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Aus der Provinzialhauptstadt
Die Anloy-Keier der 116 er
Buntes Allerlei
insbesondere der Traditionskompanie einen Kranz nieder und verband damit eine Huldigung deS jungen Heeres für die Helden der alten deutschen Armee. Standartenführer Lutter, der Desehls» Haber der SA.-Standarte 116, gelobte bei inner Kranzniederlegung im Hennen der Standarte 116, dah diese sich allezeit bestreben werde, dem Heldengeist und der großen Tradition des 3n* santerie-Aegiments 116 nachzueifern. Der Etahl- helm-Ortsgruppcnführcr, Oberstleutnant a. D Loppe, legte namens der Stahlhelmkameraden
einen Kranz mit herzlichen Dank- und Gedenk- Worten für die Gefallenen nieder. Kaufmann Müller, der für die Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Aegimentsvereine einen Kranz niederlegte, huldigte dabei den gefallenen Kameraden des alten, stolzen Kaiser-Regiment- und gelobte, wie diese alles für Deutschland zu tun.
Sodann folgte der Vorbeimarsch der TraditionS- kompanie. des SA -Sturms, des Stahlhelm und der militärischen Vereine. Damit fand die eindrucksvolle Feier ihren Abschluß.
Elefanten fliehen vor Flugzeugen.
Der Inspektor der Wttdschuhgebiete von Uganda weist in fernem neuesten Bericht darauf hin, dah die Flugzeuge unter den groben Llefanten-Herden dieses Gebietes eine arge Unruhe gestiftet haben. Der regelmäßige Flugzeug-Verkehr, sowie alle Maschinen, die vom Horden her Uganda überfliegen, nehmen ihren Weg über die Hauptelesanten-Schuhgebiete, und alle Anzeichen sprechen dafür, dah daS den Elefanten durchaus nicht recht ist, sondern dah sie dadurch auS ihrem friedlichen Leben ousgeschreckt werden. Bis vor drei Jahren konnte man z. B. an dem Oft-Hil gegenüber von Tachwach eine stattliche Anzahl mächtiger alter Elesantenbullen bewundern, doch sind diese riesigen Dickhäuter von dort jetzt völlig verschwunden. DaS läßt sich nicht aus einem stärkeren Abschuß erklären, sondern es ist den Tieren in diesem Gebiet zu unruhig, und da die Stille nur durch daS Dröhnen der Flugzeug-Motoren unterbrochen wird, so bleibt keine andere Erklärung, als daß das Flugzeug der Unruße- stiften ist. 3n diesem Jahre hoben die Wanderungen der Hauptherden bewiesen, daß die Elefanten sich in einer bedenllichen Aufregung befinden. Hun könnte man hoffen, dah die Tiere sich allmählich an den Lärm gewöhnen werden, aber dies ist nicht wahrscheinlich, denn sogar die gezähmten Elefanten im belgifchen Kongo, die dort als fleihigeArbeiter tätig sind, schreiten noch immer vor dem Lärm der Kraftwagen zurück. Cs scheint, daß diese Dickhäuter gegen alle ungewöhn- ten Geräusche sehr viel empfindlicher sind alS man annehmen möchte. Wenn die großen Elefantenherden von ilganöa wie zu vermuten ist, auS diesen ungewohnten Schutzgebieten durch den Flugzeuglärm vertrieben werden, dann besteht die Gefahr, daß fie sich über die angebauten Landflächen verbreiten, und bann wird eine Verminderung ihrer Zahl sich als unvermeidlich erweisen. Während deS letzten Jahres ergab eine Zählung in dem Schutzgebiet eine Menge von 1210 Elefanten, die in ihren Hauern einen Schatz von mehr als 34000 Pfund Elfenbein mit sich führen Diese Zister, die etwa dieselbe ist wie im Jahr vorher zeigt, daß die Uganba-Slefanten trotz des starken Abschusses sich bisher nicht vermindert haben. Die Zahl der weiblichen Tiere ist gewachsen und beträgt jetzt nicht mehr viel weniger alS die der männlichen. Das Gewicht der Hauer der erlegten Tiere hat sich erhöht; währendes 1931 durchschnittlich 12 Pfund i für den Stoßzahn betrug, ist eS 1932 auf 14 Pfund 1 gestiegen.
klingende Ehrennamen, sie gehören zu den größten Taten der Weltgeschichte.
