10. Adolf Braun, 75 Jahre alt, Schulstraße 6;
11. Katharine Ploch, geb. Schaaf, 71 Jahre alt, Duddestraße 6; 12. Heinrich Peter, Schlaffer, 71 Jahre alt, Anneröder Weg 30; 13. Wilhelm Weppler, Lokomotivführer i. R., 61 Jahre alt, Stein- siraße 68; 14. Paul Cieslinski, Melker, 32 Jahre alt, Körnerstraße 8.
•• D i e Zusammensetzung des Wiesenvorstandes für die Gemarkungen Gießen und Schiffenberg betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf aufmerksam gemacht.
** Der Abbruch des Hauses Schloß- gaffe 13 soll, wie aus einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil hervorgeht, öffentlich oer- geben werden. Angebote auf Vordruck sind beim Städtischen Hoch- und Tiefbauamt erhältlich.
•• Die Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen-Stadt macht darauf aufmerksam, daß die Beiträge für den Monat Oktober noch bis zum 25. November ohne Kosten bezahlt werden können. Auf die heutige Bekanntmachung sei hingewiesen.
** Kassenärztliche Bereinigung Deutschlands, Landes stelle Hessen. Dr. Ende- Darmstadt, der durch Verfügung des I Reichsführers der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands als Amtsleiter der Landesstelle Hessen |
berufen wurde, setzte zu Amtsleitern der Bezirks- stellen ein: 1. Bezirksstelle Darmstadt, umfal- send Provinz Starkenburg ausschließlich Stadt und Kreis Offenbach: Dr. med. Arnold Vidal, Darmstadt, Stiststraße 25; 2. Bezirksjtelle Offenbach, umfassend Stadt und Kreis Offenbach: Dr. med. Hermann Krause, Offenbach, Wilhelmsplatz 6; 3. Bezirksstelle Mainz, umfassend Provinz Rhein- Hessen: Dr. mecl. Ernst Wörth, Mainz, Kaiserstr. 17; 4. Bezirksstelle Gießen, umfassend Provinz Ober- Hessen: Dr. med. Heinrich Kranz, Gießen, Frank- furter Straße 24.
•• Einstellung von Vermessungstechnikern bei der Reichsbahn. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. teilt mit: Die Reichsbahn beabsichtigt, 240 vermessungstechnische Dienstanfänyer für den gehobenen mittleren Dienst und 100 für den Assistentendienst einzuberufen. Gleichzeitig ist die Einstellung von 100 oermessungstechnischen Ingenieuren im Angestelltenverhältnis vorgesehen. Bewerber werden gebeten, sich an die einzelnen Reichsbahndirektionen, in deren Bezirk sie einzutreten wünschen, zu wenden. Angehörige nationaler Verbände, die vor dem 30. Januar 1933 Mitglieder dieser Verbände geworden sind, sollen vor anderen gleich geeigneten Bewerbern möglichst vorzugsweise berücksichtigt werden.
Sin Wort an die Säufer in Stadt and Land.
Arbeitsbeschaffung und auswärtige Großversanb-Llnternehmen.
Dom Landesverband des Hessischen Einzelhandels, Sitz Darmstadt, wird uns geschrieben:
In unserer weiteren Heimat, dem rhein-maini- schen Wirtschaftsgebiet, sind alle Kräfte auf das Arbeitsbeschafsungsprogramm der Reichsregierung eingestellt. Im Zusammenhang hiermit mutz einmal ernstlich die Frage aufgeworfen werden, ob auch seitens der Käufer alles geschieht, um diese entscheidenden Fragen zu unter- stützen.
Wieviel Geld geht unserer weiteren Heimat und ihrer Wirtschaftsbelebung dadurch verloren, daß Einkäufe bei auswärtigen Großversand- Unternehmen in noch erschreckendem Umfang Dorgenommen werden?
