Ausgabe 
21.12.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 299 Erstes Blatt

185. Zahrgang

Donnerstag, 2t. Dezember 1933

Eriche»»» »agllch, auße Sonntags und Feiertag» Beilagen, Dte Illustriert« Gießener Familienblättet Heimat im Bild Die Scholl» Monair-Vezugrprels:

Mit 4 'Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr , -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. üernfprechanschlUste unter Sammelnummer 2251. Anschrift sür Drahtnach. richten Lnzeiger Gießen poftschecklonlo:

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GietzenerAiMiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühl'sche Universttülr-Vuch- und Stetndruckerei k. Lange in Stehen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7.

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Thefredakteur

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Gruft Blumschein und für den An» zeigenteil i. D. TH.Kümmel sämtlich in Gießen.

Das deutsch-französische Gespräch bleibt in Fluß.

Das Ergebnis der bisherigen Unterhaltungen des Reichskanzlers mit dem Botschafier Francois-Poncet fchristlich niedergelegt.

Paris, 20. Dez. (TU.) Der erste Botschaftsrat der französischen Botschaft in Berlin, A r n a l, ist am Dienstag in Paris eingetroffen und hat sich sofort zum Quai d'Orsay begeben, um eine aus­führliche Darstellung der beiden Unterredungen des französischen Botschafters mit dem Reichskanzler Adolf Hitler zu überprüfen. In französischen diplo­matischen Kreisen bemerkt man hierzu, daß die bis­her in den französisch-deutschen Unterredungen be­obachtete Prozedur sehrelastisch" geblie­ben sei und das in Zukunft auch bleiben werde. Die französische Regierung werde nicht durch eine diplomatische Rote auf das dem Außenminister über­reichte Schriftstück antworten, da es sich ja nicht um eine Note handele. Paul-Boncour werde den Bericht lediglich zur Kenntnis nehmen und dann dem Bot­schafter entsprechende Richtlinien für weitere mündliche Verhandlun- ae n erteilen. Der Außenminister werde sich dieses Berichtes bei seinen Verhandlungen mit Sir John Simon bedienen, da er sich nunmehr auf eine authenische Darstellung der deutschen For­derungen stützen könne.

DasEcho de Paris" behauptet, daß die in dem fraglichen Schriftstück enthaltenen deutschenFor- derungen in vier Punkte zusammengefaßt sind:

1. Sofortige Rückgliederung des Saargebiefs ohne Bo 11 s a b ft im­mun g. Als Gegenleistung ist die deutsche Regierung damit einverstanden, daß die fran­zösische Regierung die Saargruben b« s zum Jahre 1 935 benutzt, dem Jahre, in dem lauf Versailler Vertrag die Volks­abstimmung hätte stattfinden müssen. Ls fei nicht gesagt, daß im Jahre 1935 die deutsche Regierung bereit sein würde, die Gruben von der französischen Regierung w i e d e r z u k a u f e n, wie das im Versailler Vertrag vorgesehen würde, falls die Volks­abstimmung zu einer Rückgliederung des Saargebiets an Deutschland ausfaüen würde.

2. Die Erhöhung der Effektiven der Reichswehr bis zu 3 0 0 0 0 0 Mann und Festsetzung der e i n j ä h r i g e n D i e n st- z e i t. Die deutsche Regierung fordere außer­dem Defensivwaffen im Sinne der Genfer Bezeichnungen, und zwar ohne Ein­schränkung.

3. Die deutsche Regierung sei bereit, den deut­schen Rüstungsstand einer internatio­nalen Kontrolle zu unterwerfen auf gleicher Grundlage mit den an­beten Ländern. Diese Kontrolle werde sich vor allem auf die militärischen verbände erstrecken.

