Ausgabe 
20.12.1933 Erstes Blatt
 
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Reichsbank hätten es den privaten Hypotheken­banken ermöglicht, zur Refinanzierung von In­standsetzungshypotheken gegen Hinterlegung von Pfandbriefen und Kommunalobligationen einen größeren Lombard-Kredit aufzunehmen. Die auf diese Weise verfügbaren Gelder würden ein­heitlich zu einem an den Lombardsatz der Reichs- bank gebundenen Zinssatz von zur Zeit SV* o. H. bei einer Auszahlung zu pari abzüglich 1 d. H. für Unkosten gegeben. Neben dem Real­kredit bestehe überall die Möglichkeit des Personal­kredits.

Sie Ausgaben der Arbeitsfront. Staatssekretär Feder auf der Tagung deS Rcichsknratoriums für Wirtschaftlichkeit.

Berlin, 19. Dez. (WTB) Auf der Tagung des Reichskuratoriums für Wirtschaftlichkeit, an der hervorragende Vertreter der Wirtschaft, der Be- Hörden, der verschiedenen Organisationen der NSDAP., der Wissenschaft usw. teilnahmen, hielt Staatssekretär Feder eine mit großem Beifall aufgenommene Rede, in der er fick u. a. program­matisch über die Aufgaben der Arbeits­front äußerte. Der Staatssekretär bezeichnete die Arbeitsfront als seelische Untermauerung der Gesamtwirtschaft im nationalsozialisti­schen Geist und fuhr dann fort: Wenn wir in die Arbeitsfront das hineinlegen, was hineingelegt werden darf, so isl es die Erziehung zum nationalsozialistischen Denken.

Wenn im ständischen Ausbau der Wirtschaft das Führerprinzip in den einzelnen Be­trieben aufgerichtet sein wird, wenn der Be­triebsführer das entscheidende Wort sprechen kann, dann haben wir in der Arbeitsfront, in der Orga­nisationÄrafl durch Freude" die Stelle zu finden, in der der Unterschied fällt zwischen Offi­zier und einfachem Mann, wo der Mensch dem Menschen, der Volksgenossen dem Volksgenossen gegenübersteht: dort wird das Fronterleb­nis der Gemeinsamkeit wieder aufleben. Das ist die Aufgabe der Arbeitsfront. Sie hat nicht in die Wirtschaft hineinzureden. Im ständischen Ausbau der Wirtschaft hat Sach- kenntni» allein ausschlaggebend zu sein. Wir müssen von der Majorität der Stimmen zur Souveränität der Sachkenntnis kommen.

Beim Ausbau der Wirtschaft spielt dann noch das geistige Prinzip eine Rolle, dos mit dem Be- ruf verbunden ist. Die beruflich« Zusammenfassung wird so fein, daß neben und über den rein mate­riellen Aufgaben des Lebenserwerbs, das Wir- ken im Interesse des Ganzen steht. Der Jurist hat la für das deutsch« Recht Sorge zu ^agen, der Arzt für die Gesundung de» Volkes. Aus diesen Gruppen werden dann die Persönlich­

zusetzen, die die Ausgaben den Einnahmen bei ge­rechter Lastenoertellung onpaßie. Die große Frei­heit, die den Gemeinden gelassen war, wurde von ihnen oieljoch dazu mißbraucht, sich über die Gren­zen ihrer Kraft und Leistungsfähigkeit hinaus aus- zuüehnen.

Die Stadtverwaltung, namentlich in den Groß­städten, wurde aufgebläht, und mit Unternehmun­gen und Betrieben belastet, zu denen sich sehr häu­tig großzügige Bauten fugten, deren finanzielle Grundlage ebenso ungesund war wie chre finan­zielle Entwicklung unergiebig ietn mußte. Dos ging einigermaßen, solange die Städte sich finanzielle Mittel für ihre Großmachtftellung auf dem Kredit­wege besorgen konnten: es horte sofort auf, als mit der Verschärfung der Wirlschaftskrtje die Kredite aufhörten, aber auch die Steuerkraft der Bevölke- runfl. Daß einstmals reiche Städte wie Frankfurt am Main und Jioln sich gezwungen sahen, um Nachsicht ihrer Gläubiger zu bitten, das ist eine durch Tatsachen und Ziffern geübte Kritik an der Gemeinde Politik der Weimarer Republik, der nichts hinzugefügt zu werden braucht

