Ausgabe 
21.10.1933 Zweites Blatt
 
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Der Gebrauch von Nobels Explosiva! hatte sich bald in mehreren Minen Schwedens eingebürgert und nahm von dort, wenn auch zuerst sehr zögernd, seinen Siegeslauf durch die Welt. Noch lange hat man nicht alle Eigenschaften des Nitro-Glyce- rins getonnt und sich deshalb gegen feine furcht­baren Wirkungen nicht genügend schützen können. Die größte Gefahr des Sprengöls lag in feiner flüs­sigen Form. Leicht konnten kleine Mengen des Oels heraussickern, durch Stöße zur Explosion gebracht werden und dann größere Stoffmengen entzünden. Deshalb war Nobels ganzes Streben darauf ge­richtet, dem Sprengstoff feste Gestalt zu geben. Die Lösung dieses Problems gelang bekanntlich dadurch, daß das Nitro-Glyzerin an Kieselgur gebunden wurde. Die Entdeckung ist einem Zufall zu ver­danken. Einem Zufall? Ist es cm Zufall, wenn jahrzehntelange Forschung und kühne Beharrlichkeit aus dem Feld der technischen Möglichkeiten, das das rastlos arbeitende Gehirn noch allen Seiten durch­eilt, einmal zu dem Punkt führen, wo I n tut t > oin und Wirklichkeit sich finden, wo Phantasie und Denken sich in die lohnende Tat umsetzen Jeden» falls ein bequemes Geschenk des Himmels war diese Entdeckung nicht. Eines Tages war aus einer ge- sprungenen Flasche ein wenig Nitro-Glycerm ge­stossen und hatte sich mit dem Verpackungsmaterial

Müterhilfswerk

des Deutschen Volkes 1933/34.

(Hauführung Hessen-Nassau.

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vermengt. Dieses Verpackungsmaterial, eine poröse Erde Jtiefelgur", von der es z. B. in der Lüne­burger Heide große Borkommen gibt, bildete mit dem Nitro Glycerin zusammen einen dichten Mör­tel. Das war die langgesuchte Mischung, in der die explosiven Eigenschaften des Nitroglycerins erhalten blieben und die doch zugleich die Gefahr der unbe­rechenbaren Entladung auf ein Mindestmaß be­schrankte. Der neue Stoff erhielt den Namen D y - n a m i t. Die Erfindung wurde 1876 in Schweden patentiert und machte Alfred Nobel mit einem Schlage in aller Well berühmt.

Ein Unglücksfall kam der Ausbreitung des Dyna­mits zu Hilfe. Ein Schiff, das auf dem Wege nach Peru in seiner Ladung ein Paket Dynamit mit­nahm, explodierte in der Nähe von Lima. Von dem Schiff und seiner Mannschaft blieb überhaupt keine Spur zurück. Drastischer konnte die Wirkung des Explosivstoffes nicht gezeigt werden. Die furchtbare Katastrophe wirkte wie eine gigantische Re­klame. Die europäischen Staaten begannen sich für seine Erfindung zu interessieren. Es begann die Zeit der Fabrikneugründungen, der Reisen durch aller Herren Länder, der Verhandlungen und Ver­träge. Die stille Arbeit in den Laboratorien an der Verbesserung des Sprengstoffes ging weiter. Das Kieselgur, das die Rolle eines trägen Körpers spielte, wurde durch Collodium ersetzt. Die neue Masse, eine Mischung von Nitro-Glyzerin xmdCollodium, wurde unter dem NamenDynamit-Gummi" 1876 paten­tiert. Diesen Erfindungen schloß sich fast ein Jahr­zehnt später das r a u ch s ch w a ch e Pulver an. Alfred Nobel entfaltete eine weitverzweigte Tätig­keit; neben seinen eigenen Gründungen beteiligte er sich an den Unternehmen seines in Rußland ge­bliebenen Bruders in der kaukasischen Petroleum­industrie. Der große Erfolg und ein unstillbarer Ar- beitsdrang trieben den rast- und ruhelosen Menschen au immer neuen Versuchen und Projekten auf ver­schiedenen Gebieten. In seiner gesamten Schaffens­zeit hat Nobel 120 Patente genommen. Eine große Anzahl von Anregungenzum Gebrauch der­jenigen, welche freie Zeit haben", hat die weitere Entwicklung der Technik gefördert. Bald war er in Deutschland, dann wieder in Schweden oder in Frankreich. Er war der deutschen und der französi- sihen Sprache ebenso mächtig wie der schwedischen. Längere Zeit hat er in Paris gelebt, das er 1891 endgültig verlieh, um sich in San Remo an der Rivera niederzulassen, wo er sich ein Haus baute. Dort starb er im Aller von 63 Jahren am 10. De­zember 1896.

