Ausgabe 
22.2.1933 Frühausgabe
 
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Wie

Ich mag diese modernen Sachen nicht", schüttelt Federmann den Kopf.Nicht einmal am Schluß des vierten Aktes hat man erfahren, was aus dem Major im ersten Akt geworden ist."

Das Schauspielhaus veranstaltet einen Sondern aocnd: Moderne Einakter.

Federmann kauft zwei Karten.

Wie war's denn?" fragt Mücke,hat es dir gefallen?"

Ach", sagt Mücke,tun sie denn immer noch Wey -

Keine Ahnung", flüstert Federmann weiter, der Arzt hat sie dabehalten."

Schlechte Zeiten in Monte Carlo.

Wo sind dieDank-Sprenger" von einst, das rst die melancholische Frage, die die Spielbank von Monte Carlo an die Welt richlet. Dieser be» rühmtcste Tempel des Glücks macht die größten Anstrengungen, um in dieser Zeit der Wirt- schaftskrise Besucher und zwar wagemutige gcld- kräftige De, ucher an seine grünen Tische zu fes- seln. Als man den Schlager von demMann, der d.e Bank von Monte Carlo sprengte" sang, da waren noch bessere Zeiten für das Casino. Dce,er Glücksheld war der Engländer Charles Wells, der sprengte die Bank sogar mehrere Male an einem Sage. Zwölfmal mutzten die Kru- Piers an verschiedenen Tischen nach neuem Geld senden, da ihre Vorräte ei schöpft waren. Aber dieser furchtbare Gegner ging denselben Weg to;e alle Banksprenger. Trotz seines märchenhaften Glückes, mit dem er sagte:Morgen um 11 Ahr werde ich die Dank sprengen", und es auch wirk­lich tat, ist er im Elend gestorben. Aach seinem ersten reichen Beutezug fuhr er mit Säcken Gol­des nach England zurück. In der nächsten Sai­son kehrte er in eigener Jacht, auf der hohe Aristo­kraten seine Gäste waren, zurück. Das war im Suni 1892. Sechs Wochen später wurde die Iacht versteigert, die Spielbank hatte jeden Pfennig den er einst gewonnen, zurückerhalten, und arm wie eine Kirchenmaus zog er davon. 3n der Ge­schichte von Monte Carlo gibt es eine lanae Deihe solcher Bank-Sprenger, die am grünen Tisch Reichtümer aufhäuften und doch mittellos starben. S.tfe v°m Glanz der Sortuga umlchim- werten Abenteurergestalten waren für die Ge­schäfte der Spielhölle am Ende kein Schaden sonderwein ungeheurer Vorteil. Die auaenblick- lichen Verluste wurden um das Vielfache ein­gebracht durch d e unvergleichliche Reklame, die

DDn dem glücklichen Spiel einzelner durch die ganze Welt verbreitete. Erfahrungs- gemäß ist der Besuch der Casinos stets außer, ordentlich gestiegen, wenn die Bank einmal oder öfters gesprengt war. Deshalb sehnt sich Monte Carlo heute nacy kühnen Spielern die alles auf eine Karte setzen und womöglich die Dank sprengen. Aber es scheint, als ob die Weltkrise r^ämpfk hat: jedenfalls hat sie die Geldbeutel so zusammenschrumpfen lassen, daß lehr große Summen kaum noch gesetzt werden.

Oer Fernostkonfliki vor dem Völkerbund

Oer Ausschußbericht wird der Völkerbundsversammlung vorgelegt.

Jedermann.

Von Hans Riebou.