4. Deutschland sei bereit, mit seinen Rachbarn Richtangrifssverträge abzuschließen. Der Auswärtige Ausschuß der Kam­mer trat am Mittwoch unter dem Vorsitz seines Präsidenten H e r r i o t zusammen und nahm zu­nächst einen Bericht des Generalsekretärs des Völ­kerbundes, A v e n o 1, über seine Besprechungen in Rom und London entgegen. Der Vorsitzende des Ausschusses teilte sodann den Mitgliedern den wesentlichen Inhalt seiner Besprechungen mit dem Außenminister über den Stand der deutsch-franzö­sischen Unterredungen mit. Der radikalsozialistische Abgeordneten Vienot wies daraus hin, daß die Annahme der deutschen Forderungen zu einer all­gemeinen Ausrüstung und damit zu dem Zu­stand desbewaffneten Friedens" führen würde. Frankreich stehe vor einem schweren Dilemma und habe zwischen der Aufrüstung und der Völkerbundspolitik zu wählen. Frankreich habe aber die Pflicht, die Initiative für diese Völker­bundspolitik zu ergreifen. Der Auswärtige Aus­schuß beschloß, Herriot zu beauftragen, sich noch einmal mit dem Außenminister in Verbindung zu setzen, damit dieser noch vor den Kammer­ferien vor der Kammer eine Erklärung über die Absichten der Regierung in der Frage der deutschen Gleichberechtigungsforderungen abgibt

Echo her PreOe

Paris, 21. Dez. (WTB. Funkspruch) Mit den diplomatischen Voroer' ndlungen über die Abrü- ftungsfrage beschäftigt sich ein großer Teil der Presse.Oeuvre" erklärt, die französische Regierung bleibe dem Grundsätze der Abrüstung im Gegensatz zur Aufrüstung treu. Die französische Regierung wolle zu dem Abrüst ungskonyentions- entwurf vom 2 3. September zurück­kommen, der bisher niemals ungekürzt veröffent­licht worden sei und der auf die englisch-französisch- italienisch amerikanische Fühlungnahme in Paris zurückgehe. Danach sollte Deutschland alle seine po­litischen Truppen (?) auflösen und die Gleichberech- tiguhg erst nach einer Bewährungszeit von acht Jahren erhalten können. Vielleicht werde Frankreich jetzt hinsichtlich der L u f t f a h r t und möglicherweise auch in anderen Fragen Deutschland einige Er­leichterungen bewilligen, wenn dieses sich mit den grundsätzlichen Bedingungen des französischen Entwurfes einverstanden erkläre. Zum Schluß wird erklärt, ein Kompromiß werde vielleicht gesunden werden können, aber nicht sehr bald.

ImAmi du P e u p l e" setzt sich Francois Coty für die Parolemit dem Hitler-Deutsch­land gegen den Kommunismus" ein und schreibt: Ein französisch-sowjetrussisches Bündnis würde Frankreich vor allen Völkern schänden. Zwei mächtige Nationen, Deutschland in Europa und Japan in Asien, zeigen deutlich genug, daß sie sich für die ehrenvolle Sache entschieden haben, b i s zum letzten Mann für die Zivilisation kämpfen zu wollen. Das Deutschland Hitlers und Japan sind gegenwärtig die Schutzwälle all dessen, was die Würde des Menschenlebens aus­macht. Frankreichs Platz ist an ihrer Seite; Frankreich muß ihn sofort beziehen.

Deitmer preffesbmmen.

Berlin, 21. Dez. (CNB.) Eine Anzahl Morgen­blätter beschäftigt sich mit den Kombinationen, die in Frankreich an die Reise des Botschaftsrates Ar- nal nach Paris geknüpft worden sind.

DerVölkische Beobachter" hebt hervor, daß Arnal keinen neuen deutschen Vor­schlag mitgenommen hat. Es handelt sich vielmehr um eine sogenannte Punktation, in der die Grundzüge enthalten seien, die in den mündlichen diplomatischen Verhandlungen angeschnitten seien. Die Reichsregierung habe sich bekanntlich in diesen Verhandlungen niemals gebunden, da der deutsche Standpunkt sich nur darnach richten werde, w i e weit d i e V e r t r a g s m ä ch t e ihrer 21 b = rüstungsverpflichtung nachkommen. Es sei natürlich aussichtslos, zu erwarten, daß sich Deutschland wieder an der Konferenz und an den Arbeiten des Völkerbundes beteilige. Eine interna­tionale Besprechung könne überhaupt erst dann wie­der in Frage kommen, wenn sich aus den diploma­tischen Verhandlungen eine Verwirklichung der Gleichberechtigung Deutschlands in allen Punkten ergeben habe. Selbstverständlich komme eine Verkleinerung der SA. nicht in Frage. Wie das Blatt zu wissen glaubt, sei sie auch nicht angeregt worden, wie überhaupt keine

