Ausgabe 
21.8.1933 Frühausgabe
 
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des Gleichgewichts im Donaubecken, weshalb es für die wirtschaftliche An näherungzwischen Oe st erreich und Un­garn und eine Verstärkung der wirtschaftlichen Be­ziehungen zwischen beiden Landern und Italien ein­trete. Ungarn scheine geneigt zu sein, gewisse wirt­schaftliche Positionen in Oesterreich zugunsten Ita­liens aufzugeben gegen die Erschließung eigenen Absatzgebietes für den ungarischen Getreideüberschuß. Auch die Frage des Hafens von Triest scheine bei dieser wirtschaftlichen Zusammenarbeit der drei Staaten eine große Rolle zu spielen. Man plane in Triest die Schaffung einer ungarischen und einer österreichischen Freizone, durch die Ungarn und Oesterreich in die Lage ver­setzt würden, in italienischen Hoheitsgewässern Schiffe mit ihrer Nationalflagge zu unterhalten.

Der Bericht der Agentur Stefani über die Unter­redung zwischen Dollfuß und Mussolini bereitet der französischen Pxesse einiges Kopfzerbrechen. Eine Anzahl Zeitungen fürchtet, Italien habe infolge des Versagens Englands und Frankreichs eine Schiedsrichterrolle erlangt, die es möglicher­weise für feine politischen und wirtschaftlichen Zwecke ausnutzen könnte, lieber das Ergebnis der Aus­sprüche sagt der Korrespondent desMatin" in Rom, der Plan, die Heimwehren in eine Grenzpolizei um- zuwandelq, scheine fallen gelassen zu sein. Beioe Minister schienen an ein Dreierabkom­men mit Ungarn oder an ein 23ier er ab kommen m i t D e u 1 s ch l a.n d zu denken, um auf diese Weise die Bildung einer Mächtegruppierung zu ermöglichen, die Mitteleuropa wirt­schaftlich lebensfähig machen würde. Mus­solini habe also auf den Plan einer Donauföderation mit dem Plan eines österreich-deutsch-ungarisch-ita- linischen Bündnisses geantwortet. Der Plan, im Ha­fen von Triest eine österreichische und ungarische Freizone zu schaffen, sei aufgegeben worden mit Rücksicht auf das mit Deutschland bestehende Abkom­men über die Meistbegünstigungsklausel.

Eingriffe in die Wirtschaft werden nicht geduldet.

Weimar, 19. QIug. (WTD.) Wie die Presse­stelle des Thüringischen Staaisministeriums mit­teilt. hat sich das thürin gische Staats­ministerium des Innern veranlaßt ge­sehen, um Störungen in der Wirt­schaft, besonders in den Kaliwerken Aordthü- ringens vorzubeugen und derartige Ver­suche von vornherein im Keime zu ersticken, den Kreisleiter der RSBO. in Sondershau­sen vorerst in Schutzhaft zu nehmen.

Die Reichsregierung und insonderheit der Herr Reichskanzler haben häufig genug darauf h'ngewicsen, daß der Erfolg der Temühun- gen, Arbeitslosen Arbeit zu ver- m i tt e l n und sie auf längere Zeit in den Ar­beitsprozeß einzugliedern, davon abhängig ist, daß die Wirtschaft von keiner Seite beun­ruhigt wird.

Zuqabeverbot und Arbeitsamst.

Berlin, 19. Aug. (TA.) 3m echten Gemein­schaftsgeist haben sich aus eigenem Antriebe die Verbände der Arbeiterschaft und des Handels, so­wie der 3ndustrie- und Handelstag zusammenge­funden, um für die Arbeiterschaft nachteilige Fol­gen des am 1. September 1933 in Kraft tretenden Zugabeverbots abzuwenden. Zum gleichen Zweck hat das Reichsarbeitsministerium am 19. August 1933 eine Aussprache dieser Verbände mit den amtlichen Stellen herbeigeführt. Hierbei kam der einmütige Wille zum Ausdruck, allen Ar - b e i t n e h m e rn , die bisher durch das Zu­gabewesen Deschäftigung gefunden Hu­ben, wenn nur irgendmöglich ihre Arbeits­stellen zu erholten oder ihnen dafür C r - s a tz zu schaffen. Es wurden auch Mittel und Wege erörtert, um dieses Ziel zu erreichen. Schon jetzt kann festgestellt werden, daß infolge des ein­mütigen Zusammenwirkens aller Kreise für die Arbeiterschaft kein Anlaß besteht, sich wegen

Straßen um Neapel.

