Ausgabe 
21.12.1933 Erstes Blatt
 
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eine Fkaggenehrun

finden

flcIeB am Wer nach

Reichsminister Dr. Goebbels vor den Berliner Amtswaltern.

der

Inkrastireien des 6>cbr>stleitergesehes.

Vereinigungen ufro. Einhalt zu gebieten, bedarf von jetzt ab jede SRe uorgan ifieru ng irgend­welcher im Wirkung»bereich über den Gründung»- ort hinausgehender verband« undIronien' der Genehmigung de» stelloertreten- den Führer». HeU filier!

Aus dem Volke sind wir gekommen, im Volk werden wir bleiben."

Das neue Berlin.

Ltaatskommissar Tr. Lippert über die Neugestaltung der Ncichöhauptstadt.

Berlin. 20. Dez. (TU.) Bor einem kleinen Äreis von Pressevertretern erörterte Staatskom» mi'sar Dr. Lippert die Bedeutung der u n m i ttel. baren Unterstellung der Reichshauptftabt unter den preußischen Minifterpräsi« denken. Die Neuregelung war dringend not­wendig. um die vielerlei bürokratischen Hemmun­gen. die bei einem so großen Verwaltungsapparat nur zu nahe lagen, wirksam auszuschalten. Die letz- ten Entscheidungen hat sich Ministerpräsident Go­ring selbst Vorbehalten. Sein Vertrauensmann und ständiger Vertreter ist der Etaatskommissar. die Epitze der Selbstverwaltung der Oberbürgermeister, dessen Befugnisse durch die Ausschaltung beschluh- fassender Kollegien auch erheblich erweitert worden sind.

Betriebsinhaber ihre Meldung zur Arbeitsfront durch die NS -Hago abgegeben haben.

Keine Neuorganisationen ohne Genehmigung.

oder nicht. Zum Beginn der Schule nach allen Ferien und zum Schulschluß vor allen Ferien hat

~' g vor der gesamten Schü­

lerschaft durch Hissen bzw. Niederholen der Reichs sahnen unter dem Singen einer Strophe de» Deutschland- und des Horst-Wessel Liede» stattzu-

Die pariser Gpionageaffäre.

3n letzter Minute zugegriffen. - Zahlreiches Spionagematerial beschlagnahmt. E ne über die ganze Welt verästelte Organisation mit der Zentrale in Moskau.

München. 20. Dez. Der Oberste Leiter

PO., Pg. Dr. Ley. erläßt folgende Anordnung: ..Um der überbandnebmenden Organisierung von

Schüler, die der Hitlerfugend ober der SA. an- gehören, dürfen deren Uniformen und A b - zeichen in der Schule und bei SchulVeranstal­tungen tragen, außer ihnen nur die Schulgruppen de» Vereins für da» Deutschtum *n Ausland und die Sparljugend. Das Tragen sonstiger Abzeichen und Uniformen namentlich von vekenntnismaßig abgegrenzten Jugendbünden in der Schule und bet Schulveranstaltungen ist verboten. Da» deutsche Turn- und Sportabzeichen sowie eingeführte Klas- fenrnützen sind zugelassen

Lehrer und Schüler erweisen einander innerhalb und außerhalb der Schule den deutschen Gruß (Hitlergruß). Den nichtarischen Schülern ist es freigeskellt. ob sie den deutschen Gruß erweisen

. erbtnbung durch

Berlin, bie Verlängerung der Iägerstraße. Der Reichsbankneubau schafft dafür auf der einen Seite die Vorbedingungen. Der Frage der Durchführung durch die Minislergar- t e n wird später nähergetreten werden müssen.

