Ausgabe 
22.2.1933 Frühausgabe
 
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Nr.45 Lvüharrsgabe

185. Jahrgang

Mittwoch, 22. §ebruar (955

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MetzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyr.ot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und'ür^en An­zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in ißiegen.

VizekanzlervonpapensprichizurakademischenIugend

Oie geistigen Grundlagen für eine Erneuerung des Reichs in christlich-konservativem Ginne.

Berlin, 21. gebt. (LAB.) 3m Auditorium Maximum der Friedrich-Wilbelms-Lln.versität Berlin veranstaltete die nationale Studentenschaft aus Anlaß der Wahlen zum Allgemeinen Stu­dentenausschuß (Asta) eine Kundgebung, auf der Dizekanzler v. Papen über die Einglie­derung der akademischen Jugend in die Wirt­schaft und den Staat nationaler Prägung sprach. Seine Aede, die der Rektor der Universität, Pro­fessor Dr. K o h l r a u s ch , einleitete, wurde durch den Deutschlandsender übertragen.

Vizekanzler v. papen

von den Studenten lebhaft begrüßt, führte u. a. aus: Der akademische Boden verpflichtet den Red­ner, seine Ausführungen aus den Riederungen der politischen Phraseologie herauszuheben und die Hörer, auf die allzugefühlsbetonte Einstellung dieser Tage zu verzichten. Wir müssen zur pla­tonischen Auffassung von der Politik zurückkehren. In der Reuzeit hat sich der Mensch allzusehr dem diesseitigen Leben zugewendet, und das kom­munistische Manifest bildet die Bollendung die­ses großen Eätularisationsprozesses. Alle wahren Revolutionen sind solche des Geistes gegen die Mechanik. Deshalb ist nicht der Bolschewismus die wirkliche Revolution des 20. Jahrhunderts, der Bolschewismus, der vielmehr Sklavenaufstand und endgültige Mechanisierung des Lebens be­deutet.

Die wahre Revolution des 20. Jahrhunderts, die überall in Europa angehoben hat. ist vielmehr die der heroischen und gottverbundenen Persön- (fc/feif gegen unlebendige Fesselung, gegen Unterdrückung des göttlichen Funkens und des Schöpferischen im Menschen, gegen Mechanisie­rung und Kollektivierung.

Aus dieser meiner Ausführung wird klar, Wa­ich unter Kampf gegen den Marxismus, wie wir ihn führen wollen, verstanden haben will. Daß der Marxismus heute verschwinden muß, ist die Quittung nicht fizr eine moralische, sondern für eine geschichtliche Schuld. Cs ist unmöglich, un­gestraft die lebendigen Kräfte eines Kulturvolkes zu unterdrücken und alles Leben zu kollektivieren. Das ist die Schuld des historischen Ma- t e r i a l i s m u s eines Karl Marx, der die allge­meine Proletarisierung des deutschen Volkes zum sozialen System und zum politischen Ziel erho­ben hat.

Aber wenn wir diesen Kampf führen müssen, dürfen wir niemals die eigene Schuld der letzten Generation vergessen, die in der Reberbureau- kratisierung des Staates, in der verkapitalifie- rung unseres Lefitzes und unseres Unternehmer­tums diesen kollektivistischen Irrweg weitgehend vorbereitet Hal. Deshalb darf der Kampf nicht vom liberalen Standort aus geführt werden, nicht für das anonyme unkontrollierbare Finanz­kapital, nicht für den zufälligen Besitzstand von heute, sondern für die Verwurzelung und Neu­ordnung des gesamten volkstumes.

