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22/04/1933 Frühausgabe
 
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Lohse sind tzwei erfahrene Angestellte, die schon langer in dem Betriebe tätig sind, damit beauftragt worden, für die Aufrechterhal­tung des Betriebes und für Ordnung zu sorgen. 3n den Mittagsstunden war die Ruhe auf den Deutschen Werken wiederhergestellt. Die Arbeiten werden ohne Störung fortgesetzt."

Bombenanschlag in Löhen.

Tragisches Ende der Taterjuche

Königsberg, 21. April. 3n Löhen wurde am Donnerstag um 20.40 Uhr ein Bom­benanschlag auf das Amtsgerichts- g e b ä u d e ausgeführt. Die Täter hatten den Sprengkörper in ein Kellerfenster gelegt und dort zur Explosion gebracht. Eine gewaltige Detona­tion versetzte die Bevölkerung in Schreck. Erheb­liche Teile der Mauer und zahlreiche Fenster­scheiben wurden beschädigt, Menschenleben sind zum Glück nicht zu Schaden gekommen. Die Po­lizei mit Hilfe von Hilfspolizei sperrte so­fort denTatortab. Weiter wurden die Po­lizeiverwaltungen der Rachbarstädte in Kenntnis gesetzt. Der Zug nach Königsberg wurde auf der Strecke angehalten und nach den Tätern durchsucht. Die umliegenden Chausseen wurden beseht, da man gleichermaßen annahm, daß die Täter Lötzen in einem Auto verlassen hätten. Zur Fahndung nach den Tätern machten sich inAngerburg SA.-Leute mit einem Auto auf die Fahrt in Richtung Lohen. Un­terwegs kam ihnen ein großer Personenwagen entgegen. 3n der Annahme, daß flüch­tige Auto vor sich zuhaben, wurde Halt gemacht und die Straß beseht. Der Kraftwagen­führer muß jedoch die Haltezeichen über­setzen haben. Als der Wagen, ohne auf Anrufe und Winkzeichen zu reagieren, vorbei fuhr, wurde geschossen, wobei vier Schüsse in den Kühler drangen und zwei die Rückwand der Ka­rosserie durchschlugen. 3n dem Auto saß der Rechtsanwalt Dr. Pickert aus Angerburg, der von einer dienstlichen Fahrt zurückkehrte. Pickert ist R a t i o n a l s o z i a l i st. Eine Kugel durch­schlug die Karosseriebank und drang Pickert kurz über dem Decken in den Rücken, wo sie stecken blieb. Der Verletzte mußte ins Kranken­haus gebracht werden.

Das Silbergeid wird handlicher.

Berlin, 21. April. (VdZ.) Im Reichsfinanz­ministerium sind die Vorarbeiten für die A u s - gabeder neuen Silbermünzen im Gange. Die neuen Münzen werden nach Größe und Ge­wicht den dringenden Wünschen der Wirtschaft und des Publikums Rechnung tragen, wobei besonders das Verschwinden der jetzigen großen Fünfmarkstücke begrüßt werden dürste. Es wird in Zukunft nur noch Silbermünzen i m Werte von einer, zwei und fünf M a r k g e b e n ! die Dreimarkstücke sollen ganz aus dem Verkehr gezogen werden. Größe und Ge­wicht der neuen Münzen werden gegenüber den bisherigen erheblich verringert, während der Silbergehalt gleichbleiben soll.

Nach den Vorschlägen der zuständigen Ressorts wird das Einmark stück einen Durchmesser von 22 mm, das Zweimarkstück einen solchen von 25 mm und das Fünfmarkstück einen Durch­messer von 29 mm haben. Ein- und Zweimarkstück werden etwas kleineralsdie bisherigen Stücke fein, während das Fünfmarkstück so­gar noch etwas hinter der Größe des jetzi­gen Dreimarkstückes Zurückbleiben wird. Das Einmarkstück wird ein Gewicht von 4,5 Gramm, das Zweimarkstück ein Gewicht von 8 Gramm und das Fünfmarkstück ein solches von knapp 14 Gramm haben.

