Nr. 118 Erstes Blatt
185. Jahrgang
Montag, 22. mal 1935
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Siebener 2lnjeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein undfür denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gietzen.
Oie Grundlagen des neuen Volksrechts.
Riesenkundgebung der Berliner NGBO.
Nationalsozialistische Minister sprechen aus der Reichstagung deutscher Referendare.
Reichsminister bwcbbcls warnt vor einer Verfälschung der Bewegung.
Berlin, 20. Mai. (TU.) Die erste Reichs - taguna deutscher Referendare fand ihren Höhepunkt mit einer Massenkundgebung in den Tennishallen. Rach einer Eröffnungsansprache des Führers der Gruppe Referendare des Rational- sozialistischen Deutschen Juristenbundes, Referendar Ludwig, überbrachte Reichsjustizkommissar und bayerischer Justizminister Dr. F r a n k den Referendaren zunächst unter stürmischem Beifall die Grütze des Reichspräsidenten und Reichskanzlers und führte dann u. a. folgendes aus: Sie, meine jungen Volksgenossen, find für uns die Gewähr, datz das Ringen der nationalsozia- listischen Revolution nicht umsonst war. Unser Ziel ist die völlige Neugestaltung des deutschen Lebens, und wir werden mit der gleichen Härte um dieses Ziel weiterringen. Die Herren von den Fakultäten des Rechts schreiben mir in diesen Tagen viele verwunderliche Briefe. Ich erhalte plötzlich leidenschaftliche Bekenntnisse aus Fakultätskreisen zu dem neuen Reich und oft raun- dere ich mich, wenn es dieselben sind, die ich noch vor wenigen Jahren angefleht haben, sie möchten einmal den Mut aufbringen, einmal der Verwahrlosung des Rechtes zu begegnen. Hier mutz ich mit aller Deutlichkeit betonen: Wer bis dahin glaubte, im Rahmen des Rechtes einem verdorbenen System dienen zu können, der hat in Zukunft auch diesem System die Treue zu halten dadurch, datz er den Dienst fahren lätzt.
Das Recht ist ewig, Gesetze sind vergänglich. Gaffen Sie lieber zwölf Kommentare zu und schauen Sie dafür einmal in das Volk hinein. Schlie- hcn Sie als Akademiker den Frieden mit den nichtakademischen Volksgenossen. (Stürmischer Beifall.)
Ulk ist bekannt, so fuhr der Reichsjustizkommissar fort, datz an der heutigen Veranstaltung fremde Diplomaten teilnehmen. Ich möchte diesen daher mit aller Deutlichkeit sagen, wir sind wohl Antisemiten, aber keine Barbaren. Wir führen den Kampf gegen die Juden in einer Weise, wie er sich mit der Nulturhöhe des deutschen Volkes vereinbaren lätzt. Wir werden uns auch von niemanden da hincinreden lassen, denn es gibt Grundsätze, über die wir mit niemandem in der ganzen Welt debattieren werden. (Stürm. Beifall.) Jeder Deutsche soll im neuen deutschen Volksrecht entsprechend seinem Verdienst an den Früchten der Volksgemeinschaft teilnehmen. Wenn wir aber jetzt von unseren jungen Volksgenossen den Arbeitsdienst verlangen, dann müssen auch diejenigen herangezogen werden, die noch opfern können. Der Wahnwitz der übermäßig hohen Einkommen in Deutschland wird so rasch wie möglich abgebaut werden. Jetzt ist es Zeit, die soziale Volksgemeinschaft aufzubauen. Das Recht, das wir uns jetzt schaffen werden, ist das Recht des deutschen Soldatenvolkes. Es ist aber auch das Recht des deutschen Herrenvolkes! Wir können wieder stolz sein. Wir sind wieder bereit, ein Herrenvolk zu werden und die Welt wird sich daran zu gewöhnen haben! (Stürmischer, langanhaltender Beifall!) Dabei wollen wir dem Rechte keines Volkes zu nahe treten. Aber wir werden uns die Gesellschaft auch unter den Völkern aussuchen, in der wir verkehren wollen. Iustizminister Kerrl über das Werden des deutschen Rechts.