Die finanziellen Verhältnisse sind nach wie vor abhängig von der weiteren Gestaltung de» Arbeitslosenproblems. Die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen ist ja um 80 000 zurück- gegangen, die wirtschaftliche Belebung bat sich in den Steuereingängen gut ausgewirkt und das kom- munale Umschuldungsaesetz hat uns eine gewisse Entlastung gebracht Der Kämmerer glaubt, daß

9er ReichsprWeni an die Kriegsgefangenen

.. ost die tapfersten und bravsten Soldaten, die bis zum Schluß in vorderster Linie ausgehaiten habend

. P a r i s. 20. Dez. (TU.) Die Pariser Polizei hat jetzt die Namen der oerhasteten Mitglieder der internationalen Spionageorganifation bekanntge- geben. Die Verhafteten sind Rumänen, Rus­sen. Südslawen und Franzosen, sowie ein Ehepaar Berkuwitsch, die naturalisierte K a n a hier sind. Sämtliche verhafteten hatten größere Geldbeträge bei sich. Bei einer französischen Lehrerin, die sich ebenfalls unter den üerljaftcten befindet, wurden zwei Rundfunk- e m p fangcr und ein Geheimsender ge- fanden. Unter den verhafteten befindet sich ferner ein französischer Professor, der als Uebersetzer r. SA01 ^r^gbmarineministerium ange« Iteüt mar Man hat bisher festgestellt, daß einige i<r ^c^en häufig Reisen nach Finn- h°,n >.unternommen haben. Man vermutet daher, atz die ganze Angelegenheit im Zusammenhang Ir.r.t flr^en öP<onageangelegcnbeit steht, die S Finnland aufgebeeft wurde. Seinerzeit zwei finnländische Kriminalbeamte nach

L ld)».b^9,b^n roeil wan vermutete, daß die von ausgedeckte Spionageorganisation eine Zweig- ,ttUt ,n Frankreich hätte. Die Verhaftungen er-

Berlin, 20.De). (VdZ.) Reichspräsident von Hindenburg empfing anlagllch der lojah- rigen Wiederkehr der Gründung des Volksbun - des zum Schutze der deutschen Krieg»- und Zioilgefangenen die Gründer des Volksbundes und die Bundesfuhrer der aus dem volksbund hervorgegangenen Reichsoereini- gung ehemaliger Kriegsgefangener. Rittmeister Freiherr von L e r s n e r-Pots- dorn berichtete dem Reichspräsidenten über Den Kampf um die Befreiung der Kriegsgefangenen sowie über den bisherigen Weg und die Gegen- wartsaufgaben der Reichsvereinigung.

Reichspräsident von Hindenburg er­härte, daß er wohl wisse, daß die Kriegsgefange- nen oft die tapfersten und braoften Soldaten gewesen seien, die b i s z u m Schlug in vorder st er Linie ausgehalten hatten. Der Fcldmarschall erzählte dabei von einem Front- erlebnis, bei dem der Kaiser gefangenen eng­lischen Offizieren gegenüber dieselbe Auffas­sung betont und ihnen seine Achtung ausge­sprochen habe. Zum Schluß nahm der Reichsorasi- dent das Ireugelübbe der ehemaligen Kriegsgefange- nen entgegen und ermächtigte Herrn von Lersner, auch in seinem Namen einen Kranz für die in Gefangenschaft verstorbenen 165 000 Kameraden am Ehrenmal Unter den Linden nieder- zulegen. , .

Die Führer der Reichsvereinigung nahmen bann den Gründungstag zum Anlaß, um fuh vor Zei- tungsoertretern über ihre Aufgaben und Ziele zu

folgten zum Teil in letzter Minute. Die verhaftete Lehrerin halte bereits ihre Koffer g e packt und war im Begriff, Frankreich zu ver­lassen. Zwei Russen, deren Namen bekannt sind, ift es noch rechtzeitig gelungen, die französische Grenze $u überschreiten. Man vermutet, daß sie die Leiter der Organisation waren.

Nach dem .Journal" soll das gesamte mit der Untersuchung zusammenhängende Spionagenetz etwa 50 Personen umfassen, von denen zehn verhaftet worden sind. Diese Gruppe soll nur eine A r t Unterabteilung einer Organisation sein, die in allen Ländern Europas und vielleicht sogar in der ganzen Welt Verästelungen besitze, und deren Hauptzentrale Moskau zu sein scheine. Die er­worbenen Nachrichten seien an verschiedene fremde Mächte weiter verkauft worden. DerPetit Pari- fien will berichten können, baß man bei den Haus- suchungen zahlreiche Dokumente, Funkapparate unb mobernes Photo- und Filmmaterial mit vcrgrohe- rungsapparaten usw. entdeckt habe. Ein sranzösifcher Polizeikornmissar werde heute mit dem Flugzeug nach Warschau reisen und dort seine Unter­suchungen fortsetzen.

