Ausgabe 
21.8.1933 Frühausgabe
 
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Montag, 2(. August 1933

Kr. 194 Seübausgave

185. Jahrgang

MetzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Drud und Verlag: vrühl'sche Universttäls-Vuch- und Steinörudcrci TL Lange in Gießen. Schnstleitung und Geschäftsstelle: Zchullttaße 7.

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange;: Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschem und für den An­zeigenteil i.D.TH.KümmeI sämtlich in Biegen.

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Der Reichskanzler spricht vor den Etabssührern der EA, ©6 und des Stahlhelm.

Bad Godesberg, 19. Aua. (ENB.) Reichs­kanzler Hitler ist Samstag nachmittag hier einge­troffen, um an der Reichs ft abführertagung der SA., SS. und des Stahlhelm teilzu- nehmen. Auf der Tagung führte zunächst

Stabschef Höhm

wie die NSK. mitteilt, in feiner großen Einfüh­rungsrede u. a. aus: Die kommenden Monate wür­den vor allem der durch das zahlenmäßige Anwach­sen bedingten Neuordnung der. und der Eingliederung des Stahlhelms in ihre Reihen dienen.

Unter feinen Umständen werde er dulden, daß die braunen Kämpfer der Bewegung sich von ihrem Ziel ablenken lassen durch äußeren Gian; und Prunk, sondern er verlange von jedem SA.- TNann und -Führer die alte Schlichtheit und Einfachheit. Ls werde dafür gesorgt werden, daß dem politischen Soldaten sein Recht im neuen Staat, den er erkämpft hat. gewahrt werde.

Im heutigen Deutschland sei bereits Ungeheures geleistet worden, aber noch st e h e Gewaltiges zu tun bevor. Die offenen Gegner des National­sozialismus feien zu Boden geschlagen, aber noch nicht verschwunden. Mil allen Mitteln werde es die SA. verhindern, daß der geschlagene Feind sich wie­der erhebe.

Sodann hielt vor den Stabsführern der SA. und SS., sowie des Stahlhelm

der Führer Adolf Hitler

eine zwcieinhaibftündige Rede, in der er sich mit grundsätzlichen Fragen unseres weltan­schaulichen und politischen Kampfes befaßte. Es ift kennzeichnend für die unerhört tiefe und wesenhafte Auffassung seiner großen Mission, daß der Führer sich hier vor den kämpferischen Wil­lensträgern der deutschen Revolution nicht in eng begrenzter Zielsetzung erschöpfte, sondern Gedanken entwickelte, die von innen her das Wesen der deut- schen Erhebung in ihrer ganzen Tiefe erfaßten.

Nach einleitenden historischen Perspektiven der Ideenumwälzungen in der Geschichte der Völker geißelte er die inneren Widersprüche der Demo­kratie, des Liberalismus und des Marxismus, die das nun vergangene Jahrhundert beherrscht haben. Die innere Unwahrhafligteit dieser Lehren, die sich aus die wirklichkettssernen Begriffe von Individuum und Menschheit aufbauten, hätte naturnotwendig die Zeitenwende durch den Nationalsozialismus herbei­geführt, der die liberalistische Formalauffassung des Staats durch die lebendige Auffassung des Volks überwunden habe.

Unsere große Ausgabe sei-es nun, eine neue poli­tische Führcrauslcsc zum Träger der Lrhallung unseres gesamten Dolkstums und damit der deutschen Zukunsl zu erziehen. Ls müsse syste­matisch eine Führungshierarchie auf politischem Gebiet entwickelt werden, die die ganze Ration wie eine Klammer Zusammenhalte.

Dieser Prozeß sei unbedingt notwendig, weil die natürliche Basis für diese Auslese bei uns nicht mehr vorhanden sei- Es gelte, die neue Weltanschauung in Deutschland s o trLigfähig auszuprägen, daß sie das zusammenhaltend e© lernen t in unserem Bolk darstelle. Das sei das Entscheidende für die Zukunft. Er habe die Lieberzeugung, daß das Werk erfolgreich zu Ende geführt würde, in eine weiteste Zeiträume überdauernde natür­liche Evolution. Die SA- habe die Aufgabe, den erzieherischen Gedanken unserer Weltanschauung praktisch zu gestalten. Das Bolk wolle geführt fein, aber es wolle, daß die, die es führen, zur Führung fähig und dazu geboren seien.