Bei der großen akademischen Kundgebung in den Berliner Kammersälen sprach der preußische Justizminister Kerrl. Minister Kerrl erklärte: Vorbei muß es jetzt sein mit der bisherigen Objektivität. Gewiß, der Richter soll unparteiisch sein, aber ich verlange, daß er parteiisch ist bis auf äußerste, wenn es um den Bestand der Nation geht. Es ist kein Wol- kenuckucksheim eines göttlichen objektiven Rechts. Das göttlich unveräußerliche Recht, mein deutscher Richter, ist mit dir geboren. Esliegtindeinem Blute, in beinern deutschem Gewissen. Nur dann kann ich ein deutscher Richter sein, wenn ich den Nationalsozialismus in feinem tiefsten Wesen begriffen habe. Das Blut schreit aus dem Menschen nach Sozialismus und Nationalismus. Und wenn du nach Sozialismus schreist, so ist das der Rus hin zu deiner Nation. Jffiie töricht haben wir bisher gehandelt, weil wir Sinn und Scheck dieses Gefühls verkannten und glaubten, Freiheit fei Zügellosigkeit. Du sollst denken an das, was nach deiner Erkenntnis recht ist. Und das ist das ewige göttliche Recht, das die Germanen „Freiheit genanM haben. Die Freien und „Züchtigen" nannten sich unsere Väter. Freiheit ist nur möglich, wenn ich ihr Schranken auserlege, die sich ergeben aus unserem Blut, aus unserer Erde. Diesem unzcrstorten göttlichen objektiven Recht wollen wir dienen. Recht i,l niemals abstrakt. Das Volk weiß allem was es will, das Volk selbst ist das Gesetz. Wir Nationalsozialisten sind in Demut zu der Er enntnis erzogen, daß wir vom Volk lernen müssen was es will. Wir werden das Volk nur zu dem fuhren, was es will zur Gemeinsamkeit. Die Gesetzgebung soll nicht mehr Schablone sein. Den Richter wollen wir erziehen zu der Persönlichkeit, die wieder Recht spricht wie einst im Thing.
Am Grabe Horst Weffets.
Der Reichsbund deutscher Referendare oeranstal- iete bann am Grabe Horst We/sels eine Ehrung des Freiheitskämpfers. Bei strahlendem
Sonnenschein nahmen die der SA. und SS. angehörenden Referendare, ferner der Horst-Wessel- Sturm um das mit Blumen und Kränzen geschmückte Grab Aufstellung. Referendar Ludwig erklärte: Wir können unsere Tagung nicht beenden, ohne uns am Grade unseres unsterblichen Kameraden zu versammeln. Er hat als Rechts st udent eine aussichtsreiche Laufbahn im Stich gelassen, um unter das deutsche Volk und unter seine ärmften Volksgenossen z u gehen und dort seine nationalsozialistische Ueberzeuguna praktisch zu betätigen. Zum Zeichen unserer inneren Verbundenheit mit Horst Wessel wollen wir das Andenken an den unsterblichen Sturmführer immer in uns lebendig erhalten. Der Sturm- führer des Sturms Horst Wessel erinnerte dann daran, datz Horst Wessel zu den Arbeitern des Berliner Ostens gegangen sei, um damit zu beweisen, daß der deutsche Arbeiter und verdeutsche Student zusammengehören. Mit seinem Leben und mit seinem Tode hat er d i e deutsche Volksgemeinschaft besiegelt. Es erfolgte bann die Niederlegung eines Kranzes der deutschen Referendare für ihren Kameraden. Die Feier klang bann mit dem Horst-Wessel-Lied aus.
Minister Frank beim Deutschen Anwaltsverein
Berlin. 20. Mai. (ERD.) Staatsminister Dr. Frank besichtigte das Haus des Deutschen Anwaltsvereins, der dem Bund nationalsozialistischer deutscher Juristen angegliedert ist. Bei dieser Gelegenheit sprach Dr. Frank über die Zurückdrängung des römischen Rechtes. Dabei handele es sich nicht um einen Kampf gegen das klassische römische Recht, sondern gegen die Verfälschungen des alten römischen Rechts anläßlich der sogenannten Rezeption im gemeinen Recht. Lieber diese Frage werde er am 12. Juni
Berlin, 22. Mai. (CRB.-Funkspruch.) Es war für die internationale Öffentlichkeit eine beträchtliche Lleberraschung, als im Zusammenhang mit der Romreise des Reichsministers Göring die bevorstehende Llnterzeichnung des Mussolinipaktis angekündigt wurde. Man hatte seit Ostern nur erfahren, daß die Verhandlungen unter den Großmächten nicht abgebrochen seien, ein baldiges positives Ergebnis konnte aber angesichts der Wendung, die die internationale Politik genommen hatte, nicht gut erwartet werden. Die Genfer Quertreibereien gegen Deutschland beherrschten die politische Bühne so vollständig. daß der Geist der Zusammenarbeit, den der Mussoliniplan voraussetzt, weniger denn je vorhanden zu sein schien. Die Rede des Reichskanzlers, die der deutsch-feindlichen Propaganda den Boden entzog und dadurch die weitere Sabotage der Abrüstung erschwerte, hat die Lage vollständig geändert. Frankreich wetteifert nunmehr mit den anderen Mächten in "Beteuerungen seines guten Willens und hat offenbar auch den Widerstand auf- gegeben, durch den der Mussoliniplan bisher her nicht weiter kommen konnte.