Berlin, 21. Dez. (TU.) In den Tennishallen fand am Mittwochabend der Generalappell des Kreises II der NSDAP, statt. Reichs­minister Dr. Goebbels, der von der Bersamm- hing mit unaeheurem Jubel begrüßt wurde, hielt eine längere Ansprache, in der er u. a. ausführte:

Der Begriff des unbekannten SA.-Mannes ist un­sterblich in die Geschichte der Partei und des Deut­schen Reiches eingegangen und wir, die wir diesen Begriff geprägt haben, haben nicht gedacht, daß er so bald in aller Munde sein werde. Damals waren wir ein kleines verwegenes Häufchen Menschen, die sich gegen bie Kommune durch- setzen mußten. Im Februar 1927 fand die erste Ver­sammlung am Wedding statt. Es war unmöglich, uns mit geistigen Mitteln allein durchzusetzen. Es blieb nichts anderes übrig, als gegen Brachialgewalt ähnliche Mittel anzuwenden. Terror herrschte in ganz Deutschland. W i r waren vogelfrei, Freiwild der Straße. Seitdem hat sich in Deutschland vieles geändert. Wir sind nicht mehr ein kleines ver­wegenes Häufchen, sondern unsere Idee und An­schauung ist Sache des ganzen Volkes ge­worden. Was unsere heutige Zeit von der damaligen unterscheidet, ist, daß der Nationalsozialismus ein aktuelles Problem barstellt, an dem niemand mehr Vorbeigehen kann unb barf. Nicht nur das eigene Volk, sondern die ganze Welt sei überzeugt, daß der Nationalsozialismus die modern ft e Staatsform ist. Es wäre falsch, wenn man nur einer Formation das Verdienst am Ausbau Deutsch­lands zuschreiben würde. Es istdieganze Par­tei, die sich für bie Idee des Nationalsozialismus eingefeht hat unb das Wunderbare an der Bewe­gung ift, daß es für jede Aufgabe einen bestimmten Typ gab, der die dafür nötigen Fähigkeiten haben mußte. Wenn die SA. mann­haft und tapfer die Gewalt der Straße brach, so war der Amtswalter der geistige Bortruppler der Bewegung. Seine Aufgabe war, die Bewegung rein und unverfälscht dem deutschen Volke zu übermitteln. Es ist klar, daß ein autoritärer Staat nicht auf der Gewalt der Bajonette sitzen kann. Das ist auf die Dauer eine schwache Regierungsform, um das Staatsgefüge zu halten und zu tragen. Nur bas Volk s e l b st hat die Kraft, die Ideen des Staates

Man kann und wird jetzt mit größerer Energie an bie großen Aufgaben der Reichshauptstadt heran- gehen. Da ist vor allem bie Sanierung ber Innen st abt in daulichcr und Verkehrs» technischer Hinsicht. Einige Häuserviertel müssen noch erheblich umgestaltet werden, so bie Gegend am Molkenmarkt, Rolandsufer. die Reste des Scheuncnoiertels usw. Dazu kommt im Zusam- menhana mit dem Autostraßenbau die Schaf- fungderOst-Deft-B

Der Relch-führcr de» Nationalsozialisti- schen Deutschen 6tubenbunbe» Dr 6«far Stadel verfügt (autvölkischer Beobachter" «ine Mitgliedersperre beim NSOS1B für die Zeit vom 15. Januar bi» 1. April 1934.

