Ausgabe 
21.11.1933 Drittes Blatt
 
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Dienstag. 21. November M3

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)

Nr. 275 Drittes Blatt

Reichspräsident und Reichsbischof beim Luchertag

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Aus der Provinzialhauptstadt

Lustschuh ist Selbstschutz!

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Tagewerks auf der Baustelle

Der Goethe-Bund eröffnet, wie man uns schreibt, am kommenden Sonntag (Totensonn­tag) die Reihe seiner literarischen Abende mit einer P a u l-E r n st ° G e d e n k st u n d e. Der Dich­ter, der im Frühjahr dieses Jahres verstorben ist, war selbst im Jahre 1921 Gast des Goethe-Bundes gewesen. Paul Ernst war ein aufrechter Rufer und Führer in unserer Zeit, ein starker Künder und Mahner deutschen Geistes. Gleichsam wie ein Seher seines Volkes forderte er von Deutschland, das er das für die Völker Europas verantwortliche Volk nennt, Ernst und Würde in der Vollendung feines nationalen und geistigen Schicksals. Sein Ruf ist in Erfüllung gegangen! Der bekannte und aus- gezeichnete Sprecher Dr. Leonhard Blaß wird zu Beginn der Gedenkfeier sprechen und in das Werk des Dichters einführen, um dann aus der reichen Fülle der Werke von Paul Ernst wertvolle Aus­schnitte vorzutragen und somit das Bild seiner geistigen Gestalt abgerundet und ausgeprägt vor dem Zuhörer erstehen zu lassen. Gerade die reife und feinabgestimmte Kunst dieses Sprechers dürfte ihn zu einem bedeutsamen Mittler der Werke des Dichters werden lassen. Es ist dringend zu wün- schen, daß diese literarische Gedenkstunde allseits stärkste Beachtung findet, vor allem aus den Kreisen, die für unser echtes deutsches Schrifttum Verehrung und Wertschätzung in sich tragen. (Siehe heutige Anzeige.)

Puppenspiele des Kasperle Lari­fari finden morgen um 15.30 im Katholischen Ver­einshaus statt. Siehe gestrige Anzeige.

Herstellung von Schmutz- und Tagewasser- kanälen in Dillenburg

Instandsehungsarbelten an öffentlichen Gebäuden in Bad Homburg

Jnstandsehungsarbeiten am Schloß Schön­feld sowie an städtischen Wohngebäuden in Kassel

Instandsehungs- und Lrgänzungsarbeiten an öffentlichen Gebäuden des Kreises und kreisangehörigen Gemeinden im rNain-Taunuskreis

Instandsetzung vorhandener Dränagen in der Gemeinde Obbornhofen

Instandsetzung des Seemenbaches in der

Oie Jugend im Kampf gegen Hunger und Kälte!

Reichspropagandaminister

Dr. Goebbels nagelt im Berliner Lustgarten ein Wappenschild der Hit­lerjugend zu Gunsten der Winter­hilfe.

Gemarkung L i n d h e i m

Regulierung einer Teilstrecke der Wodan von km 12,648 bis km 14,425 zwischen dem Sandbachwehr und Wehr der Eschollmühle in Eberstadt

Ausführung der 3. B. A. der Kanalisation und Kläranlage der Stadt Oberursel

Verbreiterung des Salzbaches in Wies- baden-Biebrich vom Damm des Güter­gleises bis zur Kasteler Straße in Wies­baden

Wiesen- und Ackerdränagen, Entwässerun­gen in Reuenbruslar

Wiesenentwässerung und Oedlandkultt- vierung Gem. Horbach

Acker- und Wiesendränagen in Schweins­berg

Wiesen- und Oedlandmeliorationen Gem. Brandscheid

Gemeinsch. Dränage in der Gemeinde Cappel

Ackerdränage Gemeinde Oberhattert

Gas- und Wasserversorgungsanlagen, Ab- teilungsanlagen des Brauch- und Re­genwassers, Instandsetzung und Ergän­zung des Klärbetriebes der städtischen Kanalisation in Fulda

