Ausgabe 
21.11.1933 Erstes Blatt
 
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einen Artikel von Dr. Goebbels veröffentlichte, ist. wie der deutschen Oeffentlichkeit bereits mitgeteilt wurde, von Anfang bis Ende erlogen. Die Absicht der Veröffentlichung konnte nur sein, die Friedenspolitik Deutschlands zu Hintertreiben. Daß ein Journalist von Ehre keine Interviews, die mehrere Monate zurücklieben,auf neu fri fiert* veröffentlicht, ist selbstverständlich. Daß im übrigen auch diese Behauptung aus den Finyern gesogen ist, ergibt sich aus einem in dem Artikel enthalte- nen Satz,wonach die Reichsregierung die Arbeits­losigkeit erfolgreich bekämpft habe". Eine solche Aeußerung würde Reichsminister Dr. Goebbels vor mehreren Monaten noch nicht habe tun können. Die Erwiderung des Herausgebers stellt also eine maßlose Unverschämtheit dar und der aeschäfts- tüchtige Engländer besitzt noch die Frechheit, von Minister Goebbels für die nächste Ausgabe einen Bericht zu verlangen. Warum hat die Zeitung der britischen Oeffentlichkeit den wahren Sach­verhalt noch nicht mitgeteilt? Es wäre für das Blatt ein Leichtes gewesen, sofort eine Berich­tigung an die englische Presse zu geben. Auch das ist nicht geschehen. Das einzige, was er­freulich ist an dem Fall, ist der Umstand, daß end­lich mal einer der üblen Verleumder und Brunnen­vergifter vor aller Welt zur Strecke gebracht wer­den konnte.

Keine Umlagen und Abgaben auf eigene Faust.

Eine Verfügung des Stellvertreters des Führers.

München. 20. Rov. (ERB.) Der Stellvertreter de» Führers Rudolf Heß veröffentlicht imvöl­kischen Beobachter" folgende Verfügung:

Parteigenossen, die ein staatliches Amt be­kleiden. sowie Parteidienst st ellen dür­fen auf eigene Faust keine Verordnun­gen herausgeben, die

L ein Höchsteinkommen der Bevölkerung oder ein­zelner Bevölkerungsschichten f e st l e g e n;

2. das Doppelverdienertum regeln sollen;

3. der Bevölkerung zwangsweise Abgaben allgemeiner Art über die offiziellen Steu­ern hinaus auferlegen.

Das Recht, derartige Verordnungen zu erlassen, steht lediglich den zuständigen Behör­den zu.

Keine Aufnahmegesuche

an die Oberste SA-Führung.

München, 20. Roo. (ERB.) Der Obersten SA.-Führung gehen, wie derVölkische Beobachter" meldet, fortgesetzt aus allen Teilen Deutschlands und auch aus dem Ausland Gesuche um Auf­nahme in die SA. oder SS. in großer An­zahl zu Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Gesuche um Aufnahme in die SA. oder SS. nur nach Aufhebung der augenblicklich wieder bestehenden Aufnahmesperre ausschließlich an die örtlichen SA. - oder SS. - Führer zu richten sind. Vorlage der Gesuche außerhalb der für die Aufnahme freige- gebenen Zeit, auch an die Oberste SA.-Führung, ist vollständig zwecklos. Ebenso können Gesuche von im Ausland lebenden Deutschen nicht berücksichtigt werden, solange diese ihren Wohnsitz im Ausland haben.

Oie Führer des Oberlandesverban- des VI der SA-Reserve I (Stahlhelm).

Berlin, 19. Roo. (TU.) Wie amtlich mitgeteilt wird, ist für die SA.-Reserve I (Stahlhelm) folgende Stellenbesetzung getroffen worden: Oberlandesoer­band (OLV.) VI: Landesverband Hessen: Führer: Landcsführer Keßler, Landesverband Wcstmark: Führer: Landesführer Thron, Landes- veroand Südwest: Landessührer Lensch.

Besondere Steuerermäßigung für Kriegsopfer.