Mit dieser Politik muß Schluß gemacht werden, wenn nicht der ganze Staat von den zerrütteten Ge­meinden her innerlich ausgehöhlt und aufgerollt werden sollte Das neue Preußen hat dies unter kraftvoller Führung vorbildlich besorgt, die fünf Ge­setze, die die Gemeindeverwaltung in Preußen neu gestalten, sind ein Neubau von neuen Grundmauern aus. Wenn Reich und Staat sich auf den Füh­rer einstellen, wenn es das Recht des Führers ist, daß sich alles hinter ihm einzuordnen hat, so kann die Verwaltungszelle des Staates, die Gemeinde, da­von keine Ausnahme machen. Daß die Gemeinde ihre eigene Aufgabe hat, rbirb dabei nicht übersehen, sondern im Gegenteil stärker als jemals bevor her- ausgehoben. Aber diese Aufgabe kann nicht von einer vielköpfigen Verwaltung mit einem Beschluß- recht geleistet werden, dos sich in der Abstufung der Gewalten gegenseitig aufhebt Im Sinn und Wesen germanischer Volksherrschaft liegt es, daß der Füh- rer das Vertrauen der Gefolgsleute besitzen muß, daß es also auch die Gefolgsleute sind, die den Füh­rer auf den Schild erheben

Das Oberhaupt der Gemeinde ist der mit der vol- len Verantwortung belastete Bürgermeister, dem als beratende Hilfe nur die Stadtröte oder der Stadtrat zur Seite stehen Wie der Staat als solcher mit der nationalsozialistischen Bewegung verwachsen und verbunden ist, so ist es sinngemäß, daß als Stadtrat ober Gemeinderat auch der oberste örtliche Leiter der NSDAP, und der rangälteste Sturm- sichrer berufen wird. Eine Neuschöpfung ist der Stadtbrief oder der Gemeindebrief, der den Städten und Gemeinden verliehen wird, die auf Grund ihrer Bedeutung darauf Anspruch haben ober aber durch die Mustergültigkeit ihrer Verwaltung allgemein hervorragen. Mit diesem Stadtbrief sind besondere Vorrechte verbunden, die auch die Verbin­dung zwischen Führung und Volk enger gestalten.

Die Saarstage aus der Tages­ordnung des Völkerbundsrats.

Genf, 19. Dez. (TU.) Die amtliche Tagesord­nung der am 15. Januar beginnenden ordentlichen Tagung des Völkerbundsrates sieht als be- sonderen Punkt vorbereitende Maßnahmen des Rates für die Volksabstimmung im Saar­geb t e t, ferner die Neuwahl der gesamten Saarregierung vor, deren Mandat noch im März des nächsten Jahres abläuft.

Weiter stehen auf der Tagesordnung fünf einzelne Beschwerden der deutschen Minder- heit in O st - O b e r s ch l e s ie n , die bereits seit Jahren vor dem Völkerbundsrat ohne sachliche Er­ledigung behandelt worden sind, ferner ein Schrei­ben des Danziger Völkerbundskommissars vom 4.Nooember, in dem die Aufmerksamkeit des Rates auf gewisse Maßnahmen des Danziger Senats gegen Danziger Zeitungen gelenkt wird. Bericht­erstatter für die Saarfrage ist im Völkerbunds- rat der Vertreter Italiens, für die Minder­heitenfrage der Vertreter Spaniens.

Die Tagesordnung umfaßt im übrigen eine Reihe ber üblichen Ausfchußberichte und Ernennungen, die Regelung des Konflikts zwischen Bolivien und Paraguay sowie die Unterbringung der Assyrier im Irak. Deutschland wird auf der Januar- tagung des Bölkcrbundsrates zum ersten Male nicht vertreten sein.

