Ausgabe 
21.9.1933 Erstes Blatt
 
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* Die Dienststunden der Polizei- direktion für den P u b l i k u m s v e r k e h r sind ab 1. Oktober d. 3. von 8 bis 12 Uhr und von 15 bis 17.30 Uhr. Samstags von 8 bis 12 Uhr. Für Samstagnachmittaos ist in der Zeit von 16.30 bis 17.30 Uhr ein Eildienst einaerichtet, bei dem aber nur Anträge, die unaufschiebbar find, erledigt werden können.

** Straßensperrungsnachricht, mit- geteilt vom Oberhessifchen Automobil-Klub E. D. (A. v. D.), Gießen: Die Sperre der Ortsdurchfahrt Heuchelheim wird ab 21. September auf- gehoben.

** D i e Umlagen und die Sonder­gebäude st euer der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1933 betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil. Es fei besonders darauf h'»Hessin. ung des Backlohnpreifes. Die Bekanntmachung der Preisüberwachungsstelle über die Festsetzung des Backlohnes ist in den städtischen Aushängekaften zu jedermanns Einsichtnahme ange- schlagen. Ebenso sind die Bestimmungen über die Brothöchstpreisspannen dort einzusehen. Auf die heu­tige Bekanntmachung fei aufmerksam gemacht.

** Lieferungsvergebung. Die Jnbustrte- und Handelskammer Gießen weist darauf hin datz die Universitätskliniken Gießen ihren Wmterbedarf an guten, haltbaren, ausgelesenen, lagerfähigen Speise­kartoffeln (Industrie), insgesamt 1500 Zentner, zu vergeben haben. Interessenten wollen sich unverzug- lich an die Verwaltung der Kliniken wenden. (Siehe Bekanntmachung vom Dienstag).

** Lehrgang für Bibel- und Jugend- a r b e i t Die Ministerialabteilung für Bildungs- wesen, Kultus, Kunst und Volkstum hat an die

Direktionen und Leiter der Höheren Schulen, sowie die Kreis- und Stadtschulämter folgende Verfügung gerichtet: Vom 1. bis 15. Oktober 1933 veranstaltet das Evangelisch-kirchliche Landesjugendamt für Hessen wiederum seinen alle zwei Jahre [tat fm- denden Lehrgang für Bibel- und Jugendarbeit. Lehrern und Lehrerinnen, die an dem Lehrgang teilnehmen wollen, kann, soweit es der Unterricht zuläht, Urlaub gewährt werden

** Gemeinschaftlicher Ko mm ers aller Altersvereinigungen. In unserem heutigen Anzeigenteil wird von dem vorbereitenden Aus­schuß zu einem gemeinschaftlichen Kommers aller Altersoereinigungen unserer Stadt cingeladen. Die Vorsitzenden der einzelnen Vereinigungen müssen bis zum 30. September mitteilen, wieviel Mitglie­der ihrer Vereinigung an der Veranstaltung sich beteiligen werden. Auf die Anzeige fei besonders ' in Siebzigjähriger. Herr Max Baer, Walltorstraße 38 I, kann am heutigen Don­nerstag, 21. September, in körperlicher und geisti­ger Frische feinen 70. Geburtstag feiern.

** Rass enkundliche B u ch a u s st e l l u n g. Im Nahmen des vom Reichspropagandaministerium veranstalteten Aufklärungsfeldzuges über Rassen­fragen bringt die Pfeiffersche Universi­tät s b u ch h a n d l u n g, Gießen, Walltor- st r a ß e 21, zur Zeit eine Ausstellung von rassen- kundlichen und rassenhygienischen Büchern des Ver­lages I. F. Lehmann, München. Bei der überragen­den Wichtigkeit, die diese Fragen künftig in der Erziehung und Rechtsprechung, überhaupt im gan­zen öffentlichen Leben haben werden, sei die Besich­tigung dieser Ausstellung allen Lesern unseres Blat­tes dringend empfohlen. Man sieht die vom Reichs­

propagandaministerium empfohlenen raffenkund- lichen Bücher von Prof. Dr. Hans F. K. Gun­ther und Dr. Clauß, das bekannte Grundwert der Vererbungslehre von Baur-Fischer-Lenz, die Werke des Reichsminifters und Reichsbauern­führers R. Walther Darr6 ufw. Alle Beamten, besonders Erzieher und Lehrer, aber ebenso Geist­liche und Richter, überhaupt alle Gebildeten wer­den sich künftig eingehend mit der Rassenkunde be­schäftigen müssen und werden daher dankbar diese Gelegenheit begrüßen, die Hauptwerke der Rassen­kunde und Rassenhygiene eingehend besichtigen zu können. (Siehe heutige Anzeige.)

