Nr. 299 Drittes Blatt
(Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Donnerstag, 2f. Dezember 1933
Zum VechandlungMluß im Reichsiagsbrandstifierprozeß. |
Oberreichsanwalt Dr. Werner beim Plädoyer. Vorn rechts: Der zweite Vertreter der Anklage, Landgerichtsdirektor Dr. P a r i s i u s
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mit einem dreifachen „Gut S)eil" unseres Führers und Dolkskanzlers. Das gemeinsam gesungene Lied „Stille Nacht" leitete nunmehr über zum Weihnachtsspiel: Christnacht im Walde, das den kleinen Darstellern lebhaften Beifall einbrachte. Und dann kam der Nikolaus mit seinen Gaben. Oberturnwart Erb, der Leiter des Ganzen, und seine Mithelfer konnten befriedigt ihre frohbewegte Turnerjugendschar entlassen.
Oie Vorbereitungen für die Winter- kampfspiele
Die bautechnischen Vorbereitungen für die Deutschen Winterkampfspiele 1934 in Braunlage, die in der Zeit vom 2 6. Januar bis 4. Februar ausgetragen werden, find in vollem Gange und zum Teil schon abgeschlossen. Der Arbeitsausschuß der Kampfspiele veranstaltete am Dienstagabend in Anwesenheit von Vertretern der Sport- und Tagespresse sowie der Behörden und Verbände einen interessanten Vortragsabend. Bürgermeister Dr. Hacker! bezeichnete in seiner Rede die Veranstaltung als eine Kundgebung des geeinten deutschen Volkstums und versprach, alles zu tun, was zu einem vollen Gelingen dieser bedeutenden Veranstaltung beitragen könne. Am Mittwochvormittag besichtigten dann die Teilnehmer die Anlagen und kamen einmütig zu der Ueberzeugung, daß die Deutschen Winterkampfspiele im Harz den richtigen Austragungsort gefunden haben und daß an einer zufriedenstellenden Durchführung nicht gezweifelt werden kann.
Große Sichtung bei denLeichiaihleten..
Vorbereitungen für Olympia.
Die deutsche Leichtathletik muß die Olympia-Vorbereitungen für 1936 in Berlin besonders gründlich betreiben, da die Leichtathletik im Mittelpunkt der Olympiade steht. Der Führer der Fachsäule Leicht
athletik, Dr. Ritter von Halt, gibt nunmehr das Vorbereitungsprogramm bekannt. Zunächst wurden W a i tz e r und Brechenmacher zu Olympiatrainern bestimmt, denen noch fast ein Dutzend Speziallehrer zur Seite stehen. Um alle talentierten Kräfte in den verschiedenen Lagern (SA., SS., Reichswehr, Polizei, Schulen) zu erfassen, sind bis Mitte 1934 Prüfungswettbewerbe durchzuführen, die in einer bestimmten Form festgelegt sind. Die 30 Besten dieser Prüfungen bilden in jeder Hebung des Olympiaprogramms die olympische Kernmannschaft. Die Hauptarbeit wird in drei Sichtungslagern verrichtet und zwar Lager I Berlin, Lager II Duisburg und Lager III Ettlingen. Die ReichÄiahn wird zu allen Reisen, die der Olympiavorbereitung dienen, 50 v. H. Fahrpreisermäßigung gewähren.
Kurze Sponnotizen.
Eine Absage hat England an den Polnischen Aero-Club, der den nächstjährigen Europa-Rundflug ausrichtet, gegeben und zwar aus technischen Gründen und wegen der hohen Kosten, so daß der Rundflug 1934 voraussichtlich ohne England stattfindet.
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Amerikas Tennis-Rangliste ist jetzt als letzte der diesjährigen Ranglisten erschienen. Frank Shields und Helen Jacobs, die vor Helen Wills-Moody klassiert wurde, führen die Listen bei den Herren und Damen an.
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Oxfords Eishockeyspieler kamen in Wien über den dortigen Eislauf-Verein zu einem knappen Siege mit 2:1 (0:1, 2:0, 0:0).
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Das Städtes piel Frankfurt — Hamburg wird am zweiten Osterfeiertage in Frankfurt ausgetragen. Außerdem verhandelt Frankfurt mit dem Gau Sachsen wegen eines Städtespieles; in Frage kommt Dresden oder Chemnitz.
