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22/04/1933 Erstes Blatt
 
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Samstag, 22.April 1955

185. Jahrgang

flr.94 Erstes Blatt

Die Vorbereitungen zur Feier der nationalen Arbeit

be.terschaft begrüßt diese Tat. Sie ist ihr Gewerkschaften ausfordert, im DoLen Bewußtsein hoffnungsvolles Zeichen dafür, daß sich die Re- | ihrer Pionierdienste für den Maigedanken, für

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Bankwelt, der sich London, Amsterdam u. a. an­schlossen, übertrugen die österreichische Krisis auch auf Ungarn und Deutschland. 3m Mai ver­mochte die Bank von England noch zu inter­venieren, so daß es nicht zum Aeußersten kam. Aber die Kündigungen in Deutschland setzten sich unter dem Eindruck der intransigenten Hal- lung Frankreichs weiter fort- Die Ankündigung des Hoover-Plans mit seinem einjährigen Mo­ratorium für alle politischen Schuldenzahlungen vermochte keine Erleichterung mehr zu bringen. Frankreichs Verschleppungstaktik löste die psycho­logischen 2lbsichten des Hoover-Moratoriums in - - - - en der

Berlin, 21. April. (CNB.) In einem Auf­rufs des Borstands dcs Gesamtverbands der christlichen Gewerkschaften heißt es, die Reichs­regierung hat den 1. Mai als Tag der Arbeit zum nationalen Feiertag erhoben. Die in den christl chen Gewerkschaften vereinigte deutsche Ar-

sich indessen nur in Gemeinschaft mit den andern großen Wirtschaftsländern ermöglichen, da ein iso­liertes Vorgehen das Silber der ganzen Welt nach Amerika ziehen würde und dort die Gefahren einer Inflation naherücken müßte. Es ist indessen durch-

Das Tempelhoser Feld als Festwiese.

(4roi zügige Ausgestaltung.

Berlin, 21. April. (TU.) Bor Vertretern Presse schilderte Vizepräsident Dr. St ü ß n von

glcrung Hitler zum sozialen deutschen Volkstum bekennt, daß ihr die Würdi­gung der deutschen Arbeit und des deutschen Arbeiters Herzenssache ist. Die nationale Weihe des 1. Mai an die deutsche Arbeiterschaft stärkt in uns die Ueberzeugung. daß über die Hossnung kapitalistischer Schlaumeier hinweg der neue deutsche Staat wahrhast national und wahrhaft sozial sein will. In dieser Hoffnung und in diesem Vertrauen begehen wir den Feiertag der deutschen Ar­beit. In dieser Hoffnung und in diesem Ver­trauen folgen wir dem Aufruf der Re­gierung zu den Feiern deS 'Tages, zu deren äußerem Rahmen wir für die christliche Ar­beiterschaft die technischen Richtlinien bereit« be- tanntgegeben haben.

Beteiligung der freien Gewerkschaften.

plus 7 Proz.

Interesse für bt.1 crnachlässjgt leschwächt. Die cozent ein, Deichs- >is zu 1,50 Prozent l gehandelten In- zzu? Prozent. Ain onnten sich Analv-

Das Schicksal des Dollars.