Heber die Ausgestaltung des M ü n z b i l- d e s sind noch keine Entscheidungen getroffen. Eine Reche von Künstlern ist beauftragt worden, Ent­würfe vorzulegen, die aber bis zur endgültigen Entscheidung noch vertraulich behandelt werden. Angesichts der grundsätzlichen Bedeutung der neuen Münzreform ist damit zu rechnen, daß das Ka­binett selbst die letzten Beschlüsse fassen wird. Die Münzreform bedarf außerdem der Zustimmung des Reichsrates. Mit den endgültigen Entscheidun­gen wird erst in einigen Wochen zu rechnen sein.

Aus dem Tagebuch eines deutschen Jagdfliegers.

Äon Michsmimster Hermann Göring.

Wir entnehmen diese spannenden Schilde­rungen von eigenen Fliegererlebnissen des Reichsministers Göring nach Richt- hofens Heldentod Führer von dessen berühm­ter Jagdstaffel mit Erlaubnis des Verlages I. F. Lehmann, München, dem BucheZn der Luft unbesiegt" (2. Ausl. Herausgegeben von Major P. G. Neumann. Geh. 3,80 RM.. Lwd. 4,50 RM.). Das Buch, ein Band der lichtvollen ReiheIm Felde unbesiegt", ent­hält über 50 packende Schilderungen aus dem Luftkriege an allen Kriegsschauplätzen. Es ist ein herrliches und begeisterndes Buch.

Mai 1917! Herrlicher Frühlingstag, die Bäume in voller Blüte, strahlendbmu dehnt sich der Himmel über das Land der Oise und Somme. Nur leicht be­kleidet liege ich unter dem wundervoll erblühten Apfelbaum, laße mir die brennende Mittagssonne auf den Körper scheinen, dehne mich in der wohligen Wärme. Ab und zu ein linder Luftzug; dann rieseln die weißen rund rosa Blüten auf mich herab. Alles um mich her atmet Frieden, soweit der Blick hinaus- schweift in das weite Land. Stille heute auch au der Front. Ruhig stehen unsere schlanken Flugzeuge vor den Zellen; sich sonnend auch sie. Drunten windet sich die Oise gen Südwest, ihre Wasser glitzern her­auf. Ich starre in den endlosen Himmel, an dem sich fein Wölkchen zeigt, und träume. Hoch im Zenich steht die Sonne, versendet glühenden Brand, alles rückt näher unter das schattenspendende Blütendach.

Plötzlich durchreißen scharfe Schläge den Frieden des Frühlingstages; im Norden stehen weiße Schrapnellwolken im Himmelsblau, leise wie Bienen­gesumm in großer Höhe Motorengeräusch:Feind­liche Flieger in Sicht" ruft der Posten. Mit einem Schlage löst sich die Starre, wir springen auf, klei­den uns an. Vergessen sind die Träume', vorüber die Müdigkeit, es straffen sich Muskeln und Sehnen. Die Motoren donnern, wir sind bereit

Frei" das letzte Kommando! Meine Maschine rast über den Rasen, nach wenigen Sekunden nehme ich sie vom Boden ich fliege! Das Stampfen und Zittern hat aufgehört, ruhig steigt mein Bogel empor, der Sonne entgegen. Ich blicke mich um; fcicbt geschlossen folgen mir, dem Führer drei wei- rere Flugzeuge. Sie verlassen sich auf mich, daß ich sie zu Kampf und Sieg führe, sowie ich ihnen oer-

An den Quellen der Greuelpropaganda.

Zn ausgehobenen kommunistischen Propagandazentralen.-Wie Greuelmärchen fabriziert und verbreitet wurden.

