Nr. 2§? Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gverhesseiy Samstag, ^.Mlober (933
Ausgaben und Ziele der Raffenpflege.
Don Professor Dr Etaemmler, Chemnitz.
Der bekannte Vorkämpfer der Rassenhygiene ist soeben auf den neubegrünbeten Lehrstuhl für Rassenhygiene an der Universität Leipzig berufen worden.
Es gibt keine Aufgabe, die größer und dringender wäre als die: an der rassischen Erneuerung unseres Volkes zu arbeiten. Gelingt dieser Wiederaufbau, gelingt diese innere Erneuerung, die die Krankheit nicht in ihren äußeren Symptomen behandelt, sondern den Ketm der Verderbnis selbst vernichtet, dann haben wir gesiegt, dann ist das Dritte Reich wirklich begründet, das Reich der tausendjährigen Zukunft.
Man nennt uns Raffenmaterialiften, Menschen, die glauben, an Stelle der Allmacht der Atome und Moleküle die der Chromosomen und Gene setzen, aus ihnen alles erklären, mit ihnen arbeiten zu können, wie der Chemiker mit Säuren und Vasen.
Die Einführung des Gesetzes zur Verhütung kranken Rachwuchses und zur allmählichen Reinigung des Volkskörpers muh als eine Tat der Nächstenliebe und der Vorsorge für die kommende Generation ausgefaht werden. Reichsinnenminlster Dr. Frick hat mit Recht betont, dah letzten Endes eine fatsche, übertriebene Humanität und soziale Fürsorge sich für unser Volk als eine unerträgliche Grausamkeit auswirken müsse. An der sittlichen Pflicht, die schwer erbkranken Menschen von der Fortpflanzung auszuschalten, kann und darf uns daher keine falsch verstandene Nächstenliebe hindern.
Stein, mir wissen, daß auch heute noch der Satz gilt und für uns mehr denn je: E s i st d e r G e i st, der sich den Körper baut. Wir wissen, daß der Körper unseres Volkes nur dann gesund und stark werden und bleiben kann, wenn sich seine Seele aus den Niederungen materialistischen Strebertums wieder erhebt in die höhen idealistischer Djerbereitfdjaft. Unsere Erneuerung hat nicht vom Verstand her zu erfolgen, was erneuert werden muß, ist in erster Linie unser Gewissen. Es gibt keine Rassenpflege, die nicht in erster Linie Pflege des Rasfengewisfens ist.
Der lieberalistische Mensch ist eingehüllt und nach außen hin isoliert durch einen dicken Mantel von dem, was er seine privaten Angelegenheiten nennt. Es ist seine private Angelegenheit, ob er anständig und gesund ist, ob er seinen Körper stählt und kräftigt ober nicht, es ist feine private Angelegenheit, ob und wann und wen er heiratet. Es ist feine private Angelegenheit, ob er Kinder hat ober nicht, wie er sie erzieht, was aus ihnen wird. Alles das ist solange seine Privatangelegenheit, als er nicht seinen Nachbarn direkt beeinträchtigt und schädigt. Für den wahren Sozialisten in unserem Sinne sind das alles keine privaten Angelegenheiten, sondern Angelegenheiten des Volkes. Er fühlt sich verantwortlich nicht nur für sich und seine Familie, sondern auch für die kommenden Geschlechter, denen er Ahnherr sein soll.
Verantwortungsbewußtsein ist das, was wir von jedem Deutschen verlangen. Verantwortungsbewußt- fein nicht nur dem heute und Morgen, sondern den künftigen Geschlechtern gegenüber. Nicht mir haben das Recht, unsere Kinder dafür verantwort-- tich zu machen, was aus ihnen geworden ist, was sie geleistet haben, sondern sie haben das Recht, uns zur Verantwortung zu ziehen. Denn wir haben ihnen die Rasse mit ins Leben gegeben, und wir haben die Pflicht gehabt, dafür zu sorgen, daß der Keim, der in ihnen steckt, zur Entwicklung und zur Blüte kommt.
