Aus 6er Provinzialhauptstadt
Der obecheUche Arbeitsmarkt EndeZanuar
Wählerliste einsehen!
Die Liste liegt bis einfchl. Sonntag, 26. Februar, auf. Linzusehen in Gießen, Stadthaus Bergstraße, Zimmer 14, werktags von 8 bis 13 Uhr und 15 bis 18.33 Uhr, Samstags von 8 bis 13 Uhr, Sonntag von 9 bis 13 Uhr.
EinMandschukuo-ttliimaiumanNanling
Tschangschun, 21. Febr. (Reuter.) Die Mandschukuo-Regierung hat beschlossen, Mittwoch nachmittag ein Ultimatum nach Nanking abgehen zu lassen, worin gefordert wird, daß Tschanghsühliang seine Truppen aus 3 et) o l zurückziehen soll. Für die Beantwortung des Ultimatums wird eine Frist von 24 Stunden gesetzt.
Achtläuten im Vogelsberg.
In einem schmalen Tale des Vogelsberges liegen eng aneinan'oergesch.niegt die sauber ge- sch.ndelten und aus Fachwerk bestehenden Hauser des kleinen Dörfchens: einige hängen am Abhang des Berges, als ob sie angeklebt wären. Mitten durch das Tal schlängelt sich ein kleiner Bach, dessen filberklares Wasser in raschem Ee- fäll über die glatten Steine springt. Vicht selten beobachten die Buben, wie muntere Forellen durch das Helle Wasser schießen, und hin und wieder versuchen sie, einen der flinken Fische zu fangen. Nur den gewandten gelingt es. Im Früch- jahr gleichen die Wiesen zu beiden Seiten des Daches einem bunt gestickten Teppich. Sie liefern gutes und saftiges Futter für das Vieh, das wohlgenährt die luftigen Ställe füllt. Viehzucht wird in der Hauptsache getrieben, und die Aecker liefern trotz steinigen Bodens noch gute Ernten.
Wenn in den Kronen der Bäume der Sturm geigt, wenn kalter Degen an die Fensterscheiben klatscht, wenn es in der Natur ganz stille geworden ist und der Pflug die letzten Furchen auf dem Felde gezogen hat, dann ist es November. Martini hat eine ganz besondere Bedeutung für das Dorf. Es ist der Tag, auf den die Kinder
tophorne" in Zürich. Er erlitt beim Absturz einen Wirbelsäulenbruch.
Schweres Bobunglück in der Eifel.
InMayen fuhr ein mit sechs jungen Leuten besetzter selbstgebauter Bob mit hoher Geschwindigkeit in einer Duppelkurve gegen das Geländer einer Eisenbahnbrücke. Der Lenker des Bobs blieb mit zerschmettertem Schädel tot liegen. Ein Mitfahrer wuroe sehr schwer verletzt, die vier anderen kamen mit leichteren Verletzungen davon.
Dreifacher Mord in Neuyork.
Ein Zeitungsjunge fand beim Betreten der im Neuyorker Theatervicrtel gelegenen Flüsterkneipe „Porkys p^ace“ vor der Bar einen Mann und eine Frau sowie hinter der Bar den Dar« inh'ber t o t auf. Al e drei wiesen Schußver- lehungen an der rechten Kopfseite auf. Die
Das Arbeitsamt Gießen teilt in seinem A r - beitsmarktbericht über den Monat Januar folgendes mit:
Die Arbeitsmarktlage hat im Derichts- monot eine Verschlechterung erfahren, die in erster Linie auf die jahreszeitlichen Witte» rungseinflusse zurückzuführen ist.
