Issue 
22/05/1933 Frühausgabe
 
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

geduldet werben, daß es nur eine deutsche Be- omtcnschaft gibt. Wer das nicht verstehen will, muh sich damit absinden, wenn er etwas derb an- gefaßt wird, daß ihn der Revolutionswind mit hinwegfegt.

Das gegenwärtige Beamtengesetz ist ein Gesetz des Ueberganges, das Grundgesetz steht geschrie­ben in den 25 Programmpunkten der RSDAP. Deutscher Beamter und kann nur sein, wer deut­schen Blutes ist und wer die Voraussetzungen eines Beamten, wie wir ihn verlangen, erfüllt.

Deutscher Beamter! Der Weg in die Zukunft ist klar gezeichnet! Du sollst, wie in der Vergan­genheit, auf Grund deines Charakters, deines Könnens und deiner Leistungen Vorbild allen Volksgenossen sein. Du sollst mit allen deinen Kameraden kämpfen, insbesondere als Diener des Staates zum Wohle von Volk und Vaterland."

Führerprinzip im OOB.

Für Wetzt Hastigkeit und Monarchie.

Berlin, 20. Mai. (TU.) Der Deutsche Offi­zier-Bund teilt mit:

1. Der Deutsche Offizier-Bund bekennt sich rück­hol t l o s zu der vom Bertrauen des .Herrn Reichs­präsidenten Generalfeldmarschall von Hinden­burg getragenen nationalsozialistischen Staatsführung durch den Herrn Reichskanzler Adolf Hitler und wird sich für sie e i n s e tz e n. Er dankt dem Herrn Reichskanzler für die den alten Offizieren aus der Seele gesprochenen mann­haften und weisen Worte, mit denen er vor dem Reichstag und der Welt für die L e b e n s » bedingungen, d i e Würde und Ehre des deutschen Volkes eingetreten ist. Besonders begrüßt er die auf allen Gebieten durchgeführte re st lose Säuberung des öffentlichen Lebens der Ration von marxistischer und pazifistischer Unmoral der Nach­kriegszeit. Getreu den geheiligten Traditionen der alten ruhmreichen Wehrmacht hält der Deutsche Offizier-Bund an seiner monarchistischen Einstelluna fest und wird als eine seiner vor­nehmsten Aufgaben die Förderung der Wehrhaftigkeit unseres Volkes und die wehr­hafte Erziehung unserer Jugend betrachten.

2. In Anbetracht der großen Aufgaben der Mit­wirkung am Wiederaufbau lind der Wiedererstar- kuna unseres Vaterlandes, welche der DOB. auch in Zukunft zu erfüllen hat, wird seine Leitung, den heutigen Forderungen entsprechend, auf das a b - solute Führerprinzip eingestellt werden. Der Führer des Bundes ist der Herr Bundes­präsident, Erzellenz v. H u t i e r, der die Vollmacht hat, seine Mitarbeiter selbst zu bestimmen.

Ein Gruß an die Brüder jen­seits der Grenze.

Berlin, 20. Mai. (WTB.) Auf dem Kh f f - Häuser fand heute in Gegenwart von "23ertre* turn aller deutscher Kriegerdereine und in An­wesenheit des Oberleutnants Sicht ing als Ver­treter des Wehrpolitischen Amtes der RSDAP. die feierliche We he derGedenkhallefürdie abgetrenntenGebieteim Kuppelraum des Denkmales auf dem Khffhäuser statt. Der Bundesführer des K'yffhäuserbundes General der Infanterie a. D. v. Horn sandte an dieser durch die Tradition geheiligten Stätte folgenden Ruf an alle Brüder und Kameraden in den abgetrennten Gebieten:3n der Weihesiunde der Gedenkstätte für die abge­trennten Gebiete auf dem Kyffhäuser sendet der Kyffhäuserbund an alle Deutschen, die der Macht­spruch von Versailles vom Mutterlande trennt, die herzlich st en Treugrüße inner st er Volksverbundenheit. Wir grüßen insbe­sondere euch Kameraden aus dem gro- ß e n K r i e g e , die ihr in der vordersten Kampf­front des deutschen Geistes steht. Wir grüßen euch aus dem neuen Deutschland, das unter Schwarzweißrot und Hakenkreuz einig wurde wie 1914. Wir bitten euch, mitzukämpfen gegen die Verleumdung unseres Volkes und unserer Regierung. Rein in Ehr und Wehr steht Deutschland."