Links: Der angeklagte Bulgare Dimitrosf. — In der Mitte: Dr. Sack, der Verteidiger Torglers— Rechts: Der Angeklagte Torgler bei seinem Schlußwort
9.J.-fport
Handball im Dienst derWinierhilfe
Aus dem Gau XII der OT.
Der vergangene Sonntag sah eine Anzahl kombinierter Mannschaften, in recht interessant verlaufenen Spielen, deren Ertrag restlos der Winterhilfe zugute kam, im Kampf. Die Paarungen waren recht glücklich gewählt. Es gab auch einige graste Ueberraschungen. Der Besuch der Spiele selbst litt unter der kalten Witterung, war aber an einzelnen Plätzen überaus gut.
Stadlmannschaft Wetzlar gegen Stadtmannschaft Gießen 9:0 (1:0).
Eine überraschend hohe Niederlage mußte Gießens Stadtmannschaft in Wetzlar hinnehmen. Zu entschuldigen ist wohl, daß Gießen an dem Tage durch Abgabe von Spielern für andere Spiele nicht seine beste Vertretung zur Stelle hatte. Aber auch die Gastgeber hatten nicht die beste Garnitur In der ersten Hälfte hielten sich die Mannschaften noch ziemlich die Waage, ja der Gast lag vorerst weit mehr im Angriff als der Sieger. Mit nur einem Treffer für Wetzlar wurde die erste Hälfte beschlossen. Nach dem Wechsel kam die Els der Wetzlarer immer mehr aus, und in regelmäßigen Abständen mußte die inzwischen stark abfallende Gästemannschaft noch acht Tore hinnehmen, ohne daß ihnen das mehr als verdiente Ehrentor glückte
Lühellinden-Allenborf gegen
Grohen-Linden - Lang-Göns 5:6.
In einem recht schönen Kampf stritten die Gegner in Lützellinden um den Sieg. Erst nach dem Wechsel vermochte die Kombination der Gäste ihren Sieg knapp sicherzustellen
Hörnsheim-Hochelheim gegen Groß-Rechtenbach - Dornholzhausen 5:3.
Auf dem Platz in Hochelheim hatte sich eine große Zuschauermenge eingefunden, obwohl das Wetter nicht einladend war. Sie wurde auch nicht enttäuscht und bekam ein fesselndes Spiel, reich an spannenden Kampfmomenten, zu sehen. Die etwas besseren Gastgeber gewannen zum Schluß durch die besseren ©türmerltiftungen verdient
Garbenkeich-Hausen — Gießen 8:7 (3:4).
Beide Mannschaften waren sich ziemlich ebenbürtig und lieferten sich einen hartnäckigen Kamps. Das Spiel verlief in fairem Rahmen und sah bis zur Pause den Gast mit einem Tor in Führung Nach dem Wechsel erzwang die Platzmannschaft den Ausgleich, um bis zum Schluß bei wechselndem Verlauf noch einen knappen Sieg herauszuholen
Münchholzhausen — Atzbach-Dorlar 2:5.
Der Ausgang dieses Spieles bedeutet zweifellos die größte Heberraschung. Die Mannschaft der Platzbesitzer, auf ihrem Platz als ein schwer zu bezwingender Gegner bekannt, ausgerechnet von einer Mannschaft der Kreis- und 6-Klasse kombiniert, geschlagen, hätte niemand erwartet. (Zumal Münch- holzhau,sen auch in der bisherigen Verbandsrunde zu den besten Mannschaften zählt.) Der Sieg fiel
recht eindeutig zugunsten der Gäste aus und stellt eine schöne Belohnung des Eifers der Mannschaft dar.
Krofdorf-Heuchelheim — OSL. Gießen 4:0.
Eine klare Angelegenheit war der Kampf in Krofdorf. Die Gäste vermochten den Platzbesitzern keinen Widerstand zu leisten und verloren verdient. Der schußkräftige Sturm ließ den Torwart der Gießener viermal das Leder aus den Maschen holen.
Groß-Rechtenbach - Klein-Rechtenbach gegen Allendorf-Lühellinden II 1:9.
Die Gäste brauchten sich nicht allzu sehr anzustrengen, um den Platzbesitzern einen klaren Torunterschied zu diktieren. Recht angenehm überraschte der Sturm des Siegers
Ruttershausen-Wißmar — Lollar-Allendorf (Lda.) II 5:5.