Von Or. Gustav W. Eberlein, Zfiom.

Reapel. im Sommer.

Wie kommt man raus aus Rom? Das fragt sich auch heute noch jeder Fahrer, wenn er glück­lich oder mit einem Radfahrer auf dem Küh­ler in den Irrgarten bineingekommen ist. Er hat natürlich von der weltbcrüchtigten Zucht­losigkeit der römischen ciclisti gehört, er fürchtete die schlafenden Kärrner der Landstraßen, ihm graute vor der wilden Hatz in der Stadt der 13 Hügel, und in der Tat, seine sensationellsten Erwartungen wurden übertroffen. Wie würde es nun erstweiter hinunterzu" werden?

Erste angenehme Enttäuschung: der große Irr­garten hat jetzt strahlenförmig Ausgänge ange- seht, wo früher alles zu und verstopft war wie eine Tube. Man drückt auf sie und wird zu irgendeinem Loch in der uralten Stadtmauer hinausgequetscht, man findet sich, wenn nur vor­her ein Blick nach der Sonne oder auf den Kom­paß nicht vergessen wurde, plötzlich in der richti­gen Dichtung, auf Asphalt oder Zement, zwischen schwarzweiß angestrichenen Bäumen, weiß und schwarzen Kurvenpfosten, schwarz und weihen Randsteinen und Brückenmauern. Schier Preu- ßisch ich meine die Ordnung, nicht die Farben der Kühe. Die sind nach wie vor grau, und die Ochsen sind Düffel und haben Hörner, zwischen die ein Achtzylinder bequem hineingeht.

Unsere Straße ist eigentlich die Via Casilina laicht zu merken: geht über Cassino und Caserta) aber wer auf große Anfangsbequemlichkeit weniger Wert legt als auf eine interessante Landschaft, sollte die Via Tuscolana einschlagen denn auf diese Weise kann er Tuskulum, die be­rühmten Castelli Romani und den Götterberg, den Monte Cavo mitnehmen, auf dessen Tausend­metergipfel jetzt eine Autostraße hinaufführt. 5 Lire Weggeld, es lohnt sich aber. So un­geheuerlich sieht man nirgends den Argrund aller Geschichte, die Campagna, zu Füßen liegen. Vor­her freilich ist dieStraße des ewigen Auf­bruchs" zu überwinden, wo ständig gebuddelt wird und der Rest der Fahrbahn den Herren von Rom gehört, den Radfahrern. Vorsicht vor allem bei einbrechender Dämmerung und nachts! Denn die Herren haben von der Erfindung der La­terne, der Glocke und Bremse noch nichts gehört, das Straßengeseh interessiert sie mäßig: Me ne trego! Ich pfeif drauf. And dann die Kärrner. Es muß aus unbekannten Gründen sehr weh tun, rechts zu fahren, daher döst man lieber. Zu­weilen weichen sie allerdings dann, wenn man es nicht mehr erwartet, aus die Pferde.

Das neue Deaischland imb bas Menilmi.

Besprechung einer Broschüre.

Diese Schrift hat bisher gefehlt.

Rach dem jahrzehntelangen Kampf der Deut­schen gegen das herrschende Judentum, nach den Tagen des Boykotts und bei der noch immer an- daui^.iden Reinigung ist es notwendig, ein Mittel des Kampfes und der Erkenntnis in der Juden- frage in die Hände aller Volksgenossen zu legen.

Dieses Heft:Deutschlands Kampf für die abendländische Kultu r, dessen An- tertitelDas neue Deutschland und das Juden­tum" den Inhalt treffend kennzeichnet, enthält in der Tat die reichhaltigste und treffendste Samm­lung von Material über die Rolle des Judentums in Deutschland.

