Ausgabe 
21.12.1933 Drittes Blatt
 
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(en. So hört keiner der Beteiligten auf die gut- aemeinten Warnungen, die in Pari» und TOiromare sowohl wie in Mexiko selbst wieder und wieder laut werden, um so williger jedoch auf die unwah­ren Darstellungen skrupelloser Politiker und Posten­jäger. Maximilian betritt mexikanischen Boden in einem Augenblick, als die internationale Lage nach Beendigung des nordamerikanischen Bürgerkrieges sich bereits endgültig zu seinen Ungunsten verschoben hat. Die Bereinigten Staaten unierftüfoen mit allen Mitteln die Bemühungen des Indianer-Präsidenten Juarez gegen die europäischen Eindringlinge, wäh­rend zu gleicher Zeit Napoleon, in ständigen Geld- kalamitäten und nach Röniggräti auch in der Sorge vor einer kriegerischen Auseinandersetzung mit Preußen, beginnt, dem Druck der öffentlichen Mei­nung naduuflebcn und sich aus dem mit verbreche­rischer Leichtfertigkeit begonnenen verbrecherischen Abenteuer zurückzuziehen. Traten bis dahin in der Persönlichkeit Maximilians die Schwächen eines weichen und nachgiebigen Charakters besonders her­vor, so wächst nach dem tückischen Berrat Napoleons und dem Abzug der französischen Truppen hic Le- stalt des Hodsburaers in die tragisch-heroische Rolle hinein, die die Geschichte ihm zugewiesen hatte. Mar vis dahin fein Optimismus nur Mangel an Men­schenkenntnis und mangelnde Einsicht in das poli­tische Intrigenspiel, dessen Opfer er werden sollte, so wachst er nun, als er sich mit wenigen ihm treu gebliebenen mexikanischen Generalen fn Ouerclaro von dem f)eer des Juarez eingeschlossen sieht, zu heroischer und opferbereiter Standhaftigkeit. Nach der Uebergade will er sich selber opfern, um seine Anhänger zu retten, aber der nach dem Blute eines gekrönten Hauptes dürstende Indianer hat bereits feinen Tod beschlossen. Alle Interventionen der euro- paisch n Machte prallen ab an dem eisernen Willen des Präsidenten, ein furchtbares Exempel zu sta­tuieren. Die Tragödie Charlottens, die nach dem Scheitern ihres Bittganges zu Kaiser und Papst in Wahnsinn verfallen ist und das grausame Geschick ihres Gstlen nie erfaßt hat, ragt in unsere Tage

hinein. Erst vor wenigen Jahren wurde bte 87iah- rige erlöst, die letzte Zeugin eines der größten und leichtfertigsten politischen Abenteuer, von denen Die Weltgeschichte zu berichten weiß. _

Werner Beumelburg Bucher der Zeitwende. Eine zu verbilligtem Preise neu veröffentlichte Schriftenreihe der im Berlage Ger­hard Stalling, Oldenburg i. O-, bisher erschienenen sechs bedeutendsten Werke de» Dieters. (599 604) __ £ie außergewöhnliche Resonanz, die Beumel- bürg» Bücher gesunden haben, hat den Cerlag ver­anlaßt, seine bisher wichtigsten Werke 'N eine neue, einheitlich ausgestartete Schriftenreihe »Bucher der Zeitwende" zusammenzufasien. «ehr erfreulich ist, daß die Preise der Bande, von denen jeder einzeln käuflich ist, weiter herabgesetzt wurden und jetzt 4A0 Mk bzw 3,75 Mk betragen.Sperr- feuer um Deutschland" ist ein Epos des Krieges. Keine Historie, sondern eine Gestaltung. In dem Buche Deutschland in Ketten wird die Geschichte des vergangenen Jahrzehnts m all ihren Phasen lebendig gestaltet. Das ist die große Darstellung der Nachkriegszeit. Bismarcks Leben und Werk wird inBismarck gründet das Reich" in einer glücklichen Mischung von dichterischer Schau und historischer Präzision dar- gestellt. Der Derfasier bewährt sich als charakter- fester Historiker, der die Stoffmasien souverän be- herrscht und die politische Situation ausgezeichnet klärt. Der große Roman des deutschen Front­soldatenDie Gruppe Bose mülle r" ist ein erschütternder Tatsachenbericht, in dem die grausi­gen Stätten um Verdun zu atembeklemmendem Leben erwachen. Auch seine beiden völlig neube- arbeiteten WerkeDouaumont" undFlan­dern" geben ähnlich wie die Gruppe Bosemüller ein plastisches Bild von dem gigantischen Ringen an den Brennpunkten der Westfront. Diese Bücher vermitteln eine neue heroische Weltanschauung. Sie werden jedem Deutschen eine willkommene Lektüre fein.