Alfred Nobel, der Erfinder des Mittels, das die Entwicklung derKriegstechnik jo stürmisch voran­trieb, war selber keine kriegerischeNatur. Er glaubte an die Ueberroinbung des Krieges in einer fernen Zukunft, blieb in feinen Visionen jedoch immer nüchtern und ohne Illusionen immer mit der Wirklichkeit verknüpft. Seine Erfindung feilte den Äriea ad absurdum führen helfen und zu nützlichem Dienst an der Menschheit eingespannt werden. Eng verbunden mit dieser Anschauung war (ein Glaube on die segensreichen Wirkungen von Wissenschaft und Technik; aus diesem Geist entstand die N o b e l- ft i f t u n g, der er sein ganzes Vermögen vermachte: für den Fortschritt des Friedens und der Wissen- fchasten. Er war immer bereit, feinen Mitmenschen au helfen Dabei verriet sich feine geheime Liebe xiTr.1UIPer un& Phantasten; er konnte verschwen- oertfd) beschenken, mit dem gütigen Lächeln dessen, öcr um die tiefe Wahrheit der Träume weih. Kurz vor seinem Tode äuherte er sich zu feinem Freunde Charles Barn:Ich habe nicht daran gedacht, einem homme d'aetion etwas zu testieren, denn ein foldjcr wurde damit der Versuchung ausgesetzt sein, mit Der Arbeit auhuhören. Dagegen will ich gern Öen Träumern helfen, denen es schwer fällt, sich durch das Leben hindurchzukämpfen.Hier lebte er, der sein Leben ganz auf sichtbare Erfolge und loh- nenöe Ziele eingestellt zu haben schien, die sorg- losere, leichtere und lebensfreudige Seite seines Wesens aus. So wollte er in anderen das erfüllt sehen, was ihm in sich zu verwirklichen nicht ver­gönnt war. Wie olle Grohen im Reiche des Geistes blieb Alfred Nobel zeitlebens ein einfacher Mensch. Als ihm von einer Seite in nicht eben sehr taktvoller Weise eine Ordensauszeichnung als 'Belohnung für eine größere Stiftung angeboten wurde, muhte der Biieischreiber diese stolze Ant- wort lefen:Einige Zeilen Ihres liebenswürdigen Briefes erklären sich durch die Tatsache, bah wir uns nicht kennen. Möglicherweise ist unter der hal­ben Milliarde von meinesgleichen einer dabei, der ebtnfo gleichgültig ist wie ich gegen Ehrenbezeich» nungen, aber es gibt sicher keinen, der es noch mehr ist als ich. Man kann sie nicht ablebnen, ohne als Original zu gelten, wenn sie einem angeboten wer­den, aber sie machen einem gewöhnlich Unbequem­lichkeiten und find mir daher zuwider."

Von der Deutschen Burschenschaft

Bon den kr.egsfre,willigen Studenten der Be- treiungskriege 1813,14 wurde nach chrer Rückkehr in die Heimat in derTanne zu Jena die Bur- fchenschait in Form eines Zusammen,chlusses der ch r i st 1 i ch - d e u t s ch e n Studenten gegrun- bet Das 3ie( war, alle Studenten einer Universität in der Burschenschaft zusammen zu fassen, ein (Be- danke der im Nationalsozialistischen Studentenbund unserer Tage wieder lebendig geworden ist. Die Universität Gießen spielte in jener Zeit dadurch eine hervorragende Rolle, daß hier einer der bedeutendsten Köpfe der neuen national-politt- scheu Bewegung wirkte: Karl Folien, lieber das Wirken dieses außerordentlichen Mannes er hat den Bund derGießener Schwarzen" ge- gründet, die damals und auch später wegen der Unbedingtheit ihrer Auffasiungen in besonderem Maße den scharfen Verfolgungen der reaktionären Regierungen ausgesetzt waren hat der ftühere Direktor der Universitäts-Bidliothek, Geheimrat Prof. Dr. Hermann Haupt, Mitglied der Würz­burger Burschenschaft Arminia, der Gießener Bur- schenschasten Frankonia und Germania und der Burschenschaft Saxonia in Hann.-Münden, im Jahre 1907 in denMitteilungen des Oberhessischen Ge- schichtsvereins" ausführlich berichtet. Infolge der schon erwähnten Verfolgungen durch die Zentral- Untersuchungs-Kommission in Mainz und die Hes- fische Regierung, die entsprechend ihrer partikula- ristischen Einstellung in der großdeutsch gerichteten Burschenschaft eine staatsfeindliche Vereinigung sah, gingen die verschiedenen, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Gießen gegründeten Burschen­schaften alle wieder zugrunde. Erst die 1851 ins Leben gerufeneGermania" konnte sich halten; ihr folgten 1862 dieAlemannia" und 1872 dieF r a n k o n i a".