Was wir also in erster Linie treiben müssen, Ist Pflege der Rassenseele, des Rassengewissens. Damit beginnt man aber nicht bei feinen Mitmenschen, sondern bei s i ch selbst. Die Pflege des Rassengewissens geht auf folgende Ziele hinaus: Jeder hat feinen. Körper und feine Seele gesund und rein zu halten, vor Schmutz und Gift zu schützen. Nur in gesundem Körper kann ein gesunder Geist wohnen. Aber der Körper bleibt nur solange gesund, wie die Seele gesund ist. Wir wissen, daß die Geschlechtskrankheiten die Rasse verderben. Wir haben Hunderte von Mitteln gefunden, die Gefahren der Ansteckung herabzusetzen. Aber wir haben vergessen, daß durch geschlechtliche Zuchtlosigkeit jedes Gefühl für das Rassische abgetötet wird.
Die Ehe und Familie sind als das heiligste anzusehen, was es für ein Volk gibt. Die Ehe muh aber wieder zu dem werden, was sie ihrem inneren Wesen nach sein soll: die Stätte, in der das Volk in der neuen Generation zu neuem Leben erwacht. Alles, was Ehe und Familie zerstört, ist rücksichtslos zu bekämpfen, was sie fördert, zu unterstützen.
Jeder ist verantwortlich dafür, daß die guten Raffenteile des Volkes fortgepflanzt, die schlechten vernichtet werden. Jeder hat bei der Eheschließung daran zu denken, dah seine Kinder nicht nur von ihm, sondern auch von der anderen Seite das Rassenerbe mitbekommen, und hat sich vor der Eheschließung davon zu überzeugen, ob sein Ehepartner die Gewähr dafür bietet, Daß diese Forderung erfüllt wird.
Die Reinheit der Rasse garantiert die einheitliche Struth der Seele. Der Deutsche kann mit Recht stolz sein auf das, was fein Volk geleistet hat. Er weiß, daß diese Leistungen nur mög- lieh waren durch die rassenmäßige Zu- sammensetzung des Volkskörpers. Die Geschichte hat gezeigt, daß die Mischung der hoch- rasse mit fremden Rassen die einheitliche Struktur der Volksseele gefährdet und zerstört. Sein Rassen- stolz muß es ihm daher verbieten, sich mit niederen Nassen zu mischen.
Der Rassenwert eines Volkes ist bedingt durch zwei Größen: Einmal durch die Zusammensetzung des Volkes aus einer Anzahl von Einzelrassen Wir wissen alle, daß wir kein reinrassiges Volk mehr sind. War früher die nordische Rasse das absolut führende Element, so ist die Mischung von Jahr- hundert zu Jahrhundert stärker geworden. Das gilt
ZU Öen Deutschen in Angola.
Don Or. Paul Rohrbach.
Pflanzung Alto-Catumbela, den 21. Sept. 1933.
Schlechte Schiffsverbindungen und andere Zufälle haben uns, statt nach Kamerun, unvermutet hierher auf das Hochland von Angola geführt. Man kommt in Afrika öfters in die Lage, sich rasch entscheiden zu müssen. Von Kamerun heißt es: aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und Angola, soviel merken wir schon jetzt, ist eine Reise wert. Ein paar tausend Autokilometer werden es wohl sicher werden, aber wir sind das ja gewohnt.
Alto-Catumbela ist eine große Sisal- Pflanzung, 275 Kilometer vom Hafen Lobito auf der ersten Hochlandstufe von Angola gelegen. Sie wird von einem alten Ostafrikaner, Herrn Hermanns, der viel Erfahrung in Sisal hat, geleitet, und sie gehört den „Benguela Estates". Um das zu erläutern, muß Ich etwas ausholen. Man kennt den Typ zäher und unternehmender Engländer — wenn ich hier sage „unternehmend", so meine ich unternehmend in großem Stil — dessen berühmtestes Vorbild Cecil Rhodes ist. Von kleinerem Format, aber immer noch bedeutend genug, um das Bedauern zu wecken, daß in der Vorkriegszeit sich nicht auch bei uns ähnliche Persönlichkeiten sanden, war ein gewisser Robert, jetzt Sir Robert Williams. Er faßte vor 25 Jahre den Plan, eine mehrere tausend Kilometer lange Eisenbahn von Lobito, dessen Hafen er vorläufig ausbauen ließ, nach dem enorm reichen Kupfergebiet von Katanga im Süden der belgischen Kongo-Kolonie zu bauen. Das Kupfer von Katanga, die Rechnung auf englischen Einfluß in Angola, die Freude an einem kühnen Unternehmen, dazu eine unerbittliche Zähigkeit, vereinten sich bei ihm, nicht eher locker zu lassen, als bis durch viele finanzielle Stockungen, durch den Weltkrieg und andere Schwierigkeiten hindurch das Werk vollendet war. Seit einigen Jahren rollen die Züge mit dem Erz von Katanga an den neuen steinernen Kai von Lobito, den die deutsche Firma Grün & Bilfinger in Mannyeim baut. Herr Bilfinger jun., zugleich deutscher Konsul in Lobito, ist der Gastfreund, dessen Liebenswürdigkeit wir die Einladung verdanken, mit ihm gemeinsam eine Reise ins Innere zu machen. Mit dem Wil- liamsschen Bahnbau waren große Landkonzessionen verbunden, und eine von ihnen sind die Benguela Estates. Für geduldige Arbeit kleineren und mittleren Formats, die wahre Grundlage überseeischer Siedlung, taugen die heutigen Engländer nichts, aber für Sachen in großem Stil sind sie immer noch zu haben. Sie haben auch Geduld, auf den Erfolg zu warten, und sie sind reich genug, es zu können.