Ist schon alles interessant, wcs im Anfang an geschichtlichen Darstellungen darin steht über die Entwicklung des Iudentun s und seine geogra­phische Verteilung in Drütschland und über die Derufszugehörigkeit der Juden, so ist von unmit­telbarer Bedeutung für die politische Aufklärung doch das, was so lange Jahre hindurch zum Inhalt unseres Kampfes gehörte:

Das Kapitel vomEinfluß des Juden­tums auf Geist undMoral" enthält nicht nur eine ausgezeichnete Statistik darüber, wie weit die intellektuellen Berufe vom Judentum be­herrscht wurden, sondern auch bezeichnende Photos von Magnus H i r s ch f e l d, dem sexuel en Ge­schäftemacher, von dem gemeinsten aller Asphalt- literaten Tucholsky, und viele Zahlennach­weise sind diesem Kapitel eingefügt.

Wissen wir nicht alle noch, welche Rolle die Ju­den in den großen Korruptionsskandalen spielten?

Daß diese Verbrechen und die ihrer marxistischen Freunde und Schützer nicht vergessen werden, dafür sorgen Tatsachen und Bilder, die sich in einem an­deren Kapitel des Heftes finden. Am verderblichsten

aber war das Judentum alsAposteldesKom- m u n i s m u s. Hier hat es Deutsche gegen Deutsche gehetzt, die Kameraden der Schützengräben zu Fein­den gemacht und den Tod vieler Hundert unserer Kameraden auf seinem weltweiten Gewissen.

Alle sie sehen wir wieder im Bilde und im Bericht: die Landauer, Mühsam, Liebknecht, Luxemburg, Münzenberg und die vielen anderen, deren Namen in der schmachvollsten Zeit Deutschlands so oft im Haß von uns genannt wurden, und denen einmal irregeführte Volksgenossen folgten.

Das Beste am Inhalt aber sind die vielen ver­streuten, in geschickter Weise herausgehobenen An­gaben über Zahlen und Vorgänge, die in der täg­lichen Aufklärung unbedingt notwendig sind. In meisterhafter Weise hat es der Herausgeber verstan­den, fast auf jeder Seite mehrere Abbildungen zu bringen, die in eindringlicher Weise immer gerade die kennzeichnendsten Augenblicke festhalten.

Niemals soll vergessen werden, daß ein Tucholsky unter ein Bild ruhmreicher preußischer Generäle schrieb:Tiere sehen dich an."

Niemals wieder soll bis in die höchsten Stellen des Staates und der Wirtschaft das Judentum vor­dringen.

Aber gerade heute, wo von jenseits der Grenze das Judentum zum Angriff gegen das neue Deutsch­land bläst, muß jeder Deutsche die Methoden des Judentums kennen und muß alle Tat­sachen und Menschen kennen, die am Untergang Deutschlands gearbeitet haben. Gerade heute muß jeder Deutsche das wissen, darum gehört das Heft indieHandeinesjedenVolksgenossen. Denn nur mit einer unbedingten Härte gegen alle Feinde, einer Härte, die in jeden hineingepreßt wer­den muß, wird das neue Deutschland gebaut werden und stehen, unerschüttert von den Angriffen und Aeußerungen des Hasses der Fremdlinge.

der Durchführung des Zugabeverbots zu beun­ruhigen. Sobald sich die im einzelnen zu ergrei­fenden Maßnahmen überblicken lassen, wird die Oeffentlichkeit unterrichtet werden.

EmheüsbeitragsüfdieBerufsverbände

Berlin, 19. Aug. (VDZ.) Eine einheitliche Regelung der Beitragsfrage bei den Ar­beiter- und Angestellten-Verbänden ist, wie das VDZ.-Bureau dem Sozialwirtschaft- lichen Zeitungsdienst entnimmt, in Aussicht ge­nommen, sobald die organisatorische Am- g e st a l t u n g der neuen Berufsverbände in der Deutschen Arbeitsfront beendet ist. Für die Aebergangszeit ist bisher eine Regelung in der Form getroffen, daß die Mitglieder der neuen Verbände die Beiträge bezahlen, die sie in ihrem alten Verband bezahlt haben. Die Tendenz der Reuregelung soll aber selbstver­ständlich die sein, daß im Zuge der Vereinheit­lichung des gesamten Berufsverbandswesens auch eine Vereinheitlichung und damit eine Ver­billigung des Deitragswesens erfol­gen wird. Da anzunehmen ist, daß die organisa­torischen Ausbauarbeiten in den Berufsverbän­den bis zum Winter abgeschlossen sein werden, wird auch erst dann die Deitragsfrage akut werden.