Birkhahnbalz in der Heide.

Äon Rüdiger Schwarz.

Drei Uhr; kalt und hoch steht der Himmel, matt flimmern die Sterne, dsVMond wirft bleiches Licht über Moor und Bruch. Gespenstisch blitzt und glänzt es in den dunklen, grundlosen Tümpeln; weiße Bir­tenstämme neigen sich geisterhaft im fahlen Licht. Ein leichter Windstoß geht rasselnd durchs Bruch und läßt leichte Nebelschwaden aufquirlen. Ich schau­ere zusammen. Das bereifte Gras raschelt und kni­stert unter meinen Füßen. Ich lasse das Bruch links liegen, schreite am toten Moor vorbei, immer weiter. Eine Eule unkt dumpf und hohl, sonst Totenstille, tiefste Einsamkeit.

Ganz leise kommt ein Gefühl der Verlassenheit in mir auf, doch bald ringt sich Zufriedenheit und Ruhe durch; eine Zufriedenheit, einmal all das Unange­nehme und den Aerger des Lebens, den Wirrwarr der Stadt hinter mir gelassen zu haben. Hier, in dem urwüchsigen Moor, in der weiten, einsamen Heide, verliert sich alles, hier bin ich ein kleines Etwas in der großen Natur. . .

Brechen vor mir schreckt mich aus meinen Grübe­leien auf; Rehwild springt ab, schreckt im Bruch, hohl und rauh schallt es herüber. Jetzt bin ich plötz­lich wieder ganz Jäger? Zum Hähneoerhören bin ich heute draußen, nicht zum Träumen. Schneller wird mein Schritt, Heidkraut knurpst unter den Füßen, tiefe Schatten tauchen auf: Wacholder, Ginster, Krüppelkiefern.

Dann geht es quer durch das hohe Heidkraut, bis sich vor mir eine weite Fläche dehnt, niedriges, ver­sengtes Gras, eine einsame Kiefer, ein krummer Wacholder. Es wird aber auch höchste Zeit! Schnell mache ich es mir unter dem Wacholder, der aussieht wie eine alte Hexe, so gemütlich wie möglich und warte dann regungslos.

Lange liege ich da, schauere zusammen vor Kälte; höre das melodische Flöten der ziehenden Brach­vögel. Andere Stimmen werden laut, schemenhaft schnürt ein Fuchs über den Platz. Und dann, end­lich, ein fahler Streifen kündet im Osten den nahen­den Tag. Eine Heidlerche dudelt ihr Lied verloren vom Himmel herunter, Kiebitze fallen ein mit klagen­dem Ruf. Und dann fahre ich zusammen, über mir rauscht es, sausender Flügelschlag und dumpfes Auf­schlagen; ein-, zwei-, dreimal! So, da wären die Hähne ja; nöchte nur gerne wissen, wo? Ich sehe nur dunkle Klumpen. Das sind sie vorbeigeraten, sie entpuppten sich als Heidbülte.

FrankreichsDorschlage in Gens

Scharfe Auseinandersetzungen

im französischen Kabinett.