Mussolini geht bekanntlich von dem Gedanken aus, daß zur Aufrechterhaltung des Friedens in Europa eine ständige vertrauensvolle Zusammenarbeit der vier europäischen Großmächte gerade in den hochpolitischen Fragen notwendig ist. Er hat Mac- donald bei seinem Besuch in Rom am 18. März den Entwurf eines dahingehenden Paktes unterbreitet. Lieber diesen Entwurf wurde seitdem hauptsächlich zwischen Paris und London verhandelt- Frankreich stand dem Paktgedanken, den es als „D i r e 11 o r i u m“ bezeichnete, grundsätzlich ablehnend gegenüber, weil es davon seine eigene Majorisierung und die Schwächung seiner Ostbündnisse befürchtete. Es suchte deshalb den Völkerbund geg.n den Vorschlag Mussolinis auszuspielen. Eine sehr lebhafte Erörterung entspann sich auch über die beiden konkreten Punkte des Mussoliniplanes, auf denen sein Hauptwerk beruhte, nämlich dem Grundsatz der R e v i d i e r b a r k e i k der Friedensverträge und der Gleichberechtigung von Siegern und Besiegten. Da diesmal auch von der französischen Presse nicht rfiit Indiskretionen gearbeitet wird, ist die endgültige Formulierung der Gedanken nicht bekannt- Schon jetzt kann aber die Tatsache erfolgreicher Verhandlungen über den Plan Mussolinis als ein bemerkenswertes Zeichen der Entspannung in Europa betrachtet werden.
London ist befriediqi.
London, 22. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die Nachricht, baß infolge bes Besuches bes Minister- präsibenten Gorina in Rom bie Unterzeichnung bes Viermächtepaktes so gut wie gesichert sei, wirb von der ganzen englischen Presse als bas wichtigste Ereignis bes Tages behandelt. In ber „Times" werben die Vorteile bes Paktes folgendermaßen gekennzeichnet: Zusammenarbeit der vier Großmächte, die eine Spaltung Europas in zwei Lager verhindere. Beruhigung der kleineren Staa-
auf Einladung des italienischen Außenministers vor etwa 2000 Juristen in Rom einen Vor- trag halten. Zum Leiter der Fachgruppe „Rechtsanwälte" innerhalb des RS.-Ju- ristenbundes hat Dr. Frank den Rechtsanwalt Dr. Voß ernannt. — Die zahlreichen juristischen Zeitschriften tollen unter dem Kennwort „Deutsches Recht" vereinheitlicht werden. Dr. Frank selbst wird Herausgeber aller Zeitschriften werden. Die juristischeWo- ch e n s ch r i f t, das Organ der deutschen Anwälte, wird bereits von ihm herausgegeben. In die Schriftleitung ist Regierungsrat E ch r a u t eingetreten. Die vereinheitlichten Zeitschriften sollen im übrigen auf der gemeinschaftlichen Grundlage ein selbständiges geistiges Leben führen.
„Schwarze Listen"
besitzen nur vorläufigen Charakter.
