Ausgabe 
22.5.1933 Erstes Blatt
 
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Iahresiagmig der Gießener HochschnigeseUchast

Am Samstagnachmittag fand im Dorlesungsge­bäude der Universität die Jahrestagung der TeieU- schart von Freunden und Förderern der Universität (Gießener Hochschulgesellschaft) unter Leitung ihres Dorsitzenden, Prooinzialdirektor Graes, statt.

3m Anschluß an die Sitzung des Derwaltungs- rotes folgte die gutbesuchte

Hauptversammlung,

xu deren Beginn der Dorsitzende in seiner Begrü­ßungsansprache mit besonderen Grußworten Se. Magnifizenz den Rektor Professor Dr. Jeß und den Kanzler der Universität, Prosessor Dr. Rudolf Herzog willkommen hieß, ferner die schriftlich übermittelten Grütze des Herrn Ministerpräsiden­ten Dr. Werner zum Ausdruck brachte.

Anschließend erstattete der Vorsitzende den Jah­resbericht des Vorstandes über dos Geschäfts- jahr 1932, dem folgendes zu entnehmen war: Die Mitgliederzahl belief sich zu Ansang 1932 aus 660; durch Austritte und durch Todessälle ist fie um 74 gesunken, vier Reuanmeldungen stehen dem Rückgang gegenüber, so daß sich am 31. Dezem- der 1932 die Mitgliederzahl auf 610 belief. Im Laufe des Berichtsjahres sind die Mitglieder Apothe­ker V a u e r in Gießen und Generaldirektor W e i n< l i g in Bonn verstorben, Anfang Februar d. 3. wurde auch der besonders bewährte Freund und Förderer der Hochschulgesellschaft, Direktor Dr. Humperdinck in Wetzlar, durch den Tod ab» berufen. Den Verstorbenen widmete der Vorsitzende herzliche Worte des Gedenkens. Die Versammlung ehrte die Heimgegangenen durch Erheben von den Sitzen. Eine Uebersichl über die Bewegung der Mitgliederzahl zeigt, daß die Hochschulgesell- schäft am 1. 3anuar 1921 mit 440 Mitgliedern ihre Tätigkeit begann und in ständigem Aufstieg bis auf 757 Mitglieder am 1. Januar 1929 anwuchs, seit- dem aber bis 1. Januar 1933 auf 610 Mitglieder wieder zurückging. Die Einbuße wird in dem Be­richt auf den schweren Druck der wirtschaftlichen Verhältnisse zurückgeführt, und es wird dabei be­tont, daß, solange die wirtschaftlichen Verhältnisse sich nicht wesentlich bessern, an die Gewinnung neuer Mitglieder in größerer Zahl wohl nicht zu denken ist. Dem Rückgang an Mitgliedern entspricht auch die Minderung in den finanziellen Ver­hältnissen. 3m Jahre 1932 wurden 7111,10 Mark an Mitgliederbeiträgen eingenommen, rück- ständig waren am 31. Dezember 1932 noch 1245 Mark, von denen mittlerweise 700 Mark bezahlt wurden. Während die Hochschulgesellschaft im Jahre 1928 noch 11 520,50 Mark an Mitgliederbeiträgen verzeichnete, ist bis zum Jahre 1932 einschließlich ein Rückgang auf 8356,10 Mark (die noch nicht ein- gegangenen Außenstände mitgerechnet) eingetreten. Leider sind im abgelaufenen Jahre der Hochschul- gesellschast keine besonderen Spenden zugeslossen, trotzdem wurde nach Möglichkeit den an die Gesellschast herantretenden Anforderungen entsprochen. '21 n Zuwendungen an die einzelnen Unioersitätsinstitute wurden 6140 Mark ausgezahlt, gegen 5606.25 Mark im Vorjahre. Das Vermögen der Hochschulgesellfchaft belief sich am 31.Dezember 1932 auf insgesamt 35 800,45 Mark. Im Berichtsjahre wurden in Alsfeld vier Vorträge, in Offenbach ein Vortrag und Anfang März d. I. in Vad-Rauheim ein Vortrag veranstaltet, daneben im Winter 1932/33 im Gießener Studentenheim drei Vorträge Am Schlüsse des Berichts wird allen Freunden und Gönnern der Hochschulgesellschaft herzlicher Dank dafür ausgesprochen, daß sie in dieser ernsten Zeit der Hochschulgesellschaft die Treue gehalten haben, und es wird damit die Bitte ver­knüpft, dieses Hilsswerk für unsere Can- desuniversität auch in Zukunst zu un­ter ft ü b c n. Der Bericht schließt mit folgenden Worten:Wir wollen hoffen, daß die ersten An­zeichen einer Besserung unserer wirtschaftlichen Ver­hältnisse sich verstärken und wir wieder etwas zu- versichtlicher der weiteren Entwickelung entgegen­sehen können. Möchte es der Regierung der natio­nalen Konzentration gelingen, die heißen Wünsche des in seltener Einmütigkeit hinter ihr stehenden deutschen Volkes zu erfüllen, um damit Deutsch­land wieder einer besseren Zukunft entgegenzuführen, in der allein deutsches Geistesleben gedeihen kann."