Wirtschaft.

frankfurter Börse

Millogsbörse siill, abbröckelnd.

Frankfurt a. M., 20. Dez. Das Herannahen der Feiertage und des Jahreswechsels machte sich in immer größerer Geschästestille bemerkbar. An­gesichts des Mangels an Aufträgen und der fehlen­den Unternehmungslust der Kulisse konnten fkb ble mannigfachen Anregungsmomente aus der Wirt­schaft nicht auswirken.

Die Kursgestaltung war uneinheitlich, sie ging von 4- 2 bis 1 v. H, neigte aber überwiegend !ur Schwäche, zumal die Kulisse teilweise glatt- Icllte. Den Spitzengcwinn wiesen Ilse-Genuß auf, ile als einziges Montanpapier fester lagen. Har- pener tendierten 1,50 v. $)., Gelsenkirchen und Klöck­ner je 0,75 v. H., Mansselder und Rheinstahl bis 0,50 v. H. schwacher. Don Elektrowerten gewannen Akkumulatoren und Felten je 0,25 vH, während Gessürel und Schuckert je 1 v. H., Licht & Kraft 1,25 v. H. und Siemens sogar 2 v. H. einbüßten. IG Farben mußten sich gleichfalls einen Abschlag von etwa 1 v. H. gefallen lassen und gingen später um weitere 0,50 o. H. zurück. Scheideanstalt blieben aut behauptet. Verkehrs- und Schissahrtswerte brök- felfi'n ebenfalls ab, Hapag0,65 o. H.

m Verlaufe hielt die Geschäftsstille unoermin- de»' an, und die Kurse zeigten Neigung zu weite­rem Rückgang. Niedriger zur Notiz kamen u. a. Bemberg (1,50 v. H), AEG. (1 o. H.), Holz- mann ( 1 v. H), ferner verloren Reichsbank 1,75 v. H Andererseits waren Südd. Zucker insgesamt 2 d H fester, auch Conti Gummi waren weiter leicht erhöht. Gegen Schluß der Börse waren IG. Farben bis auf 121,25 nach 119,50 erhöht, ferner zogen Schuckert um 1,25 auf 97 und Licht & Kraft 0,50 d H. an. Am Kasfamarkt waren u. a. Knorr Heilbronn 3 o. H., Hanauer Hofbräu 3 v. H. und Röder Darmstadt 2 o. H. fester, während Bank­aktien meist um 1 bis 1,50 v. H. nachgaben.

Am Rentcnmarkt setzen deutsche Anleihen etwa unverändert ein, gaben indessen im Verlaufe durch­weg nach, späte Reichsschuldbuchforderungen und Altbesitz um je 0,25 o. H., Neubesitz konnten sich später um 10 Pf. erholen. Stahlverein-Bonds gaben nachher 0,75 v. H. nach. Dollarbonds waren über­wiegend fester. Der Pfandbriefmarkt lag bei mini­malen Abweichungen sehr still, auch Staats- und Länderanleihen wiesen nur unbedeutende Verände­rungen auf Don Stadtan'eihen waren 6 v. H. wertbeständig. Frankfurt mit 75 bis 75 etwa 3 o. H fester Auslandsrenten lagen still und wenig ver­ändert Der Geldmarkt war versteift, und der Satz für Tagesgeld wurde um 0,50 v. H. auf 4,25 v. H erhöht.

Abendbörse: still.

Das Geschäst an der Abendbörse kam bei (Eröffnung nur schleppend in Gang und erfuhr auch

später keine nennenswerte Belebung, da von der Kundschaft keine neuen Orders Vorlagen und die Kulisse weiter in ihrer Zurückhaltung verharrte. Nachdem schon im Mittagsoerkehr kleine Erholungen eingetreten waren, .zeigte sich auch heute abend eine nicht unfreundliche Stimmung. Weiteres kleines In­teresse fanden IG. Farben, die 0,65 v. H. gewannen. Im übrigen blieben die Berliner Schlußkurse gut behauptet. Harpener Bergbau notierten gestrichen Geld, die Tare stellte sich auf ca. 78,50 (+ 1,25 v. H.). Der Rentenmarkt hatte ebenfalls nur kleine Umsätze zu verzeichnen. Reichsanleihen und Stahl­vereinsbonds lagen etwas höher, auch Dollarbonds waren etwas fester.

frankfurter Herrcidcbörse.