Regelung der Gründau und ihrer Zuflüsse Gem. Riedergründau

Erweiterung und Verbesserungen an Gas- und Wasserleitungen in Kassel

Dänagen in elf Gemeinden im Unter- westerwald

Ackerdränage Gemeinde Riederkleen Dränung von Acker- und Wiesenländereien

Gemeinde Goßfelden

Ausbau der Elbe und der hauptvorslut- gräben f. d. Vorflutbesch. Gemeinde Eppinghausen

Entwässerung von Wiesen, Gemeinde Wil- dernbach

Dränung von Wiesengrundstücken in den Gemarkungen Richelsdorf und Süß

Dränung von stark versumpften Wiesen in Ronshausen

Deutscher!

Rach dem Wort unseres Führers soll in diesem Winter kein Volksgenosse hungern und frieren. Denke daran und frankiere deine Briefe mit Richard - Wagner - wohlfahrtsbrief- marken. Du hilfst dann auch hier zu deinem Teil mit an der Linderung der Rot vieler Volks­genossen.

Hiller schafft Arbeit!

Weitere bewilligte Maßnahmen im Arbeiks-

** Ein Eisernes Kreuz 1. Klasse ge- funben. Vorn Postamt Gießen wird uns mit- geteilt: Unter den gewöhnlichen Briefen, die hier am 21. Septrnber durch die Briefkasten aufgeliefert worden sind, ist ein Eisernes Kreuz 1. Klasse vor­gefunden worden.

* Zur Richtigste11ung. In unserem gestri- gen Bericht über die Treukundgebung der Burschen­schaft des Lahngaues für das Saargebiet muß es bei der Wiedergabe der Ansprache des Universitäts­professors Dr. Mayer in dem ersten, durch Fett­druck hervorgehobenen Satze richtig wie folgt heißen:Das Auslandsdeutschtum habe eine große Dankesschuld an das Deutsche Reich ab g e tragen (nicht, wie gestern infolge eines Setzfehlers zu lesen war, abzutragen).

** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 16. November verstorben in Gießen: 1. Katharina Koch, geb. Platt, Wwe., 63 Jahre alt, Kaiserallee 43; 2. Elisabeth Gerber geb. Becker, 67 Jahre alt, Schützenstraße 50; 2. Eleonore Bruck- mann, Bibliotheks-Obersekretärm, 45 Jahre alt, Hofmannstraße 14; 3. Heinrich Dohle Arbeiter 42 Jahre alt, Schisfenberger Weg 26, 4- Äarol ne Baitz, geb. Drommershausen, 68 Jahre alt. Klein» Mühlgasse 10; 5. Elisabeth Martin, Kmberpslegerui. 20 Jahre alt, Lahnstrahe 13 7 M°r,e Wilhelmine Bellos, geb. Pfeil, 78 Jahre alt, Kleine Muhlgasse 1|

kann anreden lassen. Jawohl, das gibts nur ein­mal, das kommt nicht wieder. Das waren jene Sitten des vom brausenden Frühlingssturm der nationalsozialistischen Weltanschauung hinweggefeg­ten liberalistischen Zeitalters mit all seinen Ge­schmacksverirrungen. Auch auf diesem Gebiete hat nationalsozialistischer Geist seinen Einzug gehalten, und die Ehefrau des Herrn Ministerialrats Schulze läßt sich heute lediglich mitFrau Schulze" an- reden und hat dabei innerlich den berechtigten Stolz, daß ihr Ehemann dazu berufen ist, im nationalsozialistischen Staat seine Kräfte als Mini­sterialrat im Dienste für sein Volk einsetzen zu dürfen. Und jede Beamtenfrau, die in schmeichle­rischer Weise von einem Dritten mit dem Titel ihres Ehemannes angeredet wird, wird diesen Dritten auf dessen Geschmacklosigkeit, die Frau mit der Dienstbezeichnung ihres Ehemannes anzureden, Hinweisen!