Eine geistige Revolution kann man nicht machen. Eie muß, wenn sie zur Durchführung gelangen soll, von der Gesamtheit des Dolks - tumes getragen werden, ilnb wenn heute bestimmte Gruppen an d-e Durchführung dieser Aufgabe herangetreten sind, so will das nicht be­deuten, daß sie sich anmahen, für sich allein Volk und Staat zu repräsentieren. Wenn man bisher geglaubt hat, daß der Stimmzettel ein Spiegelbild dessen sei, was ein Volk in seinem innersten will oder daß der Stimmzettel zum Ausdruck bringen könne, was ihm von Gott und der Geschichte als Ziel gesetzt sei, so sind wir der Ansicht, daß es Zeit i st, dem Wahn ein Ende zu machen, als ob ein Voll gleich sei der Summe seiner Parteien oder als ob sein Wille und sein Ziel durch eine Partei- bureaukratie verkörpert werden kann. Unser Kampf gilt nicht der Linken, weil sie links steht, sondern weil sie das deutsche Volk in dem Zustand erhalten will, dem es sich in der Etunae seiner Riederlage und seines Zu­sammenbruches angepaßt hat. Warum begreift denn d.e Linke nicht, daß es noch eine andere Art von Demokratie gibt, als sie jene Anleihe darstellt, die in Weimar vom westlichen Staatsgedanken gemacht wurde?

Die Zeit des Denkens in den Vorstellungen der französischen Revolution ist vorüber. Sie hatten den sozialen Krieg im Gefolge und den euro­päischen Unfrieden. Henle erst wissen wir, worum wir im Kriege unbewuht gekämpft haben: Um die Faustische Seele des deutschen Menschen, um die wahre Religiosität, um den neuen konservativen Menschen, um eine gerechte innere und äußere Ordnung Europas, um all das, was wir mit einem fast mythischen Begriff dasReich" nennen.

Die nationale Bewegung hat die Macht ergrif­fen. Wir wissen, daß Macht erhalten schwerer ist als Macht erobern. Und die Führer der nationalen Bewegung sollten sich keiner Täuschung darüber hingeben, daß Macht

nur der hält, wer sie aus dem Gei st e her­aus handhabt. Riemand streitet den links von uns stehenden Parteien Vaterlandsliebe und Bejahung des Volkstumes ab. Sie sollen dann aber auch beherzt mit allen pazi­fistischen und zersetzenden Strömungen brechen. Wir müssen das deutsche Leben auf allen Ge­bieten entmechanisieren, Wachstum und schöpferische Fähigkeiten unterstützen, Selbstver­antwortung stärken, Persönlichkeitsentfaltung möglich machen, wo immer es auch geht.

Richt nur ganz Europa, sondern insbesondere wir Deutschen stehen vor dem großen Problem, das Prinzip der Demokratie mit dem der Aristo­kratie zu versöhnen. Wir müssen uns wieder daran gewöhnen, zu Menschen auszuschen, die etwas sind kraft Geist und Eharakter: Die wahr und treu sein wollen, die Herren sind, weil sie dienen können, die nicht von sich reden, weil sie sicher in sich ruhen, die nicht manifestieren, son­dern würde ausstrahlen. Der einzige Mann, der allen sichtbar diese Bedingungen erfüllt, ist unser Reichspräsident.

Diese Volkwerdung ist die Voraussetzung für die wahre Demokratie, die den Klassenkampf ablösen muß. Die Energien liegen heute aus der politischen Rechten, nicht nur machtpoli­tisch, sondern auch geistig. Wenn wir aber den Parteienstaat beseitigen wollen, müssen wir z u - er st das eigene Parteibuch fortwer- f e n. Wir müssen die drei Heersäulen der na­tionalen Bewegung verschmelzen, müssen dem Staat alle geistig freien Menschen dienstbar machen. Uni) zu geistig freien Men­schen soll die Hochschule besonders die akademische Jugend erziehen, ßangcmarrf ist ein Sym­bol und ein Vermächtnis für Sie, meine jungen Freunde. Es bedeutet, immer der Letzte zu fein, wenn es um eigene Rechte geht, aber immer der Erste, wenn es um die Pflichten gegenüber der Heimat geht.

Unter stürmischem Beifall schloß Vizekanzler v. Papen mit den Worten, die Fichte einst den Berliner Studenten zurief, als unter den Fen­stern der Universität französische Trommeln er­klangen: Das neue Deutschland braucht Sie und Ihren ganzen ungeteilten Glauben an die deutsche Zukunft!"