Im Anschluß a.i den Bericht wurde dem Vorstand und dem Verwaltungsrat einstimmig Ent­lastung erteilt.

Sodann wurden die Wahlen vorgenommen. Die turnusmäßig aus dem Vorstand ousscheiden- den Herren Provinzialdirektor Graes, Bankdirek­tor Grießbauer, Landgerichtspräsident a. D. Reuenhagen und Justizrat Dr. Rosenberg, sämtlich aus Gießen, sowie Fabrikant Dr. Leitz, Wetzlar, wurden durch Zuruf einstimmig wiederge­wählt. Anstelle des verstorbenen Herrn Dr. Hum­

perdinck wurde Kommerzienrat Dr. Köhler, Wetzlar, einftimmia durch Zuruf in den Vorstand gewählt. Bei den Wahlen zum Derwaltungs- r a t wurden die turnusmäßig ausscheidenden Herren ebenfalls einstimmig wiedergewählt. Reu gewählt wurde anstelle des zurückgetretenen Handelskammer- vorsitzenden Meyer-Mainz Kommerzienrat Jung- Mainz, anstelle des nach Leipzig verzogenen Fabrik­direktors M o r h e n n , Sanitätsrat Dr. SdjHep- hake- Gießen

Rach einer kurzen Aussprache über weitere Werbe­möglichkeiten in der Hochschulgesellschaft wurde die Hauptversammlung geschlossen.

Im großen Hörsaal fand sodann unter Teilnahme eines zahlreichen Publikums

die Festsitzung

statt. Rach kurzen Begrüßungsworten des Vorsitzen­den, Provinzialdirektor Graef, an die Versamm­lung, insbesondere an Se. Magnifizenz den Rektor Professor Dr. Jeß, an den Kanzler Prosessor Dr. Herzog und an den Vortragenden Professor Dr. Kuhn, sowie nach Uebermittelung der Grüße des Herrn Ministerpräsidenten Dr. Werner, brachte das Collegium mujicum der Universität unter Lei­tung von Universitätsmusikdirektor Professor Dr. Temesvary eine Komposition von Schubert zu Gehör.

Hierauf hielt Professor Dr. Kuhn den Fest- vortrag über das Thema:

Oie Entwicklung der medizinischen Fakultäten in Deutschland.

Zu Beginn seines Bortrages besprach Prof. Kuhn die Anschauungen, welche der Danziger Chirurg, Erwin Liek in seinem BucheDer Arzt und seine Sendung" hinsichtlich der deut­schen Medizinischen Fakultäten niedergelegt hat. Liek macht einen Unterschied zwischen dem Arzt und dem Mediziner. Unter Dem letzteren ver­steht er wissenschaftlich gerichtete Aerzte, denen die Forschung am kranken Organismus höher steht als die Fürsorge für den Kranken selbst. Für Liek ist der einzige Arzt, den er anerkennt, der Landarzt. Prof. Kuhn wies gegenüber den Ausführungen Lieks darauf hin, daß es unter denen, die sich zum Studium der Medizin ent­schließen, auch geborene Hygieniker gibt, deren ganzes Sinnen und Trachten sich auf die Vor­beugung und Bekämpfung der Krankheiten rich­tet, und deren Ausbildung planmäßig ebenso gefördert werden muh, wie die Ausbildung der Landärzte. Die geborenen Hygieniker treten be­sonders ein in das große Heer der beamte­ten Aerzte, die für die Volksgesundheit von außerordentlicher Bedeutung sind.

Der Vortragende wandte sich dann den ein­zelnen Fächern zu, die entsprechend der bis­herigen Entwicklung der Medizinischen Fakul­täten mit den Fortschritten der Wissenschaft und der wissenschaftlichen Technik zu selbständigen Lehrgebieten mit eigenen Kliniken und Insti­tuten ausgebaut werden müssen. Als Unikum erwähnte er zunächst, daß Gießen als einzige deutsche Universität bisher noch keine Klinik für Zahnheilkunde besitzt, und forderte die Ge­sellschaft der Förderer und Freunde auf, an der Erreichung dieses Zieles tatkräfttg mitzu­wirken.