Berlin. 20. Roo. (DdZ.) Der Reichsfinan,- Minister hat für die Kriegsbeschädigten. Zioilbescha- digten und Kriegerwitwen eine Sonderrege­lung für bc ti Steuerabzug vom Ar - b e i t s l o h n verfügt. Danach ist von den Finanz­ämtern erwerbstätigen Kriegsbeschädigten, die ren­tenberechtigt sind und bei denen die Minderung der Erwerbsfähigkeit mindestens 25 o. H. beträgt, auf Antrag mit Rücksicht auf ihre besonderen wirt­schaftlichen Verhältnisse und die ihnen erwachsen­den höheren Werbungskosten und Sonderleistungen eine Erhöhung des gesetzlichen st euer- freien Lohnbetrages und der Pausch- sötze für Werbungskosten und Son­der lei st ungen, also des Gesamtbetrages von 100 Mark monatlich, um den Hundcrtsatz der Min­derung der Erwerbsfähigkeit zuzubilligen.

Daher hat das Finanzamt z. B. einem Beschädig­ten mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 30 v. H. eine Erhöhung des steuerfreien Lohnbe­trages von 100 Mark monatlich um 30 o H. zu gewähren, so daß 130 Mark monatlich steuerfrei bleiben. Die Erhöhungen haben die Finanzämter auf den Stcuerkarten zum Ausdruck zu bringen und ohne nähere Darlegung der die Erhöhung im ein­zelnen rechtfertigenden Verhältnisse zu gewähren, wenn der Grad der Minderung der Erwerbsfähig­keit durch Vorlegung des letzten Rentenbescheides oder durch eine sonstige amtliche Bescheinigung nachgewiesen wird. Den Besonderheiten des einzelnen Falles kann das Finanzamt durch einen entsprechenden Zuschlag Rechnung tragen. Es Handelt sich bei dieser Regelung um die Wieder­holung einer bereits seit einigen Jahren geübten Praxis.

Weitere Arbeitsbeschaffungsdarlehen für Bodenkultivierung.

Serlin, 20. Rov. (TU.) Der Kreditausschuß Oer Deutschen Rentenbankkreditanstalt hat, wie das Reichsarbeitsministerium mitteilt, in seinen letzten Sitzungen wieder Arbeitsbeschafsungs- darlehen von rund 5.6 Millionen Mk. bewilligt. Davon annähernd 1 Million Mk für Siedlungswege in Pommern-, für Arbeiten im tfreiftaat Sachsen wurden erneut rund 850 000 bereitgestellt, was im Hinblick auf die schwierigen arbeitsmarktpolitischen Verhältnisse Sachsens be- sonders hervorzuheben ist. Etwa die Hälfte des für Sachsen bewilligten Betrages wird für die Regu - licruna der Zwickauer Mulde verwendet werden. An sonstigen größeren Arbeiten ist die Forderung der M o o r k u l t i v i e r u n g im Re­gierungsbezirk Aurich und die Biese- Regulierung im Kreise Salzwedel zu nennen. Für beide Vorhaben wurden Darlehen von je 200 000 Mk. bewilligt.

Sie erbgesunde Familie der Krastquell des Volkes.

Aufgaben der Reichszentrale für Volksgesundheit.-pflege der Familie muß allem voranstehen.

Berlin, 20. Roo. (TU.) Der Reichsausschuß für hygienische Volksbelehrung ist im Auftrag des Reichsinnenministers zu einem solchen für Volks- gesundheitsdienst umgebaut worden. Heute vormittag sand im Ministerium des Innern die Gründungssitzung statt, auf der

Reichsmmister Or. Frick

eine Ansprache hielt, in der er u. a. ausführte: Ausgehend von dem Wohl des Einzelwesens hat man sich im liberalistiscken Zeitalter in erster Linie mit dem Einzelwesen beschäftigt und vergaß dabei den Ursprung des Einzelwesens: D i e Familie und Rasse. Anders die national­sozialistische Weltanschauung, die im Gegensatz dazu die erbgesunde Familie in den Mittel­punkt des Denkens und des Geschehens stellt und die Gesamtheit des deutschen Volkes als eine übergeordnete Einheit betrachtet. Es war daher nur folgerichtig, wenn ich die Umwandlung des Reichsausschusses für hygienische Volksbeleh­rung in einen solchen für Volksgesundheitsdienst anordnete.