Reue Anordnungen des AerziekommiffarS.

Berlin, 19. Aug. (VDZ.) Der Aerztekommissar Dr. Wagner hat die Regelung der Zusammen­arbeit von Aerzten bei der Vertretung, bei Ueber- weisungen und bei Konsilien jetzt durch neue Anord­nungen ergänzt. Darin heißt es über die Vertre­tung: Arische Aerzte dürfen sich nur durch arische Aerzte vertreten lassen. Wo in einem Bezirk eine gegenseitige Vertretung der niederge­lassenen Aerzte untereinander üblich ist, kann e i n nichtarischer Arzt, auf den die Ausnahme- beftimmungen der Verordnung über die Zu- WIWI IHIMIIIM «I«II> .... ........... «UBUracmfl ilMWl »BJU

Aus unbegreiflichen Gründen werden die Castelli, obwohl im Winter wie im Sommer stark belebt und von allen Fremden aufgesucht, recht stiefmütterlich behandelt, im Gegensatz zu dem Zweimonatbaö von Ostia, wohin das Modell einer Autobahn führt. Weit mehr Anspruch auf gute Verbindungswege hätten Grottaferrata und Frascati, es wäre zweckmäßig, diese Lungen Roms der Stadt einzuverleiben. Aber wer weiß, in fünf Jahren vielleicht

3n fünf Jahren kann sich unermeßlich viel ändern. RomNeapel: das ist wie im Film, wenn es heißt: Dreißig Jahre später. Im Som­mer 1927 staubte man sich leidlich bis Cassino durch, dann versanken die Räder im Schotter und in Capua erlitten Mann und Roß ihr Capua' Don hier aus ging es auf einem Feld nach Reapel, das angenehm gewesen wäre, wenn es ein Kartoffelfeld gewesen wäre, denn dann hätte man auf den Furchenkämmen fahren können. Leider jedoch wurden die Längsfurchen durch ebensovtele Quertäler zerschnitten und solche Schachbretter sind für das Maultier, das im Rebel seinen Weg sucht, besser geeignet. Roch vor ein oder zwei Jahren versank ein Last­wagen samt Brücke vor den Toren Capuas im Fluffe heute schnurrt die asphaltierte autostrada bis Reapel und weiter hinunter in den tiefen Süden. Man erreicht sie wieder, die ^effliche Via Casilina, kurz nach Frascati und Colonna.

Wer das Meer den Bergen vorzieht, fährt statt über tferenhno und Frosinone, Felsennestern auf der Hohe eines Pfropfenziehers, über Formia, längs der Direttissima, der Schnellbahn, die Neapel in zwei Stunden macht, während vor fünf Jahren die Züge vier bis fünf Stunden brauchten, genau war das nie zu sagen. Auf der Küstenstraße gerät man, daß ist ihr Vorzug, in die falernerfeligen phle- gräifdjen Gefilde und in einen rauchenden Krater. Wagen am Eingang bitte stehenlassen, denn der Boden" dieses fauchenden und stinkenden Vulkans, der Solfatara, ist nur ein trommelartig über die' Hülle gespanntes Fell. Es klingt verdammt hohl, wenn einer mit dem Fuß aufftampft, und auf Schritt und Tritt ist das Trommelfell löcherig: bro­delnder Urschlamm quillt heraus, die deutschen Landstreicher in der Krachledernen jeder Fahrer im Süden fischt so ein paar Häuslein Elend im Straßengraben auf fragen dich gleich, ob sie hier nicht feuerlos abkochen könnten. Könnten sie, Eier werden in der vorschriftsmäßigen Zeit hark' wenn man sie hineinhält. Auch haust Luzifer in dem Höllenloch, er heißt so, daß ist verbürgt, und trommelt wie ein Gorilla auf seine Brust, wenn man ihn fragt, wie es ihm jetzt gehe. Ausgezeichnet, Signore, die Schwefeldämpfe, Sie wissen jaI

lassung von Aerzten zur Tätigkeit bei den Kranken­kassen (Kriegsteilnahme usw. zutresfen, davon nicht ausgeschlossen werden. Für die Be­schäftigung eines Assistenten gelten die gleichen Grundsätze.