Wie die ganze deutsche Armee ist auch das 3n- fanterie-Kegiment Kaiser-Wilhelm unbesiegt in die Heimat zurückgekehrt. Trotz des unverschuldeten Zusammenbruchs des Vaterlandes ist seine Ehre sleckenlos, sein Schild blank geblieben. 2Uit reinem Herzen und gutem Gewissen können wir Frontkämpfer hier am Denkmal an unsere Gefallenen denken.
Chikagos „Unterwelt* steht in USA. wieder 1 einmal im Mittelpunkt des Interesses. Das brutale Treiben der Verbrecher am Michi- , ganfee hat die Bundesregierung zu einem großen Schlag veranlaßt. 300 Polizisten, ausgerüstet mit den modernsten Massen und Httfsmiti 'n, haben den Kampf begonnen. Es kam, wie bereits gemeldet, zu einem regel- rechten Feuergefecht, aber die Gangsters entkörnen!
Die Allmacht der „Rackets* in Chikago scheint unerschütterlich zu sein. Jeder Tag bringt neue lleberrofchungen. Man hat sich nachgerade daran gewöhnt, aber jetzt, nachdem die Aufhebung der Prohibition den Verbrechern in Neuyork und Chi- kago das „Wasser" so gut wie abgegraben hat, Der- sprach man sich im Stillen eine grundlegende Aen- berung der Dinge.
Gangsters auf neuen Wegen
ShikagoS Verbrecherwelt hat sich umgestcNt.
Unsere Stadt stand am Samstag und am gestrigen Sonntag im Zeichen zweier großer nationaler Veranstaltungen am Samstag Der 2lnloy-Feier und des 120jährigen Bestehens unseres früheren Jnfonterie-Hegiments Kaiser Wilhelm Hr. 116, am Sonntag des großen Aufmarsches per ö2k.* Standarte 116. Beiden Veranstaltungen hatte un- fere Bürgerschast durch reichen Flaggenschmuck der Häuser ihre Sympathie bekundet, daneben war noch vielen SA.-Männern von auswärts gestern herzliche Gastsreundschoft von hiesigen Fomilten gewährt worden.
Die Anloy-Ieier
am Samstag gegen Abend vor dem 116er-Dcnk- mal auf dem Landgraf-Philipp-Platz hatte eine große Menschenmenge anzeloclt, die mit starkem Interesse an der Feier teilnahm. Das 1 Iber-Denkmal war in schöner Weise mit frischem Grün und Blumen geschmückt. Während sich die Angehörigen der Offizier-Vereinigung 116, der Veranstalterin der Gedenkfeier, in der Zeughaus- kaferne versammelten, marschierten als erste Formationen der Stahlhelm unter dem Kommando des Ortsgruppenführers, Oberstleutnant a. D. Loppe, und die Abordnungen der Arbeitsgemeinschaft der m i l i t ä r i s chen Vereine unter der Führung von Landgerichtsrat Trum per t unter flotter Marschmusik der Stahlhelm-Kapell auf der Süd- und Ostseite d:s Denkmals aus. Dabei konnte man an dem ausgezeichneten militärischen Schneid des stark gewachsenen Stahlhelm und der Militärvereine ferne aufrichtige Freude haben. Einige Minuten spater, pünktlich um 18 Ahr, nachdem sich auch die alten 116er um das Denkmal versammelt halten, marschierte die Traditionskompanie unseres Bataillons, die 2. Kompanie unter Führung von Oberleutnant Knetsch sehr stramm und schneidig heran, der in ebenfalls Dortreffli- chcm Schneid und straffer militärischer Disziplin der Sturm 12 der S A. - S t a n d a r t e 11 6 unter dem Kommando von Sturmsuhrer Hobel
Militärkapelle unter Obermufitmeifter Kr auße leitete die Gedenkfeier mit dem Choral „Wir treten zum Beten" ein. Hierauf folgte
Die Gedenkrede
von Oberst a. O. Költschau.