Neue Oienstbezeichnungen in btr NS.-Hago

Berlin. 20 Dez. (TU) ,.NSK " berichtet: Da die Bezeichnung Gau Propaganda-Amtsleitung bzw. ®aupropaganbaamt»lciter ber NS -Hago zu Ver­wechselungen Anlaß gegeben hat. werden, wie bi,- NS -Hago" mitteilt, ob sofort folgende Dienftbr- Zeichnungen eingeführt: Gauamtsleitung fr r NS -Hago, Abteilung Propaganda, Kreisamt

in das Volk selbst wieder zu übertragen und diese Aufgabe hat der kleine unbekannte Amtswalter ge- löst. Es hat sich wieder die Wahrheit erwiesen:Dem Mutigen gehört die Welt". Jetzt, wo dos Jahr zu Ende ist, wo wir mit ruhigem Gewissen vor das Volk treten können, müssen wir daran denken, wie schwierig die Lage vor neun Monaten war. So schwierig sie damals war, wir haben sie ge- meistert, sind ihrer Herr geworden. Ich glaube, bie ganze Welt gibt zu, daß kein System auf einem so festen Fundamenten ruht, wie das Deutschlands. Wir haben nickt nur die Macht, mir werden fie auch behalten. (Großer Beifall.) Wenn ich heute in den französischen Zeitungen lese, daß Breitscheib sogt, Hitler und seine Minister seien mittelmäßige Köpfe, muß ich sagen, wie minder­wertig muß Herr Rudi Breitscheid gewesen sein, wenn er sich hat v o n uns beseitigen lassen. Das sind Orgelklänge nach dem Fest, das sind Redensarten, mit denen niemand mehr imponieren kann. Niemals hätte die Regierung das gekonnt ohne dieses Volk unb umgekehrt. Wir haben schwere Opfer vom Volk verlangt, aber nicht, um unser selbst willen, sondern um Deutschlands willen. Die Regierung ist des Volkes und das Volk ist der Regierung wert gewesen. Sie haben beide getan, was getan werden konnte. Und so treten wir mit voller Zuversicht in das neue Jahr. Es wirb wie­der ein Kampfjahr werden wie alle unsere vergangenen Jahre Kampfjahre waren und es blei­ben werden bis an das Ende unseres Ledens. Wir wollen nicht zerstören, sondern wirwöllen auf­bauen ein neues Deutschland, ja schließlich letzthin ein geistiges neues Europa und keiner kann dabei entbehrt werden. Hinter uns liegt bie Verzweiflung und vor uns liegt der Aufstieg. In absehbarer Zeit wird eine echte, glückvolle Volksgemeinschaft bestehen, und bann gibt es nichts, was uns noch unmöglich ist. Die Partei ist unsere Heimat unb wirb es ewig bleiben. Wenn wir ein Reich, einen Staat und ein Volk daraus geformt haben, werden wir auch die , letzten Aufgaben meistern töifnen, die uns gestellt sind. Aus demvolk finb mir getommen, im Volk werden wir bleiben, denn das Volk ist bie ewige Kraftquelle für eines neuen Rei­ches Zukunft.

zum Relchsocrbanb ber Deutschen Presse für alle Personen, bie nicht zu bie,em Zeitpunkt in die Be­rufsliste eingetragen finb.

Was Das HeUprakükergesetz beflimmen w rd.

Berlin, 20. Dez. (VdZ.) Nach dem bisherigen Recht war in Deutfchlanb jeber befugt, gewerbs­mäßige Heiltätigkeit auszuüben. Welche Folgen sich aus biefer schrankenlosen Kurierfreiheit ergaben, ist allgemein bekannt. Das neue Heilmittelpraktiker­gesetz, das im Entwurf ber Reichsregierung bereits oorliegt, wird mit dem bisherigen Rechtszuftand, daß jeder, auch ohne Vorkenntnisse und ohne per­sönliche und charakterliche Eignung, den verant­wortungsvollen Heilberuf ausuben kann, brechen. Im Einverständnis mit der ärztlichen Führung unb ber ber Heilpraktiker wirb neben bem Arzt eine ganz bestimmte, zahlenmäßig nicht beböutenbe Gruppe von Personen bie Be­fugnis zur Ausübung ber Heiltätigkeit erlangen.