Berlin, 21. April. (ERB.) Aus dem Cha­rakter der Greuelpropaganda im Auslande, die trotz aller Gegenmaßnahmen immer noch nicht verstummen will, lieh sich der Schluß ziehen, daß die Verbreiter dieser Berichte mit illega­len kommunistischen Organisationen in Deutschland in engem Zusammen­hang stehen müssen. Die in dieser Richtung gehenden Nachforschungen der politischen Polizei sind nicht ohne Erfolg geblieben. Durch die Fest­nahme einer Reihe ' Personen, die im drin­genden Verdacht der Mitarbeit an der Greuel­propaganda standen, u.w durch Haussuchungen bei ihnen wurden einige dieser außerordentlich großzügig organisierten und mit den mo­dern st en Mitteln ausgestatteten Propagandazentralen ausgehoben. Durch das schnelle Zugreifen der Polizei ist Ma­terial sichergestellt worden, das die weitreichen­den Verbindungen der Greuelorganisation in Deutschland an den Tag gebracht hat.

Vertreter der in- und ausländischen Presse konnten sich von der Arbeitsart und dem engen Zusammenhang dieser Propagandastellen mit den verbotenen Organisationen der marxistischen Par­teien überzeugen. Der Weg führte zunächst zum Stadtzentrum, wo in einer von einem Speicher abgetrennten Wohnung ein Bureau eingerichtet war. Die Wohnung selbst war als photographisches Ate­lier hergerichtet und durch alle erdenk­lichen Vorsichtsmaßnahmen gesichert. 3n einem der ersten Räume stand auf einem Tisch e i n Vergrößerungsapparat. Unter diesem Tisch, geschickt versteckt, befand sich eine Klappe zu einem Lichtschacht, durch den die flüchtenden Bewohner ein isoliert liegendes Zimmer er­reichen konnten, das sie unauffällig verlassen konnten. Reben einer Unzahl kommunistischer illegaler Schriften wurden modern st e Ver - fielfältigungsapparate mit besonderem Leistungsvermögen, Photoplatten, eine fachmän­nisch angelegte Dunkelkammer u. a. m. gefunden.

Aus dem Schriftmaterial ergab sich, daß dort schon seit Wochen illegale Schriften, insbesondere Greuelnachrichten, hergestellt waren, daß ein , regelrechter Rachrichtendien st zur KP D.- Zentrale und ausländischen 3our- n a l i st e n unterhalten wurde und daß auf dem Wege über die Rote Hilfe die ausländische Presse über Einzelheiten angeblicher Mißhandlungen unterrichtet wurde. Dieser 3nformationsdienst sollte dazu dienen, die Maßnahmen der Regie­rung und das Ansehen der Polizei herabzusetzen.

Die Bilder zu den Greuelberichten wurden bann an der zweiten besichtigten Stelle, ebenfalls einem photographischen Ate­lier, hergestellt Der Inhaber dieses Ateliers ist der Sohn des früheren bayeri­schen Ministerpräsidenten Surt Eisner. Gestellte Greuelszenen wurden hier photographiert, uer- nielsältigt und die Abzüge ins Ausland ge­schickt. Zu den Bildern eines mißhandelten Juden, der angeblich ein Onkel Eisners sein sollte, halle sich ein Kriegsbeschädigter aus Schöneberg, der schreckliche Gesichlsnerlehun- gen halle, zur Verfügung gestellt.

Weitere Greuelszenen waren im Gewerk­schaftshaus am Engelufer und in der Woh­nung des entlassenen Stadtschulrates Löwen­stein, Reukölln, hergestellt worden. Von den angeblichen Verwüstungen im Gewerkschaftshaus wurden fünf verschiedene Aufnahmen gemacht, auf denen man umgeworfene Stühle, Tische, her­ausgezogene Schubfächer, erbrochene Türen, sah, während Brecheisen und andere Einbruchswerk­zeuge auf dem Boden herumlagen. Bei Eisner fand man auch eine neue SA. - Uniform, die für bestimmte photographische Zwecke ver­wendet wurde. Einige Photomontagen entbehrten nicht eines gewissen Humors, so wenn über eine kommunistische Massenversammlung das Blld des Reichsminister Hugenberg kopiert war, oder bei einer Stahlhelmparade der KPD.-Führer Thälmann in der Uniform des Rot-Front» Kämpferbundes mit hohen Offizieren und Stahl­helmführern die Parade abnahm.