Haben sich alle diejenigen Volksgenossen in Stadt und Land, die sich von auswärtigen großkapitalisti- schen Dersandunternehmen beliefern lassen, einmal die Frage vorgelegt, ob sie damit nicht die Bestrebungen unserer engsten Heimat untergraben, Die Arbeitslosenzahl zu vermindern und möglichst
viele deutsche Volksgenossen wieder in Arbeit und Brot zu bringen?
Deutscher Volksgenosse! Du mußt erkennen, daß Warenumsatz letzten Endes Arbeitsbeschaffung bedeutet. Wenn Du Dir aber durch auswärtige Großversand-Unternehmen per Nachnahme Ware schicken läßt, dann geht dies für unsere Heimat und ihre Arbeitslosen verloren.
Das System der auswärtigen Versandgeschäfte ist sehr verlockend. Hast Du Dir schon Gedanken darüber gemacht, wie das Verfahren der Versandgeschäfte vom Standpunkt der Gesamtheit des deutschen Volkes und seines wirtschaftlichen Wiederaufbaus zu beurteilen ist?
Mache Dich frei von allen Lockungen, die an Dich von dieser Seite herantreten, und decke deinen Bedarf restlos in den Geschäften deiner Heimat, damit dienst auch Du der Arbeitsbeschaffung und sorgst dafür, daß Deine Brüder in unserer Heimat alle wieder zu Arbeit und Brot kommen!
Kreisgemeindelag des Kreises Gießen.
Arbeitsbeschaffungömaßnahmen. — Winterhilfe. — Oie Aufgaben des Landgemeindetages.
Der erste Kreisgemeindetag des Kreises Gießen vereinigte am gestrigen Montagvormittag unter dem Vorsitz von Bürgermeister Euler- Wieseck die Bürgermeister der Städte und der Dörfer des Kreises Gießen im Sitzungssaale des Kreisamtes.
Bürgermeister Euler-Wiefeck
begrüßte die Teilnehmer und sprach zunächst über die Form, in der der Kreisgemeindetag abgehalten werde. Der neue Staat brauche neue Formen. Das bisherige sei überholt. Für die Bürgermeister sei es unbedingte Pflicht, die neuen Formen und die neuen Gesetze kennenzulernen. Was Adolf Hitler wolle, müsse bis in die klein st e Zelle bringen. Der Kreisgemeindetag, der hier zu vermitteln die Aufgabe habe, werde jeden Monat ab- gehalten.
Oer Leiter des Arbeitsamts Gießen Or. List,
sprach bann über die Arbeitsbeschaffung. Er führte u. a. aus: Unser Bezirk, mit seinem ge- mischtwirtschaftlichen Charakter erlebe meist in den Monaten November und Dezember eine vesonders kritische Zeit. Es fänden, bedingt durch die Einstellung der Arbeit im Baugewerbe, zahlreiche Entlassungen statt, in Verbindung damit schränkten industrielle Unternehmungen oft den Betrieb ein. Man habe bisher in den Wintermonaten manchmal ein Mehr von bis zu 5000 Arbeitslosen gezahlt. Dieser Gefahr gelte es zu begegnen. Arbeiten, die vornehmlich zusätzlicher Art sind, müßten aus den Händen derer genommen werden, die an sich Arbeit haben. Es gebe bedürftigere Volksgenossen. Es gelte aber vor allem, das Ausmaß der vorhandenen Arbeit zu erhalten. Die Arbeitslosigkeit dürfe nicht größer werden. In der Industrie habe man sich bereiter- klärt, auf Lager zu arbeiten, und man tue es in der berechtigten Hoffnung auf das Anhalten der Wirtschaftsbelebung. Für L> b e r h e s s e n sei es wichtig, die Steinbrüche im Betrieb zu Hal- t e n. Aufträge müßten vorverlegt werden. Es feien Bestrebungen im Gange, in den Steinbrüchen an Stelle von Maschinenschlag den Handschlag zu setzen.