Alto-Catumbela hat 1500 Hektar Sisal, so viel wie die größte ostafrikanische Pflanzung, die übrigens, ich freue mich, es sagen zu können, einer deutschen Gesellschaft gehört. Der Sisal, die bekannte mexikanische Faseragave, braucht hier in 1200 Meter Höhe ein Jahr länger als in Ostafrika, um schnittreif zu werden. Erst nach vier Jahren konnte die hiesige Fabrik, die aus den schweren fleischigen Blättern die weiße Faser herauszieht, zu arbeiten anfangen. Es ist aber nicht dies eine Objekt, das uns ins Innere von Angola gezogen hat. Weiter hin, auf der zweiten Hochlandstufe, im gesunden Klima, haben sich nach dem Kriege über fünfhundert Deutsche angesiedelt. Sie woh
nen über ein sehr weites Gebiet zerstreut, und die meiften ihrer Betriebe sind Kaffeepflanzungen oder sollen sich zu folchen entwickeln. Diese Angoladeutschen haben selten Besuch aus der Heimat. Eine Anzahl von ihnen ist aus Südwest herübergewandert. Andere sind frühere Offiziere der deutschen Armee, denen ihre Pension für ihre hiesige Wirtschaft hilft. Auch einige Balten, Landsleute von mir, sind da. Vielen geht es schlecht: sie haben zu fämpjen, weil sie mit zu wenig Kapital oder zu wenig afrikanischer Erfahrung anfingen. Eine Kaffeepflanzung braucht vier Jahre, bis sie sich bezahlt macht. Solange müssen Arbeiterlöhne gezahlt und muß der eigene Unterhalt bestritten werden. Damit haben sich nicht wenige verrechnet. Es ist Leichtfertigkeit und unverantwortliche Unkenntnis, zu sagen, in Angola könne man mit ein paar tausend Mark als Siedler vorwärtskommen. Alle, die solchen Stimmen geglaubt haben, mußten es mit der Erfahrung bezahlen, dah selbst der erfahrene Afrikaner 20000 bis 30000 Mark braucht, und der Neuling auf afrikanischem Boden als Lehrgeld noch etwas darüber.
Ich begrüße die Fügung, durch die ich nun fast einen Monat, bis zum nächsten Dampfer heimwärts. Gelegenbeit habe, die Landsleute in Angola zu besuchen. lieber Angola herrschen zu Hause vielfach falsche Vorstellungen, und ich wäre froh, wenn mein Besuch und meine Berichte dazu beitrügen, eine belfere Kenntnis der hiesigen Verhältnisse zu vermitteln. Mancher Deutsche hat es hier geschafft, und wer genügend Geld, Ausdauer und Takt hat, kann ohne Frage weiterkommen. Der Takt bezieht sich besonders auf das Verhältnis zur portugiesischen Verwaltung und den Portugiesen überhaupt. Sie sind empfindlich, aber wenn man dem Rechnung trägt, und ihnen keinen Anlaß zu Mißtrauen gibt, kann man gut mit ihnen auskommen. Außerdem kann niemand leugnen, daß sie mit ihren beschränkten Mitteln, in Angola etwas gelistet haben. Sie haben im Innern ein Straßennetz geschaffen, daß es mit jeder anderen Kolonie aufnehmen kann und manche englische und französische Kolonie übertrifft. Außerdem, und das ist eine Leistung, die besonders hervorgehoben werden muß, haben sie ein für Afrika mustergültiges System der Eingeborenenpolitik entwickelt.