Frankfurt a. M., 20. Dez. Der letzte Markt vor den Feiertagen lag sehr still und verzeichnete auch preislich keine Veränderung. Lediglich von Futtermitteln zogen Trockenschnitzel um 40 Pf. an. Das Angebot war indessen auf allen Märkten eben­falls klein. Weizen 195 bis 196, Roggen 172,50, Braugerste 180 bis 182, Hafer 145 bis 147,50, Wei­zenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen 28,75 bis 29,65, do. ohne 27,25 bis 28,15, Roggenmehl 0 bis 60proz. 23,50 bis 24, do. südd. Spez. 0 24, Weizen­kleie 11, Weizenfuttermehl 12 bis 12,25, Roggen­kleie 10,85 bis 11, Sojaschrot 15,50 bis 16, Palm- kuchen 15,75 bis 16, Erdnußkuchen 16,55 bis 17, Treber 17,50 bis 17,75, Trockenschnitzel 10 bis 10,15, Heu 6,50 bis 6,70, Weizen- und Roggenstroh braht- gepreßt 2,20 bis 2,30, do. gebündelt 2 bis 2,10 Mk. Tendenz: ruhig.

frankfurter- ScHtachtvrel-m^rkt.

Frankfurt a. M., 21. Dez. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 54 Rinder, 652 Kälber, 165 Schafe, 600 Schweine. Es kosteten: Kälber bis 42 Mark, Schafe bis 28 Mark, Schweine bis 52 Mark. Marktverlauf: bei allen Diehgattun- gen ruhig.

Allgäuer Vutter- und Käsebörse.

Kempten, 20. Dez. Allgäuer Molkereibutter 1. Qualität 125 (Dortag 125), Allgäuer Molkerei- butter 123 (123), Sennbutter 116, Bauernbutter (Landbutter) 86, Rahmeinkauf bei 43 Fetteinheiten ohne Buttermilchrückgabe 123 (123), Allgäuer Weich­käse mit 20 v. H. Fettgehalt: grüne Ware 23 bis 26 (23 bis 26), Marktlage fest. Allgäuer Emmen- thaler mit 45 v. H. Fettgehalt: erste Sorte 70 bis 72 (70 bis 72), zweite Sorte 65 bis 67. Marktlage: ruhig.

m 's r» Tr eh era.

WSN. Friedberg, 20. Dez. Der Auftrieb zum heutigen Schweinemarkt betrug 285 Ferkel. Es mür­ben bezahlt: für 6 Wochen alte Tiere 8 bis 10 Mk., 6 bis 8 Wochen alt? 10 bis 14 Mk., 8 bis 12 Wo­chen alte 14 bis 18 Mk. Der Markt würbe geräumt.

Vaimund Kleinmüller gehören zusammen!

Bauer, Müller unb Bäcker bildeten einmal auf dem flachen Lande eine naturgebunbene Dreieinig- feit Solange Bauer unb Müller unb zuletzt auch ber Ortsbäcker treu zusammenarbeiteten, mit genü­gendem gegenseitigen Verständnis, ging es allen dreien gut, und sie sprachen mit Recht von Den ooldenen Zeilen des ehrsamen Handwerks. Jeder kannte fein Fach und war Meister darin, jeber ließ den anderen leben und hielt ihn für eine unum­gängliche Notwendigkeit zum Nutzen der ganzen Bevölkerung. Ihr Elend ging erst an, als sie sich voneinander trennten.

Zuerst traf es den Rleinmüfler, auch wenn er mitten im besten Getreideerzeugungsgebiete feit Jahrhunderten saß und über eine billige Master- ober Winbkraft verfügte. Wir haben bas langsame, bann immer schneller roerbenbe Sterben ber vielen über bas ganze beutsche Land verteilten, meist rei­te nb gelegenen kleinen Wassermühlen etwa feit dem Sabre 1870 miterlebt, unb waren in tiefster Seele verwundet, wenn wir bald diese, bald jene Wind­mühle aus dem deutschen Landschaftsbilde oer. schwinden sahen, die sich dort seit Generationen luftig im Winde drehte.

Leiber fehlte vielen Bauern und Bäckern bas richtige Verständnis für bas Unrecht, bas im Zuge ber falschen wirlschaftsgrunbgebanken ben Kleinmüllern geschah.