Die Reldjsregierung sei bemüht, durch die Förderung der 3nstandsehungsarbeiten Arbeit für das Handwerk zu schaffen. Bedeutende Summen seien neuerdings dafür bereltgestelll. Die Anmeldungen für diese Arbeiten müssen möglichst schnell geschehen. In die Förderung der Instandschungsarbeiten könne alles einbegriffen werden, was mit dem Haus an sich Zusammenhänge.
In seinen weiteren Ausführungen machte der Redner bann mit den Bestimmunge im einzelnen vertraut. Insbesondere wies er auf die 50. dzw. 62proz. Förderung der Um- und Ausbauarbeiten sowie auf die Möglichkeit der Benützung von Zinsscheinen hm, die ebenfalls eine Erleichterung darstellten Roch sei von den Möglichkeiten des umfassenden Ar- beitsbeschasfungsprogrammes der Reichsregierung nicht genügend Gebrauch gemacht.
Gegenwärtig trage man sich mit den Gedanken der Gründung von Instandsetzung« - Ge- nassen schäften, die es sich zur Aufgabe machen sollten, die Finanzierung von Jnstandfetzungs- arbeiten bzw. die Ausbringung eines Teiles der restlichen Kosten für die Instandsetzung anzustreben. Der Gedanke der Gründung einer solchen Genossen- schäft sei auch von höherer maßgebender Seite auf- gegriffen worden. Allen Interessenten werde an den zuständigen Stellen über alle Fragen der Instand- setzungsarbeiten bereitwilligst Aufschluß gegeben.
3n seinen weiteren Ausführungen legte der Redner dann einen Plan zur Durchführung einer welkeren Füllarbeit vor. Es handelt sich am die Betreuung
der oberhessischen Obffbaumanla- g e n. Die Obstbäume befänden sich zum großen Teil in sehr schlechtem Zustand. Ausläudi- sches Obst müsse noch immer eingeführk werden, obwohl das deutsche Obst in seinem Gehalt besser sei. 3n den Obstbaumanlagen liege ein vermögen ungenutzt bzw. nicht voll ausge- nuht. Ls könnte eine Leistungssteigerung von 300 Prozent erzielt werden, wenn die Bäume in ihrer Gesamtheit eine durchgreifende sachgemäße Pflege erhielten. Es handle sich dabei um Auspuharbeiten, die unter Aufsicht von Fachleuten auch von ungeschulten Kräften vorgenommen werden könnten. Diese Arbeiten hätten aber nur dann Zweck, wenn jeder Baum erfaßt werde. 3m kreise Gießen könnten mit dieser Arbeit allein 400 Erwerbslose von Dezember bis 7Närz beschäftigt werden. Für ganz Oberhes- s e n könnte der Einsatz 1 5 0 0 Erwerbslose betragen. Das bedeute etwa ein Drittel der Erwerbslosen überhaupt. Pro Baum betrage der finanzielle Aufwand für diese Malerarbeit etwa 1 Mark. Für die Gemeinden, die naturgemäß als Träger dieser Arbeit angesehen werden müßten, würden keine hohen Belastungen entstehen, denn diese ganzen Arbeiten könnten, was den Arbeitslohn anbetreffe, als Arbeitslosen-För- derung finanziert werden. Die Blaterialkoslen seien denkbar gering. Ein Teil der kosten werde durch ersparte Wohlfahrlslasten aufgehoben. Die Vorarbeiten mühten möglichst schnell ausgenommen werden.
Die Ausführungen des Redners wurden mit großer Aufmerksamkeit entgegengenommen und lösten eine rege Aussprache aus. Regierungsrat Grein erörterte besonders die Einbeziehung der Provinz in diesen Arbeitsplan. Regierungsrat Dr. Krüger wies auf einige Schwierigkeiten hin. Bürgermeister Geil (Lich) bezeichnete den Gedanken als sehr gut. Bürgermeister Dr. Hamm (Gießen) betonte, daß alle bestehenden Schwierigkeiten überwunden werden müßten. Kreisleiter Dr. Harth (Allendorf) regte an, Versammlungen in den Orten anzusetzen und die Bevölkerung mit die- fen Gedankengängen der Arbeitsbeschaffung vertraut zu machen.