Die Behanblung, Beratung unb Feststellung von Krankheiten beim Menschen wirb den Heilpraktikern nur insoweit gestattet sein, als nicht durch schon be­stehende Gesetze ober durch die geplante Neuregelung bie Behanblung bestimmter Krankheiten allein den in Deutschland behandlungsbe­rechtigten Aerzten vorbehalten bleibt. Hierzu gehört insbesondere bie ReIchsoer - sichern ii gsorbnung, auf bereu ganzem Ge­biet ausschließlich bie approbierten Aerzte tätig sein dürfen Hierzu gehört ferner bie Behanblung von Geschlechtskrankheiten, bie Ausübung ber Geburtshilfe unb ber Chirurgie so­wie bie Verschreibung ober Anwenbung ft a r t wirkender Gifte ober stark wirken­der Arzneimittel.

Die Anerkennung der Heilpraktiker wird an wich- tige Voraussetzungen geknüpft sein. Die Befähi­gung für den Beruf muß vor einer Prüfungs­kommission unter Beweis gestellt werben. Die Ausübung der Heiltätigkeit im Umher- Ziehen wird auch für die Heilpraktiker ver­boten. Hauptberufliche Tätigkeit mit festem Wohn- und Proxissih ist Vorschrift, jede st andes unwürdige Werbung verboten. Wer gegen die Bestimmungen des Gesekes ver­stößt ober bie Heiltätigkeit au'üibt, ohne Arzt ober Heilpraktiker zu fein, wirb mit Gefängnis bis zu drei Jahren ober Geldstrafe ober beiben Strafen bedroht. Die Verabschiedung des Gesetzes durch die Reichsregierung ift in kürzester Zeit zu erwarten. Nur noch Parte.genossen können Mit­

glieder der Unterorganisationen der N *DAV. sein.

Berlin, 20. Dez. ((DIB ) Wie die NSK meldet, M der Stabsleiter ber PO. Dr. Ley in einem Runbschreiben an bie Amt»- unb Abteilungsleiter ber Obersten Leitung ber PO. mitgeteilt, baß i n Zukunft Mitglieder ber llnterorga- nilationen ber Partei grunbsätzlich Parteigenossen sein müssen. Die lediglich fymvatifierenben Mitglieder dieser Unter- Organisationen müssen in bie gleichges chal- teten Verbände wie Deuhdie Arbeitsfront Reichsbund Deutscher Beamten. NSKVV ulro. über-' führt werden Bei der NS BO, NS Lehrerbund N^D.-Aerztebund, Amt für Beamte, Amt für Kolo' nialpolitif, NS.-Hago, Amt für Kriegsopferoersor- qung, NS.-volkswohlsahrt EV., Abteilung NS -/-eil- Praktiker muh mit dieser Ueberf üfrrung sofort begonnen werden.

cs gelingen wird, das laufende Defizit von 140 Mill, unter 100 Millionen herunterzu­drücken.

Die 61 a b t r ä t e sind sozusagen kleine kom­munale Fachministcr de» Oberbürgermeister». Der Oberbürgermeister ist verantwortlich unb hat ben Dezernenten eine gewisse Vollmacht eingeräumt, bei ber er ihnen bie Richtlinien angibt unb in Zweifelsfällen entscheidet. Bei den großen Fragen holt er vorher bas Einverständnis der Staatskom­missare ein. von ben Stabträten zu unterscheiben ift ber (Berne inberat, ber sich aus Vertretern der Bürgerschaft zusammensetzt. Er steht den Jachrefe- renten unb bem Oberbürgermeister beratenb zur Seite unb wird von biesem angehört, ohne daß er selbst Beschlüsse fassen kann. Der Gerneinberot wird ernannt vom Ministerpräsidenten.

Hirisiefers Wochenendhaus.

Der ehemalige Preußische Wohlfahrts- Minister vor Gericht.