Das Volk habe ein Recht zu fordern, daß feine Führung genau so heroisch sei, wie diese es vom Volk fordere. Richt verwalten wollen wir dieses wertvolle, uns anvertraute Gut, sondern führen dadurch, daß wir eine dauernde lebendige Ver­bindung des Volkes zur tragenden Staatsidee Herstellen.

Der Führer behandelte sodann das Ver­hältnis zur Armee. Er führte dabei u. a. aus: Alle Organisationen müßten ihre Funk­tionen klar gliedern und gegeneinander abgren- zen. Das Verhältnis der SA. zur Armee sei das gleiche wie das der politischen Führung, zur Armee. Beide seien nicht Selbstzweck, son­dern dienten nur dem einen Zweck der Er­haltung unseres Volks. Von diesen Ge­danken des Volkstums aus lehne er auch die Germanisierung von unserem Volke fremden Menschen und Völkern ab, da diese nie eine Kräftigung und Stärkung, son­dern höchstens eine Schwächung des Rassenkerns unseres Volks bedeuten würden.

Aus diesem Gesichtspunkt der Geschlossenheit und Humanität heraus verlange er auch von seinen SA.-Führern, daß sie immer nur das verbin­dende, nicht das Trennende, sähen. Alle Aus- einanderschungen innerhalb der Ration halte er hte für vollkommen ausgeschlossen.

Das Volk, das heute wieder Glaube, Zu- verficht und Vertrauen gewonnen

habe, verstehe alles, was wir tun, wenn wir es geschlossen tun. Wenn wir in einem solchen u n - zertrennlichen Bund in granitener Treue zusammenstünden, dann werde das deutsche Volk nicht der Sklave anderer, sondern der Herr seiner selbst sein.

Stabschef Röhm schloß die glänzend verlau­fene Tagung mit einem dreifachen, begeistert aus­genommenen Heil auf Deutschland und feinen Führer.

Dämmernde Erkenntnis in Frankreich.

Paris, 19. Aug. (ERB.) Der bekannte Roya­list und Pamphlctist Lion Daudet, bem man weder Deutschsrcundlichkcit, noch eine besondere Vorliebe für das nationalsozialistische Deutschland nachsagen kann, wendet sich heute in derAc­tion Franxaise" gegen die in Frankreich nicht seltenen abfälligen Urteile über das n a»

Königsberg, 20. Aug. (WTB.) Die 2 1. Deutsche Ost messe wurde Sonntag mittag feierlich eröffnet. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man Reichswirtschastsminister Dr. Schmitt, Staatssekretär Feder und den Oberpräsidenten Mod), den deutschen Botschafter in Moskau Dr. v. Dirksen, den Leiter der Ostabteilung des Auswärtigen Amtes Ministerialdirektor Meyer, zahlreiche diplomatische Vertreter des östlichen Auslandes, Vertreter der Reichs- und Staatsbehör­den, der Reichswehr, der Polizei, der politischen Organisationen der NSDAP., Vertreter Danzigs, des Memelgebietes, der Grenzmark Posen-Wcst- preußen und der östlichen Nachbarstaaten und der Sowjetunion.

Reichswtrischastsminister ör. Schmitt gab seiner Freude über die Einladung zum Besuch der 21. Deutschen Ostmesse Ausdruck, der er gerne gefolgt sei, und richtete Grüße des Ministerpräsi­denten Göring als Schirmherr der Ostmesse aus, der es sehr bedauere, nicht selbst hier erscheinen zu können.

Die deutsche Ostmesse habe sich zur Aufgabe ge­setzt, im Ramen des deutschen Aufbauprogramms die Verbindung zur übrigen deutschen Wirtschaft zu pflegen und ein Mittler zu sein zwischen Deutschland und den benachbarten Ländern im Osten. Der Minister dankte allen, die sich um die Entwicklung und Ausgestaltung der Ostmesse verdient machten und verzichtete, nachdem er erst vor kurzem in aller Oesfentlichkeit seiner Mei­nung Ausdruck gegeben habe, auf Ausführungen über die Wirtschaft, weil es für den Reichswirt­schastsminister wichtiger fei, z u handeln, als zu reden. Wie bei den Besprechungen vor einigen Tagen mit dem Oberpräsidenten Koch und dessen Stab gab der Minister dem herzlichen Dank an Ostpreußen Ausdruck, daß es ihm als dem ersten deutschen Landesteil gelungen sei, die Arbeits­losigkeit zu beseitigen und hoffte, daß die wettere Arbeit diesen Arbcitsersolg zu einem dauernden Erfolg gestaltet. Er sprach die Lieberzeugung aus, daß Ostpreußen jetzt und in der Zukunft den Vor­teil dieser Maßnahmen genießen werde.