Ja, sie waren vielfach der falschen Meinung, der Kleinmüller habe feine ßebensberethtigung verloren, rocil einige Großmühlen an ganz bestimmten "tei­len des Reiches mehr und weißeres Mehl erzeugen konnten, als diealte Kleinmühle". Erst seitdem auch der Bauer und Bäcker mit in den Strudel des allgemeinen Unterganges hineingezogen wurden, erwachte das Verständnis wieder für den Klein- müllcr. Lasten wir uns dabei nicht täuschen durch gelegentliche abfällige Stimmen über den heutigen ftleinmiiUcr aus Kreisen der Bauern ober der Bäcker- sch ast. Halten wir vielmehr an ber Erfahrung un­serer Vorfahren fest, baß es ohne eine gegenseitige Verständigung zwischen den dreien keinen neuen Wohlstand von Dauer auf dem flachen Lande geben kann.

Die Verhältnisse waren einmal am besten ba, wo zu jeder kleinmühle eine ober mehrere kleine Bauernortschasten gehörten, bie es als felbft- verstänblich empfanden, bah sie ihr Brotgetrdbe zur benachbarten Mühle brachten,

um Mehl für ihre eigene Hausbäckerei ober den Dorfbäcker genau so in Empfang zu nehmen, wie vorzügliche Kleie für ihre Tiere. Cs war auch selbst- oerftänblid), daß der Müller als erfahrener Ge- treibetenner feine Bauern beriet über bie beste Aus- wähl des Brotgetreibes zur Aussaat, und daß er

ihnen bas Saatgetreide reinigte, um so zu einem guten Ernteergebnis fein Teil beizutragen. Keinem Bauern fiel es damals ein, feine Getrcideabfälle selbst zu schroten: dazu war er viel zu gescheit, denn er wußte, bah dazu keine behelfsmäßige Schrot« maschine zweifelhafter Güte und Wirkung genügte, sondern ein richt ger Schrotgang, ber auch heute noch unübertroffen für diese Arbeit ist, und ein Müller erforderlich ist, der sein Werkzeug in richttaem Zu­stand erhält unb schroten gelernt hat, ohne jode Ueberanftrengung von Werkzeug und Mahlgut. Heute, wo unsere Reichsregicrung unb mit ihr bas ganze deutsche Volk sich anschickt, unseren Bauern« ftanb wieder auf eine neue, gesunde Grundlage zu stellen, darf auch ber Bauer in erster Linie nicht oergeffen, daß ber Müller unb der Bäcker wie auch andere Handwerkszweige des flachen Landes unlös­bar mit ihm verbunden sind.

Also gebt auch dem Meinmüller wieder die na­türlichen Voraussetzungen für seinen Wieder­aufbau unb sein Gedeihen.

Aber verlangt von ihm n cht sofort Unmögliches, das ihr selbst in eurem Fache ebenfalls nicht meistern könnt. Sicher ist, daß die meisten der noch oorhan- denen Kleinmühlen sich nicht in bestem Zustand befinden, dazu war die Not ber Kriegs- und Nach« kriegsjahre viel zu groß. Der Staat und die uner­schwingliche Zinsenlast haben selbst die Besten ge­rade ber Kleinen und Kleinsten schwer getroffen unb gelähmt. Wo aber kein Betriebsüderschuh mehr er- zielt werden konnte, fehlte auch die Möglichkett einer technischen Erneuerung und Berbefferung. Sie ist auch heute erst möglich, wenn man dem Kleinmüller wieder mit allen Mitteln Licht und Lust unb neue Hoffnung schafft unb ihm Mittel an die Hand gibt, seinen Betrieb wieder auf die erforderliche Höhe zu bringen. Aufgabe unserer besten Mühlendauinge- nieure wird es fein, einfache und gediegene besondere Lösungen für die Typen unserer künftigen Klein- mühlen zu finden. Wer bas einmal, ohne einfach bie Großmühle fopieren zu wollen, versucht hat, hat auch bie Schwierigkeit dieser Aufgabe erkannt und wird mir recht geben, baß wir auch da vor neuen Aufgaben stehen.

Aber all bas Hal nur Sinn unb Zweck, wem« ber Bauer unb ber Müller wieber zueinander- finden, sich gegenseitig verstehen unb helfen lernen unb auch ben Bäcker in ihre Mitte nehmen.

Ich aber glaube, Müller, es ist an dir, den Anfang damit zu machen, bei deinen Bauern und Bäckern auf dem Lande wieder Verständnis für deine Aus­gabe und Zukunft zu wecken. Warte nicht auf fremde Hilfe, sondern beginne damit sofort von bir aus durch Aufklärung unb betne Tat! Ih-

Revision im Sturmfels-Prozeh.

