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22/04/1933 Erstes Blatt
 
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Sem Andenken an den roten Kampfflieger.

Am GsabeMansredvonNichthosens.-SedenkfeierndesNinges Deutscher Flieger.

die Ehre der schaffenden Arbeit und für die gleichberechtigte Eingliederung der Arbeiterschaft in den Staat sich allerorts an der von der Regierung veranlahten Feier festlich zu beteiligen. Der Zentral- verband der Angestellten schließt sich dem Ausruf des Bundesausschusses des Allge­meinen Deutschen Gewerkschafts-Bundes an. Seine Gliederungen beteiligen sich demgemäß an der von der Regierung veranlaßten Feier, und die Berwaltungsbureaus hissen am I.Mai die Rationalflogge.

Beteiligung des GdA.

Berlin, 2l. April. (LU.) Der Gewerk­schaftsbund der Ange st eilten hat seine Untergliederungen und Ortsgruppenvorstände an­gewiesen, die GdA.-Mitglieder zur Teilnahme an den offiziellen Veranstaltungen des Tages der deutschen Arbeit aufzurufen und s i ch g e s ch l o s - sen an den Feiern zu beteiligen. Die Vorstände der Ortsgruppen haben sich sofort mit den offiziellen mit der Durchführung der Feier beauftragten Stellen in Verbindung zu setzen, den Beschluß ihrer Teilnahme bekannt zu geben und ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit bzw. ihre Beteiligung an den Vorarbeiten zu er­klären. Die gleiche Richtlinie ist an die Jung- angestellten und Zugendgruppen ausgegeben wor­den. Wo die Voraussetzungen dafür vorhanden sind, werden eigene Abendveranstal- Lungen abgehalten.

Teilnahme der Deutschen Turnerschast.

B e r li n, 21. April (TU.) Der Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft, Neueirdorsf, hat anläßlich der Feier des 1. Mai folgenden Aufruf an die Vorstände der Turnvereine gerichtet: Liebe Turnbrüder! Die Reichsregierung hat den 1. Mai als denTag der deutschen Arbeit" bestimmt. Er soll in ganz Deutsch­land feierlich begangen werden. Es ist selbstverständ­lich, daß auch wir Turner an diesen Feiern freudig teilnehmen, und daß alle Turnvereine ihre Ehre dareinsetzen, an den Festzügen, die überall ver­anstaltet werden sollen, vollzählig teilzunehmen. Ich fordere alle Vereinsvorstände auf, sich sofort mit den örtlichen RSBO.-Leitungen in Verbindung zu fetzen und sich bei ihnen Anweisungen für die Durchführung der Festzüge und aller sonstigen geplanten Feiern zu holen. Ich erwarte, daß sich überall die Deutsche Turnerschaft neben SA. und Stahlhelm stellt und tatkräftig und würdig hilft, denTag der deutschen Arbeit" zu einem Erlebnis für das gesamte Volk zu machen.

Oie Neuordnung der evangelischen Kirche.

Beschlüsse dcsAltpreußischcn Kircheilsenats

Berlin, 22. April. (TU.) Der Kirchensenat' der Altpreußischen Evangelischen Kirche hat das Ergeb­nis seiner Beratungen in einer Erklärung zusam­mengefaßt, in der es u. a. heißt:Die deutschen evangelischen Kirchen weisen den Vorwurf mangeln­den oder lauen Eintretens für vaterländische Not­wendigkeiten, woher er auch komme, mit Entschie­denheit zurück. Die Kirche darf und wird sich unter keinen Umständen von der Verantwortung obdrän­gen lassen, die sie vor ihrem Gott und Herrn hat. An organisatorischen Aufgaben der Gegenwart er­scheint der Umbau des bestehenden Bundes der deut- scheu evangelischen Landeskirchen mit dem Ziel einer straffenZusammenfassungallerdeut- schenevangelischenKräftezu einheitlichem Aufbauwillen unter Wahrung des geschichtlich ge­wordenen Bekenntnisstandes von besonderer Dring­lichkeit. Der Kirchensenat wird mit allem Nachdruck dafür eintreten, daß der deutsche evangelische Kir­chenausschuß in kürzester Frist die Arbeit des engen Zusammenschlusses d u r ch f ü h r t. Für die altpreu­ßische Kirche hat der Kirchensenat einen kleinen Kreis von bevollmächtigten Männern ernannt, der die Aenderung der bestehenden Kirchen­verfassung mit Beschleunigung erledigt. Zu diesen Arbeiten wird der Ausschuß auch den kirch-