Federmann hat einen Reffen. Der Reffe be- ln^eLd^"^"^ *°ftCn ®?mnafium

Am Donnerstag ist Reifeprüfung gewesen. Am 6SetÄn!"mmt * ^gramm:"?Abit'u7 nicht

Federmann, kaum hat er das Telegramm ge-

Federmann und Mücke sind im Völkermuseum. Odba sn der Halle stehen lebensgroße Neger und Chinesen aus Gips- Zwei Meter hohe Göhen- sratzen hangen vor den Hütten, und ägyptische Mumien liegen in den Schränken. Anten im Keller aber ist das Seefischaquarium. Schwarz­blaue Tintenfische schwimmen in den Glas- dassins, goldschillernde Quallen, knallrote Tief- seefische, und unten auf dem Grunde liegt eine grau-blaue schweratmende Seegurke, die schon von einem Hummer aufgefressen ist.

"Pfui Teufel", sagt Federmann und dreht sich um Gott sei Dank, daß es so etwas in Wirk­lichkeit nicht gibt."

*

^ücke hat einen anonymen Brief bekommen.

..Sofort in den Papierkorb wcr'en", sagt F-der- mann,auf anonyme Briefe soll man nicht das geringste geben."

Suckt Mücke die Achsel,hast du auch schon solche Briefe bekommen?"

A ^gt Federmann.Vor einem halben <mtr älnbekannter, meine Frau träfe sich jeden Abend beim Kriegerdenkmal mit einem jungen, schlanken Herrn mit blonden paaren.

Za, und -?, fragt Mücke.

f 2?»a,r on.£tÜÄ ^nfinn,<- fährt Federmann LaL0 A ^Elende habe ich meine Frau beob- ledesmal war es ein kleiner Dicker

Mit schwarzen Haaren."

bDm ** Ermann tann

-Was ist denn los?" fragt Mücke.

an den Sate?eIn< jedermann und zeigt

chen m flagranti ertappt, ein Straßenauflauf durch ein unbotmäßiges Auto verursacht, ohne oaß alle Zeitungen von der peccatrice biondis- ^^vchblonden Sünderin schwärmen wür- 6ehlt das Blond, so wirft der Redakteur die Sache überhaupt gleich in den Papierkorb, -nur mit Blond erobert man den Gerichts- reporter. Blond läßt alles schmelzen, was über einer schonen Frau steht, da sind sie, die ver­zehrenden flüssigen Flammen, darüber kommt kein Mann hinweg!

Früher, als die Oper noch das Plauderstünd­chen der römischen Gesellschaft war und niemand die Konservation durch Verdunkelung zu stören wagte wogte es schwarz vor der Bühne, auf der sich sonderbar gestikulierende Menschen ver­geblich abmuhten, die Aufmerksamkeit auf sich au ziehen heute, wenn das Licht ausgeht, gehen über weißen Schultern auf in weichen Wunderwellen rieselt das Gold um kleine Ohren, man ist hingerissen von diesen niedlichen Iungmadchenlopfen und tut gut daran so fest- f Sen du bleiben wie es die Romane £! Denn nur zu leicht ereilt den Vor- 7tinenÖsn Rache der Götter, er fährt erschrocken und berlinerisch zusammen: Hinten Lyzeum vorne Museum!

Sechs Stunden, habe ich mir sagen lassen HEtünstler dazu, wLn sie es uemcr Satzung schaffen. And es ist, da keme Sllavinnen mehr zur Verfügung sieben und fein Goldstaub mehr, eine nicht recht billige Angelegenheit. So um 120 Lire herum, wenn man zum nächstbesten geht, an fünfhundert aber xÖe^m^fDmincenten- ^nd man muß zweimal 'v ber Woche gehen, denn das Blauschwarz bricht am Scheitel und an den Schläfen gleich wieder durch. Oder das Ganze schimmert am Morgen darauf wie Petroleum. Schwarz bleibende Schweb stern sparen neben den Blondinen leicht die Aus­steuer zusammen - aber dafür kriegen sie keinen Mann. Heißt es. And das gibt den Ausschlag.

Die Römerin wird blond.

Vcn Dr. Gustav W. Eberlem, Zftom.