Berlin, 20. Mai. (TU.) Das Reichsmini - sterium für Volksaufklärung und Pro- p a g a n d a weift darauf hin, daß die bisher dem Buchhandel und der Oeffentlichkeit zur Kenntnis gebrachten „Schwarzen Listen" nur vorläufigen Cha- ratter haben und lediglich für Bibliotheken und Leihbüchereien gelten. Mit der Zusammenstellung endgültiger und vollständiger Listen sowohl für die Bibliotheken und Leihbüchereien wie für den Buchhandel ist ein Ausschuß beschäftigt, dem Vertreter der Bibliotheken und Leihbüchereien, Verlage, Buchhandlungen und Schriftstellerorganisationen angehören. Dieser Ausschuß wird seine Arbeit im Einvernehmen mit dem Reichsministerium für Dolksaufklörung und Propaganda in diesen Tagen aufnehmen. Das Ministerium bittet, in allen Fällen, in denen sich aus den bisherigen Zusammenstellungen Zweifel ergeben, mit der Entscheidung bis zum Erscheinen der endgültigen Listen zu warten.
ten durch Rückwirkung der politischen Entspannung auf die Wirtschaftslage und die Weltwirtschaftskonferenz. Moralische Genugtuung für Deutschland und größere Sicherheit für Frankreich. „Daily Telegraph" weift darauf hin, daß die maßvolle und versöhnliche Rede des deutschen Reichskanzlers der Abrüstungskonferenz über den toten Punkt hinausgeholfen und damit die Wiederaufnahme der Diermächtebesprechun- gen ermöglicht hat.
Das pariser Echo.
Paris, 22. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Die französische Presse nimmt die Meldungen über die in Rom geführten Viererpaktoerhandlungen m i t großer Zurückhaltung auf, zumal aus französischer Quelle Angaben noch nicht vorliegen. Dagegen werden Einzelheiten aus italienischer Quelle von einer französischen Telegraphenagentur gedrahtet. Ein hoher italienischer Beamter soll gestern abend in Rom erklärt haben, das Abkommen, das für zehn Jahre gelte, sei nur durch Verzicht Deutschlands auf gewisse Vorbehalte in der Sicherheitsfrage ermöglicht worden. Alle Fragen, die einige Zweifel wegen der Ratifizierung aufkommen lassen und ebenso die Stellung der Kleinen Entente seien geklärt worden. Aber der Pakt schneide auch den Grundsatz einer Vertragsrevision im Rahmen des Völkerbundes an. Das Abkommen ebne ferner den Weg für die A n - nähme eines Kompromisses zum englischen Abrüstungsplan.
Hilfspolizei und Bahnschuh werden nicht mitgerechnet.
Endgültige Ablehnung des französischen Antrages.
Gens, 22. Mai. (WTL. Funkspruch.) 3m Esset, livausschutz der Abrüslungstonserenz wurde heule vormittag der französische Antrag, die deutsche h i l f s p o l i; e i bei der Berechnung der heeres- bestande in Rechnung zu bringen, endgültig mit acht gegen sechs Stimmen obgelehnl. Für den französischen Antrag stimmten Frankreich, Polen, die Staaten der kleinen Entente und Belgien, während sich außer Deutschland, Oesterreich, England, Amerika. Italien, Schweden, Ungarn und Holland dagegen ausfpradjen. Lin Antrag, dendeutschenBahn. schuh in die Berechnung der heeresstärken einzubeziehen, wurde ebenfatlsmitüberwilgen- der Mehrheit abgelehnt.
LlnierwegS nach Genf.
P a r i s, 21. Mai. (WTB.) Außenminister Paul- Boncour ist heute nachmittag nach Genf ab- gereist.
Der englische Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, Sir John Simon, der nach Gen unterwegs ist, ist heute nachmittag auf dem Flugplatz Le Sourget eingetroffen, von wo er eine Stunde später den Weiterflug nach Genf antrat
Berlin, 21. Mai. (WTB.) Zu einer großen Massenkundgebung der Berliner Bctriebszcllen- organisation hatten sich am Sonntagvormittag im Deutschen Stadion im Grünewald die Mitglieder der RSBO. versammelt- Als erster Redner überbrachte Rcichsstatthalter R ö v e r der Riesenversammlung die Grüße von der Bewegung an der Wasserkante. Er schloß mit den Worten Wir müssen ablehnen den Egoismus, wir mü Jen ablehnen den Kla sengeist der materialistischen Zeit, wir müssen uns selbst überwinden , u treuer Pflichterfüllung für das deutsche Vater- and- Danach wies der preußische Kultusminister Rust darauf hin, daß die neue Bewegung den Arbeiter wieder als Mitglied des natürlichen Organismus Volk in den Mittelpunkt stelle. Der Minister erklärte, daß die Sozialdemokraten in der letzten Reichstagssitzung gezwungen der Rede des Reichskanzlers zugestimmt hätten, wie sie das in den Augusttagen 1914 bei der Bewilligung der Kriegskredite hätten tun müssen. Adolf Hitler habe gezeigt, daß Hand- und Kopfarbeiter zusammenstehen müßten, denn nur durch diese Einheit könne die deutsche Freiheit zurückgefordert werden.