Die Zahl der Arbeitsuchenden ist von 16 919 auf 17 589 gestiegen und liegt um rund 100 höher als im Vorjahre.
vergleicht man die letzten Jahre, so lag der Hochstbelastungspunkt des Arbeitsmar.tes Mitte Februar. Es ist auch in diesem Jahre anzunehmen, daß die Arbeitsuchenbenzahl bis Mitte Februar ansteigt, um dann wieder in ein Qlb- Öleiten überzugehen. Arbeitslos waren Ende Januar 15 185, gegenüber 14 124 des Vormonats und 17 ^3 des Vorjahres. Die Zahl der Arbeitslosen liegt in diesem Jahre um rund 2000 Sr,?ar’ Zeichen Zeit des Vorjahres. ^»3fnnLaUl $ie rtar?eJc Inanspruchnahme der Notstandsarbeiten zuruckzuführen. Aus den QRit-
* Deichsanstalt wurden 3012 Personen 7mtfÄ Mnüber 2359 des Vormonats und Ull ^5^°riahres Krisenfürsorge erhielten ?m2h2 f?^nm9C9^u6er 2775 des Vormonats
Vorjahres. 2ln anerkannte Wohl- ^brtsempfanger zählten wir 3461, gegenüber 3279 des Vormonats und 1730 des Vo?jahres
1723 JJerfonen wurden in den Notstandsarbeiten beschäftigt, im Freiwilligen Arbeitsdienst arbeiteten 1500 Arbeitsdienstwillige.
Kurzarbeiterunterstühung. u. nrS u f Acmuar konnten wir 565 Personen in Arbeit vermitteln. Die Zugänge an Arbeits- gefudh 2828U3Cn 3498, bie ^^änge an Arbeits-
Angesteltte.
mHemD&«lm!^0„nhat toaren besondere Vorkomm, rn n r tHn ?^b^^en 10 der Arbeits. m®r 141 a.9« f“t 2lngestellte nicht zu ver- zeichnen. Auch für Musiker war das Dermitt- Ujngsgefchaft nicht besonders lebhaft. Für das Aotwer der deutschen Jugend tonnten einiae WtuL 6sermittc“ werden. Ende Januar waren £*cn. Semeldet: 637 männliche taufm. und SrOtH??e ö!!e' 218 weibliche taufm. und Düro. ? toeibHA» V* "AELe technische Angestellte,
technische Angestellte, 50 männliche Angestellte. 29 weibliche sonstige Singe.
Revue: „Im weißen Rößl" wiederholt. Vorzugsgutscheine und Schülerkarten haben Gültigkeit. Ende 21.30 Uhr. Anschließend findet von 22.15 Uhr bis noch 24 Uhr ein „Nachtkabarett" unter der künstlerischen Leitung von Wolfgang Kühne statt.
— Konzert der Gesangschule Heermann. Am kommenden Sonntag, 26. Februar, 16.30 Ahr, findet im Studentenheim am Leih- gesterner Weg ein Konzert der Gesangschule Heermann statt. Zum Vortrag gelangen Arien und Lieder alter und moderner Meister. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.
Wohliäiigkeits-Konzeri
zum Besten der Winternothilfe.
älnsere Mitbürger feien noch einmal auf das am morgigen Mittwoch, um 20 Ahr, in der Neuen Aula der Anipersität stat.findenOe Wohl- tatlgkeitskonzert zum Vesten der Gießener Winternothilfe aufmerksam gemacht. Unter der Leitung von Obermusikmeister K rauhe wird das Muflkkorps unseres Bataillons Mozarts Oper »Die Zauberflöte" darbieten. Geschätzte Gesangskünstlerinnen und Sänger aus unserer Stadt, die schon bei anderen künstlerischen Veranstaltungen in hervorragender Weise mitwirkten, werden für dieses Konzert ihre Kunst ebenfalls zur Verfügung steilen. Studienrat Prof. Dr. E m m e l wird zu den Darbietungen der Kapelle und der Sängerinnen und Sänger den erläuternden Text sprechen. Den Zeitverhältnissen entsprechend ist der Eintrittspreis außerordentlich niedrig (1,50 Mark, 1 Mark und 0,50 Mark je nach Wahl des Platzes) festgesetzt worden. Der Kartenvor. verkauf bei Ernst Challier ist rege im Gange, f° daß sich die rechtzeitige Sicherung von Ein- tr'.ttskarten empfiehlt. Hoffentlich wird die Veranstaltung, die neben dem künstlerischen Genuß für die Besucher noch den Zweck verfolgt, der Winternothilfe für ihr gemeinnütziges Werk einen ansehnlichen Ertrag zuzuführen, so zahlreich besucht werden, daß die Aula voll beseht ist.