London, 21. Dez. (WTB.) Im Unterhaus er­klärte Ministerpräsident Macdonald gestern, daß keiner der englischen Minister die Absicht habe, während der Parlamentsferien in den euro­päischen Hauptstädten amtliche Besuche abzu- statten, um die Abrüstungsfrage zu erörtern. Da indessen der Außenminister seine Weihnachts- ferien in Italien zu verleben gedenke, sei es möglich, daß er die Gelegenheit wahrnehme und in den Hauptstädten, über die sein Weg ihn führe, Mitglieder der Regierung auf­suche. Simon wird heute im Unterhaus eine Er­klärung über die Frage der Abrüstung und des Völkerbundes abgeben. Anschließend fährt er am Nachmittag nach Paris, wo er bis Samstag Gast des englischen Botschafters Lord Tyrrell sein wird. Äußer mit Paul-Boncour wird Simon auch mit anderen französischen Kabinetts­ministern Zusammentreffen. Am Samstag fährt er in Begleitung seiner Gemahlin nach Capri, um dort die Weihnachtsfeiertage zu verbringen. A u f der Rückreise von Capri wird er in der nächsten Woche eine Zusammenkunft mit Mussolini haben.Daily Telegraph" meint, die Entscheidung darüber, ob Simon auch Ber­lin besuchen werde, dürfte sich aus dem Ver­laufe seiner Besprechungen mit Mussolini ergeben. Morning Post" führt aus, Sir John Simon werde bei seinen Besprechungen in Paris und Rom einen Weg ausfindig zu machen wissen, um einen end­gültigen Zusammenbruch der Abrü­stungskonferenz bei Wiederzusammentritt des Büros am 21. Januar zu verhindern.

*

Zur Reise Sir Simons nach Paris schreibt der Londoner Korrespondent desMat in": In gut unterrichteten Kreisen habe man erklärt, Sir John Simon begebe sich ohne formelle Anwei­sungen nach Paris, denn das englische Kabinett habe sich noch nicht über den genauen Wert der deutschen Vorschläge ausgesprochen, soweit sie eine Grundlage für eine Wiederaufnahme der Genfer Debatte zwecks Abschluß eines Abrüstungsabkom- mens barftellen. Man versichere, daß die Reise Sir John Simons vorläufig bezwecke, den fran­zösischen und italienischen Stand­punkt mit dem Eindruck zu vergleichen, den die englischen Minister von der deutschen Ini­tiative gewonnen hätten.

DasEcho de Paris" ist aud) gegenüber Eng- | land mißtrauisch. Das Blatt meint, Simon werde

Titulescu reist noch Paris.

Bukarest, 20. Dez. (WTB.) Außenminister Titulescu hat eine Einladung des franzö­sischen Außenministers Paul-Bon- cour erhalten, sich anschließend an die Bespre­chung mit Dr. Benesch nach Paris zu begeben. Paul-Boncour wird in Erwiderung des Besuches iitulescus im Januar nach Bukarest kommen. Im Januar wird weiter auch der Besuch des pol­nischen Außenministers B e cf in Bukarest erwartet. Auch dieser Besuch erfolgt im Rahmen der Bespre­chungen Frankreichs mit feinen Alliierten über die Gestaltung der Lage in Mittel- und Südosteuropa.

Kein neuer deutscher Vorschlag.

Ohne Gleichberechtigung wird Deutschland auch in Zukunst an keiner internationalen Konferenz teilnehmen.

Simons Weihnachtsreise.

Wird der britische Außenminister auch nach Berlin kommen?

ultimativen Forderungen gestellt worden seien.

Die D A Z. sagt, es sei jetzt Frankreichs und Englands Sache, sich zu den deutschen Auffassungen zu äußern. Das Bestreben der an­deren Mächte, trotz des nahenden Festes den Faden nicht abreißen zu lassen, sei einmal aus parlamen­tarischen Gründen erklärlich; außerdem rücke der 20. Januar in Sichtweite, an dem die Abrüstungs­konferenz wieder zusammentreten solle.