e n Organen nicht angehörende Manner h e r a n z i e h e n. Es ist der Wille des Kirchensenats, daß in der Führung der Kirche und ihrer Verwaltung neben der Erfahrung der Aelte- reu die Tatkraft und das Vorwärts­streben der Jüngeren mit zur Wirkung kommt.

Ein Aufruf der Glaudens- bewegungOeutsche Christen"

Berlin, 22. April. (TU.) Wie der Presse­dienst der NSDAP, berichtet, hat der Kirchen- senat der altpreußischen Mission Die Ditte der Rerchsleitung der GlaubensbewegungDeutsche Christen", zu den Beratungen zwei Beo- b ach ter dieser Bewegung hinzuzuziehen, ab» gelehnt. Pfarrer Hoffens elder hat dar­auf einen Aufruf erlassen, in dem es u. a. heißt:

.'?*e Reichstagung hat im ganzen Lande und weit über die Grenzen Deutschlands hinaus wie mn Sturm gewirkt. Die Feinde des Dritten Rei­ches verstecken sich hinter die Kirche. Wir setzen ihnen ein gläubigesDennoch" entgegen. Ohne unsere Glaubensbcwegung bleibt die Reu- ordnung der Kirche ein Projekt in der Schublade.

Huchen Fragen in Deutschland können nicht oh neundnochwenigergegendos erwachte Volk gelöst werden. Die Glaubens­bewegung Deutscher Christen steht zum Bekenntnis der Vater lutherischer und reformierter Prägung Die Glaubensbewegung wird aber nie und nim­mer zulosfen, daß das Kirchenvolk mit dem theo­logischen Streit vergangener JahrhunderteAlm oder mit den Verirrungen un- biblischer Romantik unserer Tage belastet wird. Wir wollen nicht, daß die Kirche mit ihren Be­hörden und Aerntern so tut, als könne sie sich dem Schicksal ihres Volkes entziehen.

Gegenbesuch des Reichspräsidenten beim König von Schweden.

Berlin, 21. April. (WTB.) Reichsprä­sident von Hindenburg stattete heute mittag Sr. Majestät dem König von Sch weden, der sich auf der Rückreise aus dem Süden einen Tag in Berlin aufhielt, und in der schwedischen Gesandtschaft abgestiegen war, in Er­widerung srüherer Besuche ein en Gegenbe­such ab. Anschließend gab der König zu Ehren des Herrn Reichspräsidenten ein Frühstück, an dem außer dem Gefolge sowie den Mitgliedern der schwedischen Gesandtschaft u. a. der R e i ch s - kanzler, Vizekanzler v. P a p e n , der Reichs- Minister des Auswärtigen Freiherr von A e u rath. Staatssekretär Dr. Meißner. Oberst v. Hindenburg, der stellvertretende