Paris, 21. Ifiai. (WTB.) DerPopulaire" will wissen, daß es im verlauf des gestrigen fiabi- nellsrates zu einer scharfen Aussprache über Frankreichs Haltung auf der Ab­rüstungskonferenz gekommen fei. Außen­minister Paul-Boncour habe die Ansicht ver­treten, die Regierung müsse dem Abrüslungs- plan Macdonalds zustimmen unter der Bedingung allerdings, daß ein internationales Rü­stungskomitee geschaffen werde. Luftfahrtminister L o t habe die These des Außenministers unterstützt. Marineminister L e y g u e s ihr jedoch energisch widersprochen, wobei er die Mehrheit der Re­gierungsmitglieder zunächst auf seiner Seite hatte. Ausschlaggebend sei baun aber die Ansicht des Mi­nisterpräsidenten und Kriegsministers D a l a d i e r gewesen. Daladier habe eine vergleichsfor- m e l vorgefchlagen. Danach solle die französische Re­gierung durch Außenminister Paul-Boncour in Genf erklären lassen, daß sie grundsätzlich dem englischen Abrüstungsplan zustimme, jedoch nur unter zwei Bedingungen: 1. Der Schaffung einer internationalen Rüstungskontrolle, und 2. der Durchführung der Abrüstung in Etappen. Wenn eine Einigung erzielt werde, würde sich die französische Regierung verpflichten, bereits jetzt alle neuen Bauten bei den Rüstungen zu Lande, zu wasser und in der Lust e i n z u st e l l e n. Das bedeute Beschränkung der Rüstungen. Außer­dem solle die französische Regierung verlangen, daß eine Frist für die Schaffung der inter­nationalen Kontrolle festgesetzt werde. Die französische Regierung habe beschlossen, daß sie, wenn diese Kontrolle beschlossen sei, das ver­bot der O f f e n si v w a f f e n annehmen werde. Frankreich werde dann ebenso wie die ande­ren Rationen bereit sein, alle Offensivwaf­fen zu zerstören oder zu internationa­lisieren. Diese Beschlüsse seien vom gestrigen Kabinettsrat, trotz des Widerstandes des Marine- miniffers angenommen worden, und Außenminister Paul-Boncour habe sich bereit erklärt, sie auf der Abrüstungskonferenz zu vertreten.

Zu Deutschland nur Ruhe und Frieden."

Erklärungen des früheren amerikanischen Botschafters in Berlin.

N e u y o r k, 20. Mai. (WTB.) Der aus Deutsch­land zurückgekehrte ehemalige amerikanische Bot­schafter Houghton erklärte Pressevertretern, er habe in Deutschland nur Ruhe und Frie­den oorgefunden. Er habe nie gesehen, daß Juden belästigt worden seien oder gehört, daß gegen Juden agitiert worden sei. Die Stimmung in Deutschland sei heute erheblich besser als bei sei­nem letzten Besuch im Vorjahre. Damals seien die Menschen niedergeschlagen gewesen. Das sei nun alles anders geworden. Es herrsche jetzt unter ihnen die tiefe Ueberzeugung, daß Deutschland wie- derhochkomme n werde. Nirgends sei von Krieg die Rede. Die Deutschen dächten nur an Frie - den, und obwohl sie empfänden, daß der polnische Korridor eine schwere Belastung darstelle, werde er sie nicht in einen Krieg hineinziehen.

Deutsche Zusagen in Washington.

Washington, 20. Mai. (WTB.) Botschaf­ter Luther suchte heute den Staatssekretär des Aeuhern, Hüll. auf. Der Botschafter legte noch einmal Deutschlands Eingehen auf den Vorschlag Roosevelts im besonderen, so» wie Deutschlands Stellung zur Abrüstungsfrage im allgemeinen dar. Dr. Luther betonte, daß die Reichsregierung sowohl bezüglich des Planes Roosevelts, als auch des Planes des englischen Ministerpräsidenten bereit sei. s o - weit zu gehen wie die anderen Groß-

Jetzt schüttelt einer sein Gefieder und fängt an Zu kullern; langsam spielt er sich ein. Und nun fallen Die anderen ein; rhythmisch und voll tlingt ihr Kullern über die Heide. Am Heidberg, im Moor, auf dem Exerzierplatz, überall faucht und bläst, kul­lert und trommelt es: kullullull, kullullull, kullullul- lullull, tschchuhuuiich, tschchu-hu-hu-huii.

Und jetzt sehe ich auch meine Hähne. Rechts neben der Krüppelkiefer schiebt einer sich kullernd durch das Heidkraut, reckt sich und zischt, springt zwei- bis drei­mal in die Luft und kullert wieder, daß es weit über die braune Heide tönt. Die andern balzen abseits, schüchtern und zaghaft; es sind zwei Jünglinge, die dem alten Platzhahn das Feld nicht streitig zu machen wagen.