** Billige Sonderfahrt an den Bo­densee. Die Reichsbahn veranstaltet für die Zell vom 1. bis 7. Oktober eine billige Sonderfahrt nach Lindau am Bodensee. Die Reise kostet einschließlich Fahrpreis ab Gießen und zurück mit Unterkunft und Verpflegung 51 Mark. Für Ausflüge in die Schweiz ist kein Paß erforderlich. Prospekte find durch das Hapag-Reifebüro Gießen (Seltersweg 89) und durch das Mitteleuropäische Reisebüro in Frank­furt, sowie an allen Fahrkartenausgaben erhältlich. Die Anmeldung für die Teilnahme kann ebenfalls an den genannten Stellen erfolgen. Auf die heu­tige Anzeige fei besonders hingewiesen.

** Für Liebhaber des Skatfpiels. Aus Großen-Bufeck wird uns geschrieben: Hier hat sich eine Gruppe von Herren gebildet, die dem alten sogenannten Thüringer Skat wieder zu seinem Recht verhelfen will. Der Zweck ist, das ge­winnsüchtige Spielen auf ein geringes Maß zu be­schränken und das durch die sogenanntenGuckis so einseitig gewordene Spiel wieder zu einem grö­ßeren Kunstspiel zu machen. DieGuckis" sind bis auf einenGucki-Grand", dem man versuchsweise

noch das Leben gegönnt hat, aufgehoben. Es wird wieder flotttourniert" (vielleichttournieren" wir auch nächstens nicht mehr, sonderndrehen um"). Solo gespielt" usw. Auch der Ramsch ist wieder zu seinem guten Recht gekommen. Eine Versuchs« weise Neuerung ist, daß nicht mehr der Karten« geber die Vorhand bestimmt, sondern das Los (zu» gedeckte Geldstücke). Weiter bestimmt ebenfalls das Los, wer bei gleicher Stärke das Spiel bekommt. Zweck der beiden neuen Regeln ist, eine möglichst zu erreichende Gleichberechtigung herbeizuführen, die bei der durch den Kartengeber bestimmten Vorhand ausgefchaltet ist. Es sei noch bemerkt, daß die er« wähnte neue Skatgruppe nicht um Geld spielt, son­dern nur zur Unterhaltung. So kommt es auch, daß man sich während des Spiels zeitweise unterhält, und es nicht nur heißt:Arbeiten, arbeiten, Zeit ist Geld!" AusPietät" wird am Schluß des Spielens noch eine Runde desGucki-Geldskates" (selbstredend auch ohne Geld!) gespielt. Bis jetzt ge­fällt der neuealte" Skat allgemein besser, zumal er einen wieder an die gute, alte Zeit erinnert; auch wird es angenehm empfunden, daß schärfer gedacht werden muß. Als Getränk wird während des Spiels derHohenastheimer" empfohlen, der ja, wie man sich erzählt, in diesem Jahr wieder zum Teil aus Aepfeln hergestellt werden foll.

** Der neue Rundfunksender in Kas- f e l. Der neuerrichtete Rundfunksender in Kassel ist fertiggestellt und wird heute in Betrieb genom­men. Er wird auf Welle 1157 kHz 259,3 m im Gleichwellenbetrieb mit Frankfurt a. M. und Trier arbeiten. Da die Leistung des neuen Senders auf 0,5 kW verstärkt worden ist und die Welle nur unwesentlich geändert wird, sind Schwierigkeiten bei der Umstellung nicht au erwarten.

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GesetzWGkNenMsWsül Spengler n. JnWoteure Anmeldung zur Gesellenprüfung der Spengler und Installateure in Stadl und Kreis Gießen Montag, den 25., und Mitt­woch, den 27. September 1933, nachmit­tags 14 bis 18 Uhr, beim Jnnungsruhrer Nudolf Nödiger, Gießen, Walltorstr. 35. Mitzubringen sind der Lehrvertrag und 6.0u RM. Prüfungsgebühren.b Ziele Innung ö. Spengler ujnflnootenr fjonöroetls für Stadt unO Stein (Biegen.

Bekanntmachung.

Betr.: Die Umlagen und die Sonderge­bäudesteuer der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1933.