Im weiteren Verlaufe der Aussprache wurden noch verschiedene Fragen der I n st a n d s e tz u n g s- m a ßnahmen erörtert. Regierungsrat Grein wies auf die in verschiedenen Gemeinden notwendige Schaffung von Notwohnungen hin, für deren Erstellung besonders hohe Zuschüsse (bis zu 75 o. H.) genehmigt würden. Bürgermeister Dr. Hamm- Gießen erinnerte daran, daß auch Einbauten zum Zwecke des Luftschutzes zu bezuschussen seien.
Jtegierungerat Grem
iab sodann einen Ueberblick über die bisher im •'reife durchgeführten bzw. in der Ausführung be- mdlichen öffentlichen A r b e i t s b e f ch a f - unasmaßnahmen. Von den 80 Gemeinden des Kreises hätten sich 50 Gemeinden zur Durch- führung von Arbeitsbeschasfungsmaßnahmen bc- reiterflart. Neun Gemeinden mußten leider aus- icheiden. Von 41 Gemeinden feien insgesamt 52 Maßnahmen mit etwa 52 000 Tagewerken durchge- führt worden. Ein Betrag von 778 000 Mark sei dafür aufgewandt. In seinen weiteren Aus'ührun- gen wies er auf die Finanzierungsmöglichkeiten durch die „Dcffa" und die Rentenbank-Kreditanstalt hin. Die Ocffa" finanziere nur größere Maßnah. men. Deshalb sei der Kreis als Träger von 9m standsetzungs- und Drainierungsarbeiten ausgetreten und habe das Darlehen übernommen, um es
In Teilen an die Gemeinden weiterzuleiten. Bisher feien zwei Sammelanträge gestellt worden. Weitere Anträge der Gemeinden mußten sofort ge« stellt werden.
Oer Führer des Landgemeindetages Bürger meister Ritter»Äingen
hielt hierauf einen kurzen Vortrag über die Arbeit des Deutschen Landgemeindetages und gab eine Erklärung für den Zusammenschluß der bisher bestehenden sechs Spitzen- und 80 verschiedenen Landesverbände, die immer nur gegeneinander gearbeitet hätten. Aufgabe des Landgemeindetages fei es, für alle zu sorgen und nicht etwa einzelne Gemeinwesen besonders zu bevorzugen. Der Landgemeindetag habe es sich zur Ausgabe gemacht, Die Bürgermeister, die zum großen Teile neu im Amte seien, gründlich für ihre Arbeit in den Gemeinden zu schulen. Es sei damit zu rechnen, daß in nächster Zeit der Deutsche Landgemeindetag eine Körperschaft des öffentlichen Rechts werde. Deshalb dürfe in Zukunft keine Gemeinde mehr außerhalb des Verbandes stehen.
Gauredner und Kreisleiter z. b.B. Bulimann-Gießen
sprach über das Winterhilfswerk. Die Durch- führung des Winterhilfswerks habe besondere Bedeutung nicht nur in innerpolitischer, sondern auch in außenpolitischer Hinsicht. Es gelte, das deutsche Leben zu beruhigen.
Das ganze deutsche Volk müsse zusammen- stehen und das Mnterhilfswerk tragen.
Der Bürgermeister habe hier große Aufgaben zu erfüllen. Es müsse der Welt bewiesen werden, daß wir uns selbst zu erhalten wissen. Der Führer habe den Bauernstand gerettet. Der Bauer müsse deshalb
jetzt dafür forgen, daß auch der notleidende Teil unserer Bevölkerung gehalten und dadurch zum Nationalsozialismus geführt werde. C s (ei noch viel N o t zu lindern. Jeder, der gebe, müff« fürDeutschland geben, jeder, der nehme, müsf« das Bewußtsein in sich tragen, daß er von Deutschland erhalte. Die Unterstützung Der Notleidenden dürfe nicht bürokratisch gehandhabt werden. Es müsse üblich werden, bei Hausschlach- tungen mindestens 1 v. H. des Schlachtgutes Der Winterhilfe zu geben.