3n der Wohnung eines Verlagsangestellten wurden Listen der Querverbindungen zu denmarxistischenOrganisationen und eine Matrize auf Vervielfältigungsapparat gefunden, in der zu einem antifaschisti­schen Kongreß im benachbarten Ausland ein- geladen wurde. Ferner fand sich eine Liste der in Schuhhaft befindlichen Personen und Korrespon­denz mit den verschiedenen Stellen der KPD. und der Roten Hllfe vor. Die Besichtigung ergab ein eindrucksvolles Bild von der Art, wie die Greuelmärchenfabriziert und ins Aus­land gebracht werden. Sie ließ aber auch erkennen, daß es notwendig ist, immer schärfer und immer nachdrücklicher gegen diese unterirdischen Organi­sationen vorzugehen.

Oer Hessische Landtag zum 28. April einberufen.

Darmstadt, 21. April. (BJSJt.) Der neu­berufene hessische Landtag ist zu feiner konstituierenden Sitzung auf Freitag, den 28. April, 12.30 Uhr. einberufen worden.

Kleine politische Nachrichten.

Reichspräsident v. Hindenburg emp­fing Freitagnachmittag den Reichskanzler Adolf Hitler zu einer Besprechung schweben­der politischer Fragen.

, Der Herr Reichspräsident empfing den auf einer Europareife befindlichen früheren amerikanischen Botschafter in Berlin Professor Schurmann.

Im Gegensatz zu dem Vorgehen in Bayern, Würt­temberg, Baden und anderen Ländern sind bisher in Preußen keine Entlassungen von Schutzhästlingen erfolgt. Die Zahl der in Hafk befindlichen Personen beträgt in Preußen

traue, daß sie mir folgen, wohin auch immer ich sie leite. Höher und höher steigen mir, weiter und wei­ter dehnt sich unter uns das Land. Nichts mehr ist von der drückenden Mittagshitze zu spüren, kalter frischer Luftzug strömt uns entgegen. Ruhig und sicher arbeitet der 100-pZ-Motor; mit 130 Kilometer Stundengeschwindigkeit steigen wir, nach Süden, der Sonne entgegen, um in ihren mächtigen Strahlen dem Feinde in günstiger Lauerstellung unsichtbar zu bleiben. Rechts streckt sich die Front von St. Quentin, vor uns die Champagne, unter uns die blutge­tränkten Schlachtselder vom August 1914, wo von Klucks siegreiche Armee das erste Britenheer zer­trümmerte.

Jetzt zeigt der Höhenmesser 5000 Meter. Wir sind hoch genug, um die feindlichen Bombenflugzeuge, die in dieser Höhe tief in unser Hinterland vor- stoßen, erreichen zu können. Ich werfe meine Ma­schine auf dem Flügel herum und steuere Kurs nach Norden. Die anderen folgen blitzschnell diesem Ma­növer, und der Schwarm ist wieder dicht beisammen. Rastlos jucht das Auge den Horizont ab, um den Gegner zu finden. Wir nähern uns Eambrai. Da plötzlich wieder Sprengpunkte unserer Flugabwehr­geschütze; sie liegen in etwa 4000 Meter. Gleich barauf sichte ich den Gegner: vier große Bomben­flugzeuge eilen nach ihrer Front zurück. Doch sie sind Milcht allein; mehrere Jagdeinsitzer sind über Die tfront vorgestoßen, um ihre zurückkehrenden Kameraden aufzunehmen und zu decken. Jetzt gilt es zu handeln blitzschnell muß der Entschluß gefaßt werden, welche der beiden Gruppen angegriffen mirö Ein Kampf gegen die Bombenmafchinen die feindlichen Einsitzer im Rücken verspricht wenig Erfolg. Also erst auf diese. Wir haben die größere Hohe und drücken mit erhöhter Geschwirr- öigteit auf die kleinen Maschinen zu und schneiden gleichzeitig damit den großen von Osten kommenden in ihrer Rückzuglinie ab.