Das Hessische Staatsministerium, Mini­sterialabteilung 1b (Innern) hat gestattet, daß auf Grund der im Mai l. I. zur Aus­gabe gekommenen Vorauszahlungsbescheide über die Umlagen und die Sondergebäude­steuer der Gemeinden, des Kreises und der Provinz für 1933, die nur für die beiden ersten Raten bestimmt waren, eine dritte Vorauszahlungsrate in der gleichen Höhe wie die ersten beiden Raten erhoben wer­den kann. Für die Stadt Gießen ist die endgültige Veranlagung für 1933 fast durchgeführt, so daß also nur in den Fällen, in denen die endgültigen Steuerbescheide bis zum Fälligkeitstag der 3.Rate (25.Sep- tember) noch nicht zugestellt fein sollten, die Zahlung auf Grund der Vorauszah­lungsbescheide erfolgen kann. Die Voraus­zahlungen werden auf die endgültige Steuerschuld aufgerechnet. 5798C

Die rechtzeitige Zustellung ist für die Steuerpflichtigen deshalb von besonderer Bedeutung, weil bei Zahlung vor dem 1. Oktober 1933 die Möglichkeit der Er­werbung von Steuergutscheinen für die gutscheinfähigen Beträge in Betracht kommt.

Gießen, den 18. September 1933. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Seib.

Bekanntmachung.

Die Beschaffung vonkanalguhmale- rialien" (10-t-Waggon) für den städtischen Kanalbetrieb soll auf Grund der Reichs­oerdingungsordnung für Bauleistungen öffentlich vergeben werden. 5795D

Die Verdingungsunterlagen und Ange­botsvordrucke find bei uns erhältlich.

Die Angebote find in einem Briefum­schlag ohne Firmenaufdruck, mit entspre­chenden Aufschriften versehen, spätestens zum Eröffnungstermin am

Mittwoch, dem 4. Oktober 1933 vormittags 10 llhr

an das Städtische Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg Nr. 9, abzugeben, wo die Er­öffnung der eingegangenen Angebote im Beisein der etwa erschienenen Anbieter er- ^Zuschlags- und Bindefrist vier Wochen.

Gießen, den 20. September 1933.

Städtisches Hoch- und Tiefbauamt.

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Kartoffellieferung.

Die Lieferung von etwa 4700 Zentner gelbfleischigen Speisekartoffeln,Industrie", soll im öffentlichen Wettbewerbe vergeben werden. 2700 Zentner sind alsbald nach Zuschlag und 2000 Zentner im Frühjahr 1934 zu liefern. 58070

Kostenfreie Angebote mit der Aufschrift Kartoffellieferung" find spätestens bis zum Eröffnungstermin am

Dienstag, dem 3. Oktober 1933, 10 Uhr, in verschlossenem Briefumschlag an die unterzeichnete Behörde einzureichen.

Im Angebot selbst muß über Herkunft und Sorte der angebotenen Kartoffeln Aufschluß gegeben werden, ob es sich um Wetterauer Industrie oder um andere Kar­toffeln und aus welchen Gebieten handelt. Teillieferungen, nicht unter 20 Doppel­zentner, sind zugelassen.

Die Bedingungen können während der Dienststunden im Geschäftszimmer des Oekonom eingefehen und das vorgefchrie- bene Angebotsformular ebenda in Emp­fang genommen werden.

Zuschlagsfrist: eine Woche.

Butzbach, den 14. September 1933.

Die Direktion

der hessischen Zellenstrafanstalt.

Bekanntmachung.

Betr.: Die Bildung des Backlohnpreises.

Die Bekanntmachung des Herrn Staats­sekretärs (Preisüberwachungsstelle) vom 12. September 1933 abgedruckt im Amts­verkündigungsblatt Nr. 48 vom 15. Sep­tember 1933 über die Festsetzung des Backlohnes ist in den städtischen Aus- hängekasten zu jedermanns Einsichtnahme angeschlagen. 5796C

Gießen, den 19. September 1933.

Bürgermeisterei Gießen. I. V.r vr. S e i b.

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ßu dieser Veranstaltung lade ich hiermit alle Alters- Vereinigungen herzlichst ein. Die Einladung ergeht ins­besondere auch an die Vereinigungen, die zu der vor« ereilenden Besprechung nicht eingeladen werden konnten, weil ihre Vorsitzenden nicht zu ermitteln waren. Ich >itte die Vorsitzenden der einzelnen Vereinigungen, mir )is spätestens 30. September mitzuteilen, wieviel Mit­glieder ihrer Vereinigung an dem Kommers sich be- eiligen wollen. Diese Angabe ist wegen der Regelung der Platzfrage unbedingt erforderlich.

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Allen denen, die uns anläßlich unserer Silberhochzeit durch ihre Aufmerksam« keit beehrten, sagen wir hiermit unse­ren herzlichsten Dank.

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Meldungen bis Samstag, 23. Sevt. im Theaterbüro. 5806 n

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Gießen und Umg. e. G. m. b. H.