Aus Anlaß des 15. Jahrestages des Helden­todes des berühmtesten Kampffliegers im Welt­kriege. des Rittmeisters Manfred Freiherrn von D i ch t h o f e n, veranstaltete der Ring Deutscher Flieger in Berlin am Grabe auf dem Jnvaliden- friedhof eine Richthofen - Gedenkfeier. Am Grabe hatten Fahnen-Abordnungen der Flie­gerverbände sowie eine Ehrenwache Aufstellung genommen, die vom Ring deutscher Flieger der Luftschiffer der SA.-, SS. und Stahlhelm-Flieger­staffeln gestellt wurde. Dr. Knappe vom Ding Deutscher Flieger legte nach einer Gedenkrede einen Kranz nieder, worauf der Chef der Heeres- zleitung, von Hammer st ein, mit Worten der Dankbarkeit Richthofens gedachte und einen Kranz niederlegte. Pfarrer L ö r z e r, der Bru­der des Präsidenten des Luftsportverbandes und selbst ehemaliger Kampfflieger, sprach Worte der Erinnerung. 2m Damen des Aero-Clubs von Deutschland legte Herr von Hoeppner einen Kranz nieder. Altmeister Oberleutnant a. D. Ernst übet, der mit den Angehörigen Richthofens erschienen war, legte im Damen der noch lebenden zwölf Angehörigen des Jagdgeschwaders Richt­hofen einen Kranz nieder.

Zur Richthofen'Gedenkfeier des Rings Deutscher Flieger im Fliegerverbandshaus waren fast alle führenden Persönlichkeiten der Luftfahrt er­

Chef des Protokolls Legationsrat Dr. R ö h r - ecke, Reichsgerichtspräsident a. D. Dr. S i - mons und der Präsident der Preußischen Aka­demie der Künste Professor Dr. Max v. Schil­lings teilnahmen.

W,e der Reichskanzler Geburtstag feierte.

München, 22. April. (TU.) Unter der Heber« schrift:W o verbrachte der Führer sei­nen Geburtstag?" berichtet derVölkische Beobachter", daß sich der Reichskanzler am Mitt­woch nach der Fahrt von Berlin nach München gegen Mitternacht in der Grütznerstube des Münchener Rathauses einsand, wo er sich, wie schon gemeldet, im Kreise der bayerischen Staatsregierung und des ersten Bürgermeisters der Stadt München eingehend über ein großzügiges Bauprogramm monumentaler Bau­ten in München unterhielt. Sodann begab sich der Kanzler in eine Ortschaft in unmittel­barer Nähe des Tegernsees. Hier verlebte Hiller seinen Geburtstag in völliger Zurück­gezogenheit. Am Donnerstag gegen 18 Uhr kehrte der Führer nach München zurück, um den Nachtzug nach Berlin zu erreichen. Vorher fand in München noch eine längere Aussprache mit Reichsminister Göring statt. Sein engster Stab und der Reichspressechef der NSDAP., Dr. Diet­rich, begleiteten den Führer auf der nächtlichen Fahrt nach Berlin. Am Freitag gegen 9 Uhr fraf der Zug auf dem Anhalter Bahnhof ein. Hier begab sich der Reichskanzler sofort in die Reichskanz- l e i und besichtigte dort mit herzlicher Freude die Aufstellung der Geburtstagsgeschenke. Darauf ging der Führer wieder an seine Arbeit.

Weitere Glückwünsche für den Reichskanzler.

Berlin, 21. April. Grohherzog Ernst Ludwig von Hessen hat an den Reichskanz­ler Adolf Hitler folgendes Glückwunschtele­gramm gerichtet:Ihres Geburtstages, an dem ich dieWiedergeburtdesdeutschenVa- terlandes empfinde, gedenke ichinit besonderer Herzlichkeit und vielen guten Wünschen für Sie und eine goldene Zukunft der Ration. Heil!" Das Präsidium des ADAC, hat zum Zei­chen der inneren Verbundenheit seinem hochverehr­ten Mitglied dem Herrn Reichskanzler Adolf Hit­ler mit den herzlichen Glückwünschen zum Ge­burtstag für die Hitler-Geburtstagsspende den Betrag von 5000 Mk. übermittelt. Der Reichsmini st er des Auswärtig en, Freiherr v. Deurath und Freifrau v. Deurath, haben aus Wildungen dem Reichskanzler telegra­phisch ihre herzlichen Glückwünsche ausgesprochen. Der Deutsche Industrie - und Han­delstag richtete an Reichskanzler Adolf Hitler ein Telegramm, in dem er für die zu aufrichtiger Mitarbeit bereiten deutschen Industrie- und Han­delskammern und die in ihnen vertretenen Berufs­stände ton Industrie und Handel wärmste Ge­burtstagsglückwünsche ausspricht.