Verlegung der pstanzenschutzstelle von Geisenheim nach Gießen.

Auf Anordnung des Landesbäuernführers wird die der Lehr- und Forschungsanstalt in Geisenheim angegliederte Hauptstelle für Pflanzenschutz mit so­fortiger Wirkung von Geisenheim nach Gießen verlegt.

NS-Lehrerbund, Sau Ausland.

Belr.: Arbeitsgemeinschaft.

Geist des Meisters, dessen Musikwert man erstehen läßt. Dieses Gemeinschaftserlebnis und diese Er­ziehung zum selbstlosen Dienen am Musikwerk sind das Geheimnis alles Glücks, das im Musizieren mit Instrumenten liegt. Dieses Glück soll in jeder deutschen Familie wieder einziehen.

Möge die edle deutsche Hausmusik wieder, wie einst, eine Heimstätte finden in jedem Haus Die deutsche Familie wird reichen Segen daran habem Sie die so zerrissen ist von Hast und Unrast, wird unter der Sonne der Musik sich wieder aufbauen als unzerstörbares Bollwerk gegen alles was un­ser angestammtes Wesen zu- verderben droht. Die Musik wird Bindung und Gemeinschaft sein, zusam­menfügen, was sonst auseinanderfiele und so eine starke aufbauende Kraft werden im Dienste echter

Sltern der Verantwortung be. mußt werden, die sie dem gesamten Volke gegen­über tragen. Mögen sie erkennen, welches unver­lierbare Lebensgut sie ihren Kindern schenken, wenn sie sie führen und anhalten zur Pflege deutscher Hausmusik!

Hausmusik aus alter und neuer Zeit.

Auf die Veranstaltung zum Tag der Hausmusik, die am heutigen Dienstag, 21. Rovemoer, 20 Uhr pünktlich, im Saale des Gesellschaftsvereins, Son­nenstraße, stattfindet, sei nochmals hyigewiesen. Schüler und Schülerinnen hiesiger Prioatmustk- lehrer werden in einem abwechslungsreichen Pro­gramm Hausmusik aus alter unb neuer Zeit zu Gehör bringen. Ein einleitender Bortrag (Musik­lehrer Franz Bauer) wird grundsätzlich Fragen zur Arbeit des Privatmusiklehrers erläutern. Der Abend, dessen Vorbereitungen die hiesige Ortsgruppe des Reichskartells der deutschen Musiker schäft_in Verbindung mit dem Kampfbund für deutsche Kul­tur getroffen hat, verspricht einen interessanten Einblick in das Gebiet der Hausmusik, deren Pflege heute von größter Wichtigkeit ist, darmt unsere Heranwachsende Jugend zur Liebe zur Kunst, zur Ehrfurcht vor dem Schönen und Erhabenen und zum Verständnis unserer herrlichen Meisterwerke erzogen werden kann. Zur Deckung der Unkosten

Reichspräsident o. Hindenburg und der Reichsbischof Ludwig M ül le r (links) sowie Domprediger O. R i ch t e r verlassen den Berliner Dom nach dem Festgottesdienst.

Deutsche Hausmusik.

Gedanken zum (Sädlientag, 22. November.

Von Siudienrat W. Krauß.