Der Redner entbot zunächst im Hamen des ehemaligen 3ntaulcrie-uxcgünentd Hr. 116 den Offizieren unseres Bataillons und der Traditions« konipanie, sowie den Abordnungen der Kriegs- formationen und der Militärvereine herzlichen Gruß, ferner der Standarte 116, dem Stahlhelm und der großen Menschenmenge die gleiche herzliche kameradschaftliche Begrüßung. Er gab hierauf anläßlich der 120 Jahrfeier der Hegiments- grünbung in großen Umrissen einen ileberbüd über die ruhmreiche Geschichte des Regiments, die in dem von uns am Samstag veröffentlichten Artikel von Leutnant d. H. a. D. Ernst Hölzel der Oefsentlichkeit bereits geschildert wurde. Dann
Perlen-Prüfung.
Aus dem Gebiet des Perlenhandels besteht die große Frage darin, ob eine Perle „natürlich" oder .gezüchtet" ist. Beide Arten sind echt, aber die Haturperlen haben einen viel höheren Wert als die Erzeugnisse der Züchtung, bei denen die Auster künstlich zur Perlbildung angereizt wird, indem ein runder Perlmutterkern in die Muschel emge- führt wird. Die Perlen sind auch für den besten Kenner mit dem bloßen Auge oft nicht au unterscheiden, und so sind besondere Untersuchungsstätten eingerichtet worden. Aus dem großen Londoner Perlen- und Diamanten-Markt von Hattongarden gibt es ein Laboratorium, das die Londoner Handelskammer unterhält und das zur Prüfung von Edelsteinen und Perlen bestimmt ist. Seine Hauptarbeit besteht darin, die elngelieser- ten Perlen in die beißen Klassen der natürlichen und gezüchteten zu scheiden. Wegen des großen Wertunterschiedes geht fast jede Perle, die von einem Londoner Juwelier gekauft wird, durch die Hände der Perlenprüfer. In dem Laboratorium, das nur aus zwei Häumen besteht, befindet sich eine große Anzahl von wissenschaftlichen Apparaten, darunter ein sehr starker Höntgen-Strahlen- apparat, sowie ein Apparat, der „Endoskop" heißt und imstande ist, die einzelnen Lagen der Perle bis zu ihrem Mittelpunkt zu messen. Durch die genaue Untersuchung der Schichtungen der Perle ist man in der Lage, ganz einwandfrei sestzustellen, ob es sich um ein natürliches „Gewächs" oder um ein künstlich angeregtes Produkt handelt, denn so ähnlich auch die Oberfläche der Perle ist, so sind doch die Wachstumsvorgänge im Innern bei beißen Prozessen verschieden. Ein noch klareres Bild bietet die Durchleuchtung mit Höntgen-Strahlen, die dann angewandt wird, wenn die Perle nicht bereits angebohrt ist, beim bei dem „Endoskop ist das Ansehen einer Habel unvermeidlich. Die natürliche Perle zeigt im Höntgenbild einen sechseckigen ober ringartigen Aufbau, während die Zuchtperle rechtwinklige Flächen aufweist. Außer dieser Perlenprüfung beschäftigt sich das Laboratorium mit allen Formen der Untersuchung von Edelsteinen, mit der Feststellung ihres Gewichtes, ihrer Lichtbrechung, der Farbe, in der sie in ultraviolettem Licht erscheinen, und mit der Beobachtung des inneren Aufbaus durch Röntgen-Strahlen.
sagte der Heimer u a. weiter:
Am 2. August 1914 erhob sich ganz Deutschland einmütig und in beispielloser nationaler Begeisterung zur Abwehr gegen den Angriff einer Welt von Feinden
Die Ereignisie des großen Weltkrieges find noch in frischer Erinnerung.