Ueberraschend brechen wir aus dem Hinterhalt der Sonne hervor und eröffnen das Feuer Der be- turzte Gegner wirst seine Maschinen herum und lachtet hinter seine Front. Er ist aus dem Felde ge- chlagen, und nun kann der Hauptangriff auf die noch über unserem Gebiet fliegenden Bonwenwerfer erfolgen. Im Sturzflug preschen wir an sie heran und in scharfer Kurve'setzt sich jeder hinter seinen Gegner. Durch dieses Manöver bin ich meinen Ka­meraden etwas vorausgekommen und in dem Augen­blick, als ich in das Geschwader hineinstoße wenige Sekunden allein. Heftiges Maschinengew'ehrfcuer aus vier Flugzeugen prasselt mir entgegen; unange­nehm hallt das wütende Geknatter mir in den Ohren Die Rauchstreifen der Brandgeschosse sausen dicht

etwa 10000. Es find aber auch in Preußen Prü­fungen der einzelnen Fälle eingeleitet, und es wird demnächst die Entscheidung darüber fallen, wie weit auch in Preußen Schutzhäftlinge aus der Hast entlassen werden können.

Rach der Verhaftung des bisherigen Ver­band sdirektors der Pommerschen landwirtschaft­lichen Genossenschaften v. Knebel-Döberitz ist der landwirtschaftliche Gaufachberater der ASDAP. Bloedorn zum kommissarischen Ver­bandsdirektor ernannt worden.

*

Dem Reichsarbeitsminister Frqnz Seldte ist von den Städten Bad Oeynhausen und Bad Kösen in Anerkennung seiner großen Verdienste um die nationale Wiederaufrichtung des deutschen Volkes einstimmig das Ehren­bürgerrecht verliehen worden.

Professor Dr.°3ng. Fritz G e r st e n b e r g, der Vorsitzende des Reichsbundes Deutscher Technik, hat sein Amt niedergelegt. Sein Rachfolger wurde auf einstimmigen Vorstandsbeschluß hin der Vorsitzende der Unter» kommission lllb der politischen Zentralkommifsion

an mir vorbei: Zähne zusammen näher heran! Rechts und links tauchen jetzt die Meinigen auf und bringen Entlastung. Ich habe es nunmehr mit einem Gegner zu tun. Wütend schleudert er mir seinen Kugelregen entgegen, ich drücke unter ihn und hole Schwung, um gleich darauf wie ein Pfeil zu ihm heraufzupre,chen. Weit beugt sich der feind­liche Beobachter hinaus, um besser auf mich schießen zu können; doch jetzt eröffne auch ich das Feuer. Gleichzeitig schmettern meine zwei Maschinengewehre einen eisernen Hagel in das feindliche Flugzeug. Auf 30 ois 50 Meter bin ich nun an dessen Rumpf heran, dicht liegt die Geschoßgarbe des Gdgners bei mir, doch lasse ich nicht locker, und bald bricht drüben der Beobachter zusammen. Gleich darauf schlägt eine mächtige Flamme aus der Maschine, und mit un­heimlicher Wucht explodiert das feindliche Flugzeug. Holz- und Eisenspliller fliegen umher und gefährden meine Maschine; schnell reiße ich sie hoch, um über die durch die Luft wirbelnden Trümmer zu kommen. Unter mir stürzt der hell in Flammen stehende Rumpf mit seinen Insassen in die Tiefe. Die Flügel sind abgebrochen und folgen langsam-schwälend, eine schwarze Rauchfahne zurücklassend. Das alles ist das Werk weniger Augenblicke, ein Erleben größter Spannung! Der Feind ist vernichtet. Ich blicke mich um, tausend Meter unter mir sehe ich einen Kame­raden im Kampf mit einem Gegner, den er immer tiefer hinunterdrückt, bis schließlich auch dieser stürzte und am Boden zerschellt.

Weniger erfolgreich unsere beiden Kameraden: ihre beiden Gegner sind mit knapper Not gerade noch entkommen. Eng schließen wir vier uns wieder zusammen, nehmen Kurs nach unserem Flug­hafen. und wenige Minuten später liege ich wieder unter meinem blühenden Baum es ist noch keine Stunde vergangen, seitdem wir hier geruht hatten.