Der Ausbau weiterer selbständiger Fächer der Medizin muß nach dem Grundsatz des neuen Reichs erfolgen: Gemeinnutz geht vor Eigennutz! Dieses Prinzip muß mit der Leistung verbunden werden und unberechtigte Widerstände beseitigen. Zu den nach Anerkennung und Ausbau mit Recht verlangenden Fächern gehört vor allem die Uro­logie, die Lehre von den Erkrankungen der Harn­werkzeuge. Weiter entwickeln sich mehr und mehr zu großem Umfang die Lehre von den heil­kräftigen Strahlen, insbesondere der Röntgen­strahlen, die Erforschung und Bekämpfung der bösartigen Geschwülste, insbesondere des Krebses, die größte Förderung aber verdient die Rassen­hygiene einschließlich der Rassenkunde. Die Rassenhygiene ist diejenige Wissenschaft, deren Lehren Adolf Hitler in den Mittelpunkt der Rationalsozialistischen Bewegung gestellt hat. Eine machtvolle Förderung der Rassenhygiene ist aber nur dadurch möglich, daß neben den Ordinariaten für allgemeine Hygiene selbständige Lehrstühle für Rassenhygiene begründet und noch Maßgabe der vorhandenen Kräfte mit Rassen- hygienikern besetzt werden. Bei der Ausbildung der Rassenhygieniker muh der Hauptwerk auf das bedeutungsvolle, immer wichtiger und um­fangreicher werdende Gebiet der Erblichkeitslehre und der menschlichen Erbkrankheiten sowie aus die Anthropologie, auf die Lehre vom gesunden

lebenden Menschen und die Rassenkunde gelegt werden. Um die Wichtigkeit dieses Ausbaus der Medizinischen Fakultäten zu betonen, weist der Redner darauf hin, daß die Geburtenzahl in Deutschland bereits geringer ist als in Frank­reich, daß wir in Deutschland jährlich nur 20 000 Geburten mehr haben als die Polen, deren Dolkszahl nur 30 Millionen beträgt. 3n Deutsch­land wurden 1931 1 030 000 Kinder geboren, in Polen waren es 10.0 000 Kinder. Der Wert unserer Bevölkerung verschlechtert sich zudem von Jahr zu 3ahr, weil die gesunden und wertvollen Volksgenossen sich viel zu wenig fortpflanzen, die minderwertigen Angehörigen unseres Volkes aber in allen Landesteilen eine überdurchschnitt­liche Vermehrung aufweisen.

Professor Kuhn ist aber ein Gegner der Erhö­hung der Zahl der Studiensemester der Medizin- Studierenden. Die bisher ge Entwicklung des me­dizinischen Studiums hat schon jetzt dazu geführt, dah der junge Art, von wenigen Ausnahmen ab-

Heimatfest in

Am gestrigen Sonntagnachmittag veranstaltete die Ortsgruppe Garbenteich der Heimatvereini- gung Schiffenberg in Gemeinschaft mit der RSDA P. und der «A. von Garbenteich in dem mit schwarz-weiß-roten Fahnen und Haken­kreuzfahnen schön geschmückten Orte einen Heimat­tag, dessen gehaltvoller und schöner Verlauf allen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die eindrucksvolle Veranstaltung war nicht nur aus den benachbarten Dörfern, sondern auch aus Gießen stark besucht, so daß sich beim Festzug durch die Hauptstraßen von Garbenteich und anschließend auf dem Festplatze ein große Menschenmenge versam­melt hatte.

Die mit dem Mittagszuge von Gießen ankom­menden Besucher wurden am Bahnhof von der unter Sturmführer Horn, Gießen, aufmar- schierten schneidigen SA. Garbenteich emp­fangen. Unter Vorantritt des SA.-Sturms 19 und einet Musikkapelle wurde vom Bahnhof aus gemeinsam zum Aufstellungsort des Festzuges marschiert. Rach der Einordnung aller Teilneh­mergruppen setzte sich der Festzug mit SA.-Rei- lern an der Spitze, dem Hitlerjugend-Jungvolk und dem von Sturmführer Horn in vortreff­licher Disziplin vorgesührten Sturm 19 der SA. als nächste starke Gruppen, gefolgt vom Bund Deutscher Mädchen, Festwagen, Festjungfrauen, Gesangvereinen, Turnvereinen, Kriegerverein, Frauenverein, Gartenbauverein usw. in Bewe­gung. Besonders malerisch nahmen sich in dem Zuge die Festwagen (darstellend eine Spinn­stube, den Einzug der Braut und die Flachs­zubereitung) aus. Mit flotter Marschmusik und frohem Gesang bewegte sich der Zug durch den Ort, wobei er überall das lebhafte Interesse der vielen Zuschauer fand.