Die Unterernährung weiter Volkskreise müffe eingedämmt werden, damit, wenn Der Führer im nächsten 3ahre den zweiten leis der Schlacht gegen die Arbeitslosigkeit beginne, arbeitsfähige Menschen vorhanden seien.
Die Winterhilfsarbeit sei vorübergehend und müsse abgelöst werden durch die Arbeitsmöglich- k e i t f ü r jeden Volksgenossen. Der Wohl« tätigleit fei nach obenhin keine Grenze gesetzt.
Oer Abschluß der Tagung.
Regierungsrat Dr. Kayser gab noch Aufschluß über die Benachrichtigung beim Ausbruch von Tierseuchen, über Maßnahmen zur Mäuseoertilgung, über die Bestimmungen zur Ausstellung von Gewerbescheinen und forderte zur Abführung Der Handwerkskammerbeiträge aus.
Regierungsrat Grein mahnte zur Erledigung der Steuerrückstände und wies auf die Möglichkeiten der Aufstellung eines Til- gungsplanes und eventuellen Erlasses von rückständigen Steuern in Fällen besonderer Not hin.
Der Versammlungsleiter, Bürgermeister Euler (Wieseck), schloß dann mit dreifachem „Sieg-Heil!- auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler die außerordentlich anregende Tagung.
30Iahre Reichsbund der Zivildienstberechtigten in Gießen..
Am Samstagabend fand im Saale des Cas6 ßeib aus Anlaß des 30jährigen Bestehens der hiesigen Ortsgruppe des Reichsbundes der Zivildienstberechtigten (jetzt Reichsbund ehemaliger Berufssoldaten) eine gut besuchte Feier statt. Nach einigen Musik- oorträgen des Musikkorps des Bail. 1/15. Jnf.-Rgt. hielt der 1. Führer der Ortsgruppe, K. Schwenker die Festansprache. Nach kurzer Begrüßung der Erschienenen führte er u. a. folgendes aus: Die Veranstaltung solle nicht ein Fest um des Festes willen, sondern eine Feierstunde sein, im Gedenken an ernste und schwere Zeiten, aber auch an eine stolze Zeitwende.
Der Redner gab dann einen kurzen Rückblick über die Entstehung und Entwicklung der Ortsgruppe und ihre Ausgaben vor dem Kriege. Ein neuer Zeitabschnitt habe mit dem Kriegsende durch den Vertrag von Versailles begonnen. Man habe dem deutschen Volk die Wehrmacht und damit auch seine Volkseinheit zerschlagen. Man habe Deutschland die Wehr pflicht genommen und zwinge ihm ein Wehrsystem auf, das die Heeresleitung vor neue schwere Aufgaben stelle. Ebenso sei der Bund deutscher Militäranwärter zu neuen einschneidenden Maßnahmen gezwungen worden. Der Kapitulant in früherer Zeit als Einzelerscheinung sei ersetzt durch den Berufssoldaten in der Gesamtheit. Aus der Militäranwärterfrage sei eine reine Der-sorgungsfrage im weiteren geworden.
Das Aufgabengebiet des Soldaten sei ins Anendliche gewachsen, weil ec den Massen- einsah von Menschen und Material ersehen mußte, durch seine geistige ünd seelische Kraft.
Wolle der Staat, um die geringe Wehrmacht zu erhalten, Nachwuchs haben, so müsse er sich zu einer entsprechenden Gegenleistung verpflichten, die aus- reiche, dem sich freiwillig in den Wehrstand ein- gliedernden jungen Soldaten eine Lebensmöglich- teit von dem Zeitpunkt an zu garantieren, von dem ab er feinen Soldatenrock nach vollendeter Dienstzeit wieder ausziehen müsse. Auch vom bevölkerungspolitischen Standpunkt aus müsse die Versorgung gefordert werden. Wir wollten keine Versorgung im engeren Sinne, wir wollten unsere Kraft in den Dienst Des öaterlanDes unD Volkes stellen.