Das Reichskabinett beschließt die Abschaffung der Krankenscheingebühr. Reorganisation der Krankenkassen mit dem Ziel einer Ermäßigung der Verwal- tungskosten. Abg.W enbeck Reichkommiffar für den gewerblichen Mittelstand

Berlin, 21. Febr. Amtlich. Das Reichs­kabinett beschäftigte sich heute nochmals ein­gehend mit der k r a n k e n s ch e i n g e b ü h r in der Krankenversicherung. Es wurde einstimmig be­schlossen, den Krankenschein vollständig zu beseitigen. Bei der Aufrechterhaltung der augenblicklichen Wirtschaft und Verwaltung der Krankenkassen kann nur eine Ermäßigung der Ge­bühr um 25 Rpf. eintreten. Ihn die völlige Beseiti­gung der Krankenscheingebühr zu erreichen, ist eine gründliche Re Organisation des gesam­ten Krankenkassenwesens notwendig, wo­bei insbesondere eine wesentliche Ermäßi­gung der Verwaltung sk ost en eintreten muh. Es soll aber auch das ganze Finanzwesen der Krankenkajsen geprüft werden, hierzu ist eine wesent­liche Ausdehnung der Aufsicht über die Krankenversicherung notwendig. Das Reichskabinett wird hierfür alsbald die gesetzlich erforderlichen Vor­aussetzungen schassen.

Ferner beschloß das Reichskabinett die Bereit­stellung von 30 Millionen Reichsmark für die (5 c- Währung von Zuschüssen an mittel­ständische Kreditinstitute und die Weiter­zahlung von Beihilfen für den Metallerzberg­bau (an Lahn und Sieg). Das Reichskabinett ge­nehmigte den Reichshaushalt für den Reichs- kommisfar für die Luftfahrt und beschloß die Einsetzung eines Reichs ko mmifsars für den gewerblichen Mi11elstand beim Reichswirtschaftsministerium. Schließlich befaßte sich das Reichskabinett mit der Prüfung der wirt- schaftsbetriebe der öffentlichen Hand, sowie mit den Bezügen der leitenden Angestellten von subventionierten Unternehmungen.

«

Wie wir erfahren, wird das Reichskabinett | seine Beratungen am Mittwochvormittag um 11 Ufjr fortsehen, und zwar steht die Lage s

der Reichssinanzen auf der Tagesord­nung. Das Reichskabinett hat beschlossen, dem Reichspräsidenten als Reichskommissar für den gewerblichen Mittel st and den deutschnationalen Reichstagsabgeordneten W i e n b e ck vorzuschlagen, der als Syndikus der Handwerkskammer in Hannover über reiche Er­fahrungen gerade auf diesem Gebiet verfügt. Ferner hat das Kabinett für den Posten des Staatssekretärs im Reichsarbeits- m i n i ft e r i u m den bisherigen Ministerial­direktor Krohn in Aussicht genommen; an seine Stelle tritt der Ministerialrat Engel.

Die Einsetzung des neuen Reichskommissars und die finanziellen Hilfsmaßnahmen für die mittelständischen Kreditinstitute liegen in der Linie einer entschiedenen Mittelstandspolitik, wie sie von der Reichsregierung vom ersten Tage ihres Bestehens an unterstrichen wurde. 3n die­sem Zusammenhang ist bemerkenswert, daß ur­sprünglich 38 Millionen für mittelstän­dische Kreditinstitute und Konsumgenossenschaften beantragt waren, von benen aber d i e acht Millionen gestrichen wurden, die für Konsum Genossenschaften bestimmt sein sollten. Bei der Fülle des Arbeitsstoffes hat sich die Reichsregierung in der Dienstag­sitzung noch nicht mit der Ausdehnung der Instandsetzungszuschüsse brschästigen können. Es ist aber anzunehmen, daß die Be­mühungen der Reichsregierung auch hier in den nächsten Tagen vorwärts kommen, und zwar handelt es sich dabei darum, daß Zuschüsse auch auf landwirtschaftliche Be­triebe ausgedehnt werden. Wenn dafür 20 Millionen zur Verfügung gestellt werden, so würde das, da 80 Prozent der Reparaturkosten von den Eigentümern zu tragen sind, eine wei­tere Arbeitsbeschaffung für 100 Millionen Mark bedeuten. Dazu kommt dann noch der Rühen, den auch die Landwirt­schaft aus der Ausbesserung und Verbesserung ihrer Betriebe hat.