Die Deutsche B u r s ch e n sch a f t, die seit der Bereinigung mit den österreichischen und sudeten­deutschen im Jahre 1919 etwa 170 Einzelburschen­schaften umfaßt, zählt heute rund 10 000 Aktive und 31 000 alte Herren. Entsprechend dem Neubau des nationalsozialistischen Deutschlands wurde auch die Einrichtung der Deutschen Burschenschaft umge* stallet: seit dem 7. Mai ist

der Diplom-Ingenieur Otto Schwab, ein ge­borener Oberhesse aus Geiß-Nidda, der Führer der Deutschen Burschenschaft.

Die Einzelburschenschaft, die bisher einesteils aus den Aktiven, andernteils aus den alten Herren be­stand, bildet nunmehr eine Einheit unter ihrem Bundesleiter. Daneben gab es in mehr als 350 Orten, selbst im Ausland, Bereinigungen der dort wohnenden alten Burschenschafter (23. a. V.) ohne Rücksicht auf das Band, das sie trugen. Die ge­samten alten Herren sind nun im

Altherrenamt der Deutschen Burschenschaft zusammengeschlofsen unter der Führung von Dr. Rudolf Dolle. Das Gebiet des Deutschen Reiches ist in 14 Kreise eingeteilt. Gießen gehört zum Kreis Heffen-Waldeck, der Dr. Rehorn in Kassel untersteht. Der Kreis seinerseits zerfällt in zwei (Baue, den Fulda-Eder-Gau und den Lahngau.

Der Lahngau

mit dem Borort Gießen umfaßt Marburg und das hessische Hinterland, Wetzlar und den nörd­lichen Teil unserer Provinz. Zum Leiter dieses Gaues wurde Dr. Carl W a 11 b r a ch (Alemannia- Gießen, Saxonia-Hann.-Münden) bestimmt, der seit 1928 Vorsitzender der Bereinigung der alten Bur­schenschafter Ortsgruppe Gießen war. Die Leitung dieser Ortsgruppe hat Dr. Rudolf Coburger (Germania-Gießen) übernommen. Zur (Bauleitung gehören je ein Sachbearbeiter für Mehrarbeit, Grenzlandarbeit und Stellenvermittlung.

Dr. wallbrach

führte in feiner Ansprache auf der letzten Kreis- Führertagung in Kassel über denNational- sozialistischen Staat und die Bedeutung der Deut­schen Burschenschaft in diesem Staat" aus, daß sich die Burschenschaft vorbehaltslos hin­ter Adolf Hitler stelle. Hier mag, um nur zwei von vielen Beispielen zu nennen, erwähnt fein, daß der hessische Staatsminister Dr. 9 u n g der Heidelberger Burschenschaft Frankonia und der SS.-Reichsführer Himmler der Münchener Bur­schenschaft Apollo angehören. Der Wahlspruch der Burschenschaft,Ehre, Freiheit, 23 a t"e r land", decke sich mit den Idealen, die dem neuen Dolksstaat vorschweben: Alle Arbeit des Einzelnen, wie der gesamten Burschenschaft sei zu betrachten unter dem Gesichtspunkt der ß e i ft u n g für Volk und Vaterland. Die heutige Burschen­schaft sei zu dem urburschenschastlichen Begriff der Freiheit zurückgekehrt: Freiheit nach außen, Selb­ständigkeit der Persönlichkeit nach Innen. Als höch­stes Gut des blutverbundenen Balkes sehe auch die Burschenschaft die nationale Ehre an. Wenn es in des Preußenkönigs Aufruf von 1813 hieß, ein Preuße könne nicht ehrlos leben, dann heiße es heute: Deutschland hat nur Lebenswert, wenn es feine nationale Ehre hochhält.