Der Tag der ehrwürdigen Schutzheiligen der Mu­sik mag keinem Volk mehr Anlaß zu ernster Be­sinnung werden, als dem Deutschen. Immer klarer müssen wir in der neuen Zeit die Eigenwe-te unseres Volkes erkennen und wahren. Nun ift unter allen Kulturäußerungen die Musik der ungetrübteste Aus­druck der deutschen Seele. Im Leben des Einzelnen wie des gesamten Volkes ist die deutsche Musik Kun- derin dieser Seele in den Augenblicken ihres tief­sten Erlebens. So wurden die Jahrhunderte vom Erstarken und Aufstreben des deutschen Bürgertums die große Werdezeit des deutschen VolksUedes, so wurde aus der mächtigen Bewegung der Reforma­tion der deutsche Choral, das Lied der deutschen Frömmigkeit, geboren, so sind wir erleben es jetzt wieder Zeiten besonderen Volkserlebens zu­gleich Geburtsstunden des Liedes und der Musik. Die Musik ist unserem Wesen unentbehrlich. Wer da sagt, Musik sei nur Zeitvertreib ur Müßiggänger, sie entnerve und lähme d.e Willenskraft, der be schimpft den deutschen Namen und muß beschämt stehen vor zwei großen Deutschen der Vergangen­heit. Denn Luther wies nach der Religion der Musik den höchsten Platz an, und Singen und Lau­tenspiel verstummten nicht in seiner Familie. Uno Friedrich der Große hat in Sanssouci sein Flötenspiel gewiß nicht aus Langeweile getrieben, auch nichts von seiner Tatkraft darüber eingebußt.

Und was war unfern deutschen Musikern ihre Kunst! Gewiß, sie hat ihnen keinen Reichtum ein- gebracht, denn sie haben alle des Lebens Not und Entbehrung im Ueberrnaß zu spuren bekommen. Aber die Musik war ihnen Reichtum im höheren Sinne der ganze Wert ihres Lebens. Und was die Musik diesen Größten unseres Volkes war, das muß sie, in bescheidenem Teil, jedem einzelnen von uns wieder werden. Leben und Kunst müssen wieder e,Daueriftn"nötig, daß wir unerbittlich und tatbe­reit den Kampf füh ->n gegen alle artfremde Mustk und liebevoll das Musikgut pflegen, das ein gött­liches Geschick in reicher Fülle gerade" über uns Rutsche ausgegossen hat. So steht am morgiaen Tage vor jedem die Mahnung, seine dcustchen äslieber nicht zu vergessen, mit ihrer He.mat- unb Vaterlanbsliebe, mit ihrer weihnachtlichen In- siissssftfS

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des katholischen Musikgewaltlgen unserer Tage, Max * Dieses Singen' unserer Volkslieder ist die eine notwendige Säule zur Musikkultur unseres Bottes Die zweite ist das Musizieren mit Instrumenten in der deutschen Familie, die deutsche Haus musik. Im Zeitalter von Grammophon und Radio haben wir diesen alten deutschen Brauch verloren.

Am Mittwoch, 22. November, 17 Uhr, spre­chen im Physiksaal der Schillerschule (Schil- lerstraße) nicht in der Neuen Pestalozzischule, wie ursprünglich angegeben Unw.-Prof. v. Dr. Cordier, Gießen, über:Reiseeindrucke über deutsches Leben in Jugoslawien" und Frl. Ruth Schumacher, Wuppertal - Barmen im Auftrag der Deutschen Kolonialgesellschaft über:Das Deutschtum in Südwestafrika" mit selbstaufgenom- menen Lichtbildern. Gäste sind willkommen.

Belr.: Förberermitglieber des Gaues Ausland.

Die Beiträge können aus das Postscheckkonto der Dresdener Bank, Zweigniederlassung Gießen Nr. 1151 Frankfurt a. M., zur Gutschrift auf das Konto des NSLB., Gau Ausland, eingezahlt werden, oder an die Bezirksobleute, die die Betrage mit Dem Gaukassenwart, Lehrer Otterbein, Gießen, Lubwigstraße, abrechnen.

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* Gießen, 21. Nov. Auf bem heutigen Wochen- markt kosteten: ßanbbutter, bas Pfunb 1,40 Mark, Kochbutter 1,20 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 14, Wirsing 8 bis 12, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 10, Gelbe Rüben 8'bis 10, Rote Rüben 10, Spinat 12 bis 20, Römischkohl 10, Unterkohlrabi 5 bis 7, Grünkohl 10 bis 15, Rosenkohl 20 bis 25 Pf., Feldsalat 1 Mk Tomaten 20 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Kürbis 6 bis 7, Kartoffeln 3 bis 3% Pf-, der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Aepfel das Pfunb 10 bis 18 Pf-, Birnen 10 bis 15, Nüsse 40 bis 55, Honig 40, junge Hahne 70 bis 75, Suppenhühner 60 bis 65, Gänse 60 bis 70, Blumenkohl, bas Stück 25 bis 50, Enbivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10, Sellerie 5 bis 25 Pf.