Stolz können wir heute schon feststellen, daß es unserem Führer gelungen ist, den Lebens­willen unseres Volkes neu zu beleben und es wieder mit neuer Hoffnung zu erfüllen! Vor allen Dingen ist es erreicht und ich sehe dies als einen Erfolg von ungeahnter Tragweite an, einem großen Teil unseres Volkes das Selbst- bewuht sein und das Gefühl für Rasse­re i n h e i t wiederzugeben. Ist es uns allen in unserem Leben nicht wie Schuppen von den Augen gefallen, als wir den rassischen Wert eines Men­schen erkennen lernten, ist es nicht ein erhebendes Gefühl, in dem deutschblütigen Arbeiter wieder den Bruder sehen zu können und ihn, ganz gleich in welcher Stellung er sich befindet, allen anderen vor- zuziehen?

volkskrafk wird auch heule leider noch meist wirl- schafllich gewertet, während sie doch in der Tat d i e Quelle alles Wirkens jeder Kultur und unseres Wohl st ander ist. Diese Kraft droht zu versiegen, unkerzu- gehen für immer, wenn wir nicht in abseh­barer Zeit mit Energie und Wut an den Wiederaufbau der deutschen Fa­milie als der Lebensgrundlage unseres Vol­kes Herangehen! Der Sieg der erbgefunöen kinderreichen Familie entscheidet über das Leben und die Erhaltung des deutschen Volkes

im Herzen Europas.

Ich erinnere an die Worte Mussolinis, der an her­vorragender Stelle schonungslos die Wahrheit sagte, in dem er bittere Anklage erhob:Wo sind die Würdenträger des Faschismus, die eine kinderreiche Familie, d. h. nicht weniger als fünf Kinder haben?" *

Unser Führer, der sich selbst für unser Volk bis zur Verleugnüng seiner eigenen Person einsetzt, braucht Männer, die die von ihm als richtig er­kannten Gedanken und Ziele auch durch führen. Dazu ist in erster Linie Wissen und berufliche Schu­lung Vorbedingung, aber es kommt hinzu, daß diese Männer auch bereit sein müssen, unserem Volke in jeder Beziehung mit gutem Beispiel voranzugehen. Es gilt darum, nicht nur Be­förderungspolitik, sondern Volkstumspflege zu treiben mit der Zielsetzung, den nordischen Ge­danken und die Erinnerung an unsere Vorfahren zu pflegen! Dabei ist es gleichgültig, ob der einzelne Mensch in seinem Aeußern mehr oder minder der nordischen Rasse angehört, bedeu­tungsvoll und wichtig ist es, daß jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau sich ihres erbbiolo­gischen Wertes und ihrer Verpflichtung gegenüber Volk und Rasse bewußt werden! Denken wir an die Worte des Führers in feinem WerkMein Kampf", in dem er sagt: Ein Staat, der im Zeit­alter der Rassenvergiftung sich der Pflege sei­ner besten rassischen Elemente widmet, muß eines Tages zum Herrn der Erde werden!"

Im Anschluß an die Ausführungen des Herrn Reichsministers des Innern erläuterte

Ministerialrat Or Gütt

vom Reichsministerium des Innern, der Leiter des Reichsausschusses für Volksgesundheit E. V., das 2lufg<rt>engebiet dieser neuen Spitzenoereinigung. Dabei führte er u. a. folgendes aus: Wenn der Staat auch eine großzügige rasfenhygienische Aus- flärung des Volkes in die Wege leiten kann, so bleibt für den Einzelnen doch noch viel zu tun übrig: Darum ist es Pflicht, auch vor allem der Jugend, sich des Wertes ihrer Erboerfas- sung bewußt zu werden, Familienkunde und Fa­milienüberlieferung zu pflegen. Daraus ergeben sich Aufgaben, die weit über den Rahmen der Aufgaben des Staates hinausgehen und die der Reichsaus­schuh für Volksgesundheitsdienst als eine Der« bindungssteile zwischen Reichsregierung, ins- besondere dem Reichsministerium des Innern und der Oeffentlichkeit lösen will. Er wird die Wünsche der nationalsozialistischen Bewegung und die aller in dieser Richtung arbeitenden Vereinigungen z u - sammenfassen müssen, z. B. die des Reichs­bundes der Kinderreichen Deutschlands zum Schutze der Familie E. V., der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene, der Deutschen Gesellschaft zur Be­kämpfung der Geschlechtskrankheiten und anderer ihm angeschlofsener erbgefundheitlich und familien- kundlick arbeitender Vereine Der Reichsausschuß für Volksgesundheitsdienst und mit ihm alle an- deren zuständigen Stellen können es nicht dulden, daß Unberufene über Erb- und Rassenkunde sowie über Erbgesundheits- und Raffenpflege lehren oder reden. Da die Volksgesundheit das wertvollste Gut ist, gilt es, diese zu erhalten, die Gefundheits- lehre und die gesunde Lebensführung zu fördern, wie auch eine seelische und geistige Vergiftung des deutschen Volkes zu verhindern' Bei allen diesen Bestrebungen erbittet der Reichsausschuß für Volksgesundheitsdienst die Mitwirkung aller Dienst­stellen im Reich und in den Ländern und die Un- terstützung des gesamten Volkes. Dann snrach Herr Dr. Ruttke über den Aufbau des Reichsaus- schusies.