Immer klarer kommt die Landschaft heraus. Ein kühler Wind streicht über die Heide. Dunkel und scharf stehen die Kiefern gegen den hellen Himmel, bläulich löst sich der Waldsaum aus der Ferne. Ler­chen jubeln. Drosseln singen, Kiebitze und Pieper locken, ein Bussard ruft seinen gellen Schrei und weit hinten im Wald gurrt sehnsüchtig dumpf ein Ringel­täuber. Es ist, als ob die Hähne die Heide aus tiefem Winterschlaf erweckt hätten, so jubelt und singt es überall. Aber lauter als alles tönt das Frühlmgs- lied unserer Heide, das Balzen der Birkhähne.

Ich liege da; die Kälte ist vergessen. Vor mir stiebt sich der Platzhahn hin und her; halbmondför­mig krümmt sich das starke Spiel; breite, rote Rosen; leuchtend weißes Unterspiel. Und der ganze Kerl schimmert und schillert blauschwarz, ein sehr alter Hahn. Herrlich, wie er kullernd durch das Heidkraut trippelt; jede Feder zittert! Leidenschaft, Erregung! Sausender Schwingenschlag durch die Luft: ein anderer Hahn fällt ein. Giftiges Girren, haßerfülltes Zischen, und schon wirbelt ein schwarz-weiß-rotes Knäuel durch die Luft. Bald liegt der eine unten, bald der andere, bis sich der Eindringling geschlagen bekennt und zerschunden abstiebt. Hoch springt der Platzhahn in die Luft, haßerfüllt und lang zischt er, trippelt aufgeregt kullernd im Kreis und stürzt sich auf die anderen Hähne. Die Frühbalz ist auf dem Höhepunkt.

©lutrot färbt sich der Himmel, verliert sich ins Schwefelgelbe, ins Blaßgrüne und verläuft sich in kristallklares Blau. Und bann kommt die Sonne; die ersten Strahlen schießen flimmernd über die Heide Tautropfen und Reifkristalle glitzern und funkeln. Wie auf Kommando sind die Hähne verstummt und verharren regungslos: das Morgengebet. Bis sich Die Sonne voll und warm über Die weite, braune glitzernde Heide ergießt. Da fallen sie wieder ein, zu­erst ein junger, schüchtern und stockend, und bann alle die andern. Wieder übertönt ihr Zischen und Kullern

machte ur.6 nach Kräften an einem Erfolg ter Konferenzen mitzuarbeiten.

Das Ausnahmeregime im Eaargebiet.

Berlin, 20. Mai. (ERD.) Als die Re- gierungskommission des Saargebie­tes kurz vor dem l.Mai die offizielle deutsche Rotifizierung über die neuen Rationalflaggen zum Anlaß nahm, um das Verbot der schwarz- weihroten und der Hakenkreuz-Fahne aufzuheben und gleichzeitig die Einstellung aller wegen ilebertretung dieses Verbotes eingeleiteten Strafverfahren anzuordnen, konnte man darin einen erfreulichen Beweis für ihren Wunsch nach Abbau des bisherigen Ausnahme­regimes erblicken. Mit den Derordnungs- entwürfen, die die Regierungskommission nun aber dem Landesrat vorgelegt hat, wird diese Linie wieder verlassen. Die Regierungs­kommission nimmt für sich Rechte in Anspruch, die sich allzu deutlich gegen die national- sozial! st ische Bewegung richten. Das Verbot aller öffentlichen politischen Versamm­lungen und Auszüge und die angedrohte Auf­lösung von Parteien, deren Mitglieder gegen dieses Verbot verstoßen, sind Maßnahmen, deren politischer Sinn unter den heutigen Umftänöen

die andern Stimmen, und kündet der erwachenden Heide den Frühling.

Ich aber drücke mich fort, schleiche zu der krummen Kiefer am Heidberg und mache mich lang. Vor mir steht ein Sprung Rehwild, unter ihnen ein starker Bock mit prahlendem Bastgehörn. Zwei Hasen jagen sich; in der Luft jubelt und singt es, und warm und voll ruft der Tauber. Aber noch im Eindusseln höre ich das Zischen und Fauchen und Kullern der Birk­hähne, das mich alles andere vergessen läßt. Da weiß ich: es ist Frühling! Der schwarze Sänger hat die Heide geweckt aus tiefem, ruhigem Schlaf zu neuem, jubelndem Leben!