Bornotizen.

- Tageskalenber für Dienstag. Stabt- theater: 20 bis 22.30 Uhr,Der Traum ber Vilma Kelemen". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Ge­heimnis bes blauen Zimmers". Reichskartell der deutschen Musikerschaft gemeinsam mit dem Kamp - Hund für deutsche Kultur, 20 Uhr, Saal des Gesell­schaftsvereins, Hausmusik aus alter unb neuer Zeit.

Aus bem Stab11heaterbüro wirb uns geschrieben: Heute Adenb 8. Vorstellung im Dienstag-Abonnement:Der Traum ber Vilma Kelemen", Gesellschaftskomöbie von Franz Molnar; Spielleitung: Jntenbant Hanns König, Besetzung die der Erstaufführung. Spieldauer von 20 bis 22,30 Uhr. Mittwoch, 22. November fallt bas Abonnement aus. Statt besten außer Abonnement ber große Spielplanerfolg ber klassischen Operette. .Wiener Blut" von Johann Strauß. Leitung: Wrede-Cujä-Bäulke. Ermäßigte Operetten- preise. Spieldauer von 19.30 bis 22 Uhr.

wird der geringe Beitrag von 50 Pfennig (Schuler 30 Pfennig) einschl. Programm, das zum Eintritt berechtigt, erhoben. Im Vorverkauf sind die Pro­gramme auch in der Musikalienhandlung von C h a l l i e r, Neuenweg, zu haben.

Zur Heilighaliuug des preußischen Buß- und BeitaqeS.

Die Ministerialabteilung la des hessischen Staats­ministeriums hat zwecks Heilighaltung des preu­ßischen Buß- unb Bettags am 22. November für die an das preußische Staatsgebiet angrenzenden Kreise folgendes angeordnet: Tanzveranstaltungen aller Art find zu verbieten, es fei denn, daß es sich um geschlossene Gesellschaften handelt. Sonstige Lust­barkeiten können stattfinden, soweit sie sich im Rah­men des lieblichen halten, also nicht wie bei den Grenzstädten vielfach geschehen eigens für den 22. November 1933 angesetzt sind, um den preußi­schen Staatsangehörigen eine Umgehung ber für Preußen angeorbneten Einschränkungen zu erleichtern. Seine Titel desMannessürdieEbe rau!

Auf Anregung des Herrn Staatsministers gibt das Staatspresseamt bekannt:Man soll sich nicht mit fremden Federn schmücken" bas kann auch von ber Unsitte gesagt werben, baß sich bie Beam­tenfrauen mit bem Titel ober besser gesagt mit ber Dienstbezeichnung ihrer Ehemänner anreben lassen. Aber es klingt doch so schön, wenn man sich voll Stolz unb einem triumphierenben Seitenblick auf die liebe Nachbarin mitFrau Ministerialrat

Frau Oberregierungsrat" «Frau Direktor

Die Errungenschaften der Technik in Ehren. Auch sie haben, sogar in der Musik, ihren unschätzbaren Wert. Aber bie Technisierung hat uns bie Eigen­tätigkeit geraubt, alle Kräfte unb Werte vernichtet, die gerade bei ber musikalischen Betätigung zur Entfaltung kommen. Erst im eigenen Nachschaffen erleben wir, was bes Künstlers Seele im Schaffen bewegte. Kraft ber Seelenoerdunbenheit strömt aus biesem selbsttätigen Musizieren, wenn es im Zu­sammenspiel mit anberen Instrumenten gilt, sich einzuorbnen in bie Gesamtheit aller Spieler unb mit ihnen gemeinsam sich unterzuordnen unter den