Ohne Zweifel, das beherrschende weltpolitische Ereignis dieser Tage ist das amerikanische Goldausfuhrverbot, das a.s e fter Schr.tt zur Ausgabe der Goldwährung durch die Ver­einigten Staaten gedeutet wird. Die Rachrichten von drüben sind unklar und widersprechen sich vielfach, man kann daraus vorerst nur aus eine große Unsicherheit darüber schließen, wie man sich die Folgen dieses Entschlusses und den wei­teren Gang der Dinge denkt. Wollen die Ver­einigten Staaten ihre währungspolitischen Maß. nahmen, die sie getroffen haben, während sich der britische Premierminister Macdonald an Bord derBercngaria" der amerikanischen Küste nä­herte, in den bevorstehenden Verhandlungen als Druckmittel gegen England benutzen, um dieses zur Rückkehr zum Goldstandard zu zwingen? Oder will Amerika mit seinem Verzicht aus b:e Stützung der Goldparität des amerikanischen Dollars an den ausländischen Geldmärkten der kommenden Weltwirtschastskonserenz den Weg weisen, aus dem sich nach seiner Ansicht eine Lösung ver Weltwirtschaft aus der Deflations­krisis ermöglichen ließe? In Amerika wimmelt es gegenwärtig von Währungs- und Wirtschafts, plänen. Die Zeitungen servieren ihren Lesern täglich neue Vorschläge und jeder Abgeordnete und Senator trägt ein anderes Heilmittel für die Behebung der Krisis in der Tasche. Aber da Präsident Roosevelt, dem diktatorische Voll- machten in der Währungspolitik eingeräumt wer- den sollen, dem Ansturm der Frager gegenüber bisher stets erklärt hat, daß er sich noch für keinen bestimmten Plan entschieden habe, tappt man ned) im Dunkeln mit allen Voraussagen über die kommende währungspolitische Entwick­lung in den Vereinigten Staaten. Doch wird diese für d e gesamte Weltwirtschaft und damit auch für uns eine Bedeutung haben, die es notwen­dig erscheinen läßt, sich ein möglichst vollstän­diges Bild von den Vorgängen in den Der- einigten Staaten zu machen.

Man muß dabei zurückgehen auf das Jahr 1931, in dem der französische Krieg mit den goldenen Kugeln seine zweifelhaften Triumphe feierte. Frankreich verfolgte seine Macht­pläne, die sich dainals wie heute im Donau- raum konzentrierten, mit vorwiegend finanz­politischen Maßnahmen, für die es sich durch die Goldhortungen der Bank von Frankreich in Stand gesetzt hatte. Damals galt es, das deutsch-österreichische Zollunionsprojekt zu über­spielen und Oesterreich die goldene Schnur um den Hals zu werfen. Das erste Opfer war die Oesterreichische Creditanstalt, deren Fall im Mai 1931 ganz Mitteleuropa in eine schwere Vertrauenskrisis hineinzog Umfang­reiche Kreditkündigungen der amerikanischen

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Chefredakteur

Dr. Fnedr. With. Lange. Derantworklich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.2bgnot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn. zeigenteil i.D.TH.6ümmel sämtlich in Giegen.

Bitterfeld, 21. April. (XU.) Der zweite Bundesführer des Stahlhelm. Oberstleutnant a. D. D ü ft e r b e r g , besichtigte das Arbeits­lager in Schmiedeberg und äußerte sich auf einer start besuchten öffentlichen Kundgebung über die in der nationalen Revolution dem Stahlhelm zugewiesene Rolle. Die Ehre des deutschen Ha­mens und der nationalen Umwälzung verlangt Reinheit der Mittel und Gerechtigkeit im Han­deln. Das im Deutschen lebende unbeständige Freiheitsgefühl des einzelnen muß sich mit dem staatlichen Gemeinschaftsgefühl vermählen. Rur freie aufrechte Män ne r sind wertvolle Bundesgenossen. Richt die politischen Konjunkturerscheinungen, die vor 14 Jahren sich so und heute über Rächt sich wieder so einstellen. Roch stehen Millionen Deutsche der nationalen Umwandlung feindlich gegen­über. Es handelt sich hier um die entscheidungs- volle Ausgabe der innerlichen Verschmelzung des deutschen Volkes, um die Schlichtung der seit Jahrzehnten aufgerissenen Kluft zwischen Mil­lionen von Menschen. Gerade auf diesem Ge­biete erwächst dem Stahlhelm ein großes Arbeitsseld. Roch lebt die unsichtbare graue Front, noch überbrückt die Soldaten­erinnerung in Millionen alle Partei- unt> Kon­fessionsunterschiede.

Oer Stahlhelm in der Front der nationalen Revolution

Grundsätzliche Ausführungen OüsterbergS.

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örtlichen und betrieblichen Verhältnissen entsprechen­den Form Ausdruck gegeben wird.

Lohnzahlungen für den i.Mai.

