhöhungen, oder gar um Beförderungen. Der Blick dürfe nicht auf das Materielle, sondern müsse auf das Ideelle gerichtet sein. Das Ganze dürfe nicht aus dem Auge verloren werden. Die große Zeit müsse ein große- Geschlecht finden. Der Lehrer habe seine große Aufgabe darin, den Hintergrund mit ju bauen für ben Fortbestandder Ra­tion. Der RS.-Lehrerbund sei nun selbst Volk und Staat unb bestimme sein Los. das deut­sche Los. Der Rattonalsozialismus sei durch viel Kampf gegangen, aus Kleinem groß geworden, habe viel Gegnerschaft gefunden und viel Spott über sich ergehen lassen massen. SS habe eine Zeit gegeben, da seien von Prosessoren Fragen gestellt worden, über die man heule lache. Der Rationalsozialismus habe die Zweifel der Gelehr­ten widerlegt. Roch stünde heute mancher Stu­dienrat und mancher Lehrer abseits, weil er glaube, schlauer zu sein als jene, die in vorderer Linie mitkämpften. Verschiedentlich werde noch ge­gen den RS.-Lehrerbund gewühlt, aber die Zeit fei vorbei, in der man gegen den RS.-Lehrerbund ernsthast opponieren könne.

Endlich sei es an ber Zeil, daß auch ber Stan­desdünkel in Fortfall komme, denn die national­sozialistische Revolution bedeute eine soziale Revolution.

Auch in einer Maske werde sich heute niemand mehr behaupten können. Alle Bemühungen einer bestimmten Standesschicht, die Darauf hinaus­laufen, eine Machtposition zu halten, würden vergeblich sein. Reben Dem RS. -Lehrer- bunb gebe e s nichts anderes. Der Staat müsse vollständig nationalsozia- l i st i s ch lein, der ursprüngliche Gedanke Dürfe nicht verwässert werden. Mit einemHeil- Hitler!" und einem Abzeichen allein fei es nicht getan, denn man wolle eine grundlegende Revolution. Standesdünkel und vor allem Klassenkamps Dürften sich nicht wieder breit- machen. Im RS -Lchrerbund müsse sich von der Kindergärtnerin bis zum älniversitätsprofessor alles finden. Der R S. «Jc hrerbund müsse zu einem Repräsentanten des Staates werden. Der Lehrer habe dazu beizutragen, daß nationale Ideale verwirklicht werden. Es müßten aus diesem Grund Arbeitsgemeinschaf­ten gebildet werden, deren Leiter Sachkenner und zuverlässige Rationalsozialisten fein müssen. Die Arbeitsgemeinschaft für Volksbildung müsse wahre Volksbildung bis in die letzte Hütte tragen-

Zeder müsse auf feine weise Mitarbeiter wer­den. Ls dürfe keine Drohnen geben. Dabei dürfe aber nicht bas große Ganze aus bem Auge verloren werben, wer sich von bieser Arbeit für ben Staat unb bas volksganze aus­schließe, ben kenne auch der Staat nicht mehr.

Alles Tun habe nur dann Ginn, wenn es Be­ziehung zu Gott und zum Volke habe. In Magdeburg sei ein Eid geleistet worden, der gehalten werden müsse bis zum Letzten. Jeder müsse mitmarschieren. Die Zeit sei gigan­tisch groß, und man rechne nicht mehr nur mit Jahren. Man freue sich Der Einigung im Gr- zieherstande. Dank gebühre aber Dem Führer Adolf Hitler, dessen einigende Tat Die Mög­lichkeit zum Reuaufbau unseres Volkes schuf. (Stärkster Beifall.)

Lehrer Aebeling- Gießen

sprach als Dritter ReDner. Im vergangenen Staat, so führte er u. a. aus, habe man das Nebeneinander verschiedener Parteien gestattet. Unklarheit und Ziellosigkeit des Wollens seien die Folge gewesen. Dieser Unklarheit sei das kulturelle und völkische Leben zum Opfer ge­fallen.

Der JlS.-Staaf siehe im Zeichen des verant­wortlichen Führers. Die Sicherung des Lebens des Volkes sei bas Ziel.