Die Gesundheilsführung.

Am Nachmittag fand im Sitzungssaal des Reichs- wirlschaftsrats in Anwesenheit zahlreicher Vertre­ter von Staats-, Reichs- und Kommunalbehörden, von Gefundheits- und Wohlfahrtsbehörden und -Organisationen, sowie hervorragender Vertreter * der ärztlichen Wissenschaft und Praxis die (Brün-

dunasversammluna der Reichszentrale für Gesundheitsführung beim Reichsminnte- rium des Innern statt. Aufgabe der Reichszcntrale ist es, alle auf dem Gebiete des Gesundheitswesens tätigen Vereinigungen und Verbände, soweit sie durch ihre Arbeit Oer Erhaltung und Förderung der Gesundheit dienen, zusammenzufassen.

Staatssekretär Dr. Pfundtner vom Reichs- innenminifterium umriß kurz die Ziele des natio­nalsozialistischen Staates bei der Neuordnung des Gesundheitswesens. Die Reichsregierung wolle klar bekunden, daß sie über der Frage der (Erb- aesundheitspflege keineswegsdie Fürsorge für d i e gesundheitsbedrohtenund - ge­schädigten Dolksteile und Volksge­nossen übersehe und daß sie sich in keiner Weise der Bewältiguna der notwendigen aesund- heitsfürsorgerischen Ausgaben entziehen wolle. Die Reichsregierung werde selbstverständlich auch auf diesem Wege neue Richtlinien einschlagen.

Ministerialdirident Prof. Dr. Martine! vorn Reichsarbeitsministerium überbrachte die Grüße aller auf dem Gebiete der Gesundheitsfürsorge und

der Sozialpolitik tätigen Behörden und Organisa­tionen, der Rektor der Berliner Universität, Prof. Dr. Eugen Fischer diejenigen der deutschen Uni­versitäten, die es sich besonders angelegen sein las- fen würden, zur Erreichung des großen Zieles mit- zuarbeiten, das der Reichszentrale gestellt sei.

Ministerialrat Dr. Bartels vom Reichsinnen­ministerium sprach bann über das ThemaDon der Gesundheitsfürsorge zur Gesundheitsführung*. Er betonte, wenn man den Schlußstrich unter die Vergangenheit ziehe, so müffe man klar erkennen, daß auf einigen Einzelgebieten des Gesundheits­wesens Fortschritte gemacht seien, daß aber auf der anderen Seite die Gesamtqualität des Volkes erschreckend zurückgegangen sei. Prof. Dr. Rott sprach überDie erwerbs­tätige Frau und ihr Kind als bevölkerungs­politische und sozinlhygienische Arbeitsausgabe". Die Grundlage für die Wiedererrichtung eines biolo­gisch gesunden Familienlebens sei erstes Ziel und erste Aufgabe zur Lösung des mit dem Jahresarbeitsthema gegebenen Problems.

Ziikiinstsausgabcn her Deutschen Arbeitsfront.

Or. Ley auf der Münchener Reichstagung der RSBO.

