Nr.45 Lvüharrsgabe
185. Jahrgang
Mittwoch, 22. §ebruar (955
Eriche'»« «ägltch, outze, Lonnioys und geiertag». Beilagen: Die Onuftnerte ©ifßtner Familienblätter Heimat Bild Die Scholle monats Beingsprets:
Mi» 4 Beilagen R2.4.1.95 Ohne Illusttierle , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.
$ern|pred)anfd)lüfie unter Sammelnummer 2251. Anschrift, für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen- popscheäkonto:
fironlfurl am Blain 11686.
MetzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
VrvS «nv Verlag: vrühl'sche Universitälr-Vuch- und Zteindruckeret R. Lange in Sietzei. Schriftleitung und Seschaftrftelle: Schul'tra^e 7.
Annahme van Anze.ge.i für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klamean'eigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr.
Chefredakteur
Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyr.ot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und'ür^en Anzeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in ißiegen.
VizekanzlervonpapensprichizurakademischenIugend
Oie geistigen Grundlagen für eine Erneuerung des Reichs in christlich-konservativem Ginne.
Berlin, 21. gebt. (LAB.) 3m Auditorium Maximum der Friedrich-Wilbelms-Lln.versität Berlin veranstaltete die nationale Studentenschaft aus Anlaß der Wahlen zum Allgemeinen Studentenausschuß (Asta) eine Kundgebung, auf der Dizekanzler v. Papen über die Eingliederung der akademischen Jugend in die Wirtschaft und den Staat nationaler Prägung sprach. Seine Aede, die der Rektor der Universität, Professor Dr. K o h l r a u s ch , einleitete, wurde durch den Deutschlandsender übertragen.
Vizekanzler v. papen
von den Studenten lebhaft begrüßt, führte u. a. aus: Der akademische Boden verpflichtet den Redner, seine Ausführungen aus den Riederungen der politischen Phraseologie herauszuheben und die Hörer, auf die allzugefühlsbetonte Einstellung dieser Tage zu verzichten. Wir müssen zur platonischen Auffassung von der Politik zurückkehren. In der Reuzeit hat sich der Mensch allzusehr dem diesseitigen Leben zugewendet, und das kommunistische Manifest bildet die Bollendung dieses großen Eätularisationsprozesses. Alle wahren Revolutionen sind solche des Geistes gegen die Mechanik. Deshalb ist nicht der Bolschewismus die wirkliche Revolution des 20. Jahrhunderts, der Bolschewismus, der vielmehr Sklavenaufstand und endgültige Mechanisierung des Lebens bedeutet.
Die wahre Revolution des 20. Jahrhunderts, die überall in Europa angehoben hat. ist vielmehr die der heroischen und gottverbundenen Persön- (fc/feif gegen unlebendige Fesselung, gegen Unterdrückung des göttlichen Funkens und des Schöpferischen im Menschen, gegen Mechanisierung und Kollektivierung.
Aus dieser meiner Ausführung wird klar, Waich unter Kampf gegen den Marxismus, wie wir ihn führen wollen, verstanden haben will. Daß der Marxismus heute verschwinden muß, ist die Quittung nicht fizr eine moralische, sondern für eine geschichtliche Schuld. Cs ist unmöglich, ungestraft die lebendigen Kräfte eines Kulturvolkes zu unterdrücken und alles Leben zu kollektivieren. Das ist die Schuld des historischen Ma- t e r i a l i s m u s eines Karl Marx, der die allgemeine Proletarisierung des deutschen Volkes zum sozialen System und zum politischen Ziel erhoben hat.
Aber wenn wir diesen Kampf führen müssen, dürfen wir niemals die eigene Schuld der letzten Generation vergessen, die in der Reberbureau- kratisierung des Staates, in der verkapitalifie- rung unseres Lefitzes und unseres Unternehmertums diesen kollektivistischen Irrweg weitgehend vorbereitet Hal. Deshalb darf der Kampf nicht vom liberalen Standort aus geführt werden, nicht für das anonyme unkontrollierbare Finanzkapital, nicht für den zufälligen Besitzstand von heute, sondern für die Verwurzelung und Neuordnung des gesamten volkstumes.