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Die Gießener W i n t e r n o th i f fe ordert Rechnungen. Im heutigen Anzeigenteil gibt die Gießener Winternothilfe bekannt, daß Rechnungen für sie bis spätestens zum 27. Februar
Der Kampf zwischen chinesischen und japa- nischen Truppen, der Montagabend b e i Tschaoyangsu ausgebrochen ist, wurde her- beigeführt durch einen Versuch der Chinesen, die japanische Garnison zu umzingeln. Eine japanische Brigade aus T>hingtschau wurde un- verzüglich als Verstärkung herangezogen. Die Japaner gingen zum Gegenangriff über und suchen gegenwärtig auf Peipiao vorzudringen, um die Kontrolle über die Eisenbahnlinie iu erlangen. Das japanische Kriegsamt hat die Veröffentlichung von Nachrichten über die Operationen in Iehol, abgesehen von den in amtlichen Kommuni7U2s enthaltenen Mitteilungen, verboten. Als Grund dieser Ver- fügung wird der Wunsch bezeichnet, jede Möglichkeit eines Durchsickerns von Informationen über japanische Truppenbewegungen nach China zu verhindern.
deutschen Ostens. Sie sprach von der ®etreibe- wirtschaft, von der Pferdezucht, von den Holz- triften auf der Memel vor dem Kriege, von Königsberg, das den größten Teil des Verkehrs und des Güteraustausches Deutschland-Rußland und Dußland-Deutschland bewerkstelligte. Das alles sei durch die unselige Grenzziehung im Osten, den Korridor, unterbunden, die Wirtschaft sei n.edergebrochen. Memel sei eine offene Wunde Ostpreußen das Land ohne Volk, dessen Menschen einen schweren Kampf kämpfen und doch an ihrem Deutschtum mit beispielloser Treue festhalten. Siedlung sei das einzige Mittel, den Wall gegen Polen wieder zu festigen. Der Korridor müsse liquidiert werden. Dieses Land, jetzt aller feindlich _ gesinnten Willkür ausgeliefert, fast wehrlos, müsse dem Mutterlande wieder verbunden werden. Das Vaterland dürfe die Dken- schen dort nicht vergessen. Jedermann müsse nach seinen Kräften mithelfen, daß Ostpreußens Be- volkerung das Vertrauen zum Vaterland nicht verliere.
An Hand vieler Lichtbilder schilderte die Vortragende dann die Landschaft, die Städte (Kb- nlgsberg, Danzia Elbing, Löhen ufto.), die Men- fd>:n, d.e Zeugnisse geistigen Lebens, die großartigen Bauwerke der Deutschordensritter und vie.es andere mehr. Die Zuhörerinnen folgten mit großer Aufmerksamkeit und dankten mit lebhaftem Beifall für den universellen Aebrrblick, den die Rednerin gab und damit das Land dem Herzen aller Teilnehmerinnen des Abends näherbrachte
Fräulein Maria Birnbaum dankte der Red- nerin und forderte auf, für den deutschen Osten alles zu tun, was helfen und fördern könne, die Not der Gegenwart im ostpreußischen Land zu überwinden.
Gießener Wochenmarktpreise.
_ 21- Febr. Es kcst.-ten auf dem
heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 110 Pfennig das Psund, Landbutter 100 bis 110, Kochbutter 8?. Matte 20 bis 25, Wirsing (gelb) 10, grün 15 bis 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut, Rote Düben ie 10, Gelbe Düben 10 bis 12, Anter-Kohlrabi 6 bis 8 Grünkohl 15, Dosenkohl 30, Feldsalat 150. Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3, Aepfel 18 bis A Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 45, Junge Hahne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Düsse 40: Tauben 40 bis 60 Pfennig das Stück, Käse 5 bis 10, Eier (inländ.) 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 25 bis 30, Endivien 15 bis 30, Lauch 5 bis 10, Dettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30; Kartoffeln 2,50 Mark der Zentner.