Die portugiesische Verwaltung hat unbedingte Autorität über die Schwarzen bis ins tiefste Innere von Angola, und sie hat auch den Eingeborenen mit vollem Erfolg die richtige Stellung zu den Weißen angewiesen. Der Portugiese trägt kein Bedenken, den Mischling als seinesgleichen anzuerkennen, aber jeder portugiesische Beamte kann es wagen, mit ein paar eingeborenen Polizisten ganz allein die Steuer bei volkreichen Stämmen im Innern einzutreiben und sie zum Wegebau anzuhalten. Dazu sind die englischen Beamten in Ostafrika vielfach nicht imstande. Jeder Schwarze in Angola respektiert den Weißen, ist ohne Widerrede seinem Arbeitgeber dienstbar, und von der unsinnigen Gleichmacherei vor Gericht, mit der die Engländer noch ihr ganzes Afrika verderben werden, ist hier keine Rede. Soviel habe ich von Angola schon gesehen. Und die Straßen sind prachtvoll, es ist ein Genuß, auf ihnen zu fahren.
nicht nur für das deutsche Volk, sondern für alle Völker Europas.
Wir sind stolz darauf, ein Volk überwiegend nordischer Seele zu sein, denn die Geschichte der Völker zeigt uns, daß überall dort, wo neue Kulturen entstanden, der arisch-nordische Mensch eine führende Rolle gespielt hat. Umgekehrt lehrt aber auch die Geschichte, daß ein Volk in seiner Bedeutung zurückgeht, wenn die Rassenmischung sich zuungunsten des nordischen Anteils wesentlich ändert. Die Gefahr wird dabei um so größer, je fremder der Blutanteil ist, der in die Nasse des Volkes einbringt. Die Rasse des einzelnen besteht aus einer Summe von zahlreichen erblich festen Anlagen. Bei der Entstehung der großen Menschenrassen hat der Kampf ums Dasein immer wieder dazu geführt, daß nur diejenigen Anlagenmischungen erhalten blieben, die ein harmonisches Zusammenspiel der inneren Kräfte gewährleisteten. Dadurch ist jede Einzelrasse zu einer innerlich geschlossenen Einheit geworden. So zahlreich auch die Einzelanlagen in ihr sein mögen, sie sind sämtlich harmonisch aufeinander abgestimmt. Kommt nun von außen in diese Harmonie ein fremder Ton, eine blutfremde Anlage hinein, so entstehen M i ß k l ä n g e, die die Einheit stören und die Kraft der Rasse schwächen Je fremder zwei Rassen einander stehen, um so größer ist die Gefahr, daß bei einer Vermischung das Zusammenspiel und die innere Einheit ner= lorengeht.
Die zweite Größe, die den Rassenwert des Volkes bedingt, ist gegeben durch die Zusammensetzung jedes Volkes aus einer großen Zahl von Einzelwesen. Die Rasse des Volkes ist die Summe der Rassenanlagen seiner einzelnen Volksgenossen. Jede Pflanzen- und Tierzucht zeigt nun, daß sich in sie gelegentlich Rassenstörungen einschleichen, die wir als Mutation bezeichnen, und die sich im Vererbungsversuch als erbbeftänbig erweisen. Solche Mutationen sinb auch beim Menschen in Form von Erbkrankheiten gegeben. Sie werben in der freien Natur ausgemerzt durch den Kampf ums Dafein, jene Auslese, die immer wieder ;egu- üerenb eingreift. Die Herrscherin Vernunft hat nun zwar beim Menschen bazu geführt, biefe Krankheiten als solche zu erkennen, sie hat aber versagt bei ihrer Ausmerzung. Sie hat im Gegenteil b i e n a - türliche Auslese v e r t) l n b e r t. So ist es bazu gekommen, bah bie Zahl ber krankhaften Mutanten von Generation zu Generation anftieg.