Reform des brttischenOberhauses Verstärkung der konservativen Tendenzen.

London, 19. Dez. (WTB.) Im Oberhaus be- aann die große Debatte über die Oberhausreform. Lord Salisbury erklärte, durch den Entwurf solle dem Oberhaus die hinreichende Macht gegeben werden, um au verhüten, daß das Land außer- ordentlichen Veränderungen unterworfen wird, ohne daß genügend Zeit gewährt wird, diese Ver­änderungen zu erörtern. Lord Salisbury machte den Vorschlag, daß das neue Oberhaus aus 1 50 erb­lichen Peer s, darüber hinaus aus 1 50 Par- lamentslords, ferner aus den Peers von f ö n i a l i d) e m Geblüt und einer beschränkten Anzahl angesehener Perfönlichkeiten des E p i s k o - p a t v und der I u st i z bestehen soll. Ihre Gesamt- zahl soll 3_>i> betragen Nach einem Hinweis auf die Gefahren, die aus einem Erfolg der Arbeiter­partei erwachsen könnten, betonte Lord Salisbury, daß der gegenwärtige Augenblick geeignet sei, um den Gesetzentwurf zur Stärkung der Verfassung und ber Macht bes Oberhauses einzubringen. Das Mit- glich ber Arbeiteropposition Lord Pvnfonby trat für die Ablehnung des Gesetzentwurfes ein. Der Gesetzentwurf wurde mit 84 gegen 35 Stimmen in erster Lesung angenommen.

Vorläufiges Verbot von Gruppen, ver ficherunasverträaen.

Berlin, 19 Dez (WTB.) Das Reich sauf- fichtsarnt fürPrivatverficherung hat an alle feiner Aufsicht unterstehenden Verficherungg- Unternehmungen einen Runderlaß gerichtet, in dem es u. a. heißt:

In letzter Zeit macht sich im Versicherungswesen die Neigung zum Abschluß von Gruppenoerfiche­rungen in einem Ausmaß bemerkbar, daß wir eine ernste Gefahr für die Belange der Versicherten und auch für da» Versicherung», wesen im ganzen für vorliegend erachten müssen. Wir ve r b i e t e n deshalb mit sofortiger Wirkung bi» auf weiteres denAbf chluß vonGruppen- Versicherungsverträgen Zu den Gruppen- Versicherungsverträgen gehören auch E m p f e h - lung»- und Begunstigung^ver trag« Das Verbot erstreckt sich aua) auf die Falle, in X n Gruppenoersicherungsverträge auf Grund r " nehmigter Geschäftspläne abgeschlossen werden solle

Oer Hausarzt im neuen Reich.

Eröffnung der Berliner Akademie für ärztliche Fortbildung.

Berlin, 19. Dez. (ERB.) 3m Berliner Rat- Haus fand aus Anlaß ber Eröffnung ber Berliner Akademie für ärztliche Fortbildung ein feierlicher Empfang statt. Oberbürgermeister Dr. E a h m be- grüßte die Vertreter der Behörden, der Universität und der ärztlichen Organisationen. Große Tradition, die mustergültigen, reich ausgestatteten Einrichtun­gen und die ungeheure tägliche Arbeit waren bis­her für die Lehrtätigkeit so gut wie ungenutzt. Am 1. Januar 1934 wird die neue Berliner Akademie für das ärztliche Fortbildungswefen ihre Tätigkeit ausnehmen. Die neue Akademie soll durch ihre Leistung ihren Ruf als praktische Bildungsstätte weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus tragen. Die neue Akademie wirb auch ihr Teil bazu beitragen, die schmutzigen Lügen zu vertilgen, die gerade über das Berliner Gesundheitswesen«im Auslände verbreitet worden sind.

Ministerialrat Dr. Conti übermittelte die besten Wünsche bes Ministeriums des Innern, der Rektor ber Berliner Universität Prof. Dr. Fischer bie Glückwünsche ber Friedrich-Wilhelm Unioersität, bie ber medizinischen Fakultät ber Universität ber Pro­dekan Pros. Dr o. Bergmann.