Für Ueberroeifungen wird angeordnet: Arische Aerzte sollen ihre arischen Patienten arischen Fachärzten, Krankenhaus-, Sanatorium- usw. Aerz­ten überweisen und umgekehrt. Arische Aerzte, ins­besondere Krankenhausärzte, dürfen Ueberroeifungen von nichtarischen Aerzten annehmen, wo örtliche Verhältnisse es notwendig erscheinen lassen. Für die Zuziehung eines zweiten Arztes (Konsilien) gelten diese Vorschriften sinngemäß.

Eine Praxisgemeinschaft zwischen ari­schen und nichtarischen Aerzten ist verboten. Dies gilt auch gegenüber allen Aerzten, auf die die Ausnahmebestimmungen zutreffen. Eine Aus­nahme hiervon zuzulassen, behält sich der Reichs­führer der Kassenärztlichen Vereinigung selbst vor.

In einer anderen Anordnung macht Kommissar Dr. Wagner daraus aufmerksam, daß zur Stel­lenvermittlung für alle Zweige der ärztlichen Berufsausübung allein die Vermittlungsstelle des Hartmann-Bundes berechtigt ist. Wo bisher noch von anderen Stellen Bermittlungstätigkeit ausgeübt wurde, ist sie sofort einzustellen.

Brüning dementiert.

Berlin, 19. Aug. (TU.) Das Pressebüro Krause teilt mit: Gegenüber einer Fülle von Gerüchten, die in der letzten Zeit in der in- und ausländischen Presse verbreitet wurden, haben wir durch Rückfrage bei Herrn Dr. Brüning festgestellt, daß er einen 18 rief an d i e vatikanischen Stellen nicht geschrieben hat und somit auch keine Warnung vor dem H e r r n R e i ch s k a n z - ler ausgesprochen haben kann. Auch die Nachrichten über einen schlechten Gesundheitszustand Dr. Brü­nings oder seine Absicht, in das Ausland bzw. in ein Kloster zu gehen, sind irrig.

Bor vierzig Jahren hat er's auf der Lunge gehabt, und da kam er auf den Einfall, sich im Krater an- zusiedeln. Seither gehört er dazu. Auf dieses Ex­periment hin hat sich ein Hotel am Kraterrand an­gesiedelt die Kranken brauchen nur den Kopf zum Fenster hinauszuhalten, wenn sie inhalieren wollen.

In Neapel selber, wie fast allgemein in den ita­lienischen Städten, sind die Straßen, die gepflaster­ten, weit schlechter als die Landstraßen. Da liegen gleich um den Bahnhof herum die riesigen Platten, wir würden schon Quader sagen, öfters überein­ander als nebeneinander, die Straßenbengel machen sich einen Jux aus dieser Bauerei, die Erwachsenen schauen lächelnd zu und die Autos turnen lieber auf Dem Damm herum, der eigentlich der Straßenbahn gehört. So mancher fragt sich da wieder, wie seiner­zeit in Rom: soll ichs wagen? Noch weiter hinunter?

Immerzu! Es ist ja kaum zu glauben, aber es ist so: spiegelglatte Straßen im ganzen Golf! Fuhr der Kronprinz noch vor kurzem im Schiff die paar Kilometer nach Castellamare, um dem wildroman­tischen Abenteuer der Straße nach Pompeji zu ent­gehen, so tut fick) nun nach einigem Hin und Her oder vielmehr Ab und Auf, wie eben beschrieben, die Autobahn auf, nach dem Muster der Via del Mare in Rom gebaut, ein technisches Kleinod, ein landschaftliches Wunder. Weggeld allerdings zehn Lire auf den Kopf. Rückfahrkarten über Sonntag ZU ermäßigtem Preis. 80 Kilometer angefetzt, neun­zig, hundert in einem Wisch am Fuß des Vul­kans hin und unmittelbar vor den Toren der To­tenstadt Halt. Besuch in Pompeji, das war einst eine Tagesreise, es war eine empfindliche Ausgabe, mit der Cookbahn auf den Vesuv hinaufzufahren, wer konnte noch nach Sorrent kommen oder gar nach Amalfi?