Bornotizen.
— Tägeskalender für Dienstag: Stadttyeater, 20 bis 22 Ahr, »Bargeld lacht". — Oberhcss. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz L M S ?br, Ausstellung, -r Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Kampf" und »Der Hochtourist".
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Als 20. Vorstellung im Dienstag
Verbilligungsakiion für Zunggeflügel.
Berlin, 20. Febr. (TU.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Hugenberg, hat zur Förderung der Geflügelzucht und Geflügel- wirtschaft eine Derbilligungsaktion für die Beschaffung von Junggeflügel eingeleitet. Die Aktion hat den Zweck, bäuerliche Betriebe und andere landwirtschaftliche Geflügelhaltungen mit gu> tem Legehennen-Material zu versorgen, um eine gleichmäßige Eierversorgung aus Inlandserzeugung während des ganzen Jahres zu sichern. Insgesamt ist der Betrag von 150 000 Mark zur Verfügung gestellt.
Schüsse müssen aus nächster Nahe abgegeben fein, so daß die Erschossenen nicht die Möglichkeit gehabt haben, sich zur Wehr zu setzen. Die Registrierkasse der Dar war unberührt. Die Täter sind durch die Hintertür entkommen. Nach Angabe der Polizei handelt es sich um die Rache von Gang st er s. Die tDar der Treffpunkt der Neuhorker Künstler, vor allem der Großen vom Broadway.
Dreizehn spanische Seeleute ertrunken.
_Rach einer Meldung des Pariser „Journals" aus Madrid sind an der spanischen Westküste während letzten Stürme ein in Bilbao oeheimateter c. ° onnendampfer mit der gesamten, 11 Mann starken Besatzung und eine Motorbarkasse mit zwei Mann JbeJa.jung gesunken. Das Blatt meldet weiter heftige ch n e e st ü r m e in ganz Spanien, wodurch verschiedene Züge eingeschneit feien.
Abonnement heute, 20 Uhr (Ende 22 Uhr), das drei« aftige Lustspiel: „Bargeld lacht" von Ebermayer« Cammerlohr; Spielleitung: Peter Fasfott. Gewöhnliche Preise. — „Der Bundschuh", ein Bauern- krieysdrama des Dichters Karl Neurath, bildet den zweiten Abend im Zyklus hessischer Dramatiker und geht als südwestdeutsche Erstaufführung in Gegenwart des Autors am Mittwoch, 22. Februar, 19.30 Uhr als 20. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement in Szene. Spielleitung liegt bei Oberspielleiter P«. ter F a s s o t t. Gewöhnliche Preise. Ende nach 22 Uhr. — Dem Faschingsfest ist auch im Spielplan der kommenden Karnevalstage breitester Spielraum gewährt. Eröffnet wird der bunte Reigen am Samstag, 25. Februar, 20.15 Uhr, mit der Premiere eines großen „Zirkus-Kabaretts". Ein abwechslungsreiches Buntprögramm zirzenifcher und artistischer Darbietungen, ausgeführt von den Mitgliedern des Ensembles und einer ganzen Reihe prominenter Vertreter der Darietewelt, sowie einer Zirkuskapelle, wird einen humorvollen Abend bereiten. Die Veranstaltung ist bei kleinen Preisen. Ende 22.30 Uhr. — Am Faschingssonntag wird 18.30 Uhr außer Abonnement als Fremdenvorstellung die Operetten»
ich schon wochenlang freuten; das „Achtläuten" beginnt nämlich, ein Zeichen, daß der Winter seinen Einzug halten will. Die Jugend bringt Schlitten und Schlittschuhe in Ordnung, um beim ersten Schnee und Eis gerüstet zu sein.