Es ist felbftoerftänblid), baß wir bei negativen Maßnahmen nicht stehen bleiben, fonbern a u ch bie positiven mit aller Macht in Angriff nehmen müffen. Sie sind notroenbig vor allem wegen bes gerabezu katastrophalen Geburtenrückgangs, ben wir mit Entsetzen von Jahr zu Jahr stärkere Fortschritte machen sehen. Wir müssen uns vollkommen im klaren fein, baß Geburtenrückgang unb Rassenniebergang bie Zukunft unseres Volkes entscheiben. Wir kennen bie Ursachen bes Geburtenrückganges; sie liegen in ber Hauptsache in der seelischen Haltung bes Volkes, im Jnbivibuansmus unb Materialismus, im Verluste bes R a s - s e n g e w i s s e n s. Also müssen bei seiner Bekämpfung auch roieber in erster Linie bie geistigen Waffen in Anwenbung kommen, wie wir sie früher
ausgeführt haben. Der Staat hat aber bie Aufgabe, biefen Kampf baburch zu unterstützen, baß er sich zur gefunben kinberreichen Familie bekennt.
Es ist völlig unoerstänblich, baß man nicht schon feit Jahren bas Prinzip burchgesührt hat, es barf ben Kinberreichen nicht schlechter gehen als ben Kinberarmen. Es barf sich nicht lohnen, keine Kinber zu haben, unb Kinberreichtum barf nicht zur Strafe werben. Wenn biefe Grundsätze burchgesührt werben, können wir hoffen, baß Der natürliche Instinkt bes Volkes zur Familie roieber erwacht. Nur hüte man sich, bem Reich ober bem Staat ober ben Länbern irgenbroeldje Lasten aufzulegen. Die Lasten müssen einzig unb allein von Den Kinberlosen unb Kinberarmen getragen werben. Unb man hüte sich, mit kleinen Mitteln anzufangen, bie ben Grund- gebanfen verwässern unb immer erfolglos bleiben. Mit biefem Ausgleich ber Familienlasten werben sich manche weitere Fragen ber Rassenpflege von selber lösen. Es wirb von selbst bie Frau mehr unb mehr aus bem Wirtschaftsleben verschwinben unb in ihren eigentlichen Beruf übergeführt. Es wirb bas Heiratsalterauf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werben können, benn mit ber Eheschließung unb Familiengrünbung werben nicht Sorgen ins Haus gebracht werben, fonbern Freube unb Glück. Es wirb ber tüchtige unb lebensgefunbe Deutsche nicht mehr gezwungen zu werden brauchen, ins Ausland zu gehen, denn es wird ihm durch die Ausschaltung der Minderwertigen der nötige Lebensraum in ber Heimat entstehen.
Lustschuh tut not!
Anläßlich ber Eröffnung ber Lanbesschule bes Reichsluftschutzbundes Lanbes- gruppe Hessen/Rh einlanb-Süb e. 23. m Frankfurt a. M. begrüßte ber ßanbesgruppenleiter Oberst Dlbenburg bie vollzählig erschienenen Schulungsleiter unb wies in einer Ansprache barauf hin, daß er absichtlich davon Abstand genommen habe, die Eröffnung der Schule im Rahmen eines größeren Gremiums oorzunehmen. Nicht um offizielle Feiern geht es der Landesgruppe, sondern durch intensive Arbeit den Behörden usw. zu zeigen, daß den Willen unseres Führers, des Herrn Ministers der Luftfahrt Göring, Rechnung getragen wird.
wenn man überlegt, in welch großzügiger Weise die übrigen Mächte, trotz ihrer ungeheuren Luftangriffsmittel. auch den Luftschutz organisieren, muh auch der Laie zu der Erkenntnis kommen, dah es unbedingte nationale Pflicht jedes einzelnen Volksgenossen ist, sich mit den zivilen Lustschuhgedanken auf das innigste vertraut zu machen.
Diese Aufklärung in weiteste Beoölkerungsschichten durch Sch u (u n g hineinzutragen, ist die vornehmste Pflicht der Schulungsleiter, die sich in selbstloser Weise ehrenamtlich in so stattlicher Zahl zur Verfügung gestellt haben. Trotz beruflicher starker Ueber- laftung haben sich diese Fachleute freudig der nationalsozialistischen Pflicht unterzogen, diese Vermitt
lung zur Bevölkerung durch die Ortsgruppenschulung zu übernehmen. Denn letzten Endes muß
die Bevölkerung des Reiches sich in der Stunde der Gefahr selbst zu helfen wissen.
Dies sei ber Sinn derLanbesluftschutzschule, bie Bevölkerung zum Selbstschutz zu erziehen.