Oes Kanzlers Baupläne für München.

München, 21. April. (CDB.) Bei der in der Grütznerstube des Münchener Rathauses veranstalteten Ehrung hat Reichskanzler Adolf Hitler die Grundlagen und Ziele eures groß­artigen Programms monumentaler Bauten in München für die nächsten Jahre dargelegt. Wie dieMünchener Zeitung" hört, handelt es sich in erster Linie um zwei Mo­numentalbauten, die den Kranz der Münchener Baudenkmäler vermehren sollen. So ist ein ge­waltiges Reichsparteihaus der D S D A P. bereits in den Plänen festgeleat, das in unmittelbarer Dähe des Braunen Hauses entlang der Arcisstraße gegenüber dem Königsplah errichtet werden soll. Der zweite Plan Hitlers gilt der Errichtung eines Kunstausstellungsgebäudes an der Prinzregenten st raße auf der Seite .des Englischen Gartens.

Oie Führertagung der NSDAP, in München.

Der Kampf um die Seele des deutschen Arbeiters.

v MLnch e n, 21. April. (XU.) Die Reichspressestelle teilt mit: Die große Führertagung der NSDAP, begann am Freitagoormittag mit einer Xngung der ©auleiter in Anwesenheit des Amtsleiter Heß, Schwarz, Bouhler, Buch und Grimm unter Vorsitz des Stabsleiters Dr. Ley. Die Beratungen befaßten sich vor allem mit organisatorischen Einzelfragen und mit den ge­waltigen Aufgaben, die durch den Sieg der natio­nalen Bewegung der Partei gestellt worden sind. Die Tagung stand im Zeichen des einmüti­gen Willensbekenntnisses, die natio­nalsozialistische Erziehung als den Trä«

schienen. Worte für das Gedenken Richthofens sprach der erfolgreichste noch lebende Kampfflieger Ernst Übet. Staatssekretär Milch überbrachte die Grüße des Ministerpräsidenten Göring. Generalmajor Wilberg, einer der ersten deutschen Armeeflie­ger, hielt die Gedenkrede auf den roten Kampfflie­ger, den erfolgreichsten, den Deutschland und Die Welt hervorgebracht hätten. Darauf nahm Wilberg die Uebergabe des vom Ring Deutscher Flieger im Gedächtnis an den Kampfflieger gestifteten Richt- h o f e n p o k a l vor. Mit dieser Auszeichnung, die als Ehrung für die erfolgreichsten deutschen Sport­flieger des Jahres gedacht ist, wurde der Bonner Arzt Dr. Ruff bedacht und zwar nicht für eine ausgesprochen fliegerische Einzelleistung, sondern für die aufopfernde Tätigkeit, die er im Inter­esse der Ausbildung des fliegerischen Nachwuchses im Laufe des Jahres vollbracht habe. Dr. Ruff hat im Jahre 1932 23 Schüler in über 800 Flügen geschult und davon mehr ^lls die Hälfte bis zum Erwerb des Pilotenzeugnisses ge­bracht.

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Die Funkstunde Berlin und die Schlesische Funk­stunde veranstalteten im Rahmen derStunde der Nation" ebenfalls eine von allen deutschen Sendern übernommene Gedächtnisfeier für Richt- Hofen.

ger der nationalen Revolution und als das gewallige Fundament des Dritten Reiches mit immer neuer Kraft zu stärken und vorwärts zu treiben, um so dem Führer zu dienen und als Bindeglied des neuen Staates der Garant der deutschen Zukunft zu sein.