Berkin, 21. April. (WTB.) Der Reichsminister des Innern hat für den 1. Mai eine Verord­nung über die Lohnzahlung erlassen. Rach dieser Verordnung vom 20. April wird die infolge des Feiertages der nationalen Arbeit ausfal­lende Arbeitszeit bezahlt, und zwar so- weit Tarifverträge die Bezahlung ausfallender Ar­beitszeiten an Wochenfeiertagen vorsahen nach den Bestimmungen der Tarifverträge. Im übrigen ist der regelmäßige Arbeitsverdienst für die ausfallende Ar­beitszeit zu zahlen.

Ein Aufruf

der christlichen Gewerkschaften.

des größten Silberlandes der Well, Msriko, das fast die Hälfte der Weltproduktion liefert, maß­gebend beteiligt. Wesentlicher aber ist der Silber- preis für Amerikas Ausfuhr nach den großen Sil­berwährungsländern des Fernen Ostens, die namentlich China durch die starke Entwertung des Silbers in ihrer Kaufkraft empfindlich ge- schwächt, aber und hier vor allem Japan gleichzeitig in ihrer Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt erheblich gestärkt worden sind, beides sehr zum Schilden des amerikanischen Außenhan­dels. Wenn nun aus dieser Lage heraus sich Wünsche nach einer Wiedereinführung des Silbers als Wäh- rungsmetall neben dem Golds, was es ja in Ame­rika bis zur Jahrhundertwende gewesen war, äußern, so hofft man damit gleichzeitig auch durch die Verstär­kung des Geldumlaufs eine Hebung des allgemei­nen Preisniveaus zu erreichen. Diese Pläne üeßen

6r|d)tini tägltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert« (Biefiener Familienblatter Heimat mi Bild Die Scholle

monats-Beingsprets:

Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustriert« . 1.80 Zustellgebühr. . -.25

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liernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach­richten Anzeiger Gießen.

Postscheckkonto:

SronUvrt am Main 11686.

Bochum. 21. April. (ERB.) Im Organ deS freigewerkschastlichen Bergarbeitcrverbandcs wird u. a. mitgcteilt, daß der Dundesausschuß den I.Mai 1933 als gesetzlichen Feiertag der natio­nalen Arbeit begrüßt und die Mitglieder der

zösischen Ministerpräsidenten Laval, zu Be­sprechungen über die weltpolitische Lage (worun­ter Frankreich den Goldstandard, Amerika das Hoover-Moratorium verstand) nach Washington zu kommen. Während Laval sich auf den Weg machte, setzte Frankreich mit umfangreichen Gold- käufen in Reuyork ein und begann seine Dollar­guthaben an sich zu ziehen. Diese wurden Mille Oktober auf 600 Millionen Dollar geschäht, so daß Frankreich unter den ausländischen Dollar- besitzern an der Spitze marschierte. Rur mit Mühe gelang es der Bundesreservebank, den Dollar in der Räbe des Goldpunkts zu halten, nachdem innerhalb von drei Wochen Gold in einer Höhe von 600 Millionen Dollar nach Europa abgeflossen war. Damals begann der Sturm des nervös ge­wordenen Publikums auf die amerikanischen Ban­ken, die Rotenhamsterei und die Reihe der Zah­lungseinstellungen, die ihren Höhepunkt Ende 1932 in dem Zusammenbruch des Bankensystems des Industriestaates Michigan erleben sollte. Die französische Politik hatte dank der Unterttüßung der Hochfinanz den -Erfolg, daß Laval in Wa­shington den befürchteten zweiten Schritt Ame­rikas in der Art des Hoover-Moratoriums ver­hindern konnte.