Zu den merkwürdigsten anatomisch-biologisch- ethnologischen Erscheinungen darf Wohl die Tat­sache gezählt werden, daß die Römerin je länger, je mehr ihr berühmtes blauschwarzes Haar ver- liert und je rascher, je lieber in ein urqer» manisches Blond verfällt. Rot wie Blut, weih wie Schnee und schwarz wie Ebenholz will sie das Märchen, wobei noch das nicht minder besungene Bronzebraun zu den roten Lippen und den weihen Zähnen kommt. Es ist erst ein paar Jahre her, daß Feuerbachs Medea und Iphigenie so dahinging: die Verkörperung des lateinischen Ideals.

And was erlebt man jetzt im Seebad, in der Oper beim Tanztee? Blond, nichts als Blond. Deutsches Blond. Germanisches Blond. Roba di wie alles, was gut und dauerhaft Haben die Italiener allen nationale nU chen Feldzugen zum Trotz immer noch eine degreiflicye Vorliebe und was im besonderen die Haare anbelangt, so muh man schon ein arger (Banaitfe sein, um nicht noch aus der Schule zu wissen, wie sehr es schon zu Augustus und Thusneldas Zeiten begehrt war, das Gold der Barbaren. Damals Haven die edlen Römerinnen ihren germanischen Sklavinnen die Zöpfe abge- schnitten und sich Perücken daraus gemacht, sie färbten sich blond oder üfeftäubten sich blond, mit echtem Goldstaub. Schwarz war plebeisch.

Dann, 'als die nordischenHorden" einfielen, kam der Farbwechsel auf natürlichere Weife zu- Nude' bis auf den heutigen Tag sind breite Volksschichten m der Lombardei blond geblieben ja in den Bergtälern des Atlas, bei den £a- bhlen zumal stößt man noch auf das unversehrte Augenblau und Lockenblond der Vandalen And in der Renaissance stellten die empfindsamen Maler eine Edelmischung her, das Rotblond und Kupferblond Tizians und Botticellis und Ral- faels des Sebastiano del Piombo, des Palma Vecchio und Correggio und und ach Gott toct in der ganzen Kunstgeschichte hat sie denn nicht blond gesehen, Ansere Liebe Frau, samt allen Weihnachtsengeln?

Da darf man also nicht von schlechten Vor­bildern sprechen, und wenn die Italienerin in der Madonna eine Ausrede hat, so ist es eine gute Ausrede, und auf jeden Fall hat sie noch eine bessere: Die Männer wollen es doch To Wird etwa eine Hochstaplerin verhaftet, ein Pär­

Der Kommissar des Reiches für das Preußische Ministerium des Innern, Reichsminister Göring empfing eine Abordnung praktischer Apotheker der verschiedenen Verbände. Er be­sprach mit ihnen die jetzige Notlage der Apotheken und sagte wirksame Abhilfe, insbesondere die Be­kämpfung von Mißständen im Arzneimittelhandel,

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3n Königsberg wurde ein vom Goethebund angesetzter Vortrag Roda-Rodas auf Ver­anlassung der Polizei auf vielfachen Einspruch von politisch rechtsstehenden Kreisen abgesagt. Der Protest war mit Hinweisen auf die vom religiösen Standpunkt aus anstößigen Stellen in Werken Roda-Rodas begründet. Auch in Osterode war be- reits ein Vortrag Roda-Rodas abgesagt worden.

Bei den Astawahlen in Leipzig erhiel ten d.e Nationalsozialisten 7 Sitze (im Vorjahre 9 die sozialistische Studentenschaft 1 (1), national Korporationen 2 (0), Stahlhelm und Deutsch nationale 2 (2), Widerstandsblock 3 (0). fc«, dürfte eine Koalition zwischen Deutschnationalei. und Nationalsozialisten zustande kommen, die übe- 9 von 15 Sitzen verfügen würden.