Wieder starre ich in den Himmel hinauf, an dem jetzt alles still ist, und denke auch an meine tapferen Gegner Engländer, die jetzt in Frankreichs Gcde ihr Grab finden. Leise zittern die Nerven nach, während Dumpfe drückende Schwüle sich über das Land breitet.Mein zweiter Sieg" sagt mein Kamerad, der sich behaglich in der Sonnenglut dehnt. Ich antworte:Mein Siebenter!". Dann herrscht wieder Ruhe, wir träumen weiter.

Schwere Donner grollen, und schwarze Wolken schieben sich von Süden heran, Blitze zucken, das erlösende Gewitter naht. Heftige Windstöße zerreißen die drückende Schwüle des Spätnachmittags, schwere Tropfen klatschen; mir eilen nach Haus. Erfrischt durch die Gewitterluft sitzen wir im Garten unseres Quartiers in der Abenddämmerung, da erhebt der Staffelsührer sein Glas. Wir trinken auf die Sieger.

der Reichsleitung der RSDAP. Reichstagsabge­ordneter Diplomingenieur Gottfried Feder.

Kunst und Wissenschaft.

Gabriele d' Annunzio lebt.

Entgegen der in einem Teil der gestrigen Ausgabe gebrachten Meldung des TBoIfffdjen Telegraphen- Bureaus vom Tode des italienischen Dichters <5a« briete d'A nnnnzio wird vom wolft-Bureau nun­mehr milgeteilt, daß die aus Budapest ihm über­mittelte Meldung nicht den Tatsachen entspricht. D'Annunzio lebt, er ist allerdings feit langem lei­dend.

Adam üarrillons 80. Geburtstag.

Die Pressestelle der hessischen Staatsregierung in Darmstadt teilt mit: Am 11. Mai wird der große hessische Heimatdichter Adam K a r r i l - lon 80 3ahre alt. Wegen seines tiefen Hu­mors und feiner Weltweisheit kann man diesen Dichter, der inMichael Hely" eine geradezu erschütternde Gestaltungskraft zeigt, wohl den hessischen Wilhelm Raabe" nennen. Aus An­laß seines Geburtstages werden ihm von der Staatsregierung, seinen zahlreichen Freunden und vor allem von der Stadt Mainz besondere Ehrun­gen zuteil werden.

Neubesetzung der Aemler der Freiburger Universität.

Die Freiburger Uniberfität gibt folgendes be­kannt: 3n Erkenntnis der großen -Aufgaben, die den deutschen älniversitäten in der dilturpoli- tischen Ausgestaltung der nationalen Erhebung erwachsen, hat der Rektor der Universität Frei­burg, Prof. Dr. v. Moellendorsf, aus freier Entschließung dem Plenum in der Sitzung vom 21. Qlpril die Reubesetzung der wich­tigsten Aemter folgendermaßen vorgeschlagen: Rektor Professor Dr. Martin Heidegger, Prorektor päpstl. Hausprälat Professor Dr. Sauer, als Senatoren die Professoren Dilz, Rucken, Rehm, Schadewaldt, Mortensen, v. Moellendorsf, Erik Wolf, Winterfeld und Stieber. Die Plenarversammlung hat diesen Vorschlag nahezu einstimmig angenommen.