Wir haben unter Dem vergangenen System viel leiden müssen, trotzdem hat uns nichts abgehalten, unser nationales Bekenntnis überall zum Ausdruck zu bringen.
Es fei zu erwarten, daß die Anstellungsfrage nach der politischen Umstellung so durckgeführt werde, wie es sich gehöre und wie sie Adolf Hitler sanktioniert habe. Verstöße hiergegen seien Verstöße gegen den Willen des Führers. Der Redner schloß mit einem dreifachen „Sieg-Heil!". Sodann wurde das Horst-Wessel-LieD gesungen.
Es folgten nun Drei lebenDe BilDer „Gefallenen- Ehrung", „Germanias Weckruf" unD „Das Erwachen Deutschlands"), ausgearbeitet von Hugo Hartmann, mit erläuterndem Tert, gesprochen von Ludwig Friedrich, Die ihre Wirkung nicht verfehlten.
Im weiteren Verlaufe Des AbenDs sprach zunächst VerbanDsführer Mahner (DarmftaDt). Er überbrachte Grüße unD Glückwünsche des Landesverbandes, sowie Die Des BunDespräsiDiums und Des BundesvorstanDes. Er sprach Dann von Der BeDeutung Des 12. November unD betonte, Daß Der SolDat im Dritten Reich wieDer zu seinem Recht komme. Er überreichte fobann im Auftrage Des BunDes Den Mitgliedern Bill, Mohr und Kehrmann Das Große BunDes-Ehrenabzeichen, während die hiesige Ortsgruppe ein schönes Bild (Hindenburg und Hitler) erhielt. Zum Ehrenmitglied der Ortsgruppe wurde Mo? Schmidt ernannt. Außerdem erhielten die goldene Nadel für 25jährige Mitgliedschaft: Wilh. V e i d t, Max Schmidt, Ioh. Melch. Rupp, Ludw. Espenschied und Johannes Volz, sämtlich in Gießen, sowie Georg Guthier (Wieseck) und Heinrich Schmidt (Langsdorf). Die silberne Nadel für 10jährige Mitgliedschaft erhielten: Paul (Bans, Wilh. Wallbo11, Otto Purrmann, Georg Emrich, Gustav Günther, Karl Volz, Ludwig Heß, Jakob (Bengnagel, Ad. Schwarzlose, Konr. Reinhard, Ad. Falken st ein, Bruno S chmöd c r, Hrch. Winnen, Karl M al- ko m e s i u s , Fritz Geldmacher, Hrch. L ö - wer, Ludwig Kinzenbach, Martin Steiner, Gg. Jäckel, Hrch. Kern, sämtlich in Gießen, sowie Karl L i st m a n n (Neukirchen, Kreis Ziegenhain).
Es sprachen ferner, unter Ueberreirfjung von Geschenken, Vertreter der Ortsgruppen Mainz und Offenbach. Bürgermeister Dr. Seid übermittelte die Grüße und Glückwünsche der Stadt. Er betonte, daß die Stadtverwaltung den Bestrebungen des Reichsbundes stets großes Interesse entgegengebracht habe, seien doch aus seinen Reihen viele Beamte der Stadt hervorgeganaen. Die Stadtverwaltung habe mit den Ziviidienstoerechtigten gute (Erfahrungen gemacht. Im Namen der Stadtratsfraktion der NSDAP, sprach Kaufmann Sudheimer mit dem Hinweis, daß durch den Geist der Berufssoldaten Die Möglichkeit beftanDen hätte, Die nationale Revolution Durchzusetzen.