Der vertretungsweise mit der Führung der Ge­schäfte der bayerischen Gesandtschaft in Berlin beauf fragte Ministerialdirektor Sperr wurde zum bayerischen Gesandten in Berlin ernanm und zum stimmführenden Stellvertreter der baye rischen Regierung im Reichsrat bestellt.

Das thüringische Innenministerium Hal den Bürgermeister Stein in Dippach (DeM Eisenach) und den Bürgermeister Kreutzer in Schweina bei Bad Liebenstein vorläufig ihres Arntesenthoben. Es wird gegen beide Bür­germeister, die der SPD. angehören, ein Diszi­plinarverfahren wegen verschiedener Verfehlun­gen eröffnet werden.

»

Zwischen dem Präsidenten des DanzigerSe- nates und der NSDAP., die ihre Bereitschaft er­klärt hatte, mit der jetzigen Regierung zusam­menzuarbeiten, fanden Besprechungen statt in denen die NSDAP, dem Präsidenten des Se- nates bestimmte Forderungen unterbreitete. Der Senat erklärt, daß die in der Regierung vertrete­nen politischen Parteien bereit seien, die Regie­rungskoalition durch die NSDAP, zu erweitern utid einem entsprechenden Antrag der NSDAP, ent- gegensähen.

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Der Gouverneur von M i ch i g a n hat gemäß den ihm erteilten Vollmachten das ablaufende Banken- Moratorium einstweilen verlängert. Die Banken sind jedoch befugt, Abhebungen in beschränk- tem Umfange zu gestatten.

lesen, nimmt^ Hut und Mantel und läuft zum^ Bahnhof.Einmal Neustadt", sagt er,Schnell­zug "

»Welche Klasse?" fragt der Beamte.

Oberprima B", sagt Federmann.

Eröffnung Der Vollversammlung.

© e n f, 21. Febr. (TU.) Bei Eröffnung bet außer­ordentlichen Vollversammlung für den Fernostkon- flift, die wohl den Auftakt zur letzten Behandlung dieses Streitfalles durch den Völkerbund bildet, herrscht im Völkerbundsaebciude ein ungewöhn­lich bewegtes Bild. Der Sitzungssaal ist von den Mitgliedern der Abordnungen, Völkerbunds­beamten und Sachverständigen ü b e r f ü l l t. Die japanische Abordnung unter Führung Matsuokas ist in außerordentlich großer Zahl erschienen. In der entgegengesetzten Ecke des Saa­les hak die wesentlich kleinere chinesische Ab­ordnung, an deren Spitze der Gesandte Dr. Pen steht, Platz genommen.

Der Präsident der Völkerbundsversammlung, der belgische Außenminister Hymans, eröffnet die Verhandlungen und verliest seinen schriftlich ver­faßten Bericht. Er stellt ausdrücklich fest, daß die Versuche des Neunzehner-Ausschusses, zu einem Vergleich zwischen Japan und China zu gelan­gen, zum größten Bedauern als gescheitert ange^.'hen werden müsse. Als die entscheidende Hauptfrage bezeichnet er die Stellungnahme zum neuen mandschurischen Staat, dessen An­erkennung Japan verlangt, während' der Neun- zehner-Ausschuß die Errichtung einer Autonomie unter der Oberhoheit Chinas oorgeschlagen hat. Siebzehn Monate seien am heutigen Tage verflossen, seitdem der Völkerbund mit diesem Streit­fall befaßt sei. Die Versicherung der japanischen Regierung, die Truppen an den südmandschurischen Eisenbahnen zurückzuziehen, sei von Japan nicht eingehalten worden. Die drei großen Ostpro­vinzen Chinas seien heute von japanischen Trup­pen besetzt. Die große Mauer sei überschritten. Schanheikwan sei besetzt worden. Neue mili­tärische Operationen zur Besetzung der Provinz Iehol seien im Gange. Hymans schließt seine nüchterne Tatsachenschilderung mit dem Er­suchen an die Mächte, den Schlußbericht des Neun- zehner-Ausschusses einer eingehenden Prüfung zu unterziehen und am Freitag die allgemeine Aus­sprache über den Bericht zu beginnen.