Am Nachmittag fand eine große Tagung der Landes- und Gauobleute der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation statt, in deren Mittelpunkt eine Ansprache des Stabsleiters Dr. L e y stand. Dr. Ley wies einleitend auf die tiefe Verbundenheit der politischen Führung der Partei mit den Fragen der deutschen Arbeiter­schaft hin. Der Nationalsozialismus habe es sich in der ganzen Zeit seines Kampfes zur Aufgabe gestellt, den deutschen Arbeiter, der, verseucht durch das Gift des Marxismus, der Nation entfremdet worden war, wieder zum Volk zurückzu- führen. Es sei die innerliche Vollendung der na­tionalen Revolution, aus den Heimatlosen wieder deutsche Menschen zu machen. Die NSBO. habe die Aufgabe, den deutschen Arbeiter wieder zu dem zu machen, was er sein muß, e i n Glied des Volkes. Eine deutsche Arbeiter- front müsse aufgebaut werden, wie sie im Bauern­tum bereits vorhanden ist. Diese Front müsse auch eine geistige Einheit darstellen und in Adolf Hiller den Führer sehen. Dr. Ley forderte die Führer und Unterführer der NSBO. auf, die historische Stunde in ihrer vollen Größe zu erkennen uni) sich ihrer würdig zu zeigen. Er schloß seine eindrucksvollen Worte mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer.

Am Samstag werben sich um 11 Hhr alle Führer der Partei, Amtsleiter, Gauleiter, höhere SA.- und SS.-Führer und alle übrigen Führer der Bewegung in dem historischen Saal des alten Rathauses zu einer Sitzung versammeln, in der Hitler den Vorsitz sührt. Um 20 Hhr ladet die Stadt München durch ihren ersten Bürgermeister Fiehler die Führer der RSDAP. zu einem Fe st a be nd in Gestalt eines Mün­chener Bierabends in demselben Saal ein. Am Sonntag finden Sonderbesprechun­gen des Führers und der Reichslei­tung mit den einzelnen Gauleitern statt. Abends sind für die Führer der Bewegung etwa 100 Plätze für die F e st v o r st e l l u n g dieMei­stersinger" im Rationaltheater bereitgehalten. Adolf Hitler wird dieser Festvorstellung beiwo- nen.

Kleine politische Nachrichten.

Reichspräsident v. Hindenburg emp­fing Freitagnachmittag den Reichskanzler Adolf Hitler zu einer Besprechung schweben­der politischer Fragen.

Der Herr Reichspräsident empfing den auf einer Europareise befindlichen früheren amerikanischen Botschafter in Berlin Professor Schurmann.

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Im Gegensatz zu dem Vorgehen in Bayern, Würt­temberg, Baben und anderen Ländern sind bisher in Preußen keine Entlassungen von Schutzhäftlingen erfolgt. Die Zahl der in Haft befindlichen Personen beträgt in Preußen etwa 10 000. Es sind aber auch in Preußen Prü­fungen der einzelnen Fälle eingeleitet, und es wird demnächst die Entscheidung darüber fallen, wie weit auck in Preußen Schutzhäftlinge aus der Haft entlassen werden können.

Aach der Verhaftung des bisherigen Ver­bandsdirektors der Pommerschen landwirtschaft­lichen Genossenschaften v. Knebel»Döberitz ist der landwirtschaftliche Gaufachberater der RSDAP. Dloedorn zum kommissarischen Ver­bandsdirektor ernannt worhen.

Das Mitglied des Kuratoriums der Physikalisch-Technischen Reichsan. st a l t Professor Dr. Einstein hat zu der nationalen Erneuerung Deutschlands in einer Weise Stellung genommen, die seine weitere Zugehörigkeit zu dem Kuratorium der Physj. kalisch-Technischen Reichsanstalt unmöglich macht. Professor Einstein ist daher als Mitglied des genannten Kuratoriums gestrichen worden.