Die Vossische Zeitung führt u. a. aus: Deutschland hat klar zum Ausdruck gebracht, daß jede Lösung, die nicht die Gleichberechtigungsforde­rung ehrenhaft zu erfüllen vermag, abgelebt werde, und daß zudem der Genfer Völkerbund am 14. Oktober ein für allemal verlassen wor­den sei. Der Reichskanzler hat in seinen viel beach­teten Gesprächen mit den Botschaftern Frankreichs und Englands bargelegt, in welchen Anhaltspunk­ten die Vorbedingungen einer für ihn und Deutschland annehmbaren internationalen Verein­barung über die Abrüstungsfrage zu suchen seien. Der Sinn der Erklärungen des Reichskanzlers konnte nicht darin lieaen, eine ultimative Liste deut- cher Ansprüche ein für allemal zu diktieren. Da- ür sind die technischen Einzelheiten der Abrüstungs- rage zu kompliziert, und dadurch hätten ja auch )ie Verhandlungen, die der Reichskanzler angeregt hat, keinen Zweck mehr.

Frankreich den Rat geben, den friedlichen Versprechungen Deutschlands zu ver­trauen und auf weitere militärische Vorbereitungsmaßnahmen zu ver­zichten. Leider fei Sir John Simon nicht ermäch­tigt, für den auten Ausgang des Unternehmens zu garantieren. Laufe das Unternehmen schlecht aus, bann werbe England Frankreich keinerlei Beistand leisten. Wenn Hitler morgen neue Ansprüche gel­tend mache, so habe Frankreich nicht einmal die Ge­wißheit, daß England sie nicht stützen werde.

Isothermere fordert mehr Kriegsfluazeuge für England.

London, 20. Dez. (TU.) Die Propaganda für die englische ßuftaufrüftung wird in einem großen Artikel Lord R o t h e r rn e r e s in derDaily Mail" fortgesetzt. Der Artrikel geht darauf hinaus, baß sich Englanb nicht mehr aus feine Kriegs­flotte verlassen könne, fonbern daß in einem künftigen Kriege bas Flugzeug die ausschlag­gebende Rolle spielen wird. Die Tage der Kriegs­schiffe seien vorüber, die hätten den Tagen der Kriegsflugzeuge Platz gemacht. Der Mangel Englands an Kriegsflugzeugen bringt England in eine tödliche Gefahr. Wenn es jetzt zu einem Kriege käme, würde England, das als Luftmacht nur an fünfter Stelle stehe, als Verbündeter wertlos und als Gegner unbedeutend fein.

Die Schlichtung von Streitfragen zwischen Hausfrau und Hausgehilfin.

Berlin, 20. Dez. (VdZ.) In einem Rundschrei­ben der Fachschaft Hausarbeit im Deut­schen Heimarbeiter- und Hausgehil- sen-Verband wird darauf hingewiesen, daß bei Nachprüfung der Ursachen von Streitfällen zwi­schen der Hausfrau und der Hausgehilfin dies nicht einseitig geschehen soll, sondern unter Hin­zuziehung einer Vertreterin des ört­lichen Hausfrauen - Vereins, der dem Reichsverband deutscher Hausfrauenvereine ange- schlossen ist. Als Beauftragter des Deutschen Heim- arbeitet» und Hausgehilfen-Verbands soll in sol­chen Fällen eine Persönlichkeit entsandt werden, die befähigt ist, die Situation zu übersehen und den Streitfall sachlich zu schlichten.

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Reichssiihrer der SS. Himmler Kommandeur der politischen Polizei Hessens.

WSN. D a r rn st a d t, 20. Dez. Wie das S t a a t s - Presseamt mitteilt, hat der Herr Reichsstatthalter in Hessen Sprenger auf Antrag der hessischen Regierung gestern denReichsfüyrerder SS. Himmler zum Kommandeur der Poli­tischen Polizei Hessens ernannt.

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Der neue Kommandeur der Politischen Polizei in Hessen nimmt feit langem als Reichsführer der SS. eine hervorragende Stellung in der national­sozialistischen Bewegung ein, zu deren ältesten Kämp­fern er gehört. Heinrich Himmler wurde am 7. Ok­tober 1900 in München geboren. Nach dem Besuch der Gymnasien in München und Landshut trat er 1917 als Fahnenjunker in das 11. Bayer. Jnf.-Regt. ein und nahm im Verband des Regiments am Weltkrieg teil. Die 2lbrüftungsbeftimmungen des Versailler Diktats zwangen Himmler im Jahre 1919, den Offizierberuf auszugeben. Er wandte sich nun dem Studium der Landwirtschaft an der Technischen Hochschule in München zu und war 1922 23 Assi­stent bei der Stickstoffland G. m. b. H. in Schleißheim. 1924 studierte er noch Volkswirtschaft an der Univer­sität München, seit 1928 ist er Besitzer einer Geflü­gelwirtschaft in Waldruderring In der NSDAP, wurde er Reichsführer der Schutzstaffeln und als solcher bereits in den ersten Tagen der national­sozialistischen Revolution von General von Epp zum Polizeipräsidenten von München und später zum politischen Polizeikommissar für bas Land Bayern ernannt. Inzwischen sind ihm auch von den meisten übrigen Ländern die Befugnisse eines Kommandeurs der Politischen Polizei übertragen worden.