45. Kongreß für innere Medizin.

Der 4 5. Kongreß für innere Medizin in Wiesbaden behandelte am zweiten Sitzungstage die Frage der Erniedrigüng Des Blutdrucks. Wie der Hauptreferent Professor S ch e l l o n g - Kiel dar­legte, sind die letzten Ursachen dieser Zustände heute noch nicht sämtlich geklärt. In der Mitglieder­versammlung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin wurde gefordert, daß unter kollegialer Würdigung örtlicher Verhältnisse und persönlicher Qualitäten innere Medizin und Psychiatrie An­spruch auf die Neurologie haben. In viel höhe­rem Maße als bisher sollen wie bei den psychiatri­schen, so auch bei den inneren Kliniken und Krankenhäusern besondere neur­ologische Abteilungen abgegrenzt werden. Auch künftighin soll der Facharzt für innere und Nervenleiden der deutschen Medizin erhalten bleiben. Die Gesellschaft sandte folgendes Tele- aramm an den Reichspräsidenten:Die Gesellschaft für innere Medizin, die zu chrer 45. Ta­gung in Wiesbaden versammelt ist, bekundet dem Präsidenten des Deutschen Reiches ihre tiefste Dank­barkeit und ihre aufrichtigste Verehrung. Sie über­mittelt das Bekenntnis zu treuer Arbeit für die Gesundheit unseres Volkes im Sinne der nationalen Volksgemeinschaft." An den Reichskanzler Adolf Hitler wurde das folgende Telegramm gesandt: Die Deutsche Gesellschaft für innere Medizin, die zu chrer 45. Tagung in Wiesbaden versammelt ist, spricht dem Führer des neuen Deutschland zum heu­tigen Tage ihre ergebensten Glückwünsche und chre aufrichtigste Verehrung aus. Als deutsche Aerzte sehen wir unsere Hauptaufgabe darin, durch For­schung und Ausbau der ärztlichen Wissenschaft der Volksgesundheit nach besten Kräften zu dienen. Als deutsche Männer stellen wir uns freudig in den Dienst all der Bestrebungen, die die nationale und sittliche Wiederausrichtung unseres Volkes fördern sollen."

Das weiße Band an der Haustür.

3mmer häufiger findet man jetzt in 3talien an den Haustüren ein hübsches weißes Band hän» gen, geknotet oder verschleift wie die Haarschlei­fen der seligen Tanzstundenzeit, dann aber weit ausspielend wie eine Schärpe. Eine festliche Schärpe ist das, man merkt es gleich, wenn der Fremde auch ihre Bedeutung nicht kennt. Diele wissen ja auch nicht, warum in Rom manchmal nur die eine Hälfte des Portals offensteht, warum die berühmte Dronzetüre des Vatikans lange Zeit so halbiert war. Run, das bedeutet einen Trauerfall im Hause. König und Papst, Adel und Volk huldigen dieser uralten Sitte.

Lind wenn nun der Herr Pförtner sich feier» lich aus seiner Klause herauszubegeben geruht und teils mit Würde, teils mit beifallheischenden Blicken il nastro bianco anheftet, das weihe Band? Wenn er zwei nebeneinander heftet? Wenn ein junger und etwas besorgt drein­schauender Herr eins, zwei, drei Bänder be­festigt? Wenn gar einmal, wie es dieser Tage geschehen ist, vier auf einmal erscheinen?

Das bedeutet das Gegenteil von einem Trauer­fall, das heißt: Freut euch mit uns, denn siehe, ein Kindlein ward uns geboren! Auch das ist eine alte Sitte und ihre Wiederaufnahme ge­hört zu dem Geburtenfeldzug. 3nes Angellni heißt die junge Mutter, die vor knapp einem 3ahre einen Arbeiter, Pius ist sein Rame, hei­ratete und nun eins, zwei, drei, vier weiße Bänder Vierlinge zur Welt brachte. Roch ein Baby, und sie ist bereits steuerfrei.

Zeitschriften.

Das neue Heft der ZeitschriftDeutsche Ration" (Verlag 3. 3. Weber, Leipzig C 1), stellt sich wiederum mit Wort und Bild in den Dienst der nationalen Aufbauarbeit. Zur kriti­schen Betrachtung des Volkskanzlers unter dem GesichtspunktAdolf Hitler der Staatsmann" wurde Dr. v. Leers gewonnen. Richt minder bemerkenswert sind die Ausführungen über die problematische Stellung der Tschechoslowakei im deutschen Raum. 3cöer einzelne Aufsatz will ein Stück positive Arbeit leisten:Ration und Bildungsideal",Theaterdämmerung",Der Weg der neuen Front zum neuen Staat", Aufbruch der Polizei", der erste Beitrag einet fortlaufenden Artikelserie:Was das Wisland schreibt.. dies alles sind "Themen, die jeden deutschen Menschen angehen. Dazu ein mit Sorgfalt zusammengestellter Dilderteil.