Eine geistige Revolution kann man nicht machen. Eie muß, wenn sie zur Durchführung gelangen soll, von der Gesamtheit des Dolks - tumes getragen werden, ilnb wenn heute bestimmte Gruppen an d-e Durchführung dieser Aufgabe herangetreten sind, so will das nicht bedeuten, daß sie sich anmahen, für sich allein Volk und Staat zu repräsentieren. Wenn man bisher geglaubt hat, daß der Stimmzettel ein Spiegelbild dessen sei, was ein Volk in seinem innersten will oder daß der Stimmzettel zum Ausdruck bringen könne, was ihm von Gott und der Geschichte als Ziel gesetzt sei, so sind wir der Ansicht, daß es Zeit i st, dem Wahn ein Ende zu machen, als ob ein Voll gleich sei der Summe seiner Parteien oder als ob sein Wille und sein Ziel durch eine Partei- bureaukratie verkörpert werden kann. Unser Kampf gilt nicht der Linken, weil sie links steht, sondern weil sie das deutsche Volk in dem Zustand erhalten will, dem es sich in der Etunae seiner Riederlage und seines Zusammenbruches angepaßt hat. Warum begreift denn d.e Linke nicht, daß es noch eine andere Art von Demokratie gibt, als sie jene Anleihe darstellt, die in Weimar vom westlichen Staatsgedanken gemacht wurde?
Die Zeit des Denkens in den Vorstellungen der französischen Revolution ist vorüber. Sie hatten den sozialen Krieg im Gefolge und den europäischen Unfrieden. Henle erst wissen wir, worum wir im Kriege unbewuht gekämpft haben: Um die Faustische Seele des deutschen Menschen, um die wahre Religiosität, um den neuen konservativen Menschen, um eine gerechte innere und äußere Ordnung Europas, um all das, was wir mit einem fast mythischen Begriff das „Reich" nennen.
Die nationale Bewegung hat die Macht ergriffen. Wir wissen, daß Macht erhalten schwerer ist als Macht erobern. Und die Führer der nationalen Bewegung sollten sich keiner Täuschung darüber hingeben, daß Macht
nur der hält, wer sie aus dem Gei st e heraus handhabt. Riemand streitet den links von uns stehenden Parteien Vaterlandsliebe und Bejahung des Volkstumes ab. Sie sollen dann aber auch beherzt mit allen pazifistischen und zersetzenden Strömungen brechen. Wir müssen das deutsche Leben auf allen Gebieten entmechanisieren, Wachstum und schöpferische Fähigkeiten unterstützen, Selbstverantwortung stärken, Persönlichkeitsentfaltung möglich machen, wo immer es auch geht.
Richt nur ganz Europa, sondern insbesondere wir Deutschen stehen vor dem großen Problem, das Prinzip der Demokratie mit dem der Aristokratie zu versöhnen. Wir müssen uns wieder daran gewöhnen, zu Menschen auszuschen, die etwas sind kraft Geist und Eharakter: Die wahr und treu sein wollen, die Herren sind, weil sie dienen können, die nicht von sich reden, weil sie sicher in sich ruhen, die nicht manifestieren, sondern würde ausstrahlen. Der einzige Mann, der allen sichtbar diese Bedingungen erfüllt, ist unser Reichspräsident.
Diese Volkwerdung ist die Voraussetzung für die wahre Demokratie, die den Klassenkampf ablösen muß. Die Energien liegen heute aus der politischen Rechten, nicht nur machtpolitisch, sondern auch geistig. Wenn wir aber den Parteienstaat beseitigen wollen, müssen wir z u - er st das eigene Parteibuch fortwer- f e n. Wir müssen die drei Heersäulen der nationalen Bewegung verschmelzen, müssen dem Staat alle geistig freien Menschen dienstbar machen. Uni) zu geistig freien Menschen soll die Hochschule besonders die akademische Jugend erziehen, ßangcmarrf ist ein Symbol und ein Vermächtnis für Sie, meine jungen Freunde. Es bedeutet, immer der Letzte zu fein, wenn es um eigene Rechte geht, aber immer der Erste, wenn es um die Pflichten gegenüber der Heimat geht.
Unter stürmischem Beifall schloß Vizekanzler v. Papen mit den Worten, die Fichte einst den Berliner Studenten zurief, als unter den Fenstern der Universität französische Trommeln erklangen: Das neue Deutschland braucht Sie und Ihren ganzen ungeteilten Glauben an die deutsche Zukunft!"