Die Burschenschaft stehe in einer und derselben geistigen Front wie der Nationalsozialismus. Auch sie wolle, wie ihre mehr als hundert­jährige Geschichte beweise, den völkischen christ­lichen Staat, die Zurückdrängung fremder Ein­flüsse, die Besinnung auf deutsches Blut, deutsche Rasse, deutschen Geist, deutsche Sitte, deutsche Kultur.

Ihre ehrwürdige schwarzrotgoldene Fahne, die wahrlich nichts mit der Reichsfahne unseligen An­gedenkens zu tun hat, flattere noch zu Recht, denn noch immer kämpften wir um dasReich aller Deutschen". Ihre Reichsfahne aber fei heute das Hakenkreuz und Schwarz-weiß-rot, unter dem drei und ein halbes Tausend Burschen­schafter 1914 bis 1918 vor dem Feind gefallen sind. Die Burschenschaft betrachte sich als eine natio­nalpolitische Erziehungs- und (B e sinnungsgemeinschaft, in der der (Bin- 3 e l n e geschult wird für die Arbeit in der Volks­gemeinschaft und für die Volksgemeinschaft.

Akademischen Standesdünkel lehne die heuttge Burschenschaft unbedingt ab; keins ihrer Mit­glieder habe das Recht, sich als etwas anderes, etwas besseres zu fühlen; es gebe nur noch deutsche Volksgenossen.

Alle burschenschaftliche Arbeit müsse darauf abge­stellt sein, in Hitlers Sinn für die Erziehung und Formung des neuen deutschen Menschen zu wirken. Dann verlange die Burschenschaft von jedem, daß er sich im Bewußtsein der Verpflichtung gegenüber dem Volksganzen hinter den Führer der deutschen Burschenschaft stelle. Die Unbedingtheit dieser Forderung könne Härten in einzelnen Fällen mit sich bringen, aber da es um Deutschland gehe, dürfe keine falsche Rücksicht obwalten. Es gebe nur noch eins: das bedingungslose Ein­st e h e n für das D o l k, zu dem wir durch unser Blut gehören.

Burschenschafter fein, bedeute Pflichten gegen Dolf und Vaterland zu erfüllen.

So gelte noch heute das Wort, das Friedrich Wil­helm C a r o v 6 auf dem Wartburgfest der Bur- schenschast im Jahre 1817 gesprochen hat:Wir Burschenschafter wissen jetzt, daß der Einzelne nichts ist, wenn er nicht seine Angehörigen und sein Vaterland mit Liebe umfaßt wenn er nicht mit allen seinen Kräften in der Familie und im Volke lebt und sein Leben in das Leben und die Ge­schichte seiner Heimat einwebt".

DieWerbungdesHandwerksinderprovinz

Kreis Friedberg.

In Butzbach wurde die Werbung des Hand­werks durch die Eröffnung einer Handwerkeraus- fteUung am Samstagnachmittag in Gegenwart von Behördenoertretern und des Ortsgewerbevereins eingeleitet. Zunächst sprach der Vorsitzende des Orts­gewerbevereins, Dachdeckermeifter Ludwig H e y d , der dabei vier Altmeistern (Fabrikant A. Tröster, Küfermeifter Grüninger, Wagenbauermeister (Brauer und Braumeister Franke) Ehrenurkun­den überreichte Als Vertreter der Handwerkskam­mer sprach Dr. R e i f. Sodann nahm der Orts- gruppenleiter der NSDAP., Forstafseffor S ch nei­de r, die Weihe der neuen Fahne des Ortsgewerbe­vereins vor. Hierauf sprach Bürgermeister Dr. Scheller über den Zweck der Ausstellung, die eine Fülle von Beispielen handwerklicher Arbeit und Kunst der Butzbacher Handwerkerschaft zeigte. Sonntagvormittag war Festgottesdienst, anschlie- ßend auf dem Marktplatz Konzert der SA.-Kapelle. In dem Festzug am Nachmittag wurden etwa 30 Festwagen mitgeführt und viele Gruppenbilder aus dem Wirken des Handwerks gezeigt. Den Abschluß des Tages bildete eine Beranftaltiing in der Fest­halle.