Die Erinnerung an diese Vorgänge des Jahres 1931 führt wenigstens von der einen Seite zu e\cm Verständnis der Ereignisse dieser letzten Tage. Heute fährt, wie damals Laval, in einem Augen­blick höchster weltpolitischer Spannung, wo die Ab­

rüstungsfrage in eine entscheidende Phase tritt, der Mussolinipakt zur Debatte steht und die Welt­wirtschastskonserenz vorbereitet werden soll, H e r - riot als Beauftragter der französischen Regie­rung nach Wahington und heute wie damals be­gleiten seine Reife wachsende Goldabzüge der fran­zösischen Banken, die jetzt natürlich nach der schwe­ren Krisis in der amerikanischen Bankwelt doppelt peinlich empfunden werden. Aber diesmal ist Amerika offenbar entschlossen, mit dem Gegenzug nicht zu warten, bis die goldenen Kugeln Frank­reichs die Stellung sturmreif geschossen haben. Man kann sehr wohl das Goldausfuhrver­bot Roosevelts als eine solche Abwehrmaß­nahme gegen den französischen Versuch auffassen, die auf Erhaltung des machtpolitischen Status quo gerichtete rein negierende und hinhaltende Tak-

ttk Frankreichs bei den kommenden Auseinander-

aus unwahrscheinlich, daß (higlanb, in dessen Macht­bereich das Hauptgoldproduktionsland der Erde, Süd­afrika, liegt, und Frankreich, dessen Staatsbank, wie wir sahen, einen riesigen Goldschatz gehortet hat, gutwillig auf diese Pläne eingehen würden. Man wird sie also auch wohl nur als taktisches Druck­mittel Roosevelts auf der bevorstehenden Konferenz mit Macdonald und Hcrriot bewerten dürfen.

Die Folgen der Abkehr Amerikas vom Gold­standard für Deutschland erhellen aus dem oben Gesagten. Die deutsche Ausfuhr, die eben erst in ihrer Märzbilanz einen erfreulichen Ausstieg um 52 Millionen Mark gegenüber dem Vormonat ver, zeichnen kannte, wird natürlich unter der Konkur­renz billiger amerikanischer Waren noch schwerer zu leiden haben, als bisher schon durch den Wett­bewerb der englischen Exportindustrie Dagegen be­stände die Möglichkeit für Deutschland, seine hohen Dollarschulden leichter abzustoßen. Eine Nachahmung des amerikanischen Beispiels lehnt Reichsbankpräsi- denk Dr. S ch a ch t in einer amtlichen Verlautbarung mit Entschiedenheit ab mit dem bedeutsamen Hin­weis, daß dem deutschen Sparer nicht ein zweites Mal der Verlust seines Arbeitsertrages zugemutet werden könne.

ein Richts auf. Die Kündigungen der ausländischen Kredite in Deutsch­land wuchsen nach dem Zusammenbruch des Bremer Rordwolle-Koirzerns am 13 Juli 1931 zu einem Run der Gläubiger auf einige große deutsche Banken an und zwangen die Reichs­regierung zur Erklärung von Bankfeiertagen und strenger Devisenausfuhrkontrolle. Der franzö­sische Finanzimperialismus verlegte den Kriegs­schauplatz nun nach London, das unter den in Deutschland festgefrorenen Krediten an Wider­standsfähigkeit bereits schwer eingebüßt hatte. Der Angriff Frankreichs auf das englische Pfund endete am 21. September 1931 mit der Auf­hebung des Goldstandards für die

Der Stahlhelm hat seit 1918 vom ersten Tage ab die Marxisten geistig und wenn nötia, mit der Waffe bekämpft. Die Stahlhclm-Aufnahmebestim- mungen sind schon seit der Gründung schärfer als die aller Parteien unö Bünde. Wir kennen den Wert der einzelnen und den Wanlelmut der Massen. Wir wissen, daß 10 Mann, die für eine Idee noch sterben wollen und können, stärker als 100 Laue sind. Die innen- und außenpolitische Lage verlangt einen starken Stahl­helm- Daß dieser treu zur nationalen Regierung steht, in der fein erster Bundes­führer Arbeitsminister ist, bedarf keiner besonde­ren Versicherung. Gerade in unserem gefesselten Staat ist die E r h a l t u n g e i n e s s r e i w i l l i - gen Wehrverbandes wie der Stahlhelm in Anbetracht unserer militärischen Wchrlosigteit ein Gebot staatlicher Sicherheit. Ge­rade die sichtbare Anerkennung aller al­ten treuen Frontsoldaten und vor allem die unbedingte Gleichberechtigung dieser im vierjährigen Weltkrieg und 14jähriger Rach- kriegszeit bewährten Männer ist eine sittliche Voraussetzung auch zur Erlangung der äußeren Gleichberechtigung Deutschlands. Jeder Riß im nationalen Lager ist ein außenpolitischer Schaden. Deshalb, Einigkeit, gegenseitige Achtung, Der» trauensvolle Zusammenarbeit im nationalen Lager.