Der Nationalsozialismus kenne nur einen ein­zigen Willen. Die Lehrerschaft habe im Der- ganaenen Staat unter Der Verschiedenheit Der Geisteshaltung IciDen müssen. Denn jeder habe sich willkürlich organisieren können. Der deutsche Lehrer habe nur c i n Ziel, und zwar dem deut­schen Volke zu dienen. Der Erzieher habe sich in vergangener Zeit oftmals daraus beschränkt, in Der IugenD nur einen gewissen Abschnitt menschlichen LebenS zu sehen und die Erfüllung eines bestimmten Pensums angestrebt. Das fei in völkischem Sinne unzureichend. Es müsse aus die Zukunst deS ganzen Volkes ge­sehen werden. Nun frage sich, waS sich au- dem Gegebenen (Dem Schüler) zum Sollenden entwickeln werde. Zunächst sei des Schülers äußere Erscheinung gegeben. Es sei unschwer zu beurteilen. Schwieriger sei die Erfassung der geistigen Person. In dieser Hinsicht sei der Lehrer auf sich selbst gestellt. Noch schwerer sei aber die Beurteilung des Seelischen im Kinde. Da- Kind erschließe sich Den Eltern leich­ter, als Dem an sich Doch sremden Lehrer. Nun sei es aber für Den NS.-Staat wichtig, Die Dreiheit:Körper. Geist, Seele", im Kinde zu erfassen, das Rassische zu erfüllen, daS ja das Bestimmende sei. Raste sei nicht nur etwas äußerliches. Wenn gegenseitiges Verständ­nis herrschen solle, müßten Lehrer und Schüler einer Rasse sein.

Das Ziel sei die Gewährleistung des völkischen Lebens.

Volk sei etwas ganz organisches, bas sich aus der Gemeinschaft, aus ber Familie entwickele. Familie iei nicht nur wirtschaftliche, sondern auch göttliche Gemeinschaft. Zerschlagenes Familienleben bedeute zerschlagenes Volk. Völkeroersöhnung sei zwar er­strebenswert, Völker müßten aber erst erstehen. Die Volkwerdung in Deutschland müsse sich ooll- enden. Dabei habe der Erzieher genau so zu arbei­ten, wie der schöpferische Mensch. Das Ziel müsse klar vor seinem Auge sein. Das Bild des deutschen Volkstums müste sich darstellen, wie das eines Domes. Die Jugend sei der edeleste Baustoff. Des­halb fei die Arbeit bes Erziehers zukunstsbcstim- tnenb. Jeder müsse sich an seiner Stelle einfügen. Jedes Volk müffle sich aufbauen aus seiner Rasse, bas deutsche aus der nordisch-germanischen. Dem Schüler müsse aber auch die Arbeit an sich selbst nahegelegt werben.

Lehrer und Schüler mühten geistesmäßig gleichgeschaltet werden.

Jedes Menschen Wert sei bestimmt nach dem, was er der Gemeinschaft gu geben habe, fei es ber Familie, ober einem größeren Kreise. Der Charak­ter des Menschen im Dienste des Volkes sei aus- schlaggebend. Der Unterricht müsse gleichzeitig Erziehung sein. Das gelte besonders für Reli­gion, Deutsch und Geschichte. Religion sei hervor­ragendes erzieherisches Unterrichtsfach. Der Deutsch- unterricht müsse mit der Sprache, die Geschichte mit lebendiger deutscher Vergangenheit auf das engste vertraut machen. Der Unterricht an sich solle mit- helfen, ben deutfchen Menschen zu bilden.

Gott, Volk, Vaterland sei ber Dreiklang, ein hohes Ziel im Interesse der Eingliederung ber deutschen Jugend in die Zukunft des Volkes.

Es sei schwer, diesen Dreiklang dem Kinde völlig vertraut zu machen, aber es müffle trotzdem hin- ?geführt werden, es müßten ihm Brücken zum Ber- tändnis dieser großen Einheiten gebaut werden. Der Erzieher selbst müsse Vorbild fein. Jeder Er­zieher müsse vor allem Christ sein. Deutschland könne nur leben, wen jedes Kind sein Können in ben DreiklangGott-Volk-Vaterland" stelle. (Leb­hafter Beifall.)

Zum Schluß brachte Kreisschulrat Dr. H e n ß aus den Führer Adolf Hitler und bas deutsche Vaterland ein dreifachesSieg-Heil!" aus, in das die Versammlungsteilnehmer lebhaft einstimmten. Das Horst-Wessel-Lieb wurde sodann gemeinsam gesungen.

Obecheffen.

LS Jahre Männergesangverein Harmonie" Rödgen.

r Rödgen, 20.Juni. Linser Dorf prangte in diesen Tagen im Festtagsschmuck. Ehrenpforten waren an Den Dorfeingängen auf gestellt worden, Girlanden und Fahnen schmückten Die Häuser. Der GesangvereinHarmonie" hatte alles wohl vorbereitet, um sein 25jähriges Vereinsjubiläum in_ Gemeinschaft mit zahlreichen gelaDenen aus­wärtigen Vereinen, seinem DrudervereinCon­cordia" und der Gemeinde feiern zu können.