Kreis Büdingen.

In Echzell wurde der Feiertag durch das Wecken des Mufikoereins eingeleitet, anschließend folgte während einer Viertelstunde feierliches Glockengeläuts Am Gottesdienst nahmen die Ver­eine mit ihren Fahnen geschloffen teil, die Predigt hielt der Ortsgeistliche, Pfarrer S i e b e rf. Zu dem öcfBug am Nachmittag hatte das heimische Hand- werk und Gewerbe 19 Wagen und mehrere Grup- pen mit eindrucksvoller Darstellung der Handwerk- lichen Arbeit gestellt 'Bei der anschließenden öfsent- lichen Kundgebung sprachen der Drtsgruppenführer üerarjt Lind, der Vorsitzende des Gewerbeoer- eins Hermann Mogk III., Bürgermeister Groth und Landwirtfchailsberater T r e u s ch Der Festzug begab fidt dann nach dem benachbarten Orte Bl f - f e s, dessen Handwerker und Gewerbetreibende sich der Shmbgebung in Echzell angeschlossen hatten.

Kreis Schotten.

In der Kreisstadt Schotten wurde am vorigen oamuag der Tag des Handwerks durch gemein- samen Kirchgang der Innungen unter Miiiührung ihrer Fahnen begwmen. Dekan Widmann hielt Ne Predigt. Anschließend folgte ein Umzug der Innungen durch die Stadt. In dem Festzug am Nachmittag, der ein prächtiges Bild handwerklichen schaffens zeigte, 'schrie die Backer-Innung sogar

..Backofen" mit, in dem angeblich, aber nicht tatsächlich. Brezeln und Brötchen gebacken wurden dl, man fosort unter die Jugend verteilte. Die

Metzger führten in ihrer Gruppe Vogelsberger Bullen, Schweine, Schafe und Kälber mit und verteilten aus einem Wurstkessel dauernd heiße Schütter Würstchen an die Menschenmenge. Die Schreiner traten teilweise in mittelalterlichen Trach­ten auf. Auch die übriaen Handwerke zeigten in vielfältiger Weise ihr Können. Der Festzug war für das ortsansässige Handwerk und Gewerbe ein glänzender Erfolg.

Gemeinsamer Kirchgang des Handwerks leitete auch in Laubach den Festtag ein. Am Gottes­dienst nahmen die übrigen Vereine und Verbände teil. Anschließend bot die Feuerwehrkapelle auf dem Marktplatz ein Platzkonzert. In dem Festzug am Nachmittag wurden zahlreiche Festwagen mitgeführt, die ein charakteristisches Bild von der Handwerks­arbeit in der Stadt boten. Nach Ankunft des Fest- zuges auf der Helle spielte die Musikkapelle ein Lied, anschließend sprach NS.-Hago-Führer Pg. Kaufmann M ä n n i g. Nach dem gemeinsamen Gesang des Deutschland-Liedes hielt noch Hand­werksmeister Heinrich Kopp eine Ansprache.

Die Gemeinden E i ch e l s d o r f und Ober- Schmitten begingen den Festtag des Hand­werks gemeinsam. Vormittags war Festgottesdienst, bei dem die Feuerwehrkapelle von Eichelsdorf mit- wirkte. Nachmittags wurde der Festzug unter Lei­tung von Wagnermeister E m r i ch in Eichelsdorf aufgestellt. 14' Festwagen zeigten Ausschnitte aus dem Können der ortsansässigen Handwerker. Der Festzug ging nach Ober-Schmitten und fand in beiden Orten starkes Interesse der Bevölkerung.

In Gedern leitete der Festgvttesdienst, an dem das Handwerk geschlossen teilnahm, den Feiertag ein. In dem Festzug am Nachmittag fuhr an der Spitze ein altes Auto, das den Marxismus bar- stellte, dem in einiger Entfernung ein kräftig mar- ichierender feldgrauer Soldat folgt. Hinter diesem waren darstellerisch Inflation, Deflation, Steuer- und Zinsenlast, Wehrlosigkeit, Ehrlosigkeit, Arbeitslollg. keitkeit und Korruption eingereiht, hierauf folate das durch SA -Männer bargefteöte Dritte Reich An- schließend fuhren die Festwagen des heimischen Hand­werks, die sämtlich einen prächttgen Anblick boten Die NSDAP-Ortsgruppe Gedern marschierte mit ihren sämtlichen Untergliederungen in dem Zuge mit. Nach dem fteftuiqe sprachen der NS -Hago-Führer Hermann S t ö h r und Gewerbelehrer C i m p e r t. Bei dem Werbeabend sprach Ortsgruppenleiter Klein, anschließend folgten mancherlei gesellige Darbietungen.