Dem Reichsarbeitsminister Franz Seldte ist von den Städten Bad Oeynhausen und Bad K ö s e n in Anerkennung seiner großen Verdienste um die nationale' Wiederaufrichtung des deutschen Volkes einstimmig das Ehren­bürgerrecht verliehen worden.

Professor Dr -Jng. Fritz G e r st e n b e r g, der Dorfttzende des Reichsbundes Deutscher Technik, hat sein Amt niedergelegt.

Sachso lg e r wurde auf einstimmigen Vorstandsbeschluß hin der Vorsitzende der ilnter- kommüsion Illi) der politischen Zentralkommission der Reichslettung der RSDAP. Reichstogsabge- ordnetet Diplomingenieur Gottfried Feder.

Der Polizeipräsident von Berlin hat mit Zu­stimmung des preußischen Staatsministeriums und nach Anhörung des Oberbürgermeisters der Stadt Berlin den Reichskanzlerplatz tn Adolf-Hitler-Platz umbenannt.

Es ist beabsichtigt, eine ordenlliche Profes­sur für Wehrwissenschaft schon zum Sommersemester 1933 an der Technischen Hochschule Berlin zu schaffen.

Zur Durchführung der Gleichschaltung in den berufsständischen Vertretungen wurde Roland Hageneier, Schriftleiter derHessischen Landeszeitung", zum kommissarischen Vor­sitzenden des Landesverbandes Hessen im Reichsverband der Deutschen Presse ernannt. Er wird die nächste Haupt­versammlung voraussichtlich auf den 7. Mai ein- berusen.

Kunst und Wissenschaft.

45. Kongreß

der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin.

Der 45. Kongreß der Deutschen Ge­sellschaft für innere Medizin in Wies­baden nahm mit den Beratungen über die Be­deutung der Schwermetalle für normale und krankhafte Vorgänge seinen Ausklang. Professor He u b ne r-Berlin führte über die chemisch- pharmakologische Grundlage aus, wie eng die Metalle mit der Entwicklung der menschlichen Kultur verknüpft sind. Heber die klinische Be­deutung der Schwermetalle erstattete Professor Martini- Bonn ein Referat. Heber gewerbe- toxikologische Erfahrungen referierte Professor Baader- Berlin an Hand des Manuskripts des erkrankten Professors Zangger- Zürich und eigener Erfahrungen. Pro Jahr werden in Deutschland gegen 1500 neue Fleischvergiftun­gen gemeldet. Da manche Präparate mit ihren Phantasienamen den Laien wie den Aerzten so gut wie nicht auf ihre Zusammensetzung und et­waige Schädlichkeit bekannt sind, forderte ' der letzte Referent einen gesetzlichen Deklarations­zwang mit Giftvermerk und Angabe der che­mischen Zusammensetzung.

Aus aller Welt.

Der Silberne Lhrenschild für Canbesöfonomieiat Johannssen.

In Anerkennung der hervorragenden Ver­dienste um die Landwirtschaft, insbesondere das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen, hat der preußische Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten dem Landesökonomierat Dr. h. c. Peter Johannssen in Hannover, Ehrenprä­sidenten des Reichsverbands der deutschen land­wirtschaftlichen Genossenschaften, am Tag der Vollendung seines 75. Lebensjahres, der mit dem Geburtstag des Reichskanzlers Adolf H i t - ler zusamme. fillt, den Silbernen Ehren­schild für die Landwirtschaft verliehen. Ober­präsident Lutze hat Dr. h. c. Johannssen die Auszeichnung persönlich mit den herzlichsten Glück- und Segenswünfchen überreicht.

27. ordentlicher Deutscher Sängertag in Dortmund.