Der Umzug endete auf dem Sportplatz, auf dem zunächst Bürgermeister Burk, Garbenteich, allen Gästen den herzlichen Willkommengruß der Gemeinde Garbenteich entbot und dabei besonders Kreisschulrat Dr. H e n h, Gießen, als Vertreter der RSDAP. und Bürgermeister Dr. Hamm, Gießen, als 2. Vorsitzenden der Heimatvereinigung Schiffenberg willkommen hieß. Hierauf hielt Bürgermeister Dr. Hamm eine Ansprache, in der er zunächst den Veranstaltern und allen Mik- wirkenden bei diesem Heimatfest den herzlichen Dank der Heimatvereinigung Schiffenberg aus­sprach, die Grüße des Herrn Ministerpräsidenten Dr. Werner übermittelte und ihm zugleich für feine treue Anhänglichkeit an unser schönes Ober­hessen dankte. 3n seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner den Segen treuer Heimat­liebe und enger Heimatverbundenheit für den Einzelnen sowohl wie für die engere Heimat und die deutsche Volksgesamtheit. Er forderte mit eindringlichen Worten auf, die in der Heimat­vereinigung Schiffenberg im Mittelpunkt alles Geschehens stehende heimatliche Tradition mit Liebe und Eifer zu pflegen und zu fördern und sich von dieser Grundlage aus immer mit ganzem Herzen und mit unverbrüchlicher Liebe zum gro­ßen deutschen Vaterlande zu bekennen, nicht nur in guten Tagen, sondern auch in schweren Zeiten. Lebhafte Zustimmung der Menge dankte dem Redner für seine Worte.

Kreisschulrat Dr. H e n h hielt hierauf eine län­gere und sehr eindrucksvolle Ansprache über die Bedeutung der Heimat und die neue Zeit. Er schilderte Dabei die fundamentalen Grundlagen der RSDAP. für die deutsche Wiederaufbauarbeit vom heimatlichen Boden und von der aus dev Heimatrerbundenheit aller deutschen Volksgenos­sen entstehenden volksgemeinschaftlichen Kraft aus. Er machte feinen Zuhörern in eindrucksvoller Weise Dar, daß in der RSDAP. die starken

gesehen, keine Frühehe schließen kann. Wenn dem Medizin-Studierenden immer neue Semester auf» gebürdet werden, wenn dazu noch Arbeitsdienst­pflicht und Wehrdienst hinzukommen, wird eine Eheschließung erst jenseits des 30. 3abres möglich fein. Die ungeheuren bevölkerungspolitischen Ge­fahren, die uns bedrohen, erfordern aber die För­derung der Frühehe mit aller Macht unter Hint­ansetzung aller anderen Gesichtspunkte. Aus die­sem Grund schlägt der (Siebener Hygieniker auch einen Abbau des Medizin-Studiums von unten her vor, in dem Sinne, daß die naturwissenschaft­lichen Fächer, Physik. Chemie. Botanik, Zoologie nicht mehr auf der Universität, sondern auf der Schule gründlich gelehrt werden müssen.

Rach dem mit lebhaftem Beifall ausgenommenen Festvortrag erfreute daS Collegium musicum noch durch die Darbietung einer weiteren Kom­position von Schubert. Sodann fand die Sitzung mit DankeSworten des Vorsitzenden an den Vor­tragenden und an das Collegium musicum ihr Ende. Garbenieich.

aufbauenden Kräfte ihre tragende Grundlage ge­rade in der Pflege des Heimatgedankens aus der echt deutschen Gesinnung heraus haben, dah diese Kräfte in schärfstem Kampf eingesetzt wer­den gegen alle«, was Heimatlosigkeit und Vater­landslosigkeit, Klassenkampf und Klassenhah dar- ftellt und nur dem internationalen Gedanken dient, in keiner Weise aber der Förderung der natio­nalen Volksgemeinschaft nützlich ist. Der Redner ermahnte die Hörer eindringlich, im national­sozialistischen Geist sich immer die enge Verbundenheit mit der Heimat und der von den Vorfahren ererbten deutschen Scholle in deutscher Treue zu erhalten. Don dieser treuen Heimatliebe führe der Weg zum deutschen Volke und zum deutschen Vaterlande. Darauf sei der Gedanke der Heimat von der nationalsozialistischen Weltanschauung in den Mittelpunkt ihrer Politik und ihrer Arbeit gestellt worden. Auch bei diesem Heimatfeste müsse jedem Teilnehmer eindringlich zum Bewußtsein kommen, daß es immer und allezeit für jeden deutschen Mann und jede deutsche Frau nur ein Bekenntnis geben könne: deutsches Volk be­wahre deine Volksgüter, trage deine Heimat im Her- ?en, ans Vaterland, ans teure schließ dich an, zu- ammenftetjen in der großen Volks- und Schicksals­gemeinschaft des gesamtdeutschen Volkes hinter sei­nen großen nationalen Führern! Die Rede klang aus mit begeistert aufgenommenem dreimaligen Sieg-Heil-Ruf auf den ehrwürdigen Reichspräsiden­ten von Hindenburg, den großen Volkskanz­ler Adolf Hitler und das deutsche Vaterland. An­schließend wurden der erste Vers des Deutschland- liebes und der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes gemeinsam gesungen.