Kreis Alsfeld.

In Merlau folgte dem Festzug am Nachmittag, der unter Borantritt des r-pielmannszuges I 254 durch den Ort ging und die Vielgestaltigkeit des heimischen Handwerks 3eigte, eine öffentliche Kund- gebung, bei der Pg. Lehrer Müller die Ansprache

hielt. Der Gesangverein brachte einen Chor schön zu Gehör. In M ürf e marschierten bie HI. und der BdM. an der Spitze des Zuges, dann folgten die Schule und die Vereine, hierauf das Hand­werk mit schön geschmückten Wagen. Abends sand eine Kundgebung statt, bei der Lehrer Fischer und Blockwart Bergen Ansprachen hielten In Ruppertenrod konnte man ebemaUs ein eindrucksvolles Bild von der Leistungsfähigkeit des Hanbwerks erhalten. Auf dem Festplatz hielten An- sprachen der RS.-Hago-Amtswalter Bär, Lehrer K ra g und Lehrer S t r a ck, das Schlußwort sprach Bürgermeister D ö l z i n g.

In Homberg nahmen das Handwerk und die übrigen Vereine geschlossen an dem Gottesdienst teil. In dem Festzug am Nachmittag marschierte neben den Handwerkern und den Vereinen auch der Freiwillige Arbeitsdienst mit. In die Gruppen des ortsansässigen Handwerks waren auch die Hand­werker aus den Nachbardörfern eingegliedert. In vielfältiger Weife konnte man einen interessanten Einblick in das handwerkliche Schaffen in unserer Stadt und Umgegend gewinnen Nach dem Fest­zug fand vor der Stadthalle im Anschluß an musi­kalische Darbietungen der SA.-Kapelle und einem Chorgesang eine Kundgebung statt, bei der Fräulein Dersch einen Prolog sprach und Pg. Geißer die Festrede hielt. Weiter sprach Handwerksmeister Ries aus Ober-Ofleiden. Den Abschluß bildete ein geselliges Beisammensein in der Stadthalle

In Kirtorf fand am Vormittag Feslgottesdienft statt, dem die Gliederungen der NSDAP., die Hand­werker und die übrigen Vereine beiwohnten. Pfar­rer Christ hielt die Festpredigt. Der Festzug am Nachmittag war durch zahlreiche Festwagen wir- kungsooll gestaltet und fand allenthalben mit Recht starkes Interesse. Nach dem Umzug in Kirtorf wurde eine Werbefahrt nach dem Nachbarone Ober-Gleen unternommen, wo Pg. Engel eine kurze Ansprache hielt. Bei dem Werbeabend in Kirtorf sprach zunächst der NS.-Hago-Führer Hch. Gail, anschließend der Gauredner Pg. Trupp, führer Stein satt von Nieder-Ofleiden. Anschlie- ßend hielt Pfarrer Christ einen Vortrag über das Markt- und Zunftwesen in Kirtorf, weiter sprach noch der Müller Heinrich. Mancherlei Unterhai- tungsöarbietungen umrahmten die Ansprachen in schöner Weise.

Preußen.

In Krofdorf fand am Vormittag ein gut be« suchter Festgottesdienst statt, in dem Pfarrer Wie- del die Predigt hielt. Der Umzug am Nachmittag war eine eindrucksvolle Werbung für das Hand- werk. Die Tradition des Zunftwesens im alten (Blei­berger Land verschmolz aufs Beste mit den mo­dernen Erkenntnissen des neuzeitlichen Handwerks. In etwa 30 Gruppen wurde ein abwechslungs­volles Bild gezeigt. An der Spitze des Zuges mar­schierten die Gliederungen der NSDAP. In den Festwagen des Handwerks dokumentierte sich dessen Leistungsfähigkeit; die Bäcker verteilten unterwegs Brezeln, die Metzger verabreichten an die Schul­jugend warme Würstchen. Die Belegschaften der örtlichen Zigarrenfabriken führten eine Riesen- zigarre mit sich. Nach dem Festzug hielten Stütz­punktleiter W. Schmidt und Weißdinbermeister H. Schleenbecker Ansprachen. Der Gesangver­einGermania" trug zwei Lieder vor. Abends war im Benderschen Saale Konzert und Ehrung der Altmeister.