Eine unentschiedene Angelegenheit wurde der Kamps in Ruttershausen Beide Mannschaften kämpften mit Hingabe um den Sieg, der aber feiner Mannschaft gelang, das Spiel mit diesem Remis aber gerecht ausgehen ließ
Wißmar-Launsbach — Allendorf (Lda.)-Lollar.
In diesem Kamps siegte überraschenderweise die Platzmannschaft. Ein genaues Resultat war leider noch nicht zu ermitteln.
Weihnachtsfeier der Kinderabteilungen im Turnverein 1846.
Zahlreich hatten sich Eltern, Mitglieder und Freunde in der Turnhalle mit den Buben und Mädels des Turnvereins zusammengefunden, um eine echt turnerische Weihnachtsfeier miteinander zu begehen Gleich zu Beginn besuchten der Nikolaus und das Christkind die Kleinsten in ihrer auf der Bühne veranstalteten Turnstunde Dann zeigten die jüngsten Turnmädel mit den Stuttgarter Freiübungen, daß sie diese ebenso gut können, wie ihre älteren Turnschwestern Ein flotter Volkstanz, der wiederholt werden mußte und sauberes Barrentur- nen zweier Mädelriegen zeigten gleicherweise, wie Anmut und Kraft geübt werden Dann bot das hochgestellte Pferd mit Federbrett den Buben und größeren Mädels Gelegenheit zu beweisen, daß sie auch Mut haben und tüchtig springen können.
Nun hüpfte wieder eine Gruppe Mädels im lustigen Volkstanz über die Bühne und kraftvoll schwangen wieder andere die Keulen. Tüchtige Leistungen am Barren brachten jetzt den älteren Schülern wohlverdienten besonderen Beifall. Ein weiterer reizender Volkstanz, der ebenfalls hervorgerufen wurde, beschloß den turnerischen Teil der Feier
Mit eindringlichen Worten wies Vereinsführer R e i n i n g auf den Wert der Leibesübungen und die Bedeutung der Tätigkeit der Turnvereine hin unb warb um Unterstützung. Er gedachte dabei auch des Mnterhjljswexks unserer Reichsregierung und
Sucher unter dem Weihnachtsbaum.
Deutsche Erzähler.
— Georg Grabenhorst: Der ferne Ruf. Stalling-Bücherei „Schriften an die Nation" Bd. 37/372. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Gebunden 1,60 Mk. — (592) — Die vier Erzählungen, die hier zu einem Band zusammengefaßt sind — „Der ferne Ruf", „Der blinde Herr Leutnant", „Regimentstag" und „Schwerer Traum" —, stehen nicht zufällig nebeneinander. Es find Variationen über dasselbe Thema, über ein Thema, das nicht leicht zu formulieren, das nur anzudeuten, zu umschreiben ist. Das Erlebnis der Front, das Erlebnis der Selbstentäußerung und der Kamerad- sckaft, hört nicht auf, immer von neuem zu ge- scyehen, immer von neuem sich zu verwandeln, nicht als Erinnerung, sondern ourchdringend und überwirklich, so, daß die Grenzen zwischen Gestern und Heute, zwischen den Toten und den Lebenden, ausgelöscht sind.
— Felix Riemkasten: Die alte Schuld. Novelle. Mit einem Nachwort von Paul W e i g - l i n. Reclams Universal-Bibliothek Nr. 7223 Geheftet 35 Pf., gebunden 75 Pf.; im Meisterband (Ganzleinen) 1 Mk. — (537) — Ein berühmter Berliner Strafverteidiger, in dessen Leben der Erfolg alles, die seelische Befriedigung nichts bedeutet hat, flieht in einem Augenblick der Besinnung, erschreckt von dem Leerlauf solchen Daseins, in die ländliche Stille des Arzthauses feines einzigen Jugendfreundes. Dieser naturverbundene und gütige Arzt gewinnt heilende Kräfte für den Freund und versteht mit kluaer Hand eine Ehe wieder zusammenzufügen, Die in der seelenlosen Großstadtatmosphäre zerbrochen war.