Gietzeim Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vn'6 vnd verloo: vrühl'sche Univelsttäkr-Vuch. und Steinöruderei N. Lanze in Giehei. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: §chn!Nra^e 7.

feßungen durch finanzpolitische Manipulationen zu stützen. Aber wenn Roosevelt nun dem eng­lischen Beispiel vom September 1931 folgt und den Dollakkurs sich selber überläßt, so gilt dies vermutlich auch ebensosehr dem anderen Rei­senden, der auf der Fahrt nach Washington soeben amerikanischen Boden betreten hat: Ramsay Macdonald. Wenigstens deutet das ängstliche Echo, das Roosevelts währungspolitische Maßnah­men in der englischen Presse gefunden hat, daraus hin, daß man dort von der Qlbteßr Amerikas von der Goldparität den Verlust des bisher allein ge­nossenen Vorteils einer abgewerteten Währung auf dem Weltmarkt und die Einleitung eines er­bitterten Handelskrieges der beiden angelsächsi­schen Weltmächte befürchtet, wenn England sich nicht bei den Besprechungen von Washington oder spätestens auf der kommenden Weltwirtschastskon- ferenz unter dem Druck des amerikanischen Vor­gehens zu einer Rückkehr zum Goldstandard be­quemen sollte.

Es ist schwer ersichllich, ob dies tatsächlich das letzte Ziel der Rooseveltjchen Währungspolitik ist. Die binnenwirrschaftl-che Lage der Vereinigten Staa­ten würde nicht dafür sprechen, denn sowohl die amerikanische Landwirtschaft wie die Rohstoff­industrie versprechen sich von dem Verlassen der Goldwährung ein An st eigen der amerika­nischen Inlandspreise bei gleichzeitiger Verteuerung der Auslandswaren, während die ame­rikanische Exportindustrie auf den Vorteil verbillig­ter Waren gegenüber der Konkurrenz auf dem Weltmarkt rechnet. In eine andere Richtung weisen i.i amerikanischen Zeitungen eben viel erörterte Pläne, die davon wissen wollen, daß Roosevelt der Weltwirtschaftskonseren; die Neuordnung des inter­nationalen Währungssystems auf bimetalli- sti scher Grundlage Vorschlägen wolle. Der­artige Gedankengänge, die auf eine Doppelwährung durch die Herstellung eines festen Verhältnisses zwischen Gold- und Silberpreisen hinzielen, sind zwar regelmäßige Begleiterscheinungen großer internationaler Währungskrisen, sie gewinnen aber an Interesse, wenn man sich die Bedeutung des Silbermarktes für die amerikanische Wirtschaft ver­gegenwärtigt. Die Dereinigten^Staoten haben nicht nur eine bedeutende eigene Silberproduktion (mit 2 Mill, von 8,1 Mill, kg ein Viertel der Wellpro­duktion), sondern sind auch an der Silbergewinnung

Zentral-Hochbauverwaltung die Vorbereitungen zur Ausgestaltung des Tempelhofer Feldes alsFest­wiese-. Die Kosten betrügen rund 250 000 Mark. Die ganze Anlage werde noch nicht b a g c roefene Ausmaße aufweisen. Allein für die Tribünenbauten würden 30 000 laufende Meter und für die Barrieren 20 000 lausende Meter Holz be­nötigt werden. Die Barrieren wiesen eine Länge von 11 Kilometer auf. Die ganze Festanlage werde mit einem Fahnenwald umgeben werden. Dazu kämen noch die Masten auf dem Fahnenberg bei der Tribüne, die zum Teil 33 Meter hoch feien und besonders angefertigt werden müßten. Etwa 3500 Fahnen würden verwandt.