Das Kaiser-Wilhelm-Regiment hat immer nur an der erbittert kämpfenden Westfront gefochten, und da an den Brennpunkten des Kampfes. Es hat an über 30 entscheidenden Schlachten teilgenommen.
118 Offiziere und fast 3000 tapfere Unteroffiziere und Mannschaften sind in treuester Pflichterfüllung in den Reihen des Regiments gefallen. Davon allem bei Anloy am 22. August 1914, dessen Gedenktag mir heute feiern, 13 Offiziere und 412 Unteroffiziere und Mannschaften.
Anloy, die Marneschlacht, Reims und Roye 1914, Lihons-Parvillers 1915, Verdun, Chemin des Dames, und Sommeschlacht 1916, Siegfried-Front, Flan- dernschlacht 1917, die große Schlacht in Frankreich, 2. Sommeschlacht und Rückmarsch-Kämpfe 1918 sind
Leicht hatten es die Gangsters nie. Früher mußten sich die Armen der Alksholgeschäfte wegen gegenseitig ermorden, aber jetzt ... Man glaubt es kaum! Jetzt müssen sie sich schon mit dem erbärmlichen Gewerbe, F e n st e r s ch e i b e n e i n z u wer- f e n, abfinben. Das ist der neueste Schlager. Wie
ein schlechter Witz mutet diese Neuheit an, aber es ist so. Die Gangsters wersen jetzt Fensterscheiben ein, natürlich Schaufensterscheiben, denn mit Kleinigkeiten geben sich die Leute nicht ab. Und aus den entstandenen Scherben machen sie dann ihr Glück. Die Kaufleute werden nämlich gezwungen, gegen fast unerschwingliche Preise die Scheiben von den Gangsters zu beziehen. Tun sie das nicht, liegen am anderen Morgen die Scherben wieder vor dem Haus.
Kontrolle" noch und noch! Einzelne Der- brechersyndikate kontrollieren Wäschereien und Reinigungsanstalten, Automaten, Glückspiele und vor allem auch die Beerdigungsinstitute Chikago». oo bringt ein Verbrechen das andere, die Erpres- s u n g e n jagen sich, und die Oefsentlichkeit wird in unglaublicher Weise terrorisiert.
Früher tonnte man in den Witzblättern Ratschläge für ahnungslose Fremde finden, die den Besuchern Chikagos Panzerwesten empfahlen. Heute braucht man nicht mehr zu lachen, denn inzwischen hat die Zeit bewiesen, daß das wachsende Verbrechertum durchaus ernst gemacht hat. Die übelfte Rolle in der Entwicklung nach dem Kriege spielte die Lage der Stadt am Michigansee, der hier eine offene Grenze nach dem „nassen" Kanada bildete. Aus kleinen Dampfern und Motorbooten wurde der kostbare Alkohol nachts über den See geschasst, an einsamen Stellen in Lastwagen gelaßen und so ins Innere des Landes befördert. Dieses Geschäft war zwar nicht ganz ungesährlich, da die Prohibitionsagenten Tag und Nacht und unerbittliche Jagd machten. Die Gangsters hatten aber findige Köpfe und kamen auf die Idee, den riskanten Schmuggel anderen zu überlasten, während fie selbst mit gutberoaffneten Leuten den Kraftwagentransporten auf lauerten und ihnen den wertvollen „booze", das ist Alkohol, abjagten. Um sich gegen diese Ucberfälle zu schützen, bildeten auch die bootleggers ihre „gangs . Der Banden krieg in Chikago war fertig, Die Un- terroelt hatte ihre Fronten, und unzählige Opfer waren die Folge.