Frankfurt a. M., 20. Dez. (WSN.) Aus Leipzig erhalten wir folgende Meldung: Von ber Darmstädter Strafkammer war der Rechtsanwalt und frühere Notar Otto Sturm- f e l s, der eine Zeitlang als Mitglied der SPD. dem Hessischen Landtag angehört* hat, am 9. Fe­bruar wegen fortgesetzter Falschbeurkundung im Amt und Untreue zu 1 Jahr 6 Monaten Zucht­haus, 1500 Mark Geldstrafe und drei Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Auf die Revision des Angeklagten wurde dieses Urteil jedoch vom Reichsgericht aufgehoben, fomeit der Angeklagte wegen Falschbeurkundung im Amt unb zu einer Gesamtstrafe verurteilt worden war. In diesem Umfange wurde die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz zuruckverwie- sen, im übrigen jedoch die Revision als unbegründet verworfen. Dem Rechtsanwalt wurde oorgeroorfen, im Laufe von vier Jahren Stempelgelder in Höhe von etwa 4000 Mark unterschlagen und gleichzeitig Urkunden gefälscht zu haben.

Ehemaliger GpO.-AeichStagS- obfleorbnefer wegen Untreue verurteilt.

WSN. M a i n 3, 20. Dez. Die Große Straf­fammer Mainz verurteilte nach mehrtägiger Verhandlung den ehemaligen sozialdemokratischen Reichstags- und Landtagsabgeordneten Jakob S t e f f a n aus Oppenheim a. Rh. wegen Verun­treuungen, die er sich als Vorsitzender Der Oppen­heimer Allgemeinen Ortskrankenkasse hatte zu­schulden kommen lassen, zu zweieinhalb Jah­ren Gefängnis. Der mitangeflagte ehemalige Geschäftsführer der Raffe Friedrich Buffer er­hielt ein Jahr zwei Monate Gefängnis, der ehemalige Rechner der Raffe Georg Naab zehn Monate und der Mitangeklagte Konstan­tin Oelenschläger vier Monate Gesang- n i s. Steffan werden sechs und Rüsfer zwei Monate der Untersuchungshaft angerechnet. Gegen R ü f

f e r wurde wegen Fluchtverdachts Haftbefehl aus­gesprochen. Steffan hatte sich in den Jahren 1928 bis 1933 unter Mißbrauch seiner Amtsstellung nichterstattungspflichtiae Kosten für Nichtkassenärzte und Heilkundige sowie Arzneikosten u. a. m. in Höhe von über 3000 Mk. aus ber Kasse vergüten und die Auszahlungen in das Portobuch al» Un­kosten eintragen lasten. Die drei Mitangeklagten hatten dazu Beihilfe geleistet.

Zuchthaus für einen betrügerischen (Heldverleihvertreter

Marburg, 20. Dez. (WSN.) Wie vorsichtig man gegenüber den Vertretern von überall auf­tauchenden Geldverleih-Instituten sein muß, zeigte wiederum eine Verhandlung vor dem hiesigen Schöffengericht, wo sich der 34jährige Kauf­mann Dor malb aus Marburg wegen U r tu n- denfölschung aus Gewinnsucht unb Bc-

Gedenket der hungernden Vögel!

tru g s zu verantworten hatte. D. war als Ver­treter eines Freiburger Geldverleihinstituts in Hes­sen-Nassau angestellt, trotzdem er, wie sich bei Ver­lesung seines Vorstrafenregisters ergab, bereit» mehrfad) wegen Betrugs vorbestraft war Wer um Aufnahme eines Darlehns nachsuchte, mußte vorher erst 15 Prozent des beantragten Betrages an bas Institut einzahlen. Die Familie eines hiesigen Ar­beitslosen benötigte 200 Mark unb sparte sich das zur Anzahlung notwendige Geld erst am Munde ab. D. quittierte mit einem falschen Namen, bann horte ber Arbeitslose nichts mehr von ber ganzen Sache Gegen ben Angeklagten laufen noch mehrere berartige Anklagesachen. Er würbe wegen Urkun- benfälfchung in Tateinheit mit Betrug zu 1 Jahr Zuchthaus unb 3IahrenEl)roerlu st ver- urteilt.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Du Hohe Der zuletzt beidjlollenen Dwibenbe an Reichsbankbiskont 4 0 H Lombardzinsfuh 5 0 H.

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