Am Abend des 11. November ertönt um 20 Ahr das eine der beiden Glöcklein, das von dem Polizeidiener geläutet wird. Er hat feine Nadel beiseite gelegt — er ist im Hauptberuf Schneider —, ist schnellen Schrittes aus seinem Hause den steilen Abhang hinuntergeeilt, um fernes Amtes als Glöckner zu walten. Während die hellen Töne der Glocke in den kalten Winterabend hinausschallen, ziehen die Mädchen singend durch die Straßen, und zu Hause rüsten sich die Burschen, um den Rest des Abends in der Spinnstube zu verbringen. Für die Kinder ist das Achtläuten das Zeichen, daß sie zu Bette gehen müssen. Dor 35 Jahren noch arbeiteten die Männer nach dem Abendessen, das zwischen 17 und 18 Ahr eigenommen wurde, biS zum Achtlauten. Da hörte auf einmal der Webstuhl, der in den Stuben der meisten Hauser stand, auf zu klappern; das Spulrad surrte nicht mehr; in dem Stalle, wo der Knecht aus Kornstroh Seile geflochten hatte, wurde die Stalllaterne gelöscht. Rur das Spinnrad, an dem die Mutter aus weißem Flachse dünne und feste üaden drehte, arbeitete weiter. And wenn der letzte Glockenschlag verhallt war, dann erzählte der Großvater, daß der einsame Wanderer, der bei Wusterwetter und auf tief verschneiten Wegen abseits gekommen war, durch das Helle Glöcklein aufmerksam geworden sei auf das nahe Dorf, in dem ihm eine sichere Herberge winkte.
O goldene Jugendzeit, wie liegst du weit zu« ruck! O schöne Zeit, in der die Jugend sich freute wenn der Vater kurz vor dem Achtläuten er- kiubte, sich am Webstuhl im Fangen des ^Schiff ch.ns ' zu übm. Spielsachen kannte man nicht und wer im Besitze eines Grimmschen Märchenbuches war, der dünkte sich reich. —
OBenn am 22. Februar, dem PeterStage, die Glocken m vielen Dörfern des VogelsbergeS zum letztenmal ihre Schläge hinausfenden in den Haren Winterabend, und wenn der Bauersmann an rlfCfmn;nbernI)r^, e?nmaI stille Einkehr hält in M selbst, so lost dieses Glockenzeichen in ihm die 21bnung aus, daß der Winter feine Herrschaft bald an den nahekden Frühling abzutreten gedenkt. Siu f!?Ia9?n wieder froher, und man
S dre engen Täler im fjerr-
<n. Fruhlmgsschmucke prangen. Der gläubige ^nsch aber vergißt nicht, dem zu danken, der wie m der Natur so auch im Leben, auf harte und rauhe Tage sonnige und bessere Zeiten ver» yeitzi. ß
Der deutsche Osten.
Frauenverein und der Deutsche Ostbund (Ortsgruppen Gießen) sowie die Frauengruppe des Gießener VdA. hatten auf £benb ^incrr Dortragsveranstaltung in das Gasthaus Hindenburg eingeladen. Frau j^ur- ®äfteltCt ®E' 6eib begrüßte Mitglieder und Sodann sprach Frau Milka Fritsch (Königsberg) über ihre Heimat Ostpreußen. Die Rednerin K-VxAA AIü(£in. der Geschichte des Landes, schilderte das Wirken der Deutschherrenritter ihren Kampf um die christliche Religion im Osten' ipr aufbauendes Werk und ihre völkische Verschmelzung mit den Bewohnern des Landes Ostpreußens Bevölkerung habe im Laufe der Jahr- lAmec ^wer zu kämpfen gehabt. Die Geschichte Ostpreußens sei eine Geschichte deS Ruh» meS und deS Elends zugleich. Das 18. Iahrhun- öert sei unter dem Einfluß Kants für Ostpreu- Ben geistesgeschichtlich das bedeutsamste Iahrhun- j?CtD£>rbtC1\ ?n ^IIem Kampf und Leid der Iahr^inderte habe Ostpreußen immer wertvolle ÄUPftIer- Dichter ufto. hervorge- 5)16 5™u *m Osten, die Grenzlandfrau SCr 8r°6e Abgaben zu erfüllen gehabt ??s. gefördert durch die aufgeweckte Frauenschaft deS Landes, fei die Frauenbewegung wachgeworden. Auf sozialem Geb^t habe die ostpreußische Frau vorbildlich mit den zusammengearbeitet. DaS Wesen ost- Preußischer Frauen werde von den Dichterinnen -am ?c^ten erfaßt und geschildert ÖCt ^nerin unterstützen daS