Aus diesen Voraussetzungen, die sich im Lauf der Zeit zu unerschütterlichen „Notwendigkeiten' entwickelten, leiten sich auch die heutigen Mißstände noch ab. Gewiß, die Regierung tut alles und neuer- dings entschiedener als srüher, um dem Verbrechertum entscheidend zu begegnen. Aber wie die neue- sten Meldungen wieder zeigen, gehen die gutgemeinten Schläge immer wieder ins Wasser. So gelang es den Gangsters, die hier in einem harten Feuer- gefedjt zu widerstehen vermochten, den Polizeikordon zu durchbrechen und in einem 16zylindrigen Panzerwagen zu entkommen.
Die Organisation der amerikanischen „Racketeers", der organisierten Erpresserbanden, ist raffiniert ausgebaut, und wo ein „Syndikat" — so nennen die Leute ihre Verbrecherzentralen — unschädlich gemacht wird, entstehen drei neue. Die Hoffnung, daß die Aufhebung der Prohibition den Gangsters großen Abbruch tue, hat sich, vorerst wenigstens, nicht erfüllt, sie waren wendig genug, mit der Tatsache zu rechnen und sich — umzustellen. Dennoch darf man erwarten, daß die neuen Maßnahmen auch in Chikago Wandel schaffen. In Neuyork hat sich bereits vieles gebessert.
Uns sind fie nicht gestorben!
Wenn wir an den großen Weltkrieg, an all das gewaltige Geschehen und Erleben da draußen zurückdenken, dann führen wir seelische Zwiesprache mit ihnen. Und wenn wir in den furchtbaren Nach- kriegsjahren nicht seelisch niederaebrochen sind, dann ist es der Gedanke an unsere Gefallenen, der uns ausrechterhalten hat.
Wir Frontkämpfer, die wir den Krieg mit all feinem Grausen und Entsetzen wirklich kennen gelernt haben, wir wollen gewiß nicht wieder Krieg.
Aber ... wenn sie uns das Letzte nehmen wollen! — Wenn sie uns ganz vernichten wollen! — Wo wäre der deutsche Mann, der sich dann nicht vor seine Heimat, vor Haus und Hof, vor Weib und Kind stellen, und mit seinen letzten Kräften, mit letztem Gut und Blut, sie schirmen und schützen wurde!! — Deshalb rufen uns die Geister der (gefallenen heute zu: .....
„Bleibt wehrwillige und wehrfähige echte deutsche Männer nach der Väter Art!"
Gottlob hat ja die neue deutsche Hitler-Regierung den Pazifismus und andere klägliche Ausstrahlungen elender Kreaturen mit ihren Propheten hinwegge- ^Älles geschieht, um die deutsche Jugend zu tüchtigen, starken, charakterfesten deutschen Männern hcranzubttben.
wir Frontkämpfer wissen, daß es Sache und Ausgabe der deutschen Jugend ist, das deutsche Vaterland wieder zu aller Macht, Größe und Herrlichkeit emporzuführen.
Wenn nach Gottes unerforschlichem Ratschluß sie dazu wieder für Deutschland marschieren muß, dann werden unsere Gefallenen auch, wie es in dem Horst-Wessel-Liede fo schön heißt, in ihren Reihen initmarschieren. . .. .
Wir Alten, wir danken Gott dafür, daß wir diese herrliche Zeit, wo wieder Treue und Glaube im deutschen Vaterlande herrscht, noch miterlebt haben.
Der Augenblick, al? in der traditionsreichen Pots- darner Garnisonkirche der Vertreter der glorreichen alten Zeil, unser Reichspräsident Generalfeldmar- schall von Hindenburg und der Schöpfer des neuen Deutschlands, Reichskanzler Adolf Hit l e r sich die Hand zu neuem Treueschwur für Deutschland reichten, wird jedem unvergeßlich bleiben.
Die Art. wie unser Kanzler und ^uhrer Adolf Hitler nach seiner gewaltigen, die Welt durch- brausenden Rede unseren greifen Generalfeldmar- schall hoch ehrte, hat ihm aller Herzen gewonnen.