München, 20. Roo. (WTB.) Im Anschluß an die Einweihung der NSBO.-Landesschule Bayern m- Neuburg a. d. Donau fand am Montag in Mün­chen eine Reichstagung der NSDO. und der Deutschen Arbeitsfront statt. Der Füh­rer der Deutschen Arbeitsfront Staatsrat Dr. Ley und Staatsrat Schumann von der Reichsleitung der NSBO. legten vor der Feldhermhalle begleitet von zahlreichen Mitgliedern der NSBO. und der Arbeitsfront, zwei Kränze am Ehrenmal nieder. Anschließend erfolgte ein feierlicher Emp­fang im Rathaus. Dort hatte sich eine große Menschenmenge xur Begrüßung Dr. Leys cinge- funden. Die NSBO. stand vor dem geschmückten Portal mit ihren Fahnen bis zum Sitzungssaal Spalier, wo die feierliche (Eröffnung der Reichs­tagung der NSBO. erfolgte. Landesobmann Frey und Oberbürgermeister F i e h 1 e r begrüßten die Gäste, wobei der Oberbürgermeister auf das ge­waltige Abstimmungsergebnis am 12. November hinwies, das nicht zuletzt dadurch erreicht wurde, daß die Deutsche Arbeitsfront den deutschen Ar­beiter wieder zurückgewonnen habe. Der volle (Er­folg der Arbeit der Deutschen Arbeitsfront garan­tiere dafür, daß sich die Trennung zwischen Arbeit­gebern und Arbeitnehmern nicht mehr wieder un­heilvoll auswirken werde. Der Führer der deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, sprach dann ausführlich über die Zukunftsaufgaben der Deutschen Arbeits­front. Die Erstürmung des Herzens des deutschen Arbeiters sei gelungen, nun gelte es, die Stellung so auszubauen, daß sie nie Wieder von anderen er­obert werde könne. Die nun beginnende zweite Etappe der Arbeit werde viel schwieriger und größer sein als die erste. Der Redner ent­wickelte ein eingehendes Programm für die zu lei­

stende Arbeit sowohl nach der Seite der Erzie­hung, wie vor allem auch nach der Seite der s i t t- lichen und wirtschaftlichen Sicherung des deutschen Arbeiters. Er betonte dabei, daß sich der Führer selbst Tag und Nacht mit dem Problem der Besserung der Lebenshaltung des Arbeiters beschäftige und über nichts ungehaltener werde, als über Einflüsse, die dieser höchsten Ausgabe Schwierigkeiten bereiten könnten.

Dann wandte sich Dr. Ley eingehend den Pro­blemen der Freizeitgestaltung zu und stellte es als eine unserer vornehmsten Aufgaben heraus, dafür zu sorgen, daß das Volk die Ner­ven nickt verliere. Wir müßten alles tun, die Menschen nach der Arbeit auszus^annen dadurch, daß wir dafür sorgen, daß sie ihre Frei­zeit und ihren Urlaub f o nutzbringend w i e möglich gestalten. Dor allem müßten wir mit der Ungerechtigkeit aufräumen, daß die sogenannte höhere Stellung auch einen höheren Urlaub be­dinge. Die Schwere der Arbeit müsse die Höhe des Urlaubs bestimmen. Schließlich kündigte Dr. Ley eine große Propagandaaktion der Deutschen Arbeitsfront an, die unter dem Motto herun­ter mit den Preisen!" im ganzen Volk den Widerhall finden werde, der notwendig sei, um die Lebenshaltung des schaffenden Volks zu heben, ab- aesehen von den Preiserhöhungen, die bas Reichs­kabinett zur Sicherung der Landwirtschaft veran­laßt hat. Dann gab Dr. Ley noch bekannt, daß sämtliche Unternehmer und Ange­stellte, die Parteigenossen sind, in die NSBO. ein treten werden, um auch hier die Volksge­meinschaft, die das Ziel allen nationalsozialistischen Denkens ist, in die Tat umzusetzen.

Vor

einer längeren Vertagung

Abrüstungskonferenz.

Zeit für diplomatische Verhandlungen.

der

Genf. 20. Roo. (TU.) 3n der dreistündigen Wächlebesprechung am Wonlag ist in grundsätz­licher Ueberelnflimmung beschlossen worden, dem Witlwoch zusammentrelenden Präsidium der Konferenz die Vertagung des Hauptaus­schusses. der ursprünglich am 4. Dezember zu- sammenlreten sollte, aus längere Frist vor- zuschlagen. Der Zeitpunkt der Vertagung wird in der Besprechung am Dienstag endgültig sestgelegt werden, soll jedoch erst nach der am 15. Ja­nuar beginnenden Tagung des Völ­kerbund srates liegen. Ein engerer Aus­schuß, dem Benefd), Massig!! und Marquis 5o- ragna angehören, ist beauftragt worden, die dem Präsidium vorzulegende verlagungssormel noch Montagabend auszuarbeiten.

von zuständiger französischer Seite wird zu der heutigen Wächlebesprechung milgeteilt, daß jetzt un­verzüglich diplomatische Verhandlun­gen zwischen den Wächlen und zwar auch mit den an den hiesigen Besprechungen nicht beteilig- t e n Regierungen beginnen werden. Diese Ver­handlungen sollen über die Behandlung der Ab­rüstungsfrage hinausgehen und auch weitergehende grundsätzliche internationale Fragen berühren. Diese Erklärung wird dahin aufgelegt, daß jetzt die durch die Vertagung gewonnene Zeitspanne für diplomatische Verhandlungen zwischen Lon­don, Paris.' Rom und Berlin benutzt werden wird, und daß versucht werden soll, eine grundsätzliche Einigung mit der deutschen Regie­rung nicht nur über die endgültige Regelung der Abrüstungsfrage, sondern über die weitere inter­nationale Zusammenarbeit zwischen sämtlichen Wächten zu erzielen. 3n unterrichteten Kreisen ver­lautet, daß mit einer Konferenz bereits für De­zember zu rechnen ist.