— Gustav Schröer: Der Bauernenkel. Roman Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh. 1. bis 10 Tsd. 383 S. Gebunden 4,40 Mk. — (359) — In diesem Buche brennt und flammt die Not der deutschen Gegenwart, die Sehnsucht der Millionen nach eigener Scholle, der Ruf der alten Bauernerde nach ihren Söhnen, deren Großväter ihr einst untreu wurden im Strudel der Großstadt. So gestaltet Schröer in heißem Miterleben den Weg des Bauernenkels. Er hört den Ruf der Scholle feiner Väter. Da packt der Sohn des kleinen Maschinenwärters das Schicksal mit zähem Willen und bäuerlicher Tüchtigkeit: der Bauernhof der Ahnen hat endlich seinen rechten Herrn gefunden. Ein zukunftsfrohes Buch für deutsche Menschen.
— Eine reizende Neuheit sind die kleinen farbenfreudigen, künstlerisch ausgestatteten Bändchen, die der Verlag C Bertelsmann in Gütersloh als Schmuckbucher den Lesern auf den Weihnachtstisch legen möchte (je 60 Pf.). Da findet man Gottfried Keller, C. F Meyer, Karl Hesselbacher Gustav R e n f e r und andere Schriftsteller in auten Novellen wieder, wie sie jeder verwöhnte Bücherfreund willkommen heißt. Wie oft sucht man im letzten Augenblick nach einem Mitbringsel. Dann ist ein kleines Schmuckbuchlein ein willkommener Helfer aus der Verlegenheit. — (506)
Ka'ender und Almanache.
— Deutscher Almanach für das Jahr 1 934 232 Seiten auf holzfreiem Dickdruckpapier und 8 Bilder auf Kunstdriickpapier In vornehmer Ausstattung 1,50 Mk Philipp Reclam jun., Verlag, Leipzig. — (335) — Der neue Reclam-Alma- nach stellt sich mitten in das aufbauende Leben der Nation Er bietet diesmal vorwieaend künstlerische Beiträge: neue Novellen und Erzählunaen deutscher Dichter, die mit ihrem Volk von je schicksals- und blutmäßig im Innersten verbunden waren, und Bilder junger Maler, die in ihrer Kunst Wesen und Haltuna des neuen Deutschlands kraftvoll oerför- oern Franz Schauwecker umreißt den geistigen Raum dieses Jahrbuchs in einem herzerhebenden Aufsatz: „Das Reich der Deutschen" Die folgenden Beiträge sind bei aller Manniafaltiakeit auf einen Grundton neftimmt. Im Mittelpunkt stehen die beiden großen Novellen „Segelflug" von Werner B e u- m e (b ii r a (ein Werk von der soldatischen und seelisch beschwinaten Haltung unserer besten Jugend) und .Bauerngeschichte" von K. H. Waggerl (ein Stück erbaebunhenen Schicksals von aefunber, natürlicher G"wachsenheit). Eine neue Erzählung von Hans Fr B l u n ck. ein erschütterndes Lebensfroa- ment von Hans Caroffa aus dem August 1918, Novellen von Gmelin, Bergenqruen, Robert Malter, A Artur Kuhnert schließen sich an, Ruth Schaumann steuert eine Skizze und tmei wundervolle G-dichte bei Münchbausen schreibt temperamentvoll über die neue Dichtung, Herbert Griebitzfch über die neue Kunst. Dem
Andenken zweier Gefallenen ist ein Aufsatz von Harald v. Koenigswald gewidmet: dem Dichter Bernhard v. d. Marwitz und seinem Jugendfreund, dem Maler Götz v. S e tf en ö o r f f; Gedichte und Bilder zeugen von den Hoffnungen, die hier zerstört wurden.
— Friedrich der Große. Ein vaterländisches Jahrbuch auf das Jahr 1934. Halle a.d. Saale. Vaterländischer Verlag. 102 Seiten. Preis 1 Mark. — (406) — Das mit reichem Bildschmuck versehene Jahrbuch stellt sich zum neunten Male vor. Eine Reihe von bebilderten Aufsätzen beschäftigt sich mit dem Hause Hohenzollern. Aus dem Weltkriege erzählen die Beiträge: „Die Schlacht an den Masurischen Seen", „Die Amerikaner im Weltkrieg", „Sieghafte Fahrt und heldenhafter Endkamps des Kreuzergeschwaders unter Graf Spee im Weltkrieg". Unter den politischen, literarischen, religiösen und wirtschaftlichen Zeitfragen sind zu erwähnen: „Die Frau im neuen Deutschland", von Joseph Goebbels; ferner „Don deutscher Erde zu deutschen Worten und deutschem Denken", „Werdegang eines Deutschen: Fichte", „Die Derlagstätigkeit der vaterländischen Verlage seit 1918", „Die deutsche Kolonialschule in Witzenhausen", „Die koloniale Frauenschule bei Rendsburg" ufw.