ßme neue Note Japans.

Letzte Warnung an den Völkerbund.

Genf, 21. Febr. (TA.) Die japanische Negie­rung hat dem Präsidenten der außerordentlichen Völlerbundsvcrsammlung und den Großmächten unmittelbar nach Schluß der Dienstagsitzung der Völkerbundsversammlung eine Note über­reicht, in der Iapan den Bericht des 19er- Ausschusses ablefjnt. Die Note faßt in 10 Punkten den grundsätzlichen japanischen Stand­punkt zusammen, wie er in der für die Freitag- sitzung angekündigten großen Schlußerklärung Matsuokas zum Ausdruck kommen wird:

1. Die japanische Regierung bedauert aufs tiefste, den Bericht des Neunzehner-Ausschufses nicht annehmen zu können.

2. Der japanifch-chinesische Streit beruht in er­ster Linie auf dem Fehlen einer starken Zentralregierung in China. Der Völ­kerbund ist in völliger Verkennung der Lage zur Verurteilung Iapans geschritten.

3. Die Ereignisse seit dem ersten Zwischenfall haben den Führern des mandschuri­schen Volkes die Gelegenheit für die Erklä­rung der Anabhängigkeit ihres Landes gegeben.

4. Die Politik Iapans in der Mandschurei rich­tet sich auf den Schuh seiner Rechte und Interessen, die Aufrechterhaltung der Ord­nung und den Schuh des Landes gegen einen äußeren Angriff.

5. Dcr mandschurische Staat hat seit seiner Gründung bereits wesentliche Fort- schritte auf allen Gebieten gemacht.

6. Die Provinz Iehol ist ein Teil von Mandsch ukuo, das vor jeglichen Angriffen

Aus aller Wett.

Heue Erdstöße im Oberrheingebiet.

Die Seismographen des Geodätischen Instituts der Technischen Hochschule Karlsruhe registrier­ten am Dienstag um 16.47 Ahr und 16.49 Ahr zwei heftige Erd stoße, deren Epizentrum nach den vorläufigen Berechnungen in einer Entfernung von 50 bis 80 Kilometer liegt. In Pforzheim und Eppingen wurden die Erdstöße stärker verspürt, als bei dem Rastatter Beben vom 8. Februar. Auch in Bruchsal machte sich das Erdbeben durch Glasklirren bemerkbar. ~ Wie aus Rastatt berichtet wird, sind dort in der Nacht zum Dienstag zwischen 3 und 4 Llhr und-am Dienstagvormittag 8.30 Ahr leichte Erd­erschütterungen wahrgenommen worden. Mel­dungen über Sachschäden durch das neue Erd­beben sind bisher nicht bekannt geworben. Die beiden Erdstöße find in Karlsruhe sowohl auf der Technischen Hochschule, als auch von der Siern- warte auf dem Königstuhl bet Heidelberg regi­striert worden. Nach den übereinstimmenden Be­obachtungen beider Institute scheint der Herd des Bebens in der gleichen Gegend zu liegen, wie der der Erberschütterung am 8. Februar. Die Erd- stoße wurden auch in Freiburg i. Br. und Lahr, ebenso in Stuttgart und anderen Orten Württem­bergs deutlich wahrgenommen.

©läubigeroerfammlung im Kotfer-fionfurs. Ave Gläubiger gehen leer aus.