Des Kanzlers Leibgarde.

Wen heute sein Weg durch die Wilhelmstraße und das umliegende Regierungsviertel in Berlin führt, dem fallen immer wieder die markanten und besonders großen Erscheinungen auf, die hier in ©©.-Uniform Dienst tun. Sowohl vor dem Mi­nisterium für Dolksaufklärung und Propaganda als im Besonderen in der Reuen Reichskanzlei sind diese stattlichen Gestalten anzutreffen.

Unwillkürlich fällt einem der alte Soldatenkönig mit seinenLangen Kerls" ein, der, wo er nur immer ein Landeskind über 1.80 Meter Größe er­wischen konnte, schnellstens zufaßte, um sich die Größen" feines Landes zu sichern und seinen Hof damit gebührend auszustatten. Eine bessere Truppe, als sie uns jetzt in der Wilhelmstraße begegnet, konnte auch der richtige Soldatenkönig von ehedem nicht gehabt haben.

Sämtliche Mitglieder, die dieser Leibgarde des Kanzlers angehören, sind über 1,80 Meter groß. Sie stellen die Stabswache und bilden den unmit­telbaren Schuh des Reichskanzlers. Bei den gro­ßen Aufmärschen und feierlichen Paraden verfolgt man sie in ihren schwarzen Stahlhelmen mit be­sonderem Interesse. DieLangen Kerls" des Kanzlers sind keine alltägliche Erscheinung. So viel Größen in einem Trupp sieht man selten. Kein Wunder, wenn die Gaue des Reiches alle an ihr beteiligt sind. Von Rord und Süd, aus Ost und West wurden sie aus den besten Schutzstaffeln der RSDAP. zusammengeholt. Die Waterkant, Hamburg, Kiel, Schleswig ist glänzend vertreten' aber auch Ostpreußen, Danzig, Schlesien, Thürin- aen, Rheinland und Bayern sandten ihre Grö­ßen". Immerhin, Berlin hat wieder den Rekord aufgestellt: der Längste istmit Spreewasser ge­tauft" und mißt genau 1,95 Meter. Als rechter Flügelmann überragt er die ganze Front beinahe um einen Kopf. Dabei ist er erst 21 Iahve alt,

klar wäre, w?nn n'chk in einem Weiler en Ver­ordnungsentwurf das Verbot von Vereinen u. a. auch dann für zulässig erklärt wurde, wenn sie Ziele verfolgen, die mit der durch den Friedens­vertrag im Saargebiet geschaffenen Ordnung nicht zu vereinbaren sind". Darin liegt zum mindesten die Absicht, im vorletzten Iahre vor der Volksabstimmung der öffentlichen Betäti­gung für die Rückkehr ins Reich Beschrän­kungen aufzuerlegen, und es kann der Verdacht entstehen, daß die frankophile Propa­ganda, deren Ziel die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zustandes ist, gefördert werden soll. Die Erklärungen der Parteien im Landesrat, der nur begutachtende, aber nicht beschließende Stimme hat, zeigen deutlich, daß die Regierungs­kommission mit den neuen Verordnungen auf alle Fälle in die Rolle eines Schiedsrichters zwischen, den verschiedenen politischen Richtungen und da­mit auf eine schiefe Ebene gedrängt wird, die zu ganz unhaltbaren Zuständen führen kann. Die freie Willensbildung und Meinungsäußerung in einem Abstimmungsgebiet darf unter kei­nerlei politischen oder administra­tiven Begründungen beeinträchtigt werden, wenn das Volk an der Saar und im Reich das notwendige Vertrauen zur Reutralität und Objektivität der Völkerbundsregierung ha­ben soll.

aber ein Sportler durch und durch, ©ein bisheri­ges Leben führte ihn nach dem Abitur als Bank­lehrling durch In- und Ausland, zwischendurch versuchte er sein Glück auf der Hohen Schule, bann Banklehrling und dann Autoschlosser, meldete sich bei der Reichswehr und landete zum Schluß bei der ©©., wo er jetzt bereits alle überragt.