Wir aber hier denken am Ehrenmal unserer Ge- faöenen, jetzt weit - weit hinaus. Ueberall dahin, wo deutsche Heldensähne den letzten Schlaf schlafen, namentlich derer, die in den Reihen des Regiments in den 120 Jahren feines ehrenvollen Bestehens den Heldentod starben. Wenn über ihren Grabern der Wind durch die Sträucher und Bäume weht, dann singt er das unvergängliche Skaldenlied von deutschem Heldentod.
In treuem Gedenken an sie alle, alle, die Da Draußen der grüne Rasen deckt, und mit Herzens- dank für alles, was sie für das deutsche Vaterland und damit für uns getan haben, lege ich i^^n des alten Infanterie-Regiments Kaifer-Wuhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 diesen Kranz an ihrem Ehrenmal nieder.
Kameradendank ihrem Dpfertobe!
Ehre ihrem Andenken!
Treue um Treue! —
Anschließend wurde gemeinsam der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen- Hieraus folgten
weitere Kranzniederlegungen.
Der Bataillonskommandeur Major von i Wachter legte im Hamen des Bataillons und
Gruß an den Gerichtsvollzieher.
- Dem erwarteten Dollstreckungsbeamten
hatte ein Leipziger Musensohn, nachdem er seine Ferien angetreten hatte, einen Zettel mit nachfolgenden Versen hinter- kiffen:
Ich weiß, Du kommst, um mich zu pfänden, Du strenger Lote Des Gerichts.
Ich kenn' die Leute, die Dich jenben, doch diese Leute kriegen nichts
Zwar scheint mir Dein Bestreben löblich, bie harte Pflicht treibt Dich hierher, doch glaub' mir, Freund, Du kommst vergeblich, denn hier ist alles öd und leer.
Du siehst des Reichtums letzte Reste: Ein Portemonnaie mit nichts darin. Dort an Der Tür hängt eine Weste, wenn Du sie willst, so nimm sie hin. Sonst bieten nichts Dir Diese Raume, die suchenD jetzt Dein Blick Durchirrt, denn Waschgeschirr und Gummibaume gehören meinem Zimmerwirt.
Du siehst: Hier ist nichts fortzuschleppen, mich dauert, Daß Du Dich bemüht.
Es sind vier unbequeme Treppen ...
Geh hin, wo Pracht und Luxus blüht.
Noch ist es früh. Genieß' den Morgen, Was nutzt es. Daß Du länger weilst? Doch kannst Du, Freund, mir etwas borgen, leg's hin, eh Du von Dannen eilst!
Der Sinn der „Braune Messe".
Man schreibt uns: Die „Braune Messe" soll eine ilcbersicht über das bieten, was deutscher Gewerbe- Heiß, Faust und Hirn des guterschaffenden deutschen Menschen zu erstellen im Stande ist. Darüber hinaus aber hat bie Braune Messe noch Die Ausgabe, bie Leistungsfähigkeit des gewerblichen Mittelstan- bes, des Ladengeschäfts und Des Handwerks zu be- weifen, gleichzeitig Darzutun, Daß „Das Gute liegt so naße", es keiner weiten Reise bedarf, um sich vor- leilhaft mit den Dingen Des täglichen Bedarfs emzu- decken. v. _
Reben diesem praktischen hat aber die Braune
Die Rechnung stimmte nicht. Die „Racketeers haben sich umgestellt. Bier und Schnaps sind keine Verdienstquellen für Die Verbrecher mehr. Aus Dem Alkohol ist kein Geschäft mehr zu machen, und was sich etwa noch herausholen läßt, überließen Die „Racketeers" großmütig Den Schmugglern. Sie dbft aber mußten sich nach neuen Geldquellen umsehen.