Oer Berliner Gauleiter derNSOAp., Reichsminister Or. Goebbels
erklärte, diese Revolution ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Arbeiterrevolution gewesen. Richt umsonst haben wir die Bewegung, die als Kampffront gegen den 9. Rovember 1918 aufstand, eine Arbeiterpartei genannt. Mit dem 30. Januar hat die Aufbauarbeit der nationalsozialistischen Bewegung begonnen. „Wer vor dem 30. Januar zu uns kam, der hat damit bewiesen, daß er eine Sache um ihrer selbst willen tun kann." Anders ist es vielfach mit denen, die nach dem 30. Januar zu uns gekommen sind. Ich appelliere nun in dieser Stunde an euch: Laßt die Bewegung nicht verfälschen! Laßt in dieser Bewegung weder eine getarnte Kommune, noch ein verstecktes Spießertum hinein. Wehrt euch dagegen, wenn man aus unserer Revolution eine laue, flaue bürgerliche Angelegenheit machen will. Der Staat, den wir wollen, soll ein ganzes Volk umschließen. Llmwälzende Reformen werden immer von einer Minderheit durchgeführt. Diese Minderheit seid ihr, meine Parteigenossen. Seid stolz darauf, diesen Staat erobert zu haben! Mit demselben großen und kühnen Stolz macht euch nun an den Ausbau des Staates.
Als letzter Redner wies der Gaubetriebszellenleiter Engel auf die Bedeutung der heutigen Mas- (entunögebung als Heerschau der Arbeitsgarde hin. Die NSBO. in Berlin umfasse rund 400 000 Mitglieder. Es sei nur zu selbstverständlich, daß bei die- ser ungeheuren Zahl in der nächsten Zeit e i n e I n - oentur gemacht werden müsse, und so könne leicht der Fall eintreten, daß 80- oder 100 000 Mitglieder ausgeschlossen würden. Die Bewegung würde durch diesen Ausschluß nur gewinnen. Die Arbeitgeber müsse er darauf verweisen, daß es ihnen nie gelingen wirb, NSBO.-Funktionäre, die ihnen unbequem seien, zu entfernen. Niemals wird diese Einheitsfront zerschlagen werden: Wir bauen das sozialistische Deutschland. Die NSBO. bleibt in voller Alarmbereitschaft. Jeder hat seine Pflicht zu tun. — Mit einem dreifachen Sieg- Heil auf den Führer Adolf Hitler schloß die gewaltige Kundgebung.
Kleine politische Nachrichten.
Von zuständiger Seite wird darauf hingewiesen, daß die FreitagrededesReichsministers Dr. G o e b b e l s im Sportpalast eine interne Parteirede zu Parteigenossen gewesen sei.
Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist aus London kommend wieder in der Reichshauptstadt eingetroffen.
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In Stuhlweißenburg, der Garnison des ungarischen Jnf.-Regts. Nr. 69, dessen Chef Hin- benburg ist, hat der Hauptmann der Reichswehr o. Schulenburg am Freitag in Begleitung des Regimentsobersten Koos einen großen Lorbeer- kränz auf dem jüngst errichteten Denkmal der Gefallenen niedergelegt. Das fchwarzweißrote Band trug die Inschrift: „In treuem Gedenken, von Hindenburg."
Der Bregenzer Garnisonskommandant Oberst S ch e m f i l erhielt den Abschied, und einige junge Offiziere wurden in andere Garnisonen versetzt, weil bei der Kaiserjäger- Gedenkfeier am 30. April, an der wie in früheren Jahren Offiziere der Lindauer Garnison teilgenommen hatten, im Lause des Abends das Horst-Weffel-Lled gesungen worden war.
Kunst und Wissenschaft.
Professur für Kriegsgeschichte und IDe^rfragen an der Heidelberger Universität.
In ber Großen Aula der neuen Universität in Heidelberg fand die feierliche Eröffnung des neugebildeten Amtes für Kriegsgeschichte und Wehrfragen statt, mit dessen Leitung unter Ernennung zum Professor Staatsrat und Privatdozent Dr. Schmitt- henner beauftragt wurde, Vorlesungen und
DerEksolg derkanzlmede-Mspannung inEuwpa