4000 Ki ometer Reichsauto- bahnen für denDaufreigegeben

Berlin, 20. Dez. (TU.) Auf Grund der von der Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobah­nen" eingereichten Entwürfe hat der Generalinspek­tor für bas deutsche Straßenwesen, Dr.-Jng. Fritz Todt, in den letzten Wochen drei weitere Strecken zur Einzelbearbeitung freigegeben: Stutt- ga r t Ulm 85 Km, Dresden Chemnitz Meerane 105 km and Breslau Liegnitz 70 km. Die GesellschaftReichsautobahnen" wird bereits in den nächsten Tagen die Bauleitungen für die neuen Abschnitte einsetzen. Damit sind nunmehr nachfolgende 1000 km in Bau bzw. in Bauvor­

bereitung: km

Frankfurt a. M.MannheimHeidelberg 100

MünchenReichenhall 120

ElbingKönigsberg 110

^Berlin.(Stettin 120

KölnDüsseldorfDuisburgDortmund 120

BremenHamburgLübeck 160

StuttgartUlm 85

DresdenChemnitzMeerane 105

BreslauLiegnitz 70

Auf der Strecke Frankfurt a. M. Mann-

beim find bie gesamten Bauarbeiten vergeben ober ausgeschrieben. In der Strecke München Reichenha11 ist vorerst für 12 km der Bauauftrag erteilt. Die Vergebung der großen Brücken über die Mangfall und den Inn steht bevor. Am Dienstag fand bei Elbing die Bau­eröffnung für den Abschnitt Elbing - n i g s b e r g statt. Anfang Januar werden d i e Sauarbeiten eröffnet auf den Strecken.- BerlinStettin, KölnDuisburgDortmund, Bre­menHamburgLübeck.

Leitgedanken zur Schulordnung.

Eine Anweisung des Reichsinnenminifters

Berlin, 20. Dez. (TU.) Der Reichsmini­st e r d e s I n n e r n hat die auf der elften Tagung des Ausschusses für die Unterrichtswesen beratenen Leitgedanken zur Schulordnung" als vorbild­liche Richtlinien erklärt und sie den Lan- besregterungen zur Kenntnisnahme übermittelt. In denLeitgedanken zur Schulordnung" heißt es u. a.:

Die oberste Aufgabe der Schule ist die Er- Ziehung der Jugend zum Dienst am Volkstum und Staat im nationalso­zialistischen G e i st. Alles, was diese Erziehung fordert, ist zu pflegen, alles, was sie gefährdet, zu meiden und zu bekämpfen. Die Hitlerjugend ergänzt diese Arbeit durch Stählung des Charak­ters, Förderung der Selbstzucht und körperliche Schulung.

Schule und hitter-Jugend haben in ihren An- fvrüchen an die Jugend auf die Mitwirkung der Litern an der Erziehung und auf die Erhal­tung und pflege des Familien­lebens verständnisvolle Rücksicht zu nehmen, auch sollen sie an ihrem Dienst nur insoweit teilnehmen, als es die Erfüllung ihrer Schul­pflichten gestattet. Jugendliche unter 14 Jahren dürfen aber keinesfalls über 19 Uhr im Winter und 21 Uhr im Sommer, am Sams­tag nicht über 21 bzw. 22 Uhr in Anspruch ge­nommen werden. Zwei Sonntage haben voll,ein dritter halb von Dien st ver- pfichtungen frei z u bleiben., falls das Elternhaus bzw. die Erziehungsberechtigten den Wunsch aussprechen. Schüler über 18 Jahre können ausnahmsweise auch in die SA. eintre- ten; doch sollen sie an ihrem Dienst nur insoweit teilnehmen, als es die Erfüllung ihrer Schul­pflichten gestattet.