Gorge um Italien.

Generalsekretär Avcnol fährt nach Rom.

Genf, 20. Noo. (TU.) Der Generalsekretär des Völkerbundes, der Franzose A o e n o l, begibt sich Montag abend nach Rom. Dieser überraschende Entschluß wird im Dölkerbundssekretariat offiziell mit der Teilnahme an der Beerdigung des soeben verstorbenen langjährigen Vertreters Italiens beim Völkerbund, Senator S c i a l o j a , begründet. In unterrichteten Kreisen besteht jedoch der Eindruck, daß die erst in der letzten Stunde beschlossene Ent­sendung Avenols nach Rom darauf zuruckzuführen ist. daß man fürchtet, der zum 5. Dezember einbe­rufene große Foschi stenrat werde gründ- fätzliche Beschlüsse über eine Neuorientierung der italienischen Dölkerbundspolitik

fassen. Offenbar bezweckt der Generalsekretär noch in letzter Stunde einen Druck auf die italienische Regierung auszuüben, um irgend welche entscheiden­den Schritte zu verhindern. Die Möglichkeit eines Austritts Italiens aus dem Völker­bund wird lebhaft erörtert. Jedoch liegen hierfür noch keinerlei nähere Mitteilungen vor.

Genf ein nncieeignefer Soden/

Noch kein Beschluß Italiens.

Rom, 20. Noo. (TU.) Im Zusammenhang mit der Meldung, wonach der Große Faschistische Rat in feiner Sitzung am 5. Dezember die internatio­nale Lage, insbesondere die Beziehungen Italiens zum Völkerbund und die Wirksamkeit des Völker­bundes selbst .nach dem Austritt Japans und Deutschlands prüfen werde, erfahren wir an zu­ständiger Stelle, daß die Nachrickt einer auslänol- fchen Agentur über einen Beschluß Italiens, aus dem Völkerbund auszutreten, der Grundlage ent­behre und zumindestens den Tatsachen d er­greif e. Im geoenroärtigen kritischen Augenblick muß nach italienischer Ansicht auf diplomati­schem Wege Fühlung genommen und an­schließend gemeinsam von den verantwortlichen Großmächten verhandelt werden. Die direkten Vorarbeiten seien noch nicht geleistet und deshalb seien auch Behauptungen von einem baldigen Zu­sammentritt der vier Mächte in Rom ober ander­wärts verfrüht Die italienische Politik sei nicht aus Grundsatz völkerbundfeindlich, jedoch müsse sie feststellen, daß der Völkerbund, aus dem Japan und Deutschland ausgetreten seien, während ihm die Vereinigten Staaten und Rußland nie an- aehorten, ein zur erfolgreichen Behandlung derart schwieriger Fragen ungeeigneter Boden sei. Wenn also Italien noch keinen Beschluß in dieser Hinsicht aesaht habe, so werde doch der Große Faschistische Rat Gelegenheit hoben, auf Grund der angeführten Tatsachen die Beziehungen zum Völ­kerbund und den politischen Wert des Völkerbundes selbst gewissenhaft zu überprüfen.

Los von Versailles!

Ter Völkerbund soll reformiert werden.

Paris, 21.71ov. (ERB. Funkspruch.) Tlad) Weidungen aus Genf soll in völkerbundskreiseo der Gedanke, den Völkerbund zu reorganisieren, Fortschritte machen. Der Generalsekretär des Völ­kerbundes habe mit einem belgischen 3 n eisten verhandelt, der einen neuen Völker- bunbsplan ausgearbeitet habe. Ob Avenol die Reoisionspläne W u s s o! i n i s annehmen werde, habe noch nicht festgestellt werden können. Doch hielten die italienischen Kreise es nicht für unmBg- lich. Der belgische Plan sehe die L o s l ö s u n g des Völkerbundspakle, vom Der-