Jetzt kann sich ein Fahrer anheischig machen, alle fünf Sensationen zwischen Sonnenaufgang und -Untergang zu erledigen. Neapel, Pompeji, Sorrent, Amalfi und den Vesuv. Wo man in den Sattel stieg, um sich durch die Asche hinaufzuquälen, da bleibt man nun, wenn man Vertrauen hat zu seinem Wagen und ein bißchen Abenteuerlust in den Adern, am Steuer sitzen. Zum Krater hinauf? Jawohl, bis zum Krater. Toll, aber es geht.

Weiter. Natürlich ist es unzweckmäßig, mit einer Sensation die andere aus sich herauszutreiben, wenn auch Wagen und Straße nichts dagegen hät­ten. Fahren wir einmal hübsch brav die Straße der tausend Kurven, über Sorrent nach Amalfi und Salerno. Das genügt. Da habe ich seinerzeit, als sich ein blutiger Neuling am Volant mehr halt­suchend anklammerte, statt zu lenken, die ersten grauen Haare gekriegt. Diesmal nur ein paar Schwielen am kleinen Finger. Wer davon absehen kann, daß die Straße ständig auf der Höhe der

Aus öfter Wett.

Sensationelle Verkaufsergebniffe des Volksempfängers De 301.

Berlin, 19. Aug. (TLl.) Die Rationalsozia- listische Rundfunkkammer teilt mit:Der erste Tag der Funkausstellung, die im Zeichen der nationalsozialistischen Massenwerbung für den Volksempfänger V e 301 steht, hat einen geradezu sensationellen Ver­kaufserfolg gebracht. Es hat sich näm­lich gezeigt, daß die zunächst herausgebrachte Auflage von 1 00 000 Geräten den Be­darf der Hörer nach einem billigen Einheitsemp­fänger schon am ersten Tage bei wei­tem nicht mehr genügte. Aus diesem Grunde hat sich die Funkindustrie entschlossen, weiterhin 100 000 Geräte schnell­stens in Auftrag zu geben. Die natio­nalsozialistische Funkausstellung hat somit schon in ihrem Anfangsstadium einen phantastischen Er­folg zu verzeichnen. Dieser beispiellose Markt­erfolg, mit dem die Schaffung des Dollsrmpfän- gers, diese soziale Tat der deutschen Funkindu­strie, ihre verdiente Anerkennung findet, bedeutet zugleich eine neue Wirtschaftsbele­bung. 200 000 Empfänger bedeuten einen Llmsatz von 15,2 M illionen Reichsmark und damit eine weitere gesunde Besserung des funk­industriellen Arbeitsmarktes."

Das große Los.

In der letzten Rachmittagsziehung der Preu­ßisch-Süddeutschen Klassenlotterie fiel der 100 000-Mark-Gewinn auf die Los­nummer 5 5 9 9 1 in beiden Abteilungen.

Graf Zeppelin" gestartet.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist am Samstagabend unter Führung von Kapitän Leh­mann in Friedrichshafen zu seiner fünften dies- jährigen Südamerikafahrt gestartet. An Bord befinden sich acht Passagiere.

Todessturz eines Segelfliegers.

Der 27jährige Segelflieger Josef E n g e l ist nachts während eines Fluges mit einem von ihm selbst erbauten Apparat in der Nähe des Gaisbergpla- teaus bei Salzburg durch Absturz tödlich ver­unglückt. Engel war auf dem 1286 Meter hohen ©aisbergplateau gestartet, ohne jemandem Mittei­lung davon zu machen, daß er den Dauerflugrekord brechen und die Nacht hindurch fliegen wolle. Man glaubt, daß Engel entweder eingeschlafen ist oder von einem Unwohlsein befallen wurde.

Seemannslos.