Die Vorbereitung der Wahl.

Acht Reichswahlvorschlage.

B e r l i n, 21. Febr. (WTB. Funkspruch.) Dom Reichswahlausschuß wurden von den neun einge­reichten Rcichswahlvorschlägen acht genehmigt. Es handelt sich um die Reichswahlvorschläge Rr- 1 Rationalso^ialistische Deutsche Arbeiterpartei, Rr. 2 Sozialdemokratische Partei Deutschlands- Rr. 3 Kommunistische Partei Deutschlands. Rr. 4 Deutsche Zentrumspartei. Rr. 5 Kampffront Schwarz-Weih-Rot. Rr. 6 Bayerische Dolls- partei. Rr. 7 Deutsche Vollspartei, Christlich- sozialer Volksdienst (Evangelische Bewegung), Deutsche Bauernpartei, Deutsch - Hannoversche Partei. Rr. 11 Württembergischer Dauern- und Weingärtnerbund. Eine Zulassung des Reichs- wahivorschlages der So z i a l i st i s ch e n Kampf­gemeinschaft wurde vom Reichswahlausschuh mit Mehrheit abgelehnt.

GiebenLandeswahlvorschläge für Preußen.

Dom Preußischen Landeswahlausschuß wurden folgende Listenvorschläge angenommen:

Nr. 1 Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter­partei,

Nr. 2 sozialdemokratische Partei Deutschlands, Nr. 3 Kommunistische Partei Deutschlands, Nr. 4 Preußische Zentrumspartei, Nr. 5 Kampffront Schwarz-Weiß-Rot, Nr. 7 Deutsche Lolkspartci, Christlich-sozialer Dolksdienst (Evangelische Bewegung), Deutsch-Hannoversche Partei,

Nr. 16 Nationale Minderheiten in Deutschland.

Der Vertreter der Sozialdemokratischen Partei, Dr. Hamburger, betonte, daß sich die Partei wohl an den Ausjchußsitzungen beteilige, daß diese Mit­arbeit aber den Standpunkt der SPD. unberührt lasse, der dahin gehe, daß die Auflösung des Land­tages der Reichs- und Preußenverfassung und dem Urteil des Staatsgerichtes vom 25. Oktober 1932 widerspreche. Die Sozialdemokratie sehe der Entscheidung des Staatsgerichtshofes entgegen.

Neun Wahlvorschläge im Wahlkreis Heffen-Oarmstadi.

D a r m ft a b t, 21. Febr. (WSR.) Heute abenb tagte ber Wahlkreisausschuh bes Wahlkreises 33 (Hesfen-Darmstabt) unter bem Dorsitz des Wahl­leiters Ministerialrat Dornemann. Bis zum Ablauf ber Einreichungsfrist waren elf Wahl- Vorschläge eingegangen. Zwei Dorschläge, und

zwar bie Sozialistische Kampfgemein­schaft unb bie Kampfgemeinschaft ber Arbeiter unb Dauern, würben wegen Richteinhaltung ber gesetzlichen Vorschriften bzw. zu später Beibringung ber vom Gesetz geforderten Unterlagen nicht zugelafsen. Folgenbe neun Wahlvorschläge wurden vom Ausschuß anerkannt:

1. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei sHitler-Bewegungl (Hitler, Dr. Frick, Göring, Robenberg, im ganzen 39 Bewerber).