Auf die Ausgaben der Ostmesse im Hinblick auf den Einzelhandel eingehend betonte der Minister, daß

die deutsche Reichsregierung durchaus davon durchdrungen fei, wie ungeheuer wichtig die Ent­wicklung unseres Außenhandels und wie beson­ders der wirtschaftliche Wiederaufstieg des deut­schen und des ganzen europäischen Ostens fei.

Er glaube, daß hier gerade durch die Ostmesse als MittlerinzudenNachbarländern Wert­volles geleistet werde, und hoffe zuversichtlich, daß

Ein Berliner Kommentar.

Berlin, 19. Aug. (ERB.) DerPetit Pcrisien" berichtet von Verhandlungen zwischen den Regie­rungen von Paris, London und Rom über eine >o- fortige wirtschaftliche und finanzielle Aktion zur Unterstützung Oesterreichs und der österreich'schen Bundesregierung. Man scheint bei ben genannten Regierungen offenbar wirklich sehr besorgt um das Schicksal Oesterreichs zu sein, wenn man sich nun schon wieder einmal die Frage oor- legt, wie Oesterreich geholfen werden kann. Es läßt sich aber nicht verhehlen, daß die jetzt erneut in Aussicht genommene Hilfsaktion n ich t die erste ihrer Art ist, und daß ihre Vorgänger auch nicht gerade sehr rühmenswert verlausen sind. Von der vor zwei Jahren ausgeschriebenen Anleihe von 300 Mill. Schilling ist erst vor kurzem die erste enghd-.e Tranche aufgelegt worden, ganz abgesehen davon,

ttonalsozialistischc Deutschland und seinen Führer. Er rät den Kritikern, sich zu­nächst einmal in Frankreich umzusehen, bevor sie u. a. den Zusammenbruch des deutschen Intellektualismus verlünden. Hitler und seine Mitarbeiter hätten die deutsche Mo­ral gehoben, und die deutschen Intellektu­ellen seien nicht so dumm, nicht zu wissen, daß cs auf die Moral ankomme und sie allein für eine Ration ausschlaggebend sei. Es sei auch bur­lesk, Schöngeister ihrer Verwunderung über den vomAnstreicher" zurückgelegten Weg Ausdruck geben zu hören. Das Hakenkreuz erklärt Leon Daudet zum Schluß habe in einigen Mo­naten nicht nur die jüdische WeltaUiance zu Bo­den gezwungen, sondern sich zugleich dem Zen­trum. das sich nicht vor einem Bismarck beugte, und auch der Sozialdemokratie, die einen Wil­helm II. einzuschüchtern vermochte, und schließlich auch dem Vatikan gewachsen gezeigt, und das sei allerhand.

der allgemeine Aufschwung sich in Handel und Wirt­schaft im Osten fortsetze und eine allgemeine Be­friedung und Beglückung der Wirtschaft und Völker des Ostens eintrete.

Der Minister gab den Gefühlen Ausdruck, die ihn auf dem Weg nach Königsberg beim Passieren der alten Freien Stadt Danzig und angesichts der stolzen und auch tragischen Geschichte des Ostens be­wegt hätten. Wie sich selber, so sand er auch hier alles durchdrungen von dem Glauben, der auch, wirtschaftlich gesehen, die Voraussetzung für unseren Wiederaufstieg sei.

Denn ein Volk, das nicht an sich selber glaube, das nicht einig sei und durchdrungen von dem Selbstbehauptungswillcn, könne nicht bestehen, auch wenn es tüchtige Kaufleute habe. Un­widerstehlich feien der Glaube und die Hoffnung^ daß Land und Volk wieder ihr altes Ansehen, ihr großes können in politischer und wirtschaft­licher Hinsicht erlangen müßten. Dieser Glaube, den uns das Dritte Reich, die Erhebung dieses Jahres und vor allem unser Führer Adolf Hitler gebracht hat, ist das Fundament, auf dem sich alles aufbaut, und auf dem sich auch die wirtschaftliche Auferstehung ganz Deutschlands durchführen lassen wird.