Der Erste Offizier des Hamburger Dampfers Kurland" ist auf der Fahrt von HoUand nach Riga in der Nähe von Terschelling bei starker Dünung über Bord gespült worden und ertrunken. Die Suche nach seiner Leiche war vergeblich. Als der Kapitän das Unglück erfuhr, erlitt er einen Schlaganfall. Er wurde, nachdem der Dampfer den Kaiser-Wilhelm-Kanal passiert hatte, in Kiel an Land geschafft und ins Krankenhaus gebracht.

Schwere Zuchthausstrafen für Landfriedensbruch.

Wegen Landfriedensbruchs hatten sich vor dem Sondergericht in Düsseldorf 12 Kommu­nisten zu verantworten. Die Angeklagten t)cMon in einer stark kommunistischen Siedlung in München-Gladbach anfangs des Jahres bei Schießereien mitgewirkt, denen ein SA.- Mann zum Opfer fiel. Die Beweisaufnahme er­gab die Schuld der Kommunisten Oberwel- land und Grevenrath, die vier Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust er­hielten. Der Angeklagte L e n a r z erhielt als Rädelsführer sechs Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Vier weitere Angeklagte er­hielten Gefängnisstrafen bis zu anderthalb Jahren. Die übrigen Angeklagten wurden frei- gesprochen.

Kölner Domtürme dahintänzelt, mit einem hundert­prozentigen Abfall zur Rechten, man hört die Bran­dung gar nicht, so tief ist sie. der merkt: Donner­wetter, selbst diese Schlange ist jetzt asphaltiert! Was neben ihm sitzt, darf sich an der Vermählung zweier kobaltblauer Golfe berauschen, Capri vor sich, wenn sie nicht vorzieht, schreckensbleich die Hände vor die Augen zu drücken.

In Salerno, vielleicht waren es zweitausend, viel- leicht dreitausend Kurven im Steilufer, hebt sich der Alpdruck, du magst nach Pästum schnurren, einst kaum erreichbar. Revolution auch auf neapolitani« chen Straßen der Autoschreck wie Staub zer- toben wahrhaftig, da kann man schon von eiher Imwälzung sprechen.

Ein neuer Leonardo.

Da man von Leonardo da Vinci nur wenige Gemälde kennt und besonders wenig über fein Schassen zwischen 1472, da er in die Floren­tiner Malerzunft aufgenommen wurde, und 1480 weiß, so muß die Entdeckung einer Arbeit des großen Meisters aus dieser Zeit die Aufmerksam­keit aller Kunstfreunde finden. Einen neuen Leo­nardo aus dieser frühesten Epoche entdeckt zu haben, behauptet der frühere Direktor der irischen Rational-Galerie, Prof. Langton Douglas, in einer soeben erschienenen Schrift. Das Bild, das hier von ihm veröffentlicht wird, ist eine kleine Holztafel, die eine Szene aus der Legende des Heiligen Donato von Arezzo zeigt. Bisher galt als das einzige Werk aus dieser ersten Periode Leonardos, das auf Echtheit Anspruch machen konnte, dieVerkündigung" des Louvre. Douglas beweist nun als zweifellos, daß das neuentdeckte Bild früher einmal mit dem Louvre- Bild zusammen den Teil der Predella eines großen Altargemäldes gebildet haben muß. Er vermutet, daß dieses Altarbild dieMadonna di Piazza" in der Kathedrale von Pistoja war, an der Leonardo und Lorenzo di Credi als Schüler des Derrocchio gemeinsam gearbeitet haben, denn bei Verrocchio war dieses Werk bestellt worden. Die beiden Tafeln find nicht nur in der Höhe und Anordnung der Figuren und und der ganzen Komposition völlig gleichförmig ausgeführt, sondern es läßt sich nachweisen, daß die beiden Tafeln aus demselben Stück Holz ge­schnitten sind. Der engste Zusammenhang zwischen beiden Bildern ist also eine Tatsache, und da sie stilistisch so überaus ähnlich sind, darf auch das neue Werk für eine eigenhändige Arbeit Leonardos gelten. Leider befindet sich die kost­bare Tafel jetzt in den Händen eines Sammlers jenseits des Ozeans.