In Wißmar folgte dem Gottesdienst am Vor­mittag nachmittags ein Festzug durch die Orts- sttaßen, der 14 schön geschmückte Wagen mit sich führte und den ernsten Aufdauwillen des Hand- wcrks eindrucksvoll bekundete. Bei einer Veranstal­tung am Abend bei Gastwirt Bittendorf hielt Stütz- punttleiter Haibach die Ansprache.

In Odenhausen (Lahn) fand nachmittags ebenfalls ein Festzug statt, anschließend hielten NS.-Hago-Blockwart Lölkes und Lehrer Schnei­der Ansprachen. Der Tag schloß mit einem Deut­schen Abend. In Salzböden war am Vormittag Gottesdienst, in dem Pfarrer Lindendo r n pre­digte. Nachmittags folgte ein Festzug unter Bor­antritt der SA. und der Musik des Turnvereins, anschließend folgte das Handwerk mit geschmückten Wagen. NS.-Hago-Blockwart Karl Steiß hielt die Ansprache. Geselliges Beisammensein am Abend bildete den Ausklang.

Die Feier in Fellingshausen wurde durch Gottesdienst eingeleitet. Nachmittags bewegte sich ein Festzug unter Vorantritt des Rodheimer Po- saunenchores durch den Ort. Das Handwerk zeigte in dem Festzug auf mehreren Wagen seine Lei­stungsfähigkeit. Ansprachen hielten Pg. Lehrer Heinz und Pg. Bürgermeister Wagner. Abends war gemütliches Beisammensein.

In Waldgirmes wurde der Tag mit Gottes­dienst eingeleitet, bei dem Pfarrer An thes pre­digte. Der Festzug am Nachmittag unter Boran­tritt einer SA.-Kapelle und des Pfeifer- und Trommlerkorps des Turnvereins, ferner unter Tiit- Wirkung des Posaunenchors zeigte auf neun Wagen das Können des heimischen Handwerks. An­schließend war Konzert, bei dem Bürgermeister Jung und Ingenieur Räuber Ansprachen hiel­ten. Bei einem geselligen Beisammensein am Abend wurde der Altmeister Karl Schmidt ge­ehrt. Der Gesangverein .Liederkranz", der Turn­verein und ein Mädchenchor bereicherten den Abend in schöner Weise durch ihre Darbietungen.

In Hartenrod (Kreis Biedenkopf) leitete ein Gottesdienst den Tag ein, Pfarrer Olbert hielt die Predigt. Im Festzug am Nachmittag, an dem sich sämtliche Vereine beteiligten und der von Hartenrod nach Endbach und bann nach Schlierbach ging, wurden 14 Festwagen mitgeführt. Auf dem Feslplatz brachte Der Männergesanaverein unter Leitung von Hauptlehrer M e i n y a r d t zwei Lieder zu Gehör, ferner erfreuten der Posaunen­chor von Hartenrod und von Endbach durch ihre Darbietungen. Der Vorsitzende Paul hielt die An­sprache.

Verbandstag der hessischen Hausbesitzer-Vereine.

Der diesjährige Derbandstag der Spitzenorgank sation des hessischen Hausbesitzes fand am 14. Okto­ber in Darmstadt statt und war aus dem ganzen Lande gut besucht. Gemäß der Gleichschaltungsricht­linien des Zentraloerbandes wurde der 1. Vor­sitzende des Darmstädter Hausbesitzervereins, Herr Dr. Gauß, zum Führer des hessischen Verbandes einftimmig gewählt. Er berief auf Grund der neuen Verbandssatzungen die übrigen Mitglieder des Vor­stands.

In seiner Rede betonte Dr. Gauß die grund­legende Wandlung in der Lage des Hausbesitzes feit der Machtergreifung durch den Nationalsozia­lismus. Während nach dem Erfurter Programm der Sozialdemokratie Eigentum als Diebstahl ge­golten habe, genieße es heute den Schutz der Re­gierung als Ergebnis von Arbeit und Sparsamkeit