Vor dem Amtsgericht Charlottenburg fand eine außerordentlich stark besuchte Gläubiger­versammlung in der Konkursangelegenheit der Gebrüder Rotter statt. Der Konkursver­walter teilte mit, daß sowohl die bevorrechtigten alg auch die nichtbevorrechtigten Gläubiger leer ausgehen würden. Eine Konlursbilanz habe nicht aufstellen können, denn die Ge­schäftsbücher befänden sich noch bei der Staats» ^t^ltfcöaft. Außerdem seien die Rechtsverhält- niffe bei den einzelnen zum Rotterkonzern ge- horenben Theatergesellschaften sehr undurchsichtig. Die Passiven bezifferte der Konkursverwalter auf annähernd 3,9 Millionen Mark. Bei Prüfung der Bankkonten sei festgestellt worden, VA bei der Dresdener Bank ein Debet von einer Miluon bestehe, und daß ferner kurz vor der Flucht auch bei verschiedenen anderen Banken größere Abhebungen vorgenommen worden seien.

Rüßglückter Raubüberfall auf eine Berliner Sparkasscnfiliale.

, Als Beamte einer Sparkassenfiliale in Steglitz bll-c rIm mit dem Auspacken von Geld be* chnftigt waren, das kurz zuvor von einem Geld- -^nnsportwagen gebracht worden war, drang ein 9jähriger Friseur in den Raum, zog eine Pistole unö rief den Beamten zu:Hände hoch! Geld heraus!" Die Beamten verhielten sich '.nächst ruhig. Als der Eindringling bann an den Kassentisch trat, sprang ihn der Kassen-. Inspektor von hinten an, schlug ihm die Pistole aus der Hand und überwältigte ihn mit Hilfe der anderen Beamten. Der Räuber wurde der Polizei übergeben.

Fischerboot von Dampfer überrannt Heun Schiffer ertrunken.

.Aus Reykjavik (Island) wird gemeldet: Der deut» sche FischdampferBrigitte Sturm" überrannte außerhalb des Hafens ein isländisches Fischerboot, bas sofort sank. Neun Mann ertranken, acht wurden gerettet.

Zwei Todesopfer im Steinbruch.

Sn einem Steinbruch bei Bruchsal ereignete sich ein schweres A n g l ü ck. Durch die Einflüsse des starken Frostes lösten sich im Steinbruch des Schlächtermeisters Karolus plötzlich erhebliche Gesteinsmassen und stürzten in die Tiefe. Zwei in den 50er Iahren stehende Arbeiter, Gustav Baumeister und Anton Ober, beide aus Anteröwisheim, wurden mit in die Tiefe gerissen und konnten nur noch als Leichen geborgen wer­den. Drei andere Arbeiter, die sich in der Nähe befanden, konnten noch rechtzeitig zur Seite sprin­gen.

Megantic" (15000 Tonnen) im Kriege als Truppentransportdampfer verwendet worden sind. Es sind in letzter Zeit sieben alte englische Dampfer von 9000 bis 24 000 Tonnen an Iapan verkauft worden.

peipiao von den Japanern genommen.

' 21- Febr. (Reuter. Funkspruch.) Die japa­nischen Truppen haben P e i p i a o in der Provinz Iehol genommen.

Kleine politische Nachrichten.

.. ®er Reichsminister des Innern hat an das ba« d.lsche Ministerium des Innern das Ersuchen ge= ndjtct, das Karlsruher ZentrumsblattBadi ° u °Tac^tcr "egen eines Artikels über die Stuttgarter Rundfunkrede des Reichskanzlers Hitler auf dieDauervonachtTaqenzu verbieten. Das badische Innenministerium hat diesem Ersuchen nicht entsprochen und die Entschei­dung des Reichsgerichts angerufen.

Der frühere Reichswirtschaftsminister Dr. N e u - Haus ist als Vorsitzender des auf Vorschlag des Reichsminlsters Dr. Hugenberg zu bildenden Ost­hilfe au s s ch u f s e s ausersehen. Der Ausschuß wird zusammentreten können, sobald die Vertreter der Parteien ihre Mitarbeit zugesagt haben.

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zu schützen Iapan nach seinem Vertrag ver­pflichtet war.