Entführungen, früher Seltenheiten, gehören heute durchaus ins Programm. In aller Erinnerung ist noch der Fall des Kindes von L i n d » bergt), ihm folgten zahlreiche Entführungen, die aber nicht weiter bekannt wurden. Eine Ausnahme bilden die Fälle John Factor und Charles U r f h e l. Dieser, ein Kupfermagnat, jener einer der bekanntesten Oelspekulanten, wurden von einer berüchtigten Bande entführt. Während Urfhel erst gegen ein Lösegeld von 270 000 Dollars freigelaffen wurde, ist man über das Schicksal Factors noch im unklaren. Wie man sieht, sind die neuen Einnahmemöglichkeiten nicht schlecht. 2 7 0 0 0 0 D o l la r s ür eine Entführung sind allerhand Geld. Im aber solcher Beute sicher zu sein, müssen große Organisationen aufgebracht werden. Sie können alles, ihnen steht jeder Erfolg offen, benrt sie haben bie Macht unb bie brutale Hand. Wenn man letzt hört, Daß die Gangsters von Chikago im Vergnü- lungsoiertel auf Der Weltausstellung am Michigansee rund 40 Konzessionen erhalten haben, erkennt man die guten Beziehungen dieser Herren ebenso wie Die Gewalt, über die sie anscheinend verfügen unb mit ber fie zu wirken verstehen. Ein Fall wie dieser scheint ja bas Verbrechertum Amerikas gerabezu auf bie Ausstellungslifte zu fetzen. Kein Wunber, wenn jetzt die Bundesregie- runq alles unternimmt, um bas Gangster-Unwesen enbgültig zu beseitigen. Die Bekämpfung bauert zwar schon jahrelang, aber ber burchschlagenbe Erfolg läßt immer noch auf sich warten. Jeder neue Bürgermeister gelobt in Chikago, aufzuraumen, durchzugreifen. Die Polizei bricht auch auf, aber die Gangsters entkommen fast immer.
Messe vor allem den hohen idealen Sinn, der deutschen Arbeit wieder neuen Antrieb und Austrieb zu geben, bie deutsche Wirtschaft durch Wertung der Kauflust wieder zu beleben und damit den Millionen ruhenden Händen wieder Das Werkzeug in Die Hand zu drücken.
Ein ftarter Binnenmarkt ist uns heute notwendiger denn je. Wenn wir so weit sind, daß alle berechtigten Bedürfnisse unserer Volksgenossen wieder befriedigt werden können, haben auch alle Hände wieder zu tun. Dazu sollte jeder beitragen, und die Kreise, Die noch über die entsprechenden Mittel oersügen, sotten diese Dafür ausgeben. Daß die Millionen um Arbeit ringenden Volksgenossen wieder zu Arbeit unb Brot kommen. Auf bie ver- schiedenste Art kann jeber Deutsche an bem Wieder- aufbau- und Arbeitsbeschaffungsprogramm mithel- fen, dem Programm unseres Führers:
Deutsch der Erzeuger!
Deutsch ber Verkäufer!
Deutsch bie Ware!
DasistderSinnber„BraunenMesse".
Vornotizen.
— Tageskalender für Montag: Volks- bund Deutsche Kriegsgräberfürsorge-, Verein ber Offiziere bes 2. Großh. Hess. Jnsanterie-Regiments, 10 bis 13, 15 bis 18 Uhr, ßogengebäube, Garten- ftraßc 1, Ausstellung von Möbelten unb Silbern deutscher Ehrenfriedhöfe in Frankreich und im Osten. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die heilige Flamme".
Die Beschäftigung ausländischer Arbeiter. Die Polizeibirektion Gießen teilt mit: Aus unsere Aufforderung vom 15. Juli haben sich nicht alle hier in Arbeit stehenden ausländischen Arbeitnehmer (Arbeiter und Angestellte) gemeldet. Wir fordern sie heute nochmals auf, sich am Mittwoch, 23. August, in der Zeit von 8 bis 12 Uhr unb 15 bis 17 Uhr auf ber Polizeibirektion, Laub- graf-Philipp-Platz 1 (Zimmer Nr. 40) einzufmben, anbernfalls Bestrafung erfolgt. Arbeitgeber, bie aus. länbische»Arbeitnehmer beschäftigen ober emfteUen, > ohne im Besitze ber Genehmigung zu fein, sind eben- falls strafbar.