Das ist eine der vielen schlanken, sportlichen Ge­stalten, aus deren klaren Augen die Begeisterung für ihren Führer und die große Sache leuchtet. Sein frisches Gesicht spricht hier für alle: Wir sind da und stehen unseren Mann, einer für alle, alle für einen. Unfere Iugend ist unser Vermögen und die Verpflichtung den Führern gegenüber un­ser Vermächtnis!

Die Weiber von Weinsberg.

Als der Belagerer von Weinsberg die tapfer sich wehrende Stadt ausgehungert hatte, mußten die Bürger und Verteidiger sich auf Gnade und UngnaDc den Feinden übergeben. Der Eroberer wollte die Frauen schonen und erlaubte ihnen, unbehelligt die Stadt zu verlassen, ihr Liebstes könnten sie auf dem Rücken davontragen. Am anderen Morgen wurden die Tore geöffnet, und die Weiber von Weinsberg hatten ihren Ehe- liebsten huckepack auf dem Rücken und zogen mit ihm durch das Tor. Die tapfere Tat der Weiber von Weinsberg ist in der ganzen Welt bekannt, steht in allen Schullesebüchern als sprechender Beweis für die Opferfreudigkeit der Frauen. Solche opferfreudigen Frauen gibt es auch heute noch. In München hatte man einen Arbeits­losen beim Betteln erwischt. Er erhielt daher den Polizeibefehl: drei Tage Hast. Er bean­tragte richterliche Entscheidung und hatte das Glück, in der Zeit bis zur Einberufung des Termins Arbeit zu finden. Der Tag des Ter­mins konnte aber für ihn ein doppelter Unglücks- tag werden. Wenn das Gericht den Polizeibefehl bestätigt und der Arme auf drei Tage ins Ge­fängnis kommen müßte, dann würde er seine Arbeitsstelle wieder verlieren. Er ging darum überhaupt nicht zum Termin, sondern zur Arbeit und schickte seine Frau aufs Gericht. Die Frau erklärte dem Richter:Mein Mann will den Einspruch zurückziehen, wenn das Gericht mir erlaubt, an seiner Stelle die Strafe abzubüßen." Tapfere Frau, aber leider ist die Opserwilligkeit der Ehefrau im Gesetz nicht festgelegt und ein Richter kann keine Ausnahme machen. Er mußte daher das Angebot der Frau abweisen und das Persönliche Erscheinen des Mannes anordnen^

Aus aller Well.

Großseuer in einem englischen Vergnügungspark. 50 verletzte.

Don einem verheerenden Großseuer wurde der Dergnügungspark-Kursaal in Southend an der Themsemündung heimgesucht. Dabei wurden von den Tausenden von Ausflüglern, die sich auf dem Gelände aufhielten, 50 Personen ver­letzt. 75 von den etwa 250 Schaubuden und Vergnügungshallen wurden zerstört, darunter ein kleiner Tiergarten, in dem Affen, Schlangen und andere Tiere gehalten wurden, die sämtlich verbrannten. Das Feuer ist infolge Kurzschlusses ausgebrochen. Da sich der Brand mit rasender Schnelligkeit ausbreitete, entstand unter den Be­suchern eine große Panik, bei der viele Leute zu Boden geworfen und verletzt wurden. Die Panik wurde noch durch eine umherirrende Wild­katze erhöht, die während des Brandes ausge­brochen war. Der Brand griff auch auf die Schießbuden über, wo Tausende von kleinkali­brigen Patronen explodierten. Die Polizei hatte große Mühe, die Menge zu zerstreuen. Rach zweistündiger Arbeit gelang es das Feuer zu löschen. Der Schaden ist bedeutend.

Großfeuer in Ostpreußen.