Weitere Ansprachen hielten ein Vertreter Der Arbeitsgemeinschaft Der hiesigen Militärvereine, so- wie. Ehrenvorsitzender Fenchel, Der auf Die früheren schwierigen Verhandlungen mit Den Behörden hinwies. Der übrige Teil des Programms war ausgefüllt durch weitere musikalische Darbietungen, sowie durch beifällig aufgenommene Tänze von Frl. Cent Haase und Frl. Tlinni Nikolei.
Oer Luchertag
Feier der Gießener Lukasgemeinde.
Der Familienabend, den die Lukasgemeinde am Sonntagabend veranstaltete, war als Luther-Abend gedacht. Demgemäß berichtete Pfarrer B e ch t o l s- Heimer Einzelnes aus dem Leben Luthers, namentlich von seinem Aufenthalt auf der Wartburg, seinem Iugendleben, seinem Familienleben und schilderte den Lebenslaus der Gattin und der Kinder des Reformators. Frau Landgerichtsrat Strack und Pianist Hahn spielten vierhändig auf dem Klavier das Orgelkonzert in O-Moll von Händel und den ersten Satz Des Septettes von Beethoven. Fräulein Milli von Der Heydt fang Lieder religiöser Art von Schubert und Brahms. Mit diesen musikalischen unD gesanglichen Darbietungen gewannen Die Vortragenden den lebhaften Beifall Der zahlreich erschienenen Teilnehmer.
Lutberfeier ter Markusgemetnde.
Alle Jahre im November hält untere Markus- Seineinbe ihre Gemeindeteier in der Turnhalle am siuüID-:garten. In diesem Lucherjubiiiaumsjahr mar es selbstoerskändlich. Daß es ein Lut herfest tag fein mußte. Die Gemeinde batte chn am letzten Sonntag.
Nach kurzem Begrüßung« wart des Gemeinde- Pfarrers wurde Die dreier begonnen mit dem Ge- meinDelied „Gin feste Burg". Zwei bololieder (CEbördle) von Fräulein G. Kuhn mit zwei Chöre der ‘Ihoroloercmigung unterer Stadtkirche unter Leitung von Lehrer Simon waren ouf den gleichen To,' gestimmt Ein Gedicht Dies au‘ ..Die deutsche Bibel" hin Ein Sprechchor, von evangelischer Jugend unter Führung von ftuD. theol. Orth sorge-
in Oberheffen.
tragen, brachte Luthers religiöse Botschaft zum Ausdruck und alieöerte auch die Gemeinde durch gemeinsam gesungene Lutherchoräle ein.
Ernst und eindringlich gab Pfarrer Sucker, der die Festansprache übernommen hatte, eine Antwort auf Die Frage: „Was hat Luther heute uns Deutschen zu sagen?" In knappen Sätzen, plastisch und überzeugend in Form und Inhalt, wies er Darauf bin, wie auch für uns Deutsche im gegenwärtigen Geschehen der seelische Kampf Luthers und fein religiöses Erlebnis in Christus von größter Bedeutung ist. Auch das politische Schicksal unseres Volkes — in Familie, Beruf, Staat — wird allein dadurch zu feinem Segen entschieden werden, daß unter Volk von Luther sich zu Christus hinführen läßt durch seinen Katechismus, seine Lieder und seine deutsche Bibel.
In Luthers Zeit und feine Bä>e führte das Spiel „Luthers Käthe", das nach einem einleitenden Vorspruch von Frauen und Kindern der Gemeind« ausgeluhrt wurde.
Zwischen diesen verschiedenen, mehr ernsten Darbietungen erfreuten einige Kinder der Kinderkirche und ebenso eine Mädchengruppe der Jugendschar durch mehrere schöne Volkstänze.
Für das leibliche Wohl war durch den Frauen- verein der Markusgemeinde wieder bestens gesorgt. Kaffee unD Kuchen wurden geboten. Und an Den chön Qfderften und vlurnengeschmückten Tischen er» chien bk große Versammlung wie eine festlich ge- tlmmte, feiernde Familie. Ein herzliches Danlmort an alle Mithelfer und der gemeinsam gesungen«