Der Minister schloß mit der frohen Ueberzeugung, daß Ostpreußen blühen und wachsen, Ostpreußens Wirtschaft erstarken werde und mit Ostpreußen un­ser ganzes Vaterland. Er gedachte mit erhobener Stimme des ehrwürdigsten Sohnes Ostpreußens, un­seres allverehrten Herrn Reichspräsidenten General­feldmarschall v.o n Hindenburg, der gegenwär­tig in dieser Provinz weilt. (Lebhafter Beifall.)

Oberpräsident Gauleiter Koch

sagte dann u. a., Ostpreußen ist sich im Rahmen der deutschen Nation, der deutschen Wirtschaft und des osteuropäischen Raumes seiner hohen Mission be­wußt. Für uns soll die Peutjche Ostmesse am heuti­gen Tage den Leistungsnachweis des deutschen Vol­tes bilden. Für uns steht Arbeit höher als Geld, Leistung höher als Besitz.

Wir wollen nichts anderes, als dem schaffenden deutschen Arbeitsmenfchen innerhalb der Gren­zen seiner Ration Arbeit und Brot garantieren, wir wollen nicht imperialistische Wirtschaft treiben, sondern wir verlangen das, was ein Volk als selbstverständlich für sich in Anspruch nehmen darf. Laßt diesem deutschen Volke seine Ehre und seine Freiheit, und ihr werdet sehen, daß das deutsche Volk der Fricdenssörderer Europas ist, zum Segen der deutschen wirtschaft.

daß an Stelle der in Aussicht genommenen 300 Mill. Schilling nur 250 Mill. Schilling zustandege- kommen waren. Dazu kommt, daß diese englische Tranche auch nur für die Abdeckung von K r e= öiten verwendet wurde, ebenso wie die französische Tranche dazu diente, kurzfristige in lang­fristige Kredite umzuwandeln. Oester­reich hat auch in den Jahren 1922 und 1930 Völker­bundsanleihen bekommen, für deren Zinsen- und Tilgungsdienst Frankreich die Garantie übernom­men hatte. Nachdem Oesterreich die Zinsen nicht mehr bezahlen konnte, mußte die französische Regie­rung den Gläubigern gegenüber für die Zinsen auf- kommen. Wenn also jetzt die französische Regierung eine neue Anleihe an Oesterreich geben würde,; so würde dies praktisch auch nur darauf hinauslaufen, daß in Zukunft Oesterreich den Zinsendienst für diese Völkerbundsanleihe an Stelle der französischen Re­gierung wieder selber trägt. Barmittel hat die

österreichische Regierung aus solcher Anleihe über« Haupt nichtzu erwarten.

Die angebliche Zusage der deutschen Regierung an Frankreich und England.

Berlin, 19. Aug. (ERB.) Der Sonderkorre­spondent desRews Ehronicle" behauptet in einer Meldung aus Wien, daß Deutsch­land durch seine angebliche Rundfunkpro­paganda auch weiterhin die Zusagen an England und Frankreich in der offenkun­digsten Art verletze. Die Fortführung dieser Rundfunkpropaganda sei um so ernster, als sie nach den frcundschaftlick.cn Vorstellungen komme, die erst gestern von Italien erhoben worden seien.

Diesetr Ausführungen gegenüber wird von maß­gebender Seite noch einmal daraus hingewiesen, daß irgendwelche Zusagen weder an Frankreich, noch a n E n g l a n d g e m a ch t worden sind. Mit Italien haben mehr- ache Unterhaltungen stattgcsunden: der Inhalt dieser Unterhaltungen gibt aber wcderFrank- reich noch England das Recht, dar­auf zu pochen. Ihnen gegenüber sind keine Erklärungen abgegeben worden. Im Gegenteil: Wie schon wiederholt von amtlicher Seite betont worden ist, sind die beiden Demarchen seinerzeit zurückgewiesen worden.

Dollfuß bei Mussolini.

R i c c i o n e, 19. Aug. (WTB.) Bundeskanzler Dollfuß ist heute abend in Riccione einge- trofsen Ministerpräsident Mussolini hat dein Bundeskanzler im Hotel einen Besuch abgestattct. Der eingehenden Aussprache zwischen den beiden Staatsmännern wohnte auch Unterstaatssekretär S u v i ch vom italienischen Außenministerium bei.