Danach entrollte ber kommissarische Stabtmedizinal- I rat Dr. ft l e i n ein Bilb von den Aufgaben ber neu- '

gegründeten Akademie. Die ärztliche Fortbildung tat Dritten Reich bedarf olanoollster Ordnung, da nur ein in jeder Hinsicht allerbestes leistender Aerzlcstand der neuen Aufgabe gerecht werden kann. Die 'Ber­liner Akademie für das ärztliche Fortbildungswesen ist der e r ft e Versuch auf diesem Gebiet. Ihr einziges Ziel ist, die praktischen Kennt­nisse des Arztes zu erweitern und zu vertiefen. Wir wollen in Deutschland nach Mög­lichkeit wieder den Hausarzt mit umfassenden praktischen Kenntnisien schaden, den Vertrau­ensmann der Familie. Die Fachärzte sollen nur in besonderen Fällen herangezogen werden. Na- tionalsozialistischer Grundsatz ist es, der ärmeren Be- völkerung ärztliche Versorgung nur auf dem einzig würdigen und menschlich befriedigenden Wege der freien Arztwahl zu gewähren.

Oberbürgermeister Dr. Sahm teilte noch mit, daß bie Stadt Berlin beschlossen hat, zur Erinnerung an einen ber größten Berliner Aerzte eine Robert- Koch-Plakettezu schaffen, bie von ber staat­lichen Porzellan Manufaktur hergestellt wird. Ministerialdirektor Dr. Frey, Ministerialrat Dr. Conti und dem Dekan der medizinischen Fakultät der Berliner Universität Professor Dr. Gocht werde dieselbe heute als erste überreicht werden.

Oesterreich unter voikssremdem System.

Wien hört £ r. Goebbels

Berlin, 20. Dez. Die ZeitschriftArbeit und Staat" bringt folgendes für die Lage in Oesterreich sehr bezeichnendes Stimmungsbild aus Wien:

Die öffentlichen Uhren zeigten die fünfte Nachmit­tagsstunde. Die belebteste Straße Wiens, die M a - riahilferstraße, bot das für diese Zeit übliche Bild. Menschen drängten aneinander vorbei und blieben vor den während des Lichtstreikes mangel- haft erleuchteten Auslagen der großen Geschäfte stehen und sahen sich die Augen nach den Dingen aus, die sie sich ohnehin nicht kaufen konnten.

Plötzlich übertönte eine künstlich ins Ueberdimen- pönale gesteigerte und nicht zu verkennende Stimme die brausende Symphonie der Straße. Da gab es gar keinen Zweifel:G o e b b e l s s p r i ch t!" Jedes Wort war gut und deutlich zu verstehen. Alsbald staute sich die Menge und lauschte. Lauschte der ge­liebten Stimme, die von Ehre, Deutschtum und Gleichberechtigung erzählte und die von oben, von unten, von links und von rechts zu kommen schien. Woher eigentlich war nicht festzustellen. män­ner nahmen die Hüte ab und senkten ergriffen das Haupt. Frauen hatten Tränen in den Augen. Manche Hand erhob sich stolz zum deutschen Gruß. Immer größer wurde die Zuhörerschar, immer dichter wurde der Menschenknäuel...

Zwei U e b e r f a l l k o m m a n d o s ber Wiener Polizei rasten, vom Ring kommenb, bie Straße her­auf. Aus allen Gassen strömten Wachleute. Doch die Menge ftanb unb lauschte. . . Ein ieberhaftes Suchen begann nach der Herkunft jener mächtigen, alles übertönenden Stimme. Häuserfron, ten wurden abgeleuchtet, Wohnungen und Geschäfts- lokale durchstöbert, unb immer noch sprach Goed- bels. Der weitaus größere Teil ber Wachbeamten aber unterdrückte nur mit Mühe ein befriedig- t e s Schmunzeln. Ihr Eifer im Suchen war ein cheinbarer und auch ihnen mangelte es aller- rings aus anderen Gründen, an Planmäßigkeit. Die Menge aber ftanb und lauschte, und die Wache ver- gaß, teils unabsichtlich, teils absichtlich, die Menge zu verjagen.