Der Mädchenchor aus Klein-Linden leitete nun- mehr die Unterhaltungsdarbietungen mit dem Ge­sänge des von Frau Pfarrer Steiner (Hausen) gedichteten und von ihrem Gatten komponierten Lie- desDer Rotdorn blüht auf dem Schisfenberg" ein. Hierauf erfreute unser oberhessischer Heimatdichter Georg Heß mit einer sinnigen und von tiefster Heimatliebe erfüllten DichtungHeimatgrüße", die er in seinem bekannten Gewand als Hüttenberger Bauer in Mundart zum Vortrag brachte und in der er seinen bekannten WahlspruchStadt und Land Hand in Hand" auf der Grundlage engsten heimat­lichen Derbundenseins aufs neue in ausgezeichneter Weise zur Geltung brachte. Reizvolle Trachtengrup­pen waren als Mitwirkende durch Volkslieder und Volkstänze in den Rahmen der fesselnden Heimat­dichtung wirkungsvoll eingespannt und trugen zu dem vollen Gelingen der Absicht des Dichters bestens bei. Ein Massenchor der drei Garbenteicher Gesang­vereine schloß sich an, sodann erfreuten der Bund Deutscher Jungmädchen und der Bund Deutscher Mädchen durch Tanzreigen, ferner die Gesangvereine Frohsinn", Liederblüte" undViktoria" mit schö­nen Cyorgesängen, die Schulkinder ebenfalls mit reiz­vollen Tänzen und Reigen. GeorgHeß und seine Mitwirkenden, wie auch die Mädels und die Ver­eine ernteten für ihre feinen Darbietungen mit Recht lebhaften Beifall. Allgemein konnte man am Abend beim Verlassen des Festplatzes nur vollste Zufrieden­heit über den Verlauf tiefes schönen Heimatfestes hören.

Landkreis (Rieften.

* Trais-Horloff, 22. Mai. Gestern abend kam es hier zwischen zwei verheirateten Männern zu einer heftigen Auseinandersetzung, in deren Verlauf einer der Beteiligten fünf Schuh» Verletzungen erlitt, die jedoch nicht lebens» gefährlicher Ratur sind. Der Grund zu dieser Schießerei dürfte in Zwistigkeiten familiärer Art zu suchen sein. Die Staatsanwaltschaft ift in Verbindung mit der Landeskriminalpolizei be­reits mit ten Ermittlungen beschäftigt.

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Julius Schulze

Bekanntmachung.

In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 3440D

Arn 17. März 1933 bei der Firma August Kilbinger Nachs. Inhaber I. G. Höfle :n Gießen: Geschäft nebst Firma ist auf Jo- Hann Höfle Witwe, Anna Kathinka ge­borene Scheffel in Offenbach a. M., über­gegangen.

Am 24. April 1933 bei der Firma Mode­haus Salomon, Kommanditgesellschaft in Gießen: Der persönlich haftende Gesell- schafter Kaufmann Ludwig Dreyfuß in Gießen ist aus der Gesellschaft ausge­schieden.

Am 25. April 1933 bei der Firma Hau- bad) & Comp. in Gießen: Nachdem die Liquidation beendet ist, ist die^ertretungs- befugnis der Liquidatoren erloschen. Sie Firma wird gelöscht.

Am 11. Mai 1933 bei der Firma Wieh­ler & Co. in Gießen: Die Firma ist er­loschen.

In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde eingetragen:

Am 11. 2Tlai 1933 bei der Firma ,Jja nfa", Chemisch-metallurgische Gesell- schaff mit beschränkter Haftung in Gießen: Die Firma ist erloschen.

Gießen, den 18. Mai 1933.

Hessisches Amtsgericht.