Weiter würden 250 Kilometer Kabel verlegt, was einer Strecke von Berlin bis Harzburg ent­spricht. Außer den 13 500 Tribünenplätzen (5800 zu 3 Mark, 4400 zu 7 Mark, 2200 zu 5 und 1100 zu 20 Mark) fei für rund eine Million Plätze auf der Festwiese vorgesorgt. Mehrere Rettungsstellen mit je vier Aerzten seien vorgesehen. Die Berliner Verkehrsgesell­schaft werde einen Ausnahmeverkehr einrichten und aus dem ganzen Reich würden zahlreiche eon» Verzüge eintreffen. Die Kartenbe Heilun­gen aus dem ganzen Reiche seien ganz außerordentlich groß.

Die Reichsbahn wird am 1. Mai jede Loko­motive mit je einem schwarzweißroten und Hakenkreuzfähnchen oder zwei solcher Wimpel ausstatten. Ebenso ist für die Bahnhöfe Fest- beflaggung vorgesehen. Darüber hinaus werden Bahnhöfe und Lokomotiven mit frischem Grün ausgeschmückt.

Sie Arbeitgeberverbände zum 1. Mai.

Berlin, 22. Avril. (WTB. Funkspruch.) Zur Feier der nationalen Arbeit am 1. Mai hat die Ver­einigung der Deutschen Arbeitgeberverbände wie folgt Stellung genommen: Die deutsche Reichsregie­rung hat den i.Mai, der früher ein Tag der Be­gründung sozialer Zwietracht war, in einen Feiertag der nationalen Arbeit zur Ehrung der Arbeit im Sinne der Einheit des deutschen Volkes umgewandelt. Die deutschen Arbeitgeber haben das Bekenntnis der Regierung der nationalen Erhebung zum sozialen Frieden und zur Beseitigung des unser Volk zerreißenden Klassenkampfes freu­dig begrüßt und sich der Regierung mit allen ihren Kräften zur Mitarbeit zur Verfügung gestellt. Es wird diesem Ziel der sozialen Verantwortung dienen, wenn dem Zusammengehörig­keitsgefühl zwischen allen Trägern der deut­schen Arbeit, zu denen Arbeitgeber wie Arbeitneh­mer gehören, am Feiertag der nationalen Arbeit auch von den Arbeitgebern in einer den

britische Währung.

3m Kamps um die europäische Finanzdiktatur hatte Frankreich eine Schlappe erlitten, England hatte sich der französischen ilm- Uammerung entzogen und gleichzeitig durch die Abwertung des Pfundes feiner Aus» suhrindustrie gegenüber den Konkurren­ten auf dem Weltmarkt beträchtliche Vorteile ver­schafft. Die Verstimmung in Paris über diese iinanzdiplomatische Riedcrlage wurde noch über­troffen durch die Angst vor einer Isolierung Frankreichs, wenn andere Goldwährungslander dem englischen Beispiel folgen sollten. Man fürch­tete vor allem die Wirkung in Amerika und konzentrierte daher alle Anstrengungen auf Wa­shington. Die Vereinigten Staaten hatten damals zwar eine Goldreserve, die mit fünf Milliarden Dollar fast doppelt so groß war wie die franzö­sische, aber Frankreich hatte große Guthaben im Ausland, toäßrcnb Reuyork zu außerordentlich ho­ben Beträgen kurzfristig an das Ausland ver­schuldet war, selber indessen nur über Guthaben verfügte, die entweder in Deutschland eingefro­ren waren, oder nach der Abwertung des Pfundes nur unter beträchtlichen Verlusten aus England zurückgezogen werden konnten. Unter diesen Au­spizien begann die französische Hochfinanz schon Ende September mit dem Angriff auf den Dollar, nm unter dem Druck wachsender Goldverluste die Regierung von Washington für eine Vereinba­rung über ein Festhalten am Goldstandard gefügig zii machen. Gleichzeitig erreichte die französische Diplomatie eine Einladung Hoovers an den ftan-

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