Bochum, 20. Dez. ((DIB.) Unter starker Anteil- nähme von Zuhörern und Presse begann vor ber Großen Strafkammer des Landgerichts Bochum der Prozeß gegen ben früheren preußischen Wohlfahrts- Minister Hirtsief er. Angeklagt sind ferner der Geschäftsführer Karl Mock (Berlin-Johaiinisthal), Architekt Franz Bergmann (Bochum», Geschäfts­führer Konrad Becker (Bochum). Gegen Mock lautet die Anklage auf handelsrechtliche Untreue, gegen Bergmann, Becker und Hirtfiefer auf Bei­hilfe zur handelsrechtlichen Untreue, gegen Hirtfiefer außerdem noch in Tateinheit mit einfacher passiver Bestechung. Mock veranlaßte den Bau eines Wochenendhauses für Hirtfiefer auf einem Grundstück in Essen-Heissingen und bürdete d i e ft oft en dafür ber Abteilung We st deutscher Heimbau auf, deren Leiter Bergmann war. Rund 10 000 Mark wurden einfach irgendwel­chen Baurechnungen zugeschlaaen, fo bah ein eigenes Konto Hirtfiefer nicht entstanb. Hirtsiefer erklärte zu seiner Bcrteibigung, er habe beabsichtigt, bie Sache nach der Errichtung de» Baues in Ordnung zu bringen. Durch bie politisch» Entwicklung unb infolge seiner inzwischen eingelre» tenen Notlage sei er aber nicht mehr dazu ge­kommen.

Für ben Erwerb des Grunbstücks in Essen-Heisin» gen ist ber Kaufpreis bisher nicht befahlt, auch sonst zahlte Hirtsiefer nur zögernd die Zinsen Auch bie Hanbwerker-Rechnungen für den Bau wurden sehr zögernd beglichen. Als der Vorsitzende bann näher auf bie Vorfinanzierung des Bauprojekte» eingeht, bemerkt Hirtsiefer. als aus seine hohen Einnahmen hingewiesen wurde, kein Minister sei in seinem Amte reich geworden, von den großen Verpflichtungen de» Minister» spreche niemand. Er habe zwei Wohnungen in Berlin und Essen unter­halten müssen, bas Studium seiner drei Söhne er­forderte große Kosten, da bliebe von dem Geholt nicht viel übrig. An der Gründung ber Heimdou unb ber Genovou fei er roeber beteiligt gewesen, noch habe er Aktien dieser Gesellschaften besessen. Öhre Gründung sei ihm erwünscht gewesen, schon allein wegen des großen Einflusses der Freien Ge­werkschaften bei bem Bezug der Hauszinssteuerr mittel. Tausende von Bittbriefen feien bei ihm per* sönlich eingelaufen von Leuten, die mit Mitteln für ben Kleinwohnungsbau bedacht werden sollten. Darunter hätten sich auch solche der Heimbaugesell­schaft befunden.

Aus Befragen de» Vorsitzenden an den Ange« klagten Bergmann, ob er den Eindruck hatte, daß Hirtsiefer bas Wochenenbhaus geschenkt bekom­men sollte, erklärte dieser, er habe Bedenken be­kommen bei der Umlegung der Baukosten Des Hirt» sieferschen Wockenendhauses auf Gelsenkirchen Diese seien aber wieder zerstreut worden, al» der Mini­ster die Höhe ber Baukosten beanstandet habe.

Ooktordipiome für nichtarische Medizin-Studierende.

Berlin, 20. De). ((DIB) vorn Rektor der Universität Berlin wird folgende» bekannt­gegeben:Das preußische Ministerium für Wissen- schast, Kunst unb Volksbildung hat mitgeteilt, daß nichtarische Medizinstudierende mit (Erteilung ber Approbation nicht rechnen können. Da das medizinische und zahnmedizinische D öf­ter b i p I o m nach den bevorstehenden Vorschrif­ten nur Reichsauslönbern ohne Rücksicht darauf, ob und wann sie die deutsche Appro­bation als Arzt (Zahnarzt) erhielten, ausgehän- bigt wird, bleibt reichsdeutschen nIchtari - schen ftanbibaten, bie ba» Doktordiplom vor Erlangung ber deutschen Approbation als Arzt (Zahnarzt) haben wollen, nur übrig, auf bie beutsche Reichsange Hörigkeit z u ver­zichten unb ihre Entlassung aus der Staat»