In Dartenstein (Ostpreußen) geriet ein Tank in Brand, der vor dem großen Mehlspeicher der dortigen Mühlenwerke von Meyer stand. Während mehrere Personen sich bemühten, das Feuer mit Handfeuerlöschern zu ersticken, explo­dierte plötzlich der Tank. Durch den Luftdruck wurden verschiedene Personen fortgeschleudert, er­litten aber zum Glück nur leichte Verletzungen. Durch die Explosieon war aber auch der große Mehlspeicher in Brand gesetzt worden. Im Augenblick schossen hohe Stichflammen aus dem Gebäude hervor und eine riesige Rauchsäule zeigte der ganzen Stadt das Feuer an. Da die Bartensteiner Feuerwehr allein nichts ausrichten konnte, muhten die Wehren aus Königsberg, Ra­stenburg und arideren Rachbarorten herbeigerufen werden. Rach mehreren Stunden war die größte Gefahr beseitigt, vor allem konnten die Reben­gebäude sämtlich erhalten werden, jedoch sind etwa 20 000 Ztr. Roggen durch Wasser fefft restlos ver­nichtet.

Brokat muß seine Gefängnisstrafe antreten.

Der im Februar wegen Meineides unter An­wendung des Milderungsparagraphen zu einem Iahr Gefängnis verurteilte ehemalige DVG- Direktor Fritz B r o l a t in Berlin hat die gegen das Schwurgerichtsurteil ursprünglich eingelegte Revision zurückgezogen, so daß das

Urteil Rechtskraft erlangt hat. Drolat wird nun demnächst seine einjährige Gefängnisstrafe antreten müssen. In einem weiteren gegen Bro- lat schwebenden Meineidsverfahren, das sich mit seiner Aussage in dem DVG.-Prozeß beschäftigt, in dem er unter Eid bekundete, bei den Ent­lassungen seien keine politischen Motive maß­gebend gewesen, sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen-

Schwere Zuchthausstrafen gegen Kommunisten.

Nach dreitägiger Verhandlung fällte die Große Strafkammer des Landgerichts Nürnberg gegen eine Anzahl wegen schweren Diebstahls und Spreng st offvergehens angeklagter Kom- muniften bas Urteil. Es lautete für Franz Tanz- berger auf 12 Jahre Zuchthaus, für Jo­hann Sporer auf 9 Jahre Zuchthaus, für Franz 3 u I e g e r auf 8 Jahre Zuchthaus, für Karl Ram­me l m e y e r und Franz Machtet auf je 6 Jahre Zuchthaus, für den Angeklagten Oskar Weber auf ein Jahr sechs Monate Zuchthaus. Den Ange­klagten Tanzberger, Rammelmeyer, Zuleger, Mach- let und Sporer wurden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Bei Tanzberger wurde noch Stellung unter Polizeiauf­sicht ausgesprochen. Zwei von den Angeklagten wurden f r e i g e s p r o ch e n. Die übrigen Ange­klagten erhielten Gefängnisstrafen von drei bis sie­ben Monate. Den Angeklagten, die zum großen Teil der KPD. angehörten und sich zum Schrecken von Nürnberg und feiner Umgebung ausgewirkt hat­ten, wurden insgesamt 3 5 große Einbrüche zur Lall gelegt. Ausgerüstet mit den modernsten Einbrecyerwerkzeugen und Waffen nahmen die sechs Hauptangeklagten bei ihren Raubzügen von Mai bis September 1932 mir, was sie erwischen konnten. Ihre Beute hatte einen Wert von über 6000 Mark. An Bargeld und Briefmarken fielen ihnen außerdem 5000 Mark in die Hände. Die übrigen Angeklagten betätigten sich entweder als Aufpasser ober als Heh­ler, Den Hauptangeklagten war außerdem ein Ver­brechen gegen das Sprengstoffgesetz zur Last gelegt. Sie gehörten zu der Nürnberger Terrorgruppe der KPD. und besaßen Sprengstoff, Dynamit und Waf­fen, um damit im Falle eines politischen Umsturzes vorzugehen.

Regenbogen" wieder in Frankreich.

Das französische FlugzeugRegenbogen", das den Ozean in beiden Richtungen überquert hat und auch längere Zeit in Südamerika geflogen wurde, ist jetzt wieder auf dem Flugplatz von Paris eingetroffen.