Am Samstagmittag regnete es tüchtig, doch konnte gegen 21 älhr ein Fackelzug durchs Dorf gehen und danach der Festkommers beginnen. Eisenbahnbetriebsassistent Ludwig Rocker begrüßte die Gäste, insbesondere den GesangvereinTeutonia", Heuchelheim, der schon eingetroffen war. Gesang und Ansprachen wech­selten nun und versöhnten schnell mit dem Wettergott. Herr D o l k m a n n vom Gesang­vereinTeutonia", Heuchelheim, und Herr E h e l- müller vom GesangvereinConcordia", hier, überreichten je einen Fahnennagel. Dann wurden 17 verdiente Mitglieder deS Vereins, die ihn haben gründen helfen, zu Ehrenmitgliedern er­nannt und bekamen Ehrenurkunden überreicht. Es sind dieS die Herren Hch. Balser XII., Christoph B elfer, Karl Hahn, Wilhelm Inderthal. Ernst Inderthal, Wilhelm Kraushaar, Ioh. Klos. Kaspar Jost, Georg Mandler. Hch. Rocker. K. Rocker. Karl Rühl, Wilh. 6teie, Ludw. Schwalb. Wilh. Schwalb, L. Seipp und L. Wäch­ter. Herr Ernst Inder t Hal dankte für die Ehrung und versprach, dem Verein weiterhin die Treue zu halten. Als Anerkennung für seine erfolgreiche Wirksamkeit als Chordirigent wurde Herrn C o u r t h s , Gießen, ein Blumengebinde übergeben.

Der Sonntag, ber eigentliche Festtag, ließ sich besser an; bas Gewölk lichtete sich. Um 9 Uhr war F e st g o 11 e s b i e n ft oerbunben mit ber Ehrung der im Krieg gefallenen Sangesbrüber. Pfarrer Bönning sprach über ben inneren Wert Des Ge­sanges für ben einzelnen Menschen unb bie Gesamt­heit unb suchte eine Harmonie zwischen Leib unb trreub zu finben. Zum Schlußwort las er bic Namen ber Gefallenen vor: Hch. Lubw. Schlapp, Wilh. Jnberthal, Wilh. Wagner, Karl Hch. Balser, Ferbinanb Schwalb unb Ludwig S t e i n m ü 11 e r. Geschlossen marschierten nun bie Sänger auf ben Friebhof, wo Herr Nock er einen Kranz am Kriegerehrenmal niederlegte.

Nachbem in der Mittagszeit bie Gastvereine ab- geholt worben waren, (teilte sich um 14 Uhr ber Fest z u g auf. Neben den Ehrenjungfrauen unb ben beiden hiesigen Gesangvereinen nahmen daran teil: Germonia-Vurkhardsselden, Heiterkeit-Annerod, Heiterkeit-Gr. Buseck, Eintracht-Steinbach, Teutonia- Heuchelheim, Sängerluft-Dppenrob, Harmonie-Reis- kirchen, Jugendfreund-Steinberg, Sänaerkranz-Gr. Buseck, Sängervereinigung-Grünberg, Alten-Buseck, Wieseck unb Gesangverein Eintracht-Hausen. Auf dem Festplatz entwickelte sich bald frohes Treiben. Herr Ludwig Rocker begrüßte auch hier wieder die Festversammlung. Fräulein Emma Stein- m ü 11 e r überreichte für die Ehrenjungfrauen unter herzlichen Wünschen für das fernere Gedeihen des Vereins eine prachtvoll gestickte Fahnenschleife. Dann boten die Vereine in buntem Wechsel ihre Lieder und Chöre. Es war wieder einmal Gelegen­heit gegeben, zu hören und zu sehen, welche inten- fine, gediegene Arbeit in unseren Männergesang, vereinen um Gießen geleistet wird und welche Er- folge erzielt werden können, wenn Dirigenten mb Sänger von gleicher Liebe zum Gesang, aber auch von gleichem Pflichteifer befeelt sind. Chorleiter unb Sänger bes festgebenden Vereins sind darin ein Muster. Bei aller Liebe unb Freube zur Sanges» fünft, bei allem fröhlichen Schaffen herrscht eine jeweils selbst auferlegte glänzende Disziplin, durch die es möglich geworden ist, daß sich ber Verein feit ber Uebernahme der Leitung durch He^rn Courths in steter Aufwärtsentwicklung befindet. Der Verein darf stolz auf seine 25 Jahre zurück- blicken, denn die Gründer hatten es nicht leicht, sich durchzusetzen. Er Darf aber auch hoffnungsfroh in die Zukunft blicken, denn Der Erfolg lockt zu neuer Kraftentfaltung.

SPO.-Orisgruppe löst sich auf.

Lauterbach, 21. Juni. (WSN.) Die Orts­gruppe Lauterbach Der Sozialdemokrati- Ichen Partei hat eine öffentliche Erklärung ab­gegeben, nach der sie sich m i t s o f o r t i g e r W i r - Fung aufgelöft Hot.

^NIVEA* CREME

oder aber?

NIVEA* ÖL