Als die Rede zu Ende war, war der Riesen- lautsprecher noch immer nicht gefunden. Das

| Hör st Wessel-Lied klang auf, unb bie Män- I ner nahmen bie Hüte ab, benn auf bas Singen dieses Liedes ober auf das Erheben des rechten Armes steht wochenlanges Gefängnis ober Konzen- trationslagcr Wöllersborf...

scharfe Kritik am Oolttuh-NurS.

Klagenfurt, 19. Dez. (WTB.) In einem Be­richt über bie politische Lage, ben ber Partei- obmann ber Großbeutschen Volkspartei Foppa in einer Sitzung ber Canbesparteileitung ftärntens gab, wies biefer barauf hin, baß ber Wunsch, ben Bruderzwist mit bem Deutschen Reich zu beenben, bereits weite Kreise erfaßt habe. In Regierungs- kreisen fei man aber von Worten noch nicht zu Taten gekommen, so baß es ben An- schein erwecke, als wolle man bie Wieberherstellung freundnachbarlicher Beziehungen garnichtwirk- llch herbeiführen. Man könne sich auch bes Einbrucks nicht erwehren, baß in Regierungskreisen ber Kampf gegen alles, was national denke, für notwendiger gehalten werde, als der Kampf gegen den Marxismus. Auch über bie i n - nerpolitifche Befriebung herrsche allgemeine Unklarheit. Man könne nicht sagen, daß tatsächlich ein Verständigungswille in ber Regierung vorhan­den sei, der bie Forderungen bes nationalen Teils ber Bevölkerung berücksichtige.

Oie Tiroler Gastwirte fordern Verständiqunq mit Deutschland

Innsbruck, 19. Dez. (CNB.) In einer Ver­sammlung von Hotelbesitzern und Gastwirten wurde u. a. beschlossen, bei ber Regierung vorstellig zu werben, sie möge Schritte unternehmen, bie geeignet seien, bie reichsbeutsche Aus­reisegebühr zu beseitigen. Dieser Beschluß würbe burch eine Adorbnung bem Landeshaupt- mann überbracht. Es heißt barin,bie Tiroler ßanbesregierung möge bei ber Bunbesregierung in Wien unter allen Ümftänben burchsetzen, baß bie 1000-Marksperre aufgehoben werbe, unb zwar noch vor Weihnachten. Die Bebingungen, unter benen bies möglich sei, sei ben Hoteliers unb Gast­wirten gleichgültig."

Dies gilt nicht für Gruppenversicherungsoerträge, bie zurDeckun^ eines vorüdergehen- ben Risikos (Sportveranstaltung, Ausstellung u. dgl.) abgeschlossen werben.

Keme Sozialversicherung von Weihnachts-Gratifikationen.

Berlin, 20. Dez. (VdZ.) Die Frage war um- triften, ob Weihnachts-Gratifikationen bem Abzug ür bie Sozialversicherung unterliegen. Nach ber tänbigen Rechtsprechung des Reichsoersicherungs- amtes wäre diese Frage nur bann zu bejahen, wenn bie Weihnachts-Gratifikation in einer g e wissen Hohe üblich gegeben wirb. Danach unterliegen bie Weihnachts-Gratifikationen, bie von ben Betrieben in diesem Jahre lediglich mit Rücksicht aus die wiederholten An­regungen der Reichsregierung gegeben worden sind, nicht den Abzügen ber Sozialoer- icherung

3ur landwirtschaftlichen Schulden» regelunq.

Berlin, 19. Dez. (CNB. Eigene Melbung.) In einer amtlichen Verlautbarung wirb daraus hin­gewiesen, daß die Durchführung der landwirtschaft­lichen Schuldenregelung nach dem Gesetz vom 1 3um 1933 ben Entschuldunas st eilen unb den Amlsgerichten obliegt. Bei diesen Stellen (oroie bei landwirtschaftlichen Berufsoertretungen roerbe in ausreichendem Umfange für die einzel­nen Beteiligten Aufklärung in Zweifelsfragen zu erhalten fein. Es fei nicht die Aufgabe bes

Ministeriums für Ernährung unb Landwirtschaft. Rechtsauskünfte und Ratschläge in inzelnen Entfchuldungsfällen zu erteilen, ja das ei bei ber großen Belastung des Ministeriums geradezu unmöglich.