Oie zweite Unterredung.

Rom, 20. Aug. (TU.) In einer weiteren Un­terredung, die am Sonntag im Grand-Hotel in Riccione stattfand, haben der österreichische Bun­deskanzler Dollfuß und der Ehef der italieni­schen Regierung die p o l i t i s ch e La g e i m all­gemeinen und insbesondere hinsichtlich Ita­liens genau kkurchgesprochen. Der Ches der Re­gierung legte noch einmal die italienische Ansicht über die Zukunft Oester­reichs, die Gesamtheit des Donaupro­blems und die weiteren Fragen dar, die nur durch das Funktionieren des Viererpaktes zu losen seien. Dollfuß legte die inner- und außenpolitische Lage Oesterreichs dar. Vom Grundsatz der Unabhängigkeit Oesterreichs ausgehend erklärte er, er wolle eine Politik des Friedens und der Zusammenar­beit mit allen Rachbarn verfolgen, insbesondere mit Italien und Ungarn, aber auch mit Deutsch­land, sobald dies möglich sei. Die beiden Staatsmänner ftcllten am Schluß ihrer Unter­redung fest, daß zwischen ihnen mit Bezug auf die geprüften Probleme eine Gemeinsamkeit und Gleichartigkeit der Gedanken be­stehe.

Die Meinung der Wiener presse.

Wien, 20. Aug. (WTB.) Die Besprechungen des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß mit Minister­präsident Mussolini werden von den Blät­tern allgemein als die Fortsetzung der Unter­haltung über die Oesterreich und Italien betres- fenden wirtschastlichen Fragen betrach­tet. darüber hinausgehend aber mit Rücksicht auf die kürzlich erfolgten Besuche der ungarischen Staatsmänner in Rom auch als eine Ergänzung der Unterhaltungen über J)ie Oesterreich, Un­garn und Italien interessierenden großen F r a g e n g e b i e t e des Donau- und deS mitteleuropäischen Raumes. Dabei wird darauf verwiesen, daß Mussolini den Ge­danken verfolge, einen engeren wirtschaft­lichen Zusammenschluß zwischen Oester­reich und Ungarn zu erzielen, damit sich diese beiden Staaten neben der Kleinen Entente im Rahmen eines zu schaffenden wirtschaftlichen Mitteleuropas selbständig behaupten konnten. In den Presseäuherungen wird die Selbstverständ­lichkeit hervorgehoben, daß auch das Verhältnis zwischen Deutschland und Oesterreich Gegenstand der Besprechungen sei, wobei Bundes­kanzler Dr. Dollfuß erfahren werde, wie man sich in Rom die weitere Stellungnahme der italienischen Politik denke und welche Haltung man dort gegenüber den Anregungen und Ab­sichten Frankreichs und Englands ein­nehme. Dr. Dollfuß wird voraussichtlich am Mon­tag Riccione wieder verlassen. Sollten es aber die Umstände erfordern, so würde er sich noch nach Rom begeben.

WasmaninFrankreichvonder Aussprache erwartet.

Paris, 20. Aug. (WTB.) In einer Havasmel- düng aus Rom werden als Gegen st and der Aussprache zwischen Bundeskanzler Dr. Dollfuß' und Mussolini bezeichnet: 1. die in n er öfter « reichische Lage und 2. die österreichisch- deutschen Beziehungen. Der Havas-Äorre- ipondent hält es für wahrscheinlich, daß Dr. Doll­fuß sich über die Ansicht der italienischen Regierung hinsichtlich des österreichischen Antrags auf die Aenderung feiner Heeres st ärke .Herauf­setzung der öffentlichen Verbände auf 30 000 Mann, Herabsetzung der Dienstzeit und Reorganisation der Heimwehr) habe vergewissern wollen. Ueber die Ein­stellung Italiens zu diesem Problem scheint der Ha- vas Korrespondent nichts erfahren zu haben, be­hauptet weiter, Italien sei f ü r d i e H e r st e 11 u n g

MhMMaftsmwistn Schm st in Ostpreußen.

Eindrucksvolle Ansprachen bei der Eröffnung der 21. Deutschen Ostmesse.

Die Angst um Oesterreich.

Beschränkung der Westmachte aus wirtschaftliche und finanzielle Hilfe?