Das Reichskabinett beschließt die Abschaffung der Krankenscheingebühr. Reorganisation der Krankenkassen mit dem Ziel einer Ermäßigung der Verwal- tungskosten. — Abg.W enbeck Reichkommiffar für den gewerblichen Mittelstand
Berlin, 21. Febr. Amtlich. Das Reichskabinett beschäftigte sich heute nochmals eingehend mit der k r a n k e n s ch e i n g e b ü h r in der Krankenversicherung. Es wurde einstimmig beschlossen, den Krankenschein vollständig zu beseitigen. Bei der Aufrechterhaltung der augenblicklichen Wirtschaft und Verwaltung der Krankenkassen kann nur eine Ermäßigung der Gebühr um 25 Rpf. eintreten. Ihn die völlige Beseitigung der Krankenscheingebühr zu erreichen, ist eine gründliche Re Organisation des gesamten Krankenkassenwesens notwendig, wobei insbesondere eine wesentliche Ermäßigung der Verwaltung sk ost en eintreten muh. Es soll aber auch das ganze Finanzwesen der Krankenkajsen geprüft werden, hierzu ist eine wesentliche Ausdehnung der Aufsicht über die Krankenversicherung notwendig. Das Reichskabinett wird hierfür alsbald die gesetzlich erforderlichen Voraussetzungen schassen.
Ferner beschloß das Reichskabinett die Bereitstellung von 30 Millionen Reichsmark für die (5 c- Währung von Zuschüssen an mittelständische Kreditinstitute und die Weiterzahlung von Beihilfen für den Metallerzbergbau (an Lahn und Sieg). Das Reichskabinett genehmigte den Reichshaushalt für den Reichs- kommisfar für die Luftfahrt und beschloß die Einsetzung eines Reichs ko mmifsars für den gewerblichen Mi11elstand beim Reichswirtschaftsministerium. Schließlich befaßte sich das Reichskabinett mit der Prüfung der wirt- schaftsbetriebe der öffentlichen Hand, sowie mit den Bezügen der leitenden Angestellten von subventionierten Unternehmungen.
«
Wie wir erfahren, wird das Reichskabinett | seine Beratungen am Mittwochvormittag um । 11 Ufjr fortsehen, und zwar steht die Lage s
der Reichssinanzen auf der Tagesordnung. Das Reichskabinett hat beschlossen, dem Reichspräsidenten als Reichskommissar für den gewerblichen Mittel st and den deutschnationalen Reichstagsabgeordneten W i e n b e ck vorzuschlagen, der als Syndikus der Handwerkskammer in Hannover über reiche Erfahrungen gerade auf diesem Gebiet verfügt. Ferner hat das Kabinett für den Posten des Staatssekretärs im Reichsarbeits- m i n i ft e r i u m den bisherigen Ministerialdirektor Krohn in Aussicht genommen; an seine Stelle tritt der Ministerialrat Engel.
Die Einsetzung des neuen Reichskommissars und die finanziellen Hilfsmaßnahmen für die mittelständischen Kreditinstitute liegen in der Linie einer entschiedenen Mittelstandspolitik, wie sie von der Reichsregierung vom ersten Tage ihres Bestehens an unterstrichen wurde. 3n diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, daß ursprünglich 38 Millionen für mittelständische Kreditinstitute und Konsumgenossenschaften beantragt waren, von benen aber d i e acht Millionen gestrichen wurden, die für Konsum Genossenschaften bestimmt sein sollten. Bei der Fülle des Arbeitsstoffes hat sich die Reichsregierung in der Dienstagsitzung noch nicht mit der Ausdehnung der Instandsetzungszuschüsse brschästigen können. Es ist aber anzunehmen, daß die Bemühungen der Reichsregierung auch hier in den nächsten Tagen vorwärts kommen, und zwar handelt es sich dabei darum, daß Zuschüsse auch auf landwirtschaftliche Betriebe ausgedehnt werden. Wenn dafür 20 Millionen zur Verfügung gestellt werden, so würde das, da 80 Prozent der Reparaturkosten von den Eigentümern zu tragen sind, eine weitere Arbeitsbeschaffung für 100 Millionen Mark bedeuten. Dazu kommt dann noch der Rühen, den auch die Landwirtschaft aus der Ausbesserung und Verbesserung ihrer Betriebe hat.