Berlin, 20. Dez. (WTB.) Die Durchfüh- rungsoerorbnung zum Schri tleitergefeß vom 19. Dezember 1933 ist soeben verös enllicht worden. Sie bestimmt u. Gi, baß ba» Schri tleitergesetz a m 1. Januar 1 934 In Kraft tritt. Wer nach dem 31. Dezember 1933 den Schriftleiterberuf aus- üben will, muh, wenn er es nicht schon getan hat, unverzüglich bei bem für ihn zuständigen Landes­verband des Reichsoerbandes der Deutschen Presse einen Antrag auf Eintragung in die Berufsliste stellen. Unter bem Begriff ber Schriftleiterarbeiten fällt jebe unmittelbare ober mittelbare Tertgestaltung durch Wort, Nachricht ober Bilb, nicht aber die Tätigkeit für ben An­zeigenteil einer Zeitung ober einer politischen Zeit­schrift. Wer seine Tätigkeit bei einer Zeitung ober Zeitschrift ausübt, bie in amtlichem, auch kirchenamtlichem Auftrag herausgegeben wird, gilt nicht als Schriftleiter. Das gilt in gleicher Weife für evangelische unb katholische Zeit­schristen. Für bie an solchen Zeitschriften tätigen Personen besteht also keine Anmeldepflicht nach bem Schriftleitergesetz. Die Eignung zum Schrift- leiterberuf im Sinne bes § 5 Nr. 7 des Gesetzes besitzen solche Personen nicht, bie sich in ihrer be­ruflichen ober politischen Betätigung als Schüb­linge an Staat und Volk erwiesen haben. Mit bem Inkrafttreten bes Gesetzes erlischt die Mitgliedschaft

bim* <?r?er 9lo '^a90' Abteilung Propaganda OtS ftannSS/n PPe^'amt9l<i,Un0 der aanbomGrt» 21blf'lu"9 Propaganda. Die Propa. ben ®au'' Kreis- bzw. Ortsgruppen- kW1 b?r NS -Hago führen bementfpre- d^enb ab sofort den TitelAbteilungsleiter K)(WPulm.Qnba in btr Tauamtsleitung ber NS.- ye^üau^9lnnn^a0OQtD<it,r ""teilt, dürften feit her ä m ?l i j °Om k5 vez. 1933, nach ber

^e7k» ^ebsindaber de» H?nb-

' ritt .ur tt »undGewerbe» ihren E i n- -len berb< den Dienst- ° v,8° zu erklären hatten, 100 000

äußern. Zus ben Darlegungen des Freiherrn von ßersner ergab sich der harte Kampf, ber bei Waffenstillstanbsfckluß notwendig war, um zu oer- hindern, daß bie damals noch in framosischer Ge- iangenichaft befindlichen 400 000 deutschen Front­soldaten in Frankreich zurückgehalten und a l s Fronarbeiter beim Wiederaufbau der Kriegsgebiete verwendet wurden. Frei­herr von Lersner gedachte auch der segensvollen Wirkung der Schwedin Elsa Brand ström für die gleichfalls etwa 400 000 deutschen ftriegsgefan- genen in Rußland.

Der geschäftsführende Bundesoorsitzende Dr. G i - o e n s wies darauf hin, daß die Reichsoereinigung eine Millionenorganisation ist. Sie pflege nicht nur das Vermächtnis der in der Gefangenschaft ge­worbenen 165 000 Kameraden, sondern schaffe auch Aufklärung über die Frage ber Kriegsgefangen­schaft, betreibe bie historische Forschung auf biesem Gebiete, fördere bas Kriegsgefange­ne n r e d) t und fei vor allem geeignet, bie Be­ziehungen zu ben auslänbischen Frontkämpfern im Interesse ber deutschen Volksgemeinschaft zu pfle­gen. Es feien gerade englische Kriegsgefangene gewesen, die als erste mitten in den Haßstimmen ber Greuellüge bie Persönlichkeit Adolf Hitlers im Ausland anerkannt hätten. Dr. Gi­vens verwies noch auf bas umfangreiche Arckiv» material ber Rcichsvereinigunq als Quelle für bas Frontsolbatentum unb seinen über Haßinstinkte hin- | weg sich durchsetzenden Willen zum Frieden.