Zur Finanzierung der Hausinstandfetfungen.

Berlin, 20. Dez^ (VbZ.) Der Reichsarbeits- Minister hat on bie Wobnungsreflorts der Lander­regierungen ein Rundschreiben gerichtet, worin er letner lebhaften Befriedigung darüber Ausdruck gibt, daß die Instandsetzungsoktion für öeii houüilili, die eine sehr wesentliche Ar- bettsbeschastung barftelü. sich gut eingespielt habe. Auch die Finanzierung des vom Hausbesitzer aufzubringenden Anteils an den Kosten werden nicht auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen. Es fei zu hoffen, daß gerade auch die Spar­kassen Instandfetzungskredite hergeben werden. Ebenso wurden auch die privaten deutschen 1") t) p o t h «? e n b a n f e n in erheblichem Umfange 3ur Finanzierung des Sclbftaufbringunpabetrages beitragen, vor a!|rm bei Grundstücken, die bereits 00n 'ynen belieben feien. Golddiskontbank und

ketten herauswachsen, bie zu Führern bestimmt sind, die das Reich braucht.

Wie die Dreieinigkeit stehen nebeneinander: Ar« beitsfront, Dirtschastsstände und Be« rufe. Durch diese Gliederung werden wir ben großen Akkord und bie Harmonie bekennen, die zum Gedeihen notwendig sind. Geburiswehen wer­den auf dem Wege dorthin unvermeidbar sein. Aber die starke Hand des Kanters und der Män­ner, die um ihn stehen, bürgen dafür, daß alles sich zum Besten wenden wird. Wenn diese innere Gestaltung der Wirtschaft durchgeführt ist, bann wird Zeit fein, an die höheren Aufgaben heran- zugehen: Unser Volk wieder hinauszuführen zu einem Reich der Freiheit und der Ehre. Wenn uns das gelingt, ist uns nicht bange, daß wir unter ber Führung Hitlers ben Weltkrieg in Frieden gewinnen.

Eine Spionageaffäre in Paris.

Paris, 19. Dez. (CNB) Der Petit Parisien spricht von einer groß angelegten Spionage- a f f a r e, ote nach wochenlangen Bemühungen in Poris aufgebetft worben fei unb bereits zur Ver­haftung von 18 Personen, zumeist Aus­ländern, aber auch einigen Franzosen, geführt habe. Unter ben Verhafteten befänden sich mehrere weib­liche Personen, darunter die Tochter eines im Ruhe- stand lebenden französischen Polizeikommissars. Seit 48 Stunden würden in Paris zahlreicheHaus- s u ch u n g e n abgehalten. Weiter« Verhaftungen ständen bevor. Haoas berichtet, daß zwei Verhaftete Polen seien, unb zwar der 25 Jahre alle polnische Student der Medizin Moise Salman und seine 25 Jahre alte Frau.

Kleine politische Nachrichten.

Reichspräsident v. Hindenburg emp­fing den preußischen Ministerpräsidenten General ber Infanterie Göring zum Bortrag.

Der R e i ch s b is ch o f hat den Wirtschaftsbirektor Diplomkaufmann Kunze aus Bethel bei Bielefeld Zum Wirtschaftsbevollmächtigten ber Reichskirchenregierung berufen. Zu fei­nem Aufgabenkreis gehört bie wirtschaftliche Bera­tung ber Angestellten und Organisationen ber Inne« ren Mission unb anderer freier kirchlicher Verbände.

Der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste gibt bekannt, daß die D e r a n ft a 11 u n g von Kunstausstellungen und Ausstellungen des Kunstgewerbes der vorherigen schriftlichen Zu­stimmung der Reichskammer der bildenden Künste bedarf.