Die Vorbereitung der Wahl.
Acht Reichswahlvorschlage.
B e r l i n, 21. Febr. (WTB. Funkspruch.) Dom Reichswahlausschuß wurden von den neun eingereichten Rcichswahlvorschlägen acht genehmigt. Es handelt sich um die Reichswahlvorschläge Rr- 1 Rationalso^ialistische Deutsche Arbeiterpartei, Rr. 2 Sozialdemokratische Partei Deutschlands- Rr. 3 Kommunistische Partei Deutschlands. Rr. 4 Deutsche Zentrumspartei. Rr. 5 Kampffront Schwarz-Weih-Rot. Rr. 6 Bayerische Dolls- partei. Rr. 7 Deutsche Vollspartei, Christlich- sozialer Volksdienst (Evangelische Bewegung), Deutsche Bauernpartei, Deutsch - Hannoversche Partei. Rr. 11 Württembergischer Dauern- und Weingärtnerbund. Eine Zulassung des Reichs- wahivorschlages der So z i a l i st i s ch e n Kampfgemeinschaft wurde vom Reichswahlausschuh mit Mehrheit abgelehnt.
GiebenLandeswahlvorschläge für Preußen.
Dom Preußischen Landeswahlausschuß wurden folgende Listenvorschläge angenommen:
Nr. 1 Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei,
Nr. 2 sozialdemokratische Partei Deutschlands, Nr. 3 Kommunistische Partei Deutschlands, Nr. 4 Preußische Zentrumspartei, Nr. 5 Kampffront Schwarz-Weiß-Rot, Nr. 7 Deutsche Lolkspartci, Christlich-sozialer Dolksdienst (Evangelische Bewegung), Deutsch-Hannoversche Partei,
Nr. 16 Nationale Minderheiten in Deutschland.
Der Vertreter der Sozialdemokratischen Partei, Dr. Hamburger, betonte, daß sich die Partei wohl an den Ausjchußsitzungen beteilige, daß diese Mitarbeit aber den Standpunkt der SPD. unberührt lasse, der dahin gehe, daß die Auflösung des Landtages der Reichs- und Preußenverfassung und dem Urteil des Staatsgerichtes vom 25. Oktober 1932 widerspreche. Die Sozialdemokratie sehe der Entscheidung des Staatsgerichtshofes entgegen.
Neun Wahlvorschläge im Wahlkreis Heffen-Oarmstadi.
D a r m ft a b t, 21. Febr. (WSR.) Heute abenb tagte ber Wahlkreisausschuh bes Wahlkreises 33 (Hesfen-Darmstabt) unter bem Dorsitz des Wahlleiters Ministerialrat Dornemann. Bis zum Ablauf ber Einreichungsfrist waren elf Wahl- Vorschläge eingegangen. Zwei Dorschläge, und
zwar bie Sozialistische Kampfgemeinschaft unb bie Kampfgemeinschaft ber Arbeiter unb Dauern, würben wegen Richteinhaltung ber gesetzlichen Vorschriften bzw. zu später Beibringung ber vom Gesetz geforderten Unterlagen nicht zugelafsen. Folgenbe neun Wahlvorschläge wurden vom Ausschuß anerkannt:
1. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei sHitler-Bewegungl (Hitler, Dr. Frick, Göring, Robenberg, im ganzen 39 Bewerber).