7. Dcr BerichtdesNeunzehner-Aus- schusses enthält keinen Vorschlag für eine wirksame Lösung des Streitfalles. Die Ober­hoheit in Mandschukuo steht ausschließlich denimandschurischenDolkezu. Der Vor- schlag, eine Gendarmerie zu schaffen, ist absurd. Zurückziehung der japanischen Truppen würde Anarchie in der Mandschurei bedeuten. Ist der Völkerbund bereit, die Verantwortung für eine solche Lage zu übernehmen? Die Zuzie­hung Sowjetrußlands und der (Ber­einigten Staaten zu den Verhandlungen des Ausschusses ist eine Machtüberschrei­tung des Völkerbundes.

8. Der Bericht des Neunzehner-Ausschusses ermutigt China, Friedensverhandlungen abzulehnen und sich einer Einigung mit Iapan zu entziehen.

9. Die Verantwortung für den Frie­den im Fernen Osten trägt Iapan, keine andere Nation.

10. Die japanische (Regierung lenkt die Auf­merksamkeit des Völkerbundes auf den außer­ordentlichen Ernst der Lage und ersucht die Völkerbundsversammlung, sich ihre endgültige Entscheidung genau zu überlegen.

Englische Gorgen.

Furcht vor einer Entfremdung Japans.

London, 21. Febr. (TA.) In den Stellung­nahmen der Londoner Presse zu der Absicht Iapans, sich aus dem Völkerbund zurückzuziehen, wird durchweg der Ernst der Lage betont. Kon­servative Blätter erklären, daß der Völker­bund sich hüten müsse, über die von ihm gesteckte Grenze hinauszugehen.Daily Tele­graph" sagt, daß jetzt mehr als je Geduld notwendig sei. Die Abrüstungskon­ferenz sei ernstlich gefährdet und ganz be­sonders die Verhandlungen über die Abrüstung zur See. Auch die Mandatssrage spiele hinein, wenn auch nur in rechtlichem Sinne. Cs sei Sache der Staatskunst, den Einfluß des Völ­kerbundes so zu erhalten, daß er zur gegebenen 5eit eine Rolle als Friedensfaktor spielen könne. DieMorningpost" spricht sich für eine enge und herzliche Zusammenarbeit der b ei den Inselreiche Iapan und Eng­land aus, die im beiderseitigen Interesse und im Interesse des Weltfriedens liege. Der Völker­bund fei z u einseitig zugunsten Chinas e i n g e ft e 11 L Ein zu scharfes Vorgehen gegen Japan würde dieses Inselreich zu einer Ver­ständigung mit Rußland, dem Erzfeind Englands, zwingen. Der Völkerbund werde dem Sneden am besten dienen, wenn er China klar erkläre, daß es auf ein Eingreifen von außen her nicht hoffen dürfe. Die liberaleNews Chro- nicle, die japanfeindlich eingestellt ist, sagt, daß der Völkerbund eine Nichtbeachtung der von ihm gutgeheißenen Empfehlungen nicht zulassen dürfe. Die beteiligten Staaten sollten zunächst die Zu­fuhr von Waffen nach Iapan ver­bieten. Hinsichtlich Chinas liege der Fall anders, da dieses die Waffen nur zur Selbst­verteidigung kaufe.

japanische Gchiffökäufe in England.

Lonäon. 21. Febr. (Täl.) Den in letzter Zeit erfolgten Verkäufen alter englischer Dampfer nach Iapan für Abbruchs- Swecke wird von einem Teil der englischen Presse im Zusammenhang mit den Kämpfen in der Mandschurei eine geheimnisvolle Bedeutung beigemeffen. In englischen Schiffahrtskreisen ist man der Ansicht, daß die Iapaner diese Schiffe ur militärische Zwecke, z. B. als Truppen- ^afn n? er benutzen wollen.

Diese Auffassung stützt sich vor allem darauf, baß Die vor einigen Tagen nach Iapan abqe- fafrrenen DampferBaltic" (24 000 Tonnen) und 1