— „D e u t s ch e i n a l l e r W e l t". V D A. - K a- lender 193 4. 112 Blatt und ein Deckblatt, als Abreißkalender eingerichtet. 112 Bilder. Berlin W 30, Verlag Grenze und Ausland. Preis 2 Mk. — (514) — Auf über hundert Bilderseiten führen uns die besten Photographien an alle Fronten des Volks- tumskampfes. Der Verlag hat einen schönen Kalender geschaffen, aber vor allem einen, der als täglicher Mahner zu Volksdeutschem Verantwortungsbewußtsein in die deutschen Häuser gehört.
— Was koche ich heute? Illustrierter Kochkalender für das Jahr 1934. Rezepte und Speisenfolgen für alle Tage des Jahres. Verlag von Ernst Reinhardt in München. Preis 1.80 Mk. — (533) — Der Kochkalender erscheint auch in diesem Jahre wieder, um der Hausfrau die Arbeit zu erleichtern. Sie findet für jeden Tage einfache und bessere Gerichte, dazu das Rezept und ein Bild. Die Speisezettel hat Emma Maunz in Ludwigsburg ausgear- oeitet. Der ganze Kalender steht unter dem Zeichen der sparsamen Kost, es kann aber mühelos durch Weglassen noch weiter gespart werden. Beim vorjährigen Preisausschreiben kamen zehn Preise unb eine Reihe von Trostpreisen zur Verteilung. Die preisgekrönten Rezepte sind in dem diesjährigen Ka- lender ausgenommen, gleichzeitig erfolgt ein neues Preisausschreiben.
Politik und Geschichte.
— Egon Caesar (Tonte Corti: D i e Tragödie eines Kaisers. Im Jnselverlag zu Leipzig mit vier Bildtafeln in Leinen, Preis 7,50 Mark. — (393) — Es ist erstaunlich, wie dis Gestalt dieses Habsburgers, der das tragische Opfer einer zynischen Politik eben so gut wie das Opfer seiner eigenen Unzulänglichkeit und des Ehrgeizes seiner Frau wurde, mehr als sechs Jahrzehnte hindurch die Phantasie der Menschheit beschäftigt. Eben haben wir erst das ungleiche Duell Juarez - Maxi- milian auf der Bühne gesehen, den erschütternden Abschluß eines mit eben so viel Hoffnungen wie verhängnisvollen Trugschlüssen begonnenen Abenteuers. Das neue Buch Cortis fußt auf einer bereits vor einigen Jahren erschienenen umfanarei« dien Biographie, konnte jedoch neu erschlossene Quellen verwerten. Es stellt geradezu erschütternd heraus, wie Maximilian unb seine von Ehrgeiz grabe,3u besessene Frau blinb in bie Fanaarme Napoleons rennen, ber sich nicht scheut, den Svroß eines ber ältesten europäischen Fürstenhäuser seinen abenteuerlichen unb von vornherein mit nur geringem Ernst betriebenen Plänen bienftbar zu machen. Im ersten Akt biefes schauerlichen Dramas beherrschen bie Frauen bie Szene Die schöne Eugenie, schmeichlerischen Hulbiaunaen nur allzu zu- gänalich, hört willig auf bie Einflüsterungen eines mexikanischen Emigranten, besten politische Pläne keinerlei realen Untergrunb besitzen Marimilians Gattin, Charlotte, von ihrem Vater, dem Belgier- könia Leopolb her, mit einem politischen Ehrgeiz belastet, ber ihr unb ihrem Gatten verhängnisvoll werben soll, glaubt nur allzu gern an bie großartige Zukunft eines mexikanischen Kaiserreichs, bie Napoleon unb Eugenie ihrem bislang aus Der großen Politik ausgeschalteten Manne eröffnen wol-
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