2. Sozialbernokrat. Partei Deutsch- l an b 8 (Dr. Mierenborf, Ritzel, Weber, Stessan, im ganzen 12 Bewerber).
3. Kommunistische Partei Deutsch- l a n b s (Thälmann, Brenzel, Zeih, Geist, im ganzen 16 Bewerber).
4. Zentrumspartei (Dr. Brüning, Dr. Bockius, Knoll. Blank, im ganzen 12 Bewerber).
5. Kampffront Schwarz-Weiß-Rot (Dr. Hugenberg, Lahr, Dr. Meesmann, Bauer, im ganzen 12 Bewerber).
7. Deutsche Volks Partei (Dingelbey, Dr. Riepoth, Frl. Birnbaum, Decker, im ganzen 8 Bewerber).
8. Christlich-Sozialer Dolksbienst (Dieth, Lehrer Greb, Wiemer, Kunz, im ganzen 14 Bewerber).
9. Staatspartei (Dr. Heuh, Dr. Weiner, Frau Dr. Kemps, Christ, im ganzen 27 Bewerber).
10. Deutsche Bauernpartei (Dr. Fehr).
Mit Ausnahme ber Sozialdemokratisch n Partei, bie ihre Reststimmen birelt ber Reichslifte zuführt, haben alle übrigen Parteien mit bem Wahlkreisverbanb 19 Hcssen-Rassau Derbinbungs- erHärungen abgegeben.
Die Wahltteisvorschlagskflen für den Wahllreis Hessen-Nassau.
Kassel, 21. Febr. (WSN.) Der Kreiswahlaus- fchuß hat unter dem Vorsitz des Kreiswahlleiters Oberregierungsrat Dr. S ch ö n k ä s für den Wahlkreis 19 Hessen-Nassau für die Reichstagswahl folgende Kreiswahlvorschläge zugelassen:
1. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei.
2. Sozialdemokratische Partei.
3. Kommunistische Partei.
4. Zentrum.
5. Kampffront Schwarz-Weiß-Rot.
7. Deutsche Dolkspartei.
8. Christlich-sozialer Volksdienst.
9. Deutsche Staatspartei.
10. Deutsche Bauern-Partei.
12. Deutsch-Hannoversche Partei.
Für die preußische Landtagswahl wurden folgende Vorschläge zugelassen:
1. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, la. Mit Hindenburg für ein nationales Preußen.
2. Sozialdemokratische Partei.
3. Kommunistische Partei.
4. Zentrum.
5. Kampffront Schwarz-Weiß-Rot.
5a. Radikaler Mittelstand.
7. Deutsche Volkspartei.
8. Christlich-sozialer Volksdienst.
9. Deutsche Staatspartei.
12. Deutsch-Hannoversche Partei.
17. Sozialistische Kampfgemeinschaft.
18. Kampfgemeinschaft der Arbeiter und Bauern.
Ein Wahlaufruf der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot.
Berlin, 21. Febr. (TU.) Die Führer der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot veröffentlichen folgenden Aufruf:
„An das deutsche Volk! Die Regierung der nationalen Erhebung ruft das deutsche Volk am 5. März zur Wahl auf, daß es d i e B a h n frei mache für die rettende Tat. Diese Regierung ist kein Parteiregiment, sondern der im Angesicht Hindenburgs feierlich beschworene Bund aller nationalen Kräfte. Wir Führer der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot haben von jeher für das fruchtbare Zusammenwirken aller Deutschen und gegen den Herrschafts- anspruch selb st süchtigen Partei g ei- ft e s gekämpft. Auck in diesem Wahlgang ringen wir nicht um die Ausdehnung der eigenen Macht innerhalb der Regierung, sondern allein um d i e Vertiefung und Befestigung der nationalen Ei n h e i t. Hir sind aber entschlossen, diese mühsam errungene Einheit gegen jeden erneuten Angriff des Parte iH ei st es bis zum äußersten zu verteidigen.
Denn das deutsche Voll will Führer, denen das Vaterland über der Partei steht. Es fordert Männer, die sich in Demut beugen vor der Große der Verantwortung, die sie vor Gott und dem Vaterland tragen. Leuchtendes Vorbild solchen selbstlosen Dienstes an der Gesamtheit ist uns allen der Generalfeldmarschall von Hindenburg. In seinem Namen und in seinem Sinne führen mir den Wahlkampf, auf daß sein Wort wahr werde: „Ich will von Parteien nichts wissen. Das ganze Deutschland soll es sein". Deutsches Volk, entscheide dich. Du willst keinen Rückfall in P a r t e i h e r r sch a f t, sondern Bewahrung und Vertiefung der endlich errungenen nationalen Einigung. Folge uns unter Schwarz-Weiß-Rot, mit Hindenburg für ein neues Deutschland!
(gez.) Generalfeldmarschall von Mackensen, von Papen, Hugenberg, Franz Selbte."