Die Eröffnung des 27. ordentlichen Deutschen Sängertages in Dortmund in der Westfalen- Halle erfolgte durch den stellvertretenden Vorsitzen­den des Deutschen Sängerbundes, Rektor G. Brau­ner. Er machte hierbei einige grundsätzliche Aus­führungen über die Ausgabe des DSB. im Deutsch­land der nationalen Erhebung. An den Reichsprä­sidenten und den Reichskanzler wurden Huldigungs­telegramme gesandt. Dr. h. c. Hans B o n g a r b « Saarbrücken, sprach über die kulturpolitische Lage im Saargebiet. Politisch und wirtschaftlich sei das Saargebiet zur Zeit völlig von den Franzosen ab­hängig, die die wichtigsten Negierungsposten inne­haben. In kulturpolitischer Hinsicht sei die Eroberung der Saar durch Frankreich nicht geglückt. Die von Paris aus veranstalteten Konzerte und Ausstellun­gen würden von der deutschen Bevölkerung gemie­den. Eine bedeutende Rolle spiele bei dem kulturel­len Kampfe um das Deutschtum und die deutsche Volksgemeinschaft der Saar-Sängerbund. Weiter sprachen Dr. Heinrich Langemann - Hannover, und Dr. h. c. L a n g s - Kassel über musikalische Zeit­fragen des DSB. Nach ausgedehnter Aussprache wurden die Verhandlungen vertagt. Der erste Tag wurde mit einem großen Festkonzert abgeschlossen. Der Deutsche Sängerbund umfaßt mehr als 16 000 deutsche Männergesangvereine im In» und Auslande.

Auslralienflieger Bertram in Köln gelandet.

Der deutsche Australienflieger Hans Ber­tram erschien, von Berlin kommend, mit sei­ner Junkersmaschine über der Stadt Köln. Rach einem kurzen Fluge in Richtung seiner Vaterstadt Remscheid landete er auf dem Kölner Flughafen. Zu seinem Empfang hatten sich seine Eltern, An­gehörige und Freunde eingefunden. Dor dem Rollfeld hatte SA. Aufstellung genommen, deren Begrüßung Bertram mit dem Hitlergruß erwi­derte.

Zwei Kinder verbrannt.

In Lokstedt bei Hamburg brach in einem Lager­schuppen einer Tauwerlfabrik Feuer aus. Aus dem brennenden Schuppen stürzte ein 12jähriger Knabe, dessen Kleider in Flammen standen. Mit schweren Brandwunden mußte der Knabe ins Krankenhaus gebracht werden. Dort ist er seinen Verletzungen erlegen. Die Leiche eines zweiten Knaben wurde verkohlt aus dem einge­äscherten Schuppen geborgen. Man vermutet, daß die Kinder mit Streichhölzern gespielt haben.

Wettervoraussage.

Der hohe Druck über den britischen Inseln brei­tet sich weiter über Deutschland aus, so daß die Störungstätigkeit für uns mehr ausgeschaltet wird. Wenn auch durch die Rückjeite des Polentiefs zeitweise noch Haufengewölk entsteht, so wird doch durch ihren hohen Druck auch stärkeres Aufheitern bewirkt. Infolge der sich durchsetzenden Sonnen­strahlung werden die Temperaturen tagsüber we­sentlich höhere Werte erreichen als seither. Ob die Hochdruckwetterlage sich längere Zeit halten wird, läßt sich noch nicht vorausbestimmen, zu­mal über Rordskandinavien sich eine neue Stö­rung südwärts drängt.

Aussichten für Sonntag: Neben Wollen­bildungen auch stärker aufheiternd, tagsüber wärmer und meist trocken.

Lufttemperaturen am 21. April: mittags 6,3 Grad Celsius, abends 2,3 Grad; am 22. April: morgen» 2,7 Grad. Maximum 7,8 Grad, Minimum 1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. April: abends 11,5 Grad; am 22. April, morgens 5,3 Grad Celsius. Sonnenicheindauer 2% Stunden.