DerReichstreubund ehemaliger Be­rufssoldaten" hat durch seinen Präsidenten Schwede, den Oberbürgermeister von ftoburg, dem Führer den Betrag von 4 0000 RM. fürdie Opfer der Arbeit zur Verfügung gestellt. Der Führer hat als Zeichen feines Dankes dem Reichs- treubunb fein Bild in silbernem Rahmen gestiftet.

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Der Außenhandelsrat trat zu seiner ersten Sitzung zusammen. Reichswirtschaftsminister Schmitt unb Reichsaußenminister Freiherr v. Neurath machten grunbsätzliche Ausführun­gen. Hieraus sprachen Mitglieder des Außenhandels­rates. Im Anschluß daran trat der Arbeitsausschuß unter dem Vorsitz von Staatssekretär Dr. Posse mit der Tagesordnung:Förderung des Außen- Handels" zusammen.

Die deutsch schweizerisch en Wirt« fchaftsverhandlungen sind zum glücklichen Abschluß gelangt.

Das 1929 in Warschau unterzeichnete Abkommen zur Vereinheitlichung der Regeln über die Be­förderung im Internationalen Luftver­kehr ist von Deutschland ratifiziert worden und tritt für Deutschland am 29. Dezember dieses Jahres in Kraft Das Abkommen ist ein erster Schritt zu einer international einheitlichen Gestaltung des Luft-Prioatrechtes.

Im 77. Lebensjahr starb Admiral v. Ingenol. Er war im Jahre 1874 als Kadett in die Marin« ein­getreten und bei Kriegsausbruch Chef der Hochsee« streitkrätte. Von diesem Posten trat er im Februar 1915 zurück, um einige Monate später seinen Ab­schied zu nehmen.

In Lhasa ist der Dalai-Lama Ngawang Lop- fang Tupden Gyatso im 57. Lebensjahr gestorben. Der Verstorbene wurde im Jahre 189.3 von der Geistlichkeit erwählt unb galt als die 13 Mensch- Werbung Buddhas. Der Dalai-Lama ist das religiöse Oberhaupt bes Lamaismus unb der weltliche Herr­scher Tibets.

Aus aller IReft.

Verpflegung eines eingeschneiten Dorfes aus der Cuft

In der Umgebung der Stadt Fes in Marokko ist reichlich Schnee gefallen: ein 26 Kilometer von Fes entferntes Dorf ist mit feinen 50 Bewohnern feit fünf Tagen von jedem Verkehr abge- schnitten. Ein französisches Militärflugzeug hat über bem in 1500 Meter Hohe gelegenen Dorf nun­mehr 100 Kilo Brot, Konserven und kondensierte Milch abgeworfen.

Das Li» im Rheingebiek beginnt zu lauen.

Die plötzlich eingetretene milde Witterung hat eine wesentliche Veränderung der Cisoer- haltniffe insbesondere auf dem Rhein unb leinen Nebenflüssen hervorgerufen. Lus dem ganzen Mittelrheingebiet wurden am Dienstagmorgen Temperaturen gemeldet, die zum Teil über bem Gefrierpunkt liegen unb bewirkten, daß das Eis zu tauen beginnt Bedrohlich sieht bie Lage dort aus, wo bas Eis sich in ben letzten Tagen festge­setzt hat unb den Rhein in seiner ganzen Breite von Ufer zu Ufer mit einer einheitlichen Eisfläche überdeckt hat. Der jähe Temperatursturz, verbunden mit bem enormen Dasserbruck, der hinter ben Eis- Zersetzungen aufgetauten Dasiermengen verursacht besonbers an der Loreley wie an zahlreichen Stei­len der Mosel eine beträchtliche Verschiebung der Eismassen, so daß an ber Loreley mit bem Los- brechen der gewaltigen Eismassen stündlich gerech­net werden muß. In der Nacht auf Dienstag scho­ben sich unter ungeheurem Wasserdruck schwere Eisblocke über den Hasendamm von Oberwesel unb brachten die Schifte in ernste Gefahr Das Eis ist hier stellenweise bis zu acht Metern übereinander- getürmt. Die Reichsstrombauverwaltung hat am Morgen alle unterhalb ber Loreley liegenben Rhein-