t?eiUce” Ausführungen beschäftigte ^ch bie Vortragende mit der Wirtschaft deS |
tagSauSgobe, durch d'e Stellungnahme deS Reichskanzlers sei der Antrag auf Aufhebung der 50-Pfennig-Krankenscheinge- b ü h r zu Fall gekommen. Diese Meldung wurde sofort amtlich dementiert. Der „Völk. Beob." schreibt dazu: Richtig ist, daß Adolf Hiter mit einer seitens des zuständigen Ministeriums vor- geschlagenen halben Maßnahme sch nicht zufrieden gegeben hat, sondern die Vorlage an das betreffende Ministerium zurückverwies zwecks Beibringung der Unterlagen für die von ihm geforderte ganze Lösung, o. h. für völlige Streichung der 50-Pfennig-Ge- b ü h r.
Nicht /IHainlinie' fonfrern ,Mainbrücke^
Verl i n, 20. Febr. (TA.) Reichskanzler a. D. Dr. Brüning hatte am Samstag in seiner Wahlrede in Würzburg einleitend u. a. von der „Mainlinie" oder besser gesagt der ., Mainbrücke" gesprochen, an der er die erste Rede halte. Im weiteren Verlauf feiner Rede kam er auf baS Verhältnis von Zentrum und Bayerischer Dolkspartei zu sprechen; nachdem die hierauf bezogene Aeuße- rung Brünings Anlaß zu Kommentaren gegeben hat, fei berichtigend festgestellt, daß Brüning an dieser Stelle feiner Rede nicht von der lebendig e'n Mainlinie, sondern von der lebendigen Mainbrücke gesprochen hat, die Z:ntrum und Bayerische Vollspartei in Zukunft fein würden.
Aus aller Welt.
Schweres Expwjionsunqlück in Schanghai. Bisher 80 Tote.
3n Schanghai ist eine Gummifabrik in die cusl geflogen. Bisher wurden 80 Leichen geborgen, 70 Schwerverletzte wurden in Krankenhäuser gebracht. Man fürchtet, daß die Gesamtzahl der Toten sich auf 200 erhöhen wird. Das Explo- sionsunglück, das sich bei Vulkanisierungsarbeiten ereignete, hat die ganze Fabrik in einen Trümmerhaufen verwandelt, aus dem mH großer Mühe die verkohlten Leichen geborgen werden. Auf die erste Explosion, die einen Brand heroorries, folgte alsbald eine zweite, durch die die Wänbe und die Decke des Maschinenraumes gesprengt wurden. 160 Arbeiterinnen, die in dem darüberliegenden Saal beschäftigt waren, stürzten in die Flammen. Heber 100 Personen werden noch vermißt.
Wohltätlgkeitskonzert
zugunsten der Opfer von Neunkirchen.
Die Berliner Gruppe des Kampfbundes nn u t s ch e Kultur veranstaltete ein Wohltätlgkeitskonzert zugunsten der Opfer von Reunkirchen. Eingeleitet wurde der Abend durch daS „Ave verum corpus“ von Mozart, Dorgetragen vom Kampfbundchor unter Leitung feines ®Jri9sentln Dr. Max Burkhardt. Der Vorsitzende der Berliner Gruppe, Reichstagsabge- ordEer Hinkel, begrüßte als Vertreter der ReichSreg-.erung den Aeichsjustizminister Dr. ® u r t n e r, als Te tretet der preußischen Staats- tegierung den Reichskommissar Dr. Rust. Er gedachte in tiefer Trauer der Opfer der Katastrophe und übermittelte den deutschen Brüdern an der Saar Grüße treuer Verbundenheit. DaS ^?^bundorchester unter Leitung von Professor
Ha bemann bestritt neben einer Reihe von Solisten das Konzert.