2. Sozialbernokrat. Partei Deutsch- l an b 8 (Dr. Mierenborf, Ritzel, Weber, Stessan, im ganzen 12 Bewerber).

3. Kommunistische Partei Deutsch- l a n b s (Thälmann, Brenzel, Zeih, Geist, im ganzen 16 Bewerber).

4. Zentrumspartei (Dr. Brüning, Dr. Bockius, Knoll. Blank, im ganzen 12 Bewer­ber).

5. Kampffront Schwarz-Weiß-Rot (Dr. Hugenberg, Lahr, Dr. Meesmann, Bauer, im ganzen 12 Bewerber).

7. Deutsche Volks Partei (Dingelbey, Dr. Riepoth, Frl. Birnbaum, Decker, im ganzen 8 Bewerber).

8. Christlich-Sozialer Dolksbienst (Dieth, Lehrer Greb, Wiemer, Kunz, im gan­zen 14 Bewerber).

9. Staatspartei (Dr. Heuh, Dr. Weiner, Frau Dr. Kemps, Christ, im ganzen 27 Be­werber).

10. Deutsche Bauernpartei (Dr. Fehr).

Mit Ausnahme ber Sozialdemokratisch n Par­tei, bie ihre Reststimmen birelt ber Reichslifte zuführt, haben alle übrigen Parteien mit bem Wahlkreisverbanb 19 Hcssen-Rassau Derbinbungs- erHärungen abgegeben.

Die Wahltteisvorschlagskflen für den Wahllreis Hessen-Nassau.

Kassel, 21. Febr. (WSN.) Der Kreiswahlaus- fchuß hat unter dem Vorsitz des Kreiswahlleiters Oberregierungsrat Dr. S ch ö n k ä s für den Wahl­kreis 19 Hessen-Nassau für die Reichstagswahl fol­gende Kreiswahlvorschläge zugelassen:

1. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei.

2. Sozialdemokratische Partei.

3. Kommunistische Partei.

4. Zentrum.

5. Kampffront Schwarz-Weiß-Rot.

7. Deutsche Dolkspartei.

8. Christlich-sozialer Volksdienst.

9. Deutsche Staatspartei.

10. Deutsche Bauern-Partei.

12. Deutsch-Hannoversche Partei.

Für die preußische Landtagswahl wur­den folgende Vorschläge zugelassen:

1. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, la. Mit Hindenburg für ein nationales Preußen.

2. Sozialdemokratische Partei.

3. Kommunistische Partei.

4. Zentrum.

5. Kampffront Schwarz-Weiß-Rot.

5a. Radikaler Mittelstand.

7. Deutsche Volkspartei.

8. Christlich-sozialer Volksdienst.

9. Deutsche Staatspartei.

12. Deutsch-Hannoversche Partei.

17. Sozialistische Kampfgemeinschaft.

18. Kampfgemeinschaft der Arbeiter und Bauern.

Ein Wahlaufruf der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot.

Berlin, 21. Febr. (TU.) Die Führer der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot veröf­fentlichen folgenden Aufruf:

An das deutsche Volk! Die Regierung der nationalen Erhebung ruft das deutsche Volk am 5. März zur Wahl auf, daß es d i e B a h n frei mache für die rettende Tat. Diese Regierung ist kein Parteiregiment, sondern der im Angesicht Hindenburgs feierlich beschworene Bund aller nationalen Kräfte. Wir Führer der Kampf­front Schwarz-Weiß-Rot haben von jeher für das fruchtbare Zusammenwirken aller Deutschen und gegen den Herrschafts- anspruch selb st süchtigen Partei g ei- ft e s gekämpft. Auck in diesem Wahlgang ringen wir nicht um die Ausdehnung der eigenen Macht innerhalb der Regierung, sondern allein um d i e Vertiefung und Befestigung der na­tionalen Ei n h e i t. Hir sind aber entschlossen, diese mühsam errungene Einheit gegen jeden erneuten Angriff des Parte iH ei st es bis zum äußersten zu verteidigen.

Denn das deutsche Voll will Führer, denen das Vaterland über der Partei steht. Es fordert Männer, die sich in Demut beugen vor der Große der Verantwortung, die sie vor Gott und dem Vaterland tragen. Leuchtendes Vorbild solchen selbstlosen Dienstes an der Gesamtheit ist uns allen der Generalfeldmarschall von Hindenburg. In seinem Namen und in seinem Sinne führen mir den Wahlkampf, auf daß sein Wort wahr werde:Ich will von Parteien nichts wissen. Das ganze Deutschland soll es sein". Deutsches Volk, entscheide dich. Du willst keinen Rückfall in P a r t e i h e r r sch a f t, sondern Bewahrung und Vertiefung der endlich er­rungenen nationalen Einigung. Folge uns unter Schwarz-Weiß-Rot, mit Hindenburg für ein neues Deutschland!

(gez.) Generalfeldmarschall von Mackensen, von Papen, Hugenberg, Franz Selbte."