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Das Haus Sonnen ft rafee Rr. S ist, wie wir am Donnerstag berichteten, vom Verputz befreit unb neu hergerichtet worden, so daß das prächtige alte Fachwerk in seiner einfachen Schönheit wieder zutage tritt. Wir zeigen hier das schöne Haus im
Auiobesiher vor die Front.
Arn 12. November findet die g r o h l e F r i e- denskundgebung aller Zeiten statt. Ls ist Vorsorge getroffen, dah das gesamte Volk über ben unbeugsamen Friedenswillen des Führers Adolf Hitler aufgeklärt wird. Die Redner für diesen Aufklärungswahlgang sprechen allein im Gau Hessen- Rassau in Tausenden von Versammlungen. Für ihre Beförderung werden eine große Anzahl Wagen und Fahrer benötigt.
Wer bereit ist, seinen Wagen mit Fahrer k o st e n l o s zur Verfügung zu stellen, wird gebeten, die in Frage kommenden Tage bei der Gaupropagandaleitung der RSDAP., Frankfurt a. TU» „Adolf-Hitler-Haus, umgehend anzumelden.
Der Gau-Propagandaleiter.
An alle deutschen Funkhändler
und Besitzer von Lautsprecher-Anlagen!
Alle Besitzer von Lautsprecher-Anlagen wollen umgehend ihre genaue Anschrift sowie die Zahl der zur Verfügung stehenden Apparate, ebenso den Leih- preis bei der Gau-Propagandaleitung, Adolf-Hitle»» Haus, zur öffentlichen Bekanntgabe anmelden.
Der Gaupropagandaleiter.
Hessisches Sondergericht.
Darmftabt, 19. Oft. (WSN.) Das Hessisch« Sondergericht verhandelte gestern gegen eine Reihe von Angeschulbigten, die meist wegen Verbreitung vonGreuelmärchen unb roegen beleibigenber Äußerungen gegen bie Reichsregierung angeklagt waren. Zunächst würbe ein früherer Kommunist aus Haingrund zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er nach bem Verbot ber Roten Hilfe noch sog. Solidaritätsmarken vertrieben hat. Wegen verbotenen Waffenbesitzes würbe ein Kommunist aus Steinbach i. O. zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Allen übrigen Anklagen lagen Greuel« märchen ober Beleibigungen ber Reichsregierung bzw. einzelner Minister zu Grunbe. Eine Gastwirtsfrau aus Offenbach hat an sich wirklich pas- fierte Vorgänge entstellt unb unwahr weiter erzählt, wofür sie sechs Monate ins Gefängnis muß. Ein Schuhmacher aus Heuchelheim (Oberhes- fen) hat ben Reichskanzler in gröblicher Weife be- fchimpft unb muß bafür vier Monate ins Gefängnis. Ein ßanbroirt aus Nieber-Gemünben erhielt wegen eines ähnlichen Vergehens acht Monate Gefängnis. Ein Kriegsinoalioe aus Wies- b a b e n erhielt zehn Monate Gefängnis, weil er in befonbers verwerflicher Weise Zweifel an ber Täterschaft ber Angeklagten im Reichstagsbranb- stifterprozeß äußerte. Ein Hühnerfarmbesitzer aus Bieber bei Offenbach würbe zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, ba er gegenüber SA.-Männern in gehässiger Weise bie Regierung herabsetzte.
Sieben Monate Gefängnis für Mührdel und Or. Marx.
Frankfurt a. M., 20. Oft. (WSN.) Nach neuntägiger Verhanblung verurteilte bie Große Straffammer ben Kriminalpolizeirat Friebrich Mühr« b e l wegen fortgesetzter Amtsunterschlagung unb Gewahrsamsbruch und wegen eines Vergehens gegen § 348 Abs. 2 zu f i eben TI o • naten Gefängnis unb ben 44jährigen Synbi« fus bes Zentralvereins beutscher Staatsbürger jübi« fchen Glaubens, Dr. Martin Marx, wegen fortgesetzter Hehlerei unb Amtsanmaßungin einem Falle ebenfalls zu sieben Monaten Gefängnis. Den beiben Angeflagten würben je fünf Monate Untersuchungshaft angerechnet, ber Haftbefehl gegen sie würbe aufgehoben. Das Gericht hat das Hauptbelikt ber Anklage, bie Bestechung, bei beiben Angeklagten verneint.