Flugzeugabsturz. — Ein Toter, ein verletzter.
. Auf dem Flugplatz Dübendorf bei Zürich ist em deutsches Flugzeug a b g e st ü r z t und zerstört worden. Der Pilot,'der 26jährige Wilhelm G e me mhardt, wohnhaft in Budapest, wurde mit einem Kieferbruch und verschiedenen Schürfungen m3 Kanton-Spital gebracht. Der Passagier wurde auf der Stelle getötet. Der Ap° Jarat, ein deutsches Privatflugzeug, war in Sü- ben&orf stationiert, um Rellameflüge zu machen. ES toar eine Klemm-Maschine neuester Konstruk- twn und Eigentum eines Herrn Jakob Mölt- S e n in Köln Der Anfall ereignete sich kurz vach dem Aufstieg. Der Apparat erhob sich bei dem heftigen Wind nur wenig vom Boden, ver- lor in einer Kurve die nötige Geschwindigkeit und stürzte dann aus 15 bis 20 Meter Höhe ab- Der verletzte Pilot stammt aus Angarn und* wohnte in Böblingen bei Stuttgart. Bei dem toten Passagier handelt eS sich um den Fabrikanten OacqueS Weinmann der Fabrik Mo-
Berufliche Zortbildungsmaßnahmeu.
Die berufliche Fortbildung der Arbeitslosen hat im Januar ganz bedeutend an Umfang zugenommen. Ein Teil der Kurse ist im Rahmen deS Notwerls der deutschen Jugend eingerichtet worden, während der andere Teil der schon vor Beginn des NotwerkeS lief, diesem angegliedert worden ist. Jedenfalls hat sich gezeigt. daß daS Interesse der Jugendlichen an beruflicher Fortbildung infolge der meist langen Arbeitslosigkeit außerordentlich gewachsen ist. Im Januar liefen 41 Fortbildungskurse mit insgesamt 1150Teilnehmern in Bad-Nau- beim, Butzbach, Friedberg, Garbenteich, Watzenborn, Heldenbergen, Gießen, Grünberg, Lauterbach und Nieder-Florstadt. Die Kosten der Kurse werden vom Arbeitsamt aufgebracht. Die Durchführung der Kurse liegt in den Händen von Schulen, Verbänden und arbeitslosen Fachkräften.
Berufsberatung.
Die Berufsberatung wurde im Monat Januar von 290 männlichen und 237 weiblichen Ratsuchenden insgesamt 527 mal in Anspruch genommen. Unter ihnen befanden sich 29 ältere, sowie 41 Schüler und Schülerinnen höherer Lehranstalten als erstmalig Ratsuchende. Die männlichen Besucher hatten 57, die weiblichen 23 verseh ebene Derusswür.sche. Von ersteren wurden folgende Berufe am meisten begehrt: Kaufmännische Berufe 28, unentschlossen 25, Schneiderin und Hausgehilfin je 18, Säuglingspflegerin 4.
48 Knaben und Mädchen wurden einer psycho- logischen Eignungsprüfung unterzogen. Es werden nur solche Berufsanwärter geprüft, bei denen irgendwelche Bedenken über die Richtigkeit der Berufswahl bestehen, oder die Prüfung von Arbeitgebern bzw. Ratsuchenden ausdrücklich verlangt wird.
Eine Anzahl Ratsuchender wurde auf ihre ae- sundheilliche Berufseignung noch besonders ärzt- lich untersucht. Auch wurden Lehrstellenanwärter aus Wunsch an Arbeitgeber begutachtet.
Lehrstellen kamen 42 neu zur Anmeldung. 34 Knaben und Mädchen wurden in solche vermittelt. Auf dem Lehrstellenmarkt sieht es im all- gemeinen n^ ziemlich „lustlos" auS; die un- N^re schlechte Wirtschaftslage hält noch manche Arbeitgeber von der Einstellung von Lehrlingen ab. v
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